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«Mel im britischen Oberlommissariat von Aegypten.

Das ägyptische Pulverfaß.

Vor wenigen Tagen hat Lord Allenby Aegypten verlassen, wo er seit 1919 als britischer Oberkommissar schaltete, und sein Szepter dem bisherigen Gouverneur von Bombay, Sir George Lloyd, übergeben. Er war schon im Weltkriege seit 1916 Militärgouverneur von Aegypten und gleichzeitig Führer der englischen Palästina- armee, die 1917 Jerusalem einnahm und im Herbst 1918 auch Beirut, Damaskus und Aleppo wenn nicht für England, so doch für Frankreich eroberte. Sein großes militärisches Ansehen ließ ihn dem Londoner Kabinett als den rechten Mann erscheinen, um den stürmischen ägyp­tischen Nationalismus einzudämmen und den englisch- ägyptischen Beziehungen eine Form zu geben, die den ver­änderten Verhältnissen Rechnung trug, ohne doch die britischen Interessen im Niltal zu gefährden.

Zu Beginn des Weltkrieges hatte England bekanntlich Aegypten, das es bis dahin nur "besetzt" hatte, kurzerhand zum Protektorat erklärt, ein Zustand, der sich nach Beendi­gung des Krieges angesichts des ägyptischen Widerstandes als unhaltbar erwies. Da es jedoch der englischen Regie­rung nicht gelang, eine ihren Wünschen entsprechende Neu­regelung im Einvernehmen mit Aegypten zu erzielen, so entschloß sie sich zu der wiederum einseitigen Erklärung von 1922, die Aegypten zwar dieUnabhängigkeit" gewährte, diese jedoch gleichzeitig in vier wichtigen Punkten ein- schränkte, indem sie die Herrschaft über den Suezkanal und den Sudan sowie den Fremdenschutz und die Verteidigung Aegyptens gegen auswärtige Einmischung für England reservierte. Diese Regelung entsprach jedoch keineswegs den Bestrebungen der ägyptischen Nationalisten, die unter Führung Saglul Paschas insbesondere der englischen Herrschaft über den Sudan erbitterten Widerstand entge- gensetzten. Der Gegensatz spitzte sich immer mehr zu, die Attentate gegen englische Beamte und englandfreund- liche Aegypter wurden immer zahlreicher, bis, nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen Saglul und Macdo- natd im Sommer 1924, die Krise ihren Gipfel erreichte in der Ermordung Sir Lee Stacks, der gleichzeitig Eeneralgouvekneur des Sudan und Sirdar der ägyptischen Armee war.

Die in London aufgespeicherte Erbitterung entlud sich in einem schroffen Ultimatum, das außer den eigent­lichen Sühneforderungen auch solche politischer Natur ent­hielt. Das Kabinett Saglul mußte einer versöhnlicheren Regierung unter S i w a r P as cha weichen, der das bri­tische Ultimatum annahm. Die saglulistische Kammer wurde auf englischen Druck vom König Fuad aufgelöst, doch ergaben die Neuwahlen vor zwei Monaten, trotz aller Be­mühungen Siwars und seines Innenministers Sidki, wie­derum eine saglulistische Mehrheit. Die Antwort hierauf war eine erneute Auflösung, so daß Siwar Pascha jetzt schon seit Monaten ohne Parlament regiert und keines­wegs sicher ist, daß die auf unbestimmte Zeit vertagten Wahlen ihm schließlich eine Mehrheit bringen werden. Sind schon diese Zustände wenig normal, so hat auch der Prozeß gegen die Mörder des Sirdar Lee Stack, der nach Langen Monaten der Voruntersuchung vor einigen Tagen mit der Verurteilung von acht Angeklagten zum Tode ge­endet hat, bewiesen, daß dieantibritische Ver­schwörung weitverzweigt ist und in die höchsten ägyptischen Kreise hinaufreicht. Der Hauptbeteiligte, Schefik Mansur, seines Zeichens Rechtsanwalt, Abgeord­neter und Mitglied der saglulistischen Partei, hat Enthül­lungen gemacht, durch die etwa 60 Mitglieder der verschie­densten politischen Organisationen stark kompromittiert sind. Auch der Unterrichtsminister und der Staatssekretär des Innern des Kabinetts Saglul sind verhaftet worden.

Der neue Oberkommissar Sir George Lloyd sieht sich also kaum auf Rosen gebettet; doch kommt er aus dem gleichfalls recht heißen Klima von Bombay und man hofft in London, daß seine dort gesammelten Erfahrungen ihn befähigen werden, den ägyptischen Nationalismus in ein ruhigeres Fahrwasser zu lenken.

