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Nr. 61
(1. Blatt)
Samstag, den 21. Mai 1927
79. Jahrg.
Amtliche Bekanntmachungen.
Landratsamt.
I.-Nr. 3937. Die Ferien an den Volksschulen in den Landgemeinden des Kreises Schlüchtern werden für das Jahr 1927 wie folgt festgesetzt:
1. Sommerferien: Schluß des Unterrichts am Sonnabend, den 25. 3uni; Wiederbeginn des Unterrichts am Dienstag, den 19. Juli;
2. Herbstserien: Schluß des Unterrichts am Sonnabend, den 24. September; Wiederbeginn des Unterrichts am Montag, den 17. Oktober.
Verschiebungen der Ferienzeit um höchstens eine Woche können von den Schulvorständen vorgenommen werden und sind dem Herrn Schulrat und mir anzuzeigen.
Schlüchtern, den 18. Mai 1927.
Der Landrat. von Trott zu Solz.
Kurort und zur Einrichtung eines Zimmernachweises für Sommerfrischler verwendet. Eine Verwendung zu anderen Zwecken (namentlich für den Wohnungsausschuß zur Woh- nungserfassung) ist ausgeschlossen.
Schlüchtern, den 19. Mai 1927.
Der Magistrat: Gaenßlen.
3.=Ur. 4191. Die Grtspolizeibehörden werden
hier-
durch auf die unter den Ziffern 289 bis 292 des Negie- rungsamtsblattes Nr. 19 vom 14. Mai d. 3s. veröffentlichten Viehseuchenpolizeilichen Unordnungen aufmerksam gemacht.
Schlüchtern, den 18. Mai 1927.
Der Landrat. 3. V.: Schultheiß
len
Z.-Nr. 4138. Die Grtspolizeibehörden des Kreises wol- die Eigentümer, Pächter und Nutznießer der an der
Eisenbahn liegenden Grundstücke anweisen, die Lagerung von Heu und das Aufftellen von Getreidegarben in der Nähe des Bahnkörpers möglichst einzuschränken und auf alle Fälle nicht länger auszudehnen, als zum Trocknen unbedingt nötig ist, damit auf diese, Weise die Gefahr einer Entzündung durch Funkenauswurf der Lokomotiven oder ^ru^Fahrlössigkeit.der-LeifLudeu tunlichst verhütet wird
Schlüchtern, den 17. Mai 1927.
Der Landrat. 3. v.: Schultheis.
Kreisausfchutz.
Aufnahme von Hagener Stadtkindern.
Tgb. Nr. 5336 F. Unter Bezugnahme auf meine Kreis* blattverfügung vom 22. März d. 3s. — Kreisblatt Nr. 37/27 — und die hierauf eingegangenen Meldungen zur Aufnahme von Hagener Stadtkindern bringe ich den Vertrauensleuten und den interessierten Pflegeeltern zur Kennt* nis, daß in diesem Jahre eine restlose Besetzung der gemeldeten Pflegestellen infolge eingetretener unvorhergesehener Umstände nicht möglich ist.
Die heute noch offen st ehenden Pflege ste l- len können mit Hagener Stadtkindern nicht mehr besetzt werden.
Schlüchtern, den 17. Mai 1927.
Der Vorsitzende des Ureiswohlfahrtsamtes.
Allgemeine Ortskrankentaffe Schlüchtern.
Die alsbaldige Einzahlung der noch rückständigen Beiträge aus den Zahltagen für die Monate Januar, Februar und März 1927 wird hiermit in Erinnerung gebracht. Hebetermine finden statt:
1. In Steinau, am Mittwoch, den 19. Mai 1927, von vormittags 10 bis 4 Uhr nachmittags, in der Eckardschen Gastwirtschaft daselbst.
2. In Sterbfritz, am Mittwoch, den 25. Mai 1927, von nachmittags 3 bis 6 Uhr, in der Böhm'schen Gastwirtschaft daselbst.
3. In Salmünster, am Mittwoch, den 1. Juni 1927, von vormittags 9 bis 12 Uhr, im Gasthause „Zum Engel" daselbst.
4. In Soden, ebenfalls am Mittwoch, den 1. Juni 1927, von nachmittags 1 bis 4 Uhr im Gasthause „Zur Hoffnung" des Herrn Wolf daselbst;
und zwar wie seither auch für alle den genannten Orten naheliegenden Gemeinden.
