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EiueKilmmMmk im RkiihsmWKiMvgMmt.

Ein glücklich verhinderter Anschlag.

Ein schweres Attentat, dem nur durch einen glücklichen Zufall niemand zum Opfer gefallen ist, wurde von einem che-< mairgen Farmer aus Deutsch-Ostafrika imRcichsentschädigungs- amt in der Rheinstraße 4556 zu Friedenau verübt. Der Täter, der jetzige Kaufmann Heinrich Sangfopp, der in Lauen» bürg bei Hannover wohnt, erschien morgens gegen 10 Uhr im Zimmer des Vizepräsidenten des Reichsentschadegungsamtes, Dr. Bach. Er hatte einen Augenblick abgepaßt, in dem das Vorzimmer leer war, um ohne Anmeldung unbemerkt einzu- treten. Er forderte ohne weiteres die sofortige Auszahlung einer Entschädigung in Höhe von 120 000 Mark, widrigenfalls er

einen Koffer mit Sprengpulver

zur Explosion bringen werde. Damit stellte er einen Aluminium-Tropenkoffer auf den Schreibtiscy, aus dem ztvci Zündschnüre heraushingen, die der Attentäter um die Ringer der linken Hand gewickelt hatte. Vizepräsident Dr. Bach ver­suchte, auf gütlichem Wege zu unterhandeln, da er hoffte, daß inzwischen einer der Beamten das Zimmer betreten werde. Da aber zufällig niemand erschien, saßen sich der Präsident und Langkopp länger als drei Stunden gegenüber.

Dr. Bach mußte sich schließlich dazu verstehen, Langkopp eine Zahlungsanweisung über 12 000 Mark und einen Scheck über 90 QßO Mark auszuschreiben. Langkopp rief darauf, ohne den gefährlichen Koffer aus der Hand zu lassen, einen Bekannten durch den Fernsprecher herbei, der ebenfalls unbemerkt eintrat und den Scheck in Empfang nahm. Dieser bemühte sich dann eine Stunde lang, den Scheck von einer Bank honoriert zu be­kommen, hatte aber keinen Erfolg, da der Scheck nicht ordnungs­mäßig ausgeschrieben war. Als jetzt Präsident Dr. Bach er­klärte, er wolle bei der Kasse des Amtes Geld holen und das Zimmer zu verlassen versuchte, gab Langkopp fünf Schüsse aus einem Revolver ab. Keiner der Schüsse hatte getroffen, da Langkopp anscheinend absichtlich nach der Decke gezielt hatte. Gleichzeitig hatte er den Koffer fallen lassen, und es gab einen kurzen Knall. Durch einen Zufall war die Sprengladung nicht zur Explosion gekommen. Aus die Schüsse hin liefen Beamte aus den anderen Zimmern herbei, die Langkopp überwältigten und dem Ueberfallkommando Übergaben.

Langkopp war 22 Jahre lang in Deutsch-Ostafrika, hatte zuletzt unter Lettow-Vorbeck gekämpst und bei dem Verlust der Kolonie fein ganzes Vermögen verloren. Er war

ein eifriger Jäger und stöhnte dieser Passion mehr als ihm gut gewesen ist. Vor einiger Zeit wurde ihm nämlich zu ungewöhnlich ungünstigem Preise ein Bauerngut mit Jagdberechtigung angeboten, das 90 000 Mark kosten sollte. Langkopp hat geglaubt, durch einen Gewalfftreich sich die Mittel für die Gründung einer neuen Existenz schaffen zu können, die ihm auch die Möglichkeit gab, seiner Jagdpafsion huldigen zu können. Am Mittwoch erklärte der Täter seiner Frau, er müsse nach Berlin, um dort eine endgültige Verrechnung mit dem ReichseittschLdigungsamt vorzunehmen.

Er hat jedoch nach der Schilderung seiner Angehörigen mit keinem Wort angehzeutet, daß er eine Gewalttat vorhabe. Die Angehörigen waren bei der Nachricht, daß Langkopp verhaftet worden sei, vollkommen fassungslos.

*

Die Höllenmaschine.

Die Höllenmaschine bestand aus einem Tropenkoffer aus Aluminium. In ihm war eine geladene Mauserpistole derart angebracht, bafi beim Fallenlassen des Koffers der Schuß los- ge^n und die im Koffer befindlichen Pulvermengen zur Explosion bringen sollte. Die Explosion des Pulvers trat jedoch nicht ein, da sich das grobkörnige Schwarzpulver tu 15 Paketen noch in der Fabrikpackung befand.

