Vom Volkrebundsrat.
Staatssekretär v. Schubert bei Chamberlain. — Litauen.
Staatssekretär Dr. V. Schubert stattete dem englischen Staatssekretär des Aeußeren, Sir Allsten Chamberlain, in Genf einen halbstündigen Besuch ab, bei dem die politischen Punkte der Tagesordnung einschließlich der oberschlesischen Minderheitsfragen kurz erörtert wurden. Außerhalb der Tagesordnung stehende Fragen wurden nicht berührt. Der litauische Ministerpräsident Woldemaras begab sich zur dem- scheu Delegation und hatte mit Staatssekretär v. Schubert eine eineinhalbstündige Unterredung. Bei dieser Besprechung, von der, wie verlautet, sich der litauische Ministerpräsident sehr befriedigt zeigte, wurden auch die schwebenden deutschlitauischen Verhandlungen gestreift.
Woldemaras gab der Presse gegenüber der Meinung Ausdruck, daß die Entwicklung der Mcmclsrage in dem in Berlin zwischen Rcichsrninister Dr. Stresemann und ihm be- sprochenen Sinne weiter gute Fartschritte mache und die kleinen Schwierigkeiten immer geringer werden. Des weiteren erklärte er auf Befragen, daß er nicht die Absicht habe, in der gegenwärtigen Ratstagung auf die polnische Note wegen Wilna, die heute in Abschrift den Ratsmitgliedern überreicht wurde, zu antworten.
Die Beschwerden des Deutschen Bolh^bundes.
Die zweite Sitzung des Völkerbundsrates' war fast ausschließlich Minderheitsfragen gewidmet. In Bezug auf die vorliegenden Beschwerden des Deutschen Volksbundes in Oberschlesien betreffs der Schulfragen wurde auf Vorschlag des Berichterstatters Urrutia-Columbien beschloßen, angesichts des Ernstes der Frage ihm zur Ausarbeitung des Schlußberichtes das italienische Ratsmitglied Scialoja und den holländischen Außenminister Bcelaerts als Mitberichterstatter beizugeben. Der größte Teil der Vormittagssitzung war zwei Beschwerden gewidmet, die die albanische Regierung unter Anrufung des Artikels 11 des Völkerbundspaktes wegen der Behandlung des albanischen Grundbesitzes bzw. der albani- • scheu Minderheit durch die griechische Regierung an den Völkerbundsrat gerichtet hat.
Frankreich.
Kundgebung gegen die Verurteilung von Seeleuten.
Wie Havas aus Marseille berichtet, haben die gewerkschaftlich organisierten Seeleute eine öffentliche Kundgebung anbe- raumt, um dagegen zu protestieren, daß 34 Mann der Besatzung des Handelsschiffes „Cordoba" wegen Aufstandes und Gehorsamsverweigerung verfolgt werden.
Als die „Cordoba" in Buenos Aires landete, forderte eine Abordnung der Besatzung von dem französischen Konsul die Entlastung des Schiffskochs. Der Konsul hat die Mannschaft vor der Abfahrt des Schiffes ersucht, die Rückkehr des Schiffes nach Frankreich zu gewährleisten. Die Matrosen haben sich aber geweigert, diesem Wunsche Folge zu leisten, weshalb gegen die Matrosen die Anklage auf Aufstand und Ungehorsam erhoben worden ist. Später sind die Matrosen nach Bordeaux und Marseille zuriickbcförderr worden. Sechs befinden sich in einem Forts, zwei noch in Rw. wahrend die übrigen vorläufig in Freiheit gesetzt worden sind
Die Konstituierung der Kammer.
Die französische Kammer hat von den 568 nicht angesoch-- tenen Wahlergebnissen 564 für gültig erklärt, während die Beschlußfassung über die vier restlichen vertagt wurden. Ueber die Gültigkeit der autonomistischen eljässischen Mandate hat die Kammer noch nicht entschieden.
Die Zunahme der Brandschaden W.
„M MeMA derVersirtM^fitte betrugen die ßrandstäen in IA.ff.st.
JANUAR IÖ8W MÄRZ APRIL
11.83
Jm Bett nicht rauchen.
