Nr. 52
Dienstag, ve« 1. Mai 1928
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melden.
Schlüchtern, den 27. April 1928.
Der Magistrat: Gaenßlen.
kett zwei Personen.
— „Times" berichtet aus Tokio, daß die Stellung des japanischen Kabinetts infolge des vereinigt«, Angriffs der Opposition gefährdet sei.
— Die japanische Regierung hat im Parlament einen Gesetzentwurf eingebracht, durch den die Mitglieder von Parteien, die darauf abzielen, die Verfassung abzuändern, zu lebenslänglichen Gefängnisstrafen verurteilt werden.
— Reichspräsident V. Hindenburg empfing den Reichsverkehrsminister Dr. Koch zum Vortrag.
— Reichsinnenminister von Keudell beschäftigte sich in einer in Essen gehaltenen Rede mit schulpolitischen Fragen.
Der Magistrat.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Die Landung in Curtisfield. — Der Aufenthalt in Washington. Begeisterter Empfang durch die amerikanische Bevölkerung.
Der Rektor: Flemmig.
Kreis-Amtsblatt * Allgemeiner amtlicherKazeiger für Herr Kreis -Echtem
fauhnnfe Berttag: H. SteirMÜ Söhae* Geschäfts'»ichnhHftv.ü * srrmfpv.Nr.i^y * poststhertUu yranUfürtaJ!R.i329o
Amtliche Bekanntmachungen.
Landratsamt.
I.-Nr. 657 v. Durch die Gesetze über Leistungen in E her Invaliden- und Angestelltenversicherung vom 29. März 1928 und zur Aenderung der Neichsversicherungsordnung des Angestelltenversicherungsgesetzes und des Reichsknapp- schaftsgesetzes vom 29. März 1928 (Reichsgesetz Seite 116 -117) sind die Leistungen auf Grund der Invalidenversicherung erhöht, insbesondere haben die Bestimmungen, der Keichsversicherungsordnung in Bezug auf die freiwillige I Weiterversicherung nach § 1242 a eine wesentliche Aende- I rung dadurch erfahren, daß die weiteren Bestimmungen der §§ 1242 b und c der R. D. Q. in Wegfall gekommen sind. | Vas neue Gesetz enthält auch in den Uebergangs- und Zchlußvorschriften Bestimmungen über die freiwillige Nach- entrichtung von Beiträgen für diejenigen versicherten, die A vom 1. Oktober 1923 ab aus dem Kreise versicherungs- D Pflichtiger Personen ausgeschieden sind.
Schlüchtern, den 24. Hpril 1928.
Der Vorsitzende des Versicherungsamts.
I. v.: Zchultheis.
I.-Nr. 3705. Die Herren Bürgermeister werden an die sofortige Erledigung meiner Verfügung vom 18. d. Mts. Nr. 3266 — Schlüchterner Zeitung Nr. 48), betr. Zahl der Stimmberechtigten, erinnert.
Schlüchtern, den 30. Hpril 1928.
Der Kom. Landrat. I. V.: Schultheis.
Stadt Schlüchtern.
Stadtschule in Schlüchtern.
Die Wahl des (Elternbeirats der städt. Volksschule findet am TO. Iuni d. 3s. statt. Die Mahl erfolgt auf 2 Iahre. Miederwahl ist zulässig.
, Das aktive und passive Wahlrecht steht den Eltern sämtlicher die Schule besuchenden Kinder zu, auch der Gast- und fremden Schulkinder, und zwar sowohl den Vätern als auch den Müttern, ferner den Adoptiv- und Stiefeitern sowie den Pflegeeltern, die ein Schulkind dauernd und im wesentlichen unentgeltlich in ihrer Familie erziehen.
Die vorgeschriebene Elternversammlung wird hierdurch auf Sonntag, den 6. Mai, nachmittags 3 Uhr in Klasse IV der Stadtschule einberufen.
Die Liste der Wahlberechtigten liegt vom 6.—19. Mai im Lehrerzimmer der Stadtschule zur öffentlichen Einsicht aus.
Schlüchtern, den 29. Hpril 1928.
Nachtrag zu der Ordnung, betr. die Regelung des Feuerlöschwesens in der Stadtgemeinde Schlächtern.
Auf Grund der Beschlässe des Magistrats vom 6. Januar 1928 und unter Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung vom 12. März 1928 wird hiermit gemäß § des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Iuli 1893 in Fassung der Gesetzes vom 26. August 1921 (G. S. 5. 495) in Verbindung mit dem Gesetz betr. die Befugnis der Polizeibehörden zum Erlaß von Polizei-Verordnungen über öte Verpflichtung zur Hilfeleistung bei Bränden vom 21. Dezember 1904 und nach § 13 der Städteordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 für den Bezirk oer Stadt Schlüchtern nachstehender Nachtrag zu der Ordnung über die Regelung des Feuerlöschwesens erlassen:
1- Die Absätze 2—5 des § 3 der Ordnung vom 8. Ia- , nuar 1907 in der Fassung des Nachtrags vom 23. Mai 1913, 3. Iuni 1926 werden durch folgende Bestimmungen ersetzt:
„Der Magistrat kann auf Antrag auch andere Personen von der persönlichen Feuerwehrdienstpflicht befreien.
