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Ar. 43
Dienstag, den 10. April 1928
80. Zahrg.
Amtliche Bekanntmachungen.
Landratsamt.
I.-Rr. 2810. 3m Interesse der Kreisbevölkerung wird wiederholt daraus aufmerksam gemacht, daß die Sprechstunden des Landratsamts auf Dienstag And Freitag, vormittags von 9 bis 12 Uhr, festgesetzt sind. Den Kreiseingesessenen wird in ihrem eigenen Interesse empfohlen, die Sprechstunden einzuhalten, da sie zu anderer Zeit nicht darauf rechnen können, daß sich die gewünschte Rücksprache ermöglichen läßt.
Schlüchtern, den 4.4.1928. Der kom. Landrat: Dr. Müller.
Verordnung
Aber die Auslegung der Stimmlisten.
Ruf Grund des § 18 Rbs. 1 Satz4 der Reichsstimmord- nung vom 14. März 1924 (R®BI. 1 S. 173) bestimme ich, daß die Stimmlisten und Stimmkarteien für die am 20. Mai 1928 stattfindende Reichstagswahl vom 29. Rpril 1928 ab bis einschließlich 6. Mai 1928 auszulegen sind. (
In den Gemeinden Preußens, in denen mit Zustimmung der preußischen Landesregierung mit der Reichstagswahl die Gemeindewahl verbunden wird, werden die Stimmlisten und Stimmkarteien vom 15. Rpril 1928 bis einschließlich 28. Rpril 1928 ausgelegt.
Berlin, den 4. Rpril 1928.
Der Reichsminister des Innern, von Keudell.
I.-Rr. 2959. Ruf Rntrag der zuständigen Forstverwaltungsbehörde habe ich die Mitwirkung bei der Rusübung der Iagdpolizei dem Hilfsförster Gundlach zu Ulmbach in den Gemarkungen Kressenbach, Marborn, Sarrod mit Rabenstein und Rebsdorf, Uerzell und Ulmbach übertragen. Schlüchtern, den 4. Rpril 1928.
Der kom. Landrat. I. D.: Schultheis.
_ Druckfehler-Berichtigung.
I.-Rr. 522 D. R. In meiner Bekanntmachung vom 7. d. Nts. — I.-Rr. 522 v — Schlüchterner Zeitung! Nr. 42 — muß die sechste Reihe (1. Rbs.) statt
„1. Böller, Paul, Fabrikarbeiter, Salmünster"
„1. Böller, Paul, Fabrikleiter, Salmünster" lauten.
Schlüchtern, den 10. Rpril 1928.
Der Vorsitzende des Versicherungsamts. I. D.: Schultheis.
Kreisausschuß.
I.-Rr. 3939 F. In der Zeit vom 10. bis 26. Rpril ö. Is. finden im, 'Kreise Schlüchtern Russtellungen für Säuglingspflege statt und zwar sollen diese nach folgendem Danderplan durchgeführt werden:
Grt der Ausstellung
Tag der Ausstellung
T a a e s z e i
e n
20—22°
10—12°
16—18°
schlüchtern
Dienst. 10.4.
_
Eröffnung u.
(Seminar« turnhalle)
mitte. 11.4.
Besichtigung
Allgemeine
allgemeine Besichtigung Lichtbilder-
Donnt. 12.4.
durch Schul- mädchen der letzten Iahrg. do.
Besichtigung
do.
vortrag
Allgemeine
Freit. 13.4.
do.
do.
Besichtigung vortrag des
Samst. 14.4.
do.
Kreisarztes
Sterbfritj (Saal Gastwirt Simon)
IRont. 16.4.
Eröffnung
Allgemeine
Lichtbilder-
Dienst. 17.4.
Besichtigung
Besichtigung do.
vortrag
vortrag des
Steinau
mitta. 18.4.
durch Schul- mädchen der älteren Iahrg. do.
Kreisarztes
Donnt. 19.4.
—
Eröffnnng
(Turnhalle)
Freit. 20.4.
Besichtigung durch Schul- mädchen der älteren Iahrg. do.
Allgemeine
durch vortrag des Dr. med. Riegels Lichtbilder-
Samst. 21.4.
Besichtigung
do.
vortrag
Allgemeine
Ambach
Dienst. 24. 4.
_
Eröffnung
Besichtigung vortrag eines
(Saal des 'bastw.heil)
mitte. 25.4.
Besichtigung
Allgemeine
Arztes Lichtbilder-
Donnt. 26. 4.
durch Schul- mädchen der älteren Iahrg. do.
Besichtigung
do.
vortrag
Allgemeine
Rend falten.
erungen im
vorstehende
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Besichtigung eiben vorbe-
, Die Kreiseingesessenen, im besonderen die Mütter und langen Mädchen werden aus obige Veranstaltung hingewiesen. Ich hoffe, daß der Besuch der Ausstellungen und Verträge, der dringend empfohlen werden kann, ein recht
reger werden wird. Der Zutritt zu denselben ist kostenfrei.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, vorstehendes ortsüblich bekannt zu machen.
