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2. Blatt

Nr. 22

Gchlüchlerner Zeitung

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Afghanistan

Zu dem bevorstehenden Besuch des Königs von Afghanistan in Deutschland.

Die deutsche Regierung bereitet sich vor, den Emir von Afghanistan, Amanullah, der aus den Ländern der Entente, wo er sehr gefeiert wurde, am 21. d. M. in Deutschland eintrifft, gleichfalls festlich zu empfangen. Diese Aufnahme, die dem ersten Herrscher des mittelasiatischen Staates, der Europa besuchte, überall zuteil wird, entspringt nicht nur internationaler Höflichkeit, sondern auch der Erkenntnis, das; der viel umkämpfte und umworbene Staat endlich in ein neues Stadium seines Daseins, in das Stadium der Frei­heit und Abhängigkeit eingetreten ist.

Afghanistan, im Norden und im Osten an zwei Groß­mächte: die Sowjet-Anion und Britisch Indien, im Sü­den an einen gleichfalls von England beherrschten Staat Beludschistan und 'm Westen an Persien grenzend, stellt einen Staat dar, der an Oberfläche Frankreich über trifft, aber nur von 7 Millionen Menschen bewohnt wird. Die Hauptstadt Kabul zählt etwa 180 000 Einwohner die übri- gen Großstädte: Ghazni, Kandahar, Mazar-i-Scherif, Herar von 20 000 bis 60 000 Einwohner. Die geopolitische Lage dieses Staates, sein natürlicher Bergschutz im Norden und Osten, sein Charakter als Hebergang zwischen dem asiati­schen Rußland und Indien machten ihn das ganze 19. Jahr­hundert hindurch ebenso wie Persien, zu einem Gegenstand der Rivalität zwischen dem Russischen Reiche und England. 1880 nach zahlreichen Kämpfen mit den Ein­geborenen gelang es aber England endlich, Afghanistan durch eine jährlich bezahlte Subvention (200 000 Pfund Sterling) zwar nicht zu seinem Vasallen, aber doch zu einem von ihin bevormundeten Staate zu machen; Afghanistan besaß z. B. nirgends in der Welt eine eigene diplomatische Vertretung, diese wurde vielmehr überall von England besorgt. In dem anglo-russischen Vertrag von 1905 anerkannte Rußland dieses britische Protektorat.

Erst der Weltkrieg und namentlich die bolschewisti­sche Revolution und ihr nachfolgende Orientpropaganda brachten diesen Ausgleich der anglo-rusiischen Interessen ins Wanken und auch in das innere Leben Afghanistans kam eine neue Bewegung und eine neue, freilich an die das ganze 19. Jahrhundert ausfüllenden Aufstände gegen die englische Herrschaft wiederanknüpfende Strömung zur Befreiung Afghanistans hinein. Allein der Emir H a - b i b u l l a (der Vater des heutigen Emirs) erwies sich als unentwegt in seiner Treue für England. Hier setzte die bolschewistische Propaganda mit gesteigerter Kraft ein, sie nutzte geschickt das Argument aus, Habibulla sei die eng­lische Subvention teurer als die afghanische Freiheit und er versuche nicht einmal, die durch den Wältkrieg bewirkten Schwierigkeiten Englands für die Wiedergewinnung dieser Freiheit auszunutzen. Im Lande entstand eine Unabhängig- keitspartei, an deren Spitze sich der Bruder Emirs, Nasi- rulla, stellte. Im Februar 1919 wurde der Emir auf ei-, ner Jagd ermordet. Die Urheberschaft dieses Mordes ist bisher nie geklärt- worden. Wie dem auch sein mag Nasirulla gelang es nicht, die Staatsmacht an sich zu reißen, da der Sohn des Ermordeten, eben der gegenwärtige Emir Amanullah die Armee auf keine Seite zu ziehen verstand. 28jährig bestieg Amanullah den Thron. Aber das Unab­hängigkeitsstreben war allzu mächtig geworden, als daß auch er ihm ausweichen konnte. J

Bereits im Mai 1919 kam es wegen der ewigen Grenz- streitigkeiten mit Britisch-Indien zum Kriegsausbruch mit England. Seuchen und Nachschubschwierigkeiten dezimierte,! das englische Heer, und nach einer Reihe von Zusammen­stößen kam es am 8. August 1919 zum Frieden von Rawal­pindi, der der Schutzheprschaft Englands ein Ende machte. Im Artikel 3 des Friedensvertrages wurde die bis dahin an den Emir gezahlte Subvention abgeschafft. Im Artikel 2 aber sicherte Englanddem unabhängigen afghanischen Staate in seinen inneren und äußeren Angelegenheiten in aller Form volle Freiheit und Selbstbestimmung" zu.

