□ Dreifacher Mord und Selbstmord. Im Dorfe -Hellingen hat in der Nacht wahrscheinlich infolge von Familien- streitigkeiten die 38jährige Landwirtin Margarethe Lange ihre im Anfang der 20er Jahre stehende Stieftochter Elsa Lange, als diese im Schlafe lag, durch Bcilschläge auf den Kopf getötet unb dann ihre beiden eigenen Kinder, zivei Mädchen im Alter von sechs und acht Jahren, erwürgt. Sodann erhängte sich die Mörderin
□ Neuer Leichenteilfund. Von der Leiche der ermordeten Hausangestellten Ahrendt, deren Teilen an verschiedenen Stellen von Groß-Berlin aufgesunden wurden, ist ein weiterer Teil gefunden worden. Heute sah ein Bootsmann an den Zelten einen unverhüllten Leichenteil schwimmen und fischte ihn heraus. Es ist, wie amtlich festgestellt wurde, die rechte Hälfte des Beckens mit einem Stück des abgesagten Oberschenkels. Es fehlen jetzt noch der linke Teil des Beckens, die beiden Oberschenkel und der Kopf der vielfach zerstückelten Leiche. Von dem Mörder selbst ist trotz aller Nachforschungen noch keine Spur gefunden.
□ Teutsche Schiffs flaggen in Bromberg eingezogen. Ztvei deutsche Motorschiffe, die der Strombauverwaltung Breslau gehören, passierten auf dem Wege von ihrer Baustelle Elbing nach der Oder und Brahe den Bromberger Kanal. Die neuen Schiffe machten am Bromberger Bollwerk fest, sie hatten, wie es international üblich ist, die deutsche Schiffsflagge gehißt. Nach Aufforderung eines Polizeibeamten sah sich, der „Tägl. Rundschau" zufolge, der Transportführer genötigt, die Flagge wieder einzuziehen. Andere deutsche Schiffe, die früher den gleichen Weg passierten, konnten bisher ohne Beanstandung ihre Flagge führen.
□ Schweres Eisenbahnunglück auf dem Brünner Bahnhof.
5 Tote. Ein Personenzug stieß bei der Einfahrt in den Bahnhof mit einem haltenden Personenzug zusam/nen. Fünf Per- fonen wurden tödlich verletzt. Ettva 120 weitere Fahrgäste erlitten leichtere Verwundungen. Der einfahrende Zug, von dem der Dienstwagen entgleiste, hatte das Haltzeichen über- fahren. Von dem haltenden Zug entgleisten vier Wagen. Eine Untersuchung ist eingeleitet.
□ Gelungener Versuch im Fernsehen zwischen Washington und New Dort. Dem amerikanischen Publikum wurde ein gelungener Versuch im Fernsehen vorgeführt. Handelssekretär Hoover sprach von Washington aus mit dem Präsidenten der amerikanischen Telephon- und Telegraphengcsellschast in New Dort, Gifford, und auf dem Wandschirm wurde durch den Apparat ein klares Bild des 200 Meilen entfernten Hoover gezeigt.
A Schotten. (Um die Hebung der oberhessi- s ch e n Viehzucht.) Anläßlich ihrer Feldbereinigung hat die Kreisgemeinde Ulfa ein Areal von 160 Morgen gutem Wiesen- gelände an den Staat abgegeben, das sie nun für die Zwecke einer ausgedehnten Rindviehaufzucht auf 18 Jahre zurückgepachtet hat. Es wird beabsichtigt, hier eine Muster-Jungviehweide zu schaffen, die für die Umstellung der Landwirtschaft des Vogelsberges maßgebender Beginn werden soll.
A Fulda. (Wegen Bannbruchs festgenom- m e n.) Bei einer Fremdenkontrolle durch die hiesige Kriminalpolizei wurde der aus dem deutschen Reichsgebiet ausgewiesene 21jährige Arbeiter Josef Zuber aus Bilschowitz (Polen) festgenommen und wegen Bannbruchs dem Amtsgericht zugeführt.