Rückstände, die dann noch verbleiben, müssen unverzüglich zwangsweise zur Einziehung gelangen.
Schlüchtern, den 12. Mai 1927.
Der Vorstand der Allg. Ortskrankenkafse.
Aus der Deutschen Jauernschast
Für Bauernrecht und Siedlung.
Ueber den Aufbau und die Bedingungen der „Deutschen Bauernschaft", ivelcher der Deutsche Bauernbund, der Bayerische Bauernbund und der Reichsverband landwirtschaftlicher Mittelbetriebe angehören, sprach im Reichstagsgebäude vsr einer Anzahl von ^Parlamentariern unb Vertretern der Behörden der bayerische Landwirtschaftsniinister Abg. Dr. Feh r.
Er führte u. a. aus, man wolle keine neue Partei gründen, sondern der Zweck sei, eine berufsständige Organisation des deutschen Bauerntums zu schaffen. Die Grundidee sei, ein freies und unabhängiges Bauerntum zu schaffen und den Heimatgedanken zu pflegen. Man sei bereit, in Gemeinschaft mit allen Parteien zu arbeiten, die sich in den Dienst des Bauerntums stellen wollen. Freimütig bekenne er, daß die Organisation „Deutsche Bauernschaft" bereit sei, für die jetzige Staatsform der deutschen Republik einzutreten.
Die Siedelungsfrage müsse mit aller Energie gefördert werden. Er könne sich keine bessere Ostmarkenpolitik denken als durch eine kluge Siedelung kleinerer und Mittlerer Bauern in den Dörfern des deutschen Ostens. Zum Schluß charakterisierte Fehr das Verhältnis zu den anderen Organisationen der Landwirtschaft. Man wolle gern Toleranz üben und in Frieden leben; wenn aber der Kampf angeboten werde, so sei man
bereit, ihn auch anzunehmen.
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Sriand bei Ehamberlain.
Neue Tauschgeschäfte.
Nachdem die großen Festlichkeiten in London zu Ehren Dournergnes und Briands verrauscht sind, hat letzterer nun endlich auch eine zweistündige Unterredung mit dem britischen Außenminister Chamberlain gehabt.
Chamberlain brächte hierbei die Räumung des Rheinlandes zur Sprache und betonte, daß es richtig sei, 16 Monate nach dem Abschluß der Verträge von Locarno Deutschland ein größeres Entgegenkommen zu zeigen. Briand gab dies zwar in allgemeiner Weise zu, kam aber mit dem sonderbaren Ein- wand, daß die Verbandsmächte, wenn sie sich jetzt aus die Rück- trittsdrohungen Strescmanns hin nachgiebig zeigten, sich in Bälde einem neuen Druck ähnlicher Art gegenübersehen würden. Er deutete jedoch an, daß Frankreich bereit sei, Deutschland ein gewisses Entgegenkommen zu zeigen, kam dann aber Chamberlain gegenüber mit einer Art Gegenforderung, indem er die albanische Frage zur Sprache brächte, an der er sich mehr interessiert zeigte als an der Rheinlandfrage.
Er äußerte den Wunsch, daß Chamberlain feinen Einfluß bei Mussolini benutzen möge, um diesen zur Annahme einer schiedsgerichtlichen Regelung dieser Frage zu bewegen; doch fand er mit diesem Wunsch bei Chamberlain taube Ohren. Es ist hiernach verständlich, daß man in den Londoner Amtskreisen das Ergebnis der Unterredung der beiden Staatsmänner nicht als besonders befriedigend betrachtet. Nach außen hin wurde abermals erklärt, daß es sich um eine ganz unverbindliche Unterhaltung gehandelt habe, ba weder die Rheinlandfrage noch die albanische Frage ohne Hinzuziehung der anderen beteiligten Mächte geregelt werden könnten.