Das Polizeipräsidium hat Nachforschungen anaeftellt, ob und inwieweit Langkopp durch Aufreizungen in seiner Heimat zu dem Attentat getrieben worden sein kann.

Sein wahrer Name

Roman von Erich Ebenstein

Copyright by Greiner & Camp., Berlin W 30.

16) (Nachdruck verboten)

Kitr heute wollte ich Ihnen nur sagen. baß ta> vor zwei Stunden am Graben zufällig Dr. Richter getroffen habe. Er schien mich nickt zu erkennen, obwohl er mir ziem­lich dreist ins Gesicht starrte. Komisch, nicht? Wenn man doch vier Wochen hindurch sich fast täglich auf der­selben Treppe begegnet ist!! Uebrigens sieht er ziemlich anders aus, als früher. Wer ihn nicht so oft gesehen hat, wie ich, würoe ihn vielleicht kaum wiedererkennen. Aber ich muß schließen, da tausend Dinge auf mich warten, die vor der Abreise noch erledigt sein wollen.

Hempel las den Brief mehrmals. Dann starrte er nachdenklich vor sich hin.

Warum schrieb sie ihm von Richter? Sie war in Eile, und eigentlich war ja eine flüchtige Begegnung mit einem Menschen. der ihr nur als zufälliger Hausgenosse bekannt war, belanglos.

Verband sie eine bestimmte Absicht damit? Wollte sie vielleicht seine Aufmerksamkeit wieder auf Richter lenken? Weshalb?

Er fand keine Antwort. Aber seine Unruhe wuchs mit jeder Minute.

Und plötzlich kam ihm eine erlösende Idee.

Eisler! Daß er daran nicht gleich gedacht hatte! Eisler, der ja auch im Brankowschen Hause aus- und eingegangen war, der Dr. Richter kennen und unbedingt wissen mußte, ob Mutter Rabl irgendwelche Beziehungen zu ihm gehabt hatte!

Schon lange hatte er den Wunsch gehabt, mit Eisler persönlich in Verbindung zu treten. Er hatte die feste Ueberzeugung, daß der junge Mann, wenn es gelang, sein Vertrauen zu gewinnen, ihm in irgendeiner Weise einen Anhaltspunkt geben könne, nach welcher Richtung der Mörder zu suchen sei.

Aber Wasmut hatte ihm bisher immer die Erlaub­nis, mit Eisler zu sprechen, verweigert.

Es geht nicht. Warte, bis die Untersuchung abge- schlosien ist, dann vielleicht. Jetzt kann ich die Veranb- wortung nicht übernehmen du bist zu sehrGegen­partei".

Nun mußte Hempel ihn sprechen, wenn Wasmut noch so sehr dagegen war! Und er hatte sich auch schon einen Weg, sein Ziel zu erreichen, ersonnen.

Vernehmung des SprengstoffattentaterS.

Berlin, 4. März. Der Urheber des aufsehenerregenden SPrengstoffanschlages im Reichsentschädigungsamt, der ehe­malige Ostafrikafarmer Heinrich Langkopp, wurde gestern abend nach Abschluß des ersten Verhörs auf dem Polizeirevier dem Polizeipräsidium zugeführt, wo heute die eingehenden j Vernehmungen begannen, die in Anbetracht der begleitenden Umstände von der politischen Polizei durchgeführt werden. Langkopp )9iH die Höllenmaschine nur mitgenommen haben, um damit die Dramten des Reichsentschädigungsamtes zu er­schrecken und so zur Herausgabe des Geldes zu veranlassen. Bei dieser Darstellung blieb Langkopp trotz aller Vorhalte, daß er doch nicht die umständlichen Vorbereitungen, den Ein­bau der 15 Pfund Sprengpulver und des auf diese Spreng- i mäste zielenden Revolvers, hätte vornehmen brauchen, wenn er in t d'csem Apparat nur einschüchtern, aber nicht tatsächlich hent i a wollte.

Die Organisationen der Reichs-, Auslands- und Kolonial- dcutjchen haben sich heute vormittag mit dem gestrigen Vorfall im Reichsents^ädigungsamt befaßt. Man erklärt, wie eine Berliner Korrespondenz meldet, ganz offen, daß man von der Tat Lanakopps selbstverständlich abrücke, daß aber Verzweif­lungstaten der nach Hunderttausenden zählenden Geschädigten den Verbänden nichts Unbekanntes mehr seien.

preußMr Landtag.

Berlin, 3. März.

