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Sie Unterstände nn der Sftzreiize

(Von unserm Berliner Mitarbeiter.)

Die französische und englische Presse beschäftigt sich noch immer eifrig mit den Londoner Besprechungen zwischen Chamberlain und Vriand. Die Aeußerungen maß­gebender Blätter scheinen den zu Anfang bestehenden Cin- druä nicht zu bestätigen, daß in London eine direkte Ab­kehr von der Locarnopolitik in antideutschem Sinne beschlossen worden sei. Dagegen dürfte es keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die R h e i n l a n d f r a g e n einen Hauptgegenstand der Unterredungen zwischen den beiden Staatsmännern gebildet haben. Nun spricht sich zwar der größte Teil der französischen Blätter dahin aus, daß Bri- and keineswegs von Chamberlain irgendeine Zustimmung zu einer Politik verlangt habe, die die deutschen Erwartungen in Bezug auf das Rheinland enttäuschen müsse, es scheint aber nicht ausgeschlossen zu sein, daß man in London sich mindestens auf ein gemeinsames Vorgehen in der Behand­lung der von Deutschland aufgeworfenen Fragen geeinigt hat. Die Annahme, daß Vriand nach seiner Rückkehr von London dem deutschen Botschafter in Paris die zugesagte Antwort in der Frage der Truppenverminderung im Rhein- land erteilen würde, hat sich bisher leider als irrig erwiesen. Es bestätigt sich, daß seit der Heimkehr Vriands irgendwel- che Besprechungen mit dem deutschen Vertreter überhaupt noch nicht stattgefunden haben.

Hauptgegenstand der publizistischen Erörterungen in der französischen und englischen Presse ist gegenwärtig die Zer­störung der Unterstände an der deutschen Ostgrenze. Der 15. Juni, bis zu welchem Termin die Niederlegung dieser Fe- stungsanlagen erfolgt sein soll, rückt immer näher, und die deutscherseits vor einigen Tagen bereits wenn auch noch nicht amtlich gemachte Feststellung, daß die Arbeiten an der Entfestigung beendet seien, hat natürlich auch dazu bei­getragen, die Erörterungen über diese Frage, insbesondere über ihre politischen Konsequenzen allseits eifriger zu ge- stalten. Von vornherein muß vom deutschen Standpunkt da­gegen Einspruch erhoben werden, daß auf der Gegenseite der Versuch gemacht wird, die Frage der Besahungsverminde- rung mit dieser Frage der Ostfestungen zu verkoppeln. Bei der Frage der Vesatzungsverminderung handelt es sich um einen deutschen Rechtsanspruch, der auf die bekannte En- tentenote vom November 1925 zurückgeht, in der Deutschland einefühlbare Truppenverminderung" im Rheinland z u - gesagt worden ist. Die politischen Konsequenzen, die sich aus der Erfüllung der letzten Abrüstungsverpflichtung, näm­lich der Niederlegung der Ostbefestigungen ergeben, betref­fen in erster Linie die Anwendung des Artikels 431, der uns das Recht einer vorzeitigen Räumung des Rheinlandes nach Erfüllung gewisser Verpflichtungen gibt, zu denen ins­besondere die Abrüstung gehört.

