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Kreis-Kmtsbtatt * Myemeinev amtlicher Krlzeiyev für Kar Kreis Schlüchtem

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Nr 149 Dienstag,^denUSJDerember'ISrS 77. Jahr«.

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Amtliche Bekanntmachungen

Landratsamt.

B. 2. Nr. 9940 a. Es mehren sich die Fälle, daß Grundstücke, deren grundbuchlich eingetragener Eigentümer eine Landgemeinde ist und die Schulzwccken allein oder Schul- und anderen Zwecken zugleich dauernd gewidmet sind oder waren, ohne unsere Mitwirkung vertauscht oder verkauft werden, vielfach sogar mit besonderer Ge­nehmigung des Kreisau/schusses. Wirmachen deshalb darauf aufmerksam, daß in solchen Fällen immer gemäß § 18 $u g der Regierungsinstruktion vom 23. Oktober 1817 die Genehmigung der Regierung (Schulabteilung) cin- zuholen ist. .

Cassel, den 12. November 1925.

Regierung,

Abteilung für Kirchen- und Schulwesen.

J.-Nr. 10170. Vorstehende Verfügung wird den Herren Bürgermeistern und Schulverbandsvorstehern zur Beachtung mitgeteilt.

Schlächtern, den 9. Dezember 1925.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

Stadt Schlächtern.

Bekanntmachung

Am Mittwoch, den 16. Dezember 192; vor­mittags 10 Uhr werden im Hof des städt. Anwesens Fuldaerstraße 47 ein abgängiger Schafbock und. ein Ziegen- bock öffentlich meistbietend verkauft.

Schlüchtern, den 14. Dezember 1925.

Der Magistrat:

Reue «Witterung im Rhemiaud. Unerschöpfliche Wohnungsanforderungen der Besatzungstruppen.

Wie man aus Jülich (Rheinlands meldet, ist durch neue, schwere Anforderungen der Besatzungstruppen »bermals große Nnrnhe und Erbitterung erzeugt vorden.

Trotzdem in Brüssel ausdrücklich versichert wor- Den war, daß ein Grund zur Beunruhigung der- licher Bevölkerung nicht gegeben sei, da man dort nicht über den seitherigen Umfang hinaus Wohnungen be­anspruchen werde, gingen die Offiziere der belgischen Einquartierungskommission von Haus zu Haus und belegten 0 h n e H i nz uz i eh u ng d e u t s ch er T ie n ft- stellen neue Wohnungen mit Bckchlag. Nunmehr ist auch der Stadt mitgeteilt worden, daß weitere 40 na­mentlich aufgeführte Wohnungen mit °i n s g e f a m t 120 Räumen als beschlagnahmt zu gelten haben und demnächst von der Besatzung, die fortan zwei Bataillone Infanterie und 1 Bataillon Pioniere umfassen jvll, zu belegen sind. , .

Bis jetzt sind damit in Jülich nicht weniger als insgesamt 11 v. H. des gesamten Wohnranmes von her Besatzung beansprucht. Dazu weist die Stadt sel­ber mehr als 500 Wohnungssuchende auf, darunter 138 sehr dringliche. Die Stadtverwaltung hat gegen die ohne Zuziehung deutscher Stellen erfolgten Be- schlagnahmungen erneut Schritte in Koblenz und Ber-

«Einer^Meldung aus Eschweiler (Regierungs­bezirk Aachen) zufolge, hat die Besatzung von der Stadtverwaltung die sofortige Bereitstellung von Wohnungen verlangt und obendrein bis 18. d. . 10 Offizierswohnungen mit 57 Zimmern und 18 lln- terosfizierswohnungen von 25 Zimmern.

Neu Maßnahmen gegen die Erwerbslosigkeit.

Be lin, 14. Dezember Im V^ußischen Mlin- sterium für Volkswohlfahrt fand unter dem Vorsitz des Ministers Hirtsiefer eine Aussprache mit den Ober und Regierungspräsidenten der Provinzen Rheinland, die vermehrte Inangriffnahme ÄJMÄ zu gewährenden Darlehen in Aussicht gestellt.

