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Kein Weltrekord Chamberlins.

New Aork, 5. Februar. Der dritte Der'

und Williams, einen neuen

Der dritte Versuch Chamberlins Weltdauerrekord aufzustellen, ist wieder fehlgeschlagen. Kurz nach dem Start in Bhrd-Field stürzte der Apparat aus einer Höhe von 40 Fuß zu Boden. Die Flieger blieben unverletzt, der Apparat wurde schwer be­schädigt.

Vertreter der Landwirtschaft beim Reichspräsidenten.

Berlm, 6. Februar. Der Reichspräsident empfing Ab­ordnungen des Reichslandbundes unter Führung seiner Präsi­denten Graf Kalckreuth und Hepp, der Vereinigung der Deut­schen Bauernvereine unter Führung des Vizepräsidenten Stamerjohann, sowie der Deutschen Bauernschaft unter Füh­rung ihres Geschäftsführers Lübke. Die Herren erstatteten dem Reichspräsidenten Bericht über die gegenwärtige Notlage der Landwirte und unterbreiteten ihm eine Reihe von Vor­schlägen zur Wiederherstellung geordneter und gesicherter Ver­hältnisse in der Landwirtschaft.

Das griechische Kabinett ist zurückgetreten. Aus Athen wird dazu berichtet, daß die wildesten Gerüchte im Umlauf sind sowie Meldungen über Gärung in Heereskreisen. Die Garnison wird in den Kasernen zurückgehalten.

Aus Mexiko wird ein Kampf zwischen Bundestruppen und Aufständischen gemeldet. Diese verloren 45 Tote, darunter einen Priester.

Der Haushaltsausschutz des Reichstages genehmigte die Einstellung eines neuen Titels in den ReichsetatBeihilfe des Reiches für den Bau der Rheinbrücken bei Ludwigshafen, Speyer und Maxau als erster Teilbetrag 650 000 Mark".

Der demokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Raschig aus Ludwigshafen hat auf der Durchfahrt von Ludwigshafen auf dem Duisburger Hauptbahnhof einen Schlaganfall erlitten, an dessen Folgen er im Krankenhaus gestorben ist.

Eine von 15 000 Landwirten besuchte Versammlung in Schwerin forderte von der mecklenburgischen Regierung bis 15. Februar d. J. die Auszahlung der bewilligten Notstandskredite, von denen 1,2 Millionen Ende Oktober und 1,8 Millionen Ende November vom Reiche der mecklenburgischen Regierung über- wiesen worden sind. Falls die Forderungen nicht bald bewilligt werden sollten, werde der Landbund einen Volksentscheid auf vorzeitige Beendigung der Wahldauer des Landtages herbeiführen.

Wie die Polnische Presse erfährt, bildet der deutsche Vor­schlag, die deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen zeit­weilig nach Berlin zu verlegen, gegenwärtig Gegenstand der Be­ratung der polnischen Regierung.

Mitglieder des sowjetrussischen Handelskommissariats haben sich zu Wirtschaftsverhandlungen mit Deutschland nach Berlin begeben.

A Dillenburg. (V o m Spiel in den Tod.) Ein betrübender Unfall, dessen Opfer ein kleines Mädchen von 5A Jahren wurde, ereignete sich hier. In der Merbachstraße spielte eine Kinderschar Ballwerfen. Im Eifer des Spieles lief das Töchterchen des Schreiners Herzog dem davonrollenden Ball nach, stolperte über einen Bordstein und kam zu Fall. Dabei schlug die Kleine derartig unglücklich auf den Boden, daß eine schwere Gehirnerschütterung und ein Bluterguß im Kopfe eintrar, an deren Folgen das Mädchen kurz nachher starb.

A Fulda. (RomreisedesBischossvonFülda.) Der Bischof von Fulda beabsichtigt, entsprechend den kirch­lichen Bestimmungen, in diesem Jahre, und zwar alsbald nach dem diesjährigen Osterfest, eine Romfahrt zu unternehmen.

A Kassel. (Im Zug verhaftet.) Im Zug zwischen Frankfurt a. M. und Kassel verhaftete die Kriminalpolizei den Heilgehilfen Rudolph aus einem Ort bei Kassel, der versucht hatte, seine Frau zu vergiften und durch einen unerlaubten Eingriff den Tod seiner Geliebten verschuldet hatte.

