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Rr. 6

(1. Blatt)

Donnerstag, den 13. Januar 1927

79. Jahrg.

Kreisausschutz.

J.-Nr. 6884 K. A. Bei der dieöjähriigen erstmaligen Eberkörung wurden folgende Tiere der nachgenannten Besitzer an- resp, abgekört.

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Des Tieres

0

Besitzer

Ort

M

Mon.

0

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Herkunft

Bemerkungen

Besitzer

Ort

0

35 Mon.

a

K

= «5

Herkunft

E E S

Bemerkungen

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

1

Hadermann, Ldw. Stadt

Schlüchtern

9

D. E.

3

2

unbekannt

1

19

Gemeinde

Elm

9

V. L.

3

3

15

2

Schlüchtern

10

V. L.

7s

2

Münsterland

2

20

Peter Hoßfeld

Herolz

10

V. L.

3

3

Bruderdiebh.

16

3

Gemeinde

Breitenbach

8

V. L.

4

4

Wallroth

abgekört

21

Johann Paul

Vollmerz

8

V. L.

2

73

Jokisch.Grub.

17

4

Gemeinde

Niederzell

9

V. L.

73

2

Maberzell

3

22

Gutsverwaltung

Ramholz

36

V. L.

2

73

Klostermann

18

5

6

Fr. Weitzel Stadt

Steinau Soden

9

7

V. L.

V. L.

73

3

2

2

Fleschenb.

Obersotzbach

4

5

23

Gutsverwaltung

Ramholz

12

D. E.

3

73

tzHadermann iSchlüchtern

19

7

Gemeinde

Marborn

12

V. L.

3

73

Reisinger Bellings

6

24

Johs. Knauf Gemeinde

Sannerz

10

V. L.

3

2

unbekannt

20

8

Gemeinde

Romsthal

17

V. L.

3

3

7

25

Sterbfritz

10

D. E.

3

3

Beiersröderh.

21

9

Wilhelm Böß

Sarrod

12-/2

V. L.

2

2

Elisabethenh.

8

26

Gemeinde

Schwarzenfels

18

V. L.

73

2

unbekannt

22

10

Becker

Elisabethenhof

V. L.

2

2

Bruderdiebh.

9

27

Gemeinde

Wetchersbach

8

V. L.

7=

73

//

23

bis 1.4. 27 zugel.

11

Gemeinde

Kressenbach

15

V. L.

3

3

Freiensteinau

10

28

Wilh. Dorn

Oberzell 68

12

V. L,

3

3

//

24

12

Gemeinde

Uerzell

15

V. L.

3

3

unbekannt

11

29

Johs. Müller

Heubach 57

13

V. L.

2

2

M

25

13

Gemeinde

Reinhards

18

V. L.

4

3

Weidenau

abgekört

30

Johs. Müller

Uttrichshausen Oberkalbach Altengronau

11

V. L.

3

3

//

26

14

Gemeinde

Hintersteinau

7

V. L.

3

3

X Hausmann / Rothenbach

12

31

32

Gastwirt Ommert Adam Fuß

11

9

V. L.

V. L.

3

3

3

3

r»

H

27

28

bis 1.3.27 zugel.

15

Ioh. Kreß 11.

Wallroth

8,5

V. L.

4

3

abgekört

33

Kaspar Gunkel

Neuengronau

15

V. L.

3

7s

n

29

16

Gemeinde

Wallroth

10

V. L.

3

3

\ Wegmann / Röhrigshof

13

34

35

Wilh. Frischkorn Aug. Schreiber

Soffa Marjoß

11

12

V. E.

V. E.

3

7s

3

7s

Bruderdie- bacherhof

30

31

bis 1.4.27 zugel.

17

R. Wegmann

Röhrigshof

28

V. L.

3

3

Bruderdiebh.

14

36

Gemeinde

Bellings

10

V. E.

73

73

Jokisch.Grub.

32

18

Gemeinde

Elm

lO'/z

V. L.

4

3

bis 1.1.27 zugel.

