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Rr. 141 (1. Blatt) Samstaa^den 27. November 1926 78. Jahrg.

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Amtliche Bekanntmachungen

Landratsamt.

J.-Nr. 11143. Nach Mitteilung des Herrn Gewerbe' rats in Fulda sind die Herren Bürgermeister zu Hinter" steinau, Hütten, Jossa, Marjoß, Mottgers, Neustall/Rein" hards, Sarrob, Seidenroth, Vollmerz und Wallroth mit der Einsendung der neuen Katasterblätter für die gewerblichen Anlagen immer noch im Rückstände.

Die betr. Herren Bürgermeister ersuche ich, die Kataster­blätter umgehend an den Herrn Gewerberat in Fulda einzusenden und mir von dem Geschehenen bis zum 5. D,e zember d. J s. Mitteilung zu machen.

Schlüchtern, den 24. November 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheiß

Kreisausschutz.

Jungbullenkörung.

J.-Nr. 6202 K.-A. Am Sonnabend, den 4. Dezem­ber 1936, vormittags von 10 Uhr ab findet in

Mottgers

(vor der Günther'schen Gastwirtschaft) eine

Jungbullenkörung

statt.

Die durch Kreisblatt-Verfügung vom 24. Dezember 1925 J.-Nr. 6667 K.-A. (Kreisblatt Nr. 1 von 1926) für den 18. Dezember 1926 in Sterbfritz bekannt gegebene Jungbullenkörung fällt aus.

Schlüchtern, den 22. November 1926.

Der Landrat. v. Trott zu Solz.

J.-Nr. 56 R. K. Die neuen Wohlfahrtsmarken sind nunmehr fertiggestellt. Die Marken haben die Größe der Postfreimarken derselben W^rte und sind nach den Emwu Jv des Kunstmalers Siegmund von Weech in München auf weißem Papier mit dem Wasserzeichen .Waffelmuster" her- Sestellt. Die Marke zu 5 Pfg., die mit 10 Pfennig ver­kauft wird, ist vierfarbig; die Grundfarbe ist grün. Das eirunde Markenbild zeigt unten in den Farben schwarz, alt- ßold und hellzinnober das württembergische Wappen. Darüber befindet sich, durch ein die Jahreszahl 1926 tragendes Band getrennt, der Reichsadler, unter dessen Flügeln links die Wertziffcr 5 und rechts die Buchstaben Pf. stehen. Reichs­adler und Band sind in altgoldener Farbe gehalten.

, Die Marke zu 10 Pfg., die mit 20 Pfennig verkauft wird, ist dreifarbig; die Grundfarbe ist rot. Auf dem Markenbild befindet sich unten in den Farben gold und jinnober das badische Wappen.

, Die Marke zu 25 Pfg., die mit 50 Pfennig verkauft wird, ist in drei Farben ausgeführt; die Grundfaebe ist klau. Aus dem blauen Hintergründe tritt unten das thü- "ngische Wappen mit rotem Schildgrund und weißen Ster­nen hervor.

Die Marke zu 50 Pfg., die zu i Mk. verkauft wird, 'ü vierfarbig: die Grundfarbe ist braun. Unten befindet sich ^6 hessische Wappen in den Farben blau und hellzinnober.

Die sonstige Ausführung der Marken zu 10, 25 und 5° Pfg. ist dieselbe wie bei der Marke zu 5 Pfennig. Alle °>er Marken haben die UmschriftDeutsches Reich". 5 Pfennig (»der 10, 25, 50 Pfg.)Deutsche Nothilfe".

