Einzelbild herunterladen
 
  

4

Schlüchterner Zutun-

* Kreis-Amtsblatt * Myemeinev amtlicher Anzeiger für Kar Kreis Ächlüchtem

5

!A I

ic in!

-euckunb Verlag: tz.SteütfeLö Söhnen G^chastssv.ViÜMhofstv.b ^ sernst>^.w7.^ ^ Postschecks Dttmki^LM.rL29c>

M. 125

Donnerstag, den 21. Oktober 1926

78. Jahrg

t

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

Biehseuchenpolizeittche Anordnung!

I J.-Nr. 10017. Zum Schutze gegen die Maul- und Klauen-

st seuche wird auf Grund der §§ 18 ff. des Viehseuchenge- V sctzes vom 26. Juni 1909 (R. G. Bl. S. 519) mit Er- B mächngung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domä- i» nen und Forsten unter Aufhebung meiner viehseuchenpolizci-

f kl­

lichen Anordnung vom 8. d. Mts Schlüchterner Zeitung 5k 121 folgendes bestimmt:

* K 1 Itti 5 c

ö

s

8

Der § 1 meiner viehfeuchenpolizeilichen Anordnung vom 24, August d. Js. Schlüchterner Zeitung Nr. 101 erhält nunmehr nachstehende Fassung:

a. Sperrbezirk im Sinne dieser Anordnung ist die abgegrenzte Weide der Schafherde des Schäfers Raab in Drasenberg:

b. ein Beobachtungsgebiet im Sinne dieser Anordnung ist 1 j, Zt. nicht vorhanden.

Schlächtern, den 19. Oktober 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheiß.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung

Bestellungen auf Losholz für das Jahr 1927 werden bis zum Samstag, den 23. Oktober 1 9 2 6 im Rat­haus Kanzlei entgegengenommen.

Schlächtern, den 18. 10. 1926. Der Magistrat.

Das Derussveamtentum.

Die Folgen der Umwälzung.

Der Allgemeine Deutsche Beamtenbund veranstaltete im Plenarsaal des Reichswirtschaftsamtes eine Kundgebung, in deren Verlauf der preußische Ministerpräsident Braun über das ThemaDas Berufsbeamtentum im deutschen Volksstaat" sprach.

Er betonte, daß die Umwälzung das Beamtentum er­schüttert habe, und daß sich die Stellung des Beamten gegen­über früher ganz erheblich geändert habe. Er streifte dann gewisse Vorgänge in der Justiz und wies daraus hin, daß in früherer Zeit gewisse Bemerkungen, wie sie z. B. in der Ur­teilsbegründung im Ebert-Prozetz über das Staatsoberhaupt gemacht worden seien, undenkbar gewesen wären. Zwischen Staat und Beamtenschaft müsse ein gegenseitiges Treue­verhältnis bestehen.

Für den Staat ergebe sich daraus, daß er für eine ange­messene Besoldung seiner Beamtenschaft Sorge zu tragen habe, wie andererseits die Beamtenschaft an der Not des Staates mittragen müßte. Ministerpräsident Braun wandte sich gegen den Vvrwnrf, daß die Mitglieder der Regierung die Beamten­schaft vergäßen. Das Staatsintcresse sei aber oftmals stärker, als der Wunsch, den Forderungen entgegenkommen zu können. Unter allgemeiner Spannung äußerte sich Ministerpräsident Braun dann zur Abfindungsfrage und erklärte, man habe ihn den obersten und allerschliminsten Hohenzollernlakei genannt. Wer mir diesen Vorivurf macht, kennt meinen poli­tischen Werdegang nicht, betonte der Redner. Meine erste

Verbesserung des Schnellzugsverkehrs.

Berlin, 19. Oktober. Auf eine Anregung des Reichstags- abgcordneten Schuldt-Steglitz bei der Deutschen Reichsbahn- gesellschaft, antwortete die Hauptverwaltung u. a.:W.r hoffen bei Besserung der Wirtschaftslage den Schnellzugsverkehr weiter ^ytfikkn Hu können.' Unausgesetzt werden in Juten az steigerten Verkehrs Maßnahmen getroffen, durch die über­mäßige Belastungen sowie Ueberfüllung der Schnellzüge vcr- micbcn werden sollen. Hierzu gehören die Ablassung der Schnellzüge in mehreren Teilen, die Einlcguug billiger Sonder- züge, die Verstärkung der Züge usw. Von diesen Hilfsmaß- nahmen wird in weitgehendster, Weise Gebrauch gemacht." Jugendliche und Schüler bezahlen bei gemeinsamen Fahrten jetzt 50 v. H. der regelmäßigen Fahrpreise. Weitere Zugeständ­nisse für Fahrten zu wissenschaftlichen und belehrenden Zwecken sowie zugunsten der Jugendpflege hätten jedoch nicht gemacht werden können.

Der Reichsmilchausschutz.

