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Schlüchtemer Zeitung

Kreis-Amtsblatt * Allgemeiner amtlich er Anzeiger firr Sen Kreis Hchlüchtem

örmkunö Verlaß:H.Steinfelö Söhnen Geschästsst^.Vcchrchofstv.6 * fcm[pxr-Hr4^9* Postschecks:^emkstuckaM.2Z2yo

Nr. 115

(1. Blatt)

Samstag, den 28. September 1925

Amtliche Bekanntmachungen

Landratsamt.

J.-Nr. 7823. Zum Schutze gegen die Tollwut ivird auf Grund der §§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes voin 26. Juni 1909 R. G. Bl. S. 519 mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten folgendes bestimmt:

Nachdem seit der Feststellung des Tollwutverdachtes in Mottgers drei Monate verstrichen und innerhalb dieser Zeit weitere Tollwutfälle nicht vorgekommen sind, wird die vich- seuchenpolizeiliche Anordnung vom 16. Juni d. Js. I. Nr. 4892 Schl. Itg. Nr. 72 hiermit aufgehoben.

Schlüchtern, den 22. September 1925.

Der Landrat. von Trott ja Solz.

J.-Nr. 7823. Die Herren Bürgermeister und Gutsvor­steher in den Gemeinden bczw. Gutsbezirken Mottgers, Al- tengronau, Breunings, Jossa, Neuengronau, Oberzell, San- ncrz, Schwarzenfels, Sterbfritz, Vollmerz mit Ramholz und l Hinkelhof, Weichersbach, Weiperz und Iüntcrsbach ersuche ich, vorstehende Anordnung alsbald in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.

Schlüchtern, den 22. September 1925.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

Die durch meine Verfügung vom 18. d. Mtö. Kreis­amtsblatt Nr. 112/4925 für den Landweg HinkelhofGund-

, Helm angeordnete Verkehrssperre wird für Fuhrwerke jeber ^ !Art bis zum 3. Oktober d. Js. einschl. verlängert.

Schlüchtern, den 25. September 1925.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

Sie Anmeldungen zu der Gesellenprüfung für Schuh-

machec sind bis zum 30. September d. Js. an den Herrn ii 'Obermeister Friedrich, hier, einzusenden.

Wesen haben die Lehrlinge zur Anmeldung anzuhalten. Schlüchtern, den 24. September 1925.

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Der Landrat. I. V.: Schultheis.

Kreisausschutz.

Betr. Ziegenbockprämiierung.

Deutschland auf der Sicherheitskonferenz.

Die Entscheidung des Reichskabinetts.

Der Ministerrat hat in seiner Sitzung die Annahme der Einladung zur Sicherheitspaktkonferenz, die am 5. Oktober beginnen soll, im Prinzip beschlossen. Als Konferenzort soll nicht wie ursprünglich Luzern, sondern die schweizerische Grenzstadt 8 o e a r n o in Frage kommen. Als Hauptdelegierte sollen Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Tr. Stresemann bestimmt werden. Sie werden von Staatssekretär v. Schubert und Ministerialdirektor Dr. Gaus vom Auswär- ^igen Amt begleitet sein. Der entscheidende Kabinettsrat unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten wird diese Beschlüsse unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten hat diesen Beschlüssen zugestimmt.

Die Richtlinien für die deutsche Delegation basieren, wie die Blätter erfahren, auf der deutschen Note vom 20. Juli und auf den Erklärungen, die die Rcichsrcgierung zur Pakt- Politik int Reichstage abgegeben hat. Ziel der 5k o n f c - r c n z soll sein, mit den Unterhändlern der Wcstmächtc zu Vereinbarungen zu gelangen, die nach Genehmgiung durch die Regierungen und die Parlamente auf einer zweiten Kon­ferenz unterzeichnet werden sollen.

Die Ministerpräsidenten der Länder sind zu Freitag nach Berlin zu einer Konferenz eingeladen worden.

Ueber die Beratungen der deutschnationalen Reichstags- fraktion teilt derLokalanzeiger" mit, daß auch die dentsch- nationale Fraktion durchaus auf dem Standpunkte steht, daß die deutsche Note vom 20. Juli für die deutsche Paktdelegation bindend bleiben müsse.

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Das Reichskabinett zur Teuerung.

