Sandelsleil.
Frankfurt a. M., 31. August.
— Devisenmarkt. Im Devisenverkehr liegt die Devise Paris ziemlich fest bei einem Pfundkurs von 167. Der Brüsseler Franken I stiert« 174%. Die Devise Mailand wird mit 169 gegen das 1 Pfund gehandelt. Das englische Psund blieb unverändert bei einem Gegenwert von 4,85% Dollar.
— Effektenmarkt. Die Börse, die in den letzten Tagen infolge f des Ultimo mit Geldsorgen belastet gewesen ist, war heute hofs- ' nungsvoller gestimmt. Die Glattstellungen sind, nachdem die 1 Mimogeschäfte als erledigt betrachtet werden können, beendet. Der I Tendcnzumschwung vollzog sich in größter Ruhe und auch im Ver- k Luft hielt sich die Umsatztätigkeit in bescheidenen Grenzen. Der . deutsche Rentenmarkt lag unverändert ruhig, Kriegsanleihe 0,477%.
— Produktenmarkt. Es wurden gezahlt für 100 Kg.: Weizen [ 26.25, Roggen 21.5—21.25, Sommergerste 23—26, Hafer inländ. 19—19.5, Mais gelb 18.5, Weizenmehl 41.25—41.75, Roggenmehl r 31.25—32.25, Weizenkleie 9, Roggenkleie 10.5. Tendenz: ruhig und | leicht abgeschwächt.
— Nauhfutterilotieruugcn. Roggen (drahtgepreßt) 1.00 k bis 1.40, Haferstroh (drahtgepreßt) 0.70—1.00, Gerstenstroh 0.65 , bis 1.00, Langstroh 1.45—1.75, Roggen- und Weizenstroh (bind- fadengepreßt) 1.00—1.30, Weizenstroh 0.95—1.20, Häcksel 2—2.25, . Heu, handelsübl. 2.50—2.90, Heu, gutes 3.40—3.99. Klee-Ho»' I 3.90-4.40.
△ Hanau. (Zur Frage der Verlegung des Oberlandesgerichts Kassel.) Der Landesausschuß des hessischen Bezirksverbandes beschäftigte sich in einer außerordentlichen Tagung am Samstag mit der Frage der Verlegung des Oberlandesgerichts Kassel nach Frankfurt am Main und nahm nach einem Referat des Landeshauptmanns von Hessen, v. Gehren, und einer ausführlichen Aussprache einstimmig eine Entschließung an, die sich scharf gegen die Verlegung nach Frankfurt a. M. wendet.
A Offenbach. (Die Paratyphus-Epidemie.) Laut Mitteilung des Kreisgesundheitsamts kann die Para- tyPhus-Epidemie als überwunden betrachtet werden. Wenigstens ist infolge der durchgreifenden Maßnahmen eine weitere Verbreitung der Epidemie kaum noch zu befürchten, insbesondere erscheint die Gefahr eines Uebergrcifcns auf benachbarte Städte beseitigt. Die 112 im Krankenhaus untergebrachten Kranken, zu denen noch einige Krankheitsverdäch- tige kommen, befinden sich nahezu alle auf dem Weg zur Besserung. Nur noch vier Fälle sind schwererer Natur.
Lokales.
September — Altweibersommer.
Der Monat September, die letzten drei Wochen vor dem Herbstanfang, ist der richtige Spätsommer, aus dem, wie bei bejahrten Matronen, der Reiz des vollen Frauentums gewichen ist, den aber noch die milde Schönheit des Alters, seine Güte und freundliche Nachsicht umkränzte. Die Sonne glänzt nicht mehr in strahlender Kraft vom Himmel, sie lacht nicht mehr, aber sie lächelt und verklärend wirft sie ihr Licht über die Erde und ihre Geschöpfe, als wollte sie ihnen allen zurufen, sich zu freuen, so lange noch das blaue Firmament auf sie herabschaut. Das Laub der Bäume beginnt nun allmählich in einem Blätterreigen durch die Lüfte zu wehen, sich, aber immer noch langsam, zu färben, und an den Hecken am Wegerand bleiben die weißen Marienfäden Hängen. Noch ist die Natur nicht müde, aber lauge wird es nicht mehr dauern; denn die Abende werden länger und länger und auf dem Familientische ist die Lampe erschienen. Das Korps der Jägersleute durchstreift die Fluren, es knallt hier und dort, und Hektor und Diana bringen eifrig die Hühner zur Stelle, welche das Rohr ihres Gebieters erlegt hat. Die Hausfrau freut sich des neuen Bratens, denn das Rebhuhn ist die große Delikatesse des Spätsommers, der Vollendung der Ernte.
