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Der Raketenwagen zertrümmert.

Nach der ersten erfolgreichen Fahrt mit einer Strmden- geschwindigkeit von 254 Kilometern.

Bet Burgwedel in der Nähe Don Hannover wurden Ouf unbenutzter Eisenbahnstrecke die ersten Versuchs­fahrten mit dem SchienenraketenwagenRak 3" der Firma Opel unternommen.

Der erste Versuch glückte! Nach dem erfolgten Start setzte sich der Wagen in Bewegung, raste von Klammen umgeben der Brücke zu, unter ihr hindurch -um Siele. Obwohl die Versuchsstrecke keineswegs ideal war, da sie aus 500 Meter einen Meter Gefalle hat, erreichte derRak 3" eine Höchstgeschwindigkeit von 254 Stundenkilometern!

Der Erfolg dieser ersten Versuchsfahrt liegt darin, daß sich nach dem ^lakctenauto auch der Raketenschienen- wagen bewährte und den bisherigen Rekord für Schre- nensahrzeuge um 39 Kilrmeter heraufsetzen konnte.

Die durchfahrene Strecke mißt 5 Kilometer. Die Geschwindigkeit des Wagens betrug nach 50 Metern 70 Stundenkilometer, nach 250 Metern 180 und nach 500 Metern 254 Stundenkilometer; der Auslaus war aut. Ermuntert durch diesen Erfolg verzichtete man aus den vorgesehenen Versuch mit einer mittleren^ La­dung und ging gleich znr Höchstladung über. An diesem zwect wurde derRak 3" bei der zweiten Versuchsfahrt mit vierfach verstärkten Raketen versehen. Auch wurde eine Katze in ihn hineingesetzt, um den durch Sie Ge­schwindigkeit verursachten Druck auf ein Lebewesen aus- ruprobieren. Nach dem Startschuß explodierten die Raketen desRak 3" unter riesiger Ranchentwicklung und furchtbarem Getöse. Fast zu gleicher Zeit wurde derRak 3" aus den Schienen geworfen und rechtsseits auf die Böschung geschleudert. Der Wagen wurde zer­trümmert. Menschen wurden nicht verletzt.

Herr von Opel begab sich nach der Entgleisung sofort zu dem Wagen, um die Ursache des Fehlstarts festzustellen. Wie verlautet, liegt die Ursache des Miß­erfolgs darin, daß der Wagen zu sehr beschleunigt, wurde. Er hatte sich nach vorn gehoben und war da­durch von den Schienen abgekommen. Zu den Aus­räumungsarbeiten wurden Schutzpolizei und Feuerwehr hinzugezogen. Neue Versuche mit einem Schienenrake­tenwagen ' können vorerst nicht vorgenommen werden.

Folgenschwere Explosion in Brügge.

Acht Personen getötet, 40 Verletzte.

In Brügge brach in einem Eisenlager ein Brand aus. Als der Besitzer des Lagers und sein Schwager versuchten, das Feuer zu löschen, ereignete sich eine Explosion, durch die die beiden Männer und alle aufgespeicherten Materialien weit sortgeschleudert wurden. Sämtliche in der Nachbarschaft stehenden Häuser wurden schwer beschädigt. Acht Personen wurden getötet, 40 wurden verletzt, darunter mehrere schwer. Die Explosion ist auf das Platzen einer Granate sehr großen Kalibers, die sich in einem Altmetallhaufen befand, zurückzu- fuhren. Man befürchtet weitere Explosionen, da man ver­mutet, daß unter dem Altmetall noch weitere Granaten vor­handen sind.

Wie Havas meldet, sind durch eine Explosion m einem Materialdepot das Gebäude, in dem das Lager sich befand, uns die angrenzenden Häuser teilweise zerstört worden. Die Zahl der Toten beträgt nach den bisherigen Feststellungen acht, der Verletzten über 40. Das Unglück wird auf die Explosion einer m, Depot befindlichen Granate großen Kalibers zurückgeführt. -weiter wird gemeldet, daß es sich um die Explosion eines Oxygentanks gehandelt habe und daß außer acht Erwachsenen auch fünf Kinder ums Leben gekommen sind.

Aederkall im Stadtbahnzug.

Der Täter festgenommen.