Im Krankenhaus in Köln verstarb ein 3Uiähriaer Kau'- starken Brandwunden, die er sich dadurch zugezogen ^tte, daß er pch mit brennender Zigarette ins Bett gelegt hatte, emgeichlafen war und das Bett Feuer fina. Als kni ^cachchemd bereits in Hellen Flammen stand, erwachte er erst ^ beim Entfernen der Kleider und Füßen verletzt Verstorbenen erheblich an Händen ?E^" Ehepaar verschwunden. Bei der Polizei Sohn des Ehepaares Barrel aus der D^tl^straße die Mitteilung, daß wine Eltern, der 42 Jahre alte Pförtner und Hausverwalter Rudolf Barrel und seine ^^u verschwunden seien. Barrel hatte als pensio- S sur eine Gesellschaft Häuser zu verwalten.
haben ergebn, daß Barrel bei verschiedenen Mietern rückständige Betrage, tm ganzen etwa 5000 Mark eingezogen hat. Dieses Geld hat er anscheinend auch mitgenommen; renn es konnte bisher nicht gefunden werden.
l^100-JAr-Feier p-r Technischen Hochschule Dresden, ^bchmsche Hochschule Dresden beging die Feier ^^r^OOlahrigen Bestehens mit einer Reihe festlicher Ver- Faltungen, die mit wer Ehrung der im Weltkriege gefallenen Kommilitonen durch Vertreter der Studenten und. Professoren 2«fmWn Hochschule eingeleitet wurde.
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Der Grünrock tm Vrachmond.
Ein traurig Kapitel für wirkliche Jäger.
Wenn irgendein „Senderich" von irgendeiner Rundfunkstation, in deren Nähe auch ein Stückchen Jagdrevier liegt — nehmen wir einmal mit dem Humoristen Lommel-Runxen- dorf an —, Verbindung hätte mit der platonischen Freundin aller wirklichen Jäger, der Göttin Diana, dann würde sie ihr leicht geschürztes Jagdkleid mit dem Traueranzug alter Mumeu aus ÜrgroßvätDrszeiten vertauschen. Denn von einem guten Prozentsatz, einem größeren vielleicht, als es sich die Weisheit der „Weidgerechten" träumen läßt, könnte Herr „Senderich", wenn er sie belauscht, nicht nur in Runxendorf, sondern auch in tausend anderen Aasjägerdörfern, der Göttin mitteilen, wie in diesen Tagen, da fast überall im Deutschen Reich der Rehbock Freiwild geworden ist, gute Vorsätze zu Wasser werden.
Da haben am Skattisch, auf der Kegelbahn, bei sonstigen Saufgelagen und, weiß Gott sonstwo, diese Jagdpächter, die aus den Kreisen der Kriegs- und sonstigen Gewinnler stammen, roeil, sie nach der Lektüre der Nachrichten über den durchweg noch schauerlichen Zustand unserer Rehwildreviere sich zur maulheldenhaften Weidgerechtigkeit im Suff durchgerungckst hatten, „Verträge" abgeschlossen, nach denen in diesem Jahre lvenigstens bis zur Mitte der Blattzeit nur das sogenannte Kroppzeug, kümmernde Böcke und — starke Sechser ab- geschossen werden sollen. Hörst du es Diana: Und nur starke Sechser. Am Biertisch war die Weidegerechtigkeit gerettet. *
Der „Senderich" aus Runxendorf und den anderen Aasjägerdörfern lwt aber folgendes vernommen: Keiner von diesen „weidgerechten" Jagdpächtern traute dem anderen. Den einen konzessionierten Sechserbock, der, nebenbei bemerkt, nachdem er gemeuchelt war, sich als harmloser, aber immerhin als guter Zukunftsbock entpuppte, d c n wollte jeder haben. Das große Reinemachen begann: die Schrotspritzen, in denen der Dreck noch von der letzten Treibjagd saß, wurden mit Gardinen- stangen so durchstoßen, daß man wenigstens mit der modernen neuen Hornbrille noch ein Loch darin entdecken konnte, „Röller- chen, Marke 00", wurden in Mengen gekauft, und, wenn das Geld dazu zu schade war, dann taten's schließlich auch zerkleinerte Zimmermannsnägel oder zerhacktes Blei.
