Einzelbild herunterladen
 

aus duftigen losen Blumengewinden, Heckenrosen und Waldveilchen. Goldgelbe Butterblumen voll roter und grüner Leuchtkäserchen baumelten als Lampions daran. Das würde prächtig werden heute abend! Die Elflein waren alle schon in Festkleidung. Die Elfenmutter prangte in köstlichem Stahlblau aus schimmernden Falterslügeln war ihr Staat gefertigt. Die Kinder hatten leichte lose Gewänder, die waren aus Spinn- web und Mondschein gewoben, in goldenem Buchen- grün gefärbt, oder aus Abendtau und Blütenduft ge­sponnen mit Streifchen von Himmelblau darin, oder auch aus Abendwölkchen mit Sonnengold punktiert. Es war eine wahre Pracht! Alltags trugen die Elf- chen Kleider von Blütenblättchen, die waren kühl und praktisch und leicht zu ersetzen.

Nun mußte für die Tafel gesorgt werden. Die Elfen selbst konnten auf Blumen sitzen, aber für die fremden Gäste mußten andere Sitze beschafft werden. Moospolster und Grasbündel, frische Baumblätter und Steine mußten herbeigeholt werden, denn die gela­denen Gäste waren meist etwas handfesterer Art als die Elfen, brauchten einen soliden Platz und hätten zarte Blütensitze einfach gleichplatsch!" zunichte ge­drückt.

Und jetzt die Mahlzeit! Für die zu sorgen war nicht ganz einfach bei den doch gar zu verschiedenarti­gen Gästen. Der Abendwind würde kommen, der trank klaren Tau und Blütenhonig, der Zaunkönig und die anderen Vögel bekamen Körner und kleines Getier. Für den Froschkönig gab es schöne dicke fette Brummer: dre Nixen hatten Fische genug zu Hause, die sollten schonen Honigmet haben, den die Bienenkönigin gebraut hatte, zusammen mit der Waldfee. Deren Lieblings­getränk war's auch, sie aber dazu gern Brezeln aus Hagebuttenmehl und Mohnsamen, mit Veilchen- fast angerührt und in Rosenöl gebacken. Für die Gnomen, die Wald- und Erdmännchen, die Moosweib­lein und das übrige Geistergelichter aus Wald, Feld, Sumpf und Moos gab es andere Herrlichkeiten zu speisen: Maikäsersritassee und geröstete Libellenzungen, geriebene Fliegenmägen und Regenwurmsalat, gebra­tene Schneckenfüllhörner auf Rosenblättern und gekochte Blattknospen in Mondsuppe. Zu trinken gab's wil­den Himbeerwein, klaren Tau mit Vergitzmeinnichtsaft und süßen grünen Gräserwein. Angerichtet wurde auf rosa Heckenrosen-Blütentellern, getrunken aus Mai­glöckchenbechern und Glockenblumenpokalen.

Ach, und getanzt sollte werden! Getanzt bis zum Morgen durch, die ganze Nacht! Sie konnten tanzen, die Elschen! Nur schade, daß Erdmännchen, Frösche und Gnomen ein so plumpes Gesinde! sind und so täp­pisch tanzen. Nun, vielleicht finden sich doch ein Paar gute Tänzer unter den Gästen aber den schönsten Tanz, den auf den feinen, zarten, schwankenden Glok- kenblumenblättern den müssen die Elflein doch sicher ganz allein vortanzen! Die Musikkapelle ist schon da, Hirschkäfer, Grasspringer, Grillchen, Bienen, Hum­meln und Wespen. Es wird eine feine Tanzmusik werden.

Die Frau des Adjutanten

Roman von Fr. Lehne.

8) (Nachdruck verboten)

Er heute Leonie, dieses eigenartige, fesselnde We­sen, wenn sie auch voller Fehler und Widersprüche war. Gegen ihren Reiz konnte auf die Dauer kein Mann unempfindlich bleiben. Trotzdem flog sein Blick öfter vergleichend zu Jolantha Teschendorf hin­über.

Was ihm am meisten an ihr auffiel, waren die großen, schönen, dunkelgrünen Augen mit den langen Wimpern, die das schmale Gesicht ungemein belebten. Ihre Gesichtszüge waren von einer wunderbaren Fein­heit und Regelmäßigkeit, ähnlich denen einer antiken Statue, die Nase so sein und gerade, der blaßrote Mund mit den tadellosen, weißen Zähnen sehr schön geschnitten und das Kinn von einer lieblichen Rund­ung. Ihre Gestalt war, wenn auch gut gewachsen, doch wenig reizvoll, da ihre Formen jeglicher Fülle ent­behrten. Einen herben, unfertigen, fast kindlichen Eindruck machte das junge Mädchen. Das schwere, aschblonde Haar trug sie schlicht gescheitelt und zu bei­den Seiten über den Ohren in Biedermeierknoten auf­gesteckt.