Schlüchtern, den 4. 4. 1928. Kreiswohlfahrtsamt.
Stadt Schlüchtern.
Bekanntmachung
Es wird Klage darüber geführt, daß die klösterliche Mauerwiese und die städtische Ztruthwiese (untere Ztruth) fortgesetzt durch Fußgänger betreten werden, obwohl kein öffentlicher Weg über die Wiesen führt.
Der städtische Feldhüter ist angewiesen, sein besonderes Rugenmerk auf das unbefugte Betreten der Wiesen zu richten und Uebertretungen auf Grund der Bestimmung des § 368 Ziffer 9 des Reichsstrafgesetzbuches zur Rnzeige zu bringen.
Schlüchtern, den 10. Rpril 1928.
Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.
Staatliche Rufbauklasse Schlüchtern.
Nachdem die Einrichtung einer Aufbauschule für die weibliche Jugend in Schlüchtern genehmigt ist, wird zum diesjährigen Ostertermin als erste ! Ausbauklasse die Untertertia eröffnet. Auch Knaben dürfen aufgenommen werden. Die Aufnahmeprüfung findet Dienstag, den 24. und Mittwoch, den 25. April 1928, von 8 Uhr morgens ab im Klostergebäude statt. Der Unterricht beginnt Donnerstag, den 26. April 1928. Anmeldungen von Mädchen und Knaben, die den erfolgreichen siebenjährigen Besuch der Volksschule oder eine anders erworbene gleichwertige Bildung nachweisen, werden noch entgegengenommen. Dabei sind ein selbstgesertigter Lebenslauf, Geburts- und Wieder- impfschein, sowie das letzte Schulzeugnis einzu- reichen.
Schlüchtern, den 10. April 1928.
Der Leiter der Staatlichen Aufbauschule: Dr. Fenn er, Studienrat.
— In den Konflikt in der sächfischen Metallindustrie, der nach dem Beschluß der Unternehmerverbände zur Aussperrung von 200 000 Metallarbeitern am 12. April führen soll, wird das Reichs- arbeitsministerium nach Ostern eingreifen, um die Aussperrung zu verhindern,
— Bei einer Rennveranftaltung des Motorsportklubs „Sturmvogel" (München) verunglückte der Rennfahrer Karl Imholz, einer der ältesten bayrischen Seitenwagenfahrer,, mit seinem Seitenwageninsassen Fuchsgruber tödlich.
— Ein mit 20 Rusflüglern besetztes Motorboot kenterte infolge Steuerschadens auf dem Tommersee. Etwa 10 per- | sonen ertranken.
— Die im Don-Gebiet verhafteten deutschen Ingenieure befinden sich zur Zeit auf dem Wege nach Moskau, wo die Geriechtsverhandlung gegen sie stattfinden soll.
— Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Rutobus und einem Personenzuge in der Nähe von Klagenfurth wurden zwei Personen getötet und drei schwer verletzt.
— In Themnitz kam es anläßlich eines kommunistischen Iugendtages zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Kommunisten. Die Polizei machte von ihren Gummiknüppeln Gebrauch. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.
— Rm Gstersonntag brach in einem Wohn- und Re= staurationsgebäude in München ein Großfeuer aus. Der Brand wurde drei Stunden lang mit sechzehn Schlauchlinien bekämpft, vier Frauen und ein Säugling wurden aus dem ersten Stock über eine Leiter gerettet.
— Reichsfinanzminister Dr. Köhler, der zur Zeit in Rom weilt, wurde vom Papst in halbstündiger Rudienz empfangen.
Laut einer Meldung der Rssociated preß sind die Regierungen von Washington und Paris dahin übereinge- kommen, ihre diplomatische Korrespondenz über den Vorschlag eines vielseitigen Rntikriegspaktes den Regierungen von England, Deutschland, Italien und Iapan sofort zu unterbreiten.
Reparationsfrage und Rhemdesahung.
Eine vernünftige ftanzösische Stimme.
Das offizielle Organ der französischen Radikalen Partei, „La Boix", polemisiert in schärfster Weise gegen den reaktio- ren „Figaro", der erklärt hatte, daß die Frage der Nutzbarmachung der Dawes-Obligationen nichts mit der Frage der vorzeitigen Rheinlandräumung zu tun habe. Das Blatt schreibt: In einer Affäre von diesem Ausmaß tritt neben das technische Problem in verhängnisvoller Weise das politische. Keine deutsche Regierung wird der öffentlichen Meinung in Deutschland die für eine schnelle Gesamtregulierung der Kriegsschulden und Reparationen notwendigen besonderen Anstrengungen aufzwingen, die für Deutschland die Aufgabe der Transfergarantieklausel mit sich bringt, wenn sie diese Operation nicht als ein Mittel zur Befreiung der Rheinlande hinstellt.
