Keßler.
Ein Interview.
Die Wiener „Reue Freie Presse" enthält ein Interview mit einem „Freunde" des Reichswehrministers Dr. Geßler. Ein Berliner Blatt bemerkt dazu, dieser Freund äußere sich derart vertraut mit den Gedankengängen des Ministers, daß man Wohl keine unzulässige Bertauschung vornehme, wenn mau diese Aeußerungen so behandele, als stammten sie von Dr. Geßler selbst.
In dem Interview heißt es, Dr. Geßler trete zurück, weil er körperlich und seelisch einfach nicht mehr weiterkönne. Er werde jetzt wahrscheinlich einen längeren Erholungsaufenthalt in der Nähe von Innsbruck nehmen. Vielleicht werde er die Muße benutzen, seine Lebenserinnerungen auszuzeichnen. Er halte es für seine Pflicht, eine wahrheitsgemäße Darstellung der Ereignisse, an denen er beteiligt war, zu hinterlassen.
Ein Hauptgrund für seine Demission sei die Phöbus- Affäre gewesen, die den Minister schwer getroffen habe. Hinter dem Rücken des Ministers und seiner anderen Vorgesetzten habe Kapitän Lohmann sich in die Geschäfte mit der Phöbus- Film eingelassen und dafür nicht nur die ihm zur Verfügung stehenden Fonds verausgabt, sondern auch namens des Ministeriums Bürgschaften für Millionenbeträge übernommen. Diese Millionen seien verloren und das Reichswehrministerium werde genötigt sein, in einem Nachtragsetat vom Reichstag die Bewilligung dieses MMonenbetrages zu verlangen.
Der Minister glaube, daß sein Rücktritt die parlamentarische Erledigung der fatalen Angelegenheit erleichtern werde.
Ueber die Nachfolge sagt Gaßlers „Freund", daß Geßler selbst der Ansicht sei, das vakante Ministerium müsse definitiv besetzt werden. Er nannte als geeigneten Mann den General Gröner.
Aus der Zentrumspattei.
Der Parteivorstand einberufen.
Wie aus Berlin gemeldet wird, erhält sich tu politisch- parlamentarischem Kreisen hartnäckig das Gerücht, daß Abgeordneter Stegerwald sein Amt als Kveiter Vorsitzender des Zentrums niedergelegt hat mit der Begründung, daß ein gedeihliches Zusammenarbeiten mit dem ersten Vorsitzenden, Reichskanzler Dr. Marx, unmöglich geworden sei. Der Parteivorstand ist auf Mittwoch, 18. Januar, einberufen, um die Differenzen zwischen den beiden leitenden Persönlichkeiten der Partei auszugleichen.
Der Erweiterte Vorstand des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften befaßte sich u. a. auch mit den Auswirkungen der t^soldurrgsreform und nahm eine Entschließung an, in der er sich auf den Standpunkt Megerwalds stellt.
Gegen den Abg. Jmbssch.
Die „Germania", das Berliner Organ der Zentrumspartei, geht ausführlich auf die Rede des Zentrumsabgeordneten Jmbusch ein, in der dieser den Parteiführer, Reichskanzler Dr. Marx, angegriffen hatte. Das Blatt bedauert die „Ausführungen Jmbuschs, die Uebertreibungen und Schiefheiten enthielten, richtig sei aber, daß sich Parteileitung und Hn- trumsarbeiterschast von einander entfernen. Es ist wünschenswert, daß den Gründen aufrichtig und ehrlich von allen Seiten nachgegangen wird." Das Blatt schließt: „Dem Reichskanzler hat es durchaus fern-gelegen, zum-.Dffaß -finer solchen Auseinandersetzung zu werden und wenn wir alle nur den Willen haben, dem Charakter der Partei entsprechend, wahrhaft dem Ausgleich zu dienen, dann sei es unsere Aufgabe, uns nicht auseinander, sondern zueinander zu führen."
Feuerlampf zwischen Einbrecher und Polizei.
Ein Dieb getötet, ein anderer fest genommen.