Benno war bald fertig in seinem Urteil über sie. Blond, fad, nichtssagend, langweilig!" Vielleicht würde sie eine ganz bequeme Frau werden, mit der er aber sonst keinen Staat machen konnte. Er hatte ja keinen Blick für die feinen, aparten Reize dieses zarten Gesichtes, die sich nur einem liebevollen Be­obachter offenbarten und neben Leonies üppiger lebensvoller Schönheit verblaßten.

Trotzdem Benno wenig Gefallen an Jolantha Teschendorf fand, machte er ihr doch in einer befliffenen Weise den Hof, so auffallend, daß Altorf unmutig die Stirn runzelte, da es ihm den Eindruck machte, als wolle der jüngere Kamerad sich über sie lustig machen.

Sie verhielt sich ablehnend. Ein hochmütiger Zug glitt über ihr Gesicht, während sie ihn schlagfertig zu- rechtwies; mehr als einmal mußte er ihr eine Ent­gegnung schuldig bleiben.

Hoffentlich habe ich das Vergnügen, das gnädige Fräulein recht bald einmal in Gesellschaft zu sehen," bemerkte er.

Wohl schwerlich, Herr Baron! Großpapa und Tante sind zu alt, als daß ich ihnen zumuten könnte,

Jetzt kommen aber die Gäste gleich. Da müssen wir fortgehen, wir Menschen. Sollte unter euch aber vielleicht ein Sonntagskind sein, so wird es vielleicht eingeladen zum Pfingstsest bei Elsens. Das kann vor- foiumen! . . .

Die Suntschecken von Molschleben.

Pfing st sage und Psingst brauch.

Von der Sage wird erzählt, während des Drei­ßigjährigen Krieges habe ein feindlicher General, der in der Umgebung von Molschleben bei Gotha sein La­ger aufgeschlagen hatte, der kleinen Dorfgemeinde die Forderung gestellt, innerhalb einer bestimmten Frist zweihundert Buntschecken an ihn abzuliefern. Unter Buntschecken verstand er natürlich buntscheckige Pferde.

Da kam aber den Bewohnern von Molschleben ein schlauer Einfall. Man erinnerte sich, daß man in der dortigen Gegend alsBuntschecken" auch die Weiden­ruten zu benamsen pflegt, die von den Kindern da­durchbuntscheckig" gemacht werden, daß sie die Rinde ringelweise abschälen. Am Tage nun, da das Ulti­matum erfüllt werden sollte, beauftragten die Molsch- lebener Bürger ihre Kinder damit, auf Steckenpferden vor dem feindlichen General vorbeizureiten, die durch Weidenruten-Buntschecken dargestellt wurden. Der Ge­neral, durch den pfiffigen Mnfall der Molschlebener überlistet, soll sich auch tatsächlich mit dieser Art von Buntschecken zufrieden gegeben haben.

Jahr für Jahr nun ziehen seitdem zu Pfingsten die Kinder von Molschleben zur Erinnerung an das Buntschecken-Ulimatum, mit Säbeln, Gewehren, Fahnen und namentlich mitBuntschecken" ausgerüstet, durch das farbenprächtig geschmückte Dorf. Den Kopf des Zuges bildet die Dorfkapelle. Der Umzug führt am Pfarrhause, am Hause des Dorfschulzen sowie des Was- sermüllers vorüber bis zum Bäckerhause, wo eine reich­liche Kuchenverteilung stattfindet. Anschließend werden dann in fröhlichem Gefecht dieBuntschecken" kurz und klein geschlagen. Die merkwürdige Veranstaltung findet ihren Abschluß in einem Tanz der Kinder.

Worauf sich in Wirklichkeit diese ebenso lustige wie interessante Volkssitte gründet, das konnte bis­her noch nicht festgestellt werden, um so mehr, als auch in alten Chroniken über den eigentlichen Ursprung dieses eigenartigen Brauches nichts enthalten ist.

Pfingsten im Hirtenleben.