37

Johs. Simon

Bellings 6

8

V. E.

73

73

33

Schlüchtern, den 29. Dezember 1926. Der L a n d r a t.

J.-Nr. 317. Die Berufsfürsorge verursacht in diesem Jahre ganz besondere Schwierigkeiten, da einmal ein hoher Prozentsatz Kinder zur Schulentlassung kommen, zum anderen nur äußerst wenige Lehrstellen zur Verfügung stehen.

Wir bitten die Herren Lehr- und Jnnungsmeister des Kreises herzlich, ihren Bedarf an Lehrlingen bei der hiesigen Dienststelle vormerken zu lassen, damit auch denjenigen El- t^^JJtomäi^ nicht än^der LW sich, ^.^ eignete Lehrstelle zu finden, geholfen werden kann. Die 9fot ist außerordentlich groß. Die Arbeitsbeschaffung ist das Mittel zur Behütung der Jugend vor leiblicher und seelischer Not.

Wir bitten die Handwerker, Lehrmeister pp. die Lehr- stellennot mit allen Kräften beseitigen zu helfen und sehen Meldungen bis zum 1. Februar ds.. entgegen.

Schlüchtern, den 11. Januar 1927.

Der Vorsitzende des KreiöwohlfahrtöamtS. v. Trott zu Solz.

J.-Nr. 58. Die dem Kreisausschuß für Jugendpflege angeschlossenen Jugendpflegevereinigungen werden hiermit er­sucht, umgehend gemäß unserem Rundschreiben die Lichtbil­der zur Ausfertigung der Führerausweise einzusenden, da die Neuregelung der Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugend­pflege bis zum 1. Februar ds.. durchgeführt sein muß.

Schlüchtern, den 8. Januar 1927.

Der Vorsitzende des Kreiswohlfahrtsamtes. J. V.: Preiß.

Stadt Schlüchtern.

Oeffentliche Aufforderung

zur Entrichtung von Steuern nnd Abgaben.

Im Monat Januar 1927 sind an Steuern und Ab­gaben für Januar 1927 bezw. Vormonate an die Stadtkaffe Schlüchtern zu zahlen:

Preußische Grundvermögenssteuer (nach Steuerzettel zuzüglich 250^/0 Stadtzuschlag; hierbei ist die Erhöhung des Stadtzuschlags ab 1. 4. 26 nachzuzahlen.)

Preußische Hauözinösteuer (iooo°/0/ soweit nicht Ermäßi­gungen vorliegen.)

Gewerbeertragssteuer (375°/0 von der lt. Steuerbescheid des Gewerbesteuer-Ausschusses erfolgten Veranlagung für 1926; zu zahlen war nach zugestelltem Steuerzettel bezw. besonderer Benachrichtigung bereits bis zum 10. Dezember 1926 die Hälfte 1. und 2. Rate abzüglich der geleisteten Vorauszahlungen.)

Gewerbekapitalsteuer (Vorauszahlungen nach dem bis­herigen Steuerzettel bis zur endgültigen Veranlagung.)

'Gleichzeitig wird auf baldigste Zahlung aller bereits fällig gewesenen angeforderten Abgaben wie Holzgelder (aller Termine) Schulgelder, Wassergelder, Hundesteuern usw. hin­gewiesen.

Mahnungen erfolgen nicht mehr durch Behändigung von von Mahnzetteln, sondern durch öffentliche Bekanntmachung.

Die Steuern sind am 15. eines jeden Monats ohne Schonfrist fällig. Für verspätete Zahlungen sind 10 0/0 Jahreszinsen zu entrichten.

Anträge und Eingaben schieben den Fälligkeitstag nicht hinaus. Die Steuer und Abgabenzettel sind zur Vermeidung einer umständlichen Bearbeitung unbedingt bei der Zahlung vorzulegen.

Schlüchtern, den 12. Januar 1927.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Lurtius beauftragt!

Kein Besitzbürgerblock".