Afghanistan ward somit nach der Beendigung des Welt­krieges der e r st e unabhängige islamitische Staat, und so war es natürlich, daß es in den Mittelpunkt der Orient- Propaganda trat. Am 26. Februar 1921 kam es namentlich zu einem Freundschaftsvertrage mit Rußland. Die bethen Staaten verpflichteten sich, kein politisches oder militärisches Abkommen mit einer dritten Macht abzuschließen, das einem von beiden schädlich wäre. Ferner wurde die Einrichtung konsularischer und diplomatischer Vertreter gegenseitig ver­einbart und russischerseits auch eine finanzielle (man sieht hier, wie Sowjetrußland die frühere Stelle Englands em- zunehmen sich bemühte) und technische Hilfe für Afghanistan versprochen. Am 1. März folgte dann ein in Moskau ab­geschlossener Freundschaftsvertrag mit A n g o r a, im No­vember 1923 ein Vorvertrag mit Persien, am 31. Au­gust 1926 ein Neutralitätsvertrag mit der Sowjet­union und am 28. November 1927 ein endgültiger Ver­trag mit Persien, der auch die alten Grenzstreitigkeiten be­reinigt.

Trotz alledem und trotz mancher panislamischen Anwand­lungen des Emirs ist Afghanistan dennoch nicht zu einem Mittelpunkt einer panislamischen Bewegung geworden. Der Grund liegt nicht nur in den Schwächen dieser Bewegung selbst, der antireligiösen Politik Mustapha-Kemals, oer zwiespältigen Haltung indischer Mohammedaner usw., son­dern auch'in der Diplomatie Amanullas selbst. Er stellte sich mit England keineswegs auf den Kriegsfuß. Bereits Ende November 1921 kam es vielmehr zu einem Abkom­men mit England, in dem Afghanistan sich verpflichtete, tn Djalalabad, Chase! und Kandahar, also gerade in den West- lichen, den englischen Besitzungen zugekehrten afghanischen Provinzen keine russischen Konsulate zu dulden. Kurz, der Emir baute seine Außenpolitik recht vielseitig aus, vor al­lem unter dem Gesichtspunkt der afghanischen Unabhängig­keit.

Diese außenpolitische Tätigkeit war und ist bis auf die Gegenwart von einer überaus eifrigen Reformtätigkeit im Innern begleitet. Abschaffung der Sklaverei, Propaganda für Einehe, Abschaffung ständischer und Stammesprivue- Sien, Heberführung der Naturalsteuern in Geldsteuern, Ver-

weltlichung des Unterrichts, Einführung der allgemeinen Wehrpflicht das sind die Hauptreformen Amanullas, die er nicht ohne Widerstand, namentlich der Geistlichkeit und der Stämme, die ihre Steuer- und Heeresprivilegien ein- büßten, durchführen mußte, bei denen er aber doch schließ­lich die Oberhand behielt, wofür der Umstand, daß er jetzt sein Land zwecks einer Europa-Reife verlasien hat, ein kla­rer Beweis ist. Diese Reise selbst aber ist der Beweis dafür, daß der Emir auch weiterhin seinen Staat nicht auf irgendwelche abenteuerlichen Wege führen, sondern dessen Beziehungen zu den Außenmächten auch durch persönliche Fühlungnahme festigen will. Neben anderen Ausländern sind in Afghanistan, insbesondere als Aerzte und Ingeni­eure, auch eine Anzahl Reichsdeutsche tätig. Es ist zweifel­los, daß die oben betonte Spärlichkeit der Besiedlung des Landes und seine ungehobenen Mineralschätze hier noch wei- tere Perspektiven eröffnen, und es ist nur zu wünschen, daß der Besuch des Emirs in Deutschland dem wirtschaftlrwen Einflüsse des Deutschen Reiches in Afghanistan zunutze kom­men möge.