Ueber die rein formelle Erledigung der letzten Abrüstungsverpflichtung scheinen nun, wie auch von zuständiger deutscher Stelle zugegeben wird, in letzter Zeit nicht unerhebliche Schwierigkeiten und Meinungsver­schiedenheiten entstanden zu sein. Es handelt sich um Die Frage, wer darüber zu entscheiden hat, ob die Ent- festigung der deutschen Ostgrenze im Sinne der mit der Votschafterkonferenz im Januar getroffenen Vereinbarungen auch fachlich durch geführt ist. In de?'fran­zösischen Presse trifft man hie und da auf die Auffassung, es sei Aufgabe der Sachverständigen des Völkerbundes, dies festzufiellen. . Die meisten französischen Blätter fordern eine Besichtigung durch die in Berlin akkreditierten militärischen Sachverständigen der alliierten Botschaften. Von deutscher Seite wird jetzt zugegeben, daß diese Frage seit einigen Tagen Gegenstand eines diplomatischen Mei- nungsaustausches zwischen dem Auswärtigen Amt und ein­zelnen alliierten Botschaftern ist. Dabei scheint es sich hauptsächlich um die Frage der Auslegung der seiner- zeit mit der Botschafterkonferenz getroffenen Vereinbarun­gen zu handeln. Während die alliierten Regierungen aus diesen Vereinbarungen die Befugnis zur Besichtigung der Ostgrenze herleiten, wird deutscherseits diese Auffassung ent­schieden bestritten. Das Re i ch skab i ne tt hat sich mit der Frage noch nicht befaßt; sie scheint uns aber nicht so welterschütternd zu sein, daß auf dem Wege einer freund- Ichastlicheu Aussprache eine Einigung nicht möglich wäre. Selbstverständlich muß deutscherseits unter allen Umständen darauf gesehen werden, daß ein Wiederaufleben der Mili- tärkontrolle unterbleibt.

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Europa muß jetzt abrüsten oder untergehn!"

Auf der in London stattfindenden Sachverständigenkonfe- renz der englischen Liga für Völkerbunds- und Abrüstungs­probleme hielt Montag vormittag der bekannte belgische Staatsmann und belgische Delegierte auf der Genfer Ab- rüstungskonferenz, de Vrouckere, eine Rede, die auf ein ver- nichtendes Urteil gegen die Genfer Abrüstungsverhandlun- gen hinauflief. de Brouckere erklärte rundheraus, daß in Genf nichts erreicht worden sei. Man habe sich lediglich mit billigen Ausreden zufrieden gegeben.Haben wir noch Zeit für solche Tagungen?", rief der Redner aus.Zeit für unsere Abrüstung werden wir gerade noch haben zum Vor­abend des nächsten Weltkrieges". Dieser nächste Weltkrieg ist kein Schattenbild, keine Phantasie, sondern die ernsteste Gefahr der Zukunft. Täglich lesen-wir von internationalen Verwicklungen, die jeden Tag sich zu einer ähnlichen Lage auswachsen können, die entstand, als Oesterreich ein Ultima­tum an Serbien schickte."

Brouckere rechnet den Genfer Mißerfolg nicht den Unter­händlern zu, sondern er sei darauf zurückzuführen, daß im heutigen Europa einem Lager friedfertiger Länder ein La­ger von Ländern mit reaktionären Regierungen oder gar mit Di k t a t u r en gegenüberstehe, denen der Krieg sehr willkommen wäre, um sich behaupten zu können. Jeder Delegierte habe sich nur um die Abrüstung seiner Nachbarn bemüht. De Brouckere entwickelte darauf das von ihm selbst ausgearbeitete Abrüstungsprogramm. Europa, so schloß er unter stürmischem Beifall, müsse jetzt abrüsten oder untergehen.

Vergeblich bemühte sich Lord C e c i l am Nachmittag in gewundenen Erklärungen, die Wirkung der Rede de Brouckeres abzuschwächen.

Nach de» vorläufige« Ergebnissen der Präsidentenwahl in Chile ist Oberst Carlos Jbarez mit großer Mehrheit gewählt.

Marx über die politische Entwicklung in Deutschland.

Bonn, 24. Mai. Reichskanzler Dr. Marx führte in einer Sitzung der Bonner Zentrumspartei über die politische Ent­wicklung Deutschlands u. a. aus, daß das Zentrum moralisch und juristisch richtig handelte, als es nach der Katastrophe des alten Staatstvesens den Weg zur heutigen Reichsverfassung ging. Das Zentrum habe die Einheit des Reiches gerettet und arbeite unaufhörlich an dem Ziele, unser Volk aus der Not zu neuer Größe zu führen. Es sei nicht Schuld des Zen­trums, daß die Sozialdemokratie heute außerhalb der Regie­rung stehe. Wir haben dann, führte der Kanzler weiter aus, versucht, mit der Rechten zusammenzuarbeiten, und heute wird niemand auf einen Punkt Hinweisen können, der ein Verlassen unserer alten Zentrumsgrundsätze bedeuten könnte. Bester Bctveis für fortschreitende Einsicht auf feiten der Rechten sei die Verlängerung des Republikschutzgesetzes. An dem Tage, an dein im Kabinett etwas geschehe, was gegen den Volksstaat und die kulturellen Grundsätze des Zentrums gerichtet ist, würde er seine Entlassung aus dem Amte beantragen.