Berlin, 19. Oktober. Vor einigen Tagen fand im Vor­läufigen Reichswirtschaftsrat unter dem Vorsitz des Rcichs- ministers für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Haslinde, die erste Verwaltungsratssitzung des Reichsausschusss znr Förderung des Milchverbranchs statt. In seiner Begrüßungs­ansprache gab der Minister seiner Freude Ausdruck über das offensichtliche Interesse, das weite Kreise der Bevölkerung den -Maßnahmen zur Förderung des Milchverbrauchs in steigendem Maße cntgcgenbringen. Er forderte zu weiterer intensiver Mitarbeit auf.

Gegen die vorzeitige Räumung der Saargrubcn.

Paris, 19. Oktober. Die Handelskammer von Ranch hat nne Entschließung angenommen, in der mit Befriedigung feftgefteUt wird, daß die Erregung über eine angeblich bevor- Mwbc Räumung des Rheinlandes und des Saargebietes durch die formalen Erklärungen Poincaros in Straßbnrg beseitigt worden sei. Die Produktion der Saarbergwerke sei eine schwache Genugtuung für die wirtschaftlichen Zer­störungen, unter denen Frankreich gelitten habe, und sei für b>e nationale Wirtschaft notwendig, deren Defizit an Kohle eiwa 20 Millionen Tonnen jährlich betrage und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung anwachse. Es liege kein Grund bor, sie vor dem Jahre 1935 anfzugcben. Der Frieden könne »ichi durch Kompromisse, sondern nur durch Garantien und bäsächliche Wiedergutmachung gewährleistet werden. Die Entschließung wurde an Poincara und Briand gesandt.

Politische Strafe waren zwei Monate Gefängnis wegen Mmestatsbeleidigung. Die jetzige Lösung war das Ergebnis eines achtjährigen Ringens, das nicht anders entschieden wer­den konnte. Al

Neues vom Tage.

Der Regierungspräsident von Köln, Graf Adelmann, ist gestorben. Gras Adelmann, der im Jahre 1876 geboren wurde, bekleidete den Kölner Posten seit 1922.

Die Wahl Dr. Dorpmüllers zum Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft ist durch den Reichspräsidenten auf Beschluß des Reichskabinetts bestätigt worden. Die Entschei­dung fiel in einer letzten Besprechung des Reichspräsidenten mit Reichsverkehrsminister Dr. Krohne.

Die diesjährige Reichsfrauentagnng der Deutschen Volks­partei findet vom 13. bis 15. November in Jena statt. Die Tagung wird eröffnet durch eine Begrüßungsansprache Samstag, 13. No­vember, nachmittags, an die sich Vorträge über die Grundlagen der Außenpolitik anschließen werden. Für Montag sind Vorträge über wohnungspolitische Fragen und Ehescheidungsreform vorgesehen.

Der französische Minister für öffentliche Arbeiten hat hu Hinblick auf die in Frankreich bestehende Kohlennot angeordnet, daß in den französischen Häfen ausländische Schiffe nicht mehr mit Kohlen versorgt werden dürfen.

DerTemps" meldet aus London, daß Generalleutnant John du Cane, Oberkommandierender der britischen Truppen im Rheinland, demnächst aus seinem Posten durch General William Kencker ersetzt würde. General Kencker hat von 1921/22 die briti­schen Streitkräste in Oberschlesien kommandiert.

Eine Meldung aus Washington besagt, daß im kommenden März in den Vereinigten Staaten eine internationale Konferenz zur Festlegung des endgültigen Planes eines Wcltgctrcidctrustes stattsinden soll. An dieser Versammlung sollen die großen Produ­zenten der Vereinigten Staaten, Kanadas, Australiens, Argen­tiniens, Rußlands und Indiens teilnehmen.

ils Volksbeauftragter habe ich seinerzeit vor- Hohenzollern 30 Millionen.zu geben, ohne sich 'sen einzulassen. Da sind es aber gerade

geschlagen, den Hohe- in juristische Finesse diejenigen Politiker gewesen, die sich dagegen wandten, die jetzt die schärfsten Angriffe gegen die preußische Regierung richten. Zum Schluß bezeichnete es der Vortragende als die vornehmste _ Aufgahe des.BcMfZhfaw Mt>i m ^ in einheitliche- Front mit ven ÄngestelU-en und Arbeitern für den sozialen Ausgleich zu sorgen, eingedenk dessen, daß der Beamte als Hüter der All­gemeinheit vor allem das Wohl der Gesamtheit im Auge haben müßte und daß seine Arbeit hingehender Dienst am Volke sei.

Das Manifest der Weltwirtschaft.

Ueber das am Sonntag durch das BüroReuter" angekündigte Wirtschaftsmanifest führender Finanzleute Europas, welches heute auch in den wirtschaftspolitischen Kreisen Deutschlands das Tagesgespräch bildet, sind in= Wischen bereits. recht bemerkenswerte Einzelheiten an ^e X^Ciiinunek 'gedrungen. Man erfährt, dag sich diese Kundgebung, die alsdas wichtigste Dokument seit Ver­sailles" bezeichnet wird, mit dem auf Grund des Versailler Vertrages neugestalteten Wirtschaftsgebilde Europas be-

Deutschland und der Dawesplan.

