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Sie Olympischen Spiele. !

Flinsch in Amsterdam endgültig aufgegeben.

Die weiteren Ausscheidungen des Freitags fielen für Deutsch- , land recht ungünstig aus. Der Deutsche Meister im Einer, Flinsch, verlor nun auch noch gegen den Dänen Schwartz und scheidet damit endgültig aus.

Auch die Degenfechter verloren in zweiter Runde und verscherzten sich dadurch die weitere Teilnahme am Turnier.

Im OlympischenZehnkamPf wurden am Freitag die ersten Konkurrenzen durchgeführt. Deutschlands Vertreter konn­ten sich dabei nicht hervortun. In Führung liegt bis jetzt der Schwede Johannsson vor Jarvinen-Finnland, Stewart-USA., j Yrjöla-Finnland, Doherty-NSA. und Wessely-Oestcrreich, dessen letzter Platz ziemkich überraschend ist.

In dem Segelwettbewerb fiel Deutschland in der Sechsmeterklasse aus. In der Kategorie der 12-Fuß-Jollen be­hauptete Deutschland aber den zweiten Platz hinter Schweden und : vor Lettland. Im Gesamtklassement hat Finnland Deutschland von dem zweiten Platz verdrängt.

Die deutsche Kolonie veranstaltete am Freitag einen B c - ; grüßungsabeud zu Ehren der deutschen Olympianiden.

Barbutti-USA. gewinnt die 400 Meter.

^er 400-Mcter-Errdlauf endete mit dem erwarteten Siege des amerikanischen Fußballspielers Barbutti in 47,8. Büchner- Teutschland wurde Dritter, Stortz-Deutschland Fünfter.

Die deutschen Schwi.nmer unterlegen.

In den Schwimm-Ausscheidungen sind sowohl der deutsche l 500-Meter-Schwimmer Handschuhmacher als auch die deutschen 400-Meter-Freistilschwimmerinnen Schönemann, Lehmann und Erkens in ihren Borläu- ! fen unterlegen und scheiden aus dem weiteren Wett­bewerb aus. Die Amerikanerin Norelius stellte über 400 Meter Freistil mit der Zeit 5:45,4 einen neuen Weltrekord aus.

Bei den Seglern hat in der 12-Fuß-Jollen- Haffe zur Zeit der Deutsche Beyn nach der Punkt- roertung die Führung.

Die Ringkämpfer brachten den Deutschen mehrmals Erfolge. Sämt­liche Teilnehmer außer Simon sind noch im Wettbe- werb. Die augenblicklichen 'Punktzahlen der Deutschen - sind: Leucht 4 Punkte, Steinig 2 P., Sperling 3 P., Rieger 2 P. und Gehring 1 P.

Neuer Sieg der Mannheimer Amicitia.

Die am Sonnabeird nachmittag ausgefahrenen neuen Achter-Ausscheidungen brachten der deutschen i Mannschaft, Amicitia-Mannheim, einen ganz über­legenen Sieg über den argentinischen Achter.

Finnland siegt im Zehnkampf.

Das Ergebnis des olympischen Zehn­kampfes wurde folgendermaßen bekanntgegeben: 1. Urjölä (Finnland) 8053,29 Punkte (Weltrekord), 2. Järvinen (Finnland) 7931,50 P., 3. Doherty (Ver­einigte Staaten) 7706,65 P.

Die deutschen Teilnehmer konnten sich nid# pla­zieren.

Nach dem bisherigen Gesamtergebnis der olympi­schen Leichtathletik-Wettbewerbe nimmt Deutschland die 6. Stelle ein.

; i Die bisherigen Fvanenweltrekorde.

Dom 31. Juli bis 4. August fanden, in Amsterdam Vorstands- und Kongreßsitzungen des Internationalen Frauensportverbandes statt.

Als Weltrekorde wurden offiziell anerkannt: 800 Meter: Frau Radke (Deutschland) 2:19,6 (es handelt sich hierbei nicht um den neuen Amsterdamer Welt­rekord). Kugelstoßen: Frl. Lange (Deutschland) 11,52 Meter. 4 mal 200 Meter: SC. Charlottenburg 1:50,6. 3 mal 800 Meter: SC. Charlottenburg 8:0,4. .

