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Rr. 54 (i. Blatt)
Samstag, den 8. Mai 1926
78. Aahrg.
Amtliche Bekanntmachungen.
Landratsamt.
J.-Nr. 4187. Die [beteiligten Herren Bürgermeister werden unter Hinweis auf die im Reg.-Amtsblatt Nr. 31 gen 1904, S. 218Z abgedruckte Diensteinweisung für die Instandhaltung der Landesgrenzvermarkung zwischen Preußen und Bayern, darauf aufmerksam gemacht, daß im Monat Juni d. Js. eine Begehung der Landesgrenze vorzunehmen und mir bis zum 1 5. Juli d. Js. über die dabei gemach- tm Wahrnehmungen zu berichten ist.
Schlüchtern, den 3. Mai 1926.
Der Landrat. J. V.: Schult^ is.
J.-Nr. 4388. In der Gemeinde Löschenrod, Kreis Fulda, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Schlüchtern, den 5. Mai 1926.
Der Landrat. I. V.: Schultheis.
J.-Nr. 4188. Im MonatMpril d. Js. wurden folgenden
Personen Jagdscheine erteilt:
a) Jahresjagdschcine.
Euler, Wilhelm, Lehrer, Heubach,
Kern, Karl, Musikdirektor, Frankfurt a. M.,
Seipel, Peter, Schneider, Marborn,
Rollmann, Reinhold, Friseur, Schlüchtern,
Iahn, Emil, Landwirt, Neustall,
Jobst, Bernhard, Wagner, Neustall.
b) Unentgeltlich ^Jagdscheine.
Bebendorf, Hilfsförster, Oberkalbach.
Schlüchtern, den 3. Mai 1926.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
J.-Nr. 4401. Den Herren Bürgermeistern und Guts- Vorstehern wird in den nächsten Tagen die H e b e l i st e über die Landwirtschaftökammerbeiträge mit einem Begleitschreiben der Landwirtschaftskammer zu Cafst- Dom 8. v. Mts. — Nr. 4182/26 — zugchen. Unter genauer Beachtung der Ziffer 1 — 9 dieses Schreibens ist sofort das Weitere zu veranlassen. Insbesondere ist dafür zu sorgen, daß die Beiträge pünktlich an die LandwirtschaftSkammer abgeführt werden. Die Hebeliften sind erst nach Erhebung der 2. Rate, spätestens aber bis zum ersten Oktober d. Js., direkt an die Landwirtschaftskammer in Cassel cinzusenden.
Schlüchtern, den 5. Mai 1926.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
Kreisausschutz.
J.-Nr. 2511. K. A Durch Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten zu Cassel vom 28. April 1926 — Ä 1 Nr. 1268a — ist der Bürgermeister Lamm in Hohenzell zum Standesbeamten, und der Lehrer Schreiber ebendaselbst zum Standesbeamten-S t e ll v e r t r e t e r des Standesamts- dezirks Hohenzell ernannt worden.
Schlüchtern, den 4. Mai 1926.
Der Landrat. von Trott zu Solz.
J.-Nr. 2444 K. A. Der 'seitherige Gemeinderechner Johannes Ziegler in Marjoß wurde auf weitere drei Jahre ^s solcher der Gemeinde Marjoß bestätigt.
Schlüchtern, den 4. Mai 1926, Der Landrat.
Allgemeine Ortskrankenkasse Schlüchtern.
Die Einzahlung der noch rückständigen Beiträge aus ^n Zahltagen für die Monate Januar/März 1926 wird hiermit in Erinnerung gebracht.
Hebetermine finden statt:
i. in St ein au, am Mittwoch, den 12. Mai 1926 Don vormittags 10 bis nachmittags 4 Uhr in der Eckart'schen Gastwirtschaft daselbst und zwar für Steinau und die nahe- "egenden Gemeinden.
2. i n S t e r b f r i tz , am Freitag, den 14. Mai 1926, für Sterbfritz und die umliegenden Gemeinden, von nacb- uütlags 3 bis 6 Uhr in der Böhm'schen Gastwirtschaft daselbst.