A Freiendiez. (Ein guter Magen.) Um eine Unterbrechung seiner Strafe zu erlangen, schluckte ein Insasse -der hiesigen Strafanstalt 40 Metallknöpfe. Als dies nichts nützte, verlegte er sich auf das Löffelschlucken. Aber auch der Löffel wurde ohne Operation entfernt.
. A Marburg. (Hochwasser i m Kreise K i r ch - hat n.) Durch das Regenwetter der letzten Tage führen im Kreise Kirchhain Ohm, Klein und Wohra Hochwasser. Zum Teil ist die Klein aus chren Usern getreten und hat weite Strecken überflutet.
Die Toten schweigen nicht...
51) Roman von Lola Stein.
Nahe dem Fenster lehnte lockend in seiner gleißenden Schöne das Bild Sonja Jvanownas. Etwas davon entfernt stand die jetzt verhüllte Staffelei mit dem von Erik begonnenen Gemälde, das, in den Umrissen noch skizzenhaft, die Gestalten Elenas und Angelas zeigte. Nur dieses eine Bild hatte Elena verdeckt, alle anderen Gemälde, Skizzen, Zeichnungen hatte sie unverändert an ihren Plätzen gelassen. Das Atelier wirkte wie der bewohnte Arbeitsraum eines Künstlers.
Elena hatte die Schauer, die sie in den ersten Tagen nach der Tat jedesmal von neuem in furchtbarer Schwere überfielen, sobald sie diesen Raum betrat, jetzt mit eiserner Willenskraft bezwungen und überwunden. Immer wieder hatte sie sich gesagt, daß sie nur im Atelier eine Spur, einen Anhaltspunkt, irgendeine Kleinigkeit vielleicht finden konnte, die sie auf die Tat jenes dunklen Abends wies. Aber alles Suchen, Forschen, Mühen war bisher vergeblich gewesen.
Und wie hatte sie gesucht' Jeden Winkel, jede Falte der Draperien und Vorhänge durchforscht, jedes Bild wieder und wieder umgewendet, die alten Truhen und Schränke im Empfangsraum neben dem Atelier ausgeräumt und jedes Ding, das sie enthielten, sorgsam geprüft. An dem großen Schreibtisch Erikas in seinem Atelier hatte sie stundenlang gesessen, hatte ihn vollständig durchsucht, jeden Zettel, jeden Brief, den sie fand, gelesen. Aber nichts Verdächtiges, nichts Belastendes war unter der Korrespondenz, die er sich aufgehoben hatte. Familienbriefe, kurze Billetts Renates aus ihrer Brautzeit und die wenigen Zeilen, die Elena dem Toten nach Renates Heimgang im ersten halben - Jahr nach München geschrieben hatte.
Erik schien die meisten seiner Brieffchaften gleich nach Empfang vernichtet zu haben. Denn auch hier fand sich nichts.
Nach Elena hatte der Detektiv, den sie mit der Erforschung der Tat beauftragt hatte, eines Tages die beiden Räume betreten. Er hatte alles wiederholt, was Elena schon vor ihm getan. Das ganze Haus hatte er durchsucht und nirgends eine Spur gefunden, die einen Anhaltspunkt gab. Und war enttäuscht und unzufrieden aus
A Wiesbaden. (Tagung des Wiesbadener La n des au s s ch u s se s.) Der Landesausschuß beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit einer Reihe von Vorlagen für den am 25. d. Mts. zusammentretenden 63. Kommunal- . landtag. Besonders interessieren: der Bericht über die Ergebnisse der Bezirksverwaltung in der Zeit vom 1. April 1926 bis Anfang 1927, der Haushaltsplan des Bezirksverbandes für das Rechnungsjahr 1927, die Berichte über die Frage eines weiteren Ausbaues der vorbeugenden Jugend- fütsorge und über die Neuregelung der Wandererfürsorge, die Vorlage über Bereitstellung von Mitteln zur Beteiligung an Unternehmungen der Gasfernversorgung im Regierungsbezirk unb die Vorlage über die Ansiedelung nassauischer Bauernsöhne im Osten. Der Voranschlag schließt mit einer Summe von rund 9.6 Millionen in Einnahme und Ausgabe ab. Die hiernach zur Erhebung kommende Bezirksabgabe beträgt — sofern der Voranschlag in der vorgelegten Form vom Kommunallandtag genehmigt wird — rund 7.4 Prozent. Einer Reihe von Gemeinden wurden zu Bauzwecken Darlehen gewährt und aus Mitteln der Nassauischen Brand- vcrsicherungsanstalr 16 Gemeinden zur Verbesserung ihrer Feuerlöscheinrichtungen Prämien von insgesamt 6350 Mark und Darlehen von insgesamt 11700 Mark bewilligt.