Das Programm des Königbesuchs

Im Auswärtigen Amt ist ein Programm für den Emp­fang des Königs Amanullah von Afghanistan am 22. Febr. in Berlin, insbesondere für die Einzugsfeierlichkeiten fest« gelegt worden.

Zur glatten Abwicklung des Empfanges hat man be- fthlossen, den König auf dem Lehrter Bahnhof eintreffen zu lasten. Die Fürstenzimmer des Lehrrer Bahnhofs, die inzwischen anderen Zwecken dienstbar gemacht worden find, werden wieder instandgesetzt. Auf dem Bahnsteig wird eine Ehrenkompagnie der Reichswehr Aufstellung nehmen, wäh­rend in den Fürstenzimmern Reichspräsident von Hindeu- burg mit großem Gefolge den Gast erwarten wird. Nach dem Abschreiten der Ehrenkompagnie und der Vorstellung des beiderseitigen Gefolges wird der Reichspräsident das Königspaar zu den Kraftwagen leiten, die von einer vor dem Lehrter Bahnhof Aufstellung nehmenden Reichswehr- schwadron eskortiert werden.

Die Fahrt geht vom Lehrter Bahnhof über den Platz der Republik zum Brandenburger Tor und von hier aus durch die Linden und die Wilhelmstraße zum Palais Prinz Albrecht. Am Palais wird eine zweite Ehrenkompagnie die Ehrenbezeugungen erweisen. Das Palais erhält für die Dauer des Aufenthalts des Königspaares eine Offiziers- wache, die Doppelposten stellt und beim Erscheinen des Königs ins Gewehr zu treten hat. Nur ein Teil des Gefol­ges wird im Palais Unterkunft finden, der Rest wird vor­aussichtlich im nahegelegenen Hotel Excelsior Quartier neh­men. Wie üblich, werden zur Begleitung des Königs zwei höhere Offiziere, voraussichtlich ein General und ein Oberst, kommandiert, ferner Vertreter des Auswärtigen Amtes. Zu Ehren des hohen Gastes werden sowohl der Lehrter Bahn­hof wie auch die an der Einzugsstraße liegenden Behörden- gebäude die Flagge von Afghanistan setzen, auf schwarzem Grund ein weißer Stern mit eirrer Moschee. Selbstverständ­lich werden alle vfsenktichen Gebäude in den Farben des Reiches und Preußens flaggen.

Reben der Besichtigung industrieller und städtischer An- laaen, darunter auch des Flughafens, wird König Amanullah auch einer Festvorstellung in der Staatsoper beiwohnen und schließlich an einer Reichswehrübung auf dem Döberitzer Platz teilnehmen. Der afghanische Gesandte Achmed Ali Khan fährt dem Königspaar bis Basel entgegen.

Der Wert des Heimchen Od-bnnes.

von h o l st e i N, gepr. Obergärtner.

Ueber den wert des Obstbaues haben sich in den letzten Jahren recht unzutreffende Urteile in der ländlichen und obst- bautreibenden Bevölkerung gebildet, wodurch nicht nur dem ländlichen Erzeuger, sondern einem wichtigen Zweige unserer Nahrungsmittelerzeugung, dem gesamten Obst- und Gemüse­bau auf unbestimmte Zeiten große Schädigungen entstehen können. Nur durch intensive Bestrebungen, dem Wettlauf des Auslandes in der restlosen Eroberung unseres Lebens­mittelmarktes, insbesondere des Obstmarktes, Einhalt zu gebieten, durch Lieferung wirklich einwandfreier und markt­fähiger Ware ist es möglich, den Obst- und Gemüsebau wieder rentabel zu gestalten und damit Nlillionenwerte dem deutschen Vaterlande zu erhalten.