Die für einander sind

Roman von Fr. Lehne

32) (Nachdruck verboten)

Schwer wog der Bries in seiner Hand. Sollte er absagen? Ohne Grund war es unmöglich! Aber viel­leicht konnte er bis dahin noch krank werden! Schar­lach oder Typhus oder Masern bekommen, dachte er in grimmem Hohn er wußte, jetzt erwartete man eine Entscheidung von ihm!--

Er bestellte für den Vormittag des sechsten April ein Blumenangebinde aus Rosen und Maiglöckchen seine Geburtstagsgabe für Agathe von Raudnitz.

Die Kameraden freuten sich auf das Fest im Hause des Oberstleutnants. Nur er nicht; am liebsten wäre er nicht hingegangen, um etwas Unentrinnbarem zu entgehen! Doch die Zeit ging weiter. Nichts Wun­derbares hatte sich ereignet.

Er war vom Dienst heimgekommen. Während er sich zur Abendgesellschaft umkleidete, klingelte es.

Der Bursche meldete den Schneider Notfuß.

Hol' ihn der Teufel!" knurrte er,solln ander­mal wiederkommen ich hab' jetzt keine Zeit"

Das sagte ich auch schon, Herr Leutnant! Doch er läßt sich nicht abweisen! Auf jeden Fall wolle er den Herrn Leutnant sprechen und wenn er bis morgen früh vor der Tür warten müsse, hat er gesagt, Herr Leutnant"

,Ma, denn lassen Sie ihn eintreten!" seufzte Fritz ergeben,einen Augenblick muß er aber noch warten ___"

Fritz machte sich schnell so weit fertig, zog die Litew­ka an und ging hinüber ins Wohnzimmer.

Nun, Meister machen Sie es kurz und schmerzlos! Sie wollen wohl Ihr Geld?"

Ja, Herr Leutnant, mit dem besten Willen, ich kann nicht länger warten! Ich muß meine Lieferanten auch bezahlen; die Ladenmiete ist hoch! Außerdem habe ich große Unkosten in der Familie gehabt. Meine Frau bat eine schwere Operation durchgemacht; sie liegt noch tut Krankenhaus das kostet viele Hunderte! ich habe große Sorgen!

Fritz stellte fest, daß Meister Rotfuß wirklich ver­sorgt aussah! Doch mit dem besten Willen: er konnte ihm nicht helfen! Rund heraus sagte er es ihm eine Abzahlung von dreißig Mark könne er in diesem Monat machen; mehr nicht ^

-Die ferner zur Anerkennung angemeldeten Höchst­leistungen: Hochsprung: Gysolf (Holl.) 1,585 Meter; Diskus: Konopacka (Polen) 39,67 Meter; Weitsprung: Hitomi (Japan) 5,98 Meter; Kugelstoßen: Heublein (Deutschland) 11,96 Meter; 4 mal 100 Meter: Mün­chen 1860 49,8 (Vereinsstaffel-Rekord) werden der nächsten Sitzung, die noch in Amsterdam stattfindet, vorgelegt.

3m Vsrorlzug gekreuzigt.

Uebler Trick eines Artisten.

In der Wannseebahn bot sich heute den Fahrgästen ein schrecklicher Anblick. In einem Abteil 3. Klasse fand man einen jungen Mann an einem großen Holzkreuz festgenagelt. Als die herbeigeholten Bahnhofsbeamten erschienen, hatte sich der Märtyrer jedoch schon selbst aus seiner Lage befreit.

Die Untersuchung ergab, daß es sich um einen Artisten handelt, der diesen Trick schon öfter ausgefijhrt halst. Seine Hände wiesen von früheren Experimenten noch die alten Löcher aus. Das Kreuz war zusammenklappbar. Der stellungslose Artist,^ über dessen üblen Trick die Reisenden mit Recht entsetzt und empört waren, wurde in Hast genommen.