Ein Kind von einem französischen Soldaten überritten.

Gelsenkirchen, 23. Juni (Eig. Meld.).

Die in Gelsenkirchen liegenden Franzosen reiten fast täglich durch den in der Nähe gelegenen Ort Schonnebeck, um die Pferde zu bewegen. Die Kolonne wird meist von einem Unteroffizier geführt, der an der Spitze reitet. Ost bleiben zwei oder drei Soldaten mit ihren Pferden stehen und lassen die Kolonne ein längeres Stück vorreiten. Dann galoppieren die zurückgebliebenen Soldaten nach, wobei sie ein Wettreiten veranstalten. Sie nehmen hiebet auf die Gefahr, welche für die Bevölkerung in den geschlossenen Ortschaften entsteht, keine Rücksicht.

Vor einigen Tagen nachmittags gegen 2% Uhr spielte das zweijährige Kind Maria des Hilfspolizeibeamten P i d u n in Schonnebeck, Westbergstraße, mit seinem sieben­jährigen Schwesterchen vor dem elterlichen Hause und stand hierbei etwa 1 Meter vom Bordstein entfernt auf dem Fahrdamm. Plötzlich kamen drei französische Soldaten in gestrecktem Galopp über die Straße geritten. Der mittlere Soldat, dessen Pferd einen Augenblick stutzte und sich auf- bäumte, ritt das Kind zu Boden. Der Soldat ga­loppierte weiter, ohne sich um das Kind zu kLm - m e r n. Der letzte Reiter sah das Kind auf dem Boden liegen, hielt an und gab durch eine Handbewegung zu verstehen, daß nicht er, sondern ein anderer das Kind um- geritten habe. Dann setzte auch er seinen Weg fort.

Das Kind war bewußtlos. Der Arzt stellte eine Wunde am Kopf und eine Gehirnerschütterung fest.

Frankreichs Sicherheit durch Brieftauben bedroht.

Bonn a. Rh., 23. Juni (Eig. Meld.).

Einen wertvollen Beitrag zu der französischen Angst- Psychose hat der französische Kreisdelegierte in Euskir- chen geliefert der jüngst folgende Verfügung erlassen hat:

Die Gesuche der Brieftaubenvereinigung Euskirchen und der Bürgermeisterei Eymnich zum Transport und Fliegenlassen von Brieftauben werden zurückgesandt

1. mit der Bitte, den Vorsitzenden der in Frage kom­menden Brieftaubengesellschaften bekannt zu geben, daß die Militärbehörde die gewünschten Erlaubnisse verwei­gert hat. Die gewählten Punkte zum Fliegenlassen zeich­nen in der Tat eine Abrichtungsrichtung vor, die deutlich der f r a n z ö s i s ch e n K r e n z e z u g e w e n d e t ist. (!)

2. Die Militärbehörde gibt bekannt, daß die Ver­anstalter jede Freiheit haben, eine andere Adrichtungs-

gegend zu wählen und daß besonders Gesuche von Gesell­schaften, die ihre Tauben in das Rheintal mit dem Ausgangspunkt unterhalb Mainz fliegen lassen, eine günstigere Auf­nahme finden.

Der Delegierte der Interalliierten Rheinland­kommission in den Kreisen Euskirchen und Rheinbach.

I. A.: gez. Bessan."

Man kann Frankreich nur dazu beglückwünschen, wie sorgsam seine Vertreter im Rheinland seine Sicherheit behüten,

> Aus aller Welt.

Das deutsche Polizeiwesen. In Karlsruhe wurde im großen Saale des Arbeitsministeriums die aus allen Teilen des Reichs gut besuchte Deutsche Polizeifachausstellung er­öffnet. Ministerialdirektor Leers hieß im Auftrage des badischen Innenministers die Vertreter der deutschen Länder, der deutschen Polizeibehörden und anderer hohen Verwaltungen herzlich willkommen. Der Präsident des sächsischen Landes­kriminalamtes, Dr. Palitzsch, von dem die Anregung der Kon­ferenz ausging, übernahm den Vorsitz und dankte für die freundliche Aufnahme im badischen Lande. Reichskommissar Dr. K ü n z e r führte aus: Das Reich habe das Reichskriminal- gesetz aus finanziellen Gründen nicht durchführen können. Die Reichsregierung verfolge aber mit dem größten Interesse den Gang dieser Verhandlungen, die das zu erreichen versuchen, was im Reichskriminal-Polizeigesetz erreicht werden sollte. Die Reichsregierung hoffe, daß die Konferenz ein praktisches Re­sultat zeigen wird und eine Vereinbarung zwischen den Ländern zustande kommt. Der Vorsitzende legte, nachdem er für die ver­ständnisvolle Mitarbeit der Presse im Kampfe gegen das Ver­brechertum gedankt hatte, das Programm der Konferenz dar, als deren wichtigstes Ergebnis er die Schaffung einer ständigen kriminalpolizeilichen Arbeitsgemeinschaft der deutschen Länder und freien Städte bezeichnete. Es soll eine deutsch-kriminal- polizeiliche Kommission gegründet werden.

