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Ein Kabinett der Führer".

Nach einer Berliner Meldung wird Abg. Müller-Franken für den Fall des Nichizustandekommens der Kleinen Koalition, wie er es lautVorwärts" in seinem Bericht an den Herrn Reichspräsidenten bereits ausHeführt hat, eine sozialistische MinderheitsregierMg bilden, eventuell unter Hinzuziehung auch solcher Persönlichkeiten, die nicht zur Sozialdemokratischen Partei gehören, die aber unter Berücksichtigung der außen- und i^nerpolitischen Lage bereit sind, mit der Sozialdemokratischen Partei zusammen Politik zu treiben. Ueber die Auswahl der führenden Persönlichkeiten, die nicht zur Sozialdemokratie ge­hören, weiß dieVoss. Ztg." mitzuteilen:

Es kamen neben Müller-Franken als Kanzler in Betracht der Zentrumsabgcordncte v. Guerard als Vizekanzler, Tr. Stresemann als Außenminister, der Demokrat Koch-Weser als Jrrstizmimstcr, Dr. Curüus (Deutsche Volksparteis als Wirt­schaftsminister, Schätze! (Bayer. Volksparteis als Postminister, Gröner als Rcichswehrmimster und Brauns (Zentrums als Reichsarbeitsminister. Das Finanzministerium könnte Dr. Hilferding (Soz.), das Innenministerium Scvering (Soz.) übernehmen. Es blieben für den Fall, daß der Abg. v. GuS- rard das Ernährungsministerium übernehmen sollte, noch das Ministerium der besetzten Gebiete und das Berkehrsmini- sterium zu besetzen. Eines der beiden Portefeuilles könnte Dr. Wirth, das andere einem Sozialdemokraten angeboten werden.

Autzenpolitlk und Regierungsbildung.

. .Berlin, 24. Juni. DieTägl. Rundschau" glaubt mit Bestimmtheit annehmen zu können, daß Dr. Stresemann es ablehnen wird, sich als Ministe^ zur Verfügung zu stellen, wenn etwa eine Koalition ins Leben treten sollte, die, wie es bei der sogenannten Weimarer Koalition der Fall ist, nur eine Minder­heit des Reichstages hinter sich hätte.

Bayerische Dollsparrei and Regierungsbildung

Der Landesausschuß der Bayerischen Volks­part e i hielt in München eine Sitzung, ab und beschäftigte sich mit der politischen Lage." Die Ver­sammlung kam zu der Auffassung, daß die Bayerische Volkspartei im Reichstag nur dann in eine Regierung eintreten könne, wenn durch Vereinbarung der die Re­gierung bildenden Parteien ganz bestimmte Siche­rungen für ihre kulturpolitischen, staatspolitischen und wirtschaftspolitischen Forderungen gegeben werden.

Eine Rede Mussolinis.

Auch der italienische Diktator spricht vom Frieden.

Mussolini hielt bei der Eröffnung des Nationalkongrefses der faszistischen Industriellen eine Rede, in der er unter anderem sagte: In Italien ist die Politik Fords der hohen Arbeitslöhne nicht möglich, aber es ist ebenso wenig ratsam, eine Politik zu niedriger Löhne zu betreiben, die der Industrie nur Schaden zufügen würde. Mussolini sprach daraus die An­sicht aus, daß die Lösung der durch den Krieg hervorgerufenen Weltkrise bereits in Sicht sei. Er erwähnte in diesem Zu­sammenhang, daß der Frieden zwischen den großen West­mächten voraussichtlich nicht mehr gestört werden würde.

Als ein werteres wichtiges Moment für die Regelung sei Krise bezeichnete Mussolini die Rückkehr der europäischen Währungen zur Goldparität. Unter den Elementen, die eine Lösung der Krise herbeiführen könnten, befinde sich auch das

Kapitel der Schulden, Reparationen und Transferierungen, das vielleicht bald abgeschlossen werden könnte, ferner die eventuelle Wiedergewinnung der russischen, indischen und chinesischen Märkte, und, was Italien selbst anbetrifft, eine Ernte, die in diesem Jahre besonders günstig auszufallen verspricht.

