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Schlüchtemer Zeitung

Kreis-Kmtsblatt * Myememev amtlich erfinzeitzer für öen. Kreis Ächlüchtem

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I:

Nr. 140

Donnerstag, den 25. November 1926

78. Jahrg.

. Amtliche Bekanntmachungen

" Landratsamt.

, J.-Nr. 10921. Im Anschluß an meine Verfügung vom 13. b. Mts. J.-N. 10781 Kreisamtsblatt Nr. 136 Htceffend die Viehzählung am 1. Dezember d. weise ich noch besonders darauf hin, daß die Zahlung lauf Grund der Bundesratsverordnungen vom 18. Juli 1912 * »Zentralblatt f. d. D. R. S. 587) und vom 30. Januar 11917 (G. S. BI. S. 81) erfolgt und daß derjenige, der s Vorsätzlich eine Anzeige zu der er auf Grund dieser Ver- orbnungen aufgefordert wird, nicht erstattet oder über sei- (ii Viehbestand wissentlich unrichtige oder unvollständige i »Angaben macht, mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder ! Mit Geldstrafe bis zu 10 000 R-Mk. bestraft wird, auch ' wann Vieh, dessen Vorhandensein verschwiegen worden ist, . Im Urteilfür den Staat verfallen" erklärt werden.

Weiter mache ich darauf aufmerksam, daß die in den i Wlbezirkslisten aufgenommenen Angaben über den Vieh- der einzelnen Haushaltungen nicht für Zwecke der ' Meuerveranlagung verwendet werden dürfen. Ueber diese i Mngaben ist vielmehr das Amtsgeheimnis zu wahren. Ihre 1 Kennung für die Aufbringung der Viehseuchen-Entschädi- 1 Ingen ist jedoch zulässig, da diese nicht als Steuerveran- 1 Wgung gilt.

(I Ich ersuche die Herren Bürgermeister und Gutsvor- ! «eher, für geeignete Bekanntgabe Sorge zu tragen, auch -M Zähler anzuweisen, die Einwohner ihrer Zählbezirke aus liefe Bestimmungen besonders aufmerksam zu machen.

M Schlüchtern, den 22. November 1926.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

J.-Nr. 11076. In der Gemeinde Eckarts, Bezirk Wmikenau, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Schlüchtern, den 20. November 1926. Der Landrat.

......| J.-Nr. 10992. Zu Schlachtvieh- und Fleischbeschauern Mb Trichinenschauern sind bestellt worden, der Maurer "»Arich Möller zu Elm,, für den ersten Beschaubezirk Elm der Schuhmacher Johannes Dorn zu Oberzell für den Wrtsteil Ziegelhütte mit Steigerhof und Forsthaus Gröll- IM der Gemeinde Oberzell.

I Schlüchtern, den 20. November 1926.

' I Der Landrat des Kreises Schlüchtern.

! I J.-Nr. 1517 V. Diejenigen Herren Bürgermeister, laiche noch mit der Erledigung meiner Verfügung vom 28. Mts. J.-Nr. 1391 V. Schlüchterner Zeitung Nr. I, betr. Bezug von Invalidenrente, im Rückstände »M, werden hiermit daran erinnert.

Schlüchtern, den 23. November 1926.

Mi ^Vorsitzende des Versicherungsamtes. J. V. Schultheis.

I Kreisausschutz.

| Jungbullenkörung.

I 3.-Nr. 6202 K.-A. Am Sonnabend, den 4. Dezem- 1936, vormittags von 10 Uhr ab findet in

I Mottgers

I '90r der Günther'schen Gastwirtschaft) eine

11 Iungbullentörung

I Sie durch Kreisblatt-Verfügung vom 24. Dezember 1925 I 3--Nr. 6667 K.-A. (Kreisblatt Nr. 1 von 1926) für l8- Dezember 1926 in Sterbfritz bekannt gegebene I ^mgbullenkörung fällt aus.

Schlüchtern, den 22. November 1926.

Der Landral. v. Trott zu Solz.