Absturz eines französischen Flugzeuges. Bei einem Lan­dungsversuch geriet am Samstag ein französisches Flugzeug in die Hochspannungsleitung der elektrischen Bahn Bonn- S i e g b u r g und stürzte dabei ab. Beide Flugzeuginsassen sind wenige Stunden nach dem Unfall gestorben.

Die letzten Grüße von S. M. S. Iork. Bei E ck w a r - den am Jadebusen wurde eine Flasche angetrieben, die eine Photographie des großen KreuzersZork" mit folgenden Abschiedsworten enthielt:S. M. S.Pork" letzten Ueber- lebenden SOS 18. Juli 1916."

© Der Veltheimer Prozeß. Im Prozeß gegen den Ober­leutnant Jordan erklärte der erste Zeuge, Leutnant Klein- kempfer, von der Kompagnie des Oberleutnants Jordan, daß die Fähre sofort nach der Abfahrt anfing zu gieren. Sein Befehl, Sachen und Gewehre fortzuwerfen, sei von den Leu­ten nicht befolgt worden. Von den auf der Fähre Befindlichen hätten auch nur drei oder vier Mann schwimmen können. Als schließlich das Rettungsboot ankam, sprangen alle in den Ponton, der dadurch sofort kenterte. Der Zeuge fiel dann selbst ins Wasser und wurde durch eine Zivilperson gerettet. Im weiteren Verlauf des Prozesses wird als nächster Zeuge Leutnant Schlepper vernommen, Der Au,geklagte erklärt auf Befragen des Vorsitzenden, wie er sich das Unglück erkläre. Er glaube, daß zunächst der Bau der Fähre die Schuld trage. Es sei ein Mangel, daß in der Mitte der Fähre ein Wasser- schwall entstehe, durch den das Wasser bochgedrückt werde und in die Pontons laufe. Zu dem Unglück möge ferner das Reißen eines Taues und das Gepäck eingewirkt haben, wo- durch der Schwerpunkt ziemlich hoch gelegt wurde. Die Ver­handlungen werden auf morgen vormittag vertagt.

© Ein Prozeß gegen den Staat Gotha. Durch Gerichts­entscheidung hat nunmehr der Herzog von Sachsen-Gotha seinen langjährigen Prozeß gegen den Staat Gotha gewon­nen, wonach ihm u. a. als Besitzungen zufallen: Schloß Rein- Hardsbrunn, Schloß Friedenstein in Gotha, das Museum, die Sternwarte in Gotha und 7 Oberförstereien. Diese Be­sitztümer waren dem Herzog auf Grund des Domäncntci- lungsgesetzes von 1905 als Hausfideikommiß zugesprochen, nach der Revolution hatte jedoch der Staat Gotha durch ein Kon­fiskationsgesetz den Herzog enteignet. Durch Ungültigkeits­erklärung dieses Rcvvlutionsgesctzes durch das Reichsgericht tritt nunmehr der Herzog wieder in seine früheren Rechte.

© Die Tscheka in Mecklenburg. Im mecklenburgischen Tschekaprozeß, der seit dem 5. Juni bei dem Staatsgerichts­hof in Leipzig verhandelt wird, wurden folgende Strafanträge gestellt: Gegen Zeutschel die Todesstrafe, gegen Warnke und Winkel je 4 Jahre Zuchthaus und 500 Mark Geldstrafe, gegen Schmidt vier Jahre Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe.

Eine Falschmünzerwerkstätte. In zahlreichen Städten und Gemeinden im Regierungsbezirk Wiesbaden wurden in letzter Zeit falsche Einmarkstücke festgcstcllt. Man kam schließlich auf die Spur zweier junger Burschen, die im Besitz einer großen Menge der falschen Einmarkstücke waren. Die Falsifikate waren aus Blei hergestellt und trugen einen Alu­miniumüberzug und konnten mühelos in der Hand umge- bogen werden, waren demnach von den echten außerordentlich leicht zu unterscheiden. Trotzdem die Fälschung ungewöhnlich plump durchgeführt war, fielen doch zahlreiche Geschäftsleute herein. Die Polizeibeamten konnten in den verschiedensten Geschäften noch eine Anzahl von Falschstücken beschlag. nahmen. Wo sich die Falschmünzerwerkstätte befindet, konnte noch nicht festgestcllt werden.