Daß mit dem Wachsen und Werden in der Natur, das am Pfingstsest seinen Höhepunkt erreicht, auch die Hirten mit besonderer Freude auf die grünen Weiden blicken und dieser Freude auch in sinnigen Bräuchen

um meinetwillen einen Teil ihrer Nachtruhe zu opfern oder ihre Bequemlichkeit aufzugeben."

So entsagungsvoll dürfen Sie aber nicht sein, Gnädigste, und zugleich so grausam gegen die Gesell­schaft. Sie sind jung"

O, das ist ein Fehler, den ich mit jedem Tag mehr ablege."

Ich meine, Sie haben doch auch ein Recht auf"

Aber ich sehne mich ja gar nicht darnach. Mir genügt mein Leben, wie ich es führe, vollständig."

Dann sind Sie sehr bescheiden," bemerkte Benno sarkastisch.

Leonie griff über den Tisch nach Jolanthas Hand. Mein Bruder hat nicht unrecht, Liebste! Schließen Sie sich mir an," sagte sie,ich gehe ja auch in Be­gleitung von Jorraschs, da Mama zu leidend ist."

Und trotzdem gönne ich meiner Tochter jede nur erdenkliche Freude ,in der Erinnerung an meine eigene Jugendzeit, die allerdings selten schön war, wie ich sie leider meinen Kindern nicht bieten kann!" nahm die Baronin das Wort.Sie, mein liebes Kind, sitzen da zwischen den beiden alten Leutchen wie ein eingefangenes Vögelchen kommen Sie mir manchmal vor. Der Herr Oberstleutnant ist in seiner Jugend sicher auch kein Kopfhänger gewesen. Machen Sie Leonie also das Vergnügen, daß sie Sie einführen darf. Ihre Verwandten werden sicher nichts dagegen haben, und Frau v. Jorrasch würde sich sehr freuen Sie unter Ihre Fittiche zu nehmen. Das Patronisieren und Bemuttern ist ja ihre Passion."

Sie sind sehr liebenswürdig, Frau Baronin und ich danke Ihnen dafür. Doch möchte ich mit Rücksicht auf Tante Cölestine vorläufig keine Änderung in meiner Lebensweise treffen. Ich kenne ihre Ansichten und möchte sie nicht kränken. Was bedeutet da der Verzicht auf ein Vergnügen für mich, wenn ich sie zu­friedenstelle!"

Altdorf warf ihr einen warmen Blick zu. Mit welcher Selbstverständlichkeit sie sich und ihre Wünsche anderen unterordnete und mit welcher heiteren Ruhe sie davon sprach! Wie hätte Leonie sich dagegen ge­stemmt!"

Aber was tun Sie denn da den ganzen Tag? Sie haben doch eine Köchin, ein geschultes Stubenmädchen Sie müssen sich ja langweilen!"

O nein, Frau Baronin! Langeweile ist mir über­haupt ein fremder Begriff. Ich habe genug zu tun und der Tag geht mir nur zu schnell hin. Ich helfe

Ausdruck verleihen, kann den nicht wundernehmen, der unser Volk in seinem Denken und Fühlen kennt.

Besonders in Niederdeutschland, wo die Herden noch auf die Brachweiden getrieben werden, gilt Pfing­sten für die Hirten als ein Festtag ersten Ranges. Kaum graut der Morgen, so beeilen sie sich, so schnell wie möglich mit ihrer Herde auf die Weideflächen zu gelangen. Wehe aber dem, den der Schlaf so lange ans Lager bannt, daß er mit seiner Viehschar zuletzt auf der Weide erschien! Er muß sich unter Geneck und Gespött gefallen lassen, daß man ihn einenPfingst- lämmel",Pfingstesel" oderBunten Jungen" nennt! Und so wird er das ganze Jahr über benannt. Wird es dann Mittag, so ordnet man sich zum festlichen Zuge. Voran schreitet derPfingstochse", in bunte Blumenkränze eingehüllt. Zuletzt schreitet derbunte Junge", ebenfalls in bunte Wiesenblumen gehüllt, mit feiner Herde einher.

Ist das Dorf erreicht, so wird er im Zuge von feinen Genossen von Haus zu Haus geführt. Der am Morgen zuerst angekommene Bursche hält eine gereimte Ansprache, und die Hausgenossen beeilen sich, den schnorrenden Hirten eine Extragabe an Geld, Eiern, Speck oder Wurst zu verabreichen. Dann wird der Zug aufgelöst. Derbunte Junge" verteilt seine Blumen unter die jubelnde Kinderschar, und die Hirten machen sich einen fröhlichen Tag, wobei die gesammelten Gaben verzehrt werden.

pfingst-Msel.