Die für einander sind

Roman von Fr. Lehne

14) (Nachdruck verboten)

Eine halbe Stunde wohl brauchte sie, ihre Nägel zu polieren; auf ihre weißen hübschen Hände war sie nicht wenig stolz. Und aus dem Parfümfläschchen Heliotrop, das Virgilia gehörte, goß sie reichlich auf ihr Taschentuch und ihr Kleid.

So, nun war sie fertig.

Träumerisch setzte sie sich ans Fenster, die Hände um das Knie geschlungen und starrte, ganz in ihre erwartungsvollen Gedanken vertieft, auf die regen­feuchte Straße.

Man das Abendbrot heute in der Küche; Julia hatte der Einfachheit halber gleich einen Teller voll Brot geschnitten.

Porzia, willst Du denn nicht zum Essen kommen?" Virgilia steckte den Kopf zur Tür hinein; dann zog sie schnuppernd das NäZchen kraus und trat herein,das ist aber frech! Du bist bei meinem Parfüm gewesen! Solche Unverschämtheit!" zürnte sie.

Mein Gott, Virgilia, hab' Dich doch nicht so um das bißchen! Meins war gerade alle! Du darfst Dich dafür auch mal mit meiner Aokseife waschen"

Danke bestens! Ich verbitte es mir, an meine Sachen zu gehen! Du willst Dich wohl bei dem Baron in guten Geruch setzen?"

Sei doch nicht so geizig, Virgilia! Ich gebe es Dir morgen wieder"

aber so gutes Parfüm wie das kannst Du Dir doch nicht kaufen"

Virgilia war fehr ungehalten; Porzia verteidigte sich, und wieder war ein lebhaftes Rededuell im Gange. Mittlerweile zündete Lukrezia im Eßzimmer alle Flammen der Gaskrone an und brannte dann Räucher­kerzchen an, so daß ein weißer, leichter Dunst im Raum schwebte.

Um Gottes willen, Lukrezia, wir haben doch nicht die Cholera, daß Du die ganze Bude hier so einstän- kerst! Man kommt ja um"

Ärgerlich riß Julia die Fenster auf. Lukrezia starrte sie fassungslos vor Empörung an, ehe sie mit zornbebender Stimme Worte fand.Julia, wie kannst

Die Kleine Entente.

Bcnesch über die Beziehungen zu Deutschland.

Die Bukarester Konferenz der sogen.Kleinen Entente" Tschechoslowakei, Südslawien und Rumänien ist abge­schlossen. Auf Befragen von Journalisten über den gegen- wärtigen Stand der Beziehungen der Kleinen Entente zu Deutschland erklärte der tschechoslowakische Außenminister Bcnesch: Jeder Staat der Kleinen Entente ist Nachbar einer großen Macht und die beiden anderen Teilhaber wünschen aufrichtig, daß zwischen diesen Staaten vortreffliche Bezieh­ungen herrschen. So wünschen Rumänien und Jugoslawien wie wir selbst, daß zwischen der Tschechoslowakei und Deutsch­land herzliche Beziehungen herrschen.

Insgesamt sind die Staaten der Kleinen Entente bestrebt, die herzlichsten Beziehungen mit Deutschland zu unterhalten. Auf Befragen über die Änschlußfrage antwortete Benesch, das Problem biete kein aktuelles Interesse; es sei gegenwärtig nicht dringlich.

Der Bukarester Berichterstatter desPetit Parisien" will erfahren haben, daß die Vertreter der Kleinen Entente die Frage des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland erörtert haben. Rumänien habe sich gegen jeden Anschluß energisch ausgesprochen.

Das Ergebnis der Bukarester Beratungen.