A Mainz. (Wegen Spionage zugunsten Deutschlands verurteilt.) Vor dem französischen Kriegsgericht hatte sich der ftüher beim französischen Artilleriepark beschäftigt genesene Buchhalter Albert Groulard aus Verviere iu Belgien, der Kaufmann Leonhard Kurtz aus Wiesbaden und die Buchhalterin A. V. Nengelken aus Wiesbaden zu verantworten. Die Anklage lautete auf Spionage zugunsten Deutschlands. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Grouland und Kurtz erhielten wegen Spionage 5 Jahre eJfängnis, die Buchhalterin wegen Beihilfe 2 Jahre.
A Homburg a. d. Ohm. (Explosioneiner Hand- . g r a n a t e.) Die 11 und 12 Jahre alten Kinder der Witwe Kraus hatten an einer Schuttabiadestelle den scharfen Zünder einer -Handgranate gefunden, den sie mit nach Hause nahmen und dort, während die Erwachsenen ihrer Arbeit nachgingen, mit einem Beil bearbeitet. Der Zünder entlud sich mit lautem Knall. Durch die Explosion wurden dem Jungen drei Finger der rechten Hand abgerissen, während das Mädchen eine schwere Verwundung des linken Armes davontrug. Nach erster ärztlicher Hilfeleistung wurden die Kinder in die Gießener Klinik überführt.
A Laubach (Oberhessen). V ogelflug vom Vogelsberg bis nach Spanien.) Bei Kordoba wurde in den Orangenhainen ein Star geschossen, der einen Ring trug mit der Inschrift Gonterskirchen bei Laubach am 8. Mai 1926. Der Vogel ist im Mai 1926 in Gonterskirchen aus dem Ei geschlüpft und von dem Studenten Nikolai beringt worden. Es ist damit als ziemlich sicher festgestellt, daß die Stare das Rheintal aufwärts durch die Burgundische Pforte nach Frankreich fliegen, von hier die Rhone abwärts gehen, von Südfrankreich eine kurze Strecke über das Meer fliegen, um die Pyrenäen zu umgehen. An den Küsten Spaniens zerstreuen sie sich dann und fliegen bis Andalusien und zur Südküste Spaniens. Etwa 2000 Kilometer beträgt der zurückgelegte Weg.
A Lich (Oberh.). (Zurückgezogene Garantie.) Da die Unternehmer der Autoomnibuslinie Lich und Umgebung nach Ansicht des Gemeinderates von der in Aussicht genommenen Linie abgewichen sind, hat der Stadtvorstand Veranlassung genommen, seinen früheren Beschluß auf Zeichnung eines Garantiefonds für die vorgesehene Linie, die etwaige Ausfälle bei ungenügender Benutzung decken sollte, zurück- zunehmen.
A Wiesbaden. (Große Wildschäden durch Schwarz wil d.) Bei der Regierung beantragte die Landwirtschaftskammer durchgreifende Maßnahmen gegen das Ueberhandnehmen der Schwarzwildschäden. Da die Forst- beamten der derzeitigen geringen Schußprämie wegen kein genügendes Interesse an der Vertilgung des Schwarzwildes haben, schlug die Kammer vor, die kostenlose Ueberlassung des erlegten Schwarzwildes an die betreffenden Forstbeamten zu erwägen.
der Villa gegangen. Unb hatte Elena wiederum enttäuscht und verzweifelt zurückgelassen.