Z. i n S a l m ü n st e r, für Salmünster und Ahl, um Mittwoch, den 19. Mai 1926, von vormittags 9 bis 12 Uhr im Gafthaufe zum Engel daselbst und
4. in Soden, ebenfalls am Mittwoch, den 19. Mai '926 von nachmittags 1 */a die 41/» Uhr im Gasthause ®olf (z»r Hoffnung) für Soden und die naheliegenden Orte.
Verbliebene Rückstände müssen alsdann unverzüglich zur Mngeivcifen Einziehung gelangen.
Die Herren Bürgermeister bitten wir dieses im Interesse 'hrer Gemeindeangehörigen wie seither ortsüblich bekannt Zachen zu lassen.
Schlüchtern, den 28. April 1926.
Der Vorstand der Allg. Ortokrankenkasse.
Stadt Schlüchtern.
KetanntmaHung
Auf Grund des Artikel 1 der Verordnung über Sonntagsruhe im Handelsgewerbe vom 5. Februar 1919 wird am Sonntag, den 9. und Sonntag, den 16. Mai d. Js. die Offenhaltung der Ladengeschäfte von vormittags 11 ’/2 Uhr bis nachmittags 1 ‘/2 Uhr gestaltet.
Schlüchtern, den 5. Mai 1926.
Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.
Der Deutsche Landwirtschaft-rat.
Die diesjährige Tagung in Darmstadt.
Der Deutsche Landwirtschaftsrat ist zu seiner diesjährigen Tagnng in T-armstadt zusammengetreten. Die Tagung ist aus allen Teilen des Reiches außerordentlich stark besucht. Mit dem Reichsernährungsminister Dr. Haslinde hatten sich zahlreiche Vertreter der Reichs- und Landesbehörden, des preußischen Landwirtschaftsministeriums, der großen Spitzen- Verbände der Landwirtschaft und der Industrie eingefunden.
Der Präsident des Landwirtschaftsrates Dr. Brandes betonte in seiner Eröffnungsansprache die Notwendigkeit der gesamten deutschen Öffentlichkeit, der Reichsregierung "und den Vertretern der anderen Berufsstände noch einmal einen klaren Ueberblick über die Lage der deutschen Landwirtschaft zu geben.
Reichsminister Dr. Haslinde,
der nach einigen weiteren Begrüßungsreden das Wort zu einer groß angelegten Rede ergriff, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die diesjährige Tagung eine klare Zielsetzung ergeben werde, wie unsere Landwirtschaft ausderaugen- blicklichen Krise einer Gesundung zugeführt werden könnte. Es müsse an die Tatsache erinnert werden, daß das Fundament der gesamten Wirtschaft eines Volkes die eigene Urproduktion sei. Gerade in der heutigen Zeit sei es doppelt und dreifach die Aufgabe des Staates, die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer leistungsfähigen Landwirtschaft wieder wachzurufen. Es müsse in Deutschland au einem Allgemeingut staatsbürgerlichen Denkens werden, daß die Landwirt-' schaft das Fundament der gesamten deutschen Wirtschaft fei. Um diese Erkenntnis zu vertiefen, sei es erforderlich, daß die Landwirtschaft bei allen wirtschaftlichen Organisationen, die der Regierung beratend zur Seite stehen, ihrer Bedeutung entsprechend stärker vertreten sei. Die Bestrebungen auf Rationalisierung und Vereinheitlichung seien für eine gedeihliche Entwicklung der deutschen Landwirsschaft von größter Bedeutung. Der Minister betonte, daß es sich die Reichsregierung und fein Ressort besonders angelegen sein lassen, durch Verbi lli- gung der Zinssätze eine zweckmäßige Kreditpolitik unb ausreichende Finanzierung der Ernteerzcugnisse der Landwirtschaft zu helfen. Die Rede fand einen starken Beifall der Versammlung.
Der Wortlaut der FlaggenverorgnE
Berlin, 6. Mai. Die vom Reichspräsidenten am 5. Mai 1926 erlassene und vom Reichskanzler gegengezeichnete Zweite Verordnung über die deutschen Flaggen wird in der nächsten Nummer des Reichsgesetzblattes verkündet werden. Sie hat folgenden Wortlaut:
Die Verordnung über die deutschen Flaggen vom 11. April 1921 (Reichsgesetzblatt Seite 483) wird wie folgt geändert: 1. In Abschnitt I erhält die Nummer 10 folgende Fassung: „Nr. 10. Die Dienstflagge der übrigen Reichsbehöroen zur See wie die Handelsflagge, jedoch etwas nach der Stange hin verschoben, in den schwarzen und roten Streifen, die bis zu einem Fünftel übergreifen, der ReichSschild, den Adler nach der Stange gewendet. Verhältnis der Höhe zur Länge des Flaggen- tuchs wie 2:3."
