Einzelbild herunterladen
 

-nullund Bevtagrh.Strmftld Mhne* GesthästsskVahnhofstr.ö * foenfiMKlte.lW * Poststhttkll: ftankfuvta-M.rrr«>

Nr 110 Donnerstag, den 16. September 1S2K 78. Jahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

Am Sonntag, den 19. September d. Js. findet in Alten- gronau in der Grösch'schen Wirtschaft der 4. Kreisfeuerwehr- tag des Kreisfeuerwehrverbandes Schlächtern statt.

Tagesordnung:

1. Von 11 Uhr ab: Empfang der auswärtigen Gäste und Kameraden.

2. 12^2 Uhr: Eröffnung der Sitzung durch den Kreis­brandmeister.

3. Feststellung der anwesenden Delegierten und Ent­gegennahme der Berichte der Herren Bezirksbrand­meister.

4. Bericht des Kreisbrandmeisters über Haftpflicht, Unfall und Feuerwehrehrenzeichen.

5. Wahl einer RechnungSprüfungökommiffion.

6. Feststellung des Ortes für den nächsten Verbandstag.

7. Anträge des Vorstandes.

8. Vertrag eines Beamten vom Ueberlandwerk.

9. Schul- und Angriffsübung der freiwilligen Feuerwehr Altengronau unterZuziehung der freiwilligen Feuer­wehr Neuengronau.

10. Kritik zur Uebung.

11. Kameradschaftliches Beisammensein.

Es hat jede Feuerwehr bis zu 50 Mitglieder einen Abge­ordneten, für je weitere 50 Mitglieder einen weiteren Abge­ordneten zum Verbandvtag zu entsenden.

Die Feuerwehrführer und Abgeordneten haben in Uniform, in Ermangelung einer solchen in Feuerwehrarmbinden zu erscheinen.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, vorstehendes den Ortsbrandmeistern alsbald bekannt zu geben und dafür ^Sorge zu tragen, daß ihre Feuerwehr unbedingt vertreten ist. I Freunde und Interessenten des Feuerlöschwesens sind ein- ^laden und willkommen.

Besondere Einladungen erfolgen nicht.

Elm, den 7. September 1926.

Kreisbrandmeister Möller.

3-Nr 8863. Auf der Straße SödenRomsthal ist wegen Vornahme von Walzarbeiten vom 16. bis einschließlich 2 d. Mts. der Verkehr mit gewöhnlichen Fuhrwerken ein- juschränken.

Für Lastkraftwagen wird die Straße gesperrt.

Uebertretungen werden nach der Polizeiverordnung vom April 1877 (Amtsblatt S. 137) bestraft.

Schlächtern, den 14. September 1926.

Der Landrat. J. V.: Dr. Hausmann.

3-Nr. 8799. 3m Rahmen derGroßen Berliner Poli- Muostellung 1926" hat der Herr Minister des Innern auch n und Kolonnenfahrten mit Kraftfahrzeugen der Schutz- angeordnet.

L ®'c Fahrzeuge der Kolonne des Regierungsbezirks Wies- [n "'"den am 28. September 1926 folgende Wegesstrecke P liieren: Frankfurt a. M. Hanau, GelnhausenSalmünster, ^ch^üchtern Fulda HünfeldVacha Erfurt J ' .s}" Rückfahrt wird am 6. Oktober 1926 dieselbe d ^ berührt. Ich ersuche die zuständigen Polizeibehörden Aen u ^ Mür Sorge zu tragen, daß eine ungehinderte fom ^" vorgesehenen Fahrstrecken an den in Betracht bm«" ^°9cn gewährleistet ist. Für die nötigen Sicher- in '"aßnahmen auf den von der Fahrt berührten Straßen en Städten und Ortschaften ist Sorge zu tragen. achten "wa vorkommende Unfälle ist mir sofort zu bc- ^chlüchtern, den 14. September 1926.

Der Landrat. I. V.: Dr. Hausmann.

«reisausfchutz.

»ken^>' k ^69 K. A. Auf die am Sonnabend, den 18.

" " b. I. in S t e r b f r i tz stattfindende

, Jnngbullenkörung

I iiocfjninl© besonders aufmerksam.

