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Schlüchterner Rettung

Kreis-Amtsblatt * My meiner amtlicher Knzeiyer für -en Kreis Schlüchtem

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Nr. 75 (1. Blatt) Samstag, den 26. Juni 1926

78. Sahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

J.-Nr. 5923. Die HanauVachaerLandstraße wird zwischen Schlächtern und Flieden wegen Vornahme von Valzarbeiten vom 5. bis 10. Juli d. Js. für sämtlichen zuhrwerkeverkehr gesperrt.

Der Verkehr ist von Schlächtern über HüttenRückere -Flieden oder SchlüchternHüttenVeitsteinbachNeuhof und umgekehrt zu leiten.

Uebertretungen werden nach der Polizeiverordnung vom 6, April 1877 (Amtsblatt S. 137) bestraft.

Schlüchtern, den 22. Juni 1926.

Der Landrat. J. V.: Schulcheis.

J.-Nr. 5613. Die Ortspolizeibehörden mache ich auf die im Reg.-Amtsblatt Nr. 24 vom 12. d. MtS. Ziffer 356 enthaltene Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidenten zu Löffel vom 29. Mai d. J. A. 111. 1763/26 betr. Untersuchung von Wildschweinen auf Trichinen aufmerksam.

Gleichzeitig ersuche ich, die Trichinenschauer von dieser Verfügung in Kenntnis zu setzen und für deren strenge Durchführung und die Anschaffung der vorgeschriebenen Stempel zu sorgen. Etwaige Uebertretungen sind mir anzu- zeigen.

Schlüchtern, den 22. Juni 1926.

Der Landrat. Z. V.: Schulcheis.

J.-Nr. 5577. Die Herren Bürgermeister werden darauf aufmerksam gemacht, daß im Reg.-Amtsblatt Nr. 23 vom 5. d. Mts. unter Ziffer 343 eine neue Verordnung über die Aufbringung der Kosten der Handwerkskammer zu Cassel enthalten ist, welche an die Stelle der Verordnung vom 16. September 1910 Reg.-Amtsblatt S. 268/9 tritt.

Schlüchtern, den 22. Juni 1926.

Der Landrat. J. B.: Schult bis.

J.-Nr. 5784. Die Ortspolizeibehörden werden auf den im Ministerialblatt der Handels- und Gewerbeverwaltung veröffentlichten Erlaß des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 3. Mai 1926 Nr. 111. 4097, / 1. 3957 betr. Ausführungsanweisung zum Gesetz, über Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben, vom 30. März 1903 (R. G. Bl. S. 113) abgeändert durch das Gesetz vom 31, Juli 1925 (R. G. Bl. S. 162) aufmerksam gemacht.

Schlüchtern, den 22. Juni 1926.

Der Landet. J. V.: Schulcheis.

Kreisausschutz.

Durchschnittspreise für Haute nach dem Bericht des Wirtschaftsverbandes deutscher Ab­deckereiunternehmer in Hamburg für Mai 1926.

Roßhäute 220/ Ctm. . . , 200/219 , . .

, /199 , -

Fohlenfelle.......

Rindhäute.......

Frefferfelle.......

Kalbfelle ....... Schaf- und Lammfelle . . . Ziegenfelle, getrocknete . . . Zickelfelle, getrocknete . . . (A III. 1996.) Caffel, am 16. Juni 1926.

Der

R.-M. 13/50 pro Stck.

, 10 , ,

» 6/65 , *

, 4,45 , ,

,,3i pro Pfd.

,/51 r ,

» ,40 * ,

» ,32 - v

, 2, pro Stck.

.,35 , ,

Regierungö-Präsident.

J.-Nr. 3624 K.-A. Wird veröffentlicht.

Schlüchtern, den 21. Juni 1926.

Der Vorsitzende des Kreio-Ausschuffes.

