Pfingsten.
von Vorathre ®oeb«I«r,
In Blütenbäumen,
3« Maienträumen, , von Duft umfloffen, Lichtübergossen, Voll Lerchenjubel und Amselschlag, D, Tag der Pfingsten, JubeltagI Hoch steht dein keuchten ob den Landen, All deine grünen Fahnen weh'n. I
Aus winters Nacht und Not erstanden. Befreit von allen Erdenbanden, Mit Hellem Blick die Menschen geh'n.
Es zieht ein Klingen durch die Herzen, Das ist von dieser Erde nicht, Das stammt aus Höhen, frei von Schmerzen. i
Durchstrahlt von ewig reinem Licht.
Das ist der Pfingsten Heil'ges Mahnen 3m Frühlingsschein, im Maienkranz, Lin seltsam wundersüßes Ahnen von andrer Sonnen Strahlenalanz.
Das ist der Geist, der nie verloren l
Laut tönend durch die Lande spricht: Du Menschenseele, lichtgeboren, Komm heim, zurück zum ewigen Licht.
EllaSaufführung in der Kirche zu Schlüchtern.
Der Schreiber dieser Zeilen ist kein Musikverständiger, er will deshalb auch nicht die musikalischen Leistungen der Eliasaufführung einer. Kritik unterziehen, sondern ihn drängt es, einige Gedanken von allgemeiner Bedeutung zu sagen und Gefühle des Dankes zum Ausdruck zu bringen. Als der hiesige Gemischte Chor unter Leitung seines Dirigenten, des Herrn Seminaroberlehrers Gremmels, sich das hohe Ziel setzte, das Oratorium Elias von Felix Mendelssohn-Bartholdy unverkürzt zur Aufführung zu bringen, erschien das vielen als ein musikalisches Wagnis. Heute, nachdem die überaus wohlgelungene Aufführung hinter uns liegt, wird aufs trefflichste bestätigt, daß die musikalische Leistungsfähigkeit kleinstädtischer Chöre sehr unterschätzt wird, worauf namhafte Musikpädagogen schon immer hingewiesen haben. In dieser gelungenen Beweisführung sehe ich den größten Wert der Veranstaltung — in dieser Beziehung kommt der Eliasaufführung in der Kirche zu Schlüchtern allgemeine Bedeutung für die musikalische Erziehung unseres Volkes zu.
Für den Chor kann man die erzieherische Wirkung einer so herrlichen Zielen zugewandten Kunstarbeit gar nicht hoch genug anschlagen. Wie unrichtig, eine solche Arbeit für verschwendet zu halten, da sie scheinbar nur für eine einzige Gelegenheit verrichtet wird. Im Gegenteil, diese Arbeit trägt zehnfachen Gewinn! Gerade weil die Leistung scheinbar über die Kraft ging, stärkt sie diese Kräfte. Daß man einmal alles Können anspannte, daß man im Dienste eines hohen Kunstwerkes sich ungewöhnlich anstrengte, wird für den Chor großen Gewinn bringen.
Die Aufführung hat ferner gezeigt, daß glücklicherweise der künstlerische Wert einer Leistung nicht von deren Ausdehnung abhängt; auch in kleinem Rahmen kann Vorzügliches geboten werden. Das ist für uns Kleinstädter eine sehr ermunternde Wahrheit. Beachten wir sie! Für die große Zahl der Zuhörer — die Kirche war fast bis auf den letzten Platz gefüllt — war die Aufführung ein eindruckvolles Erlebnis. Durch die Gesamtaufführung des Werkes war die Wirkung noch viel größer als diejenige der Teilaufführung in vorigem Jahre; auch konnte man ein deutliches Wachsen des Chores feststellen. So waren die Schlußchöre „Dank sei dir, Gott, bil tränktest das durstige Land" und „Alsdann wird euer Licht hervorbrechen wie die Morgenröte" von erstaunlicher Kraft und Sicherheit und brachten daö Sieghafte im Kampfe um die Wahrheit zu vollendetem Ausdrücke. In diesen beiden Chören verkörperte sich die ernste, tiefe, hingebende Arbeit des Chores und seines ganz ausgezeichneten Dirigenten, um daö Kunstwerk in dieser Höhe zur Aufführung zu bringen. Dafür schuldet ihnen die Einwohnerschaft unserer Stadt tiefen Dank.