Maria Pape, das wackere Mädchen von Kassel, das durch sein unerschrockenes Verhalten bei der Kasseler Straßenbahnkatastrophe zwei Kindern das Leben gerettet hat.

Siemens über die Wirtschaftskonferenz.

Genf, 24. Mai. Der Präsident des Reichswirtschafts­rates, v. Siemens, äußerte sich einem Vertreter desJournal de Genepe" gegenüber u. a. auch kurz über den jüngsten Sturz der deutschen Jndustriewerte, die nach seiner Auffassung auch immer noch viel zu hoch stehen und vielleicht nach einer vor­übergehenden Hausse wieder abgleiten werden. Zum Ergebnis der Weltwirtschaftskonferenz erklärte er:Aller Anfang ist schwer. Aber mit jedem Tage haben die Teilnehmer mehr und mehr den Eindruck erhalten, daß die Zeit nicht unnütz ver­geudet, sondern gute Arbeit geleistet worden ist, die hoffent­lich auch in der Zukunft ihre Früchte tragen wird. Dies liegt aber nicht in der Macht der Konferenz, sondern bei den politi­schen Instanzen, die diese Konferenz einberufen haben. Wir können nur wünschen, daß sie die Klugheit und auch de« Willen aufbringen, die Empfehlungen in die Tat umzusetzen.

-k Ehrung des Reichsaußenministers Stresemann. Der Verband sächsischer Industrieller hat anläßlich seines 25jähri- gen Besteyens dem früheren Syndikus des Verbandes, Reichs­außenminister Dr. Stresemann, die Urkunde über die Ver­leihung der Ehrenmitgliedschaft zugleich mit einem Ehren­geschenk des Verbandes zugedacht. Die Ueberreichung der Ehrenurkunde erfolgte in einer Festsitzung des Gefamtvor- ftanbeS. Dr. Stresemann erwiderte auf die Worte des Ver- Landsvorsitzenden in einer Rede, in der er die Bedeutung des Verbandes als zusammenfassende Organisation des großen deutschen Wirtschaftsgebietes hervorhob und der Hoffnung Aus­druck gab, daß die Einzelpersönlichkeit im Wirtschaftsleben, wie sie gerade in der sächsischen Industrie verkörpert ist, noch lange erhalten bleibe.

Ser Flug über den Ozean.

Lindberghs Schilderung. Die Windver - h ä l t n i s s e.

ImMatin" setzt Lindbergh seinen Bericht über seinen Flug fort: Nach meiner Ueberzeugung ist es viel leichter, von Amerika nach Europa als umgekehrt zu fliegen. Die Wind­strömungen gehen von Westen nach Osten. Wenn das Wetter gut ist, kommt der Wind im allgemeinen von Nordwesten oder Südwesten. Kommt der Wind von Osten, der den Flug von Europa begünstigt, so kann man unterwegs schlechtes Wetter erwarten. Während meines Fluges hat mir außerordentlich die Tatsache geholfen, daß ich den Wind während wenigstens eines Drittels der Fahrt im Rücken hatte, und besonders auf der letzten Flugstrecke.

Lindbergh nimmt die von ihm bereits angeschnittene Frage eines regelrechten Flugverkehrs zwischen Europa und Amerika wieder auf und vertritt die Ansicht, daß man später maritime Stationen und

regelrechte Zwischenlandungshäsen

in Südirland und Neufundland schaffen müsse. Auch wären meteorologische Stationen im Atlantischen Ozean notwendig. Während der Flugmonate müßten Beobachtungsschiffe kreuzen und abends und morgens Funksprüche über die atmosphäri­schen Bedingungen senden.