»erlitt 14 Dezbr. Der neugvwählte Kirchenrat SiÄÄ

sident der Generalsynode D. ®näl , 8 ^olss Aachen tenden Vorsitzenden ivurde der Präses D. 4tioifi aaiytn gewählt

ÄÄK««- wurden hier Ndild'ma-IchSl-r unter BernrtÄfi'^ &KÄÄ «AL'.«7 .

Volilische Tagesschau.

* Reichskanzler a. D. Dr. Wirth über die politische Lag». In einer von dem Landesverband Berlin-Brandenburg der Zentrumspartei veranstalteten Kundgebung sprach Reichs- Miiäler a. D. Dr. Wirth über die inner- und außenpolitische Lage. Der Redner wies zunächst auf die Wirtschaftskrisis hin, die nicht durch Abbau der Löhne beseitigt werden könne. Die Industrie müsse sich klar werden, daß die hohen Preise zum Untergang großer Wirtschaftskreise führen müßten. Die Lösung dieser Fragen könnte nur bei dem Problem der Preis­bildung angefangen werden. Auf die außenpolitischen Fragen übergehend, erklärte Dr. Wirth, die Locarno-Linie müsse jetzt klar und strikte befolgt werden. An die Jugend, vor allem an die akademische Jugend, richtete er den Appell, gleichfalls für die Linie von Locarno einzutreten. In seinen weiteren Ausführungen setzte sich Dr. Wirth mit dem rechten Flügel der Zentrumspartei auseinander und betonte, daß das Zentrum die Große Koalition anstreben müsse. Die Kräfte zum Wieder­aufbau seien nicht rechts, sondern links, bei den Arbeitern und Werktätigen in Stadt und Land.

* « Umgruppierung (der französischen Rheinarmee. Wie die Morgenblätter aus Köln melden, wird von englischer Seite versichert, daß die gesamte Kölner Zone am 31. Januar ge­räumt sein werde. Nach einer Zeitungsmeldung aus Pari- ist nach Havas das 91. Infanterie-Regiment, das in iUZenu und im Brückenkopf von Wiesbaden in Garnison lag, nach Mezieres und Stenah abgegangen.

Der neue Mieterschutz-Gesetzentwurf. Im Reichstag ist der Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung des Mieter- chutzgesetzes eingegangen. Der Entwurf sieht verschiedene Aenderungen der bisherigen Vorschriften des Gesetzes vor und will den Schwierigkeiten namentlich dadurch begegnen, daß er Ar Räume, die nicht Wohnräume sind, besonders also für Geschäftsräume, die Möglichkeit der Zubilligung eines Ersatz- raumes nur in besonderen und durch das öffentliche Interesse begründeten Fällen beibehält. Für die Mehrzabl der Miets- aufhebungsurteile soll diese Möglichkeit überhaupt ausge­schlossen werden. Für einen wesentlichen Teil der Umer- Mielsverhätruisfe wird die freie Kündigung-wieder eingeführt. Die Bestimmung einer Räumungssrist bleibt aber zur Ver­meidung von Harten bestehen. Der Entwurf sieht auch eine Vereinfachung des gerichtlichen Verfahrens und die Beseitigung einiger in der Praxis hervorgetretenen Zweifelsfragen vor.

DieErträgnisse" des Ruhreinbruches. Der Direk- lionsausschuß der Reparationskommission hat eine Sitzung abgehalten, die sich mit der endgültigen Verrechnung der Erträgnisse" des Ruhreinbruches beschäftigte. Es handelt sich dabei um die Ermittlung der Höhe der Erträgnisse in barem Geld und in Sachleistungen, die von den Besatzungsbehörden während des Ruhreinbruches beschlagnahmt wurden und jetzt aus Reparationskonto verrechnet werden müssen.