Eine nichtssagende amtliche Erklärung.
Amtlich wird über diese Aussprache mitgeteilt: „Briand und Chamberlain hatten längere, sehr freundschaftliche Unterredungen, in deren Verlauf sie die verschiedenen internationalen Probleme prüften. Die Besprechungen ererben vollständige Uebereinstimmung der Auffassungen. Beide stellten erneut die Festigkeit der Entente cordiale zwischen Frankreich unb Großbritannien sowie die Nottvendigkeit fest, die Entente als sicherste Grundlage des europäischen Friedens zu stärken."
Stadt Schlüchtern.
Betrifft: Aufnahme von Sommerfrischlern.
Privathaushaltungen, die bereit Jinö, Zimmer mit oder ohne Pension an Sommerfrischler abzugeben, werden gebeten, dies bis zum 25. d. Mts. dem Magistrat anzuzeigen.
Vordrucke zu der Anzeige, die alle erforderlichen Nn- gaben ersehen lassen, stehen auf der Magistratskanzlei zur Verfügung.
Die Angaben werden lediglich als Unterlagen für die Entfaltung einer Werbetätigkeit für Schlüchtern als £uft=
Kein Ostlocarno.
Berlin, 19. Mai. Zu der Meldung einer Berliner Zeitung, daß Deutschland im Zusammenhang mit den Besatzungs- verhandlungen das Angebot eines Ostlocarnos gemacht habe, werden die Blätter auf die Rede des Reichsaußenministers in Oeynhaufen hingewiesen, in der er klar und deutlich erklärt, daß unser Verhalnis zu Polen in Locarno geregelt worden ist.
— Die Zerftörungsarbeiten an den Befestigungsanlagen an der deutschen Dstgrenze sind nunmehr beendet.
— Die gesamte Belegschaft der NEG. Berlin Kolonie* straße ist wegen Lohndifferenzen in den Nusstand getreten.
— Tausende von Arbeitern in Saarbrücken, legten am Donnerstag die Arbeit nieder und demonstrierten vor der Negierungskommission und dem Rathaus, um gegen die allgemeine Notlage und den zehnprozentigen Lohnabzug zu protestieren.
Rückblick.
Dr. H. P. Das innerpolitische Ereignis dieser Woche war die Annahme des Antrages auf Ve r l ä n g e. rung der Geltungsdauer des Gesetzes zum Schutze der Republik um zwei Jahre, also bis 23. Juli 1929. Damit bleiben die Strafandrohungen für Beschimpfung der geltenden Staatsform und ihrer Farben, das Verbot von Vereinigungen zur Abschaffung der Republik, zur Vorbereitung von Gewalttaten gegen deren Vertreter und vor allem die Möglichkeit bestehen, Mitgliedern ehemals regierender Familien das Betreten des Reichsgebiets zu untersagen oder deren Aufenthalt auf bestimmte Teile des Reiches zu beschränken. Auch der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik bleibt einstweilen aufrechterhalten. Die Reichsregierung wird lediglich er- sucht, zu erwägen, für welche Vorschriften des Gesetzes ein Bedürfnis der Beibehaltung besteht.
Der hierauf bezügliche Antrag, der im Reichstag mit 323 gegen 41 Stimmen, also mit Zweidrittelmehrheit angenommen wurde, trägt an erster Stelle den Namen „Westarp und Fraktion". Diese Unterschrift ist den Deutschnationalen nicht leicht geworden. Sie hatten die fraglichen Gesetzesbe- stimmungen als hauptsächlich gegen sie gerichtet leidenschaftlich bekämpft, und nun hat die Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Volkspartei unterdemDruckihrer Regierungszugehörigkeit deren Verlängerung beantragen müssen. An Spott hat es denn auch nicht gefehlt, ebensowenig an Gegnerschaft in den eigenen Reihen. Einige dreißig Mitglieder der deutschnationalen Fraktion entzogen sich der Abstimmung. Aber ein Erfreuliches bat diese Wendung doch; sie beweist, daß der Staat sich während der fünf dazwischenliegenden Jahre wesentlich gefestigt hat. Die unvermeindlichen inneren Kämpfe werden künftig nicht mehr um die Frage Monarchie oder Republik, sondern nur noch um die Macht Verteilung innerhalb der Republik, geführt werden. Die staatsrechtliche Konsolidierung hat einen erheblichen Fortschritt gemacht und ist vor Störungen durch unbequeme Mitglieder
' ^festlichen Hauses gesichert. Die Monarchie m Deutschland gehört der Geschichte an!
