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Schlöchtemer Zeitung

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Rr. 90 (1. Blatt) Samstag, -en 31. Juli 1926 78. Jahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

BiehseucheUpolizrittche Anordnung.

J.-Nr. 7276. Juni Schutze der Maul- und Klauen­seuche wird auf Grund der §§ 18 ff. des Mehseuchenge- setzes vom 26. Juni 1909 (R.G.Bl. Seite 519) mit Er­mächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domä­nen und Forsten folgendes bestimmt.

§ 1.

Infolge Erlöschens der Maul- und Klauenseuche in der Stadt Steinau wird die viehseuchenpolizeiliche Anord­nung vom 11. Januar d. Js. Schlüchterner Zeitung Nr. 6 hiermit wieder aufgehoben.

Schlüchtern, den 29. Juli 1926.

Der Landrat. J. V.: Dr. Hausmann.

Kreisausschutz.

J.-Nr. 4131 K. A. Bei der am 17. Juli d. Js. in

Schlüchtern stattgefundenen Körung sind die Jungbullen der nachstehend aufgeführten Besitzer angekört worden:

Johann Gärtner, Sterbfritz mit 71° Punkten,

Adam Zeber, Willingshof 71 Ulrich Kreß, Elm 71

Johs. Kirchner, Sterbfritz 705

Johs. Uffellmann, Elm 72°

Adam Krack, Vollmerz 73°

Adam Krack, Vollmerz 75

Ulrich Schäfer, Oberkalbach 72

Fritz Günther, Mottgers 77°

Karl Fuß, Schwarzenfels 75

Adam Simon, Gundhelm , 75

Justus Zeller, Mottgers 73

Heinrich Gärtner, Sterbfritz , 72 Geniemde Bellings 76

Gutsverwaltung Vollmerz 715 Gutsverwaltung Vollmerz , 80 Fritz Elm, Schwarzenfels 74° Heinr. Ulrich, Schwarzenfels 76° ,, Gemeinde Kressenbach 765 ,. Gemeinde Breitenbach 76 4 Bullen wurden zurückgestellt. Schlächtern, den 22. Juli 1926

Dor Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. V.: Dr. Hausmann

Deutsches Rote Kreuz Berlin W. 10, den 28. 6. 1926. ____Abtlg. B 11. Corneliusstraße 4 b.

Rundschreiben Nr. 23.

Der Bezirksverband Grimma/Sa. hat das Kurhaus in Bad Schwarzbach im Jsergebirge erworben und beabsichtigt dieses zu einem Erholungsheim für Hausfrauen und für be- rufstätige Frauen auszubauen.

Der Bezirksverband hat dem Deutschen Roten Kreuz die Einräumung von Vorzugsbedingungen angeboten, sofern das Deutsche Rote Kreuz und seine Mitgliedsvereine sich für eine bestimmte Zahl von Verpflegungstagen binden würde. Das Deutsche Rote Kreuz hat dem Bezirksverband darauf mitgeteilt, daß es evtl. 2000 Verpflegungstage be- legen würde, ohne jedoch eine Ausfallgarantie zu über­nehmen. Wir nehmen an, daß diese Einrichtung auch von Interesse für die Mitgliedsvereine sein wird. Um aber eine Uebersicht zu erhalten, wie weit sich die Mitglieds- bereine an den Verpflegungstagen beteiligen würden, erlau­ben wir uns einige nähere Mitteilungen über das Heim zu machen, und um einen Bescheid über die etwaige Belegung von Verpflegungstagen durch die Organisationen vom Roten Kreuz bis zum 1. August 1926 zu bitten.

Bad Schwarzbach liegt im Jsergebirge etwa 5 km von der Bahnstation Mcffersdorf, mit dem bisher im Sommer, bei stärkerer Winterbelegung auch im Winter, auf guter Straße eine Kraftwagenverbindung der Reichspostverwal- tung besteht. Es teilt im wesentlichen die Lage von Bad Flinsberg, von dem es zu Fuß 2,5 km entfernt ist und lägt an den Hängen zwischen Heufuder und Tafelfichte, den höchsten Erhebungen des JsergebirgeS (1100 m), die beide mff bequemen Wegen zu erreichen sind. Das Kurhaus ins­besondere liegt an dem Abhänge des der Tafelsichte vorge­lagerten Drechslerberges, dessen gesamte, dem Schwarzbacher Tale zugekchrtc Südöstseite zu dem Grundbesitz des Kur­hauses gehört. Mit dem Kurhaus zusammen würde noch em Landhaus erworben werden, das der Aufnahme Jugend- sicher und wirtschaftlichen Betrieben dienen soll.

Das Klima ist dasselbe wie in Bad Flinsberg, wie km von der Provinz Niederschlesien beigezogenes metereolo- gisches Gutachten nachweist.

Durch die Nähe von Bad Flinsberg mit seinen mannig- sachen Veranstaltungen wirb die Möglichkeit der Abwechse­lung für die Patienten geboten.

