Asch kein Start zum Ozeanflug.
Wegen des schlechten Wetters.
Nach den in Berlin eingegangenen Meldungen aus London mußten die deutschen Ozeanflieger in Baldonnel auch am Donnerstag früh von ihrer Absicht, xum Ozeanflug zu starten, wegen des schlechten Wetters Abstano nehmen. Das Junkers- flugzeug war bereits auf die Startbahn des Militärflughafens geschafft worden und für den auf 5.30 Uhr festgesetzten Start vollkommen fertiggemacht worden.
Die ungünstigen Wettermeldungen veranlaßten jedoch die Flieger, den Aufstieg abermals zu verschieben, doch bleibt, wie eine mit den Veranstaltern des Fluges in Verbindung stehende Korrespondenz meldet, die Maschine aus der Startbahn, da sofort nach Eintritt besseren Wetters der Start erfolgen soll.
Lohnbewegung im ZuchdruSgewerbe.
BuchdruZerstreik in München.
Die Gehilfenschaft des Münchener Buchdruckgewerbes hielt eine Versammlung ab, in der der Protest gegen die Ver- bindlichkeitserkläruna des für das gesamte deutsche Buchdruckgewerbe am 9. März ergangenen Schiedsspruchs aufrecht- erhalten und dementsprechend mit großer Mehrheit der Eintritt in den Streik ab Freitag Mitternacht beschlossen wurde. Die Streikleitung ist zufammengetreten.
Kein Streik in Berlin.
Obwohl die Bezirksversammlungen der Berliner Buchdrucker sich am Montag geschlossen für Aufrechterhaltung der Kündigungen und Eintritt in den Streik entschieden hatten, gelang es in der Generalversammlung der Berliner Bezirksleitung des Vereins der Buchdrucker und Schriftgießer, die Kündigungen zurückzuziehen und damit den Buchdruckerstreik für Berlin zu vermeiden.
Wie in Berlin, wurde auch in Leipzig, Frankfurt o. M. und Stuttgart von den Schriftsetzern der Streik abgelehnt und beschlossen, die Kündigungen zurück- zunehmen. — In einer in Stettin abgehaltenen Buchdrucker- versammlung wurde mit etwa 300 gegen 12 Stimmen beschlossen, am Samstag früh in den Streik zu treten.
Der deutsche Außenhandel.
Die Handelsbilanz im Februar.
Der deutsche Außenhandel zeigt im Februar 1928 im reinen Warenverkehr einen Einfuhrüberschuß von 308 gegen 498 Millionen im Januar. Die Einfuhr ist gegenüber Januar um 110 Millionen zurückgegangen. Dabei zeigt die Lebensmitteleinfuhr eine Abnahme um 133, die Fertigwareneinfuhr um 7 Millionen Reichsmark, die Rohstoffeinfuhr ist dagegen um 34 Millionen Reichsmark gestiegen und erreicht mit 596 Millionen Reichsmark den Höchststand der Nachkriegszeit.
Die Ausfuhr zeigt gegenüber Januar eine Zunahme um 80 Millionen Reichsmark, während der im Vormonat cin- getretene Rückgang nahezu wieder ausgeglichen wird. An der Steigerung sind alle Gruppen beteiligt, am stärksten die Fertig- waren mit einer Zunahme von 58 Millionen Reichsmark.
Aus aller Welt.
□ Einstellung des SchulstreikS. Die Elternschaft der Gemeindeschule Sonnenburger Straße in Berlin hat in einer Versammlung eine Entschließung angenommen, in der sie mit Befriedigung davon Kenntnis nimmt, daß der Vertreter des Kultusministeriums eine gerechte Prüfung dieses Beschlusses zugesagt hat. Im Vertrauen auf eine gerechte Entscheidung, so heißt es weiter, beschließen die Eltern, die Kinder am Donnerstag wieder in die Schule zu schicken. Wird das Vertrauen jedoch nicht erfüllt, so wird sich die Elternschaft zu ihrem Bedauern zu weiteren Maßnahmen nach den Osterferien gezwungen sehen.