Besitzabtretung des Langrafen Alexander Friedrich von Hessen. Landgraf Alexander Friedrich von Hessen auf Schloß Philippsruh am Main, der Chef des hessischen Fürstenhauses älterer Linie, hat seine Rechte als Chef des Hauses an seinen Bruder, den Prinzen Friedrich Carl von Hessen auf Schloß Friedrichshof bei Kronberg im Taunus abgetreten. Prinz Friedrich Carl von Hessen wird von nun ab den Titel Land­graf, der seitherige Landgraf Alexander die Bezeichnung Prinz führen. Der nunmehrige Landgraf Friedrich Carl wird da­durch Inhaber des ausgedehnten Fideikomißbesitzes des land- gräflichen hessischen Hauses, der in den preußischen Provinzen Hessen-Nassau und Schleswig-Holstein die Herrschaft Danker gelegen, sowie in der tschechoslowakischen Republik die Herrschaften Horzowitz, Ginetz, Komorau und Waeldeck nebsfbent Gute Bezdiegitz zwischen Prag und Pilsen, die >m Jahre 1852 der letzte Kurfürst von Hessen Friedrich Wilhelm I. erworben, und dem Landgrafen von Hessen nach dem ,m Jahre 1917 ohne Nachkommen erfolgten Tode des jüngsten Sohnes des Kurfürsten, des Fürsten Heinrich von Hanau, zu- gefallen sind.

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Lokaler..

Johannistag.

Ter Johannistag, der 24. Juni, ist in der Volksmeinung der eigentliche Sommeranfang. Das Jahr steht auf seiner Höhe, und es beginnt der Abstieg der Sonne bis zum kürzesten Tage um Weihnachten. Sonnenwende! An diesem Tage, an dem die Sonnenfeuer auf den Bergkuppen emporlodern, freuten sich unsere germanischen Vorfahren besonders ihres Lebens, und zahllose Methkrüge wurden auf eine frohe Zu­kunft geleert. Als das siegreiche Christentum in ganz Deutsch- land mit dem Bau von Kirchen und Kapellen begonnen hatte, wurde der Feiertag Johannnes des Täufers auf den Sonnenwendtag verlegt, dessen Sitten und Gebräuche iyr übrigen nicht beibehalten wurden und vielfach heute noch in Geltung find. So die Johannisfeuer. In der Johannisnacht treibt das Nixenvolk sein Wesen und neckt den Wanderer mit Irrlichtern und anderen Schelmereien. Den Sonntagskindern aber werden viele Geheimnisse geoffenbart, die die Natur vor anderen Sterblichen verbirgt, wenn sie die blaue Wunder­blume des Glücks gefunden haben und mit ihr um Mitternacht auf einen Kreuzweg treten.

Mit dem Johannistage beginnt auch das Lied der Nach­tigallen und anderer Singvögel zu Verhallen, und die reizvolle Blütezeit in der Natur nimmt ebenfalls ihr Ende. Es ist Sommer geworden. Die Blüte muß der Reifezeit weichen. In diesem Jahre sind dem Johannistage kühle Tage vorange­gangen, in unserem Mittelgebirge ist sogar Schnee gefallen. Wenn es am 24. Juni regnet, sollen die Regenfälle vier Wo­chen lang andauern. Natürlich stehts mit dieser Weissagung wie mit dem Regen am Siebenschläfer (27. Juni), der sieben Wochen lang Niederschläge nach sich ziehet? aber dies auch unterlassen kann.

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Für die Veranlagung der Lohnsteuerpslichtigen zur Kirchensteuer für das Kirchensteuerjahr 1925 hat der Reichs- minister der Finanzen jetzt Pauschbeträge festgesetzt. Als Ver- anlagte Einkommensteuer für 1924 gelten 34 M. für die Be­amten in der Besoldungsgruppe A 1 und sonstige Private Arbeitnehmer mit nicht höheren: Einkommen, wenn sie 1924 Einkommensteuer durch Abzug überhaupt entrichtet haben. Der Satz steigt bis zu 2460 M. in der Gruppe B 7 oder entsprechen­dem privaten Einkommen. Bei höherem Einkommen beträgt der Satz 10 Prozent des um 610 M. gekürzten Jahreslohnes. In den Pauschbeträgen ist lediglich die durch Abzug erhobene Einkommensteuer berücksichtigt. Die Beträge ermäßigen sich für die Ehefrau sowie jedes minderjährige Kind um 10 Pro­zent. Die Landesfinanzämter sind ermächtigt, die Pausch- veträge nach den örtlichen Verhältnissen im Einvernehmen mit den Kirchenbehörden anders festzusetzen.