J J.-Nr. 56 N. K. Die neuen Wohlfahrtsmarken sind .""'^hr fertiggestellt. Die Marken haben die Größe der »"ltfre, marken derselben Werte und sind nach den Entwürfen ^onstmalerö Siegmund von Weech in München auf Papier mit dem WasserzeichenWaffelmuster" Her- i Die Marke zu 5 Pfg., die mit 10 Pfennig ver- /ft vierfarbig; die Grundfarbe ist grün. Das ^onik^6 Markenbild zeigt unten in den Farben schwarz, alt- e '"'^ bellzinnober das württcmbergisck'e Wappen. Darüber bndet sich, durch cin ^w Jabreszahl 1926 tragendes Band smrtn!^/ der Reichsadler, unter dessen Flügeln links die 5 und rechts die Buchstaben Pf. stehen. Reichs- ""nd Band sind in altgoldener Farbe gehalten.

3 Marke zu 10 Pfg., die mit 20 Pfennig verkauft M^ dreifarbig; die Grundfarbe ist rot. Auf dem L bitb befindet sich unten in den Farben gold und J dadische Wappen.

I <vir>J b. Marke zu 25 Pfg., die mit 50 Pfennig verkauft '" drei Farben auvgeführt; die Grundfacbe ist 1 u Aus dem blauen Hintergründe tritt unten das thü­

ringische Wappen mit rotem Schildgrund und weißen Ster­nen hervor.

Die Marke zu 50 Pfg., die zu 1 Mk. verkauft wird, ist vierfarbig: die Grundfarbe ist braun. Unten befindet sich das hessische Wappen in den Farben blau und Hellzinnober.

Die sonstige Ausführung der Marken zu 10, 25 und 50 Pfg. ist dieselbe wie bei der Marke zu 5 Pfennig. Alle vier Marken haben die UmschriftDeutsches Reich". 5 Pfennig (oder 10, 25, 50 Pfg.)Deutsche Nothilfe".

Die Wohlfahrtsmarken sind ab 1. Dezember 1926 zu haben. Der Männerverein vom roten Kreuz hat den Ver­trieb übernommen. Die Wohlfahrtsmarken sind zum Frei­machen aller Postsendungen für das In- und Ausland zu verwenden und verlieren erst zum 30. Juni 1927 ihre Gültig­keit. Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher bitte ich, auf Verbreitung vorstehender Bekanntmachung in weitgehend­ster Weise hinzuwirken Anmeldungen auf Wohlfahrtsmarken entgegenzunehmen und diese Bestellungen hierher weiterzu- geben. In der Annahme, daß die Gemeinden auch diesmal gewillt sind, ihre Postsendungen während der Dauer einer Woche oder eines Monats ausschließlich mit Wohlfahrts­marken zu frankieren, werden denselben Marken in der vor­jährigen Zahl übersandt werden, falls entgegenstehende Mit­teilung bis zum 5. Dezember hier nicht eingeht.

Schlüchtern, den 22. November 1926.

Der Vorsitzende des Männervereins vom Noten Kreuz, v. Trott zu Solz, Landrat.

Stadt Schlüchtern.

Nealsteuerzuschläge für das Jahr 1926 betr.

Nachdem sich bei der Veranlagung der Gewerbesteuer nach Ertrag ein höheres Grundsoll ergeben hat, als bei Auf­stellung des Haushaltsplanes angenommen worden war, haben die städtischen Körperschaften folgendes beschlossen:

Für das Rechnungsjahr 1926 sollen an Stelle der vom Bezirksausschuß in Cassel in Höhe von

280% Grundvermögenssteuer

420% Gewerbesteuer nach Ertrag 1260% Gewerbesteuer nach Kapital genehmigten Realsteuerzuschläge nur erhoben werden 250% Grundvermögenssteuer 375% Gewerbesteuer nach Ertrag

1125% Gewerbesteuer nach Kapital.

Die 3. Gewerbesteuervierteljahrsrate wird allgemein bis zum 15. Februar 1927, die 4. Gewerbesteuerrate all­gemein bis zum 15. April 1927 gestundet".

Dies wird hiermit veröffentlicht.

Die 1. und die 2. Rate der Umlage sind binnen 2 Wochen an die Stadtkasse zu zahlen.

Schlüchtern, den 19. November 1926.

Der Magistrat: Gaenßlen.

England und der Völkerbund.

Eine Rede Chamberlains.

