Einzelbild herunterladen
 

Schlüchtemer Zeitung

Kreis -Amtsblatt * Myememev amtlich er Anzeiger für den Kreis Schlächtern

druck und Verlag: t>. Sttinftiö Söhne* Gescheistsst: Vahnhofstr.6 * fcrnfptr.llr.W * Poststheckk.HmnkftwtaM.rsroo

Nr. 77

Dienstag, den 30. Juni 1925

77. Jahrg

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

Als nächsten Terniin für die Abhaltung von Hufbe­schlagprüfungen gemäß Bekanntmachung des Herrn Re­gierungspräsidenten vom 14. September 1924 (Amtsblatt S. 242) bestimme ich Sonnabend, den 8. August 1925, vor­mittags g 7s Uhr, in der Lehrschmiede zu Cassel, Wörthstraße 5.

Meldungen zu dieser Prüfung sind bis spätestens zum 11. Juli d. Js. unter Beifügung der in der Bekanntmachung des Herrn Regierungspräsidenten vorgeschriebenen Unterlagen und gleichzeitig mit einer Prüfungsgebühr von 25 R.-M. an Herrn Vetcrinärrat Schlitzberger in Cassel, Moritzstraße 15., cinzusenden.

Die Prüfungsordnung für Hufschmiede kann bei den Lehrschmieden in Cassel, Fulda und Kirchhain eingesehen oder gegen Einsendung einer VerwaltungSgebühr von 2 R.-M. vom Veterinärbureau der Regierung in Cassel, Schloßplatz, bezogen werden.

Cassel, den 16. Juni 1925.

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses für Hufschmiede.

J.-Nr. 5248. Die Landstraße Schlüchtern-Brückenau wird wegen Vornahme von Walzarbeiten vom 30. Juni bis 8. Juli d. Js. vom Abzweig nach Mottgers bis zum Aus- gang des Dorfes Schwarzenfels für Lastfuhrwerke und Autos gesperrt.

Uebertretungen werden nach der Polizeiverordnung vom 6. April 1877 (Amtsblatt S. 137) bestraft.

Die durch meine Verfügung vom 9. d. Mts. J.-Nr. 4700 Kreisamtsblatt Nr. 69 angeordneten Sperrung des Landweges AltengronauMottgers wird mit Wirkung vom 30. d. Mts. ab wieder aufgehoben.

Schlächtern, den 29. Juni 1925.

Der Landrat. I. V.: Schultheis.

J.-Nr. 5174. Die Herren Bürgermeister zu BellingS, Breitenbach, Eckardroth, Herolz, Hintersteinau, Hohenzell, Jossa, Marborn, Marjoß, Niederzell, RomSthal und Wall- roth werden an die sofortige Erledigung meiner Verfügung vom 3. d. Mte. Nr. 3644 Kreioamtsblatt Nr. 68, betr. Einreichung der Anträge auf Erlangung von Staats- beihilfen für die ländlichen Fortbildungsschulen, erinnert.

Schlüchtern, den 29. Juni 1925.

Drr Landrat. I. V.: Schultheis.

Kreisansschntz.

J.-Nr. 3370 K.-A. Die Herren Bürgermeister und Gute- vorsteher des Kreises mache ich auf die gemäß § 2 der Kreishundesteuerordnung vom 4. November 1920 (abgedruckt in der Schlüchterner Zeitung Nr. 93 von 1921) in diesem Monat zu erfolgende Hauptveranlagung zur Kreishundesteuer aufmerksam. Es ist hierbei gemäß Kreistagsbeschluß vom 29. März 1924, veröffentlicht im Kreisamtsblatt Nr."4z, Ziffer 8 von 1924

der 1. Hund mit 10 Mk.

2. 20

3- v 40 , 4. , 80 usw. zu veranlagen.

Schlüchtern, den 29. Juni 1925.

Der Vorsitzende des Kreisansschuffes.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung

Während des am 4., 5. und 6. Juli d. Js. Hierselbst stattfindenden Gauturnfestes ist das Aufstellen von Karussells, Spiel-, Zucker- und sonstiger Buden auf öffent­lichen Straßen und Plätzen außerhalb des Fest- platzes verboten.

Schlüchtern, den 26. Juni 1925.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Oeffentliche Mahnung.

Die Zahlung der rückständigen L0sH0lzgcldcr hat sofort bei der Stadtkasse unter Vorlage des Holzzet- tcls zu erfolgen.

Eine E i n z e l m a h n u n g erfolgt n t ch t. Die Reste werden im Zwangsverfahren beigetrieben.

Schlüchtern, d. 26. 6. 1925. Der Magistrat: Gaenßlen.

Oeffentliche Mahnung.

An alle Zahlungspflichtigen, die ihre im Monat Juni 1 9 2 5 an die Stadtkasse Schlüchtern zu entrichtenden Steuern noch nicht gezahlt haben, ergeht hierdurch öffentliche Mahnung.

Eine Einzelmahnung erfolgt nicht.

Bei Meidung zwangsweiser Einziehung sind sofort folgende Steuern mit Verzugszuschlägen zu zah­len: Grundvermögenssteuer, Hauszins st euer und Gewerbesteuer.