Im weiteren Verlaufe der Sitzung des Reichskabinetts wurden auch die zur Behebung der gegenwärtigen Teuerungs- lage anzuwendenden Maßnahmen erörtert. Der Herr^Deichv Präsident brächte dem Reichsmimsteriuni gegenüber eindring­lich zum Ausdruck, daß alles nur irgend mögliche geschehen müsse, um die jetzige Preisbewegung int rückläufigen Sinne zn beeinflussen.

77. Aahrg

J.-Nr. 4919 K. A. Die zur Prämüerung von Iiegen- 8« böcken von der Landwirtschaftskamnrcr und dem Kreise J Schlüchtern zur Verfügung gestellten Mittel kamen bei der ) am 9. September 1925 stattgehabten Ziegenbockschau wie

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folgt zur Verteilung:

a) für alt Böcke: 1. Preis Wilhelm Kreß in Schlüchtern, 2. Preis Gemeinde Hütten, 3. Preis Gemeinde »intersteinau.

b) für junge Böcke: 1. Preis Ludwig Leinberger in Schlüchtern, 2. Pr. Gg. Bartholomä in Hinkelhof, 3. Pr. Ä. Rau in Elm, 4. Pr. Johannes Engelhardt in Ahlersbach, 5. Pr. Kaspar Marburger in Vollmcrz, 6. Pr. K. Lotz in Nicderzell, 7. Pr. Johann Wolf in Sannerz, 8. Pr. Ge-

« meinte Mcngronau.

or Die KreiSkommunalkasse hat Anweisung zur Auszahlung

der Prämien erhalten.

Schlüchtern, den 23. September 1925.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

Sie deutsche Kolonialfrage.

England als Vermittler?

Unter dem Kabinett des englischen Arbeiterführers Mac Donald versuchte man zum ersten Male nach dem Kriege, Deutschland an Afrika praktisch wieder zu interessieren. Deut­schen Missionen und geschäftlichen Unternehmungen wurden erleichterte Zulassungsbedingungen nach dem früheren Deutsch- Ostfrika gewährt. Mau hatte in englischen Kreisen schon da­mals davon gesprochen, daß Deutschland, wenn es die Auf­nahme in den Völkerbund beantragt hätte, ein Kolonialmandat erhalten sollte. Jetzt, da wiederum der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund im Vordergründe des Interesses steht, tauchen die Gerüchte über ein deutsches Kolonialmandat erneut auf.

Die Brüsseler ZeitungLe Peuple", die in enge Beziehungen zum dortigen englischen Botschafter und zum englischen Außen­minister unterhält, berichtet, daß in diesen Tagen in Völker- bundskreisen der Gedanke abermals besprochen worden sei, Deutschland die Uebertragung der englischen Mandate über Teile von Togo und Samerun in Aussicht zu stellen, um es zum Eintritt in den Völkerbund zu veranlassen.

Hi r--------------- J Stadt Schlüchtern.

Polizeiliche Anordnung.

Auf Grund des § 23 Abs. 3 der Verordnung über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 15. März 1923 (R. G. Dl. I Seite 175) werden die Brücke über den Mühlgraben >8 im Zuge der Ahleröbacherstraße und sämtliche Feldwege für 5 den Verkehr mit Lastkraftfahrzeugen gesperrt.

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Schlüchtern, den 25. September 1925.

Die Polizeiverwaltung: Fenner.

für der

Das englische Mandatsgebiet in Togo beträgt drei Achtel des W das englische Mandats-

ehemaligen deutschen Schutzgebietes, um

gebiet von Kamerun ein Fünftel der Bodenfläche der ehemaligen deutschen Schutzgebietes, und das englische Mandatsgebiet von Kamerun ein Fünftel der Bodenfläche der ehemaligen deutschen Kolonien. Beide Gebiete zusammen stellen nur einen kümmerlichen Bruchteil des wirtschaftlichen und Politischen Wertes des ostafrikanischen Mandatsgebietes dar.

Reichsregierung und Preissenkung.

, ®M.^ Ausschuß des Reichswirtschasts-

rates befasste sich eingehend mit der kürzlich eingeleiteten Preis- fentunggaltwn der Reichsregierung. Reichswirtschaftsminister Dr. Neuhaus begründete in einer längeren Rede die Maß- nahinen der Regierung.