In diesem Falle haben die Befreiten ein jährliches Loskaufgeld von 5 Mark an die Stadtkasse zu zahlen. Deiches für jedes Rechnungsjahr im voraus am 1. April Zahlbar ist.
Diese Loskaufgelder sind ausschließlich für Zwecke des Feuerlöschwesens zu verwenden."
2- Dieser Nachtrag tritt mit dem Tage seiner Veröffentlichung in Kraft.
Schlüchtern, den 4. April 1928.
Wird veröffentlicht.
Schlüchtern, den 27. April 1928.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Bekanntmachung.
Für die bevorstehenden Wahlen zum Reichstag und preuß. Landtag werden den wahlberechtigten Benachrich- tigüngskarten über ihre Eintragung in die Wahlkartei zugestellt.
wer bis zum Montag, den 30. Hpril d. Is. nachmittags 6 Uhr eine Benachrichtigungskarte nicht erhalten hat, wird ersucht, dies im Rathaus — Kanzlei — alsbald
Bekanntmachung.
Die Stadt hat ein größeres Quantum Mist abzugeben. Käufer wollen sich bei dem Zuchtviehwärter Kreß melden.
Schlüchtern, den 30. Hpril 1928.
Schwere Sturm- und Hagelwetter.
Frankfurt, 30. 4. Hm Sonntag Nachmittag wüteten in der näheren und weiteren Umgebung von Frankfurt schwere $turm= und Hagelwetter, verbunden mit Gewitter, die allenthalben großen Schaden an der Baumblüte und an den Feldfrüchten anrichteten. Besonders stark sind die Verheerungen an der Bergstraße, Auerbach, Bensheim und Zwingenberg. In Zwingenberg sind zwei Häuser durch die ungeheuren Wassermassen eingedrückt worden.
Sturm auf d»« Berliner Gewässer«.
Trotz des warmen Frühlingswetters herrschte Sonntag nachmittag ein starker Nordostwind, der auf den Berliner Gewässern heftige Böen verursachte. Huf dem Wannsee, Teglersee, auf der Spree, der Müggel und auf der Potsdamer Havel ereigneten sich viele Bootsunfälle, die aber
Zusammenstötzs zwischen Kommunisten unv Forstschülern.
wie die „Montagspost" meldet, kam es am Sonntag Abend in Templin zu heftigen Zusammenstößen zwischen Berliner Rote Frontkämpfern und Schülern der Forstschule. Dabei wurden fünf Forstschüler schwer verwundet und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Bei der Ankunft in Berlin wurden die Lastautos der Kommunisten von der Polizei angehalten, hundert Rotfrontkämpfer wurden festgenommen und dem Polizeipräsidium zugeführt. Einer der verletzten ist so zugerichtet worden, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
— In der Segelfliegerschule in Nossitten stürzte ein Student mit einem Segelflugzeug ab, das nur leicht beschädigt wurde. Trotzdem der Pilot scheinbar nur eine leichte Verletzung davongetragen hatte, ist er nach drei Stunden gestorben.
— Das afghanische Königspaar ist in Warschau eingetroffen.
— In der Gegend von Philippopel wurden Samstag abend weitere Erdstöße verspürt, die indes keinen Schaden anrichteten.
— In der Nähe der (Ortschaft Dürscheid bei Opladen wurde an einem neunjährigen Mädchen ein Lustmord verübt. Als Täter ist ein 28 jähriger Arbeiter verhaftet worden, der die Tat bereits eingestanden hat.
— Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Feuerwehr- lauto und einem Straßenbahnzug in Wien wurden ein Feuerwehrkommandant getötet, vier Feuerwehrleute schwer verletzt und drei Fahrgäste der Straßenbahn leicht verwundet.
— Bei Labruguee in der Nähe von Hlbi (Frankreich) stürzte ein mit sechs Personen besetzter Kraftwagen eine Böschung hinunter, vier Personen wurden auf der Stelle getötet, die übrigen verletzt.
— In Ludwigshafen erschoß der Gberlokomotivheizer Franz Hman seinen 26 jährigen Sohn, der in der Trunkenheit die Mutter bedroht hatte und gegen seinen Vater tätlich vorging.
— Kapitän Lhrhardt hat den Wikingbund im ganzen Reiche aufgelöst, da er zu der Erkenntnis kam, daß die Wehrbundbewegung keine machtpolitische Zukunft hat.
Amerika ehrt die Piloten der „Bremer" .
Kranzniederlegung am (Stäbe Bennetts.
Das Unglück im Glück, das die Besatzung der „Bremen" seit dem Abflug von Island verfolgt, ist ihnen auch in den letzten Stunden treu geblieben! Nach der Landung in Curtisfield wollten die Piloten sofort zum Weiterflug nach Washington starten, um an der Beisetzung des Piloten Lennett teilzunehmen. Ihr Vorhaben scheiterte jedoch. Am Himmel zog ein Unwetter herauf, orkanartige Stürme brausten über das Land und schließlich ließ der einsetzende Wolkenbruch den Fliegern keine Wahl mehr: sie mußten sich nach New DoN begeben und mit der Bahn nach Washington weiterfahren!