Im Laufe der Samstagnacht wurde in einem Stadtbahn- Zug ein frecher Ueber fall auf eine 40jährige Schneiderin ver­übt, die allein in einem Nichtraucherabteil von Westend nach Bahnhof Friedrichstraße fuhr. Unterwegs kam plötzlich ein junger Bursche herein, würgte die Frau und schlug auf sie ein. ^ie Hilferufe der Ueberfallenen wurden von einem Arbeiter m Nebenabteil gehört, der sofort die Notbremse zog, da die Berbindungstür zwischen beiden Abteilen geschlossen war. Der Verbrecher versuchte, int Dunkeln zu entkommen, wurde aber von Streckenarbeitern, die in der Nähe tätig waren, ver­folgt und mit Steinwürfen angegriffen, so daß er zu Boden fiel und festgenommen werden konnte.

Es handelt sich um einen 25jährigen Maschirrenarbeiter, der am Freitagmorgen seine bisherige Stellung grundlos auf- gegeben hatte. Er behauptet, er habe mit der Ueberfallenen "urschönt««" wollen.

Kühner Postraub in Amerika.

, Blisville (Michigan), 24. Juni. Ein junger Mann drang gestern ganz allein in den Postwagen des Schnellzuges DetroitToledo und raubte einen Betrag von mmdcstens 50 000 Dollar in bar. Als der Zug in den Bahnhof Bl.sville ftnlief, warf er den Postbeamten gefesselt und geknebelt aus den Bahnsteig und benutzte die entstandene Verwirrung, um ln aller Ruhe den Bahnhof zu verlassen und im Auto die Flucht zu ergreifen.

Eine Anregung des Oesterreichisch-Deutschen Volksbundes. , Berlin, 24. Juni. Der Oesterreichisch-Deutsche Volks- unb, dessen Vorsitzender bekanntlich Reichstagsprasidenl

ist, ist beim Magistrat Berlin, beim Polizeipräsidium «nd bei der Reichsbahn vorstellig geworden, die Straßen und j^Nöfe in Groß-Berlin, die nach dem Preußischen Siege von 1866 über Oesterreich benannt worden waren, setzt m «nent dem großdeutschen Gedanken und dem Anschlüsse Oester- reichs an das Deutsche Reich huldigenden Sinne um- in benennen.

Frecher Postra«- auf derLeviathan-.

London, 25. Juni. Das frühere deutsche Schrff "Vaterland", dieLeviathan", ist freien Postraubern äum Opfer gefallen. Als die Postsäcke des in Southamp- on eingetroffenenLeviathan" aus den Postämtern ge­öffnet wurden, stellte sich heraus, daß die en:geschr:ebe- "on Wertbriefe und Pakete geraubt worden waren, ^votzdem waren die Siegel der Postsäcke unversehrt: Augenblicklich neigt die Polizei der Ansicht zu, daß bte Beraubung der Postsachen bereits in New York vor ^ßabc an denLeviathan" stattfand. Der Schaden v"rägt etwa zwei Millionen Mark.

Absturz eines amerikanische« Marineflugzeuges.

Washington, 25. Juni. Ein dreimotoriges Ma­rineflugzeug, das mit vier Insassen von dem benach­barten Marineflugfeld Anacostia den Flug nach Nica- ragua angetreten hatte, stürzte bei Bowling Green (Virginia) ab. Bei dem Absturz wurde Major Lutz und Leutnant Busby sofort getötet. Von den zwei mitfliegenden Korporalen, die beide schwer verletzt wur­den, ist der eine alsbald gestorben. Major Lutz, der kürzlich den Curtiß-Marinepreis für Fluggeschwindig­keit mit einer Leistung von 157 Flugmeilen in der Stunde gewann, sollte das Kommando der amerika­nischen Marineluststreitkräfte in 9licar.ag.ua übernehmen.

Ein Ultimatum.

London, 24. Juni. Einer Agenturmeldung zufolge hat bei kommandierend General der chinesischen Nordtruppen in Tangschan den britischen Kailanbergwerken ein Ultimatum gestellt und gedroht, daß er die Kailankohlenbergwerke in die Luft sprengen lassen werde, wenn er nicht von dem Konzern 100 000 mexikanische Dollar (I!) erhalte. Britische Truppen in Tientsin stehen zur Abfahrt nach Tangschan bereit, das bei Kaiping, 70 Meilen nordöstlich von Tientsin liegt, mit dem es durch eine Bahn verbunden ist.

Unterzeichnung des Antikriegspaktes am 14. Juli?

Paris, 25. Juni. Wie die Morgenblätter mit­teilen, hofft man, den amerikanischen Antikriegspakt- entwurf am 14. Juli dem französischen National­feiertag in Paris unterzeichnen zu können.