- ^ Der deutsch-polnische Wirtschaftskrieg. Der polnische Abgeordnete Dianiand, Mitglied der polnischen Handelsvertrags­delegation in Berlin, erklärte in einem Interview über die gegenwärtige Wirtschaftslage des Staates, daß angesichts der in Locarno eingeleiteten Politik eine Ausländsanleihe in ge­wissem Maße von der Lage der Minderheiten in dem kredit- uchenden Staate abhängig sei. Europa stehe immer mehr unter dem Einfluß des Minderheitenschutzes. Aus den deutsch-polnischen Wirtschaftskrieg übergehend betonte Diamand seine üblen Wirkungen auf die Verschärfung der polnischen Wirtschaftskrise und erinnerte daran, daß Deutschland seiner­zeit zu weitgehenden Zugeständnissen bereit gewesen sei, sofern sich Polen zu Konzessionen in der Frage der Optanten, der Liquidation deutschen Eigentums und der Niederlassung ver­standen hätte, Konzessionen, die Polen heute zuzugestehen bereit fei Grabsti habe sich dem Terror der Heißsporne aus dem ehemals preußischen Teilgebiet gefügt und dank dieser Politik großen Schaden erlitten. Deshalb sei er auch heute schon nachgiebiger gesinnt.

Die Wintersaaten im Deutschen Reich.

Der Stand Anfang Dezember.

Der Witterungsverlauf im November war im allgemeinen für die Herbstbestellung wie für die Entwicklung der jungen Saaten noch günstig. Infolge des zumeist trockenen Wetters sonnte die Hackfruchtcrute wie auch die Aussaat des Wintergetreides noch größtenteils zu Ende geführt werden, bevor mit Ende November die starken Schneefälle einlctzten, die die Feldarbeiten beendeten.

Nach den A nfa n a D e z e mb er eingegangenen Berich­ten zeigten die frühen Wintersaaten, wie im Vormonat, wieder einen gleichmäßigen und kräftigen Bestand. Die späteren Saaten waren vor dem Eintritt der Schncefalle teils nur schwach entwickelt, teils erst im Auslaufen begriffen

Erheblicher Schaden ist in den Saatfeldern fast allgemein durch Feldmäuse und Ackerschnecken angerichlet wor­den, die trotz mannigfacher Bekämpfungsversuche nicht aus- «uroHen waren. Besonders stark ist in manchen Gegenden durch diese Schädlinge der junge Klee mitgenommen worden, so daß teilweise bereits Nmpslügungcn notwendig wurder

Blutiger Kamps zwischen Polizei und Verbrechern.

New?)ork, 13. Dezember. Wie aus Manila berichtet wird, wurde die Polizei bei der Verhaftung eines Mörders von mehreren Verbrechern überfallen. Ein heftiger Kamps entspann sich, bei dem 17 Verbrecher getötet und fünf Polizisten verwundet wurden.

Der Stand der Regierungskrise.

(Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.)

In der Entwicklung der Regierungskrise sind am Freitag und Sonnabend vormittag wesentlich neue Momente nicht eingetreten. Beachtung verdient immerhin die Tatsache, daß die Deutsche Volkspartei nach der Veröffentlichung der bekannten sozialdemokratischen Richtlinien die Tür für die Große Koalition nicht als endgültig geschlossen ansieht. Das hat auch der Führer der deutschvolksparteilichen Reichstags­fraktion bei seinem letzten Empfang beim Reichspräsidenten zum Ausdruck gebracht, indem er erklärte, daß die Deutsche Volkspartei auch nach Kenntnisnahme des sogialdemokra- tischen Programms, trotz gewisser Bedenken, zur Fort­setzung der Verhandlungen über die Große Koalition bereit sei. Es ergibt sich jedenfalls nunmehr, daß Deutsche Volkspartei, Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten bereit sind, eine Regierung der Großen Koalition zu bilden. Die Entscheidung liegt beim Reichs­präsidenten, der sich darüber zu entschließen hat, ob er selbst die nächsten Verhandlungen leiten oder eine be­stimmte Persönlichkeit mit der Kabinettsbildung beauf­tragen will.