An Heilmitteln stehen zur Verfügung die miniral- haltigen Quellen, die ebenfalls im wesentlichen dieselben Indikationen wie Bad Flinsberg aufweisen und die sowohl zu Trinkkuren wie für Badezwecke verwendet werden. Nach einer vom Referenten des Reichsarbeitsministermms abgege­benen Erklärung entspricht die Analyse der Quellen allen an eine derartige Mineralquelle zu stellenden Anforderungen.

Für Patienten, die an nervösen Erschöpfungszuständen leiden, kommen ferner Mineralbäder mit Fichtennadelzusatz (unmittelbare Verarbeitung von Fichtenzweigen aus dem zum Kurhaus gehörenden Waldgebiet) in Betracht. Ferner Moorbäder, die wegen ihrer besonders starken Heilwirkung bekannt sind. Das Moor wird aus den Lagern gewonnen, die die Flinsberger Bäder speisen. Bad Schwarzbach kommt in Frage für alle Leiden auf nervöser und rheuma­tischer Grundlage, Blutarmut, Erschöpfungszustände jeder Art und dergl. mehr und zwar sowohl als reines Heilbad wie daneben auch als allgemeiner Erholungsaufenthalt.

Da es sich bei den zur Heilung und Erholung nach Schwarzbach kommenden Frauen häufig nicht nur um die Heilung der körperlichen sondern auch der geistigen und see. lischen Verfassung handeln wird, untersteht die Leitung einer Oberin, die sich der dort untergebrachten Frauen rein menschlich annehmen wird. Die Erfahrung hat gelehrt, daß gerade die Frau des Mittelstandes sich oft scheut und scheuen muß, ärztliche Beratung in Anspruch zu nehmen, Kurmittel in ausreichendem Maße zu gebrauchen und damit sich sorglos der vollen Ausnutzung der Heilfaktoren hinzugeben. Des­halb soll einmal die Beköstigung so gestaltet werden, daß sie auch die Nebenmahlzeiten (2. Frühstück, Nachmittagskaffee) mit enthält, dann aber auch ein fester Verpflegesatz nicht nur für Wohnung und Beköstigung, sondern für ärztliche Versorgung und Bäder festgestellt werden, so daß von vorn­herein für jede Kur deren Gesamtkosten sich errechnen lassen. Gleichwohl darf gehofft werden, daß ein Verpflegesatz von überschläglich 4. Mk. mr M^ung r^d VerpslegunL,4^Z bis höchstens 5. Mk. einschließlich ärztl. Versorgung und 6. bis 6.75 einschl. der Bäder (je nachdem ob mit oder ohne Moorbäder) sich wird durchhalten lassen.

Voraussichtlich werden dem Deutschen Roten Kreuz bei einer Belegung von 2000 Verpflegungstagen noch weitere Vergünstigungen gewährt werden. Diese Vergünstigungen erstrecken sich auch auf Personen, die außerhalb des Kur­hauses wohnen.

Deutsches Rote Kreuz.

Der Generalsekretär. I. V.: gez. Grüneisen.

J.-Nr. 39 R.-K. Wird hiermit veröffentlicht.

Wir sind gerne bereit, Anmeldungen für einen mehr­wöchigen Besuch des Kurhauses Bad Schwarzbach entgegen- zunehmen und weiter zu geben.

Schlüchtern, den 24. Juli 1926.

Der Männer-Verein vom Roten Kreuz. I. A.: Schaefer.

Allgemeine Ortskrankenkasse Schlüchtern.

Die Verlegung unserer Kafsenräume aus dem Kreis­hause in Schlüchtern Landratsamt nach dem Neubau der Kaste Fuldaerstraße 67, nebenan der Landesrenterei findet voraussichtlich am Freitag, den 30. und am Sonnabend, den 31. Juli 1926 statt.

Für dringende Fälle ist die Kasse am Freitag, vormit­tags von 8 bis 12 Uhr noch im Landratsamte und am Sonnabend, vormittags von 812 Uhr dann schon in den neuen Räumen geöffnet.

Die Kaffe ist unter Telefon Nr. 99 an das Telephon­netz angeschloffen.

Schlüchtern, den 28. Juli 1926.

Der Vorstand.

Bekanntmachung.

Die Einzahlung der noch rückständigen Beiträge aus den Zahltagen der Monate April, Mai und Juni 1926 wird hiermit in Erinnerung gebracht.

Hedetermine finden statt:

1 . In Sterbfritz, am Mittwoch, den 4. August 1926 von nachm. 36 Uhr in der Böhm'schen Gastwirischaft daselbst.

2 . In Steinau, am Mittwoch, den 11. August 1926, von vorm. 104 Uhr nachm. tn der Eckart'schen Gast­wirtschaft daselbst.

3 In Salmünster, am Mittwoch, den 18. August 1926, von vorm. 912 Uhr im GasthauseZum Engel" daselbst.

4 In Soden, ebenfalls am Mittwoch, den 18. August ' 1926 von nachm. 17a4/8 Uhr im Gasthause zur Hoffnung daselbst, und zwar wie seither auch für alle den genannten Orten naheliegenden Gemeinden. Die dann noch verbleibenden Rückstände werden alsbald kostenpflichtig eingezogen.