Sie lehnte jetzt an dem mächtigen Schreibtisch und blickte schweigend auf Sonja Jvanowna. Die Schauer, die sie in den ersten Tagen in diesem Raum überrieselt hatten, schienen die Gräfin gepackt zu haben. Sie war totenblaß, auch die Lippen waren weiß in dem Weißen Gesicht. In ihren Augen lag ein unruhiges, förmlich angstvolles Flimmern. In großer Unruhe durcheilten sie den ganzen Raum, blieben auf jedem Gegenstand haften, schienen hier irgend etwas zu suchen.
Dann trat die Gräfin Timerjasoff vor ihr Porträt. Elena sah, wie sie zitterte, als ihre unnatürlich ttieit geöffneten Augen ihr schönes Ebenbild betrachteten. Und plötzlich verhüllte sie diese schauenden Augen mit beiden Händen und trat aufweinend zur Seite. Sank in einen Stuhl und blieb dort in einem krampfartigen Schluchzen sitzen, das ihren ganzen Körper erschauern ließ.
Elena stand regungslos und sah auf die weinende Frau, um die ihr Vater sich mühte. Hatte Sonja Jvanowna den Toten so sehr geliebt, daß der Anblick seines letzten Werkes, ba§ sie selbst darstellte, sie so überwältigte? Oder glaubte sie fest an Herbert Rupertos Verbrechen, wie sie vorhin gesagt, und war es das Gefühl ihrer eigenen Schuld, ihrer eigenen Beziehung zu dieser dunklen Tat, deren erster Anstoß sie dann ja gewesen war, was sie sich selbst sagen mußte, das sie so meinen ließ?
„Ich kann das Bild noch nicht immer um mich sehen", stieß Sonja Jvanowna schluchzend nach einer Weile heraus. „Ich liebe es, aber ich ertrage es noch nicht. Es gemahnt mich zu sehr an den Toten."
„So lassen Sie es ruhig hier noch eine Weile stehen, Gräfin", schlug Fabrizius vor.
Sie trocknete ihre Tränen, sah auf Elena.
„Aber ich möchte es ansehen dürfen, wenn ich den Wunsch danach habe. Darf ich kommen, hierher kommen, Elena, und mein Porträt betrachten?"
„Das ist doch selbstverständlich, Gräfin, und bedarf keiner Erlaubnis Elenas", sagte Fabrizius wieder schnell. „Kommen Sie, teuerste Freundin, Ihre Nerven ertragen diese Erregungen noch nicht. Erlauben Sie mir, Sie hinabzubegleiten.
Sonja Jvanowna erhob sich.
„Mein lieber Freund, ich bitte Sie, lassen Sie mich
Allerlei Oesterliches.
Ofterspiel und Osterspuk. Ostern, das Helle und freudige Frühlingsfest, ist seltsamer Weise auch erfüllt von den dunklen Erinnerungen an eine Zeit, da die Menschen noch im Bann heidnischer Dämonenfurcht lebten. Schutz- und Glückszauberei aller Art, um den von überirdischen Mächten drohenden Gefahren zn entgehen, war damals an der Tagesordnung, und noch heute finden wir, wohin wir blicken, Neberreste und Spuren dieser urzeitlichen Bräuche. Die Furcht vor der Anwesenheit böser Geister gerade an Festtagen hat einst den Brauch geschaffen, daß gewisse Arbeiten während der Osterwoche überhaupt nicht verrichtet werden dürfen. So soll keine nasse Wäsche ins Freie gehängt, kein Dünger gefahren werden, soll nicht gewebt, geschmiedet und gezimmert werden. Dagegen soll man das Haus in allen Winkeln und Ecken scheuern und kehren, in Schwaben sogar mit einem Besen, den man hernach wegwirft, weil er jetzt ein „Hexenbesen" ist. Für besonders gefährlich hielt man die Geister, während die Menschen beim Passionsgottesdienst in der Kirche weilten. Daraus entstand die liebliche Sage von dem Kind, das, während die Mutter in der Kirche war, vor einem Felsen stand, der sich plötzlich öffnete. Ahnungslos trat das Kind in die Spalte, aus der Gold- und Silberschätze hervorgleißten, doch im selben Augenblick schloß sie sich auch schon hinter ihm. Aber nach einem Jahr öffnete sich die Spalte wieder, so daß das Kind ins Freie gelangen konnte, und da es von den Schätzen mit sich nehmen durfte, so viel es zu tragen vermochte, so war die arme Mutter jetzt doppelt reich.