Und jeden Abend knallte es im Revier. Zwar bekam keiner von den „Weidgerechteit" den anderen zu sehen, man hörte nur die jeweiligen Detonationen und schwieg, auch am Stammtisch. Als die Brunstzeit kam, da waren sämtliche Böcke und Böckchen umgespritzt, und die Ricken hatten sich in ankeren Revieren andere „Kavaliere" gesucht.
Also kann Herr „Sendcrich" jedes Jahr der leichtgeschürzten Göttin berichten. Das ist eine traurige Binsenwahrheit, die nicht eher aus der Welt geschafft werden wird, bevor nicht den „Auchjägern" statt der Hundertmarkscheine das Zeugnis einer amtlich absolvierten Jägerprüfung in die Brieftasche gesteckt werden kann. Sann würde es anders aussehen im deutschen Wald, in der deutschen Heide und in unseren deutschen ^elbfluren.
Für wirkliche Jäger ist der Aufgang der Jagd auf den Rehbock am 1. Juni lediglich ein Erlaubnisschein für die „Hege mit der Büchse". Aber nur für den wirklichen Jäger. Der tut weg, ro<r§ er für den Bestand und für die Hebung seines Rehstandes nicht gebrauchen kann. Und das besorgt er schweren Herzens nach sorgfältiger Auswahl, mit der Büchse (!) und nicht mit der Schrotgießkanne. Vorsicht ist allemal auch da geboten, denn mancher Bock, der aus vermeintlicher, gut- durchdachter, hegerischer Zuchtwahl daran glauben mußte, entpuppte sich nach seinem Tode als ein. für die Fortpflanzung sehr wertvoller Faktor.
Darüber kurz vor der Brunstzeit ein anderes Mal mehr. Allen weidgerechten Bockjägern ein Weidmannsheil! H. A. D.
. Vuniss Allerlei.
Nur ein Viertelstündchen.
Früher war es Sitte, ältere Leute mit einem Kissen zl! erfreuen, das die Inschrift trug: „Nur ein Viertelstündchen!". Der Wunsch bezog sich auf die Dauer der Mittagsruhe. Wenn auch heute diese Gepflogenheit des Schenkens mit Inschrift wie „Glückliche Reise", „Gut Wetter" usw. nicht mehr ganz modern ist, so sollte man doch die Mahnung für den Mittagsschlaf beherzigen. Nach der Mahlzeit strömt das Blut in stärkerem Maße den Verdauungsorganen zu, und die übrigen Körperteile namentlich das Gehirn antwortet daraus durch Müdigkeit. Sie Ruhe sollte man dem Körper auch gönnen, sobald das möglich ist. Doch sei der Mittagsschlaf nur kurz, weil ein zu ausgiebiger Schlaf am Tage die Nachtruhe beeinträchtigt und auch oft den Wiederbeginn der Tagesarbeit erschwert. Wer .aber nach der Hauptmahlzeit nicht einschlafen kann, der wird gut tun, sich wenigstens zur Ruhe hinzulegen. Dabei ist es wichtig, daß man alle beengenden Kleidungsstücke entfernt. Nur so kommt eine wirkliche Körperruhe und Erholung zu stände. Ein Nickerchen im Sitzen ist nicht empfehlensivert, weil es nicht zureicht.
Der Zug zur Fremdenlegion.
An' der französisch-pfälzischen Grenze wurden im vergangenes Monat im ganzen 28 junge Teutsche festgestellt, die für die Fremdenlegion angeworben waren; es gelang den Behörden, von diesen nur 13 vom Grenzübertritt abzuhalten. Zwei von ihnen wurden noch am letzten Maitage in Landau den deutschen Behörden ausgeliefert. Beide haben sich wegen Paßvergehens zu verantworten.
Die vorsichtigen Wetterkundigen.