Die auswärtigen Künstler, welche als Solisten mitwirk- ten, werden wir in bestem Andenken behalten; denn ihre gesanglichen Leistungen waren von tiefer Wirkung auf die Zuhörer. Auch ihnen sei herzlichst gedankt! Dank auch der Reichswehrkapelle aus Fulda, welche durch ihre Mitwirkung die Aufführung ermöglichen half. Gr.
Turner-Gedenktafel. Am 1. Pfingstfeicrtagc wird der Turnverein Schlüchtern eine Gedenktafel zu Ehren der im Weltkriege gefallenen Turner einweihen. Der Verein wird geschlossen mit der Fahne am Gottesdienst in der Kirche tcil- nehmen und hiernach in der Turnhalle in einer kleinen Feier die Einweihung würdig begehen. Der Männergesangverein hat seine Mitwirkung in bereitwilligster Weise zugesagt und wird die Feier durch den Vortrag zweier Lieder verschönern helfen. Der Turnverein hofft auf die stärkste Beteiligung aller seiner Mitglieder, seiner Freunde, der anderen Vereine der Stadt und der Bürgerschaft.
Das Fest der Silbernen Hochzeit feierten am Dienstag, den 27. Mai die Eheleute Weißbindermeister Adam Röder, Steinau, Bellingertor; am 1. Pfingstfeiertag feiern solche auch die Eheleute Bäckermeister Peter Fuchs, Steinau, Bellingertor.
25jähriges Dienstiubiläum. Am 1. Juni d. I. blickt der Echulwart der Stcinauer Stadtschule Georg Herbold auf eine 26jährige Dienstzeit zurück. Herbold ist das Muster eines im Dienste der Schule stehenden Angestellten und hat allezeit seine ihm obliegenden Arbeiten und Verrichtungen tadellos ausgeführt. Deshalb wird es ihm auch an Anerkennungen und Ehrungen nicht fehlen. Hoffentlich ist es ihm vergönnt, noch recht lange zum Besten der Steinauer Schule tätig zu sein.
Die Gefellen-Prüfungen für die Maurer des Kreises Schlüchtern finden am Dienstag den 2. Juni b. I. statt. Die Gesellenprüfung der Zimmerer am Mittwoch den 3. Juni. Die Prüflinge wollen sich, an den genannten Tagen, morgens 8 Uhr bei
dem Prüfungsmeister Nikolaus Basermann in Schlüchtern melden. Die Prüfungspaptere sind vorzulegen!
Kraftpost Fulda-Heubach-Neuhof. Wie schon mitgeteilt wurde, findet in den ersten Tagen des Juni die Eröffnung der Kraftpostlinie Fulda—Heubach—Neuhof statt. Nach dem Fahr- plan »erläßt die Kraftpost morgens um 8 Uhr 5 Minuten Neuhof. Sie führt über Niederkalbach, Mittelkalbach, Uttrichshausen, Heubach, kehrt uach Uttrichshausen zurück, fährt über Döllbach, Rothe- mann, Löschenrod, Bronnzell, Kohlhaus, Fulda, wo sie um 9 Uhr 50 Minuten vormittags anlangt und Anschluß an Züge nach Frankfurt, Bcbra, Gießen und Tann hat. Abends um 7 Uhr 50 Minuten verläßt eine weitere Kraftpost Neuhof und fährt bis Heubach. Diese Kraftpost fährt vormittags 6 Uhr 10 Minuten von Heubach über Uttrichshausen, Oberkalbach, Mittelkalbach, Niederkalbach nach Neuhof, wo sie um 7 Uhr vormittags ankommt und Anschluß nach Frankfurt und B.bra hat. Von Fulda aus fährt die Kraftpost um 4 Uhr 20 Min. nachmittags ab über Kohlhaus (4,30 Uhr), Bronnzell (4,33 Uhr), Löschenrod (4,38 Uhr), Rothemann (4,50 Uhr) Döllbach (5 Uhr), Uttrichshausen (5,10 Uhr), Heubach (5,20 Uhr), Uttrichshausen (5,30 Uhr), Oberkalbach (5,45 Uhr), Mittelkalbach (5,55 Uhr), Niederkalbach (6 Uhr), nach Neuhof, wo sie um (6,10 Uhr abends anlangt. Die Gesamtstrecke Fulda—Neuhof beträgt 38 Kilometer.
