Einzelbild herunterladen
 

druck und Vertag: y.Stecnketo Sohne* SesthästsstrVahnhofstr.ö * fernspv.Nr.i^ * Poststhelkk:sjronksuvtaM.rrzoo Rr 11 Dienstag, den 2K. Januar 1926 78. Jahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

J.-Nr. 34. Unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 3. August v. Js. J-Nr. 5813 Schlüchterner Zeitung Nr. 94, betr. Angestelltenversicherung der Fleisch- beschauer und Trichinenschauer, ersuche ich die Ortspolizeibe­hörden mir bis zum g 1. d. M t ö. die Zahl der am 15. Ja­nuar d. Je. in der Fleischbeschau und Trichinenschau tätigen, versicherungspflichtigen Personen und zwar getrennt nach Tierärzten, Fleischbeschauern (auch solchen die gleichzeitig Tri­chinenschauer sind) und Trichinenschauern mitzuteilen. Ferner bedarf es der Angabe der einzelnen Beitragsklaffen, nach welchen für die tierärztlichen und nichttierärztlichen Beschauer Marken verwendet werden.

Ich mache darauf aufmerksam, daß vom 1. September v. Js. an folgende Gehalts- und Beitragsklaffen gelten:

Klasse A bis 50 RM 2 RM

(Monatsbeitrag

Klasse B von mehr als 50 RM bis 100 RM 4 RM

^Monatsbeitrag

Klasse C von mehr als 100 RM bis 200 RM 8 RM

(Monatsbeitrag

Schlächtern, den 21. Januar 1926.

Der Landrat. J. V.: SchulthnS.

J.-Nr. 686. Auf Veranlassung deö Herrn Regierungs­Präsidenten mache ich die Herren Bürgermeister und GutS- vorsteher erneut darauf aufmerksam, daß sie verpflichtet sind, daS Amtsblatt der Regierung in Cassel (RegierungöamtS- blatt) zu halten.

Schlüchtern, den 21. Januar 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

Kreisausschuß.

Zahlung der Saatguewechjel.

J.-Nr. 490 K. A. Die rechtzeitige Bezahlung der An­fang Februar fälligen Saatgutwechsel ivird in Erinne­rung gebracht.

Die Beträge sind von den Zahlungspflichtigen in den ersten 5 Tagen des Februar an die K r e i s s p a r k a s s e hier einzuzahlen.

Kleinere Beträge sind voll zu bezahlen. Bei größeren Beträgen kann etwa die Hälfte auf einen neuen Wechsel verlängert werden, doch bleibt Genehmigung in jedem Fall Vorbehalten.

Da die Zinsen vom 1. Januar ab wesentlich höher sind, empfiehlt es sich, möglichst den vollen Betrag zu zahlen.

Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß gegen alle Schuldner von Saatgrrt, die bis zum 1 0. Februar nicht mindestens 7 0 °/o des gesamten Schuldbetra­ge s b e z a h l t und über den Rest (Genehmigung bleibt 00^ behalten) einen Wechsel gegeben haben, mit z w a n g S w e i - ser Einziehung vorgegangen werden muß«.

Die Herren Bürgermeister werden um alsbaldige orts­übliche Bekanntmachung ersucht.

Schlächtern, den 23. Januar 1926.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung.

Ausschreibung.

Die Verputzarbeiten (: Innenputz:) und die Jnstallations- arbeiten der elektrischen Lichtanlagen in den zwei städtischen Neubauten sollen vergeben werden.

Schriftliche Angebote sind in verschlossenen Briefum­schlägen mit der AufschriftSubmission" bis spätestens Montag, den 1, Februar 1926, vormittags 10 Uhr dem Stadtbauamt einzureichen.

Die Oeffnung der Angebote geschieht in Gegenwart etwa erschienener Bewerber.

Zeichnungen und Bedingungen können daselbst eingeschen und die Angebotsformulare gegen Erstattung von 2,00 Mark Schreibgebühr für je ein Los in Empfang genommen werden.

Die Iuschlagverteilung bleibt vorbehalten.