Trotz der prinzipiellen Bereitschaft sämtlicher in Frage kommenden Fraktionen zur Bildung der Großen Koalition ist natürlich noch immer nicht gesagt, daß diese nur auch wirklich zustande kommt. Es scheint sogar, daß die Lage, die am Sonnabend vormittag ziemlich geklärt schien, sich wieder etwas schwieriger gestalten wird. Wäh­rend man bisher annahm, daß Dr. Luther vom Reichs­präsidenten mit der Kabinettsbildung beauftragt würde, scheint hierfür bei Dr. Luther selbst keine große Neigung mehr zu bestehen. Der Grund hierfür ist in den Beschlüssen des Haushaltsausschusses über die Beamtenbesoldung und die Erwerbslosenunterstützung zu suchen, die Dr. Luther nicht billigt. Dr. Luther soll bereits am Sonnabend vor­mittag dem Reichspräsidenten erklärt haben, daß es ihm unter diesen Umständen unmöglich sei,, die Kabinettsbil­dung zu übernehmen. Der Reichspräsident hat infolge­dessen davon abgesehen, schon am Sonnabend vormittag - Dr.-Luthor-deu-Auftkag-zu-erteilen. I» parlamentarischen Kreisen wird die Haltung Dr. Luthers verschieden beur­teilt. Während man in Kreisen der Deutschen Volkspartei und der Wirtschaftspartei die Bedenken Dr. Luthers teilt, macht man ihm besonders in Zentrumskreisen heftige Vor- würfe. Man behauptet, daß seine Gründe Scheingründe seien, dazu bestimmt, die Große Koalition zum Scheitern zu bringen. Das ist die Lage, wie sie sich am Sonnabend nachmittag im Reichstag darstellte.

Die Abgeltung her Schäden im besetzten Gebiet.

Berlin, 14. Dezbr. Im Ausschuß für das besetzte Gebiet des Preußischen Landtags wurde ein Zentrums­antrag angenommen, der das Staatsministerium auf- fordert, auf die Reichsregierung einzuwirken, daß die durch Berücksichtigung aller nach den Richtlinien vom 3. Dezember zu Bedenken sich ergebenden Fehlbeträge über den für Preußen zur Verfügung stehenden Betrag hinaus gedeckt werden mögen und daß die Auszahlung noch vor Weihnachten durchgeführt werden kann.

Für die Rückgabe deutschen Eigentums.

New York, 14. Dezember. Vom Sprecher des Weißen Hauses wurde erklärt, Präsident Coolidge stimme durchaus dem Plane des Schatzamtes bezüglich der Rückgabe des feindlichen Eigentums zu. Coolidge sei geneigt, auf die Forderungen der Regierung der Vereinigten Staaten an Deutschland zu verzichten, selbst wenn dies als Schwäche ausgelegt werden würde, da alle von den Vereinigten Staaten Deutschland nachgelassenen Forderungen anderen Schuldnern Amerikas und damit wiederum den Vereinigten Staaten zustatten kämen.

Jähe Katastrophe in einem Theater.

New Aort, 14. Dezember. Während _ einer Theatervorstellung in Wilmington (Delaware) stürzte plötzlich über der Bühne die Decke ein. Im Nu war die ganze Bühne ein wüster Trümmerhaufen. Es trugen 13 Choristinnen beträchtliche Verletzungen da­von. Eine Panik im Publikum wurde dadurch ver­hütet, daß die Operettendiva vortrat und auf einem freien Fleckchen der Bühne einen beliebten Schlager sang, bis die Aufregung vorüber war.

Neuer Fund an der Teufelsbrücke.

Andermatt, 14. Dezember. Bei den Nachforschun­gen nach dem Leichnam der Sängerin Jurjewskaja wurde nun auch das Etui aufgefunden, das zu dem aufgefun- denen neuen Rasiermesser gehört. Mittlenvcile konnte auck festgestellt werden, daß die Künstlerin bereits vor ihrer Abreise in Berlin das Rasiermesser gekauft hatte. Infolge des Tauwetters sollen die Nachforschungen nach der Leiche wieder ausgenommen werden.

Restlose Aufklärung des Postbeutelsundes.

Berlin, 14. Dezember. Die Nachforschungen über den Postbeutelfund bei Nauen haben nunmehr zweifelsfrei ergeben, daß die Türen des Packwagens tatsächlich nicht ordnungsmäßig verriegelt waren und daß kriminelle Umstünde in keiner Weise mitgespielt haben. Ob freilich mit dieser Erklärung die Angelegen­heit wirklich als erledigt angesehen werden kann, er­scheint noch mehr als fraglich. Die Tatsache bleibt be­stehen, daß Postsendungen von großem Wert in einem nichtbewachten und nichtgenügendgestcher- t c n W a g e n befördert wurden