□ Die Mitglieder der WestmLchte-Lustfahrtkonferenz in Tempelhof. Anläßlich der 26. Tagung der Internationalen Westmächte-Lufffahrtkonferenz besuchten die Teilnehmer den Zentralflughafen Tempelhof. Es hatten sich Regierungsvertreter Belgiens, Hollands, Frankreichs, Großbritanniens, der Niederlan^ der Tschechoslowakei und der Schweiz sowie
Mitglieder der Abteilung „Luftfahr!" des deutschen Reichs« Verkehrsministeriums eingefunden. Nach einer Besichtigung der Anlagen und Flugzeuge der Deuffchen Lufthansa versammelte man sich zu einem Frühstück im Flughafen-Restaurant. Der Vorstand der Deutschen LuftlMnsa begrüßte die Gäste zugleich namens der Berliner Flughafen-Gesellschaft. Ihm antwortete Dr. Camerman-Framreich, der in seiner Rede auf die internationale Zusammenarbeit der Völker hinwies, die sich im Luftverkehr besonders eindrucksvoll verkörpere.
□ Der Schwerverbrecher Kolauos wieder ergriffen. Der Ein- und Ausbrecher Kolanos, der in Berlin nach seiner Festnahme auf einem Transport auf dem Alexanderplatz geflüchtet ist, indem er die beiden Begleitbeamten beiseite stieß und in der Menge verschwand, wurde in der vergangenen Nacht von einer Streife der Kriminalpolizei wieder ergriffen.
D Angriff Streikender auf Arbeitswillige. Ein Transport Arbeitswilliger der Jsolatorenwerke in Pankow, der mit Lastkraftwagen zum Untergrundbahnhof Senefelder Platz befördert wurde, wurde von Streikenden auf Fahrrädern verfolgt. Als die Arbeitswilligen unter polizeilichem Schutz den Bahnhof betreten wollten, wurde einer von ihnen durch einen Steinwurf am Kopfe leicht verletzt. Die Polizei nahm drei Personen fest.
D 180 000 Mark verwettet. Nach einer Blättermeldung aus Hamburg wurde dort ein kaufmännischer Angestellter ftstgerronuneL, der nach und nach 180 000 Mark unterschlagen hatte, ine er bet Buchmachern verwettete. Die polizeiliche Untersuchung erstreckt sich auch auf das Verhalten der Buchmacher. Gegen einen von ihnen ist die Beschuldigung erhoben, daß er nicht nur wußte, woher die Gelder stammten, sondern daß er auch mit dem Angestellten die Vereinbarung getroffen hatte, zum Zweck der Steuerersparung durch Weglassung von Nullen die sehr hohen Wetten als geringwertig erscheinen zu lassen.
□ Wellentausch deutscher Sender. Durch die Inbetriebnahme des neuen Rundfunksenders in G l e i w i tz am 30. März wird ein Wellentausch verschiedener deutscher Sender erforderlich. Gleiwitz erhält die Welle von Königsberg (Preußen) 329,7 Meter, Königsberg (Preußen) die Welle 303 Meter (bisher Nürnberg), Nürnberg die Welle 241,9 Meter (bisher Münster in Westfalen) und Münster die Gemeinschaftswelle von Gleiwitz 250 Meter.
□ Eisenbahnunglück bei New Dork. Bei der Entgleisung des auf der Fahrt nach New Dork befindlichen Personen- zuges der Long-Jsland-Eisenbahn wurden 40 Personen verletzt. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß die elekttische Lokomotive entgleiste und sechs Wagen mitriß. Unter den 600 Insassen des Zuges entstand eine Panik. Ein Teil der Fahr- aäste kletterte aus den Fenstern. Bei einigen Wagen wurde das Untergestell abgerissen.
(D Disziplinarverfahren gegen einen Richter. Der Disziplinarsenat in Berlin erkannte heute in seiner ersten öffentlichen Verhandlung gegen einen Richter, nämlich Landgerichtsdirektor Dr. Bockenheimer, auf einen Verweis in Verbindung mit einer Geldbuße von 300 Reichsmark. Nach der Anklage hat Dr. Bockenheimer zugunsten einer wegen schwerer Sittlichkeitsverbrechen verurteilten Frau zwecks Be« gnadigung Einfluß zu nehmen versucht.