Ist Osterwaffer heilkräftig?
Uralt ist der Glaube, daß ganz zeitig am Ostermor- gen unter bestimmten Formalitäten geschöpftes Flußwasser eine schier unbegrenzte Haltbarkeit besitze und ein treffliches Heilmittel sei gegen Augen und Hautkrankheiten.
Dieser Glaube erscheint, was die Haltbarkeit des „Osterwaffers" anbelangt, nach wissenschaftlichen Untersuchungen, aber auch schon bei einfacher nüchterner Ueberlegung nicht ganz unberechtigt, nur mit der Maßgabe natürlich, daß es keineswegs darauf an= kommt, das Wasser gerade am Ostermorgen zu schöpfen und dabei auch noch allerlei „Traditionen" anzuwen- den, wie z. V. bis zur Rückkehr ins Haus nicht zu sprechen, rückwärts zu laufen, sich erst im Wasser zu spiegeln usw. D^e Ursache der „Heilkraft", wenn wir schon diesen Ausdruck beibehalten wollen, ist einfach darin zu erblicken, daß im Frühjahr das Flußwasser reiner ist als im Sommer, zufolge der Schneeschmelzen sind die Flüsse hoch angeschwollen, das Wasser fließt schneller und nimmt alle oder doch sehr viel Verunreinigungen mit sich fort, dabei fehlen an sich schon die durch sommerliche Wärme erzeugten pflanzlichen Fäulnisprodukte mit ihren hunderterlei kleinen und kleinsten Lebewesen.
So also ist das Frühlingswasser, das Osterwasser nichts anderes als ein reines Wasser, deshalb aber durchaus nicht heilwirkender als reines Brunnenwasser. R. einen Augenblick mit Elena allein. Ich muß sie unter vier Augen sprechen, nehmen Sie es mir nicht üBeL"
Der Kommerzienrat sah sie überrascht an. Elenas Wesen atmete so viel Kühle, ja förmliche Feindschaft aus, daß er den Wunsch der Gräfin nicht recht begriff. Er sah auf seine Tochter. Noch immer stand sie regungslos mit diesen förmlich erstarrten Zügen.
„Wie Sie befehlen, Gräfin", sagte er unmutig. Aber auf ihren bittenden Blick, dem er nicht zu widerstehen vermochte, verließ er doch den Raum. Die beiden Frauen waren allein.
„Elena!" Und plötzlich lag Sonja Jvanowna vor dem jungen Mädchen auf den Knien. „Elena! Ich ertrage Ihre Feindschaft nicht! Ich habe Sie aus Ihrem Fernbleiben geahnt. Seit ich Sie heute wiedersah, fühle ich sie ganz deutlich. Aber ich ertrage sie nicht! Denn ich liebe Sie, Elena, ich liebe Sie ja so sehr, und muß Sie als Freundin behalten! Meine Schuld drückt mich zu Boden. Sie müssen sie mir verzeihen!"
„Ihre Schuld? wiederholte Elena und beugte sich zu der Knieenden nieder. Sie war von diesem plötzlichen Ausbruch überrascht. Aber die Herzlichkeit in der Stimme der Gräfin, die Angst, die aus ihren Worten sprach, Elena zu verlieren, klang nicht zu ihrem Herzen.
„Vor allem stehen Sie auf, Sonja Jvanowna", sagte sie hastig, „ich bitte Sie, stehen Sie auf. Wie können Sie nur vor mir knien."
Das Benehmen der Gräfin, so echt es wirkte, mutete Elena wie eine Komödie an. Ihr Gefühl blieb starr. Nichts, in ihrem Innern sprach für Sonja Jvanowna.
„Nicht eher stehe ich auf, als bis Sie mir sagen, daß Sie mir meine Schuld verzeihen, Elena."
„Welche Schuld? Und was habe ich Ihnen zu verzeihen?"
Fortsetzung folgt.
Landwirte, Gerste und Drill' saat nicht über 60 Mund!