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ichlüchtermr Zeitung

Kreis-Amtsblatt * Myememer amtlicher Knzeiyerfilr -ar Kreis Schlüchtem

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Nr. 85

Samstag, den 18. Juli 1925

77. Jahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

Bekanntmachung.

Ich bringe hiermit erneut zur Kenntnis, daß die Hessische BrandversicherungSanstalt eine Belohnung von 300 R.-M. demjenigen zugesichert hat, durch dessen Tätigkeit ein Brand­stifter entdeckt und dergestalt überführt wird, daß seine rechts­kräftige Verurteilung wegen vorsätzlicher Brandstiftung erfolgt.

Caffel, den 6. Juli 1925.

Der Direktor der Hess. Brandversicherunganstalt: gez. Stoehr.

Kreisausschutz.

Gemeindeumlagen betreffend.

J.-Nr. 3715 K. A. Wie ich wiederholt bekannt gegeben habe, bedeutet die hier und da erfolgte Nieder schlagung der staatlichen Grundvermögenssteuer nicht den Er­laß der Steuer. Es bleibt somit der niedergeschlagene Staatssteuerbetrag für die Gemeinde-Umlagen-Erhebung in voller Höhe bestehen.

Schlüchtern, d. 15.7. 1925. Der Vors. d. Kreisausschusses

J-Nr. 96 K. A. 11. Nachstehend verzeichnete Arbeiten für den Neubau von 2 Doppelwohngebäuden sollen vergeben werden. Zeichnungen und VerdingungSunterlagen liegen im Landratsamt (Bauamt) zur Einsicht offen. Die Angebots- formulare können gegen Erstattung der Selbstkosten Samstag, den 18. d. MtS., solange der Vorrat reicht,

ab

formulare können

be-

zogen werden.

Tit.

Tit.

I. Zimmrerarbeiten

II. Dachdeckerarbeiten

bc-

Tit. 111. Spenglerarbeiten

(die in dem Verdingungsanschlag angegebenen Massen ziehen sich auf i Doppelwohnhaus.

Die Angebote.ßnb verschlossen und portofrei mit ent­sprechender Aufschrift versehen an den Kreisausschuß bis

um 24. Juli d. Je. vormittags 10 Uhr oder auf dem Bau­amte einzureichen, woselbst sie in Gegenwart der erschienenen Bewerber geöffnet werden.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Schlüchtern, d. 16. 7.1925. Der Bors. d. Kreisauoschuffes

Allgemeine Ortskrankenkaffe Schlüchtern.

Bekanntmachung.

Die Einzahlung der noch rückständigen Beiträge aus den Monaten April, Mai und Juni 1925 wird hiermit in Erinnerung gebracht.

Hebetermine finden statt:

1. In Steinau, am Mittwoch, den 22. Juli 1925, von vormittags 104 Uhr nachmittags in der Eckart'schen Gastwirtschaft daselbst.

2. In Salmünster, am Mittwoch, den 29. Juli 1925, von vormittags 912 Uhr im GasthauseZum Engel* daselbst.

In Soden, ebenfalls am Mittwoch, den 29. Juli 1925, von nachmittags 1 Vs Uhr bis 4 Uhr im Gasthause Zur Hoffnung" daselbst.

4- In Sterbfritz, am Mittwoch, den 5. August 192;, von nachmittags 36 Uhr in der Böhm'schen Gastwirtschaft, und zwar wie seither auch für alle den genannten Orten naheliegenden Gemeinden.

Die dann noch verbliebenen Rückstände werden alsbald kostenpflichtig angemahnt.

Die Herrn Bürgermeister, bitten üvir um Bekanntgabe >n seither üblicher Weise.

Schlüchtern, den 16. Juli 1925.

Der Vorstand der Allgemeinen Ortokrankenkasse.

^tabt Schlüchtern.

Oeffentliche Mahnung.