Das Lustbarkeitsgesetz, daß die Jugend vor moralischer Ansteckung schützen soll, ist gleichfalls angenommen worden. Der Entrüstungssturm, der sich dagegen erhoben hatte, ist verstummt genau so wie derjenige gegen das bereits in der Durchführung begriffene Gesetz zur Bekämpfung von liter- arischem Schmutz und Schund. Uebertreibungen richten sich sehr bald von selbst.
Nicht lange mehr, dann gehen die Parlamente in die Ferien. Der Reichstag aber wohl erst, nachdem er noch das Gesetz über die Versicherung der Arbeitslosen unter Dach gebracht haben wird.
Auf dem Gebiet der Außenpolitik herrschte lebhafte Bewegung. In Genf diskutierten die Ausschüsse der Weltwirtschaftskonferenz mit mehr oder minder Aussicht auf kleine Erfolge. Handelspolitisch wird vielleicht eine Verständigung über das Tarifschema, also über die Warenbezeichnungen durchgesetzt. Einer Niederlegung der Zollschranken dagegen widersetzen sich nach wie vor alle Staaten, die die Eigenwirtschaft wollen. Alle übrigen Projekte, mögen sie paneuropäischer oder mitteleuropäischer Art sein, sind zurückgestellt. Inwieweit die sonstigen „Empfehlungen" der Ausschüsse praktische Folgen haben, wird sich zeigen.
Daß der Völkerbund Sonderbündnisse nicht hindert, be- wiesen die Vorgänge in London. Feierlich empfangen, konferierten und dinierten die führenden Franzosen mit der englischen Regierung, erneuerten oder befestigten die entente cordiale als eine Gewähr des Friedens. Der nationalistischen Presse Frankreichs ist dies noch nicht genug; sie drängt auf ein förmliches Militärbündnis. Doch dafür scheint die Zeit noch nicht reif zu sein.
Der großen Entente wollte es die kleine nachtun. In Ioachimsthal kamen ihre Außenminister zusammen und verhandelten allerlei, was sie der Außenwelt nicht sagen wollten. Der der Presse zur Verfügung gestellte Bericht ließ nur das Eine mit Sicherheit erkennen, daß diese drei Staaten den Anschluß Oesterreichs an Deutschland mit allen verfügbaren Mitteln zu vereiteln gedenken, lieber die Anerkennung der Sowjetregierung behält jeder Staat Cnt- schlußfreiheit.
Deutschlands auswärtiger Politik sind einstweilen enge Grenzen gezogen; denn ihr fehlt der Korrelat der Macht. Gleichwohl fährt es fort, den ihm gelassenen Spielraum auszunutzen. Das Neueste ist der Vergleichs- und Schiedsgerichtsvertrag mit Italien, der dem ^ierchstag soeben vorgelegt wurde. Inhaltlich entspricht der Entwurf in allen wesentlichen Punkten den bisher abgeschlossenen Verträgen dieser Art. Man verpflichtet sich gegenseitig, ent- siebende Streitigkeiten, soweit sie nicht in der Vergangen- Heit angeboren, einem Vergleichsverfahren zu unterwerfen und dafür eine ständige Vergleichskommission zu bilden. Ge- linat die Einigung nicht, so tritt der Internationale Ge- richisbof in Funktion. An solchen Streitfällen wird es, so fürchten wir bei der Eigenart Mussolinis, nicht fehlen. Eben darum ist es nützlich, für ein geordnetes Verfahren zu ^Zwischen England und Rußland herrscht Span- nung, weil die englische Regierung das Londoner Sowjet- bauä auf gewisse Dokumente durchsuchen liey. England