*
Was muß man von den Vitaminen wissen?
Ueber dieses Thema sprach in der Ausstellung „Speis und Trank" der Direktor des Chemischen Untersuchungsamtes der Stadt Stuttgart, Dr. Otto Mezger. Er führte aus, daß man an der Existenz der Vitamine keinen Zweifel mehr haben dürfe, daß man sich aber auch hüten solle, die Bedeutung der- selben zu überschätzen. Der Redner stellte folgende Richtlinien sur das Praktische Leben zusammen: Nimm ab und zu im Freim Sonnenbäder, aber nicht zu lange auf einmal. Gestalte die Kost so abwechselungsreich wie möglich. Iß reichlich Gemüse, erhitze es nicht unnötig hoch und lang. Gieße das Brüh- Wasser von den Gemüsen nicht fort. Setze beim Kochen der ijcntufe niemals doppeltkohlensaures Natron oder Soda zu.
den Kindern Physiologisch hochwertige Fette wie Lebertran r w: ®'$ ^r stillenden Mutter viel Gemüse und mög- Uchft Vollmilch. Versuche weder Kinder noch junge Tiere auS- iAueßlich mit Magermilch aufzuziehen. Genieße in der Reael S ch w a r z - o d e r B o l l k o r n b r o t.
Prämien für die Tötung von Kreuzottern. Der Preußische Minister des Innern macht bekannt, daß für die Tötung von Kreuzottern außerhalb der staatlichen Forsten eine Prämie von 50 Pfg. für jedes abgelieferte Stück gezahlt wird.
Die Anbauflächen der Landwirtschaft. Das gesamte angebaute Land hat Ende Mai 1926 gegen das Vorjahr nur eine äußerst geringe Zunahme erfahren, es betrug in Hektar 503 095 gegen 28 501944. Vergleichsweise sei erwähnt, daß ein Tiefstand im Jahre 1922 mit 27,94 Mill. Hektar erreicht war, der von Jahr zu Jahr ivieder verbessert ivurdc, ohne den Vorkriegsstand von 29,20 Mill. Hektar, der dem fetzigen Reichsgebiet entspricht, wieder 51t erreichen. Danach betrugen die Anbauflächen in Hektar: Für Winterweizen 1454 876 (gegenüber 1 417 049 in 1925 und 1491 073 im Jahre 1913), für Sommerweizen 145 529 (135123 bzw. 214 708), Winterroggen 4 650 482 (4 622 022 bzw. 5 223 503), Sommerroggen 80192 (86 471 bzw. 106 335), Wintergerste 159 530 (127 338 bzw. 47 022), Sommergerste 1324 282 (1307 311 bziv. 1385 698), Hafer 3 475108 (3 452 427 bzw. 3 928 480), Hülsenfrüchte 414 710 (409 243 bzw. 874 619), Lupinen 174164 (180 066 bzw. 131 688), Kartoffeln 2 759 646 (2 808 946 bzw. 2 841 924), Zuckerrüben 103171 (403 009 bzw. 452 133), Runkelrüben 725 210 (717 885 bzw. 553 793), sonstige Hackfrüchte 295 943 (289 505 bzw. 250 787), Klee 1 795 737 (1908 485 bzw. 1 746 129), Luzerne 272 221 (265 610 bzw. 208 648), sonstige Futterpflanzen 277164 (272 401 bzw. 318 883). Das gesamte Ackerland einschließlich der Wiesen, Viehweiden unb Weinberge umfaßte Ende Mai dieses Jahres 28 503 095 Hektar gegenüber 28 501944 Hektar im Jahre 1925 und 29 204 226 Hektar im Jahre 1913.