Weltfern, den 12. September 1926.

Der Landrat.

tlw «chlücht-rn.

. Schulpersonalien. in ($5?. ^g'krung, Abteilung für Kircbc» rind Schulwesen, den durch Bestallung vom 6. September 1926 und ^corg Fleminig, hierselbst, zum Rektor für ben ^brer Ludwig Schäfer, hierselbst, zum Konrektor ^nbce , ""^-'"band Schlächtern (Stadtschule) ab 1. Sep- I "nannt. ^'"chtern, den 14. September 1926.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Die SesetzungSfrage.

Starke Zurückhaltung in London.

In maßgebenden englischen Kreisen übt man mit Bezug auf die angeblich zu erwartenden Rückwirkungen im Rhein­land größte Zurückhaltung und läßt sich sogar sagen, daß man allen diesen Gerüchten mit einem gewissen Zweifel gegenüber» steht.

Man betont, daß die verantwortlichen Persönlichkeiten Deutschlands viel zu klug seien, als daß sie so kurze Zeit nach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund mit Forderungen in dieser Hinsicht auf den Plan treten würden. Die unvermeid­liche Folge solcher Forderungen würde eine für die allgemeine politische Lage störende Reaktion sowohl in England wie auch in Frankreich hervorrufen, da aus beiden Seiten des Kanals solche Forderungen als Drohungen betrachtet würden.

Allerdings glaubt man, daß gegenwärtig in Genf Be­sprechungen über mit den Rückwirkungen zusammenhängende Fragen stattfinden. Aber man bezweifelt, daß aus den er­wähnten Gründen diese Besprechungen direkte und positive Ergebnisse haben werden. Wenn in der Frage der Erleich­terungen im Rheinlandc irgendwelche Zugeständnisse im näch­sten Mon«t gemacht würden, so wäre es nach englischer Auf­fassung im Interesse der gesamten politischen Situation besser, wenn die Initiative hierzu von englischer oder französischer Seite ausgehen würde.

Stimmungsmache in Genf.

In den Kreisen der in Genf anwesenden Vertreter der internationalen Presse wird eifrig die Frage erörtert, inwieweit durch die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund die Rheinland- und die Besetzungsfrage in den Kreis der Dis­kussion gezogen worden sind oder noch gezogen werden. Dabei hat man den Eindruck, daß die Stimmungsmache ihr .Hand mit im Spiele hat. Mau gibt sich den Anschein, als wenn man einen durchschlagenden Erfolg für gesichert halte, um dann sagen zu können: Wir sind wieder einmal enttäuscht worden. Auf jeden Fall handelt es sich um Gerüchte und um leere Kombinationen. Ueber die Besprechungen, die stattgefunden haben, wird von den Beteiligten volles Stillschweigen bewahrt werden. Das gilt selbstverständlich auch jür die deutsche Delegation. Zur Sache selbst kann gesagt werden, daß selbst­verständlich nach der Aufnahme Deutschlands in den Völker­bund die Verhältnisse in bczug auf die Besetzungsfrage nicht so bleiben können, wie sie gegenwärtig sind. Darin herrscht allgemeine Uebereinstimmung. Eine Auswirkung der neuen Lage muß kommen, nur kann man dies nicht jetzt schon terminmäßig auf Tag und Stunde bestimmen. Zur Regierung wird man das Vertrauen haben müssen, daß aus deutscher Seite alles geschieht, um die Besetzungsfrage nach Kräften zu fördern und daß man dabei auch das end­gültige Ziel der Räumung nicht aus dem Auge verliert.

DieTimes" über Deutschland und Frankreich in Genf.

London, 14. September. DieTimes" schreibt aus Genf: Es scheint, als ob der Einzug der Deutschen in Genf wirklich ein neues Element in die internationale Lage gebracht habe, denn man ist allgemein der Ansicht, daß die Stimmung zwi­schen den Franzosen und Deutschen seit dem letzten Freitag eine Aenderung erfahren hat. Auf beiden Seiten tritt ein neuer Geist der Versöhnung und Herzlichkeit zutage. Man ist der Ansicht, daß in dieser Atmosphäre Uebereinkommen mög­lich werden, die früher nicht in Frage' kamen. Es würde ein Fehler sein, zu große Hoffnungen auf diese ersten Eindrücke zu setzen, aber die ersten Wirkungen des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund sind so günstig, wie überhaupt nur er­wartet werden konnte.