Die Herren Bürgermeister bitten wir um Bekanntgabe in seither üblicher Weise.

Schlüchtern, den 28. Juli 1926.

Der Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse

Stadt Schlüchtern.

3. 3. Weitzel'sches Stiftungsfest auf dem Acisbrunnen.

Wie alljährlich wird am Sonntag, den 1. Au­gust auf dem Acisbrunnen das I. I. Weitzel'sche Stif­tungsfest abgeholten. Die Preisverteilung findet nachm. um 3l/s Uhr statt.

Schlüchtern, den 30. Juli 1926

Der Magistrat: Gaenßlen.

Neues vom Tage.

Der Reichspräsident hat die ihm von der preußischen Staatsregierung angetragene Ehrenpräsidentschafr für die große Polizeiausstellung Berlin 1926 angenommen.

Den Blättern zufolge hat die Magdeburger Staats­anwaltschaft die Haftentlassung des Industriellen Haas ab' gelehnt, da dir vorgebrachten Entlastungsgründe nicht stich­haltig seien.

In der Frage der Biersteuererhöhung ist zwischen dem Reichsfinanzministerium und dem Kommissar für die verpfändeten Einnahmen eine Einigung erzielt worden.

Die Kampflage in China hat dadurch eine sensationelle Wendung genommen, daß Tschang-Tso-Lin mit den nationalen Streitkräften eine Vereinbarung getroffen hat, wonach er gemeinsam mit diesen gegen seinen bisherigen Verbündeten Wu-Pei-Fu vorgehen will.

Die auf den Stichtag des 28. Juli errechnete Groß­handelsindexziffer ist gegenüber der Vorwoche um 0.4 v. H. gestiegen.

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Dampfer Schiffbruch erlitten. Hierbei sind 54 Menschen uws Leben gekommen.

Nach amtlichen Meldungen sind in Niigata in Japan bei einer Ueberschwemmung nach einem schweren Regen 100 Menschen ertrunken.

Ueber Mittel- und Oberitalien sind am Mittwoch schwere Unwetter niedergegangen, die überall schweren Schaden anrichteten.

Blättermeldungen aus München zufolge ist im Ge­birge überall Neuschnee gefallen. Karwendel- und Wetter- steingebirge zeigen das im Juli ungewöhnliche Bild einer Winterlandschaft.

Reichsjustizminister Dr. Bell ist nach München gefahren, um der dortigen Regierung einen Besuch abzustatten.

In der ersten Julihälfte ist die Zahl der Hauptunter- stützungscmpsänger von 1741172 auf 1718 861, also um 1,3 Pro­zent, gesunken.

Frau Geheimrat Rathenau, die Mutter Walter RathenauS, ist aus ihrem Schloß Freienwalde im Alter von 82 Jahren gestorben.

Nach einer Pariser Meldung wird der bisherige Ober- kommissar der Nhcinlandc, Tirard, der sich bereits seit einiger Zeit in Paris aufhält, nicht mehr aus seinen Posten zurückkehren. Er soll durch einen bekannten Parlamentarier ersetzt werden. Der Name de Monzie wird genannt.

Durch eine Abstimmung des belgischen Senats hat der Gesetzentwurf, durch den das jährliche Kontingent für das belgische Heer auf 44 000 Mann herabgesetzt werden soll, nunmehr Gesetzes­kraft erlangt.

Beginnende Schwierigleiten für Poincare.

Widerstand gegen die Finanzprojektc.

Zu Beginn der neuen Verhandlungen der Finanzkommis- sion der Kammer zeigte es sich, daß die Situation sich weit schwieriger gestaltet hatte. Zunächst wurde die Erhöhung der Bezüge der Beamten angenommen. Ferner wurde der noch nicht erledigte Teil der Finanzprojektc der Regierung dnrch- beraten, wobei von verschiedenen Abgeordneten Abände­rungsvorschläge gemacht wurden.

Die Regierung hat sofort erkennen lasten, daß sie sich mit keinerlei Aenderungen in ihren Projekten einverstanden erklären könne.

Die Lage des Kabinetts hat sich in den letzten 24 Stunden entschieden verschlechtert Die Widerstände gegen die Finanz­projektc der Regierung sind im Wachsen begriffen. In par­lamentarischen Kreisen verlautet, daß auf feiten der Linken die Absicht besteht, bei der kommenden Finanzdebatte

die Regierung zu stürzen.

Hierzu dürften die Gruppen der Linken vielfach G^'lcgen heit haben, da der Ministerpräsident erklärt hat, daß er bei jedem einzelnen Paragraphen des Finanzprojektes die Vcr- trauensfrage stellen würde. Es liegen bereits über 200 Zusatz und Abändernngsanträgc vor, die, falls sie behandelt werden müßten, die Verhandlungen der Kammer außerordentlich ansdehnen würden.