Deutsche, besucht die Bäder | / des besetzten Gebietes! /11

Kirchensteuer. Die Hebung der cd. KirchensteuerSchlüchtern für die erste Rate 1925 (1. April bis 30. Juni) findet am 27. bis 30. Juni statt. Rückständige Steuerbeträge für das 4. Quartal 1924 (1. Januar bis 31. März) müssen des Jahresabschlusses wegen nun- mehr sofort bezahlt werden.

Fahrgeldscheine bei der Kraftpost. Seit dem 1. Juni erhält der mit der Kraftpost Reisende fast auf allen Krastpostlinien neben einer Kilometerfahrkarte Fahrgeldscheine in Höhe des ge­zahlten Fahrpreises. Die Kilometerfahrkarte dient zur Angabe des Ausgangs- und des Zielorts sowie der zu Entfernung, sie ist nur in Verbindung mit den gleichzeitig gelösten Fahrgeldscheinen gültig. Bei Fehlen der letzteren verfällt der Reisende der in § 29 des Post- gesetzes vom 28. 10. 71 vorgesehenen Strafe (4-fachen Betrog des hinterzogenen Fahrpreises, mindestens 3 Mark). Den Postreisen­den wird deshalb im eigenen Interesse dringend empfohlen, die vom Wagenführer ausgegebenen Fahrkarten und Fahrgeldscheine auf ihre Richtigkeit hin nachzuprüfen und während der Fahrt sorgfältig aufzubewahren.

Die Kreistierschau in diesem Jahre findet, wie bereits im amtlichen Teil unserer Zeitung bekanntgegeben, am Samstag, den 18. und Sonntag, den 19. Juli in Steinau statt. Es verspricht eine Veranstaltung größeren Stils zu werden, haben sich doch bereits zahlreiche Aussteller angemeldet, ebenso ca. 15 Fest-Wagen, die den Festzug helfen verschönern wollen. Die Vorarbeiten sind bereits in vollem Gange. In einer kürzlich vom Vorstand des Landw. Vereins einberufenen Zusammenkunft wurde der Festausschuß bezw. die Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse gewählt. Demsel­ben gehören an die Herren: Konrektor Wagner, L. Geier, N. Ro- meiser, Bürgermeister Kisseberth, Ph. Romeiser jr., I. Knirim, Fr. Kaul, Lehrer Lamm, Ph. Romeiser sen., F. Momsen, Lehrer Hix, Möller, K. Gelhaar, K. Eyrich, Geutner und Stadtförster Lücke. Außerdem ist noch ein Ausschuß tätig, der aus den Herren Bürger- Meister Kisseberth, Fr. Weitzel, Amend und Herren vom Vorstand des Kreisvereins Schlüchtern besteht. Die Veranstaltung findet auf der »MauerwieseJtatt u. ist letztere für diesen Zweck^wie geschaffen.

Gustav-Adolfs-Fest. Sonntag, den 28. Juni, findet in Steinau das Gustav-Adolfs-Fest des Kirchenkreises Schlüchtern statt. In dem morgens 10 Uhr stattfindenden Festgottesdienst wird Herr Landespfarrer D. Fuchs-Kassel die Festpredigt halten. Der Gottes­dienst wird durch Chor- und Einzelgesang bereichert werden. Mit­tags um 3 Uhr findet im Eckart'schen Schloßgarten vor der Stadt eine Nachfeier statt, bei der Herr Landespfarrer D. Fuchs sprechen wird. Der Kirchenchor der Gemeinde Salmünster hat seine Mit­wirkung zugesagt, ebenso die Steinauer Gesangvereine.

Gebetszeite« in der Synagoge zu Schlüchtern vom 26. Juni bis 3. Juli

Freitag abend: 7.30; Samstag früh: 8.00; nachmittag: 4.30; abend: 9 40; Sonntag früh: 6.30; Wochentag abend: 7.30; Wochentag morgen: 6.00.

Freitag, den 26. Juni verkauft die Gemeinde Almbach einen abgängigen

E Schliiclilliollen (Frankenrasse). Zusammenkunft^ mittags 1 Uhr im Bullenstall. Der Bürgermeister. Herber.