General Smuts über den Völkerbund..

London, 14. September. Einer Meldung aus Kapstadt zufolge erklärte Smuts in einer Rede, die Welt trete in einen neuen Abschnitt ihrer Geschichte. Der Völkerbund ivachse und baue eine große mächtige Organisation auf, die die Kriege unnötig machen würde. Die Frauen würden eine große Rolle in dieser Entwicklung spielen.

%70 Verhaftungen in Rom.

Rom, 14. September. Die Verhaftungen von Anar­chisten und Kommunisten im Zusammenhang mit dem Atten­tat auf Mussolini sind in Rom auf 270 gestiegen.

Sieg des spanischen Direktoriums.

Madrid, 14. September. Die Patriotische Union teilt mit, daß bis jetzt 4 3 5 3 69 5 Spanier sich zugunsten des Direktoriums ausgesprochen haben. In den Provinzen Bar­celona und Madrid haben mehr als 200 000 für die Regierung gestimmt. Primo de Rivera hat auf einem Ban­kett anläßlich des dritten Jahrestages des Direktoriums eine Rede gehalten und erklärt, daß er mit dem bisherigen Re­sultat der Volksbefragung zufrieden sei. Er beabsichtige nicht, zu demissionieren, sondern werde sich weiterhin dein Wohle des Vaterlandes widmen. Er erwarte viel von der Nationalversammlung, die er einberufen werde, sobald es angehe.

Spanisches Kriegsgerichtsurteil.

Madrid, 14. September. Das Standgericht in Segovia verurteilte den Chef der Artillcricakademie, Oberst Margueses, zum Tode, doch traf bald nach der Urteilsverkündung die telegraphische Begnadigung des Königs ein, der das Urteil in lebenslängliches Zuchthaus milderte.

Neues vom Tage.

Die in New Dort zur Zeichnung aufgelegte Preußisch« Staatsanleihe im Betrage von 20 Millionen Dollar ist sehr stark überzeichnet worden, so daß die Zeichnung gleich nach der Er- össnung geschlossen werden mußte.

Eine Agenturmeldung will wissen, daß die Spanier auf der ganzen Linie wieder mit den Marokkanern im Kampfe sind. Diese neue Lage wird die französische Heeresleitung zu größter Aufmerksamkeit auf der Nordfront veranlassen.

Nach einer Mitteilung des portugiesischen Kriegsministers brachen in der Grenzstadt Chaves Meutereien in der dortigen Garnison aus. Der Ausstand wurde niedcrgcworsen. Ein Jnsan- teriehauptmann hatte mit Hilfe von Soldaten und Zivilpersonen die anderen Offiziere der Garnison gefangen genommen und die Post- und Bahnhofsgebäude besetzt.

Nach indischen Meldungen hat der Emir von Afghanistan nach Abschluß des russischen Freundschaftsvertrages den Kaiser- titel angenommen, nachdem ihm schon vor einigen Jahren im Vertrage mit England die Anrede Majestät eingeräumt worden war.

Die Rheinlandfragen in Genf.

(Von unserem Berliner Mitarbeiter.)

In Berliner politischen Kreisen beschäftigt man sich augenblicklich naturgemäß sehr stark mit der Frage, in­wieweit durch den soeben erfolgten Eintritt Deutschlands in den Völkerbund Rückwirkungen bezüglich der Rheinland- und der Vesatzungssragen zu erwarten sind. Wie wir bereits melden konnten, haben offizielle Verhandlungen im diplomatischen Sinne hierüber überhaupt noch nicht statt­gefunden. Augenblicklich stehen in Genf die Verhandlungen über die Wahl der nichtständigen Mitglieder im Vorder­grund, und hier bestehen bekanntlich noch so große Schwie­rigkeiten, daß nicht damit zu rechnen ist, daß man sich mit den Deutschland speziell interessierenden Fragen eher be­schäftigen wird, als die innere Krise des Völkerbundes als- beigelegt angesehen werden kann.