Reichsbanner Schwarz-Rot Gold. Am 13. und 14. Juni feiert die Ortsgruppe Schlüchtern des Reichsbanners Schwarz- Rot-Gold feinen Republikanischen Tag mit der Einweihung ihres Banners. Diese Feier hat mit Parteipolitik nichts zu tun. Die Reichsbanner-Kamerc den haben ihre stärkste Vertretung in der Sozialdemokratie, der Demokraten und des Zentrums. Im Reichsbanner finden sich nur solche Deutsche, die, auf dem Boden der Reichsverfassung stehend, eine glückliche Zukunft ihres beut- schen Vaterlandes und Volkes nur in dem Weiterbestehen der republikanischen Verfassung sehen und bereit find, zu jeder Zeit für dieses Ziel alles zu wagen, alles zu opfern — denen gegenüber, die wohl den Eid auf die Weimarer Verfassung geschworen haben, aber stets geschäftigt sind, den zusammengebrochenen Dynastien der Vorkriegszeit wieder auf die Beine zu helfen und dafür den unseligen Partikularismus einzutaufchen. Ueberzeugte Anhänger der Republik finden sich in großer Anzahl auch in der Deutschen Volkspartei, ja sogar in den Reihen der Deutschnationalen Partei. Sie halten es jedoch heute nicht für richtig, diesen Standpunkt zu betonen und zu betätigen, Die Reichsbannerschaft steht nicht in der Angriffs-, sondern in der Verteidigungsfront, gegen Volksgenossen, besonders gegen die, die mit Gewaltmitteln irgendeine Diktatur herbeiführen wollen. Die Reichsbanner-Gemeinschaft belehrt und erzieht ihre Jugend zu vaterlandsliebenden Deutschen, zum Widerstand gegen die Zersplitterung und den Stammeshaß: „Das ganze Deutschland soll es fein!" Diese Jugend soll schauen in den Farben ihres Banners das heiße Verlangen und Streben der Deutschen nach Einheit und Freiheit seit den Tagen der Befreiung von der Fremdherrschaft in den Freiheitskriegen 1813—15, soll fühlen und verstehen aus dem Rauschen ihrer Fahnen die Geschichte der Entwickelung des Reichsgedankens in Herzen und Taten der besten deutschen Männer und Frauen, soll wollen und erstreben den höchsten Wert der uneingeschränkten Einheit und vernünftigen Freiheit zur Entfaltung der bisher niedergehaltenen Kräfte im Volke, zur Mitarbeit in und an der großen Volksgemeinschaft. Und endlich soll diese Jugend nach jeder Front hin scharen um dieses Banner Schwarz-Rot-Gold als das äußere Zeichen ihrer republikanischen Gesinnung: Deutschland einig und frei I
Theater in der Turnhalle zu Pfingsten. Die Auf- führung der Operette „Madame Pompadour" war mit prächtigen Rokokokostümen dezent und flott dargestellt. Schade daß der Tag der Ausführung ungünstig gewählt war, der Besuch wäre sicher ein besserer gewesen. Diese Operette sollte wiederholt werden. Samstag, den 30. Mai hat der hier so sehr beliebte Operettenkomiker Arnim Süssenguth seinen Ehrenabend und wünschen wir ihm einen recht guten Besuch. Süssenguth hat uns schon so viele schöne Stunden bereitet, daß er sicher neben seinem künstlerischen Erfolg auch ein volles Haus verdient. Er spielt die Rolle des Fürsten Basil. Sonntag wird für die Kinder Schneewittchen und die 7 Zwerge zu ermäßigten Preisen 30 und 50 Pfennig aufgeführt. Abends um V-9 Uhr die überaus luftige Operette „Der Tanz ins Glück" von Stolz. Ueber 300 Mal in Wien aufgeführt. Pfingstmontag geht die so erfolgreiche Operette „Der Frauenfreffer" von Eisler über die Bretter. Ein Lachabend wie Pfingstsonntag. Hoffentlich ist ein recht guter Besuch an all diesen Abenden.