Nach längerer Debatte wurde das Gesetz über die Verlänge­rung der Grundvermögenssteuer bis zum 31. März 1929 ange­nommen. Ebenso wurde das Gesetz über die Hauszinssteuer bis zum gleicken Zeitpunkt verlängert. In beiden Fällen wurden Ab­änderungsanträge der Rechtsparteien abgelehnt. Angenommen wurden einige Entschließungscmträge des Hauptausschusses, die eine gerechtere Erfassung der den Hauseigentümern in der Miete zufließenden Hauszinssteuer und eine Erleichterung der Durchfüh­rung der Hauszinssteuer für kinderreiche Familien verlangen.

Sodann wurden einige Abstimmungen aus dem Haushalt des Innenministeriums nachgeholt. Dabei fand Annahme der Antrag des Hauptausschusses zur Steuerung der Notlage in den Grenz­gebieten, wonach die in diesem Jahre zur Verfügung gestellten Mittel um 500 000 Mark zu erhöhen sind. Von dem Gesamtbeträge sollen 7,5 Millionen den östlichen, drei Millionen den westlichen Grenzgebieten zugeführt werden. Ferner wurde die Verordnung über die Beflaggung der Kommunaldienstgebäude unt> Schulen ge­nehmigt.

Es folgt die Beratung des

Justizetats.

Für den Ausschuß berichten die Abgg. Dr. Grzimek (Dem.) und Kuttner (Soz.).

In der Aussprache führt Abg. Stendal (DVP.) aus, die Presse­berichte aus dem Krantz-Prozeß hätten vergiftend auf die Jugend gewirkt. Aber die Presse sei nicht nur in der Berichterstattung zu weit gegangen, sondern auch in ihrer Kritik an der Haltung der beteiligten Persönlichkeiten und der Richter.

Abg. Brückner (Soz.) sprach dem Justizminister, der am 5. März das erste Jahr seiner Amtswaltung zurückgelegt hat, Dank und Anerkennung seiner Partei aus. Das Vertrauen zur Justiz sei trotz einer gewissen Besserung der Gerichtsbarkeit noch nicht wieder hergestellt.

Schneestürme in Transkaukasien. Durch Schneestürme in ganz Transkaukasien ist der Eisenbahnverkehr und die Drahtverbindung zwischen vielen Städten unterbrochen wor­den. Im Gebirge sind Schneelawinen niedergegangen. In Batum ist infolge der Schneelast ein Haus eingesturzt, wo­durch fünf Personen getötet und vier schwer verletzt wurden.

Blutige Zusammenstöße im Pundschab. Aus dem Be­zirk Montgommerh im Pundschab werden blutige Zu- samurenstöße gemeldet. Infolge einer Auseinandersetzung zwischen zwei Grundbesitzern wurden vier Personen getötet und 16 verletzt. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen > vor.

10. Kapitel.

Felix Eisler stand am Fenster seiner Zelle und starrte mit leerem Blick in den düsteren Hof desgrauen Hauses" hinab, dessen Mauern ihn gefangen hielten.

Da jetzt nur Angeklagte der niederen Stände im Un­tersuchungsgefängnis untergebracht waren, bewohnte er die sogenannteJntelligenzzelle" allein.

Und das war ziemlich der einzige Trost, den er hatte. Denn mit anderen vielleicht schwatzhaften oder gar indiskreten Menschen zusammengesperrt zu sein Tag und Nacht ohne die Möglichkeit, sich ihrer Gesellschaft zu entziehen das wäre mehr gewesen, als seine ohne­hin bis zur Erschöpfung angegriffenen Nerven ertragen hätten.

Es war ja schon alles scheußlich genug. Die schmutzigen, grauen Mauern, der immer mit schwärz­lichem Kot bedeckte Hof, das rohe Gebaren der Wärter ach, kaum zu ertragen war es!!

Und die kleinen Gitterfenster, die von allen Seiten des engen Hofes herüberstarrten wie boshafte, halb zu­gekniffene Augen und die grünen Wagen, die jeden Tag unter dem Hallo der Iustizsoldaten in den Hof raffelten, um ihren traurigen und widerwärtigen Inhalt auszu- speien . . .

Da brachten sie eben wieder solch einen Zellenwagen. Eisler sah gedankenlos zu, wie er sich entleerte.

Elendssigur um Elendsfigur! Verufseinbrecher, De- fraubanten, Diebinnen und Hochstapler. Den Beschluß bil- vete ein feiner Herr. Tadelloser schwarzer Anzug, flott aufgezwirbeller Schnurrbart, goldener Zwicker, Krawatte nach der letzten Mode.

In dem Widerwillen, mit dem Eisler von oben Ijinab* starrte, mischte sich etwas wie Neugier.

Was der wohl angestellt haben mochte? Er sah weder unglücklich noch beschämt aus. Ein freches, beinahe stolzes Lächeln umspielte seinen Mund.