Als das Fordflugzeug mit den Ozeanfliegern in Curt'-« field zum Stillstand kam, verließ keiner der Insassen d e Kabine. Alle Aufforderungen, sich zu zeigen und heraus- zukommen, blieben unbeantwortet. Schließlich fuhr ein geschlossenes Auto d-cht an das Flugzeug heran. Die Fl'eger wurden buchstäblich in den Wagen gehoben, der sofort unter der Bedeckung einer Polizeieskorte in den Flugzeugschuppen Pntn# rollte, dessen Tore sich sofort schlössen.
Alsdann setzte sich der Zug nach Washington in B.7 f7 In Washington wurde auf besonderen WMsch der Pilot?, u.. wegen der Natur ihrer Reise, die der Ehrung ihres toten Kameraden Bennett galt, von einem offiziellen Emvfang abgesehen. Obwohl die Ankunftszeit der Flieger in Washington erst in letzter Minute bekanntgeworden war und obwohl starker Regen niederging, hatte sich doch eine riesige Menschenmenge auf dem Bahnhof versammelt, die die Flieger begeistert begrüßte.
Hünefeld teilte den Vertretern der Presse mit, es sei den deutschen Fliegern ein Herzensbedürfnis gewesen, dem tapferen Kameraden, der sie von Greenly Island hatte abho'e - wollen, .«?K der mU-rwegs.eiser tückischen Krankheit -um Opstr„ge- fallen war, einen letzten Gruß ptürnfcn.
Die Flieger begaben sich darnach in Begleitung des Gesandtschaftsrats Lettner zum Nationalfriedhof in Washington und legten am Grabe Bennetts einen Lorbeerkranz nieder.
Von Washington aus fuhren die Piloten nach dem Washingtoner Flugplatz Bollingfield zum Start nach New Dort
Die „dremeil"-Segeifienuig Aew Norls
Jubelnder Empfang der Flieger.
Um 6 Uhr 10 Minuten abenvs trafen am Sonn- abeud die Brcmenflieger, von Washington kommen», auf dem Pennsylvania-Bahnhof in New Nork ein, wo sie von den Stadtbehörden begrüßt wurden. An der Spitze des Empfangskomitees stand Bürgermeister Walker, der sich nach Ankunft des Zuges in den Salonwagen der Flieger begab. Ferner hatten sich u. a. auch dre Flieger Chamberlin und Balchen eingefunden.
Obwohl man alle offiziellen Empfangsfeierlichkeiten auf Montag verschoben hatte, gestaltete sich die Fahrt der Flieger vom Bahnhof nach dem Ritz-Carlton- Hotel, wo man für sie Zimmer bereit gestellt hatte, zu einem Triumphzug. Nur mit Mühe konnte ein ungeheures Polizeiaufgebot am Bahnhof und vor dem Hotel die Ordnung aufrecht erhalten. Immer wieder versuchten die Menschenmassen, die Absperrketten zu durchbrechen. Auf dem Bahnhof hatten sich auch zahlreiche Photographen eingefunden, um von den Fliegern Aufnahmen zu machen. Im Ritz-Carlton-Hotel fand ein informelles Essen statt. In den Zimmern der Flieger war ein Mikrophon aufgestellt worden, durch das die Flieger, Bürgermeister Walker und andere Mitglieder des Empfangskomitees Ansprachen an die draußen harrende Menschenmenge richteten, die sich auch durch den strömenden Regen nicht verscheuchen ließ. Sobald sich einer der Flieger am Fenster blicken ließ, flammte das Blitzlicht der im Anschläge stehenden Photographen auf.
Die ganze Stadt prangte im reichsten Flaggen- schmuck. Aus der City-Hall, wo am Montag nach einer Rundfahrt durch den Hafen der offizielle Empfang statt- finden wird, prangten deutsche und irische Flaggen, und auch zahlreiche andere Gebäude zeigten diese Farben. Bürgermeister Walker hatte die Bevölkerung in einem Aufruf ausdrücklich zum Flaggen aufgefordert. In diesem Aufruf heißt es u. a.:
Das Vorrecht New Uorks wird es sein, als erste Stadt diese großen Flieger mit allen Ehren zu empfangen: Hauptmann Hermann Köhl, Baron Günther von Hünefeld und Oberst Fitzmauriee. Die Geschichte wird verzeichnen, wie diese drei Männer den weiten Ozean überquerten, wie sie über 2125 Meilen Wasser flogen und 1077 Meilen vom Ziel entfernt auf Greenly Island, aus der Höhe der südlichsten Spitze von Labrador zum Niedergehen gezwungen wurden. Aber jetzt endlich sind sie am Ziel. Ich ersuche die ganze Bevölkerung New Uorks, mir dabei zu helfen, daß wir diese tap ereu Männer in einer Weise empfangen, wie sie ihre Großtat verdient und ihnen ein herzliches Willkommen zu bieten. Denn, indem die Stadt Männer, wie diese drei Helden, ehrt, ehrt sie sich selbst.