TU Ein polnisches Dorf niedergebraNNt. In der Woje­wodschaft P u l a w y (Polen) brannte bei starkem Sturm das Tors Niedwedow mit 70 Gehöften vollständig nieder. Da sämtliche Bewohner beim Ausbruch des Feuers auf dem Felde waren, komm fast nichts gerettet werden. Auch viel Vieh ist umgekommen.

Simses» Allerlei.

Im Suff den Sarg bestellt.

In einem kleinen Orte Oberfrankens lebt ein biederer Mann, seinem Berufe nach der Zunft Hans Sachsens zu­gehörig, desSchuhmachers und Poet dazu", der zumeist zu allerlei Schnaken und Schnurren aufgelegt ist. Als er wieder einmal in fröhlicher Tafelrunde zu tief ins Glas geguckt hatte, bestellte er bei einem hiesigen Schreinermeister seinen Sarg. Diesmal war unser Freund aber an den Unrechten gekommen. Der Kasten mit den sechs Brettern wurde auftragsgemäß her­gestellt und dem Besteller zur Verfügung gestellt mit dem von ihm gewünschten und verfaßten Spruch:Hier ruht ein Mann von Eisen, E... F... tut er heißen. Ach, laßt ihm seine Ruh' und schließt den Deckel zu!" Jetzt sträubt sich der Mann, das Möbel" anzunehmen und macht allerlei Ausflüchte: Er habe in seiner Wohnung keinen Platz, er wolle doch noch ein paar Jährlein leben usw. Der Verfertiger aber dringt auf Abnahme. Eingeschriebene Briefe gehen hin und her, und man ist auf den Ausgang der Sache sehr gespannt.

Ein beklagenswerter Bürgermeister.

Kanada ist das Land, in dem Dörfer und Städte im Hand­umdrehen entstehen und wieder vom Erdboden verschwinden. Sobald Bodenschätze entdeckt werden, strömen Interessenten

Als ob er sich einen schlechten Witz erlaubt, sah ihn der Geschäftsmann an, dessen Gesicht sich vor Unwillen rötete. Meister Rotfuß machte dem jungen Offizier in scharfen Worten klar, was seine Pflicht sei-- im andern Fall aber

nun, im andern Fall wird ja der Herr Major von Ellwangen dafür sorgen, daß die Geschäftsleute der Stadt nicht durch seine Offiziere geschädigt werden," schloß er kurz und bestimmt.

Fritz war blaß geworden.

Sie drohen mit einer Anzeige beim Major?"

Wenn ich binnen fünf Tagen so viel Frist lasse ich Ihnen noch mein Geld nicht habe, sehe ich mich genötigt, dem Herrn Major Meldung zu machen! Das Krankenhaus und die Aerzte verlangen von mir eben­falls Bezahlung ihrer Rechnungen! Wenn der Herr Leutnant nicht bezahlen kann, soll er sich kein Zivil machen lassen."

Mann, Sie werden unverschämt" begehrte Fritz auf.

weil ich zu meinem Gelde kommen will?" Herr Rotfuß griff nach seinem Hut,ich habe mein letztes Wort gesprochen! Für meinen guten Willen lasse ich mich nicht noch beleidigen! Der Herr Leutnant kann ja eine reiche Frau heiraten; man spricht seit langem in der Stadt davon darum habe ich noch mit meiner Mahnung gewartet--aber der Herr Leutnant macht ja keine Anstalten und ich muß mit meiner Familie auch leben! Das wollte ich Herrn Leutnant noch ge­sagt haben! Ich empfehle mich!"

Es war keine rosige Stimmung, in der sich Fritz von Bieseneck befand, nachdem ihn der Schneider ver­lassen. Und er konnte seine üble Laune kaum verber­gen, als er sich von der Frau Rat verabschiedete.

Nun, Fritz, was ist denn? Die böse Falte da auf der Stirn ist man doch gar nicht beim tollen Bieseneck gewöhnt! Haben Sie Verdruß gehabt?"