Die rückständigen Schulgelder sowie sonstigen Ab­gaben sind sofort bei der Stadtkasse Schlüchtern zur Anzahlung zu bringen. Die Reste werden zwangsweise ^^g etrie b c n.

Schlüchtern, den 17. Juli 1925. Der Magistrat: Gaenßlcn

Oeffentliche Mahnung.

An alle Zahlungspflichtigen, die ihre im Monat Juli *92y an die Stadtkasse Schlüchtern zu entrichtenden Steuern Ah nicht gezahlt haben, ergeht hierdurch öffentliche Mahnung.

Eine Einzelmahnung erfolgt nicht.

Bei Mcidung zwangsweise» Einziehung sind so­fort folgende Steuern mit Verzugszuschlägen zu zahlen: Grundvermögenssteuer, Hauszinssteuer und Ge­werbesteuer.

Bis zur Zustellung der neuen Steuerzettel sind die alten Steuerzettel vorzulegen.

Schlüchtern, den 17. Juli 1925.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Stadt Steinau.

Dienstag den 21. d. Mts. vorm. 9 Uhr sollen die Fichtenbäume, welche zur Ausschmückung der Straßen und des Fcstplatzes verwendet worden sind, öffentlich meistbietend an Ort und Stelle gegen Barzahlung verkauft werden. Zu­sammenkunft an der Anisbrücke. Unbefugtes Entwenden der Bäume und Stangen wird zur Anzeige gebracht.

Steinau, den 17. Juli 1925.

Der Magistrat: Kisseberch.

Sie Lage in Marokko.

Noch immeraußerordentlich ernst".

®?® ^^^^ SKstil" (Pariser Ausgabe) veröffentlicht einen Bericht über die Lage in Französisch-Marokko auf Fez, datier? vom 15. Huli. Darin heißt es, daß die Lage immer noch außerordentlich ernst sei. Der Stamm der Ghiata habe so- eben Abgesandte an Abd el Krim geschickt. Es sei das erstemal, B. ein Stamm südlich der großen Straße, die Marokko in zwei Teile teile, einen derartigen Schritt unternehme.

-Der benachbarte Stamm der Uarrain sei in Aufregung, die Ghiata hätten keine Waffen, aber wenn die Ope­rationen auf die Gegend des mittleren Atlas übergreifen wür. Den, fo wurden die Schwierigkeiten für >ue französische Armee .. sehr groß werden^ den» war dürfe v

einzelnen französischen Posten sehr weit oon einander entfernt jeten und die Verbindung schlecht sei.

Die Risleute machten hier und dort, wo sie gerade in ihren Löchern säßen, Einbrüche, und man sei immer sofort gezwungen, Detachements zu entsenden, um diese Löcher zuzustopfen. Anderer­seits habe Abd el Krim noch immer die Initiative der Operationen in der Hand, und seine Reserven seien intakt.

Bei dem großen Angriff auf Taza habe er die Partie nicht gewonnen, denn Taza sei nicht in seine Hände gefallen; ab-r er habe sie noch nicht verloren, da seine Bedrohung fortdauere. Man würde sogar sagen können, daß die Anstrengungen des Rifführers durchaus nicht ins Hintertreffen geraten wären, sondern daß sie weiter vorangingen und die Stämme seinen Sieg erwarteten, um sich ihm anschließen zu können. Man dürfe allerdings die Gefahr auch nicht übertreiben. Die Trup­pen Abd el Krims seien erschöpft und ermüdet. Sie hätten große Verluste erlitten, und wenn sie erst in die offene Ebene herabkommen würden, dann würden sie sich der schweren Ar- tillerie und den französischen Tanks gegenübersehen, denen sie -nichts gegenüberzustellen hätten.