Wie man ja schon länger wußte, hat Reichspräsident d. Hinbenburg seine Absicht ausgeführt und den Reichsminister Dr. Curtius mit der Neubildung des Reichskabinetts beauf­tragt. Dr. Curtius hat den Auftrag angenommen und einem Pressevertreter über seine Absichten folgendes mitgeteilt:

Der Plan der Großen Koalrnon, der vor dem Sturz des Kabinetts Marx die parlamentarische Lage beherrschte, ist durch die bekannten Ereignisse zerschlagen worden. Stetigkeit der deutschen Politik setzt aber nach wie vor die Bildung einer Mehrheitsregierung voraus. Infolgedessen müssen Brücken nach rechts geschlagen werden. Gras Westarp hat vor der Ab­stimmung über das sozialdemokratische Mißtrauensvotum er­klärt, daß es sich bei der Stellungnahme der Teutschnationalen Volkspartei nicht um die Regierungspolitik handele, sondern lediglich um die Klärung der parlamentarischen Mehrheits­verhältnisse.

Es gilt, auf den Grundlagen der bisherigen Politik der Mitte Gemeinschaftsarbeit mit der Deutschnationalen Volkspartei zu ermöglichen. Die Presseveröffentlichungen in der letzten Zeit dürfen vor diesem Plane nicht abschrecken. Die Lösung der Krise erfordert Verhandlungen der verantwortlichen Instanzen der Parteien. Soche Verhandlungen von der Mitte nach rechts zu führen, bin ich von dem Herrn Reichspräsidenten beauftragt. Wenn sie gelingen, werden sie nicht zu einemBesitzbürger­block" fuhren. Auch eine Regierung mit den Deutschnationalen wird oas Gemeinwohl und die sozialen Notwendigkeiten schützen, wie die bisherige Regierung der Mitte.

Haushaltsausschuß des Reichstages.

Berlin, 11. Januar. Im Haushaltsausschuß des Reichstages entspann sich eine Debatte über das Verhalten des Reichsrates, der die Ansätze der Reichsregierung bezüglich ein­zelner Steuereinnahmen im Etat 1927 von sich aus erhöht hatte, um eine Balancierung des Etats gegenüber vom Reichs­rat verlangten erhöhten Ausgabepositionen zu bewerkstelligen. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold warnte vor derartigen will­kürlichen Einnahmeerhöhungen, die schließlich' zu einer ganz fiktiven Etatsgebarung fuhren könnten.

Diskontherabsetzung der Reichsbank.

Berlin, 11. Januar. Die Reichsbank setzte den Wechsel­diskont von 6 auf 5 Prozent herab. Der Lombardzinsfuß bleibt unverändert. Der Privatdiskont hntfbe für beide Sichten um je % Prozent auf 4% Prozent herabgesetzt, wobei das angebotene verhältnismäßig knappe Material repartiert werden mußte.

Empfänge beim Reichspräsidenten.

Berlin, 11. Januar. Der Reichspräsident nahm heute die Vorträge des Reichspostministers Dr. Stingel und des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht entgegen. Ferner empfing er den Botschafter Dr. Solf zur Abmeldung vor dessen Rückkehr auf seinen Posten in Tokio.

Vor der Entscheidung.

Berlin, 11. Januar. Ueber die Besprechung des Reichs­wirtschaftsministers mit dem Demokraten Koch erfahrt man noch, daß Koch dem Minister erklärte, daß Verhandlungen mit den Demokraten zur Zeit keinen rechten Zweck hätten, da der Minister erst Klarheit über die Stellung des Zen­trums schaffen müsse. Die Zentrumsfraktion des Reichs­tages ist nunmehr auf Mittwoch nachmittag 6 Uhr tele­graphisch ein berufen. In dieser Sitzung soll die Entscheidung über die Frage der Regierungsbildung fallen. Der Zen- trumsvorstand hat sich bereits heute mit der politischen Lage beschäftigt.

Wirtschaft und Erwerbslose.

Die Forderung des preußischen Innenministers.