A Staffel. (Verhaftung einer elfköpfigen Einbrecherbande.) Die hiesige Kriminalpoliezi ver­haftete eine aus elf Personen bestehende Einbrecherbande, die mehr als ein Dutzend schwere Einbruchsdiebstähle in Kassel auf dem Gewissen hat.

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Ehrerbietiges Verhalten."

Nach dem Handelsgesetzbuch ist der Arbettgeber zu einer Stimm Entlassung des Angestellten berechtigt wenn dieser erhebliche Ehrverletzungen gegenüber dem Arbeitgeber zu- -lden kommen läßt. Vor kurzer Zeit ereignete sich folgender Fall, der für die Auslegung dieses Paragraphen als sehr bedeutungsvoll angesehen werden muß:

Einem Angestellten waren ttn Beisein der Kundschaft und des Personalsmaßlose" Vorwürfe gemacht worden. Der Angestellte verließ darauf die Verkaufsräume, kehrte aber nach kurzer Zeit zurück. Die Firma entließ den betreffenden An­gestellten wegen Dienstverweigerung und erheblicher. Ehr- verletzung gegenüber dem Arbeitgeber. Nach dem Urteil des

Landesaroeitsgerichts Darmstadt bom 11. Januar 1928 stellt die Unterlassungehrerbietigen Verhaltens" jedoch keine ge­wollt Ehrkränkung dar, wenn der Arbeitgeber durch eigenes Verschulden die Unterlassung provoziert hat. Der Arbeitgeber ist seinem Angestellten gegenüber in gleicher Weise zum Unter­lassen von Ehrkränkungen verpflichtet. Greift er dessen Ehr­gefühl an, dann begibt er sich durch eigenes Verschulden des Rechts, die ihm geschuldete Ehrerbietung in vollem Maße beanspruchen zu können. Der Angestellte ist durchaus nicht verpflichtet, die Launen des Arbeitgebers, falls er durch diesen angegriffen wird, widerstandslos über sich ergehen zu lassen. Herabsetzende Vorwürfe im Beisein der Kundschaft und des unterstellten Personals braucht der Angestellte nicht einfach hinzunehmen.

Wenn der Angestellte durch die Art der Vorwürfe soweit getrieben wird, die Verkaufsräume zu verlassen, ist das Ver­halten keine beharrliche Dienstverweigerung und keine Achtungs­verletzung gegenüber dem Arbeitgeber, sondern eine Notwehr. Das durch maßlose Vorwürfe des Arbeitgebers verursachte Verlassen der. Verkaufsräume läuft auf das Gegenteil einer Dienstverweigerung hinaus, wenn der Angestellte nur die Räume verließ, um sich zu beruhigen und dann unverzüglich in das Geschäftslokal zurückkehrte.

Wetterbericht. Am Züdrande des bei Island lie­genden kräftigen Tiefdruckwirbels entwickeln sich stärkere Ausläufer, die auch unser Gebiet berühren werden. (Es ist bei ansteigenden Temperaturen mit stärkerer Bewölkung, zeitweise auch Niederschlägen zu rechnen. Von Westen her steigt der Luftdruck zunächst wieder an, so daß späterhin zeitweise wieder mit Rückgang der Bewölkung gerechnet werden kann. Vorhersage bis Montag Abend: Wolkig bis bedeckt, zeitweise auch Niederschläge, mild, südwestliche Winde. Witterungsaussichten bis Dienstag Abend: Wech­selnd bewölkt, noch einzelne Niederschläge, leichte Abküh­lung, westliche Winde.