In einer Havas-Meldung heißt es u. a.:

Im mittleren Frontabschnitt dauern die feindlichen Ein- brüche an. Der Feind versucht ohne Erfolg einige französische Detachements anzugreifen. Die Anstrengungen der Dissidenten und der Rifleute in der Gegend nördilch von Taza scheinen sich zu verstärken, besonders in dem Gebiet der Branes und der Tsouls. Aus den gesamten eintreffenden Nachrichten geht her. vor, daß auf der gesamten Front der Feind gegenwärtig eine große Propaganda entfaltet und überall Einbrüche im Rücken der französischen Truppen sowie lokale Angriffe vornimmt. Diese Tätigkeit scheinen die Gerüchte von einer bevorstehenden Offensive zu bestätigen, die der Feind in den Stämmen der- breitet.

Preußen gegen den Finanzausgleich.

Berlin, 16. Juli. Im Hauptausschuß des preußischen Landtages nahm heute der preußische Finanzminister im Namen der Preußischen StaatSregierung zu den Verhand­lungen über den Reichsfinanzausgleich Stellung. Die An­nahme der Vorschläge der Reichsregierung, so erklärte er, würde die den Ländern durch die Rcichsverfassnng eingeräumte Stellung erschüttern. Die preußische Fiuanzverwaltuug stützte sich vor dem Kriege vor allem auf die direkten Steuern und die Ueberschüsse der Eisenbahn. Preußen habe die Eisenbahnen dem Reiche ohne Entschädigung opfern müssen. Die Ver­mögens- und Erbschaftssteuer sind Rcichsstcucrn. Preußen soll nunmehr dem Reiche auch bei der Einkommen- und Körpcrschaftsstcucr eine Beteiligung einräumen/ die für die preußische Fiuanzverwaltuug eine unerträgliche Kürzung der preußischen Einnahmen bedeuten würde. Die Beteiligung Der Länder an der Umsatzsteuer ist kein ausreichender Ersatz.

Gleitende Zölle und Zollkompromiß.

In den Verhandlungen um das Z 0 llk 0 m - promiß, die am Mittwoch begonnen haben, spielt eine große Rolle das Problem der gleitenden Zölle, die an Stelle der in der Zollvorlage vorgese­henen Eetreidemindestzölle treten sollen. Eine Zuschrift, die uns aus parlamentarischen Kreisen zugeht, unterrichtet unsere Leser über den Standpunkt der­jenigen Gruppen, die Gegner gleitender Zölle sind.

Die Redaktion.

Ein Hauptthema bei den Verhandlungen im Agrar- Enquete-Ausschuß des Reichstages bildete das Problem der Bereitschafts - oder gleitenden Zölle. Der Vorschlag auf Einführung dieser Art von Zöllen ging von einer Gruppe aus, die auf der einen Seite von der Not­wendigkeit einer wirksamen Hilfe für die deutsche Land­wirtschaft überzeugt, andererseits unter dem Eindruck der Propaganda gegen dieHungerzölle" vor einer Annahme der festen Zölle zurückscheute.

Bereitschaftszölle sind bekanntlich Zölle, berep Höhe im Zolltarif festgelegt ist, die aber nur in gesetzlich vorgesehenen Fällen in Kraft treten. Das Wesen der gleitenden Zölle besteht darin, daß der Zoll sich nach einer gesetzlich festgelegten Skala je nach der Höhe der Inlandspreise abstuft. Ueber die Frage nach der Be- messungsgrundlage, von der man bei der Regulierung der Preise ausgehen will, und der praktisch-technischen Durch­führung der gleitenden Zölle waren sich auch die Befür­worter derselben durchaus nicht einig. Die einen plädier­ten vor dem Ausschuß für die Regulierung der Preise nach Monatsdurchschnitten, die anderen für tägliche Festsetzung des jeweils gültigen Zolles. .Das übereinstimmende Urteil der Praktiker über dieses System ist durchaus ablehnend.