Bis zur Zustellung der neuen Steuerzettel sind die alten Steuerzettel vorzulegen.

Schlüchtern, d. 26. 6. 1925. Der Magistrat: Gaenßlen.

Bekanntmachung.

Die am 1. Juli 1 9 2 5 fällig werdenden Brenn - und Nutzholzraten sind bet der Stadtkasse pünktlich einzuzahlen. Gleichzeitig werden die am 1 5. Juni 1925 und früher fällig gewordenen Holzgeldraten hier­mit a n g e m a h n t.

Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die bei der Stadtkasse noch lagernden Holzverabfolgezettel ver­schiedener Termine baldigst abgeholt werden müssen.

Auf die Verkaufsbedingungen, wonach die Stadt kei­nerlei Verantwortung für in Verlust geratenes Holz übernimmt, wird hiermit ausdrücklich hingewiesen.

Schlüchtern, d. 26. 6. 1925. Der Magistrat: Gaenßlen.

Das Reparationssystem.

Amerika will bezahlt werden.

Nach einer Meldung aus Swampscott (Massachusset) hat Präsident Coolidge auf seinem Sommersitz seine Ansicht über die von dem englischen Bankier Stamp anläßlich der Brüsseler Handelskammertagung vorgeschlagene Zollherabsetzung ge­äußert. Er meint, alle Pläne bezüglich einer Besserung der 1 allgemeinen Lage gingen fehl und seien nur ungeschickte Be­mühungen, die Vereinigten Staaten zu Verhandlungen über die Reparationszahlungen heranzuziehen.

Der Präsident gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß das amerikanische Volk entschlossen sei, sich nicht in das Repa- rationsproblcm verwickeln zu lassen. Es sei ein absoluter Gegner von Annnllierungsbcstrcbungen jeglicher Art, und da­her könne es den von Stamp dargelegten Plan keineswegs gutheißen. Die Steigerung des amerikanischen Imports in den allerletzten Jahren sei eine genügende Antwort auf den Vorschlag der Zollherabsetzung und es sei bezeichnend, daß der amerikanische Handel heute annähernd 50 Prozent größer als vor dem Kriege sei, während sowohl die Ein- wie die Ausfuhr bei den meisten Ländern nachgelassen hätten.

Coolidge schloß, das amerikanische Volk fei der Ansicht, daß Deutschland seine Reparationsverpflichtungen erfüllen müsse, daß aber auch die anderen europäischen Länder ihre Kriegsschulden an die Vereinigten Staaten zu begleichen hätten. Das amerikanische Volk habe ein starkes Interesse an der wirt­schaftlichen Lage der Welt. Es freue sich, wenn es diese Lage zu erleichtern vermöge, aber kein neuer Plan dürfe neue Lasten auf seine Schultern wälzen.

Belgiens Außenpolitik. Baldige Räumung Kölns.

Der BerlinerVorwärts" veröffentlicht eine Unterredung seines Brüsseler Korrespondenten mit dem neuen belgischen Außenminister Vandervelde, in welcher dieser zu bei* Regierungserklärung ergänzende Mitteilungen machte.

Vandervelde erinnerte daran, daß das belgische Außen- ministcrium zu der Zeit, als Poiucarä französischer Minister­präsident war, gegen die Ruhrbesetzung protestiert habe und betonte, die Tendenz der Außenpolitik der neuen belgischen Regierung sei: Schiedsgerichtsbarkeit, Sicherheit und Rüstungs- einschränkung. Bezüglich der Räumung der Kölner Zone er­klärte Vandervelde: Ich kann Ihnen versichern, daß wir keinerlei Hintergedanken haben und daß es uns vollständig fcrnlicgt, in diesem Punkte etwas schikanieren zu wollen. Im übrigen habe ich die besten Gründe, zu glauben, daß man in Paris und London über diesen Punkt genau so dcukt wie in Brüssel. Vandervelde sagte zum Schluß: Unsere Politik ist die gleiche wie die der Sozialisten aller Länder. In dem Augenblick, in dem die große Mehrheit des belgischen Volkes sich zu unseren Absichten bekennt und uns ihr Vertrauen kund- gibt, denke ich natürlich nicht daran, diese Politik zu ändern.

Die Verhandlungen über den Gicherheitspakt gehen weiter.

(Von unserem Berliner Mitarbeiter.)

Das in der Nacht vom Freitag zu Sonllabend veröffent­lichte amtliche Kommunique der Regierung bestätigt unsere Annahme, daß die Verhandlungen über den Sicherheits- pakt deutscherseits fortgesetzt werden. Obwohl die franzö­sische Antwortnote vom 16. d. Mts. auf das deutsche Me­morandum vom 9. Februar dieses Jahres weit üoer die deutschen Anregungen hinausgeht, ist die deutsche Regie­rung trotzdem bereit, die französische Note als Ausgangs­punkt der Verhandlungen zu akzeptieren. Es ist bekannt, daß die französische Note eine Reihe von Unklarheiten ent­hält, deren Aufklärung notwendig erscheint, ehe man in die sachlichen Verhandlungen eintritt. Diese Unklarheiten sind zum Teil juristischer, zum Teil diplomatischer Art. Ins­besondere ist nicht zu erkennen, wie sich Frankreich die E a - r antierun g der östlichen Schiedsverträge denkt. Auch ist es noch ungeklärt, welche Aufgabe dem Völker- bundim Rahmen des vorgesehenen Garantiepakts zufällt.