Die drei Außenminister der Kleinen Entente haben nach Abschluß der Bukarester Konferenz eine Mitteilung veröffent­licht, in der es u. a. heißt, daß seit Locarno die Beziehungen der Kleinen Entente zu Deutschland immer bessere werden. Mit Oesterreich sind die Beziehungen sehr freundschaftliche. Die Kleine Entente, die äußerst friedlich gesinnt ist, begrüß: mit lebhafter Genugtuung den Entwurf des Kellogg-Paktes, dessen Erfolg sie wünscht und dem sie sich anschließt.

Die drei Minister der Kleinen Entente haben beschlossen, ohne Feindseligkeit gegen irgend jemanden die gegenwärtige Politik energisch weiterzubetreiben und sie besonders durch Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem, finanziellem und kul- turellem Boden zu entwickeln. Die drei Minister der Kleinen Entente, die die geeigneten Methoden zur Vertiefung ihre? wirtschaftlichen Beziehungen geprüft haben, haben beschlossen, eine Delegation zu ernennen, die sich mit dem Studium dieser Frage befassen soll.

Nach den Unruhen in Agram.

In Agram herrscht jetzt Ruhe. Die Polizei hat aus An­laß der blutigen Ereignisse, als deren Urheber sie von Kom­munisten aufgereizte Elemente bezeichnet, außerordentliche Sicherheitsmaßnahmen vorgeschrieben. Alle Häuser, öffent­lichen Lokale, Kinos usw. müssen um 7 Uhr abends geschlossen fein. Jedes Verweilen auf den Straßen ist nach 7 Ubr abends verboten.

Für die ermordeten kroatischen Abgeordneten.

Wie aus Agram gemeldet wird, ist der Zug mit den Leichen der zwei ermordeten Abgeordneten Paul Raditsch und Basaritsch dort eingetroffen. Gleichzeitig kamen 26 Abgeord­nete der bäuerlich-demokratischen Koalition.

Vor dem Hauptbahnhof hatte sich eine Menschenmenge von zirka 30 bis 50 000 Personen angesammelt, um die Toten zu empfangen. Nach Begrüßungsworten eines Funktionärs der bäuerlich-demokratischen Koalition wurden die Leichen in das Haus der bäuerlich-demokratischen Koalition geschafft. Der Vizepräsident der Kroatischen Bauernpartei, Dr. Predavetz, hielt vom Balkon des Hauses eine kurze Ansprache, in der er znr Ruhe und Ordnung mahnte und auf die blutigen Vorfälle pudnes. Der Empfang verlief überaus ruhig und würdevoll, yiur ein Individuum, das Sowjetrutzland hochleben ließ, wurde verhaftet. In Agram wurde für die Hinterbliebenen der Opfer eine Sammlung eröffnet, die den Betrag von 300 000 Dinar erreichte.

Raditsch.

Der auf Anregung des Bundeskanzlers Seipel nach Belgrad berufene Wiener Professor Singer traf mittels Flug- Du nur solche Gassenaüsdrücke^gebraüchen! Waswürde Papa sagen, wenn er das gehört! Die Haare raufte er sich aus"

Glücklicherweise hat er noch genug dazu!" meinte Julia trocken. Sie schloß die Fenster wieder und atmete tief auf;so, jetzt ist wenigstens wieder erträg­liche Luft"

Du verdirbst die ganze Stimmung, Julia! Papa hatte es so gewünscht! Wenn er doch aus seinem Drama vorlesen wird"

werden die Leute so wie so benebelt! Kinder, wenn Ihr doch nicht immer so in den Wolken schweben wolltet! Und wie Ihr Euch für den Leutnant ge­schmückt habt! Auch Du, mein Sohn Brutus," spöttisch musterte Julia die älteste Schwester, die in ihremEigenkleiöe" sehr phantastisch aussah grüne Seide mit goldenen Borten verziert, fiel in losen Falten an ihrer großen, mageren Gestalt hernieder; am viereckigen Halsausschnitt war eine riesige lila Sammetrose befestigt.