In der Nacht zum Dienstag kam es in Bingen zu einem Feuerkampf zwischen Einbrechern und Polizei. Gegen 11 Uhr hatten Diebe einen Einbruch in das Haus der Eier- und Butterhandlung Schneider versucht, wurden aber bereits beim Einsteigen bemerkt und waren auf das Dach eines Nachbarhauses geflüchtet. Auf die «zwischen herbeigeeilte Polizei feuerten die Einbrecher.
Die Polizei erwiderte das Feuer und tötete einen Einbrecher, einen Lehrling aus Dietersheim. Die anderen Einbrecher flüchteten, doch konnte einer von ihnen, ein Lehrling aus Bingerbrück, der bereits bei einem Einbruch in die Sakristei der katholischen Pfarrkirche beteiligt war, festgenommen Werden.
And wieder Korruption.
Große Veruntreuungen beim Oberzollamt in Danzig.
Bei der Kasse des Oberzollamtes in Danzig sind in den letzten Tagen große Veruntreuungen festgestellt worden, die allem Anschein nach bis in das Jahr 1924 zwcückreichen. Nach den bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei hat ein Oberzollsekretär in Gemeinschaft mit zwei Kaufleuten jahrelang Zollquittungen, nachdem diese bereits die Zollkasse passiert hatten, wieder in den Verkehr gebracht. Ueber die Höhe der Veruntreuungen steht noch nichts fest.
Drei Personen verhaftet.
Von amtlicher Stelle wird mitgeteilt, daß bereits drei Personen verhaftet Word«! sind und zwar Oberzollsekretär Julius Oberm« ist aus Oliva, dessen Schwager Paul Schulz sowie der Teilhaber des Schulz, der Kaufmann Palisch aus Langsuhr. Weitere Verhaftungen stehen bevor.
Nach dem bisherigen Stand der Untersuchung, die ein umfassend^ Geständnis des Obermeist ergeben hat, handelt es sich um den Betrag von etwa 200 000 Zloty. Die Untersuchung ist »och nicht abgeschlossen.
8 Herzog Bernhard von Meiningen f. In Meiningen A nach längerer Krankheit der letzte regierende Herzog von Sachsen-Meiningen im Alter von fast 77 Jahren gestorben. Herzog Bernhard von Sachsen-Meiningen war mit der am L Oktober 1919 verstorbenen ältesten Schwester Charlotte des B Kaisers verheiratet und hinterlaßt nur eine Tochter , die mit dem Prinzen -Heinrich XXX. Reuß j. L. ver- ist. — Chef des -Hauses Sachsen-Meiningen wird jetzt Sm Wjahriger Neffe Dr. jur. Prinz Georg v. Sachsen- leiningen, der seit dem Frühjahr 1919 mit Gräfin Klara v. Koöff-Schmffing-Kerfsenbrock verheiratet ist.
Präsident Woldemaras in Berlin.
Berlin, 18. Januar. Wie den Blättern mitgeteilt wird, trifft Präsident Woldemaras am 25. d. M. zu einem mehrtägigen Besuch in Berlin ein. Der Gegenstand seiner Besprechungen mit dem deutschen Minister des Aeußern wird in erster Sinne der deutsch-litauische Handelsvertrag sein, über den ja bereits schon seit langem Verhandlungen gepflogev worden sind.
Preisausschreiben für den Reichstagserweiterungsbau.
Berlin, 18. Januar. Aus das Preisausschreiben für den Reichstagserweiterungsbau gingen 278 Entwürfe ein. Mit dem 2. Preise von 6000 Mark wurde u. a. der Entwurf des Architekten G. Schaupp-Frankfurt a. M. (Mitarbeiter Architekt Boßler) ausgezeichnet. Angekauft wurden drei Entwürfe, und zwar Meißner-Dresden, Professor Straumer-Berlin, Klophaus-Putzlitz-Hamburg.
Der Metallarbeiter streik in Magdeburg.