□ Studentenstreik in Madrid. Das Rektorat der Uniber» fität Madrid gibt bekannt, daß der größere Teil der Studenten den Vorlesungen ferngebileben ist und daß deshalb der Disziplinarrat der Universität beschlossen hat, den gesamten Vorlesungsbetrieb auf fünf Tage einzustellen. Zum Ausgleich wird das normale Semester um fünf Tage verlängert werden. Der DisziMnarrat wird eine Untersuchung anstellen, um die Urheber der Bewegung zu ermitteln und Pe dann unnachsicht- lich zu bestrafen.
Mit drei Kindern in den Tod gegangen.
Wien, 30. März. Eine Schneiderin wurde mit ihren drei Kindern im Alter von sechs Monaten bis sieben Jahren in ihrer mit Leuchtgas angefüllten Wohnung leblos aufgefunden. Es handelt sich zweifellos um eine Familien- tragödie. Ueble Nachrede soll der Grund zu dieser Tat sein.
* < Zusammenlegung der Reichstags- und württember« zischen Landtagswahlen. Im Württembergischen Landtag wurde ein Jnitiattvgesetzentwurf verschiedener Parteien eingebracht, durch den die Legislaturperiode des jetzigen Landtags, die am 4. Mai endigen sollte, bis zum 31. Mai verlängert wird, um Reichstags- und Landtogswahlen gleichzeitig am 20. Mai vorzunehmen. Nach der Verfassung müssen die Neuwahlen zum Landtag vor Ablauf der Landlagsperiode statt- finden. — Auch im bayerischen Landtag ist ein ent- sprechender Antrag eingebracht worden.
△ Mainz. (Besatzungslasten der Stadt Mainz.) Insgesamt wurden in Mainz am 1. Mai 1927 beschlagnahmt: 1498 Wohnungen mit 9490 Räumen, ferner 655 Teilwohnungen mit 1490 Räumen, davon 639 Bürger. Wohnungen. In den gesamten besetzten Gebietsteilen waren am 15. März 1927 beschlagnahmt: 4492 Bürgerwohnungen, davon in Mainz 639, das sind 14,2 Prozent. Die Bevölkerung von Mainz macht 2,9 Prozent der Gesamtbevölkerung der be, setzten Gebiete aus. In 129 Fällen besteht in Mainz gemeinsame Küchenbenutzung mit der Besatzung. Hinzu kommt noch die Beschlagnahme einer großen Anzahl von gewerblichen An. lagen, ferner vieler hundert Büroräume, von Lagerhäusern, von 140 Zimmern mit 300 Betten im städtischen Krankenhaus und vor allem die Belegung der Schulen.
Die Millionäre in Deutschland.
Nach den neuesten Berechnungen soll es in Berlin 525 Millionäre geben. In weitem Abstand folgt Hamburg mit 155, Leipzig mit 98, während Frankfurt, die Stadt der Geld, leute, mit 88 erst an vierter Stelle folgt. Es folgen weiter München mit 79, Köln mit 75, Düsseldorf mit 65 und Dresden mit 51 Millionären. AIs einzige deutsche Großstadt, in der es den Finanzbeamten nicht gelungen ist, auch nur einen Millionär zu entdecken, wird Hamborn genannt. — Der reichste Deutsche war bis 1914 eine Frau: Frau Krupp von Bohlem und Hallbach wird auf ein Vermögen mit 187 Millionen und und ein Jahreseinkommen von rund 17 Millionen geschätzt. Fürst Henckel von Donnersmarck kam ihr mit 177 Millionen und einem Einkommen von 12 Millionen nahe. Dann folgten Fürst von Hohenlohe-Oehringen mit 151 bezw. 7 Millionen, Furst von Pleß u. a. — Nach dem Kriege war mehrere Jahre der Ruhrindustrielle Thyssen mit etwa i 200 Millionen der reichste Mann Deutschlands. Als aber «ach seinem Tode sein Vermögen in mehrere Teile ging, rückte wieder Frau Krupp, als einzige Inhaberin der Kruppwerke, M die Spitze. Im allgemeinen kann man feststellen, daß die $M& großen deuffchen Vermögen heute noch in den gleicher Händen sind wie vor dem Kriege, sofern die Inflation ihn Substanz nicht wesentlich vermindert hat.
Die Religionen der Welt.