Der Himmel im September. In dem 30 Tage umfassenden Monat September wird die Tagesspanne merklich kleiner; am 23. September, 8 Uhr abends, haben wir Tag- und Nachtgleiche, die Sonne tritt in das Zeichen der Wage, gelangt wieder zum Äquator, und der Herbst beginnt. Die Sonne, die anfangs 5,11 Min. aufgeht, erscheint am Ende des Monats 5,57 Minuten; der Sonnenuntergang findet am ersten 6,48 Min., am letzten September 5,42 Minuten statt. Der Mond wechselt viermal, und zwar haben wir am 7. Neumond, am 15. erstes Viertel, am 21. Vollmond und am 28. letztes Viertel. Von den Planetenerscheinungen ist zu sagen: Merkur geht zu Beginn des Monats Vs Stunde. Mitte des Monats 14 Stunde vor der Sonne auf und wird dann unsichtbar. Venus geht zu Beginn des Monats 2 Stunden. Ende des Monats IV2 Stunde vor der Sonne auf und steht Mitte des Monats 5 Uhr morgens knapp 10 Grad hoch am Osthimmel im Sternbild des Löwen, reichlich 5 Grad vom Regulus entfernt. Mars geht zu Beginn des Monats nahezu 3 Stunden. Ende des Monats 43/i Stunden vor Mitternacht auf und steht Mitte des Monats 10 Uhr abends reichlich 10 Grad hoch im Osten im Sternbilde Stier. Jupiter geht Mitte des Monats 814 Stunden nach der Sonne unter und steht um 10 Uhr abends genau im Süden reichlich 20 Grad hoch im Sternbild des Steinbocks. Saturn geht Mitte des Monats bereits 2 Stunden nach der Sonne unter.
Bauernregeln vom September. Für einzelne Tage: 1. September: Wer Korn schon um Ägidi sät, im nächsten Jahr viel Frucht abmäht. — Wenn Ägidius bläst ins Horn, heißt es: Bauer, sä' dein Korn! — Wie es an St. Ägidius, das Wetter vier Wochen bleiben muß. — Ist Ägidi ein heller Tag, ich dir schönen Herbst ansag'. — 8. September: Zu Mariä Geburt, ziehen die Schwalben furt. — Wird Mariä Geburt gesät, so ist's nicht zu früh und nicht zu spät. — Wie sich's Wetter um Mariä Geburt tut halten, so wird es sich noch vier Wochen gestalten. — 9. September: Bringt St. Gorgon Regen, folgt ein Herbst mit bösen Wegen. — St. Gorgon, St. Gorgon, treibt die Lerchen flink davon. — 21. September: Matthies macht die Trauben süß. — Wenn Matthäus weint statt lacht, aus dem Wein er Essig macht. — 29. September: Michael mit Nord und Ost, verkündet einen scharfen Frost. — Kommt Michael heiter und schön, so wird es noch vier Wochen so geh'n. — Michaelkorn ist halb verlor'n. — Auf nassen Michaelstag nasser Herbst oft folgen mag. — Wer michelt, der sichelt. — An Michaeli kauft man gut Vieh. — Sind Michael noch die Vögel da, so ist der Winter noch nicht nah. — Für den ganzen Monat: Wenn dek September noch donnern kann, so setzen die Bäume viel Blätter an. — Wenn Septemberregen den Winzer trifft, so ist er so schlecht als Gift. — Viele Eicheln im September, viel Schnee im Dezember. — Im September Gewitter, viel Schnee im März, ein reiches Kornjahr allerwärts. — Wittert's im September noch, liegt int März der Schnee noch hoch. — Nach Septembergswittern wird man im Hornuna vor Kälte zittern. — Septemberregen kommt Saaten und Reben gelegen.
Vauernreime. Laß die Rüben noch im Feld: denn im Felde wächst dein Geld. — Zartes Futter, gute Butter., — Ähren am Rocke, das Geld will in die Socke. -— Eines Schlachtfest'? Rosinken sind zwei saftige Schinken. — Welkende Blätter. Nebel im Wetter. — Wer im Sommer bleibt sitzen. muß beim Frieren dann schwitzen. — Wird gebröselten, halL die Goschen! — Bei jeder Pfütze müssen sein, Fran Ente und Gevatt'rin Schwein. — Heu vom Sumpf schmeckt immer dumpf, macht auch krank den besten Rumpf. — Der Vater erbaut's, der Sohn verhaut's.
Wetterbericht. Von Westen breitet sich erneut hoher Luftdruck aus, sodaß bei etwas kühleren nordwestlichen Winden wieder mit vielfach aufheiternder Witterung gerechnet werden kann. Vorhersage bis Donnerstag Abend: Vielfach aufheiternd, meist trocken, mäßig warm. Aussichten bis Freitag Abend: Vielfach heiter, etwas wärmer, trocken.
Kirchenstruer. Die Erhebung des zweiten Quartals Kirchensteuer der evangelischen Kirchengemeinde Schlüchtern findet vom 2. bis 8. September statt.