Staatsbürgerliche Bildungstagung (Wo- chenendtagung für Kreis und Stadt 5 chlüch - tern am Zonnabend, den 11. Februar 9.15 Uhr in der Aula des früheren Seminars. Die Landesabteilung Hessen der Neichszentrale für Heimatdienst der amtlichen Ruf* klärungsstelle der Neichsregierung veranstaltet im Nah­men ihrer staatsbürgerlichen und sachpolitischen Bildungs- arbeit in den Kreisstädten ihres Bezirks am Ionnabend, den 11. Februar eine Tagung für alle politisch und wirt­schaftlich interessierten Persönlichkeiten aus Kreis und Stabt Zchlüchtern. Gemäß Neichstagsbeschluß vom 5. Iuli 1921 dient die Neichszentrale für Heimatdienst der politischen Bil- 1 dungsarbeit vom Gesichtspunkte des Staats* und Volks- ,ganzen aus. Ihre Redner halten sich daher frei von Partei- und Interessenpolitik. Sie betrachten es als ihre Aufgabe, die entscheidenden Tatsachen und Probleme aus den politi­schen und wirtschaftlichen Tagesfragen herauszuschälen und in ihren geschichtlichen und ursächlichen Zusammenhängen darzustellen. An jeden Vortrag schließt sich eine Aussprache Jan. Die Landes-Abteilung hofft, durch diese Arbeit die staatsbürgerlichen Kenntnisse zu mehren und zu vertiefen, die sachpolitische Urteilsbildung zu fördern und zu einer Milderung der Gegensätze in unserem deutschen Volke bei- zutragen. Zur Minderung der erheblichen Unkosten ist ein freiwilliger Beitrag in Höhe von Mk. 0.50 erwünscht. Interessierte Gäste Männer wie Frauen sind will­kommen. Tagesplan: 9.1510.50 Uhr: Schriftsteller Emil Uitter-Fulda:Der Nhein und die europäische Zukunft". Aussprache. 11.0012.40 Uhr: Studienrat Dr. I. Wagner- Frankfurt a. M.:Die geographischen Grundlagen der deut­schen Landwirtschaft". Aussprache. Mittagspause. 13.5015.35 Uhr: Gberstudiendirektor Dr. R. Gehlert- Frankfurt a. M.:Wege zur Volksgemeinschaft". Aus­sprache.

Es gibt 500 000 Kleinrentner. (Das Rentner* gesetz erfordert 200 Millionen.) In einer Denkschrift, die der Neichsarbeitsminister und der Ueichsminister des Innern jetzt dem sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages zur Be­ratung des demokratischen Kleinrentner-Gesetzentwurfes haben Zugehen lassen, wird die Zahl der in Fürsorge befindlichen Kleinrentner auf 340 000 geschätzt. Dazu kom­men ungefähr 150 000, die keine Unterstützung beziehen, von den Unterstützten sind 255 000 Frauen und 85 000 Männer. Die Regierung nimmt an, daß aus der Zahl der 340 000 Kleinrentner höchstens 125 000 Personen früher ein vermögen von mehr als 10 000 Mark gehabt haben. Zu ihnen kommen nach Annahme des Gesetzes die bisher nicht unterstützten Kleinrentner hinzu. Ungefähr 445 000

Personen haben ein Einkommen von noch nicht 1000 Mark itm Iahr. Sie haben jedoch die Fürsorge vorläufig nicht in Anspruch genommen, weil sie von anderen, meistens von ihren Kindern, unterstützt wurden. Die Regierung schätzt die aufzuwendende Summe, falls das Gesetz angenommen wird, auf jährlich 200 Millionen. Diesem Betrag steht aber die Ersparnis an Fürsorgemitteln gegenüber, die jähr­lich ungefähr 50 Millionen Mark betragen würde.

Konzert des Musikvereins Zchlüchtern. Am kommenden Sonntag, abends 8 Uhr, veranstaltet der Musikverein Zchlüchtern in der Turnhalle sein letztes dies­jähriges Winterkonzert. Der übervolle Saal bei dem letzten Konzert hat bewiesen, daß die Leistungen des Vereins an* sprechen und den Besuchern volle Befriedigung gewähren. Wir wünschen dem Musikverein auch am kommenden Sonn* tag wieder ein volles Haus. Näheres in nächster Nummer.