Die Wohlfahrtsmarken sind ab 1. Dezember 1926 zu

Der Männerverein vom roten Kreuz hat den Ver­geb übernommen. Die Wohlfahrtsmarken sind zum Frei- wachen aller Postsendungen für das In- und Ausland zu ""wenden und verlieren erst zum ZO. Juni 1927 ihre Gültig- ^ Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher bitte ich, g Verbreitung vorstehender Bekanntmachung in weitgchend-

Die neuen

Fleischbeschau- und Trichinenschaubücher sowie BeanstandungS rettet nach neuer Vorschrift sind fertiggestellt und können bezogen werden von

H. Steinfeld Söhne

Schlüchtern

Bahnhofstraße 6

ster Weise hinzuwirken Anmeldungen auf Wohlfahrtsmarken entgegenzunehmen und diese Bestellungen hierher weilerzu- geben. In der Annahme, daß die Gemeinden auch diesmal gewillt sind, ihre Postsendungen während der Dauer einer Woche oder eines Monats ausschließlich mit Wohlfahrts­marken zu frankieren, werden denselben Marken in der vor­jährigen Zahl übersandt werden, falls entgegenstehende Mit­teilung bis zum 5. Dezember hier nicht eingeht.

Schlüchtern, den 22. November 1926.

Der Vorsitzende des Männervereins vom Roten Kreuz v. Trott zu Solz, Landrat.

J.-Nr. 6322 K. A.

Betr. Obstbaumpflege.

Es wird darauf hingewiesen, daß auch in diesem Jahre In verschiedenen Gemeinden des Kreises Kurse verunstaltet werden, um der Vaumpflege und Schädlingsbekämpfung sowie allem dessen, was der Obstzüchter und Landwirt vom Obstbau und Obsthandel wissen muß, mehr Eingang zu verschaffen. Den Interessenten kann nur empfohlen werden, sich persönlich an diesen praktischen Lehrgängen, insbeson­dere an dem theoretischen Unterricht, der gewöhnlich in einem Schulsaal stattfindet, zu beteiligen.

Zunächst findet in den ersten Dezemberwochen ein 14« tägiger Kursus in Eckartroth statt und ist es besonders den Bewohnern der Gemeinden Salmünster, Soden, Romsthal, Wahlert, Kerbersüorf und Marborn zu empfehlen, diese Ge­legenheit zu benutzen.

Unkosten entstehen den Teilnehmern dieses Kursus hier­bei nicht, außer der Anschaffung einheitlicher und guter Werkzeuge, die vom Kursusleiter zum Einkaufspreis gelie­fert werden.

Die Gemeinden des Kreises, die einen solchen Lehr­gang wünschen, müssen sich rechtzeitig mit Herrn Kreis­gärtner Holstein in Schlüchtern, Dreibrüderstraße 16 in Verbindung setzen.

Schlüchtern, den 25. November 1926.

Der Vorsitzende des KreisausschusseS. von Trott zu Solz.

Deutsche Anleihen im Ausland.

Bedenkliche Erscheinungen.

Im Unterausschuß für Geld-, Kredit- und Finanzwesen berichtete Ministerialdirektor Dr. Norden vom Reichs- finanzministerium über die Anlagen des Anleihetilgungsfonds und Präsident Schröder über die Anlagen der Preußischen Staatsbank. Reichsbankpräsident Dr. Schacht betonte, das Bestehen selbständiger Betriebsfonds der einzelnen Staats- verwaltungszweige habe zur Folge, daß die einzelnen Fonds zusammen größer seien, als früher der einheitliche Fonds des ganzen Staatswesens.

An dem 2^-Milliarden-Fonds bei Reich, Reichsbahn, Post und preußischem Finanzministerium ließen sich 1114 Milliar­den zugunsten der Steuerzahler und Gebührenzahler sparen. Der Ausschuß wandte sich dann der Frage der Ausländs­anleihen zu. Dr. Schacht erklärte, daß die Stabilisierung ohne Ausländsanleihen nicht möglich gewesen wäre. Das Tempo der Ausländsanleihen und deren Höhe seien jetzt bedenklich.