Pfingst-Problem.

Gegensätze.

Für jedes der nachstehenden Wörter soll ein im Gegen- satz zu ihm stehendes Wort gesucht werden. Die Anfangs- buchstaben dieser Wörter ergeben alsdann, sind sie richtig gefunden, ein Fest.

1. klopfen. 2. heiraten. 3. fehlen. 4. beugen. 5. zer­legen. 6. betteln. 7. wachsen. 8. verlieren. 9. einbringeo.

Anfügungs-Aufgabe.

Es soll den Wörtern: Reis Leck Rade Erz As Turm Reue Ost Ehre Lias Strich Eider je ein Buchstabe vorn angefügt werden, so daß neue Wörter, und zwar wiederum Hauptwörter entstehen. Miteinander verbunden, ergeben diese Buchstaben einen Festschmuck.

Synonym.

An Stelle eines jeden der nachstehenden Wörter soll ein synonymes, sinnverwandtes Wort gesetzt weroen. Die An- fangsbuchstaben dieser ergeben alsdann, aneinandergefügt einen Festwunsch. 1. Tür. 2. Spur. 3. Besitzer. 4. Erbe. 6. Kuppe. 6. Bierglas 7. Faß. 8. Sucht. 9. Sahne 10, Leid. 11 Nachteil. 12. Versprechen

Buchstaben-Rätsel.

Aga Ast Ath Bei Egg Eva Gnu Hut Lei Leo Met Ost Ufa Uri Uta.

Werden die Mittelbuchstaben vorstehender 15 Wörter richtig zu einem Wort vereinigt, so ergeben diese einen Pfingstgruß.

------------x-------- Großpapa bei der Pflege seiner Blumen, mache mich in der Küche nützlich, gehe zum Schwimmen, ich musi­ziere, male ein wenig und Tante hat so viel zu nähen, für arme Leute, worin ich sie unterstützen muß, daß"

Das sind allerdings nützliche und interessante Be­schäftigungen!" bemerkte Benno spöttisch.Da be­greife ich, wie Sie in Anspruch genommen sind, meine Gnädigste."

Jolantha heftete ihre großen, klaren Augen voll auf ihn.Sehr gut verstehe ich, Herr Baron, daß ich Ihnen ein wenig lächerlich und altmodisch vorkomme, aber"

Die Baronin und Leonie protestierten und warfen dem jungen Offizier vorwurfsvolle Blicke zu .

Offen gesagt," rief Frau v .Reinach,bei Ihrem Vermögen, liebes Kind, wo Sie so ganz unabhängig sind, sollten Sie"

Ach, das hat damit gar nichts zu tun!"

O doch! Sie können sich jeden Luxus gönnen. Ihre Reisen allein"

Die haben mir allerdings viele Freuden gemacht. Jetzt hat das auch ein Ende, da Großpapa seine Ruhe haben will. Es war rührend lieb, mir so viel Schönes zu zeigen und die Erinnerung an unsere letzte Reise wir waren in Holland und Belgien"

Ah, Ostende!" warf Leonie mit blitzenden Augen ein.Mein sehnlichster Wunsch ist's dorthin zu kom­men. Erzählen Sie, bitte!"

Jolantha verstand gut und anschaulich zu schildern. Weich und warm schmiegte sich ihre dunkle, schöne Stimme dem Ohre ein. Altdorf war überrascht, wie .fließend sie sprach, welche poetischen Bilder sie fand. Anfangs hatte er sie für schüchtern und befangen ge­halten, doch das leise, überlegene Lächeln, das um ihre Lippen spielte bei dem Wortgefecht mit Benno, ihr Iflarer, kluger Blick bekehrten ihn bald zu anderer An- [ftdji Er bekam das Gefühl, daß sie Leonie sowohl als auch ihrem Bruder geistig weit überlegen war, dies aber unter ihrer Bescheidenheit verbarg.

Die Herren hatten ihren Aufenthalt länger als beabsichtigt ausgedehnt. Altdorf stand jetzt auf und Benno folgte seinem Beispiel.

Als er sich von Jolantha verabschiedete, hielt er ihre Hand fest in der seinen und keck heftete er seine hübschen Augen auf ihr Gesicht. Er kannte ja die Macht seines Blickes, und dieses schlanke, naive Goldfischlein zu erringen, dünkte ihm ein kleines.