J.-Nr. 3686 K.-A. Betr.: Verteilungvschlüffel für die ^eichseinkommen- und Körperschaftssteuer für das Rech­nungsjahr 1926.

Um Irrtümer zu vermeiden, wird nochmals besonders darauf hingewiesen, daß die am 18. Juni 1926 unter Mir. 3363 Ä.«2l. mitgeteilten Zahlen die Verteil» ngs- Schlüsse l darstellen, die den Ueberweisungen der Reicho- 'inkommen- und Körperschaftssteuer für das Rechnungsjahr *926 zugrundegelegt werden und nicht etwa zu er­wartende Steuerbeträge. Die Steuerbeträge, die die einzelnen Gemeinden voraussichtlich im laufenden Rech- "ungsjahr erhalten werden und die in den Etat einzustellen sind, sind in der letzten Bürgermeisterversammlung bekannt- ükgeben worden.

Schlichtern, den 25. Juni 1926.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschuffes. von Trott zu Solz.

Stadt Schlüchtern.

Oeffentliche Mahnung.

An alle Zahlungspflichtigen, die ihre im Monat Juni 1926 an die Stadtkaffe Schlüchtern zu entrichtenden Steuern noch nicht gezahlt haben, ergeht hierdurch öffentliche Mahnung.

Bei Meidung zwangsweiser Einziehung sind sofort fol­gende Steuern zu zahlen:

Staatliche Grundvermögenssteuer mit Stadtzuschlag, Hauszinssteuer (das neunfache des bisherigen Grundbetrags) Gewerbeertragssteuer, Gewerbekapitalsteuer.

Gleichzeitig angemahnt werden die rückständigen Holz­gelder, Schulgelder, Waffergelder sowie alle anderen Abgaben. Diese sind, soweit sie sich nicht in der Beitreibung befinden, sofort bei der Stadtkaffe einzuzahlen.

Die Steuer- und Abgabenzettel sind zur Vermeidung einer zeitraubenden Abfertigung unbedingt bei der Zahlung vorzulegen.

Schlüchtern, den 21. Juni 1926.

Der Magistrat. Gaenßlen.

Bekanntmachung betr. Abholung der Holzzettel.

Im Anscbluß an die Bekanntmachung vom 3. d. Mts. wird hiermit letztmals an die Abholung der noch bei der Stadtkaffe befindlichen Holzzettel mit dem Bemerken erinnert, daß die Erledigung schnellstens zu erfolgen hat.

Schlüchtern, den 22. Juni 1926.

Der Magistrat. Gaenßlen.

Bekanntmachung.

Am Samstag, den 26. Juni d. J. vormittags 8*/s Uhr wird auf dem Rathaus (Kanzlei) der Schafpferch öffentlich verpachtet.

Schlüchtern, den 24, Juni 1926.

Der Magistrat. Gaenßlen.

Der Kohlenlonslikt in England.

Das neue Bergbaugesetz.

Dem englischen Unterhaus wurde soeben vom Bergbau- minister die ReoMinisationsblll für den Bergbau zur Debatte vorgelegt. Der Minister betonte, daß diese Bill ein Produkt des Berichtes der von der Regierung eingesetzten neutralen Kohlenkommission sei. Mit der Reorganisationsbill habe die Regierung die Kommissionsvorschlägc, die endgültig und aus­führbar seien, in Gesetzesform gebracht.

Der erste Teil des Gesetzes beschäftige sich mit der Fusion großer und kleiner Bergwerksunternehmungen. Die Regie­rung würde den Unternehmen, die sich freiwillig zu fusio­nieren wünschten, in jeder Weise entgegenkommen und ihnen die Fusion so schnell wie möglich gestatten. Die Kommission habe den Gesetzgebern empfohlen, die vorgeschlagene Fusion nicht sofort gesetzlich anzuordnen, sondern es dem Parlament zu überlassen, ob nicht eine Ucbergangszeit von drei Jahren für die Fusionsfrage vorteilhafter wäre. In dieser Zeit könnte auch die Frage der möglicherweise nötigen Zwangs­fusion reiflich erwogen werden.