Dann wurde der ganze Trupp der Aufnahmekanzlei zugetrieben. Die alte, unheimliche Stille lagerte über Haus und Hof. Nur auf dem Gang draußen hörte man das eintönige Aus- und Abgehen des Wachtpostens.

An Eislers Zellentür wurde der Schieber zurückge­schoben. Einer der Hilfsaufseher steckte den Kopf herein und griff nach der leeren Menagetasse, in der zwei Stunden zuvor bem Gejangenen das Frühstück gebracht worden war.

Dabei sagte er lärfjelnb:Na, jetzt werden Sie wohl auch Gesellschaft bekommen. Unter denFrischgefangeneu" I ist derBaron Mikosch von Mikoschlaw". Der kommt

Die deutsche Gemüseeinfuhk.

Von Fritz Hinrich Kern (Berlin-Schöneberg).

Unter den vielen Posten der deutschen Lebensmitteleinfuhr erscheint der Wert der Einfuhr an Küchengewächsen (Gemüsen) mit für 1927 102 Millionen Mark verhältnismäßiggering". Diese 102 Millionen Mark wirken sich jedoch in doppelter Hinsicht aus. Denn nicht nur fließen hier, wie z. B. für Südfrüchte (1927: 227 Millionen Mark), die vielen Millionen Mark für in Deutsch, land nicht herstellbare Luxuswaren ins Ausland, sondern wirken sich dadurch doppelt verheerend aus, daß sie dem mit Fronabgaben vorbelasteten deutschen Produzenten den Absatzmarkt nehmen und seinen Betrieb unrentabel machen.

In weit stärkerem Maße wie der Markt für Erzeugnisse der Vieh- und Geflügelzucht mit Ausnahme vielleicht des Schweine- marktes unterliegt der Gemüsemarkt und im Zusammenhang damit der Wert der Einfuhr großen Konjunkturschwankungen, die ihre Begründung in der starken Abhängigkeit des Gemüsebaues von den Witterungsverhältniffen finden. Vor dem Kriege haben wir ein stetiges, nur von einzelnen Hochkonjunkturfahren (deutschen Trockenjahren, wie z. B. 1911), ununterbrochenes Ansteigen des Wertes der Einfuhr, der 1913 48 Millionen Mark erreichte. Mit der steigenden Kauftraft des deutschen Geldes sprang die Einfuhr- ziffer nach der Inflation von 1924 mit 59,6 Millionen D>ark auf 1925 136,4 Millionen Mark und erreichte damit den Höchststand, da sie 1926 auf 99,3 Millionen Mark fiel und 1927 auf ca. dieser Höhe blieb.

Auch wenn wir die verschiedene Kaufkraft des deutschen Geldes in den Vergleichsjahren in Betracht ziehen, ergibt sich gegenüber der Vorkriegszeit eine mehr als 100prozentige Erhöhung des Ein- fuhr wertes. Die Zahlen der Einfuhr mengen sind 1913 314 700 Tonnen bzw. 1926 412 790 Tonnen; weisen mithin eine Steigerung von nur 25 v. H. auf. Die Steigerung der Einfuhr ist hauptsächlich bei hochwertigen Waren eingetreten.

1927 führten wir für 21,3 Millionen Mark Blumenkohl, 20,97 Millionen Mark Tomaten, 17,8 Millionen Mark Gurken, 9,7 Millionen Mark Salat und Spinat, 9,5 Millionen Mark Zwie- beln und für ca. 7 Millionen Mark Kohl (außer Blumenkohl) ein. In der Reihenfolge der Hauptbezugsländer ist seit der Vorkriegs. zeit keine Aenderung eingetreten. Von den ca. 100 Millionen Mk. Einfuhrwert 1926/27 kamen allein auf Holland 49,3 Millionen Mk., dann folgt Italien mit 23,4 Millionen Mark, weiterhin Frankreich mit 9 Millionen Mark, Aeaypten (hauptsächlich Zwiebeln) mit 4,5 Millionen Mark und Spanien mit 3,7 Millionen Mark; der Rest verteilt sich auf verschiedene andere Länder.