Magdeburg, 18. Januar. Die Abstimmung der Metallarbeiter in den Magdeburger Großbetrieben hat als Ergebnis den Streikbeschluß gebracht. Dafür stimmten 97 bis 99 Prozent der Belegschaften. Nunmehr ist die Arbeit in den Großbetrieben niedergelegt worden, und zwar im Krupp- Krusonwerk, bei der Maschinenfabrik Otto Gruson & Co., bei der Maschinenfabrik R. Wolff-Buckau, bei der Maschinenfabrik Buckau und bei der Maschinenfabrik Schäffer & Budenberg in Magdeburg. In Magdeburg sind an dem Streik rund 20 000 Metallarbeiter beteiligt.
Zur Munitionsbeschlagnahme im Kieler Hafen.
Kiel, 18. Januar. In Sachen der Munitionsbeschlagnahme im Kieler Hafen führt dem Vernehmen nach die Staatsanwaltschaft mit der Kriminalpolizei in Halle gegenwärtig die Untersuchung in Halle und Torgau. Es handelt sich bekanntlich um die 17 Eisenbahnwagen mit Gewehrmunition, die jetzt nach der gerichtlichen Beschlagnahme in einem Leichter verwahrt wird.
(::) Nachdem der sozialdemokratische Abgeordnete Hirsch be- retts seine Unterschrift unter den Aufruf für den Bund zur Erneuerung des Reiches zurückgezogen hat, ist jetzt diesem Beispiel der zwette Sozialdemokrat, Oberbürgermeister Beims-Magdeburg, gefolgt. Nun steht von sozialdemokratischer Seite nur die Unterschrift Noskes unter dem Aufruf.
(::) Reuter meldet aus Genf: In hiesigen diplomatischen Kreisen wird angenommen, daß die Staaten der Kleinen Entente ein gemeinsames Ersuchen an den Völkerbund richten werden, die rm Jahre 1926 vom Völkerbundsrat ausgestellten Regeln betreffend Ausübung des Kontrollrechtes Ungarn gegenüber zur Anwendung zu bringen. Es handelt sich um den bekannten Zwischenfall von Izent Gotthard, wo in einem Güterzuge Teile von Maschinengewehren entdeckt wurden.
— Nach einer Blättermeldung aus Landsberg an der Warthe sind die Bewohner der Orte Annenaue und Marienwiese seit einigen Tagen von Wasser und Eis eingeschlosien. Infolgedessen mußte die Schule bereits geschlossen werden und weder Briefträger noch Pfarrer körnten die Dörfer besuchen.
— Wie Havas aus Antwerpen berichtet, ist der Dampfer ,Lappland" mit Goldbarren im Werte von 70 Millionen, die für die belgische Rationalbank bestimmt sind, in Antwerpen ange- kommen.
— Aus liess üb wird gemeldet, daß der Gerichtsrat Prelitsch,' gegen den vor einigen Tagen ein Revolverattentat aus politischen Gründen verübt wurde, seinen Verletzungen erlegen ist.
— Im Herzen des Geschäftsviertels von Caracas (Venezuela) wurden vier große Geschäftshäuser durch Feuer zerstört. Der Schaden wird auf vier Millionen Bolivars, etwa 3,2 Millionen Mark, geschätzt.
SOmillionen
Wieviel Milch j gibts pro Tag in Deut/ch-^ 1 । land G
Deutschland besitzt zurzett rund 10 Millionen Milchkühe, ine täglich zirka 50 Millionen Liter Milch geben (das entspricht einem Jahreswert von ungefähr 3,6 Milliarden Mark). Auf Grund von angestellten Erhebungen kann mau annehmen, daß diese Milchmenge im wesentlichen wie folgt verwertet wird. 40 Prozent dienen dem unmittelbaren Verzehr als Trinkmilch, 50 Prozent werden zu Butter verarbeitet, 7 Prozent finden bei der Kälberaufzucht Verwendung und 3 Prozent werden zur Herstellung von Käse verwertet. Die deuffche Landwirtschaft ist nach Kräften bemüht, den steigenden Anforderungen der Ber- braucherschast hinsichtlich Menge und Qualität der Milch und Mobkereierzeugnisie Rechnung zu tragen. Die deuffche Haus- ßrau ist in erster Linie berufen, diese Bemühungen durch den Bezug heimischer Ware zu unterstützen. Nicht oft genug kann der irrigen Auffassung entgegengetreten werden, daß die <mS- landi schen Molrereiprodukte besser feien als die dear^M.