Der preußische Minister des Innern, der auf einer Be­sichtigungsreife durch die Rheinlande in Düsseldorf weilte, führte in einer Konferenz mit Vertretern der Wirtschaft, des Handels und der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerschaft u. a. ans:

' Wenn in wirtschaftlichen ÄrerM ore Auffchsimg oestehl, daß für die älteren Erwerbslosen mit einer dauernden Er­werbslosigkeit gerechnet werden muß, so haben Regierung und Wirtschaft hier die Aufgabe, ehe die Verelendung weitergreist, vorzubeugen und zu helfen, wo es geht. Man wird von der Wirtschaft verlangen müssen, daß sie einen Teil der dadurch ent­stehenden Lasten mitträgt. Man darf dabei nicht vergessen, daß der Vertrag von Versailles dem gesamten deutschen Volke eine ungeheure Last auferlegt hat.

Die besonderen Schäden der Rheinprovinz, die durch die Besatzung entstanden sind, müssen wieder gutgemacht werden. Die Staatsregierung wird hier im Rahmen des Möglichen alles tun. Das für ben Bau der Autostraße KölnDüsseldorf von der Provinzverwaltung geforderte Recht der Abgaben- erhehung hat der preußische Slaatsrat trotz aller Bedenken öls berechtigt anerkannt. In der Frage des Stadtcbauge sttzc ^ kann die Staatsregierung augenblicklich nichts mehr tun. ^as Gesetz liegt jetzt dem Landtag vor. Der Mrncher versicherte zum Schlug, daß er der Wirtschaft überall da helfen wurde, wo er helfen könne.

Beginn des großen Barmat-Prozeffes.

Berlin, 11. Januar. Vor dem Erweiterten Schöffen­gericht des Amtsgerichts Berlin-Mitte begann heute vor­mittag unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Neu- mann der umfangreiche Prozeß gegen Barmat und Genossen. Die Anklage wird vertreten durch den Oberstaatsanwalt Trautmann, bent die Staatsanwälte Raasch, Sturm und Erich zur Seite stehen. Die elf Angeklagten sitzen mit ihren 15 Verteidigern an zwei Tischreihen vor der eigentlichen Anklagebank. Der Zuschauerraum ist stark besetzt und die Presse ist außerordentlich stark vertreten. Der frühere Zen­trumsabgeordnete Lange-Hegermann ist ebenso wie alle übr'gen Angeklagten anwesend.

Der Lohnstreit in der badischen Textilindustrie.

Freiburg (Breisgau), 11. Januar. Nachdem die Forde­rung der Arbeitnehmerverbände auf Neuregelung des Lohn­verhältnisses in der badischen Textilindustrie von den Arbeit- qeberverbänden abgelehnt worden war, riefen die Arbeit' nehnlerverbände den Schlichtungsausschuß Karlsruhe an.

Französischer Ministerrat.

Paris, 11. Januar. Die Havasagentur glaubt mitteilen tu können, daß der heute vormittag abgehaltene Mirnsterrat einstimmig die Ansicht vertreten habe, daß es angebracht sei, die Besprechung der Interpellationen über die auswärtige Politik zu vertagen. Ministerpräsident PomcarS habe erklärt, daß andere, dringendere Fragen Vorlagen, dre an erster Stelle behandelt werden müßten. Briand habe daran erinnert, daß er vor Schluß der letzten Session sich vor dem Senat verpflichtet habe, beim Wiederzusammeutrttt des Parlaments auf die Interpellationen zu antworten. Er habe darauf hingewiesen, daß er sich mit den Interpellanten über den Zeitpunkt ins Einvernehmen setzen wurde, ledoch ohne irgendwelchen Hinweis über den Zeitpunkt zu geben. Kriegsminister Painleve habe auf Befragen erklärt, daß sehr wahrscheinlich die Debatte über den Gesetzentwurf betreffend die Jnduftriemobilisierung sehr bald zur Besprechung stim­men würde und daß sich sann auch die Aussprache ich«: die Heeresrefarm daran auWießen würde.