Es liegt auf der Hand, daß ein kautschukartiger, ewig wechselnder Zolltarif keine gesunde und stetige Grundlage für einen soliden Aufbau unserer Wirtschaft abgebcn kann. Der wirtschaftliche und politische Streit um das Zollpro­blem würde dadurch geradezu verewigt und eine ständige Beunruhigung und Unsicherheit in Volk und Wirtschaft hineinaetragen. Weder die Landwirtschaft nach das Reich, jfuit.n w. beruhigen Holten einen Borten, nähren» cer Verbraucher dadurch gleichmäßig und schwer belastet würde. Die Landwirtschaft, insbesondere die Klein- und Mittel­bauern, sind aus Kapitalmangel gezwungen, ihr Getreide kurz nach der Ernte zu verkaufen. Die Konjunktur in landwirtschaftlichen Produkten kommt, wie das Jahr 1924 wieder deutlich gezeigt hat, ausschließlich dem Handel zugute. Diese Konjunktur würde durch Bereitschafts­und gleitende Zölle nur verschärft. Händler, Müller und Bäcker würden es ablehnen, das Risiko des durch wechselnde Zölle und Preisschwankungen drohenden Ver­lustes auf sich zu nehmen und infolgedessen stets den vollen Zoll natürlich nach oben abgerundet in ihre Preise einkalkulieren. Die Bedarfsdeckung aus lange Zeit wäre wesentlich erschwert und der Handel könnte, um der jewei­ligen Nachfrage gerecht zu werden, nur noch Getreide auf Sicht kaufen. Nutznießer von gleitenden Zöllen wären in­ternationale Firmen, die den Eetreidehandel beherrschen.

Für den sachlichen Beurteiler, der nicht von partei- taktischen Erwägungen angesteckt ist, steht es besonders nach den Erörterungen im Ausschuß für die Agrarenquete bes Reichstages außer Frage, daß der Vorschlag auf Ein- -führung von Bereitsschafts- und gleitenden Zöllen keine tragbare Basis für das bevorstehende Zollkompromiß und noch weniger einen praktischen Ausweg aus unseren gegen­wärtigen Wirtschaftsschwierigkeiten bilden kann. Gewiß, auch die festen Zölle sind kein Allheilmittel. Aber sie sind kein künstliches Gebilde weltfremder Theoretiker, sondern erscheinen nach ihrer ganzen Konstruktion und ihrer Ge­schichte geeignet, wenigstens für die Uebergangszeit unserer Landwirtschaft den nötigen Rückhalt und den erforderlichen Ansporn zum Wiederaufbau ihrer Betriebe zu geben. Im übrigen wird die Beratung der bald zu erwartenden großen Zollvorlage Gelegenheit geben, eine neue zollpolitische Grundlage für unsere Wirtschaft auf weite Sicht zu schaffen.

Haftentlassung Kutiskers. Die Strafkammer Berlin hat den Haftbefehl gegen den ehemaligen Generaldirektor der Sleinbank, Kutisker, auf Grund eines medizinischen Gutachtens, nach dem bei Kutisker Lebensgefahr bestehe und auch bei wei- terem Verbleib in der Eharito mit der Wiederherstellung sein« Verhandlungsfähigkeit nicht zu rechnen sei, aufgehoben. Von der Stellung einer Kaution nahm die Strafkammer Abstand, weil die finanzielle Lage Kutiskers die Aufbringung größerer Geld- mittel unmöglich mache.

Flugzeugunglück. In K a t t 0 w i tz ereignete sich auf dem Flugplatz Panewnik ein Flugzeugunglück. Ein in Komgshuttc erbautes Flugzeug stürzte auf einem Probeflug aus 50 Meter Höhe ab und wurde vollständig zertrümmert. Der ^uhrer Kowalsky brach beide Beine und erlitt auch innere Ver­letzungen. Sein Zustand ist hoffnungslos.

Cds»Mfct««tttfo besucht die Kreistierschau in Gteinau

LÖttVlDlUC am 18., 19. u. 20. Juli 1925

^«KsflKwwwHMHMaMMMB^ Ausstellung und Vrämtierung von Zucht- und Nutztieren / Ausstellung von Industrie und Ge-

----------------------------------------- werbe / Grosser Festrug / Mustt / Tan; / Volksbelustigung