Schlüchtern, den 19. Januar 1926.

Der Magistrat. Gaenßlen.

Oeffentliche Mahnung.

Die noch rückständigen Schulgelder, Holzgelder, Wasser- gelder, Pachtgelder und Hundesteuern, sowie alle anderen angeforderten Abgaben sind, soweit sich solche nicht schon in der Beitreibung besinden, innerhalb 3 Tagen bei Meidung von Weiterungen bei der Stadtkasse Schlüchtern einzuzahlen.

Wiederholt wird darauf hingewiesen, daß Einzelmah- nungcn nicht erfolgen.

Schlüchtern, den 23. Januar 1926.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Oeffentliche Mahnung.

An alle Zahlungspflichtigen, die ihre im Monat Janu­ar 1926 an die Stadtkasse Schlüchtern zu entrichtenden Steuern noch nicht gezahlt haben, ergeht hierdurch öffentliche Mahnung.

Eine Einzelmahnung erfolgt nicht.

Bei Meidung zwangsweiser Einziehung sind sofort fol­gende Steuern zu zahlen:

Grundvermögenssteuer mit Stadtzuschlag, Hauszins­steuer, Gewerbesteuer (nach Ertrag), Gewerbesteuer (Voraus­zahlung nach Kapital).

Die einzelnen Steuerzettel sind zur Vermeidung einer zeitraubenden Abfertigung unbedingt bei der Zahlung vorzu- legen.

Schlüchtern, den 23. Januar 1926.

Der Magistrat. Gaenßlen.

Sie Rheinlandbesehung.

Englische und französische Stimmen.

Jaques Bainville schreibt in einer Betrachtung in der Liberts" über die Demarche der deutschen Botschafter in Paris und London und des deutschen Gesandten in Brüssel betreffend die Herabsetzung des Besatzungsheeres:

Wahrscheinlich wird Deutschland Genugtuung gegeben werden, wenn es die logische Schlußforderung aus dem Ab­kommen von Locarno zieht. Was ist denn der Sicherheitspakt? Was gilt er, wenn trotzdem militärische Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen? Deutschland sagt, Locarno erfordere die schleunige und gänzliche Räumung des besetzten Gebietes. Die Räumung wird um so leichter kommen, als niemand, so­wohl im Parlament als anderswo, sich auch nur den Anschein gibt, daran zu erinnern, daß die Doktrin Frankreichs jahrelang gelautet hat:Unsere Sicherheit liegt am Rhein!"

Die englische WochenzeitschriftSaturday Review" führt zur Frage der Stärke der Besatzungstruppen im Rheinland aus, bit Auffassung der Botschager^uferenz, ^ ote Zah- bei Truppen in der zweiten und der dritten Zone von 55 000 auf 75 000 Mann erhöht werden solle, erscheine auf jeden Fall be­fremdend und geradezu unsinnig, ja sogar gefährlich nach den auf der Locarnokonferenz gemachten freundlichen Zusagen. Selbst in deutschen Kreisen, die ständig für den Eintritt Deutsch­lands in den Völkerbund arbeiteten, frage man sich jetzt, ob es der Mühe Wert sei, Delegierte nach Genf zu entsenden, solange die versöhnliche Politik der dortigen britischen und französischen Vertreter durch die Haltung der französischen und britischen Vertreter der Boffchafterkonferenz wirkungslos gemacht werden könne.

Deutschland und Oesterreich.

Wirtschaftliche Annäherung.

Die WienerNeue Freie Presse" veröffentlicht eine Unter­redung ihres Berliner Korresponderrten mit dem Präsidenten Dinglicher, der erklärte, er wäre nach Berlin gekommen, um eine' engere wirtschaftliche Annäherung zwischen Oesterreich und Deutschland herbeizuführen.