Im übrigen erklärte Lindbergh, nachdem er den Flugplatz Le Bourget wieder besichtigt hatte: Ich stieß einen Seufzer der Erleichterung aus, als ich feststellte, daß die an meinem Flug­zeug

von Erinnerungsliebhabern verursachten Schäden

weniger bedeutend sind, als ich befürchtet hatte. Ich hoffe, daß ich in wenigen Tagen über Paris werde fliegen können, um allen denen, die zu mir so reizend waren, zu gestatten, mich in der Luft zu sehen.

Lindbergh über seine Absichten.

Der Flieger Lindbergh hat Vertretern der Presse gegen­über betont, daß er seinen Ozeanflug ohne Rücksicht auf den Nutzen, den er ihm abwerfen könne, organisiert habe und nicht geneigt sei, die ihm unterbreiteten Angebote anzunehmen. Er : j habe auch von einem deutschen Impresario ein Anerbieten er­halten, gegen 25 000 Dollar in Berlin Vorträge zu halten. Er habe jedoch nicht die Absicht, sich nach Deutschland zu be- geben. Schweden hingegen, , wo seine Familie Herstamme, , wolle er besuchen. ,

Ein neuer Weltrekordversuch im Weitstreckenflug.

Die beiden französischen Flieger Coste und Rignot werden, ; wenn die Witterung es gestattet, von Paris aus starten, um den ' Weltrekord im Weitstreckenflug ohne Zwischenlandung, den Lindbergh durch seinen Ozeanflug hält, in Richtung Tokio zu schlagen. Lindbergh hat zugesagt, dem Start beizuwohueu.

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^ Frankfurt a. M. (Er ö f f n ungdesFrankfurter i Ratskellers imIuni.) Die Wiedereröffnung des Rats­kellers steht für Juni bevor. Die dekorative Ausgestaltung des Lokals ist in Angriff genommen worden; die Räume sollen in würdiger Weise wieder hergerichtet werden. Stadtrat Mah nahm bekanntlich eine Umgestaltung der Räume vor, auch die .eichene Holzverkleidung wurde blau angestrichen und verschie­dene Bilder übermalt. Der Blauchstrich wird null wieder ent- I fernt und der Bildschmuck wieder in Erscheinung treten. Die von dem Stadtrat entworfenen Beleuchtungskörper sollen in einiger Zeit ebenfalls wieder verschwinden.

A Friedberg. (Das Wetterauer Heimat- m u s e u m.) Das vor sieben Jahren ins Leben gerufene Wetterauer Heimatmuseum hat sich mittlerweile zu einer reich­haltigen Sammlung von Kunstgegenständen aller Art aus dem Heimatgebiete entwickelt, so daß die Neubeschaffung von Räumlichkeiten dringend notwendig ist.

A Wächtersbach. (Einrichtung eines Markt­schiedsgerichts.) Entsprechend den Wünschen der mittel­deutschen Viehhändlerverbände hat die Stadtverwaltung für die hiesigen Zuchtviehmärkte ein Marktschiedsgericht eröffnet, das sich mit der Schlichtung aller aus dem Marktbetrieh sich ergebenden Streitigkeiten befassen wird.

A Bad Orb. (Hauptverbandstagung der hessischen Krankenkassen.) Bad Orb ist am 28. und 29. Mai d. J. Tagungsort der Jahreshauptversammlung des Landesverbandes Hessen-Nassau der deutschen Krankenkassen, an der etwa 300 Vertreter sich beteiligen werden. Die Haupt­referate halten Dr. Peltason-Darmstadt, Verwaltungsdirektor Pallas-Frankfurt und Dr. Meyer-Offenbach.

A Gelnhausen. (Frecher Einbruch.) Ein frecher Einbruch ist abends in einem hiesigen Musikaliengeschäft ver­übt worden. Der Dieb stieg durch ein offenes Küchenfenster in das Haus ein, während sich dessen Bewohner bei einem Ständchen in der Nachbarschaft aufhielten und stahl die Laden­kasse mit 3540 Mark Einnahme.