^ Von den ehemaligen deutschen Kolonien. Im Stän­digen Mandatsausschuß des Völkerbundes machte der General­sekretär der englischen Verwaltung im Tanganjika-Gebiet, Scott, Mitteilung von dem Beschlusse, die deutschen Missionen im ehemaligen Deutsch-Ost-Afrika wieder in ihren früheren Besitz einzusetzen. Außerdem hat der Mandatsausschuß seine zweitägigen vertraulichen Beratungen über den Bericht der neuseeländischen Regierung, betreffend die Unruhen auf Samoa abgeschlossen. Die Umtriebe werden von der neuseeländischen Regierung auf den inzwischen ausgewiesenen Mischlingskauf­mann Nelson zurückgeführt. Der neuseeländische' Vertreter hat die von feiner Regierung als Mandatsmacht getroffenen Maßnahmen, vor allem das Alkoholverbot und die Einrich­tung des Kopra-Handelsmonopols, gerechtfertigt, das den Ein­geborenen einen größeren Erlös ermögliche als der frühere Zwischenhandel über die Mischlinge. Der von Geheimrat Kastl auszuarbeitende Bericht des Mandatsausschusses über die An­gelegenheit wird im September dem Völkerbundsrat vorgelegt werden.

Von der eigene« Mutter erschlagen?

Hamburg, 24. Juni. Am 15. März d. I. war die Ehefrau Luise Höger im Bett erschlagen aufgefunden worden. Der Verdacht, die Tat begangen zu haben, richtete sich zunächst auf den Ehemann und den Sohn, deren Unschuld sich jedoch in»- zwischen erwiesen hat. Nach Mitteilung der Polizeibehörde sieht nunmehr mit großer Wahrscheinlichkeit fest, daß die im gleichen Haushalt lebende 80jährige Mutter der Ermordeten, eine Witwe Stender, die Bluttat begangen hat. Frau Ständer ist inzwischen einem Schlaganfall erlegen.

Die auf den Stichtag des 20. Juni berechnete Groß- Handelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber der Vorwoche um 0.1 v. H. auf 141.0 (141.2) zurückgegangen.

Nach einer Meldung desTemps" aus Brüssel ist General de Kempeneer zum Kommandanten der belgischen Besatzuygs- truppen und der 4. Division in Aachen ernannt worden.

Bei einem militärischen Nebungsschießen in Perkjaervi (Finnland) zersprangen zwei Geschütze, wobei vier Soldaten getötet und einer verletzt wurde.

ä In Saloniki haben Zusammenstöße zwischen Streikenden und der Polizei stattgefunden. Sieben Personen sollen getötet und dreißig verletzt worden sein.

General v. Heeringen ist auf dem Gute seines Schwiegersohnes Batzwitz im Kreise Greifenberg in Pommern im Alter von 77 Jahren gestorben.

In Nordschweden in der Nähe von Bollnäs ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück. 16 Personen wurden getötet, 50 verletzt, davon 20 schwer.

Montag wird der Wortlaut der von dem amerikanischen Botschafter in Berlin dem Auswärtigen Amt überreichte neue Kellogg-Note über einen Kriegöverfemungspakt veröffentlicht.

In Koblenz wurde am Sonntag unter lebhafter An­teilnahme der Bevölkerung das Denkmal für den in Koblenz geborenen großen Publizisten Josef Görres enthüllt.

Zwischenfall vor einem französischen Gerichtshof. In Paris kam es im Justizpalast während der Sitzung des Ber- sorguugsgerichts des Seine-Departements zu einem aufregen­den Zwischenfall. Ein Kriegsbeschädigter, der mit der in seiner Angelegenheit ergangenen Entscheidung unzufrieden war, gab aus seinem Revolver fünf Schüsse auf den Vorsitzenden des Gerichtshofes ab, ohne ihn jedoch zu treffen.

Ein Naumburg-Taler. Der Reichsrat erklärte sich da­mit einverstanden, daß zur Feier des 900jährigen Bestehens der Stadt Naumburg a. d. Saale 300 000 Dreimarkstücke als Denkmünzen geprägt werden/ die ein besonderes Münzbild nach Zustimmung des Reichskunstw«rts und des Magistrats von Naumbi'ra erhalten werden.

3 Der Brand i« Damaskus.Times" berichtet aus Beirut: Das Feuer in Damaskus hat die Senjahdarmosche« vor der Zitadelle fast ganz und einen großen Teil der Stadt einschließlich einiger der Hotels und des Wahsgebäudes mit einem wertvollen Museum zerstört. Die französischen Trust- >en verwandten Dynamit, um die Ausbreitung der Feuers- drunst und Plündercien zu verhindern:. Man" glaubt, daß über 300 Häuser und 70 Kaufläden zerstört worden sind. Der angerid)tcte Schaden wird auf 500 000 Pfund Sterling geschätzt. Nunmehr ist man endlich des seit einigen Tagen in 'Damaskus wütenden Brandes Herr geworden. Der Schad. D wird auf etwa 60 Millionen Franken geschätzt.