Der zweite Teil der Reorganisatiousbill behandle die Vollmachten, die der Eisenbahn- und Kanalkommission über­tragen werden sollten. An eine Nationalisierung habe die Regierung schon deswegen nicht denken können, ivcil diese vom Parlament wie vom Volk abgelehnt werde. In diesem Sinne habe sich auch die Kohlenkommission ausgesprochen. Für die Arbeiterpartei brächte der Abgeordnete Hartshorn den Antrag ein, die RcorganisativnSbill abzulehucn. Die Arbeiterpartei sehe allein in der Nationalisierung des Berg­baues und der wissenschaftlichen Behandlung der Kohle wie der mit ihr zusammenhängenden Fragen Nutzen für den not­leidenden Bergbau. Die Nebertragung der Mineralrechte an den Staat sei überhaupt beseite gelassen worden. Arbeiter und Grubenbesitzer müßten sich an den Verhandlungstisch setzen und nur an die Wohlfahrt des Landes und von Mil- lioncn Notleidender denken. Dann würde es anders um den Bergbau stehen. Lloyd George erklärte, die Rede HartshornS habe eine neue Lage geschaffen. Hätte die Regierung wenig- stcus das Mineralrecht in der Hand, so könnte sie einen ganz andern Druck auf die widerspenstigen Bcrgwcrksbcsitzcc ausüben.

Vertagung des Rechtsausschusses des Reichstages.

Berlin, 24. Juni. Der Rechtsausschuß des Reichstages kam heute mit der Fürstcuabfindungsvorlage nur bis § 9, der wie in den früheren Abstimmungen mit den Stimmen der Regierungsparteien gegen die der Kommunisten durch Stimm­enthaltung der Dcutschnationnlcn und Sozialdemokraten an­genommen wurde. Der Ausschuß vertagte sich dann auf Freitag.

Landwirtschaftliche Krediterleichterung.

Berlin, 24. Juni. Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages nahm einen Jnitiativgcsctzentwurf au, der cS den landwirtschaftlichen Pächtern ermöglicht, durch Einführung des Rcgistcrpfandrcchts für Pächter den Realkredit zu be» s-hassen.

Neues vom Tage.

Die deutschnationale Reichstagsfraktion läßt zu dem Fürstenkompromiß folgendes erklären:Die Verhandlungen haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Die Deutschnationalen haben keine Veranlassung, von ihrer bisherigen Stellung abzu- gehen und dem Gesetz zu einer Zweidrittelmehrheit zu verhelfen."

Im Preußischeü Landtag ist die HauSzinssteuer ange­nommen worden.

Der bekannte Politiker Dr. Paul Rohrbach hat dem Vor­stand der Deutschen Demokratischen Partei mitgeteilt, daß er seine Mitgliedschaft in der Partei aufgibt.

Der letzte österreichische Landesvetteidigungsminifter, Generaloberst Ritter Freiherr von Georgi, ist nach langem schweren Leiden gestorben.

DasEcho de Paris" glaubt zu wissen, daß zum Nach­folger des Generals Guilleaumat in Mainz der ehemalige Vor­sitzende der interalliierten Kontrollkommission in Berlin, General Rollet, ernannt wird.

Im Hamburger Freihafen wurde von der Kriminal­polizei eine von Budapest kommende und für Schanghai bestimmte Sendung Grabsteine beschlagnahmt, in denen 457 Kasten mit Heroin, einem starken Rauschgift, enthalten waren. Der Hamburger Beauftragte der Schmugglerbande, ein Amerikaner, wurde verhaftet.

In Mexiko wurde durch einen Dammbruch die Stadt Villa de Leon vollständig zerstört.

Auf Labrador sind durch einen schweren Sturm 130 Fischerstationen zerstört worden.