Einen Augenblick kam ihm der Gedanke, der ver­ehrten Frau Rat zu beichten. Doch ein Etwas ver­schloß ihm den Mund er schämte sich doch, so darauf- los gewirtschaftet zu haben!

Jeden Tag gibt's den, liebste Pflegemutter!" Er seufzte,ich wollte, ich könnte heute abend bei Ihnen in Ihrem traulichen Heim bleiben--"

Nun, nun, fürchten Sie sich--und ich ich dackte, Sie gingen, sich heute die Braut zu holen

Da war es wieder! Verfolgte ihn das immer

aus aller Welt hin, ein Haus nach dem anderen erwächst blitzes. schnell, und in kurzer Zeit ist eine neue Stadt entstanden. Ent­spricht aber die Ausbeute nicht den gehegten Erwartungen, so verlassen die Ansiedler in Eile ihre Wohnstätten, und die neue Siedlung steht auf dem Aussterbeetat. In der Nähe von Toronto befindet sich ein Ort, in dem fast gar keine Einwohner mehr vorhanden sind. Nur der Bürgermeister harrt unent­wegt aus und hat erklärt, sein Leben in dem fast ausgestorbenen Platze zu beschließen. In den Tageszeitungen erläßt er Aus­rufe mit der Aufforderung, sich in der ihm unterstehenden Ge­meinde anzusiedeln, unb mit der eigentlich etwas überflüssigen Bemerkung, daß dort von Wohnungsnot keine Rede sein könne. Das Stadtoberhaupt verspricht den Zugereisten goldene Berge und schildert mit begeisterten Worten die Schönheit der Gegend. Sollte die Werbung keinen Erfolg haben, so ist Mr. Davis entschlossen, feine Entlassung vom Amte zu erbitten, er dürfte sich aber noch nicht klar sein, wem er feine Demission übergeben soll, denn außer seiner Familie gibt es fast keine Menschen mehr am Drt

Ein merkwürdiges Testament.

Der ehemalige Teilhaber Carnegies, der Millionär P e a c o ck , hat außer mehreren Millionen ein sehr merkwür­diges Testament hinterlassen. Seine Witwe erhält fünf Dollar, aus Gründen, die sie wohl kennt," und auch, weil er während seines ganzen Lebens sehr freigebig für sie gesorgt habe. Er hinterläßt fünf Kinder. Zwei Söhne und zwei Töchter erhalten je hundert Dollar, die letzte Tochter erhält 25 000 Dollar jähr­lich, bis sie dreißig Jahre alt ist; dann bekommt sie die Ver­fügung über das ganze Riesenvermögen, außer einigen kleinen Legaten, die Peacock ausgesetzt hat. Peacock war anfangs ein Keiner Verkäufer in einem Geschäft, in dem Frau Carnegie Einkäufe machte. Er bediente sie auf so liebenswürdige Weise, daß sie ihren Mann auf ihn aufmerksam machte. Dieser gab ihm eine Anstellung in seinen Unternehmungen, und Peacock brächte es schließlich dazu, Teilhaber Carnegies zu werden.

Das mißverstandene Rezept.

In einem Dörfchen des bayerischen Vorwaldes ereignete sich kürzlich ein ergötzlicher Vorfall. Die Frau eines Bauern, der an Hitzschlag erkrankt war, ließ einen Arzt rufen, der neben anderen Verordnungen die Anweisung gab, für die Kühlung Sorge zu tragen. Das Wort Kühlung hatte die Frau falsch verstanden, denn als der Arzt gegangen war, eilte sie zum Metzger, um eineKüh-Lung" für den Kranken zu besorgen. Als eine solche nicht vorhanden war, gab der Metzger den Rat, eine Ochsenlunge zu nehmen, da diese sicher noch bessere Dienste leiste. Als der Arzt nach einigen Tagen wieder nach dem Patienten sah, war dieser wohlauf und die Frau berichtete .freudestrahlend, daß die Ochsenlunge noch bessere Dienste getan habe als die verordneteKüh-Lung".

h Heiratsanzeigen vor 100 Jahren. ;