Die Entwicklung Hollands zum Hauptexportland für Gemüse hängt eng zusammen mit der industriellen Entwicklung Westdeutsch­lands. Die holländische Gartenbauwirtschaft ist auf Gedeih und Verderb von dem Absatz ihres Gemüses in Deutschland abhängig; gehen doch nicht weniger als zwei Drittel der gesamten holländischen Ausfuhr nach Deutschland. Das Hauptplus des holländischen Ge­müsebaues gegenüber dem deutschen liegt nicht so sehr in einer klimatischen Vorzugslage als in der Jahrhunderte alten Ueber­lieferung auf ihren Spezialgebieten, zu der die wirtschaftspolitisch vorzügliche Lage zwischen den drei hochindustriellen Ländern: Deutschland, England und Belgien, sowie die Ausnutzung dieser Lage durch eine sehr gute Absatzorganisierung hinzukommt.

Da die günstige verkehrspolitische Lage unseres Haupt- konkurrenten zum Ruhrgebiet und den übrigen westdeutschen Haupt­absatzgebieten der Grund für die Ueberlegenheit Hollands auf den dortigen Gemüsemärkten ist, so sagen wir nicht zu viel, wenn wir behaupten, daß die Krisis des deutschen Gemüsebaues zu einem Hauptteile eine Verkchrsfrage ist. Jede durch die Dawcs- Lestimmungen erzwungene Tariferhöhung der Eisenbahn bedeutet für Westdeutschland eine Stärkung der holländischen Konkurrenz und ein Absterben von in langen Vorkriegsjahren sorgsam aufgebauten deutschen hochintensiven Landbaugebieten, denen nur ihre schlechte Verkehrslage zum Verderben wird.

Gerade die Lage auf den westdeutschen Gemüsemärkten zeigt, wie sehr die wirtschaftliche ©riftena auch des letzten deutschen Gärt­ners von den unseligen Bestimmungen der Diktate unserer Kriegs- feinde beeinflußt wird.

D Ein Kraftwagen in voller Fahrt explodiert. Auf der Chaussee zwischen Müncheberg und S t r a u s b e r g bei Ber­lin ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Der Führer eines Lastautos der Reichspost beobachtete, wie ein vor ihm fahren­des schweres Personenauto in voller Fahrt explodierte. Der Fahrer, der allein in dem Wagen saß, wurde herausgeschleu­dert und von dem Führer des Postautos in das Müncheberger Krankenhaus gebracht. Er hatte das Bewußtsein verloren. Das Auto ist durch die Explosion vollständig zerstört worden. Der Bewußtlose trug in einer Art von Kuriertasche euglische und russische Briefschaften bei sich. Seine Personalien konnten noch nicht geklärt werden.

sicher nur in die Jntelligenzzelle! Da wer'n ma was daleben, sag ich Ihnen, Eisler."

Eisler hatte sich erschrocken umgedreht.

Wer ist das?"

Was den kennen S' nicht? Den Hochstapler, der, was den Leuten nur gleich die Milliöner aus der Taschen g'larelt hat? Seit bret Monaten suchen s' ihn wie a Steck­nadel."

Unten in der Ausnahmekanzlei nahm der Beamte eben dem so lange vergeblich gesuchten Hochstapler das Nationale ab.

Sie sind der Lajos Nagy, der sich für einen Baron Mikosch ausgab?"

Man sagt so."

Geboren in Körmend?"

Man sagt so."

Seit Jahren ohne Erwerb und nur vom Betrug lebend?"

Man behauptet es."

Die Antworten kamen prompt mit leicht ungarisch gefärbtem Akzent, von höhnischem Lächeln begleitet.

Der Beamte verlor die Geduld. Er beeilte sich, den Mann unter das Maß zu stellen, seine Zähne zu unter­suchen und das Kleiderverzeichnis aufzunehmen.

Dann ließ er ihn abführen.Man wird mich hoffent­lich in die Jntelligenzzelle bringen?" sagte derBaron" arrogant.Meine Bildung berechtigt mich, zu er­warten"

Ja, schon gut! Fort mit Ihnen l"

Eisler stand noch immer am Fenster, als die eifern beschlagene Zellentür sich öffnete und man denBaron" Hereinschob.

Er wandte sich gar nicht um, fest entschlossen, keinerlei Gemeinschaft mit dem lästigen Kameraden zu pflegen.

Der Baron stolzierte indessen dreist in dem Raume herum und machte über alles laute Bemerkungen.

Unglaublich, solch eine Höhle gebildeten Menschen zuzumuten! So eine Britsche nennen sieBett"! Und die dicken Eisenstäbe an den Fenstern! Halt denken wohl, daß man auSlneisen möchte? Bassain teremtete! Ungarn gibt sich nie verloren! Ist immer unschuldig, wie neugeborenes Kind I"

So trieb er es laut und lärmend eine Weile, dabei manchmal verstohlen nach dem Guckloch der Tür schielend, an dem sich ab und zu ein neugierig grinsendes Gesicht zeigte.

Fortsetzung folgt