Als rüstiger Hundertjähriger feiert in wenigen Tagen das weltbekannte Haus Heinrich Franck Söhne G. m. b. H., Ludwigsburg Berlin, feinen Ehrentag Es sieht aus diesem erfreu­lichen Anlaß nicht nur seine gesamte Mitarbeiterschaft, sondern auch zahlreiche Vertreter der Behörden, des Handels und der Industrie bei sich zu Gaste. Bei der Bedeutung der Franck-Erzeugntsse steht es fest, daß das feiernde Unternehmen nicht nur den Willen, sondern auch jede Möglichkeit befitzt, der deutschen Hausfrau im kommenden zweiten Jahrhundert mitAecht Franck' undKornfranck" wirt­schaftlich zu dienen wie zuvor. Unser Blatt gedenkt gerne des Jubiläums und verknüpft damit den Wunsch auf eine glückliche Weiterentwicklung des Hauses Heinrich Franck Söhne zum Nutzen der deutschen Volkswirtschaft.

Ä Frankfurt a. M. (Eine 14jährige Brand­stifterin.) Frankfurter Krimiiralbeamte nahmen im Kreise Wetzlar ein 14jähriges Dienstmädchen fest, das nach anfäng­lichem Leugnen unter dem Druck des zusammengetragenen Beweismaterials ein Geständnis ablegte. Aus das Konto dieser jugendlichen Brandstifterin sind zu fetzen: Brände im Kreise Wetzlar und das Großfeuer in Kirberg. Das Mädchen war von ihrer Mutter zu den Landwirten in Dienst gebracht wor­den und steckte dann, weil es Heimweh nach Hause hatte, das Vebött ihres Dienstherrn in Brand.

A Hanau. (Lustmörder Jedermann von

a r b u r g zurück.) Der Kindeslustmörder von Langen- otebacy. Jedermann, wurde nach Ablauf einer sechswöchigen Beobachtungszeit auf seinen Geisteszustand aus der Landes- -Heil- und Pflegeanstalt Marburg nach dem hiesigen Land- gerichtsgefangnis zurückverbracht. Das genaue Beobachtungs- ergebnis^stehr bis zur Stunde noch nicht völlig einwandfrei fest. Die nächste Schwurgerichtsperiode im Herbst d. I. wird sich mit der grauenhaften Untat Neckermanns zu befassen haben.

/^ Fulda. (FürdieErs-chließungdesBogels- verges.) Das Fuldaer Stadtparlament beschloß in seiner Dounerstagfltzung für den Bahnbau mitten durch den Vogels- berg naco ^ulda ein Projekt, das neben den anderen noch schwebenden Planen zur Erschließung des Bogelsberges, am ersten zur Ausführung kommen dürfte, als ersten Beitrag aus dem Aktionsausschuß für diesen Bahnbau 500 000 Mark Zu* Verfügung zu stellen. Bekanntlich hat auch bereits für die Vorarbeiten der Hessische Staat erhebliche Mittel mr Ver­fügung gestellt.

^Kasstl. (Ein entsetzlicher U n g d 5 f a I [.) eitiic^tiÄer Unglücks fall ereignete sich in dem Dorfe Kirch- dittmold. Die Ptutter hatte einen einjährigen Knaben auf unterhielt sich mit ihrer Schwester am Fenster. Plotz.ich fiel der Knabe aus dem Dachgeschoß auf die Straße Er erlitt einen Schädelbruch, an dem das Kind starb.

Mainz. (Verlegung des belgischen Ober­kommandos.) Zu der Verlegung des belgischen Ober­kommandos von Aachen nach Lüttich erfahren wir, daß dir die belgischen Behörden Sparsamkeitsgründe maßgebend n ar. . Die Verwaltung des belgischen besetzten Gebietes i-, kündig völlig von Lüttich aus erfolgen. In Hachen werden mr b'ep Maßnahme einige Wohnungen frei.

Mainz. (Französischer Tankunfug.) In letzter Zeit läßt die französische Militärbehörde in nnnurtel- barer Nähe von Wohnungen und in geringer Entfernung vom Städtischen Krankenhaus Tankübungen 'beramfalten. Die Tanks rattern mit einem tosenden Krach stundenlang über ein an einem ruhigen Bahntiertel angrenzendes Feld unb verursachen einen derartigen Höllenlärm und Seit5ingcflaut daß die Anwohner in der sommerlichen Hitze die Fenster dicht verschlossen ha^n müssen.