A Somborn. (XX. Kreisfeuerwehrtag.) In Verbindung mit dem 45jährigen Stiftungsfeste der einheimi­schen Freiwilligen Feuerwehr ging der 20. Feuerwehrtag des Kreises Gelnhausen vor sich. In einer Ansprache hob Landrat Relius die altbekannte Gastfreundschaft des Freigerichts her­vor, die auch an diesem Tage sich wieder bewähre. Den Grund­gedanken des einmütigen Zusammenstehens einer für den anderen, stellte er als das Leitmotiv des Feuerlöschwesens dar.

Nach dem vom Kreisbrandmeister Göpfert erstatteten Be­richt hat sich die Zahl der Ortswehren um fünf vermehrt. Nun­mehr bestehen im Kreise 42 freiwillige Feuerwehren mit 2000 Mitgliedern, zu denen noch 32 Pflichtfeuerwehren mit 2658 Angehörigen kommen. Größere Schadenfeuer sind im Berichts­jahr außer dem Brand der Völzenberger Holzwarenfabrik und einem Scheunenbrand in Udenhain nicht vorgekommen.

A Gießen. (In der Waschbütte ertrunke'n.) In der Waschbütte ertrunken ist das kaum ziveijährige Töchter- chen eines Arbeiters in Hause am Schifferberg. Die Mutter hatte für kurze Zeit die Küche verlassen, um im Nachbarhause Wasser zu holen. Das Kind war unterdessen rücklings in die halbgefüllte Bütte gefallen und ertrunken, und die unglück­liche Mutter fand es tot in der Bütte vor.

A Kassel. (Von einem Motorradfahrer ge­tötet.) Aus dem Pferdemarkt wurde eine Frau von einem Radfahrer angefahren. Sie stürzte so heftig hin und trug der­artige Verletzungen davon, daß sie einige Stunden nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus starb.

A Alsfeld. (Eine ganze Hofreite einge­äschert.) Ein großes Schadenfeuer brach in dem Dorfe Schwarz aus. Die Hofreite des Landwirts. K. Zinn brannte vollständig nieder, der angerichtete Schaden ist groß. Sämt­liche Möbel, Vorräte unb landwirtschaftliche Maschinen wur­den ein Raub der Flammen.

A Frankfurt a. M. (Unfall bei einer sport- lichenVeranstaltung.) Bei dem 14. StaffellaufRund um Frankfurt a. M." ereignete sich ein bedauernswerter Un­glücksfall dadurch, daß ein Läufer der Turn- und Sport- gemeinde Eintracht in vollem Laufe mit einer Frau zusam- menprallte und beide so unglücklich stürzten, daß sie sich innere Verletzungen zufügten, die eine Ueberführung in das Kranken­haus notwendig machten.

Lokales.

Himmelfahrtstag.

Dieses Fest ist ein besonderer Feiertag. Von allen arbeitsfreien Festtagen, die in die Woche fallen, ist er der einzige, den die schöne Zeit des Jahres umgibt, und dem deshalb alle . Herzen freudig entgegenjubeln. Das Fest fällt in diesem Jahre spät, und so ist der zarte Schmuck des ersten duftigsten Maiengrünes gewichen, das Laub hat bereits eine dunkle Tönung angenommen. Die Blütezeit ist vielfach vorüber, aber es bleibt noch genug von Blumen und Blüten, um Auge und Herz zu erfreuen.

Der Himmelfahrtstag eröffnet die Pfingstzeit und aus seinem Glanz lacht uns der ganze Zauber dieser schönen Welt entgegen. Wohin wir schauen, überall Neues und Herrliches, und keiner von unseren Mitmenschen wird im Glück dieser Tage vor dem anderen bevorzugt, einem jeden spendet die freigebige Natur mit vollen Händen. In der Morgenfrühe, kaum daß das Krähen der Hähne den jungen Tag verkündet, geht es hinaus, der Tag im freien grünen Wald ist das schönste Gottesgeschenk, das uns erfreuen kann.

Maienzweige an jedem Gefährt, frisches Grün an jeder gastlichen Tür, die ein Willkommen winkt, Lachen und Scherzen, Spiel und Tanz und was die Natur für ^hle und Gaumen spendet, so geht der Tag dahin. Sorgen und Ver­druß beiseite, ein herzlicher Aufstieg zur Lebensfreude, Himmelfahrtstag.