Auf eine Frage, aus welchen Gründen nicht mehr kurz­fristige Kredite aus dem Ausland kämen, erwiderte Dr. Schacht, daß in Deutschland selbst soviel Geld sei, daß der Kredit ohne Ausländsanleihen befriedigt werden könne. Ministerialdirektor Norden Vom Reichsfinanzministerium legte die Entwicklung der Beratungsstelle für Ausländsanleihen im Reichsfinanz­ministerium dar. Im ganzen seien bereits 1 Milliarde 717 000 000 an Anleihen beantragt worden. Davon wurden 1 Milliarde 234 000 000 befürwortet. Der Jahresaufwand dafür sei mit 120 000 Millionen anzunehmen. Fast alle diese Anleihen seien zustande gekommen. Die Einsetzung der Be­ratungsstelle sei notwendig gewesen, weil der unorganisierte Ansturm auf Ausländsanleihen durch die Länder und Kom­munen ungünstig ausgeschlagen wäre. Die Ausländsanleihen der Länder seien gegendas Vorjahr von 138 auf 172 Millionen gestiegen, die der Kommunen von 272 auf 210 gefallen.

Offizieller Besuch StrescmannS in Hamburg.

Hamburg, 25. November. Der Senat hat den Reichs- außcnminister zu einem offiziellen Besuch nach Hamburg ein- geladen. Dr. Stresemann hat die Antwort erteilt, daß er gern der Bitte willfahren werde. Bei dem Empfang im Rathaus wird das gesamte Konsularkorps dem Reichsaußen­minister borgeftellt werden. Außerdem sind für den Besuch eine Reihe von Besichtigungen vorgesehen. Als Tag des Be­suches ist der 14. Dezember in Aussicht genommen.

Ein Dorf bei Nizza verschüttet. 20 Personen getötet. Wie ans Nizza gemeldet wird, ist das Dorf Rocquebilliere, das 15 Kilometer von Nizza entfernt liegt, infolge eines Erd­rutsches, der durch wolkenbruchartigen Regen der letzten Tage verursacht wurde, verschüttet worden. Bisher werden 20 Tote gemeldet.

Neues vom Tage.

Das Reichskabinett beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung außer mit dem Entwurf eines neuen Arbeitsschutzgesetzes, vor allem mit der Verlängerung des SperrgesetzeS für die gericht­liche Auseinandersetzung zwischen den Ländern und den vormals regierenden Fürstenhäusern. Auch wirtschaftliche Fragen, so die Kohlenversorgung, wurden erörtert.

Ein Reichswehrangehöriger eines Dresdener Truppenteils hat aus einem Dienstzimmer militärische Befehle gestohlen und sie an einen französischen Offizier verkauft. Der Landesverräter wurde in Untersuchungshaft genommen.

Die elsaß-lothringischen Abgeordneten vom Riederrhein haben der französischen Kammer einen Beschlußantrag vorgelegt, demzufolge in der Kammer die Benutzung der deutschen Sprache gestattet werden soll, falls gleichzeitig dem Präsidenten die Rede in französischer Sprache vorgelegt wird.

DerMessagero" meldet aus Messina, daß der UniversitätS- Professor und Leiter der Klinik wegen Verächtlichmachung der be­stehenden politischen Einrichtungen verhaftet wurde.

Von Woche zu Woche.

Von Argus.

Der Zufall hat es gewollt, daß am gleichen Tage im deutschen und im französischen Parlament von den Außen­ministern Dr. Stresemann und Briand Erklärungen über den Stand der internationalen Politik abgegeben worden sind, in welchen Zukunftshoffnungen mit Geduldsforde­rungen gemischt worden sind. Das ist also das Merkmal der Zeit, zu wünschen, aber sich in der Erfüllung dieser Wünsche zu bescheiden. So schnell, wie sich manche Leute nach der Besprechung von Thoiry den Fortgang der Ver­handlungen gedacht haben, wird er sich nicht vollziehen, im Gegenteil, wir stehen noch so ziemlich im Anfang der Ber- j^d-gung, b;e die DijfrreMU zwischen Deutschlaud- und i ' ikreiw wegen der Räumuna des Rheinlandes, der Per- Minderung der Besatzungsrruppen und der Aufhebung der Abrüstungskontrolle aus der Welt schaffen soll. Es sind auch noch nicht die Mittel vereinbart, durch welche diese Fragen vollständig gelöst werden sollen.