A Gau-Odernheim. (Vom Blitz erschlage n.) Die Landwirte Pusch und Müller von hier wurden auf dem Heim­weg von Feldarbeiten von einem Gewitter überrascht. Sie nahmen Zrfflucht in einem Heuschober, wo sie von einem Blitz- schlag getroffen wurden. Puschetmzrde getötet, Müller gelähmt.

Lokales.

^r^^ »n.

Auf Feldrainen und grasigen Hügeln erfreut das Auge die rote Steinnelke, deren einzelne BlütcnWttchen einen dunkelroten Querstreifen und viele hellrote Fleckchen zeigen. Im Garten steht die Federnelke in schönster Blüte, eines der volkstümlichsten Ziergewächse. Sie bildet dichte, grasartige, blaugrau gefärbte Büsche. Die gefransten Blumenblätter der Federnelke sind meist weiß oder rosa gefärbt. Die Garten­nelke zeigt wundervolle Spielarten. Da gibt es einfarbige :n allen möglichen Tönen und Schattierungen, ferner geflammte, gebündelte und auch getupfte. Zu erwähnen ist die Studenten- nelke, ein zwei- oder mehrjähriges Gewächs, das Büsche von dreißig bis vierzig Zentimeter Höhe bildet und auf beblätterten, knotigen Stengeln zahlreiche Blumen trägt, die ein ganzes Büschel bilden. Die Blüten sind ebenfalls mannigfach gefärbt oder gezeichnet. Die Nelke gilt als Symbol der Freundschaft, weil sie ihre Farbe bis zum Absterben behält. Anderen wieder, darunter auch Goethe, gilt sie als Sinnbild der körperlichen Schönheit. Auch kulturhistorisch und politisch hat die Nelke eine große Bedeutung. Die rote Nelke ist geradezu das Sym­bol der Maria. Am Tage ihres Festes werden die Kirchen namentlich in Italien mit roten Steifen über und über ge­schmückt. Die weiße Nelke ist die Blnme der Christlich-Sozialen Partei in Oesterreich und wird dort oft nach dem verstorbenen Parteiführer Dr. LuegerLnegerblume" genannt, der diese Blume bevorzugte und sie seinen Parteifreunden als Partei­symbol empfahl. Die Sozialisten haben die rote Nelke, die am meisten ihrer Parteifarbe entspricht, auch zu ihren Partei­zeichen erhoben. Früher sah man am 1. Mai die Feierulm mit roten Nelken geschmückt.

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Der Siebenschläfertag. Am 27. Juni ist wieder ein Tag, an dem der Landmann mit einer gewissen Bangigkeit immer wieder zum Himmel aufbliden wird; deun nach einer alten Wetterregel folgt auf einen regnerischen Siebenschläfer- tag eine sieben Wochen lange Regenzeit, gegen diesen Glauben, der überlieferten Meinung auf alter, unumstößlicher Erfahrung beruht und fest eingewurzelt ist, hilft keine Meteorologie, hel­fen keine Gesetze der Luftströmungen und sonstige durch die Wisseuschaft errungenen Kenntnisse. Nach diesem regenreichen Frühjahr, das dem Landmann schon recht viel Schaden ge­bracht hat, ist es verständlich, wenn allerorts Wünsche für einen heiteren, trockenen Siebenschläfertag zum Himmel auf- ftcigen. Für den Fall aber, daß auch an diesem Tage wiederum die Schleusen des Himmels sich öffnen sollten, sei hervorge­hoben, daß nach meteorologischen Aufzeichnungen in einer Reihe von Jahren der Regen nach einem verregneten Sieben­schläfertag sehr häufig ausgeblieben ist, während in anderen Jahren sonnenhellen, trockenen Siebenschläfer eine andauernde Regenzeit erfolgte. Also heißt es: Abwarten und die Hoffnung nicht anfgeben.

Wetterbericht Von Westen her dringen neuerdings wieder etwas kühlere Suff müssen nach dem Kontinent vor und brin­gen sehr wahrscheinlich unter Gewittern und Schauern bis morgen einen Rückgang der Temperaturen. Vorhersage bis Montag Abend: Wolkig bis aufheiternd, nach Gewittern und Schauern etwas kühler, westliche Winde. Witterungsaussichten bis Dienstag Abend: Bei westlichen Winden nur mäßig wgrm, jedoch ohne häufigere Nieder- schläge.

Personennachricht. Die Wahl des Herrn Pfarrer Buc­hen n e-Hintersteinau zum Pfarrer in Schlächtern ist durch das Landeskirchenamt bestätigt worden.