Diese könne zwar nicht mit einem Schlag erfolgen, der Weg müsse vielmehr etappenweise zurückgelegt werden. Als eine dieser Etappen denke er sich die Schaffung eines für beide Staaten gemeinsamen Organs, welches die Aufgabe hätte, der wirtschaftlichen Annäherung zu dienen. Diese Körperschaft hätte von Zeit zu Zeit zusammenzutreten, um wirtschaftliche Fragen im beiderseitigen Interesse zu beraten und zwar KXIe sich diese Körperschaft nicht nur mit der Beilegung wirtschaft­licher Streitfragen befassen, sondern unter Umständen auch ein gemeinsames wirtschaftliches Vorgehen der beiden Staaten gegenüber dritten Staaten ermöglichen.

Fürstenabfindung und Volksentscheid.

Berlin, 25. Januar. Am Sonnabend abend ha­ben die Vertreter der Sozialdemokratischen Partei, der Kommunistischen Partei und des Ausschusses für den Volksentscheid dem einzureichenden gemeinsamen An­trag zur entschädigungslosen Enteignung Der Fürsten die endgültige Verfassung gegeben. Unter anderem for­dert der Gesetzentwurf die Verwendung des enteigneten Vermögens zugunsten der Erwerbslosen, Kriegsbeschä­digten unb Kriegshinterbliebenen, der Sozial- und Kleinrentner, der bedürftigen Jnflationsopfer, der Landarbeiter, Kleinpächter und Kleinbauern bnrdj Schaffung von Siedlungsland auf dem enteigneten Bo­den. Die Schlösser und sonstigen Gebäude sollen für Wohlfahrtszwecke verwendet werden.

Nnvcräiwerte Februarmiete i« Preußen.

Berlin, 25. Januar. Nach amtlicher Mitteilung erfährt in Preußen der Mietssatz für Februar keine Veränderung.

Neue Wohnnngsanforderungen in Eschweiler.

Eschweiler (Rhld.), 25. Januar. Der Stadt Esch­weiler ist von der Besatzung angekündigt worden, daß in nächster Zeit 14 weitere Wohnungen zur Ver­fügung gestellt werden müssen. Außerdem sollen etwa 50 zur Entlassung kommende Bcsatzungsangchörigc mit Familien ein biö zwei Monate in Eschweiler und Umgebung in Hotelzimmern untergebracht werden.

Deutschlands Verarmung.

falschen Vor­der Lage des

Nach einer Meldung aus Berlin gewährte Geheimrat Dr. Hugenberg dem Berliner Vertreter der internationalen News Service eine von diesem erbetene Unterredung, in der er u. a. folgendes ausführte: In Amerika herrscht die Anschauung, daß die im Dawes-Gutachten erwähnte sogenannte Entschuldung der deutschen Wirtschaft und des Deutschen Reiches durch eine gerissene Schiebung leicht und reibungslos erreicht worden^se:. In dieser Anschauung liegt der Grund in der stellung, die sich weite Kreise in Amerika von deutschen Volkes machen. Rentner, Geistesarbeiter, Angestellte und Handarbeiter mit Angehörigen, etwa 45 Millionen Men­schen, das sind etwa 70 Prozent der deutschen Bevölkerung, haben durch die Inflation und die sogenannte Entschuldung Deutschlands ihr kleines Vermögen bis auf den letzten Pfennig

verloren und sehen außerdem bei der allgemeinen Verarmung ihre Arbeitsmöglichkeiten eingeschränkt oder zum Teil zerstört.

Etwa 45 Millionen in Not geratener und unglücklicher Menschen ist also das Ergebnis dieser leichthin sestgestellten Verbesserung" der Lage Deutschlands infolge der Entschul­dung. Die wirtschaftliche Not ist auch der Grund für die im deutschen Volk herrschende gereizte Stimmung der jahrelangen Enttäuschung, die das deutsche Volk durch nichtgehaltene Ver­sprechungen, durch schöne Worte, denen niemals Die Tat folgte. Deutschland hat ein berechtigtes starkes Mißtrauen gegen alle Aeußerungen des Auslandes. Man verlangt in Deutschland mit Recht endlich Taten. Dies gilt augenblicklich von der nächsten in Genf zu besprechenden Frage der Abrüstung. Das deutsche Volk, insbesondere die vielen in Not befindlichen Mil­lionen verlangen, daß in erster Linie Sicherheit geschaffen wird, für gemachte Versprechungen.