Im Reichstag hat es der Außenminister Dr. Strese- Mann nicht eben sehr leicht gehabt, die Angriffe abzuwehren, die gegen seine Politik gerichtet wurden. Er verwahrte sich nachdrücklich dagegen, daß er die schwebenden Angelegen­heiten mit übergroßem Optimismus betrachtet habe, es sei vielmehr das Gegenteil der Fall gewesen. Die Sachlage müsse deshalb mit Ruhe und Geduld betrachtet werden. An der Notwendigkeit der Beseitigung der Abrüstungskonttolle hielt der Minister unbedingt fest, da Deutschland vollständig entwaffnet sei und es den Versailler Vertrag in loyaler Weise erfüllt habe. Der Minister wies auch die Vorwürfe gegen die Reichswehr zurück, daß sich diese in Parteipolitik eingelassen habe, und ebenso, daß sich die deutschen Verbände gegen die bestehenden Vorschriften mit militärischer Aus­bildung befaßt hätten, wie dies von Paris aus behauptet worden ist. Der Reichstag wendete sich auch gegen die Auf­rechthaltung der Kriegsschuldlüge. In der Angelegenheit der Flaggenhissung auf der deutschen Botschaft in Washing. ton am Waffenstillstandstage vertrat Dr. Stresemann den Standpunkt der Reichsregierung, daß es sich hier nicht um ein taktloses Verhalten handele.

In seiner Erklärung, welche Minister Briand in Paris abgab, äußerte er sich in friedlichem Sinne, sprach über die Besserung der deutsch-französischen Beziehungen und hoffte auf die Herbeiführung von weiteren Vcrständiaungsmaß- nahmen. Bestimmte Angaben konnte er allerdings noch nicht machen. Es wird aber aus Paris behauptet, daß die Zahl der Besatzungstruppen im Rheinlande noch 80 000 Mann betrage, und daß sie im kommenden Jahre 1927 auch nicht vermindert werden soll. Außerdem wird aus Paris als ein Gerücht gemeldet, daß die Freigabe des Rheinlandes von der Einführung einer dauernden Kontrolle abhängig gemacht werden solle. Diese Nachricht ist aber, wie gesagt, nur als ein Gerücht anzuschen, und es ist nicht anzunehmen, daß sich die Reichsregierung darauf einlassen wird. Etwas Ge­naueres wird man wohl erst hören, wenn in Genf ant 6. Dezember der Völkerbundesrat seine Tagung beginnt, an der wahrscheinlich Briand, Chamberlain und Dr. Stesemann teilnehmen werden. Die beiden erstgenannten Minister wer­den schon mehrere Tage vorher in Paris miteinander kon- feriercn und dann mit ihrem deutschen Kollegen in der Schweiz zusammentreffen. Welche Resultate dann erzielt werden dürften, läßt sich natürlich nicht voraussehen. kham- berlain hat ja zu wiederholten Malen erklärt, daß die M-li- tärkontrolle sofort aufgehoben werden könne, aber er wäre nicht das erste Mal, daß er den französischen Forderungen gegenüber nachgegeben hat, also umgefallen ist.

Aus Haus Doorn in Holland kam die Meldung, daß der frühere deutsche Kaiser an einer schweren Grippe bedenklich erkrankt sei. Es ist indessen bereits eine erhebliche Besser tn$ eingetreten, und man erwartet, daß der Patient in diese» Tagen das Bett wird verlassen können,

Recht aufgeregte Erörterungen hatte in den deutschen Volksvertretungen und Zeitungen die Frage des Finanz­ausgleichs zwischen dem Reich und mehreren Einzelstaaten hcrvorgcrufcn. Namentlich haben Bayern, Württemberg und Padeg gegen die Kürzung ihrer bisherigen Zutveijungen