Der englische Staatssekretär des Aeußern Chamberlain nahn: in der im Unterhaus abgehaltenen Sitzung des Parla­mentsausschusses für den Völkerbund, in der Lord d'Abernon und eine große Anzahl von Mitgliedern aller Parteien an­wesend waren, das Wort zu einer längeren Aussprache, in der er nach einem Rückblick auf die Sitzungen des Völkerbundes im März und September u. a. erklärte:

Im Völkerbund sind alle Staaten gleich und die Zustim­mung des geringsten ist ebenso notwendig, wie des größten, obgleich anerkannt werden muß, daß einige Staaten durch ihre Verpflichtungen mehr einsetzen als andere und im Notfalle also größere Opfer bringen müßten. Dringend notwendig ist es, daß die vier großen europäischen Mächte im Völkerbund Zusammenarbeiten, bis der Völkerbund so stark ist, daß er seinen Willen oder sein Urteil jedem Staat auserlegen kann, der sich widerspenstig zeigen sollte.

Nichts mürbe katastrophaler fein als der Versuch, den Völkerbundsrat in zwei Lager zu spalten und nichts verhäng, nisvollcr als der Gedanke, daß kleine Staaten selbst Nutzen daraus ziehen könnten, wenn sie Differenzen unter den Groß­mächten herbeiführten. Im Verlaufe der Beantwortung einer großen Zahl von Fragen warnte Chamberlain davor, daß Staaten nach Genf gehen mit der besonderen und öffentlich verkündeten Verpflichtung zu einer besonderen Politik, so daß sie daran verhindert werden, ihre Zustimmung zu einer entgegengesetzten Ansicht zu geben, was häufig notwendig sein werde, wenn eine Vereinbarung erzielt werden solle.

Der Reichsminister für die besetzten Gebiete teilt mit, daß der von den Franzosen anläßlich des Zwischensalls in Germersheim inhaftierte Holzmann gegen Stellung einer Kaution von 5000 RM. frcigclasscn worden ist.

Wie zuverlässig verlautet, wird sich der Reichstag dem. nächst mit einer Vorlage zu beschäftige» haben, die eine Ver. längerung der sogenannten Sperrgesetze überdie Aussetzung der Rechtsstreitigkeiten mit den ehemals regierenden Fürsten" vor. sieht. Voraussichtlich wird die Verlängerung um sechs Monate vorgeschlagen werden.

Sas Reich und die S.A.A.

Ankauf der Zeitung durch das Reich.

In der letzten Sitzung des Auswärtigen Ausschusses gab Reichsaußenminister Dr. Stresemann in bezug auf bte vielfachen Gerüchte bezüglich des Verhältnisses des Reichs zu derDeutschen Allgemeinen Zeitung" folgende Erklärung ab:

In einer Reihe von Zeitungen sind Mitteilungen über Beziehungen der Reichsregierung zu derDeutschen Allge­meinen Zeitung" verbreitet worden, die in ihren Einzel­heiten nicht richtig sind. Im Einvernehmen mit dem Herrn Reichskanzler stelle ich darüber das folgende fest: Von dem gesamten Verlagsunternehmen derDeutschen Allgemeinen Zeitung", das seinerzeit von der preußischen Regierung im August 1925 erworben wurde, ist im April d. Js. die Zeitung auf das Reich übergegangen, soweit die Minderheit der Anteile nicht im Privaten Besitz sind. Die durch diese Ver­änderung für das Reich entstehenden Ausaaben werden aus dem Dispositionsfonds des Herrn Reichskanzlers und des Herrn Reichsaußenministers gedeckt, die etatrechtlich zur Ver­fügung des Herrn Reichskanzlers und des Herrn Reichs- autzenministers stehen.

Zwischen dem früheren und jetzigen Besitzer sind Ver­abredungen über die allgemeine Haltung des Blattes ge­troffen worden, die der allgemeinen Tendenz des Blattes ent­sprechen."

Die möglichen Folgen.

Die Berliner Presse beschäftigt sich natürlich eingehend mit dieser Erklärung des Reichsaußenministers.