Von den Einwohnern der Erde bekennen sich als Kathoden 295 Millionen, als Protestanten 188, als Ortodoxe (Griechisch-Katholische) 126, als Juden 13, als Mohammedaner 207, als Brahmanen (Hindus) 210, als Buddhisten 125, als Konfuzianer 240, als Tadisten und Chintoisten 49, als Heiden (Fettschanbeter) 100, als Sonstige 11 Millionen. Die Verteilung der Erdbewohner auf die verschiedenen Relegions- bekenntnisse läßt sich nur schätzungsweise ermitteln, da genaue I Zählungen nur bei den christlichen Staaten (und auch da nicht in Großbritannien und den Vereinigten Staaten) stattfinden. Etwas mehr als die Hälfte der Menschheit glaubt an einen Gott. Die Brahmanen, Buddhisten, Konfuzianer, Chintoisten — der Chintoismus ist die Staatsreligion der Japaner —, Tadisten (in China) und Heiden gehören dagegen zu den Polytheisten, d. h. sie glauben an mehrere Götter.
Seit Mai 1927 forderte der Ozean 17 Fliegeropfer.
Mit dem unglücklichen Ausgang des ersten diesjährigen Versuchs einer Ueberquerung des Atlantik von England nach Amerika erhöht sich die Zahl der Opfer, die der Ozean seit Mai 1927 in der Fliegerei forderte, auf 17. Sieben Maschinen stürzten ins Meer und versanken. (Die achte, die von Ruth Elders und Haldeman, konnte im letzten Augenblick von einem Schiff geborgen werden.) Dies ist die traurige Liste der verunglückten Ozeanflieger: 5. Mai 1927 die französische Maschine „Goliath", drei Insassen, verschollen auf einem Flug nach Südamerika; 8. Mai: „Der weiße Vogel", Nungesser und Colt, Flug Europa—Amerika; 31. August: „St. Taphael", England —Amerika, zwei Piloten und die Prinzessin Löbenstein; 7. September: die amerikanische Maschine „Old Glory* Amerika—Europa, drei Insassen; 8. September: Sir John Carling, Kanada—Europa, zwei Insassen; im Winter endlich: die Maschine „Dawn" mit Miß Greyson und dem Piloten Omdal an Byrd. Dazu jetzt die „Endeavour" mit Miß Elsie Mackau und Hinchcliffe.
Ordnung muß sein!
„Mensch, wie kannst du dich so beleidigen lassen, hau dem Kerl doch eins auf die Nase."
„Immer ruhig, fetzt ist es elf, um zwölf läuft meine Bewährungsfrist ab, dann kannst d« 'neu Krankenwagen bestellen." („Ulk".)
W
Unseren verehrlichen Abnehmern hiermit zur Kenntnis, daß wir für die Gsterfeiertage und zwar ab Dienstag, den 3. April 1928 ein ganz vorzügliches
hochprozentiges MimMn zum Ausstoß bringen.
ittK Um
vorm. G. Ph. Nicolau
Akttengesellschast.
Bekanntmachung!
Festpreise für Anfertigung von Plänen für Baugesuche jeder Art.
Schornsteinzeichnungen.....
Schuppenzeichnungen .
Schweinestallzeichnungen 20 — 30 qm .
Kuhstallzeichnungen ohne Tenne und Barm .
Wirtschaftsgebäude (Tenne, Barm und Kuhstall) . größere Wirtschaftsgebäude .
Abfindungsanträge für Kriegsbeschädigte.
Beschaffung der 1. Hypotheken und Zwischenkredite bei mäßigem Anfertigung kompletter Baugesuche bei billigster Berechnung mit für Siedlungsbauten mit und ohne Hess. Heimstätte, Kassel.
6,00
RM.
10,00
RM.
12,00
RM.
15,00
RM.
20,00
Rm.
25.00 —
50,00
RM.
Zinssatz.
und ohne Bauleitung,
Wir machen noch besonders darauf aufmerksam, dass der Maurermeister Simon, Schlüchtern, nicht berechtigt ist, als Treuhänder für die Hess. Heimstätte Aufträge ent- gegenzunehmen.
1 Oraael. HM W Soden Fernruf 37.
L 6esdiwindner, WW
Schlüchtern
Fernruf 125.
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