Eine Erklärung des Generalagenten.

Der Generalagent der Reparationskonmüssion, Parker G i l b e r t, erklärte einem Vertreter derTribune", daß Deutschland seinen Verdflichtungen aus dem Dawes-Plan auf das sorgfältigste nu^getommcn sei.

Ueber seine Ansicht über die Durchführbarkeit des Tawcs- plancs befragt, äußert sich Gilbert sehr vorsichtig. Er erklärte, man könne bei einem k komplizierten Manöver, dessen Erfolg nicht nur von Deutschland abhänge, sondern von wcltwirt- schastlichen Momenten, nicht den Propheten spielen.

Was Deutschland allein angehe, so sei sein Außenhandel und damit seine Zahlungsfähigkeit von den entstandenen In­dustrien seiner Nachbarländer, von der Entwicklung der Zoll- und Tariffragen und von der schrittweisen Zunahme des ge­samten Geschäftsverkehrs der Stationen untereinander ab­hängig.

Sie -eutsch-franMche Annäherung.

Kein großer Optimismus.

DerTemps" beschäftigt sich mit den Meldungen, nach denen der deutsche Botschafter von Hoesch mit der Mission bc= auftragt worden fei, der französischen Regierung neue be- siimmte Kompensationsvorschtäge für eine frühere R ä u - m u » g d e s linken Rheiunfers zu unterbreiten, und meint, daß diese Meldungen mit von anderer Stelle vorliegen­den Nachrichten in Widerspruch ständen. Das Blatt stellt fest, daß man sich keinem zu großem Optimismus über die deutsch- französische Annäherung hingeben dürfe. Für derartige Ver­handlungen sei noch n i ch t e i n m a l die Grundlage vorhanden. Seit der Begegnung von T h o i r y sei noch gar- nichis geschehen. Man sei um keinen Schritt vorwärts gekom­men, da die vorgesehenen Besprechungen noch nicht eingeleitet seien und man erst darangehe, die Richtlinien festznlegen, in denen sich die vorbereitenden Arbeiten zu bewegen hätten.

fassen und darauf Hinweisen wird, daß Abkehr von der bisherigen

eine radikale

W i r t s ch a f t s -

p o 111 i f erfolgen muß, wenn Handel und Kredit in der Welt wiederhergestellt werden sollen. Ganz besonders

bedeutungsvoll scheint es,

von Nordamerika, darunter

daß auch die Vereinigten Staaten !er I. P. Morgan, sich an dieser

Kundgebung beteiligen, wodurch unzweideutig klargestellt ist, daß es sich nicht etwa um ein europäisches Kampsbündnis mit einer Spitze gegen Amerika handelt, sondern um einen auf alle Fälle großartigen und großzügigen Versuch, unter Heranziehung aller wirtschaftlichen, finanziellen und tech­nischen Kräfte zu einer Neuregelung des internationalen Wirtschaftslebens auf friedlichem Wege zu kommen.

Unzweifelhaft darf man diese, unter Umständen welt­historisch einzuwertende Manisestation der internationalen Wirtschaftsführer als eine Rückwirkung betrachten, die aus der nüchternen Erkenntnis entspringt, daß bei der heutigen erdumspannenden Verflechtung der gesamten Wirtschaft allein noch realpolitische und weit vorausschauende schöpfe­rische Eedankcngänge im Krieg aller gegen alle zu einem wirklichen Siege führen können. Alle sogenannten Sieger­staaten, die mit Hilfe von Feuer und Schwert den letzten Weltkrieg gewonnen zu haben glaubten, sind durch die bis­her unausrottbar gebliebenen Methoden der Gewalt zum größten Teil nicht minder dem Bettelstab nahegebracht worden, wie der besiegte Block der Mittelmächte. Der ein­zige wirkliche Sieger in dem letzten großen Weltringen jedoch ist inzwischen so unheimlich reich geworden, daß er im eigenen Golde zu ersticken droht, sofern er für seine Waren auf dem Weltmärkte keine Käufer mehr findet.

Daß mit der zunehmenden Erkenntnis über die wirt­schaftlichen ,Unmöglichkeiten der Versailler Bestimmungen sich allmählich auch die politische Er­kenntnis durchsetzen muß, liegt für jeden Realpolitiker, der den Frieden Europas im Auge hat, auf der Hand. Daß die meisten Schwierigkeiten sich immer wieder in Frankreich zeigen werden, ergibt sich aus der bedauerlichen Tatsache, daß politische Vernunft und machtpolitische Unvernunft gerade in Frankreich den schwersten Kampf gegeneinander

Besucht die "MZ

Hauswirtschaftliche Ausstellung am 23., 24. u. 25. Oktober in Schlüchtern Turnhalle Grabenstraße Samstag, den 23. 3 Uhr Eröffnung. Sonntag ab 11 Uhr vorm. Montag den ganzen Tag geöffnet,