Auf der Bahnlinie zwischen Neurode und DitterS- bach bei Berlin ist wieder ein Eisenbahnanschlag verübt worden, der aber durch die Wachsamkeit des Strecken­personals verhindert wurde.

Der Gemeindeausschuß des Reichstages hat die Regierungsvorlage betr. die Erweiterung Wiesbadens durch £>/ Einaezneinduna von Schierstein und Sonnebera an- g,.ömmen.

In einer Waldschonung bei Duisburg wurden die Leichen zweier ermordeter Kinder, eines Knaben und eines Mädchens zwischen 59 Jahren aufgefunden. Als. Täter kommt vermutlich eine Frau in Frage, die in der Nähe des Tatortes gesehen wurde.

Der Reichsrat genehmigte in seiner heutigen Sitzung die Verlängerung des Gesetzes über die Aussetzung von Verfahren (Sperrgesetz betr. die Fürstenabfindung) bis zum Ende des Jahres 1926.

Die beiden Fürsorgezöglinge Karsten und Nowa- kowski, die seinerzeit den Händler Tolkowit ermordeten und die Leiche in die Weichsel warfen, wurden vom Danziger Schwurgericht beide zum Tode verurteilt.

Zur Abfindung der Fürfien.

Verhandlungen zwischen den Parteien. .

Wie in Berliner parlamentarischen Kreisen erklärt wird, faben im Reichstag Unterredungen zwischen Vertretern der Koalitionspartner! mit Vertretern der Deutschuatwualen und Sozialdemokraten stattgefundcu, um eine Lösung der Schwierig­keiten zu suchen, die bei den Erörterungen im Rechtsausschuß des Reichstags ausgetreten sind.

Es handelt sich vor allem darum, die verschiedenartigen Anträge, die von der Rechten und der Linken zum Fürsten- kompromiß vorliegen, irgendwie auszugleichen und damit eine gemeinsame Basis für die Annahme des Kompromisses zu finden. Dem Vernehmen nach beabsichtigen die Koalitions­parteien, den Wünschen der Teutschnationalen dadurch zu ent­sprechen, daß in der Frage der Ucberlassung von Kunstgegen- stiinden, Museen usw. an den Staat eine bessere Absindungs- basis gefunden wird, als sie im Kompromiß vorgesehen ist. Andererseits scheint bei den Koalitionsparteien Geneigtheit zu bestehen, den Sozialdemokraten in der Frage der Abtretung der Kronsideikommißrcntcn entgegenzukommen.

Die Führer der Regierungsparteien hatten außerdem eine interfraktionelle Besprechung über die Frage, wie die für die Annahme des Fürstcuabsindungsgcsctzcs erforderliche Zwei­drittelmehrheit erreicht werden könnte, die die Regierungs­parteien allein nicht aufzubringen vermögen. Ueber besiimmte Vorschläge kann noch nicht berichtet werden. Doch wird in den Kreisen der Regierungsparteien die zuversichtliche Erwar tung geäußert, daß es gelingen werde, mit den Sozialdemo thaten zu einem Kompromiß zu kommen, das die Annahme des Gesetzes noch vor der Sommerpause ermöglicht

Wicdcrausrichtung der Monarchie in Portugal?

Madrid, 24. Juni. Wie aus Liffabon gemeldet luirb, kann die Militärdiktatur als endgültig gefestigt angesehen wcr- den. Trotz der wiederholten Versicherung der Regierung, daß die republikanische Staatsform aufrcchtcrhalten werde, gehen Gerüchte um, die von einer kommenden Wiederherstellung der Monarchie wissen wollen. Als Abgesandter des ehemaligen Königs Manuel soll Norton MattoS in Liffabon eingetrosten sein. Primo de Ribera hat einen Oberst nach Liffabon ge­sandt, der an da Costa Grüße und Glückwünsche Überbringer!