DieDeutsche T a g e s z t g." sagt: Es muß äußerstes Befremden erregen, daß der Reichsaußenminister den Ankauf eines großen, bisher immer als unabhängig angesehenen Blattes, so lange der Oeffentlichkeit verschwiegen hat. In derG e r m a n i a" heißt es: Ein unmöglicher Zustand ist es, daß das dem Reiche gehörende Blatt aus Gründen reiner Parteipolitik die vreußische Regierung und die hinter ihr stehenden Parteien dauernd attackiert. Aehnlich äußern si^.. V-i-l. Taaeblatt" mt' "^ff Zig", Me eine Aussprache im Reichstag« über die Anacwgenheit fördern. DieTeutsche Allgem. Ztg." selbst veröffentlicht eine 6: ' ma des Ver­lages und der Redaktion, in der es heißt: Von finanziellen Zusammenhängen zwischen Zeitung und amtlichen Stellen oder von irgendwelchen Bindungen an solche Stellen war uns bisher nichts bekannt. Niemals ist die freie Meinungs­äußerung der Redaktion von irgendeiner Seite unterbunden oder beeinträchtigt worden. DerB 0 r w ä r t s", der ebenso wie die demokratischen Blätter verlangt, daß sich der Reichs- tag mit der Angelegenheit beschäftigt, will erfahren haben, daß sich der Reichsverband der Deutschen Presse ebenfalls mit der Angelegenheit, soweit f« die Redaktion betrifft, befassen werde.

Deutsch-englische WlrtschastSverMdigung.

Ein« neu« Jndustriellen-Konferenz.

Der politische Korrespondent derDaily Mail" schreibt: Die vor Monaten begonnenen Vorbereitungen für eine erste Zusammenkunft zwischen den Verbänden der deutschen und der britischen Industrien sind jetzt beendet. Am Freitag und Samstag nächster Woche wird die Konferenz in London abge« halten werden. Der Verband britischer Industrien wird von seinen hervorragendsten Mitgliedern vertreten werden. Die Namen der deutschen Vertreter sind in London noch nicht bc- kannt. ZweckderKonferenzist, einige der vorhandenen Schranken für den Handel zwischen den beiden Ländern zu be­seitigen. Man hofft, daß die Konferenz einen Beginn für weiterreichende Schritte im Laufe der nächsten Jahre bilden wird. Die Besprechungen werden im wesentlichen einen ge­schäftlichen Charakter haben und Fragen betreffen, die in den Bereich praktischer Wirtschaft der Gegenwart fallen. Der Ver­band britischer Industrien erwartet durch einige, wenn auch kleine Erfolge, den We^ für eine engere Zusammenarbeit im Handel zwischen den beiden Ländern zu bahnen. Irgendwelche Beschlüsse werden den beiden Körperschafte« in ihrer Gesamt­heit zur Bestätigung unterbreitet werden.

Keine Reform des deutschen Mannschastsersatzes, Der Demokratische Zeitungsdienst veröffentlicht zu der von sozial- demokratischer Seite geforderten Reform des Mannschafts­ersatzes einen Artikel des Reichswehrministers, in dem dieser die vorgeschlagenen Reformen für unvorteilhaft hält und er­klärt, daß der richtige Weg zur Beseitigung vorhandener Miß­stände darin bestehe, bei Verstößen gegen die an sich guten Vorschriften mit fester Hand einzugreifen und im Falle von nicht rasch und völlig beseitigten Mißständen bie Verantwort­lichen ohne Rücksicht auf die Person zu wechseln.

Bedingungen für vorzeitige Räumung.

Paris, 23. November. ImMatin" ist Sauerwein der Meinung, man könne die Besitzung unter der Bedingung ab­kürzen, daß den französischen Truppen im Rheinland sofort eine befriedigende Kontrolleinrichtung des Völkerbundes früge. Nur so könne man auch vom französischen Parlluncnt die Zu- stimmnng zur vorzeitigen Räumung erlangen. Briand könne nur darauf hinweisin, daß es besser sei, durch ein ernstlich auS- gebautes System der ständigen Sicherheit eine Besetzung ab. mlofcn, d:e mm: im Laufe der Jahre doch aufgeben müsse, v AuSgleich sei für zede deutsche Regierung notwendig, die d« Zustimmung ihres Landes für ein Kontrollsystem taugen wolle, das m gewissen Punkten über die im Friedens- vertrag festgesetzte Grenze der Alliierten hinausgehe. .