Geh.-Rat v. Glasenapp auf der Straße verunglückt.
Berlin, 18. Januar. Der frühere Vizepräsident J Reichsbauk, Wirkt. Geh.-Rat v. Glasenapp, wurde am Kais^ Franz-Joseph-Platz gegenüber der Staatsoper von einem Laß kraftwagen angefahren. Der Verunglückte mußte im W sinnungslosen Zustande ins Krankenhaus gebracht werden. j
Neun Todesopfer der Völklinger Explosiv
Saarbrücken, 18. Januar. Von den bei der HM ofencxplosion in Bölklingen schwer verletzten Arbeitern M inzwischen wiederum zwei ihren Verletzungen erlegen, so das sich die Zahl der Toten auf neun erhöht.
Die tschechoslowakischen Flugzeugdiebe verhaftet.
Prag, 18. Januar. Der Korporal Marek und der Jnf« terift Mika, die am 15. Januar vom Proßnitzer Flugplatz aus mit dem Flugzeug „S. 18—21" abgeflogen waren, würd«, gestern auf polnischem Gebiet bei Lublin, wo sie info^ Benzinmangels eine Notlandung vornehmen mußten, aus gegriffen. Äcide Deserteure wurden verhaftet.
Eine verheerende Ueber," chwemmung in Brasilien.
London, 18. Januar. Die Stadt Arrassuahy tt Staate Minas Geraes >n Brasilien wurde von einer verheere« den Überschwemmung heimgesucht. Mehr als 1000 Häusci der Bischofspalast, ein Hotel und eine Schule sind zerstör worden. 6000 Menschen sind obdachlos.
Lynchversuch in den Vereinigten Staaten.
Flint (Michigan), 18. Januar. Nach der Verhaftung ein« Mannes, der beschuldigt wird, ein fünfjähriges Mädchen ew führt zu haben, versammelte sich eine wütende Volksmeno von etwa 10 000 Personen vor dem Gefängnis und droht den Häftling zu lynchen. Die Gefängnisbehörden mußten ihr Zuflucht zu Tränengas nehmen, um die Menge zurückzudrär gen, die schließlich durch Truppen zerstreut wurde.
** Präsident Masaryk über die Deutschen. In Prag fh unter Führung des Staatssekretärs a. D. Dr. Brugger zeht Journalisten des deutschen Zentrums zum Besuch der sudeteM deutschen klerikalen Journalisten eingetroffen. Sie Würd« vom Präsidenten Masaryk empfangen. Dieser erwiderte an eine Ansprache Bruggers, dem großen deutschen Volke habe t immer die größte Hochachtung entgegengebracht. Ein so große Volk könne sich, wie es tatsächlich auch der Fall sei, in meIl reren Staaten auswirken. Die 354 Millionen Deutschen de tschechoslowakischen Republik seien nicht als Minderheit z? bezeichnen, sie seien ein organischer Bestandteil des Staats
* < Die Maßregeln gegen die russische Opposition. Wi aus Moskau berichtet wird, hat das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei die Verbannungsbefehle gegen die Mi« glieder.der Opposition teilweise verschärft. Dies ist besonder? deutlich im Fall Trotzki, der nun in einen äußerst entlegeneW Teil des asiatischen Sowjetrußland verbannt ist. Trotzki hak sich auch geweigert, ins Amtsgebäude zu kommen, um über bis Zustellung der Verfügungen Quittung zu leisten. Er unter! zeichnete dann zu Hause.
