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Schlüchtmm Etuny

Kreis-Amtsblatt * Myememer mntlichLvKnzeiyev für tat Kreis Ächlüchtem

knukunb Verlag: H. Strinfetd Söhne* «Seschäftsst-. Bahnhofstv.S * sernspv.Ur.i-y * Poststh«kk-.D!m,kp«!ta.M.rrroo

Nr. 83 Dienstag, den 14. Juli 1925 77. Jahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

Betr. Erhaltung trigonometrischer Marksteine.

J.-Nr. 5347. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Marksteinschutzfläche, d. i. die kreisförmige Kodenflächc von 2 qrn um den Markstein nicht vom Pfluge berührt werden darf. Vergl. § 2 der Anweisung vom 20. Juli 1878, betr. die Errichtung und Erhaltung trigonometrischer Mark­steine. Zuwiderhandlungen werden nach § 370, 1 des R.-Str.-G.-B. mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft.

Durch das Umpflügen und Eggen der Marksteinschutz- > fläche entstehen die vielen Verrückungen und Beschädigungen der Marksteine; mit der geringsten Verschiebung ist aber der Punkt zerstört und kann nur unter Aufwendung erheblicher Kosten von Technikern der Landesaufnahme wieder hergc- stellt werden. Die Zerstörung von trigonometrischen Punkten der Preußischen Landestriangulation fällt unter § 304 des R.-Str.-G.-B. Gegenstand der Wissenschaft und wird unter Umständen mit Gefängnis bis zu 2 Jahren bestraft.

Wiederholt ist es vorgekommen, daß Beschädigungen an Marksteinen von Kindern verübt worden sind. Um dieses zu verhüten, ersuche ich die Herren Lehrer, die Kinder auf die Bedeutung solcher Steine aufmerksam zu machen.

Schlächtern, den 10. Juli 1925.

Der Landrat. J. V.: Schultheiß.

Stadt Schtüchtern.

Ausschreibung.

Die Ausführung von ca. 250 qm Schindelverkleidung am Hospitalgebäude soll vergeben werden.

Angebotsformulare und Bedingungen liegen im Stadt­bauamt zur Einsicht offen und können daselbst in Empfang genommen werden.

Die Angebote sind bis spätestens Freitag, den 1 7.- -sr^M t vv vormittags 11 Uhr sein Stadtbauaun ver­schlossen einzureichen. Die Oeffnung der Angebote geschieht zu der vorstehend festgesetzten Zeit in Gegenwart von etwa erschienenen Bewerbern.

Iuschlagserteilung bleibt Vorbehalten.

Schlüchtern, den 13. Juli 1925,

Der Magistrat. Gaenßlcn.

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Die Vorbereitung der Antwortnote.

(Von unserem Berliner Mitarbeiter.)

7 Berlin, H. Juli (Eig. Meld.).

Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, trifft die Meldung eines Berliner Blattes, daß das Reichs- kabinett in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend eine Kabinettssitzung abgehalten habe, um den vom Auswär­tigen Amt ausgearbeiteten Entwurf der deutschen Ant­wort auf die Briandsche Note zu beraten, nicht zu. Sw notwendig eine schnelle Beantwortung der französischen Note ist, so liegt doch nicht der geringste Grund vor, daß die Regierung,die Beantwortung überstürzt und zu diesem Zweck sogar nächtliche Kabinettssitzungen anbe- raumt. Daß gestern irgend eine Entscheidung in dieser Angelegenheit getroffen sein sollte, war von vornherein schon deshalb in höchstem Maße unwahrscheinlich, weil der Reichsinnenminister Schiele seit gestern vormittag von Berlin abwesend ist. Nach den bkannten Erfahrungen der letzten Monate dürfte jedoch der Reichsaußenminister Wert darauf legen, daß alle künftigen Schritte in der Sicherheitsfrage in Anwesenheit des gesamten Rcichs- kabinetts beraten werden. Soweit wir unterrichtet sind, liegt im Auswärtigen Amt bereits ein Entwurf der Ant­wortnote vor, doch hat das Kabinett bisher noch nicht Gelegenheit gehabt, zu diesem Entwurf Stellung zu neh­men. Bei den anfangs erwähnten Mitteilungen des Ber­liner Blattes über die angebliche Nachtsitzung handelt es sich vermutlich um eine Verwechselung mit einer der soge­nanntenAemterbesprechungen", die der Reichskanzler fast allabendlich zu veranstalten pflegt und zu der sämt­liche Ressorts eingeladen werden. Es ist möglich, daß in dieser Besprechung auch über die Antwortnote gesprochen worden ist. Eine offizielle Beratung des Entwurfes hat aber noch nicht stattgefunden.