Diejenigen, die versuchen, sich verzweifelt an die theoretische Unterscheidung zwischen Tawes-Plan und Rheinlandbesetzung anzuklammern, vergessen zu leicht die Geschichte der letzten Jahre, sie vergessen, daß die Besetzung im Versailler Vertrag als Pfand für die Ausführung der Reparationen gedacht war, sie vergessen auch die Vorgeschichte der deutschfranzösischen Aussprache in Thorrh, deren direkte Konsequenz die Kombination ist, der Poincare nunmehr seine prinzipielle Zustimmung gegeben hat.
*
Besprechungen in Rom.
Der Reparationsagent Parker Gilbert ist in Rom eingetroffen. Auch Reichsfinanzminister Köhler weilte über Ostern in Rom, ferner ist ein Vertreter des bekannten New Yorker Bankiers Morgan, F u m m i, in der italienischen Hauptstadt angekommen. Schließlich verdient noch die Anwesenheit des polnischen Außenministers Z a l e s k i in Rom Erwähnung. Die ftanzösische Presse ergeht sich in allerhand Mutmaßungen über Zwecke und Absichten der verschiedenen Romreisen politisier Persönlichkeiten.
Das friedliche Polen.
@Hlä m it gen Zaleskis.
Die Frankfurter Zeitung veröffentlicht einen Aufsatz von dem Polnischen Minister des Aeutzern Za- leski, betitelt: Zum Recht und zum Frieden, worin er betont, daß Polen bisher in seiner auswärtigen Politik alle seine Bestrebungen ausschließlich auf das Ziel der Erhaltung und Sicherung des Friedens gerichtet habe. Die Friedensliebe und das Bedürfnis ständiger freundschaftlicher Beziehungen zu den Nachbarn müssen aber unbedingt in Einklang gebracht werden mit den Erfordernissen nationaler Sicherheit. Nur auf dem Grunde eines solidarischen gesamteuropäischen In er- esses können die Völker Europas die Wahrung ihrer berechtigten Eigeninteressen finden, ihrem darnieder.ie/enden Wirtschaftsleben Erholung und ihrem Kulturleben die Möglichkeiten eines neuen Aufschwunges verschaffen.
Das eine kann ich sagen: Jedesmal habe ich noch aus Genf die Ueberzeugung heimgebracht, daß wieder etn Schritt im Völkerleben nach der richtigen Richtung hin geschehen ist. Der Sieg des gesamteuropäischen Solidaritätsbewußtseins wird die Welt auch dem Tage nahebringen, an dem der Krieg, jeder Krieg aus den zulässigen Mitteln des Völkerrechts gestrichen wird. Das ist ein Ziel, das auf dem festen Boden politischer Wirklichkeit nicht unerreichbar ist, und ihm strebt die Politik Polens zu.
Gegen das Deutschtum in Südtirol.
Auch der deutsche Rundfunk soll unterdrückt werden.
Das römische Blatt „Vopolo d'Jtalia" bringt eine Zuschrift aus Meran, in der darauf aufmerksam gemacht wird, daß die deutschen Rundfunfftationen mit ihrem Programm starken Einfluß auf das Deutschtum in Südtirol ausübten, ivas auch deswegen sehr wirksam sei, weil sehr viele Südtiroler kleine Empfangsapparate besitzen.
Das beste Mittel, diese deutsche Propaganda zu bekämpfen, bestehe darin, in Bozen selbst eine radiotelephonische Station von einer bestimmten Wellenlänge zu bauen, so daß Südtirol gezwungen sei, so lange diese Bozener Station Dienst tue, ihre Darbietungen anzuhören, und damit zu verhindern, die deutschen Rundfunkstationen zu hören. Durch eine derartige Störung der deutschen Rundfunkpropaganda werde der italienischen Sache sehr gedient.
Aufhebung der jugoslawisch-albanischen Grenzsperre.
Der albanische Minister des Innern hat die Präfektur Korscha telegraphisch angewiesen, die im südöstlichen Grenz- Abschnitt verfügten Sperrmaßnahmen für den Grenzudertritt von unb nach Jugoslawien wieder aufzuheben.
In der vom Ministerium erlassenen Anweisung wird mitacteilt, daß nach bett vom Gcsundheitsministcrium in Belgrad anqestcllten Erhebungen die im jugoslawischen Bezirk Ochrida festgestellten Flecktyphusfälle, die zu der Grenzsperre Anlaß gaben, keinen epidemischen Charakter hätten, daß es sich vielmehr um einige lvenige Einzelfälle handele.