□ Politische Schlägerei in Breslau. Im Anschluß af eine Versammlung des Tannenbergbundes, die im große; Schießwerdersaal in Breslau stattfand und von Ar? Hängern der Kommunistischen Partei stark besucht war, kam es im Saale und sodann auch auf der Straße zu wiederholtes Schlägereien. Die Polizei nmtzte sowohl üu Saale wie ant* auf der Straße mit Gummiknüppeln einschreiten und mehrem Verhaftungen zur Feststellung der Personalien vornehmem Als die Polizei damit beschäftigt war, vier Verhaftete zuß Wache zu bringen, begann an einer anderen Stelle eine neue Schlägerei. Auch hier mußte die Polizei mit Gummi knüppeln einschreiten und mehrere Verhaftungen vornehmen
3 Gleiwitz erhält einen stärkeren Rundfunksender. Dix Verhandlungen mit Polen wegen der Behebungen bei Rundfunkstörungen, die durch den Kattowitzer Sender iß Deutsch-Obcrschlesien verursacht werden, haben dazu gcführ« daß in Gleiwitz ein entsprechend starker Sender mit eines mittleren Tclcphonieleistung von etwa 12 Kw. errichtet wich Beim Abschluß der Verhandlungen hat sich Polski Radio enif gegenkommenderweise bereit erklärt, während der Ueber! gangszeit zweimal wöchentlich von 8 Uhr abends ab, sowT zwecks Ermöglichung einer störungsfreien Aufnahme der fii| i die örtliche Wirtschaft wichtigen Sendungen des Gleiwitzeß Senders an Wochentagen zwischen 12.15 und 2.40 nutz zwischen 3.20 und 4 Uhr die Energie des Kattowitzeü Senders durch Ausschaltung der letzten Verstärkerstufe herM zufetzen.
Q Unglück in einem südafrikanischen Bergwerk. einem Goldbergwerk bei Witwatersrand in SüdafrikG trat heute ein Erdrutsch ein. Ein Europäer wurde W wundet, ein Eingeborener getötet und vier verwundet. $
△ Lauterbach. (Bran d.) Hier brach in den Stallungetz des Landwirts Alp ein Feuer aus, das auch die Nachbar- gebäude bedrohte. Das Stallgebäude wurde völlig vernichte!) Ueber die Ursache ist noch nichts bekannt.
A Westerburg. (Betriebsstillegungen bo»; Basalt st einbr üch e n.) Infolge Auftragsmangel habe« i zahlreiche Basaltbrüche in unserer Gegend des Westerwalde^ ihre Betriebe bereits eingestellt bzw. werden sie in den nächste«- Tagen schließen. Es sind dies die Betriebe Hundsangen ^ Firma Odenwälder Hartstein-Jndustrie, dann der Betriel Langendernbach der Stadt Hamm, der Betrieb Rothenbach bet Eisenfelder Steinwerke, Hergenroth der Firma Adrian, Schö^ berg der Gewerkschaft Albert, Lackenbach der Firma Mehs mt Oldpenich. Auch in den Kreisen Marienberg und Altenkirche«- wurde eine Reihe von Basaltbrüchen bereits stillgelegt. Boden Stillegungen werden 1500—1800 Arbeiter betroffen, bit der Erwerbslosensürsorge anheimfallen.
A Sorga, Kreis Hersfeld. (M a s e r n e p i d e m i e n i" S o r g a.) Der Unterricht an unserer Schule hat wieder seine" Anfang genommen. Die Schule war bekanntlich auf Anratetz des Kreisarztes am 5. Dezember geschlossen worden, da H Masern derart auftraten, daß von 48 Schülern des ersten Mq zweiten Schuljahres nur der vierte Teil zum Unterricht erschienen war. Da nach den Bestimmungen auch die Geschwistel der erkrankten Kinder der Schule fernbleiben müssen, tont11 ein geregelter Schulbetrieb nicht mehr aufrechterhalten wel'. den. In den kommenden Wochen wurden nach und nach faß alle lichteren Kinder der Gemeinde Sorga und PetersbelS von der Lkrankheit befallen. Leider ist ihr auch ein Kind ^ Opfer gefallen, sonst scheint die Epidenlie glücklich vorüber'« gegangen zu sein. Da die Krankheit und damit die Ansteckung« gefahr nach Neujahr noch nicht vollständig behoben war, muW der Schulbeginn noch um acht Tage hinausgeschoben werdg« So hat der Schulbetrieb einschließlich der Weihnaa)tsferic"l- 6% Wochen geruht.