wir wissen, daß die Großindustrie günstige Bedingungen für ihren Auslandhandel durchzusetzen wußte und zwar auf Kosten des deutschen Obst- und Gemüsebaues und der deut­schen Landwirtschaft. Seitdem Deutschland ein valutastarkes Land ist, war das Ausland bestrebt, uns mit ihren land­wirtschaftlichen Produkten zu überschütten. Die Folge davon war, daß der Absatz der deutschen Produkte immer schwie­riger wurde und die Lrstehungskosten sich von Jahr zu Jahr erhöhten. Dieser Zustand, der aus die Dauer uner­träglich ist und für Obst- und Gemüsebau wie auch für die gesamte Landwirtschaft von nicht auszudenkenden Fol­gen werden kann, wird in diesem Jahre noch verschärft, indem das Ausland in grausamer Berechnung ihre Produkte auf dem deutschen Nlarkte Waggon um Waggon anrollen läßt, sodaß die Anfuhr den Bedarf wesentlich übersteigt. Die waren müssen um jeden Preis verkauft werden, um sie vor dem verderben zu retten, wodurch aber der Absatz deutscher Produkte weiter unterbunden wird. Den Schaden trägt der ausländische Züchter, der Exporteur kommt trotz­dem auf seine Kosten. Der Zweck dieser unlauteren Bestre­bungen ist, den deutschen Nlarkt um jeden preis restlos zu erobern und für die Zukunft zu erhalten. Ist dieses Ziel nur annähernd erreicht, wird uns dieses bemerkbar durch das Steigen der Preise für Blumenkohl, Gelbe Rüben, To­maten und Obst, sowie aller ausländischen Produkte. Damit ist aber das Schicksal Hunderttausender deutscher Erzeuger besiegelt und ihr endgültiger Ruin ist Tatsache geworden. Mittels Ruto werden diese Produkte bis in die entlegend- sten Dörfer verbracht, wo Geschäftsleute und Hausfrauen sich im Wettlauf überbieten, diese fabelhaft billigen pro­

dukte zu erstehen und damit ihr Scherflein beizutragen am Untergang und Ruin deutscher Volksgenossen.

Der ausländische Züchter ist nun durchaus nicht aus Rosen gebettet, denn auch er muß bei einwandfreier und sauberster Sortierung, zu billigen preisen liefern, aber er hat den Vorteil für sich, durch die Geschäftstüchtigkeit der Exporteure, sowie durch das rege Interesse ihrer Regierung an dem Auslandhandel, kann er jederzeit seine Produkte glatt absetzen.

viele deutsche Züchter, besonders aiTf dem Lande, sind sich der großen Gefahr, in der ihre wirtschaftliche Existenz sich befindet, gar nicht recht bewußt, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen, insbesondere dort, wo der Dalles den Leuten bis zum halse reicht. Mit dem Schimpfen auf die staatlichen Einrichtungen und auf die lieben Mitmenschen ist bisher nichts erreicht worden und wird dies wohl auch in Zukunft schwer möglich sein. Witterung und Auslandhandel haben ja leider in den letzten Jahren dem deutschen Züchter das Leben arg verbittert, aber keine Lage ist wohl derartig, daß es keinen Rusroeg gibt.

Das billigste, was sich der Landwirt und Gbstzüchter heute verschaffen kann, ist eine sein gesamtes Tätigkeits­gebiet umfassende Belehrung, der er leider nur zu gern aus dem Wege geht, sei es im Besuch landwirtschaftlicher Schu­len, Baumpflegekursen oder im Anhören von Vorträgen über Neuerungen im Berufe. Ohne daß der Landwirt an dem etwas altmodisch gewordenen Gebäude seiner Wissen­schaft anfängt auszubessern und zu flicken, wird es schlecht möglich, die Lage zu ändern; dies trifft besonders für den Obstbau zu. Obwohl sich der Gbstverbrauch in den letzten Jahren wesentlich erhöht hat, so muß doch festgestellt wer­den, daß ein großer Teil unserer Dbsterzeugung in diesem Jahre wertlos in den Lagern liegt und für Ruslanbobft 60 pfg. bis 1 Mark pro Pfund gezahlt werden bei leb­hafter Nachfrage und Absatz.