Nachdem aber nunmehr der Locarno-Dertrag durch die De-o"ierl>ng fcc^JIxfjjaiwi! im Setreirriaf des Völ^ bunves perfekt geworden ist, darf man wohl annehmen, daß die Verminderung der Besatzungstruppen und die Räumungsfrage einige der wichtigsten Programmpunkte in den künftigen Beratungen der Mächte bilden werden. Auch die Frage der Militärkontrolle wird zweifellos in die Diskussion einbezogen werden. Deutschland hat sämtliche Noten der Botschafterkonferenz beantwortet und kann nun mit Recht erwarten, daß die Militärkontrollkommission binnen kurzem verschwindet. Es wäre aber unverzeihlicher Optimismus, wenn man glauben wollte, daß diese Fragen, die das große Ziel der deutschen Befreiungspolitik seit Jahren bilden, sozusagen innerhalb 24 Stunden erledigt werden könnten. Es darf doch nicht außer acht gelassen werden, daß in Genf nur die Außen­minister weilen, die in keiner Weise befugt sind, bindende Abmachungen zu treffen. Letzten Endes entscheidet nach wie vor die Botschafterkonferenz. Wenn in diesen Tagen Meldungen verbreitet worden.sind, die bereits von solchen bindenden Abmachungen über die Herabsetzung der Be- satzungsstärke sprachen, so waren das Mitteilungen, die jeglicher realen Grundlage entbehren. Teilweise handelt es sich hier um sehr gefährliche Tendenz Meldungen, die nur geeignet sind, die äußerst delikaten Verhandlungen, die demnächst geführt werden müßen, zu erschweren. Die schon erwähnte Meldung eines deutschen Telegraphenbüros, daß Deutschland Zusicherungen über eine Herabsetzung der Besatzungstruppen auf eine Stärke von 38 000 Mann ge­macht worden seien, hat ein geharnischtes Dementi des Quai d'Orsay zur Folge gehabt, und man erzählt sich in Völkerbundskreisen, wie aus Genf gemeldet wird, daß noch am Sonnabend in Genf ein Telegramm Poincares bei Briand eingelaufen sei, das bei der französischen Delegation keine reine Freude erweckt habe.

DieDeutsch-diplomatische Korrespondenz", die bekannt­lich dem Außenminister Stresemann nahe steht, wendet sich in folgenden Ausführungen gegen die bei uns leider üb­liche Behandlung delikater politischer Fragen in derOeffent- lichkeit. Sie schreibt:

Es geht nicht an und dient keinem guten Zweck, daß man, wie das leider allzu oft geschieht und jetzt wieder geschehen ist, Staatsmänner einfach unter die Pression stellt, entweder die Einzelheiten vertraulicher Vorgänge vor der Oeffentlichkeit zu bekennen oder sich dadurch, daß man ihnen unrichtige Angaben in den Mund legt, zu dementieren zwingt, wie das z. V. in Bezug auf die angebliche Aeuße­rung Briands über eine Festsetzung der Besatzungstruppen auf eine bisher noch nicht genannte Ziffer geschehen ist.

Dabei ist ganz selbstverständlich, daß durch den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, vor allem bei der Form, in der sich dieses Ereignis vollzogen hat. eine allgemeine politische Lage entstanden ist, bei deren Auswirkun­gen es in der ganzen Welt als eine Ano­malie empfunden werden müßte, wenn auf die Dauer deutscher Boden von fremden Truppen besetzt gehalten würde. Aber auf der anderen Seite ist es mehr als unangebracht, diese Sach­lage etwa derart zu kennzeichnen, daß man sich darüber beschwert, daß, obgleich Deutschlandbereits drei Tage im Völkerbünde" sei, noch keine bindende Uebereinkunst über die Zurückziehung der französischen Besatzungstruppen vor- liege. Im übrigen sind jetzt auch hier in erster Linie die Aufgaben des Völkerbundes zu behandeln, wie sie in einem