hk. Fortschreitende Befreiung des Reife* Verkehrs vom Visumzwang. Die Geschäftsstelle hanau der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M. hanau macht daraus aufmerksam, daß zur Zeit zur Reife nach folgenden Ländern nur noch ein gültiger deutscher Reisepaß notwendig ist, dagegen nicht mehr ein besonderes Visum eingeholt werden muß: England mit Irland, Kanada, Neuseeland, Südafrikanische Union, Neufundland und Süd* rhodesien. (Zu den Reifen nach den anderen Dominions, wie z. B. Australien und Indien, ist aber ein Visum noch erforderlich.) Weiterhin Oesterreich, Zchweiz, Iugoslavien, Holland, Luxemburg, Zchweden, Norwegen, Dänemark und (Esland, Finnland, Danzig, ferner Portugal, Japan, Tuba, Panama und die Dominikanische Republik. Mit der Auf­hebung des Visumszwanges für die Tschechoslowakei ist mit dem Abschluß des Handelsvertrags in den nächsten Monaten zu rechnen.

l500 Buchprüfer haben 1l4 Millionen ein* gebracht. Nach der jetzt vorliegenden amtlichen Sta= tistik für 1926 haben die gegenwärtig für die Finanzämter tätigen Buchprüfer, etwa 1500 an der Zahl, insgesamt in 83 706 Fällen im ganzen Reiche einschreiten müssen. Sie haben dabei insgesamt 98 908 888 an Neichssteuern und 10 266 071 X^ an Landes-, Kirchen- und anderen Steuern noch aufgebracht, die aus Fahrlässigkeit oder Bös* Willigkeit nicht pflichtgemäß entrichtet worden waren. Da hierzu für die betreffenden Steuerschuldner noch insgesamt 4 898 843 X^ an Geldstrafen hinzukamen, haben die Buchprüfer durch ihre Tätigkeit dem Neichssäckel im Be= richtsjahre nicht weniger als 114 073 802 X^ zugeführt jeder einzelne von ihnen also mehr als 70 000 X#.

Steigerung des Ertrags von Wiesen und Dauerweiden. Wenn Wiesen oder Dauerweiden im Ertrag zurückgehen so läßt sich auch oft ohne Umbruch durch billige wirtschaftliche Maßnahmen eine Steigerung des Er­trags erzielen. Neben ausreichender Bewässerung gehört dazu Anregung der Bakterientätigkeit durch Kompost-, Iauche- oder Ztallmistdüngung, durch die die Humusbildung gefördert wird. Lockere Bodenarten sind besonders im Früh­jahr mit schwerer Walze zu walzen, herrscht starke Un­krautplage, so ist Verwundung mit Wiesenritzen, Scheiben* oder Flügeleggen und Wieseneggen am Platze. Um die entstehenden Wunden zu schließen, empfiehlt sich sofortige Nachsaat hochwertiger möglichst einheimischer Klee- oder Grassämereien. Gutachten über Grünlandverbesserung er* teilt die Landeskulturstelle der zuständigen Landwirtschafts- kammer.

Der Llipsenzirkel erfunden? Wie aus Nürn­berg gemeldet wird, soll ein Ingenieur August Friedrich Rauch in Windsheim-Aisch einen neuartigen Llipsenzirkel erfunden haben, der durch seine einfache Konstruktion und Herstellung überrasche. Finanzkonzerne sollen bereits leb­haftes Interesse an der Erfindung bekunden.

Aecht Franck mit der Kaffeemühle" hat sich unter allen Kaffeezusätzen die unbestrittene Führung gesichert. Seit vielen Jahrzehnten haben Millionen deutscher Hausfrauen ihn als unent­behrliches Kaffeezusatzmittel schätzen gelernt.

Dückerschau. Die Teilausgabe V des Handbuchs für den Preußischen Staat für das Jahr 1928, umfassend die Provinzen Westfalen, Hessen-Nassau, Aheinprovinz und die Hohenzollernschen Lande, ist zum Preise von 6,00 R.M. erschienen und kann durch die Schriftleitung des Preußischen Staatshandbuches im Büro des Staatsministeriums, Berlin W. 8, Wilhelmstraße 63 bezogen werden.

Verantwortlich für den Inhalt: Fr. Steinfeld.

Für die vielen Glückwünsche und Auf­merksamkeiten anläßlich unserer Hochzeit sagen wir hiermit unseren besten Dank.

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E l m, den 4. Februar 1928.

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