2. In Abschnitt IV erhält Absatz 2 folgenden neuen Satz 2: „Die gesandtschaftlichen und konsularischen Behörden des Reichs an außereuropäischen Plätzen und an solchen europäischen Plätzen, die von Sccl)andelsschiffcn angelaufen werden, führen außerdem die Handelsflagge."
_ Zum Tode Dr. Pfeiffers.
Berlin, 6. Mai. Anläßlich des Hinscheidens des Gesandten Dr. Pfeiffer hat der österreichische Bundeskanzler dem Rcichsaußcnministcr Dr. Stresemann telegraphisch in warmen Worten das Beileid der österreichischen Bundesregierung über- mittelt. Außerdem hat der hiesige österreichische Gesandte Dr. Frank seine und seiner Regierung Teilnahme ausgesprochen.
Aus dem ReichstagsauSschuß zur Förderung der Leibesübungen.
Berlin, 6. Mai. Der Reichstagsausschuß zur Förderung der Leibesübungen hielt unter dem Vorsitz des ReichstagS- abgeordneten Schreck eine Sitzung ab, in der Dr. Diem, der Generalsekretär des deutschen Reichsansschusses für Leibesübungen über die Notwendigkeit der täglichen Turnstunde Bericht erstattete. Es wurde 'beschlossen, eine Denkschrift hierüber herauszugeben. Die nächste Sitzung wird die Frage des JugcndwandcrnS behandeln.
Vor Abschluß des Handelsvertrages mit Spanien.
Madrid, 6. Mai. Es sind alle Anzeichen vorhanden, daß die Unterzeichnung des deutsch-spanischen Handelsvertrages un- mittelbar bevorsteht. Laut „A. B. C." und anderer Madrider- Blätter hat Deutschland weitgehende Zugeständnisse bezüglich Wein und Südfrüchte gemacht.
Die Düsseldorfer Ausstellung 1926.
Von
Oberbürgermeister Geh. Reg.-Rat Dr. Wilms, Düsseldorf.
Nach dem Kriege konnte man in den größeren Städten Deutschlands allüberall ein gewisses Messefiebcr fe fistelten. Der erhebliche Vorsprung von Leipzig ließ die anderen großen Städte nicht ruhen. Frankfurt a. M., Köln, Königsberg, Breslau und auch andere Städte stritten um die Ehre, mög- lichst gute Messen zu veranstalten. In der Zeit, als Warenknappheit herrschte in Deutschland, konnten diese Veranstaltungen mit einem gewissen Interesse und einem gewissen Zuspruch rechnen. Als sich die Verhältnisse änderten und Warenüberfluß und knappes Geld da war, änderte sich auch das Interesse der Käufer und Besucher dieser Messen, und es verloren die Veranstaltungen bald mehr und mehr an Bedeutung.
Düsseldorf hat seinen Ruhm als Ausstellungsstadt schon im vorigen Jahrhundert gelegt. Aus der napoleonischen Zeit erzählen die Chroniken von einer gut gelungenen Ausstellung, einer desgleichen aus den 50er Jahren, sowie der besonders beachtenswerten, auf den Ton der rheinisch-westfälischen In- dustrie gestimmten Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung von 1880. In Paris 1900 wollte die rheinischwestfälische Industrie die Bedeutung ihres Schwergewichts auf dem Weltmarkt entsprechend zum Ausdruck bringen. Es wurde ihr aber ein so geringer Platz zugewiesen, daß sie von einer größeren Beteiligung Abstand nahm. Um gleichwohl ihre Leistungsfähigkeit zu zeigen, entschlossen sich damals einige der führenden Industriekapitäne des rheinisch-westfälischen Gebietes eine der Eigenart des Rheinlands und Westfalens entsprechende industrielle Ausstellung in Düsseldorf, und zwar größten Stils, zu veranstalten. Auf mehr als 200 Morgen Gelände, der Hälfte des Geländes der Weltausstellung von St. Louis 1904, vereinigten Rheinland und Westfalen in einer gewaltigen Schau, was auf dem Gebiet des Kohlenbergbaues und der Maschinenindustrie Bedeutsames in diesem Gebiet hergestellt wurde.