Die Reichsfahrer werden Schlüchtern am 3. 9. ab i'/^ Uhr mittags von Annaberg via Suhl—Bad Brückenau kommend erreichen und fahren ohne Aufenthalt in der Richtung Steinau—Gclnhausen weiter. Mögen alle Teilnehmer an dieser großen Prüfungsfahrt, dem größten Landstraßen- wettbewerb seit den einst so hoch-bedeutsamen Herkomer- und Prinz Heinrich-Fahrten an die Rundfahrt durch unsere Heimat freudige Erinnerungen mit nach Hause nehmen und mögen die Reichsfahrer und die sie begleitenden Organisatore und in- und ausländischen Journalisten die Ueberzeugung mit nach Hause nehmen, daß unser Gau seine reisigen Gäste ob des sportlichen und industriellen Zwecks der Fahrt besonders achtet und daß auch jene Bevölkerung, die dem Auto sonst skeptisch gegenübersteht, sich diesmal freut, Sportsleute begrüßen zu können, die mit zu den besten Kraftfahrern des Vaterlandes gehören.
U-T Lichtspiele. Auf vielseitigen Wunsch öffnen die U.-T. Lichtspiele schon diese Woche am 3. 9. und 5.9. wieder die Türen. Als Eröffnungsfilm rollt das große bistonsche Gemälde „Wollenstem", dessen Geschichte, der große Religionskrieg, einem jeden Deutschen bekannt ist. Derselbe hat eine gute Regie unter Rolf Randolf in den Hauptrollen beseht durch Ed. v. Wintcistein, Erna Morrna, Lia Eibenschütz, Erich Kaiser Tietz, Paul Hartmann u. s. w. Der höchstinteressante Film „Hinter den Kulissen der Reichspost", welcher uns den großen Apparat der deutschen Reichspost unter der Führung des Generalpostincister Stephan zeigt, sei besonders Jedem zu empfehlen. Die Leitung unserer Lichtspiele bat sich bemüht, für die kommende Saison nur die besten und erfolgreichsten Filme zu bringen und keine Kosten gescheut technisch.' Neuerungen zu treffen. Ferner sei erwähnt, daß ein Orchester von 3 Personen mitwirkt, wozu ein erstes Instrument der Fa. Baldur, Pianofabrik Frankfurt, erworben ist. Man wird sich die größte Mühe geben einen jeden Besucher auf's Beste zufrieden zu stellen. Die Eintrittspreise sind den Verhältnissen angepaßt auf das Niedrigste eingestellt.
Taubenpost Rhön—Ober schlesien. Der „Zeitschrift für Brieftaubenkunde" entnehmen wir folgende interessante Notiz: Ein Beuthener Flieger nimmt zur Zeit mit einem neuartigen Flugzeug am Rhön-Segelflug-Wettbcwcrb teil. Die Einwohnerschaft von Beuthen O.-S. sieht infolgedessen dem Verlauf des Wettbewerbes in der Rhön mit besonderem Interesse entgegen. Der Beuthener Verein „Heimalllebe" hat nun dem genannten Flieger eine Anzahl Tauben zur Ver- ügun g gestellt. Die Tauben sollen Nachrichten vom Rbön- Scgelflug-Wettbewerb nach Beutben O.-S. bringen. Die
Taube, Besitzer Sportsfreund Lackmann, Beuthen O.-S., am Donnerstag, den 5. August, mit folgender Nachricht
fLeipzig, den 5' 8. 1926, morgens 7.10 Uhr. Ankunft gut,
Weiterfahrt zur Rhön heute Nacht. Gruß Poralla. Die zweite Taube, Besitzer H. Descher, Beuthen O.-S., traf am Sonnabend, den 7. August 1926, nachmittags 4,05 Uhr, mit nachfolgender Meldung ein: Wasserkuppe, Fliegerlager, 7. 8., morgens 6,10 Uhr. Ankunft gut, Flugzeug wird nach der Kuppe gebracht. Weitere Tauben-Nachnchlen Dienstag. Gruß Poralla. Die Entfernung Rhön-Beuthen O.-S. beträgt 630 Äm. Die eintreffenden Nachrichten gehen sofort an sämtliche hiesigen Tageszeitungen und werden dieselben von der Bevölkerung mit großer Spannung verfolgt.
Reisegesellschaft Kurbessen.
Hütte«. (Goldene Hochzeit). Die Eheleme U. Lamb Eichgasse Nr. 51, begehen am Sonntag, den 5. 9. 1926 in körperlicher und geistiger Frische das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Wir gratulieren!
Ramholz. Herr Felix M u ch e hier feierte am 1. September d. Js. sein 25jähriges Jubiläum als Rent- meister bei der Frau Baronin von Stumm bezw. Herru Staatssekretär a. D. Dr. von Kühlmann. Dasselbe Jubiläum beging er auch als Gutsvorsteher für den Gutsbezwk Ramholz. Zahlreiche Ehrungen, Geschenke und Glückwunscke erfreuten den Jubilar, der auch über die Grenzen seines Wirkungskreises hinaus allseits hochgeschätzt und geehrt wird. Wir gratulieren ebenfalls.