Na, nun will ich mich auch schnell in die Kledasche werfen, sonst kommt schließlich der Leutnant a«ge- tanzt, und ich bin noch nicht fertig!"

7. Kapitel.

Der große Tag oder vielmehr Abend bei Schultzes war vorüber.

Noch am nächsten Tage schwelgte man in der Er­innerung daran.

Herr Doktor war ganz und voll zufrieden; er hatte ein dankbares Publikum gehabt und Gelegenheit, sich an seiner eigenen Größe zu berauschen.

Julia war ebenfalls zufrieden; denn der Leutnant war so nett und natürlich gewesen, gar nicht boshaft und spöttisch, wie sie im stillen zornig gefürchtet.

Zwischen dendrei Grazien", wie sie die Schwestern immer bei sich nannte, waren allerdings kleine Reibun­gen ausgebrochen eine beanspruchte vor der andern die Huldigungen des Barons für sich jede hatte sich vor der andern vorgezogen gefühlt, und es gab aller­lei Bosheiten und Spitzfindigkeiten, über die sich Julia belustigte.

Sie liefen dem Leutnant in den Weg und waren be­seligt, wenn sie einige Worte mit ihm wechseln konn­ten. Julia aber vermied so viel wie möglich ein Zu­sammentreffen mit ihm, so sehr er es auch suchte. Auf der Straße, wenn sie von ihren Einkäufen kam, paßte er sie oftmals ab; es war dunkel, und man sah sie nicht.

Ihm gewährte es einen heimlichen, prickelnden

Zeuges in Belgrad ein und hielt sogleich mit dem behandelnden Arzte Professor Kostitch bei dem Verwundeten Stephan Ra­ditsch ein Konsilium ab.

Das danach über den Befund veröffentlichte Bulletin teilt mit, daß Raditsch 38 Temperatur hat und das Allgemeinbefin­den des Kranken nicht ungünstig ist. Der Patient ist frisch und verlangt Nahrung.

Vefferung der deutschen Handelsbilanz.

Rückgang des Einfuhrüberschusses im Mai 1928.

Der deutsche Außenhandel zeigt im reinen Warenverkehr im Mai 1928 einen Einfuhrüberschuß von 192 gegen 251 Mil­lionen Reichsmark im April 1928. Die rückläufige Bewegung hat sich sowohl bei der Einfuhr wie bei der Ausfuhr fortgesetzt.

Die Einfuhr ist um 88,9 und die Ausfuhr um 29,5 Mil­lionen Mark zurückgegangen. An dem Rückgang der Einfuhr sind hauptsächlich beteiligt Lebensmittel und Getränke mit 34,8, Rohstoffe und halbfertige Waren mit 43,1 und fertige Waren mit 11 Millionen Mark. Die Abnahme der Ausfuhr entfällt mit 26,8 Mark auf Rohstoffe und halbfertige Waren und mit 5,9 Millionen Mark auf fertige Waren. Dagegen ist die Ausfuhr von lebenden Tieren und Lebensrnittel um ins­gesamt 3,2 Millionen Mark gestiegen.

Die Arsachen der Siegelsdorfer Katastrophe.

Hat der zertrümmerte D 47 die zugelassene Höchst­geschwindigkeit überschritten?

Nach einem soeben veröffentlichten Bericht der Eisenbahndirektion Nürnberg über die Ursachen der furchtbaren D-Zug-Katastrophe bei Siegelsdors muß mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß der D. 47 sich vor und in der Kurve mit einer Ge­schwindigkeit bewegte, die die für diese Strecke zu­gelassene Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometer über- stieg! Hat aber, so erklärt die Eisenbahndirektion, der Zug die kritische Stelle mit mehr als 90 Kilometer Geschwindigkeit in der Stunde durchfahren, so müssen starke Schwankungen in der Lokomotive eingetreten sein, die sich so sehr steigerten, daß das rechte Vorderrad das Drehgestell der Lokomotive über die Schiene» abhob und dadurch ursächlich die Entgleisung herbeigefühN hat.