Inzwischen geht der durchaus unerfreuliche innerpoli­tische Streit über den Charakter des deutschen Memo­randums vom 9. Februar weiter. Der Aufsatz des Grafen W e st a r p in derKreuzzeitung", in bem er noch­mals den Nachweis zu bringen unternimmt, daß das Me- -morandum als eine durchaus unverbindliche Aktion des Außenministers aufzufassen sei und daß die Reichsregie­rung in keiner Weise gebunden sei, hat eine offiziöse Stelle, die über die Auffassung der Reichsregierung im allgemei­

nen gut unterrichtet ist, veranlaßt, den Ausführungen des deutschnationalen Parteiführers mit großer Entschieden­heit entgegenzutreten, und zwar mit folgenden Ausfüh­rungen:Eine Maßnahme (das Memorandum), über die in allen Staaten ausführlich diskutiert worden ist und zu der der deutschen Regierung Aeußerungen der Gegenseite als das Ergebnis zwischen- staatlicher Beratungen vorliegen, würde fchon dadurch zu amtlichem Charakter als einer Kundgebung der Reichsregierung gelangt fein. Außerdem haben sich aber alle nur überhaupt mög­lichen Regierungsinstanzen (Ministerrat, Aus­wärtiger Ausschuß, Reichsrat und Plenum des Reichs­tages) mit dieser Maßnahme befaßt und sie ist dadurch auch formell zu einer Aktion der deutschen Meichsregierun" ^^^»» "

DieTägliche

sinstanzen (Ministerrat, Aus- eichsrat und Plenum des Reichs-

g geworden."

_____ö___,. Rundschau", die besonders nahe Beziehungen zum Autzenministerium hat, kündigt mit deutlicher Spitze gegen die deutschnationale Reichstags­fraktion an, daß sie den ganzen Fragenkomplex demnächst ausführlich darlegen werde. Wie sehr die Situation stch 'bereits zugespitzt hat, geht besonders deutlich aus einem Aufsatz des führenden Zentrumsblattes, derGer­mania", hervor, in dem es heißt:Sein (Westarps) Artikel über den Charakter des deutschen Memorandums kann feiner turnen Anlage -ach keinen anderen Zweck verqoMn, ettrntrtT tfte offizielle Aktion des Ausrdarkigvn

Amtes in der Sicherheitsfrage zu unterhöhlen und dann die eigene parteipolitische Fraktion zu entlasten. Das klare Resultat ist aber die Unklarheit des außen­politischen Regierungskurses." Sehr erregt schreibt das Zentrumsblatt zum Schluß:

Wahrlich, es ist an der Z,..., daß die Zenteumss.ak- tion ihr Wort vonder höchsten Wachsamkeit" wahr macht. Es gibt wichtigere Dinge als die Zollvor­lage, dazu gehört z. B. der politische Ruf des neuen Deutschlands als eines ehrlichen Vertragspart­ners. Optimisten hatten geglaubt, daß die Beteiligung der Deutschnationalen an der Regierung und an der ....... Außenpolitik dem

Fortführung der zwangsläufigen" Außenpolitik dem deutschen Wort eine stärkere Garantie geben könnte. Noch haben die Deuts^nationalen nicht gelernt, nationale Dinge nicht parteipolitisch zu sehen."