Die Heiratsannonce ist wie so vieles nicht erst eine Er­rungenschaft unserer Zeit. Schon im 19. Jahrhundert ver­wandten heiratslustige Leute, junge und ältere beiderlei Ge­schlechts, die Einrichtung des Inserats, um auf die immerhin bequeme Art in den Hafen der Ehe einzulaufen. So konnte man imLeipziger Jntelligenzblatt" vom 9. Mai 1812 lesen:

Vier honette, sehr schöne 1824 Jahre alte Mädchen guter Erziehung vom Lande, wo jede 4000 Gulden Heiratsgut erhält, wünschen in einer größeren Stadt durch Heirat bald eine. Versorgung zu finden. Sie schmeicheln sich, gute Haus- Wirtinnen zu werden, jeder Wirtschaft gewachsen zu fern und vur wegen der Abgelegenheit des Vaterortes von anständigen

«.^gesucht zu fein; deyn sie sehen mehr auf Geschicklichkeit und Rechtschaffenheit als auf Vermögen. Um das Nähere können nicht über 40 Jahre alte, mit keinem leib- licheu Gebrechen behaftete Subjekte sich schriftlich erkundigen mit der AufschriftSuchet, so werdet ihr finden". Abzugeben rm Verlagskontor des Jntelligenzblattes."

Man sieht, die Heiratsannonce unterscheidet sich von der heutigen eigentlich nur in einem Punkte. Man hielt es damals für nötig, den Mangel an Bewerbern zu erklären. Heute würde allerdings auch die Abgelegenheit des Vaterortes nicht mehr überzeugen können.^

immer? Wahrhaftig, er wäre jetzt imstande dazu dann hatten seine Schwierigkeiten ein Ende!

Er lachte kurz und böse auf.

Warum nicht gar"

Sie müssen sich bald entscheiden, Fritz! Die game Stadt wartet auf das Ereignis Ihrer Verlobung! Es hat lange keine gegeben! Und Sie greifen in einen Glückstopf denken Sie, was ich Ihnen neulich sagte--"

Er unterbrach sie mit einer ungeduldigen Bewe­

gung.

Ich weiß alles! Gute Nacht! Angenehme Ruhe!"

Kopfschüttelnd sah ihm Frau Rat nach. Es quälte ihn etwas; man merkte es ihm an. Ungefähr konnte sie sich denken, was! Fritz war leichtsinnig und rechnete nicht. Ohne Ueberlegung ließ er das Geld durch die Finger gleiten. Er mußte nun selbst sehen, wie er fertig wurde oder er mußte zu ihr kommen, ihren Rat zu erbitten! Sie drängte sich nicht auf, da sie es an freundschaftlichen Warnungen nicht hatte feh­len lassen!

In der Haustür prallte Fritz von Bieseneck beinahe mit Julia zusammen, die nur im Mantel, ohne Hut war. Wie war sie reizend! Widerspenstig kräuselten sich einige der goldbraunen Löckchen auf ihrer Stirn, und groß und glücklich strahlten ihn ihre Augen an bei diesem unvermuteten Zusammentreffen.

Das nenn' ich Glück!" er faßte sie an den Arm und trat wieder in das Haus zurück,wo warst Du noch so spät?"

Nur am Briefkasten. Papa hat einen Brief an Vir- gilia nach Bozen geschrieben! Du gehst zu Raud- Nitz?"

Großer Zauber dort heute abend!"

Ich weiß, Agathe von Raudnitz feiert ihren fünf- unözwanzigsten Geburtstag"

Er faßte sie fest um die Taille.

"Komm, gib mir 'nen Kuß, Julchen, mein Süßes."

Aengstlich sah sie sich in der dämmerigen Hausflur um, ihm wehrend. Doch es nützte ihr nichts; heiß ruh­ten seine Lippen auf ihrem Munde, und zärtliche Ko- seworte flüsterte er in ihr Ohr. Er konnte sich gar nicht von ihr trennen. Da schlug oben eine Tür. Sie drängte ihn mit glühenden Wangen von sich.

"Geh, Liebster!" und eilig lief sie davon.

Er sah ihr noch nach.

(Fortsetzung folgt.)