Schwere Anwetter in Aumamen.

Wolkenbruch artiger Regen während 38 Stunden.

Schwere Sturzregen haben in B u k a r e st beträchtlichen Schaden angerichtet. Durch den wolkenbruchartigen Regen, der in kleinen Unterbrechungen 38 Stunden angelt, wurde auch der Straßenbahnverkehr in Mitleidenschaft gezogen, der schließ­lich für eine Zeit von zwei Stunden vollständig aufhören mußte. In den Snrorteu standen verschiedene Landhäuser unter Wasser. Die Feuerwehr war die ganze Nacht über beschäftigt.

Aehnliche Unwetter haben gleichzeitig fast ganz Rumänien Heimgesucht, besonders den Bezirk Ismail in Bessarabien, wo ßc von besonders starken elektrischen Erscheinungen begleitet waren; in rund einem Dutzend Dörfer sind infolge Blitz­schlages Häuser in Flammen aufgegangen, außerdem wurden z4hn Personen durch Blitzschläge getötet.

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Reiz, ihre scheue Zuneigung, gegen die sie sich selbst wappnete, zu fühlen doch er war ein erfahrener Frauenkenner, und wußte in spröden Mädchenherzen zu lesen! Ihre Zurückhaltung und ihr Stolz reizten ihn und nicht weniger die taufrischen, lockenden, roten Mädchenlippen, die noch kein Mann geküßt!

Ohne daß er es so recht gewollt und gewußt, hatte sich Julia Schnitze in sein Herz gestohlen, und wenn er die Damen der Gesellschaft mit ihr verglich, fiel der Vergleich stets zu ihren Gunsten aus.

Er hatte Besuch bei den ersten Familien der Stadt gemacht und wurde überall eingelaöen. In kurzer Zeit war er der beliebteste Offizier des Regiments geworden, und man umwarb ihn mehr oder weniger versteckt.

Frau Rat Schlossermann hatte das bald bemerkt und niemals hatte sie so viel Besuch gehabt wie je^t öa man wußte, daß der Baron von Vieseneck bei ihr wohnte; früher waren nur die älteren Damen ge­kommen; jetzt aber ließen sich auch die jüngeren bei ihr sehen.--

Frau Rat saß am Fenster und strickte; Julia hatte dre Nähmaschine an das andere Fenster gerückt uns war dabei. Kin^-rbemdchen an näben. Sie war jetzt fast jeden Nachmittag und Abend unten, da tw Weihnacht sehr viel zu tun war; denn die Frau übte eine praktische Wohltätigkeit; sie gab Geld in den seltensten Fällen, bekümmerte sich aber sehr um arNst kinderreiche Familien, die sie mit allen nötigen dungsstücken versorgte, die Julchens geschickte Hänoe größtenteils anfertigten.

Es schneite; lustig tanzten die Flocken in der Lust

Wie hübsch! nun, das gehört zu Weihnacht!" W Julia, einen Augenblick von der Arbeit aufsehend um durch die Scheibengardinen auf die Straße schauend.

Sehen Sie, Frau Rat, da drüben geht AgatA von Raudnitz schon wieder wie gestern und vorgestern- lind jedesmal hat sie ein anderes Kostüm an"

Ja, die Raudnitz' haben Geld"

Agathe ist so alt wie Virgilia, vierundzwanB Jahre; die beiden sind in eine Klasse gegangen -7 7 war als Kind schon so hochmütig! Mich wundert daß sie noch nicht verheiratet ist sie ist doch eine hübsche Erscheinung" .

Nun, das ist Geschmacksache! Sie ist mir zu bloB und zu kühl! Agathe ist eben sehr wählerisch und große Ansprüche, die wohl kaum in unserer kleinen Stadt befriedigt werden können." Julia nähte wieder weiter. Da kunaelte es.