Diese Erscheinung ist wohl damit zu erklären, daß der Käufer an die angebotene Ware besondere Anforderungen stellt und zwar im Aussehen der Früchte wie auch in der Aufmachung des Angebotes. Die Sortenfrage spielt nur bei einem ganz geringen Prozentsatz der Käufer eine Rolle, die Aufmachung ist beim Kaufangebot maßgebend.

Unser ländl. Obstbau entbehrte bisher jeglicher kauf­männischen Grundlage, jede Einnahme aus den Ernten war erwünscht, eine Steigerung derselben wurde in der Er­höhung der Baumzahl ersehen und in der Anpflanzung von sogenanntem Edelobst. Je zahlreicher die Gbstsortimente umso sicherer glaubte man an den Erfolg.

Die heutigen Bedingungen für einen rentablen Obstbau sind, von dem Baumbestand die denkbar höchsten Erträge unter vollständiger wirtschaftlicher Ausnutzung des Grund­stückes zu erzielen.

hierzu gehört: weitläufige Abstände der Bäume untereinander, damit die Unterkultur nur wenig oder gar nicht benachteiligt wird. Verwendung nur solcher Sorten, die sich im örtlichen Anbaugebiet als besonders tragbar erwie­sen haben bei reichen und regelmäßigen Ernten bis, ins hohe Alter hinein gesund bleiben, vor allen Dingen wider­standsfähig sind gegen Schädlinge, die unsere Obsternten alljährlich vermindern und entwerten.

Die Kenntnisse über Baumpflege und Schädlingsbekämp­fung müssen Allgemeingut werden und für deren Verbrei­tung seitens der Behörden keine Mittel gescheut werden dürfen, aber auch kein Züchter die Gelegenheit versäumen darf seine Kenntnisse zu erweitern und zu vervollständigen.

Licht und Luft in der Krone sind Grundbedingung zur Entwickelung der Früchte. 100 große Früchte wiegen nicht weniger als "130 kleine Früchte, erzielen aber beim Verkauf einen höheren Wert.

Die Schädlingsbekämpfung, obwohl bei richtiger Sorten- wahl auf ein geringes eingeschränkt, muß dennoch syste­matisch und alljährlich durchgeführt werden.

Die Anpflanzung von Gbstbäumen ist eine, Kapitalan­lage, deren Verzinsung sich danach richtet, ob beim Einkauf, Auswahl der Sorten und bei der Pflanzung das nötige Verständnis da war. Leider werden hierbei schon die größten Fehler gemacht, die die Rentabilität der ganzen Anlage in Frage stellen. Das beste Land ist zur Anpflanzung gut genug.

Zu den größten Schädlingen im Obstbau ist der Mensch selbst zu zählen. Baumfrevel an den Gbstbäumen und Dbst- diebstahl müssen strenger bestraft und letzterer durch erhöh­ten Flursckutz unterbunden werden. Bei der Obsternte muß endlich mit der alten Methode des Sackpflückens aufge­räumt werden. Das Gbst muß in Körbe gepflückt und unter dem Baume sofort sortiert werden. Das gute Gbst kommt aufs Lager, fleckige und kleine Früchte gehen in die Kelter oder sind als sogenanntes Waggonobst zu ver­werten. . .

Die weitere Behandlung des guten Gbstes darf nur durch besonders geschultes personal erfolgen und wird von einer Verkaufszentrale aus erledigt. Es ist unbedingt notwendig, daß die Gbstzüchter in einer Zentrale vereinigt sind, die alle Fragen der Baumpflege, Schädlingsbekämpfung. Um- pfropfungen insbesondere aber des Gbstabsatzes umfassen.

Das für den Nohgenuß in den Handel gegebene Gbst muß sich auszeichnen durch Sauberkeit, einheitliche Größe, ge­wissenhafte Verpackung und preiswertes Angebot .

Es ist möglich, den ländlichen Gbstzüchter zu überzeugen und ist er bereit, die ihm von der Regierung gebotenen Hilfen zu verwenden, vor allem aber sich die Kenntnisse anzueignen, die unbedingt erforderlich sind den heutigen Bestrebungen sich anzupassen, dann wird ihm der Obstbau ein segensreicher Betrieb und der Obstbaum ein heil- und Segenspender für den Besitzer und für seine deutschen Volks­genossen sein.