. Nach der Entlastung der Wirtschaft durch die neuen Steuer- aesetze hat sich die Regierung mit ihrer Erklärung vom -7. August an alle Kreise gewandt, um ihnen die Notwcudia- keit und ihren festen Willen zum Beloußtscin zu bringen, das Preisniveau abzubauen und die preisscnkcuden Momente sich wll auswirken zu lassen. Die Erklärung der Regierung i t nicht ° auf lange Sicht, als vielmehr

die Bekundung des Willens, weiter in der Schaffung der Ge- undungsvvrausschungcn zu arbeiten und insbesondere nicht zuzulajscn, daß die Zollspanne, die der autonome Tarif teil­weise gewahrt, von irgend einer Seite zum einseitigen Julien «usgeschopft wird, oder daß die Erleichterungen auf steuer­lichem Gebiet nur einem kleinen Kreise zugutckommen In diesem Sinne stellt die Erklärung der Reichsregierung die Auf­hebung der Geschäftsaufsicht und die Erleichterung des Zins- satzes unter Einsetzung der öffentlichen Gelder in Aussicht. Auch die Reichsbank wird sich für eine Ermäßigung der Zins- spanne einsetzen.

Die Erklärung der Reichsregierung sieht ferner auch ein berfcmrfteä Vorgehen gegen den Mißbrauch wirtschaftlicher Machtstellung vor, wo immer sie einer künstlichen Preisbildung Vorschub leistet. Es ist vor allem ein Vorgehen gegen Klauseln vorgesehen, die als Ausdruck des Mißtrauens in die Beständig- der Währung aufgefaßt werden können, gegen solche, die m r einseitig durch Treurabatte,Preisbindungen

und Reserven im Kartellinteressc übermäßig festlegen, sowie vor allem gegen die Klauseln, die den natürlichen Preis- und Ristkoausgleich innerhalb der Wirtschaft hindern könnten. Zu letzteren zahlt vor allem der Verkauf mit dem Vorbehaltfrei­bleibender Preise". Ich kann mich des Eindrucks nicht criveh- ,ren, als ob in vielen Erwerbskreisen eine gewisse Tendenz be- stAfe, ihrerseits jegliches Owste abzulehn» u. und bi.. ander, n ' hi-'stufen wieder Zugeständnisse zu fordern. Sannt iontmen wir nicht weiter. Nur wenn alle an der Produft-on und Guterverteilung beteiligten Kreise ohne Rücksicht auf ihre wirtschaftlichen Nachbarn durch die Tat mitwirken, wird sich das im Interesse unserer Gesamtwirtschaft zu erstrebende Ziel erreichen lassen.

Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Graf V. Kanitz betonte, daß die Einwirkring zur Senkung der Preise in der Hauptsache von den örtlichen Behörden, den Kommnnen und den unteren Verwaltungsbehörden ausgehen soll. In der öffentlichen Erörterung wird leider vielfach nicht binreichend beachtet, daß bei wichtigen Nahrnngsmittclgrnppeu, wie z. B. bei Getreide und Kartosfeln, die Erzeugerpreise sich w letzter Zeit so gestaltet haben, daß sie sogar zum Teil noch unter den Friedenspreisen liegen. Zum Beispiel ist dm' Roggenpreis in den letzten Tagen unter 160 Mark für die -vonne gesunken, während der Friedenspreis regelmäßig hoher war. Auch der Erzeugerpreis fiir K a r t o f f c l n liegt zurzeit unter dem Durchschnittspreis für Kartoffeln im letzten Friedensjahr. Der Brotpreis ist der Senkung des Getreide- Preises gefolgt. Bei Fleisch müssen allerdings die Laden­preise im Verhältnis zu den Erzeugerpreisen als außerordent­lich hoch bezeichnet werden. In der ersten und zweiten Sep­temberwoche ist bereits eine kleine Senkung der Spanne zwi­schen dcni Schlachtvieh- und dem Kleinverkaufspreis einge- treten. Es ist zn hoffen, daß die Preisentwicklung auf diesem Gebiete bald durch grösseren Auftrieb in andere Bahnen ge­lenkt wird. Auf dem Gebiete der Fette und Milch bedarf es der Prüfung, inwieweit die Handelsspanne überschritten ist.

Nach eingehender Aussprache wurde folgenbe Entschlic-> 6 u n g einstimmig mit einer Stimmenthaltung angenommen: »Der Wirtfchaftspolitischc Ausschuß beschließt in Uebereinstim­mung mit dem entsprechenden Beschluß des Reichstages die Einsetzung eines sechsgliedrigen Ausschusses zur Vorbereitung der Fragestellung, um durch eine umfassende Erl^ebung über die Produktions- und Organisationsbedingungen der deutschen Wirtschaft die nötigen Grundlagen für die Handels- und Preis­politik zu schaffen."