DieDeutsche Tageszeitung" drückt ihr höchstes Erstaunen über die vom Auswärtigen Amt in­spirierten Einwendungen gegen den Westarpschen Aufsatz aus. Das Blatt schreibt, es sei unverständlich, wie man so instinktlos sein könne, daß man aus jede Weise auch heute noch die deutsche Politik dadurch zu binden suche, daß man entgegen den tatsächlichen Verhältnissen

dem Memorandum unbedingt und gewaltsam den Cha­rakter eines Schrittes der gesamten Reichsrcgierung zu geben suche. Unter den jetzigen Umständen müsse es als ein Elücksfall betrachtet werden, daß das Memorandum vom Außenminister und nicht durch Beschluß des Gesamt- kabinetts formuliert worden sei.

Dieser Streit ist höchst unerquicklich und geeignet, die politische Atmosphäre zu vergiften. Man sollte sich doch nicht mehr mit den Dingen aufhalten, die hinter uns liegen, sondern den Blick in die Zukunft richten und darauf achten, wie wir am besten die deutschen Interessen bei den künftigen Verhandlungen wahren werden.

Sie politische und parlamentarische Lage.

(Von unserem Berliner Mitarbeiter.)

In hiesigen politischen und parlamentarischen Kreisen hat ein Artikel, den der deutschnationale Fraktionsführer im Reichstag, Graf W e st a r p , in einigen deutschnatio­nalen Blättern veröffentlicht hat, beträchtliches Aufsehen erregt. Graf Wcstarp verficht in dem Artikel noch einmal mit großer Bestimmtheit die von ihm schon früher einmal ausgestellte These, daß es sich bei dem deutschen Memoran­dum in der Sicherheitsfrage lediglich um eine s e lb - ständige und unverbindliche Aktion des Auswärtigen Amtes, speziell des Außenministers gehandelt habe und nicht um einen Schritt der Regierung. Deutschland habe aber trotz des Memorandums volle Entschlußfreiheit zumaldie französischen Vor­schläge sich auch inhaltlich von den Anregungen des deutschen Außenministers nicht nur in einigen mehr oder weniger oberflächlichen Punkten unterscheiden, sondern deren Grund­lagen vollständig verlassen und in deren Gegenteil ver­kehren."

Dieser Artikel Des Grafen Weskarp Isak, wie mir er­fahren, in den Kreisen um den Reichsaußenminister Dr. Stresemann außerordentlich v e r st i m m t. Man bezeichnet dort die Aeußerungen Westarps als einen neuen Versuch, die deutschen Paktvorschläge in ihrem Werte als Regie- rungsaktion herabzusetzen und kündigt Gegenmaß­nahmen an, die zu dernotwendigen Klärung der Situati 0 n " führen müßten. Danach scheint der Konflikt innerhalb der Regierungskoalition im Reich, der vor einer Woche beinahe beigelegt schien, in neuer Stärke wieder aufzuflammen.

Auch bezüglich der Zoll- und Aufwertungs- frage ist, wie entgegen schönfärberischen Meldungen ver­schiedener Blätter festgestellt werden muß, noch keine volle Einigung innerhalb der Regierungsparteien hergestellt. In der Aufwertungsfrage sträubt sich ein Teil der Wirtschafts­partei gegen das bekannte Kompromiß und es liegt durch­aus im Bereich der Möglichkeit, daß eine Reihe von Abge­ordneten dieser Partei, denen sich auch etliche radikale Auf- wertungsvertreter, wie Dr. Steininger usw. anschließen dürften, bei den entscheidenden Abstimmungen gegen die Kompromißbeschlüsse stimmen werden. An eine Verab­schiedung der Aufwertungsvorlage kann daher nur gedacht werden, wenn die Regierungsparteien vollzählig zur Stelle sind. Auch in der Z oTTn u tTtfge kann oifff einer Einigung noch keine Rede sein. Im Zentrum bestehen noch sehr starke Meinungsverschiedenheiten über die Gestaltung dieses Entwurfs und außerdem soll das Zentrum als Fraktion die Absicht haben, seine Zustimmung zur Zollvorlage auf alle Fälle von Garantien abhängig zu machen, die die Regierung dem Zentrum bezüglich der Jnnehaltung des bisherigen außenpolitischen Kurses geben soll. Das Gerücht, daß die Demokraten sich dem vom Kanz­ler geplanten Kompromiß der Zollvorlage anschließen stürben, oder daß sie an. ben bisherigen Kompromißverhand- ungen beteiligt gewesen seien, ist, wie wir von kompetenter Seite erfahren, unrichtig.