In erster Linie wird man in Amerika erkennen müssen,

:et

ispoutik

daß Deutschlands Zahlungen wenn überhaupt doch niemals i* Geld, sondern nur in Waren geleistet werden können, und daß diese Leistungen heute durch die Zollschranken gegen deutsche Einfuhr, wie sie auch die Vereinigten Staaten aufgerichtc' haben, nur unmöglich gemacht werden. Die Handelspout darf der Reparationspositik nicht widersprechen. Man kann nicht mit der einen Hand Leistungen fordern und sie mit der puderen Hand erdrosseln. ,

Für die besetzten Gebiete.

Aus dem Reichstagsausschutz.

Im weiteren Verlauf seines Berichtes im Ausschuß für die besetzten Gebiete teilte Generalkommissar Schmidt noch mit, daß durch die fremden Gerichtsurteile gegenwärtig noch 230 Deutsche in den Gefängnissen säßen, unter denen sich kein poli­tischer Gefangener mehr befände. Der letzte wegen Zugehörig­keit zu einer verbotenen Organisation Verurteilte sei soeben freigelassen worden.

Auf den Vorhalt über langsame Regelung der Schadens­anträge bemerkte der Kommissar, daß in den letzten vier Wochen nicht weniger als 17 000 Anträge eingegangen seien. Es sei nicht zu vermeiden, daß trotz beschleunigter Arbeit eine geraume Zeit damit vergehen werde.

Ein Vertreter des Auswärtigen Amtes berichtet dann noch über die Sage und nahm dann zu einem Zeitungsartikel Siel- lung. Er erklärte, daß die deursche Regierung gegenwärtig der französischen ihren Standpunkt über Besatzungssragen dahin präcisiert habe, daß unter normaler Stärke die deutsche Frie- densstärke zu verstehen sei. Die französische Regierung habe diesen Standpunkt anerkannt. Einstimmig fand ein Antrag Becker (Hessen) (DVP.) Annahme, der die Regierung ersucht, mit allem Nachdruck und unter Anwendung aller Mittel dahin zu wirken, daß die Besatzung des RheinIarides und die Ab­trennung oes Saargebiets vor Ablauf der Fristen beseitigt und die Hoheitsrechte des Deutschen Reiches in diesen Gebieten wiederhergestellt werde. Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, soll die Stärke der Besatzungstruppen aus die deutsche Vor- kriegstruppenstärke in den besetzten Gebieten herabgesetzt und die Zahl der zu besetzenden Orte vermindert werden. Zur Entlastung des Wohnungsmarktes sollen insbesondere die ver- heirateten Besatzungstruppen die besetzten Gebiete verlassen.

Zur Moabiter Einsturzkatastrophe.

Berlin, 25. Januar. Die weiteren Ermittlungen zu der folgenschweren Einsturzkatastrophe in Berlin- Moabit haben ergeben, daß das Unglück durch eine Gas­explosion verschuldet worden ist.

Jeder 1* Berliner erwerbslos.

Berlin, 25. Januar. Die Zahl der Großberliner Erwerbslosen ist auf 210 000 gestiegen. Unter ihnen befinden sich rund 63 000 weibliche Personen, eine noch nie in Berlin erreichte Zahl. Jeder 19. Berliner ist ohne ErwerbSmöglichkeit.

Ein neuer deutscher Gesandter für Ungarn.

Berlin, 25. Januar. Wie die ungarischen Blät­ter melden, soll an Stelle des zum Botschafter in Madrid ernannten Budapester deutschen Gesandten, Grafen Welczek, Ministerialdirektor Kiep, der bis­herige Reichspressechef, zum Gesandten in Ungarn er­nannt werden.

Das «lissinger Feuerschiff in Grund gebohrt.

Amsterdam, 25. Januar. Der auf der Reise nach Amsterdam begriffene belgische DampferPercier" stieß vor Vlissingen im Nebel mit dem Feuerschiff Noord- lingen zusammen. DaS Feuerschiff wurde schwer be­schädigt.