Brücken««. „Der Förstersohn", Schauspiel in 5 Akiea von Karl Boffo wurde vom Staatlichen Kurtheater Bav Brückenau zur Uraufführung angenommen. Der Verfasser, seit einigen Jahren Förster in Zünlerkbach, wird in hiesiger Gegend kein Unbekannter sein, und es wird gewiß manchen interessieren, das dramatische Erstlingswerk Boffos kennen zu lernen, in dem mit menschlichem Verstehen eine fesselnde Handlung entwickelt wird. Die Uraufführung finoet am Sonnabend, den 4. September im Staatl. Kurtheater Bad Brückenau statt.
Gelnhausen. (Blitzeinschlag.) Bei einem Gewitter schlug der Blitz in Lieblos in den Arbeitöraum des Metzgermeisters Kalbfleisch, als alle Gesellen darin beschäftigt waren. Von den Anwesenden, die alle einen starken elektrischen Schlag erhielten, wurde ein 21jähriger Metzgergeselle derart getroffen, daß er Krampfanfälle bekam und in das Hanauer Landkrankenhaus geschafft werden mußte.
Eschwege. (Beim Dreschen rötlich verunglückt.) Eine hiesige Bauersfrau rannte sich beim Dreschen einen Gabelstcel so unglücklich in den Leib, daß schwere Darmzerreißungen und eine Bauchfellentzündung eintraten. Da man ihr im Eschweger Krankenhaus nicht mehr helfen konnte, bat sie um Rückführung in die Wohnung, um dorr ihr Ende zu erwarten. Auf dem Heimwege starb jedoch die Frau schon.
Kassel. (Wohlverdiente Strafe.) Eine Bestie in Menschengestalt ist der 2yjähr. Arbeiter Gg. Schröder von Hess.-Lichienau. Nach 18 Monaten Strafhaft wegen Sittlichkeitöverbrechen aus dem Zuchthaus entlassen, trieb er sich im April in den Wäldern bei Lichtenau herum und überfiel verschiedentlich Frauen, um sie zu vergewaltigen. Bei der Verhandlung vor dem Gericht sah man als Triebfeder seiner Handlungsweise Roheil, Gemeinheit und Brutaluät der Gesinnung. In Anbetracht dessen, daß ein öffentliches Interesse vorliege, den Täter so lange als möglich von der Menschheit abzu- sondern, erkannte das Gericht auf insgesamt 12 Jahre Zuchthaus.
Fritzlar. (Bei lebendigem Leib verbrannt.) Am Montag stürzte plötzlich die 15jährige Tochter des Bäckermeisters Tricbfürst mit brennenden Kleidern aus dem Hause und rannte auf der Straße sinnlos umher. In Abwesenheit der Mutter war das junge Mädchen an den Küchenherd getreten, um eine Haarschleife zu trocknen. Hierbei fing die Schürze Feuer, und bald erfaßten die Flammen ihre ganze Kleidung. Auf der Straße stürzte auf ihr Schreien hin der ältere Bruder nach und vermochte ihr die brennenden Stücke vom Körper zu reißen, wobei er sich beide Hände verletzte und die Haare versengte. Schwer am ganzen Körper verbrannt, wurde die Bedauernswerte unter qualvollen Sckmerzcn dem Krankenhause zugeführt, wo sie ihren Verletzungen erlegen ist.
Verantwortlich für den Inhalt: Fr. Stemfeld.
^rheiter ton und Sport - Nmiu Tchlüthtern.
Donnerstag, den 2. 9., abends 8’ , Uhr Spielerversammlung im Vereinslokal.
Pünktliches und vollzählig e Erlckeinen der 1. Mannschaft ist Pflickl. D>r Spiell.ucr.
Turnverein La»lü - t rn e V
Am Freitag, den 3. September d. Js abends 81/» Uhr findet eine Generalversammlung statt. Tagesordnung. 1. Umbau der Turnhalle betr. 2. Abturnen am 5. 9 1926 betr. 3. Verschiedenes. Am Sonntag, den 5. September findet das diesjährige Abturnen statt. Abends 8 Uhr Tanzkränzchen. Zutritt haben nur Vereinsmitglieder und deren Angehörige. Der Vorssand.
o ^Henkel'5. Scheuermittel Mas ist ; E das Rechte!
sind oft der Weg zu einem großen Geschäft.