Sie hervorragendsten Meteorologen aus zwanzig verschiedener, Ländern haben sich dieser Tage zu einer Konferenz im englischen Luftministerium vereinigt, um Mittel und Wege zu erörtern, wie die Wettervorhersagen auf internationaler Grundlage verbessert und für den Flugverkehr ausgenutzt werden könnten. Wie eine englische Zeitung mit- teilt, trugen von den 25 Wetterkundigen, die die Konferenz besuchten, 19 Regenschirme und zwar hatten sie sich mit ihnen bewaffnet, obwohl die amtliche Wettervorhersage, die kurz vor der Konferenz ausgegeben war, dahin lautete, daß mindestens für 24 Stunden wolkenloser Himmel herrschen werde.
Der Rekord der -angsanren Nachrichtenübermittlung.
Hochoben in der Behringstraße, zwischen Sibirien und Alaska, liegt eine kleine völlig einsame Insel, die politisch zu Rußland gehört, an deren Küsten sich aber nur alle seltenen Jubeljahre einmal ein Schiff verirrt. Vor einigen Tagen lief dort zum erstenmal seit 15 Jahren wieder einmal ein Dampfer die Küste der kleinen Insel an und auf diese Weise erfuhren die Bewohner dieses Eilandes zu ihrem Erstaunen, daß vier Jahre ein Weltkrieg getobt hatte, der Zar gestürzt sei und Rußland eine Sowjet-Republik geworden war.
Lokales.
Fronleichnam.
Die katholische Christenheit begeht am 7. 3uni M Fronleichnamsfest, das sich der Verehrung des Leichnam Christi widmet (fronen = fiel) einer Sache widmen). Fronleichnam ist der bedeutendste katholische Feiertag: er Billy das hohe Fest der Cranssubstasttiation, der wunderbare, Verwandlung der Hostie in den wahren Leib Christi.
Seit dem 13. Jahrhundert, durch Papst Urban IV. M Clemens V. bestimmt, wird Her Tag gefeiert und sein Wit^! Punkt ist die feierliche Prozession, an der die ganze Beeil: kerung teilnimmt. Besonders berühmt war die Erfurt» Prozession wegen ihrer dramatischen Aufführungen aus öem alten Testament. Die Feier des Tgges, die übrigens aus einer Vision der Lütticher Beklusen-Nonne Juliane im Iah, 1)624 ihren Ursprung herleitete, wurde absichtlich in bi( Zeit der Sommersonnenwende verlegt, um durch diese christliche Prozession die letzten Ueberreste der aus heidnisch» Zeit stammenden Lonnenwendfeier zu verdrängen. Sie h also gewissermaßen alls Wahrzeichen unserer historisch, Vergangenheit zu betrachten, jener Zeit, wo unsere heidnischen Urväter die Sonne als Lebensspenderin durch Umzüge und Opfer feierten.
In alten Urkunden wird der Fronleichnamstag ach Gottleichnamstag genannt, in der Schweiz heißt er noch i, einigen Gegenden Herrgottstag, in Oberösterreich „Gott-' leichs- oder Prangentag", in Oberbayern „Uranzeltag", weil an ihm alle Heiligenbilder bekränzt werden. In einige« Gegenden unseres Vaterlandes knüpften sich früher ach Volksfeste an den Tag; so begann das Uhrweiler Schützenfest an ihm, und auf dem Markt fa^b drei Tage offene Tafel statt. Allerlei Aberglaube ist auch mit dem tage verknüpft. So werden z. B. in der Oberpsalz die bei bet Prozession auf den weg gestreuten Blumen und Gräs» zu Kränzen gebunden, die das Haus gegen "Blitzschlag schützen sollen. Aus dem gleichen Grund stellt man in Bayern die Birken, mitÄenen die Prozessionsstraßen au;g!- schmückt waren, in den Stall.
Kommt die blühende, goldene Zeit?
wenn eine alte Bauernregel recht behält, dann kommt auf nassen Mai trockener Juni herbei. Nun kann es zwar nach ebenso bewährtem Spruch vor Johanni. noch recht viel Regen geben, während er nachher auf jeden Fall w igelegen kommt. Aber diesen Regen könnten wir in der Hauptsache wohl diesmal schon entbehren, nachdem wir im Monat der Wonne davon genug bekommen haben, ts könnte nun — theoretisch wenigstens — kaum noch ein Hindernis geben, daß endlich die vielbesungene „blühende, goldene Zeit" anbricht. Aber wenn nur auch dieses Ding nicht wieder einen Hacken hat!