M Lage in Marokko.

Saj« unb Fez bedroht.

Nach Meldungen aus Fez versucht Abd el Krim, die französische Front zu durchbrechen und auf Fez Vorzu- bringen. Die Rifkabylen sollen sich 20 Km. vor Taza befinden. Die Stadt gilt als ernstlich bedroht.

Zu der militärischen Lage in der Gegend von Taza äußert sich der militärische Mitarbeiter desJournal des Dsbats" wie folgt: In der Gegend von Taza beeinflußte das Schwanken der Branes natürlich die Verbindung zwischen Taza und Fez. Außerdem ist Fez bereits bedroht durch die befürchtete Erregung unter den Dissidentenstämmen, die 80 Kilometer nördlich der Stadt wohnen. Doch scheint die Verbindungslinie mit Algier über Eueres aufrecht erhalten worden zu sein. Außerdem ist der wichtigste vorgeschobene Posten von Kaffane noch in unseren Händen und scheint nicht vollkommen von Taza abgeschnitten zu sein. Die Lage dieser Stadt ist also sehr ernst. Aber ihr Schicksal ist noch nicht entschieden. Wir sind noch nicht so weit, daß wir nicht noch Elemente für eine militärische Lösung in Händen hätten.

Das Ernsteste ist, daß infolge der bedeutenden Abwande­rung zur Dissidentenschaft, die Abd el Krini hervorrusen konnte, dieser jetzt in der Lage ist, gleichzeitig eine große Anstrengung in der Richtung auf Fez und Taza zu unter­nehmen. Trotz der starken Verluste, die diese Truppen in den letzten Tagen erlitten haben, scheint er eine neue groß­zügige Offensive gegen die Hauptstadt des Schcrifenreiches vorzubereiten.

Man sieht also, daß der Augenblick schlecht gewählt ist, »m Abd el Krim unsere Fricdcnsbcdingungen bekannt zu geben. Selbst wenn man annehmen wollte, daß er sie annehmen würde, würde man ihm dadurch eine Bedeutung geben, die er nie hätte erlangen dürfen.

Wenn er dann die Friedcnsbedingungcn nicht annehme, dann könnte er sich immer rühmen, Frankreich und Spanien, die gegen ihn verbunden waren, gezwungen zu haben, den Frieden zu fordern. Man darf deshalb nicht vergessen, daß die politische und die militärische Aktion eng miteinander verbunden sind, auf arabischer Erde noch mehr als anderswo. Die Tatsache, daß man Abd el Krim Bors \ n- er breitet, würde genügen, ihn zu stärken.

Ostmark und Westmark.

Düsseldorf, 13. Juli. Beim Sanu.v aLp-minn der Rheinprovinz ging folgendes Telegramm ein: Am Tage der fünften Wiederkehr des glorreichen Abstim- mungssieges grüßen Tausende zur Gedenkfeier versam­melte Ostmärker die Brüder und Schwestern am Rhein. Die verstümmelte Ostmark fühlt ganz besonders mit der geknebelten Westmark. All unser Sehnen und Hof­fen gilt dem Tage, an dem Rhein und Weichsel wieder frei sein werden.

Landwirte

besucht Die Kreistierschau in Gteinau am 18., 19. u. 20. Juli 1925

Ausstellung und Drämilerung von Zucht- und Nutztieren / Ausstellung von Industrie und Ge­werbe / Grosser Festrug / Musik / Tan; / Volksbelustigung