Die Düsseldorfer Ausstellung 1902 führte die Stadt für lange Zeit an die Spitze der bedeutendsten AuSstellnugS'räd-.e E.ne auf breiter, kultureller Basis aufgestellte Ausstellung war für 1915 geplant, mußte aber infolge des Krieges aufgegeben werden. Die Zeit nach dem Kriege war für Ausstellungen nicht geeignet. Als sich die Verhältnisse einigermaßen wieder beruhigt hatten, faßte man den kühnen Entschluß, in Düsseldors nach einigen kleineren, mehr dekorativen Ausstellungen aus Anlaß der Jahrtausendfeier der Rheinlande im Jahre 1925 eine große Ausstellung 1926 ins Leben zu rufen, eine Ausstellung, die drei große bedeutsame Gebiete umfassen sollie: Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen, deren erste Silben den Grundstock zu dem zunächst auffallenden Namen „Gesolei" gegeben haben.
Die Gesundheitspflege baute auf den Erfahrungen der Dresdner Hygieneausstellung 1911 auf und gewann das Dresdner Hygiene-Museum und andere städtische und staatliche Institute und Einrichtungen, die auf diesem Gebiete tätig sind.
Die soziale Fürsorge hat nach dem Kriege das bcson- dere Interesse weitester Kreise des Reiches, der Länder, der Provinzen und Kommunen gefunden; ein Querschnitt durch diese Arbeit erschien im Vergleich mit den Leistungen vor bem Kriege besonders wertvoll.
Die Ertüchtigung unseres Volkes durch Sport und Leibesübungen ist ein dringendes Bedürfnis unserer Zeit und kommt in ihren verschiedenen Gebieten in der Abteilung „Leibesübungen" auf der Ausstellung zum gewichtigen Ausdruck, und zwar nicht nur die Arbeit der Gegenwart durch die großen Verbände der Turner und Sportler, sondern auch in einer weit ausholenden geschichtlichen Darstellung des Sports aller Zeiten und Völker.
Als der Gedanke dieser Ausstellung auftauchte, standen ihn: viele skeptisch gegenüber. Der furchtbare Druck des Krieges, der noch aus unserem Volke lag, die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse ließen den Entschluß einer Ausstellung als ein sehr gewagtes Unternehmen erscheinen. Der gesunde Optimismus, der in Ausstellungsfragen in Düsseldorf stets geherrscht hat, überwand aber alle Schwierigkeiten. In etwa l ^jähriger Arbeit ist das große Werk entstanden und steht vorder Eröffnung durch den Reichskanzler ant 8. Mai. In seiner baulichen Ausgestaltung muß man zwei grosse Teile unter- scheiden: Erstens die Dauerbauten, die nördlich der Rhein- brücke, mit dem machtvollen Bau des Planetariums beginnend, bis in die Nähe des RcgierungSgcbäudeS sich herunterzichen und für zukünftige Ausstellungen und für Museumszwecke in jeder Hinsicht geeignet erscheinen, und zweitens die vorübergehenden Bauten. Die ersteren, entworfen von Herrn Prof. Kreis, geben dem Düsseldorfer Rheinbild und besonders dem Rhembild oberhalb der Brücke ein neues Gepräge. Ernste wuchtige Banmassen schieben sich bis nahe an den Rhein heran und um- aen stilvoll angelegte, sehr intim wirkende Platz- uub Garlen- agen. Der alte' Kunstpalast ist umgebaut und der Arch, tcktur der neuen Bauten entsprechend ausgestaltet. Vor die Nordwest ecke des alten Kunstpalastes schiebt sich nach dem Rhein ein umfangreiches, mit herrlichen Aussichtsterrassen versehenes Restaurant nahe aus Flußbett des Rheins. V rett angelegte Terrassen geben die Möglichkeit, von dort das Rhein bild und das Leben auf dem Rhein zu genießen.
^cn Uebcrgaug von den Dauerbauten zu den vorüber- gehenden bildet ein 44 Meter hoher Turm aus Beton, in