Im Gegensatz zu anderen Leuten, die für Betrachtungen und Hoffnungen zuviel Zeit übrig haben, muß sich jetzt und in der nächsten 3eÜt der Landmann mehr als je tummeln Md muß emsig schaffen, auch ständig im Kampf liegen mit dem Wetter, das ihn nur zu leicht um ein gut Teil Lohn seiner harten Arbeit bringen kann,, Die Sorge steht ja heutzutage ständig und in wechselnder Gestalt hinter seinem Bücken, sei der Besitz nun einige Hektar größer oder nicht Und wer nimmt ihm erst dann die Sorge ab, wenn ein Pferd fällt, die Kühe verkalben ober der Rotlauf in den Schweinestall kommt? Es ist ja gewiß nicht immer leicht, Versicherungsprämien aufzubringen, wenn für Saatgut, Kunstdünger und Arbeitslöhne schon allerhand zu bezahlen ist; aber an Viehversicherung muß doch mehr gedacht werden, als er meist noch üblich ist.
Zehn Gebote für heiße Tage.
1. Stehe früh auf, lüfte zeitig das Bettwerk und schließe spätestens gegen 7 Uhr die Fenster und Läden.
2. Im Zimmer lasse Wasser verdunsten in möglichst zahl reichen und flachen Gefäßen und wirkt über die angenehme Kühle erstaunt sein.
3. Bei Spaziergängen trage leichte Kleidung und bei Praller Sonnenhitze eine ebensolche Kopfbedeckung.
4. Beim Trinken vermeide alle Hast und kühle dich erst gehörig ab. Das Durstgefühl läßt ganz bedeutend noch, wenn man einen Schluck so lange im Mund behält, bis es warm geworden ist.
5. Plötzliche kalte Bäder an heißen Sommertagen können den Tod zur Folge haben. Abkühlung des Körpers und eine schnelle kalte Abreibung der Arme und Brrrst ist bringend Erfordernis.
6. Am Abend nach Untergang der Sonne öffne alle Fenster und Türen und lasse sie während der Nacht möglichst offen. Alle übermäßig warmen Decken beim Schlafen sind zu vermeiden.
7. Sei vorsichtig mit Speisen. Unter keinen Umständen dürfen leicht verderbliche Lebensmittel der Sonne ausgcsttzi werden. Der jetzt unbenutzte Zimnierofen ist für kleine Gegenstände eine vorzügliche Kühlstätte.
8. Habe ein besonderes Augenmerk auf Magen und Wohl befinden der Säuglinge. Hitzwellen haben fast stets größere Säuglingssterblichkeit zur Folge. Sie junge Mutter stille t^ Kind nach Möglichkeit selbst.
9. Eingetretene Hitzschläge suche bis zum Eintreffen Arztes durch Oeffnen der Kleider und Abwaschungen bey Kopfes und Körpers mit kaltem Wasser abzudämmen.
10. Gedenke auch der Tiere in dieser heißen Jahreszeit Vieh, insbesondere Pferde und Rindvieh, aber auch die Klem- ■ tiere aller Art, der Sonne stundenlang auszusetzen, sie womöglich festzubinden, ist eine arge Tierquälerei. Sorge deinen Haustieren mehrmals am Tage für sauberes, frisches Trink Wasser.
Alles fährt zweimal Zweiter! In immer steigende^cin Maße wird die 4. Klasse der Eisenbahn von den Reisenden benutzt. Im Fernverkehr ftlhren 1915 bereits 59,45 v. H. alles Reisenden mit der 4. Klasse, 1925 waren es 80,5 v. H., 1% wurden es 81,7 v. H. und 1927 gar 83,5 v. H. Geht man lu^ auf das Jahr 1890 zurück, so findet man, daß damals nur ein Viertel aller Fahrgäste die 4. Klasse benutzte. Der Zustrow zur 4. Klasse ist in der Hauptsache auf die Verarmung de- Mittelstandes zurückzuführen.