I An trage auf Erteilung von Wandergewerbescheinen das Jahr 1926 sind bis zum 10. Oktober d. Js. bei unterzeichneter. Polizeiverwaltung einzureichen.

Auf die in der Schl. Itg. Nr. 112 veröffentlichte Bc- kanntmachung deö Herrn Landratö vom 16. d. Mts. Nr. 806 wird besonders hingewiesen.

W Schlüchtern, den 24. September 1925.

W Die Polizeiverwaltung: Gacnßlcn.________

Stadt Steinau.

Bekanntmachung.

Am Mittwoch, den 3 0. d. Mtö., von vormct- I g s y23 U h r ab findet durch den Herrn Kreisarzt eine IMütterberatungöstundc im unteren Rentereisaal statt. Ich "W besonders auf die günstige Gelegenheit aufmerksam, und bitte recht zahlreichen Gebrauch von dieser Beratung zu U'achen. Das Zimmer ist gezeizt.

Steinau (Kr. Schlüchtern), den 23. Sept. 1925.

Der Bürgermeister. Klsseberth.

Wie von zuständiger Stelle berichtet wird, ist amtlich von diesem Angebot nichts bekannt. Es ist jedoch nicht aus­geschlossen, daß durch Mittelspersonen eine Fühlungnahme versucht wurde.

Deutschland ist durch den für ihn unglücklichen Ausgang des Krieges seiner sämtlichen Kolonien beraubt worden. Die Rückgewinnung der Kolonien Ijatte Reichsaußenminister Dr. Stresemann vom Beginn seiner Amtsführung an auf sein Programm gesetzt. Eine derartig ungenügende Abfindung kann jedoch Deutschland für den Verlust seiner gesamten Kolo­nien ni entschädigen.

*« Die Kreditnot der Landwirtschaft. Die Landtagssraktwn der Deutschen Volkspartei >M int Preußischen Landtag folgende Große Anfrage" eingebracht:Die Reichsbank verlangt die restlose Abdeckung aller bei ihr laufenden landwirtschaftlichen Wechsel bis zum 31. Dezember 1925. Die rücksichtslose Durch­führung dieser Maßregel bringt die deutsche Landwirtschaft und die mit ihr in Beziehung stelzenden Industrie- und Handels- untcrnchmnngeu in schwerste Bedrängnis, und viele dieser Existenzen werden vernichtet. Gedenkt das Staatsministe- riüm durch die Reichsregierung bei der Reichsbank dringend Einspruch zu erheben, daß zur Sicherung der Volksernährung aus deutscher Erde und zur Erhaltung des Nationalvermögens die verfügten Nückzahlungsbedingungcu erheblich abgemildert werden?"

*« Sueida von den Drusen im Sturm genommen.Ecn- tral News" meldet aus Konstantiopel, daß Sueida von den Drusen im Sturm genommen wurde. Die 400 Mann starke Besatzung wurde gefangen genommen. Die Drusen erbeuteten zahlreiche Munitionsbeständc und Kriegsmaterial, darunter zwei Panzerlvagen. Der Ort Sueida war bereits int Besitz der Drusen, während die Zitadelle belagert wurde. Um diesen Stützpunkt der französischen Macht in Syrien handelt es sich bei der obigen Meldung. Aus Ghazalc (Syrien) wird ge­meldet, daß Sultan Atrasch die allgemeine Mobilmachung sämtlicher Drusen von 16 bis 60 Jahren angeordnet hat.

** Die französisch-amerikanischen Schuldcnvcrhandluugcn. Die amerikanische Regierung zeigt sich bereit, Frankreich in der Rückzahlung der Kriegsschulden iveiter entgegenzukommen als England. Dies habe eine hohe amerikanische Persönlichkeit im Zusammenhang mit der Ankunft der französischen Kriegs- fchuldenkvmmisjion erklärt. Jedoch beschränkte sich dieses Ent- gegenkomen auf den Zinssatz, der im Eiegensatz zu den Anleihe- Verträgen unter 5% bemessen werden soll. Bon einer Herab­setzung der Hauptschulden könne keine Rede sein.