Diese unklaren, nach Ansicht der zuständigen Stellen teilweise sogar direkt widerspruchsvollen Punkte der Vriand-Note sind in den letzten Tagen Gegenstand häufiger Ressortberatungen im Auswärtigen Amt gewesen. Als Er­gebnis dieser Beratungen darf man den in dem amtlichen Kommunique ausgesprochenen Willen der deutschen Regie­rung feststellen, dieVerhandlungenfortzusetzen. Der nächste Schritt, den die deutsche Regierung tun wird, wird wahrscheinlich darin bestehen, von der Gegenseite Auf­klärung über die noch strittigen Punkte der Note zu erlan­gen. In unverbindlicher Form ist dies bereits geschehen in der Unterredung, die Ende der vergangenen Woche Außen­minister Dr. Stresemann mit dem französischen Botschafter de Margerie gehabt hat.

Inzwischen hat auch die deutsche Regierung begonnen, die verfassungsmäßig zuständigen Instanzen über ihre wei­teren Schritte zu unterrichten. Am Sonnabend vormittag find die Ministerpräsidenten aller deutschen Län­der in Berlin eingetroffen. Der Auswärtige Aus- schuß de? Reichstages tritt gleichfalls in den nächsten Ta­gen zusammen, und man darf auch damit rechnen, saß in nicht allzu ferner Zeit die Reichsregierung vor dem Reichs­tag bedeutsame Mitteilungen über den Stand der Sicher- Heitsfrage machen wird.

Besondere Beachtung verdient in dem amtlichen deut­schen Kommunique die Tatsache, daß der Beschluß der Re­gierung, mit Frankreich weiter zu verhandeln, e i n st i in - m i g, also auch mit Zustimmung der deutschnationalen Kabinettsmitglieder gefaßt worden ist. Auch der Reichs­präsident von Hindenburg teilt die Auffassung des Kabinetts voll und ganz. Es ist deshalb vollkommen ab­wegig, Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Kabinetts in Fragen der Außenpolitik zu onstruieren. Der erwähnte Kabinettsbeschluß ist ein beuth.: er Beweis für das Gegen­teil. Eine Regierungskrise besteht augenblicklich nicht. In­nerhalb des Kabinetts empfindet man es aber als verant­wortungslos, daß ein Teil der extremen Rechtspresse immer noch in dieser Frage der Regierung Knüppel zwischen die Beine zu werfen versucht. Als besonders bedauernswert empfindet die Reichsregierung den Kommentar eines an­gesehenen Berliner deutschnationalen Blattes, das den Be­schluß der Reichsregierung, weiter zu verhandeln, mit fol­genden Sätzen kommentiert:

Wenn die deutsche Reichsregierung die deutsche Ini­tiative fortsetzen will, um die bestehenden Schwierigkeiten und Unklarheiten aus dem Wege zu räumen, so werden wir vermuten dürfen, daß auch sie innerlich auf einen solchen Erfolg einer FortstVnng unserer Initiative nicht rechnet. Es wird sich bei der Fortsetzung der Verhand­lungen im wesentlichen darum drehen, klar herauszuar- beiten, woranderSicherheitspaktscheitern muß. Dies herauszuarbeiten. ist natürlich wesentlich, denn selbstverständlich muß für die Weltöffentlichkeit klar hervortreten, daß das deutsche Sicherheltspaktangebot von der französischen Politik I ab 0 11e 11 worden ist und darum scheiterte, weil es mit unerträg­lichen Bedingungen und Vorbedingungen durch Briand belastet worden ist."

In maßgebenden, der Reichsregierung nahestehenden Kreisen steht man nicht an, diese Kampagne als einen be­wußten D 0 l ch st 0 ß in den Rücken der Reichsregierung zu bezeichnen. Hier wird der Regierung bewußte Un- a ü f r i ch t i g k c i t unterstellt. Das Blatt stellt es so dar, als ob die weiteren Verhandlungen der deutschen Regie­rung nur von der Absicht geleitet seien. Frankreich die Schuld an dem Scheitern des Friedenspaktes zuzuichieben. In maßgebenden Kreisen legt man deshalb Wert darauf, erneut festzustellen, daß es sich bei der französische« Note vom 16. d Mts. nach Ansicht der deutschen Regierung nicht um eine verkleidete und verklausulierte AhleMung besi

Besucht das Gauturnfest in Schlüchtern

4w . . > fl^*ff GrosteS Wetturnen einiger Hundert Turner und Turnerinnen

*> n all 1Wettschwimmen // Grober Festrug mit vielen Prunkwagen

^ (JUU Militärmusik / Volksbelustigungen