Fulda. (Zuchtviehversteigerung). Im Austrage des Kur- hessischen Fleckviehzüchterverbandes fand am Mittwoch vor- mittag auf dein Viehmarktplatz dahicr zum ersten Male eine Zuchtviehversteigerung mit Prämierung statt. Als Vorsitzender des Verbandes war Herr Landrat v. Trott zu Solz Schlüchtern anwesend. Die Landwirtschaftskammer war vertreten durch Tierinspektor Walter, die Flcckvichgenosscnschaft Fulda durch Krcisdcputterten Bieth und andere Herren. Als Preisrichter walteten ihres Amtes Gutsbesitzer Holstein von Hormel (Kr. Rotenburg), Landwirt Eschtrut, Fulda und Krcis- veterinärrat Goldmann, Fulda. Aufgetrieben waren insgesamt 25 Bullen tnt Alter von 12 bis 18 Monaten und 5 Minder, alle durchweg schöne Mustertiere. Prämien fielen Züchtern aus den Kreisen Gersfeld, Hünfeld und Hcrsfeld zu. Einige Zuchtrinder wurden zum Preise von 750—800 Mark versteigert. Der Verkauf hätte aber mit Rücksicht auf die sehr große Zahl Schaulustiger vom Lande weit besser sein dürfen.
Jung’, hab’ ich dir nicht „Aguma’ gesagt? Jetzt hast du mir wieder was andres gebracht!
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Aus aller Well.
□ Eckener Dr. h. c. der Grazer Technischen Hochschule. Die Grazer Technische Hochschule hat Tr. Eckener und Dr. Dürr zu Ehren-Toktoren ernannt. Nach der feierlichen Promotion dankte Dr. Eckener in Erwiderung der Ansprache des Rektors in seinem und im Namen Türrs für die Auszeichnung, aus der hervorgehe, wie sehr das deutsche Volk in kultureller und geistiger Beziehung sich eins fühle und bestrebt sei, den deut- schen Namen und die deutsche Arbettskraft zur Geltung zu bringen.
□ Tödlicher Autounfall. Auf der Landstraße Walsrode— Hannover fuhr ein Kraftwagen beim Ueberholen zweier Radfahrer gegen einen Baum und überschlug sich. Der Führer war sofort tot. Eine mitfahrende Dame starb an den erlittenen Verletzungen.
□ Beim Baden ertrunken. Auf dem Kummerower See bei Temmin wurde ein junger Mann beim Baden vom Herzschlag getroffen und fank sofort unter. Zwei andere junge Leute ertranken bei dem Rettungsversuch.
□ Hinrichtung der Attentäter von Sofia. Blättermel- düngen aus Sofia zufolge wurde das Todesurteil an den Urhebern des Bomben-Attentats in der Kathedrale von Sofia, Friedmann, Zadgorsti und Koeff, vollstreckt. Um 8 Uhr führte man die Verurteilten auf einen großen Platz im Westen der Stadt, der rings von tribünehartigen Anhöhen umgeben war, wo sich eine Zuschauermenge von über 50 000 Personen angesammelt hatte. Nach der Urteilsverlesung und Beichte der Verurteilten wurden Koeff und Zadgorsti und schließlich Friedmann gehenkt. Die Henkerdienste verrichteten drei Zigeuner.
△ Tierschaufest. Wo die drei Kreise Wetzlar, Biedenkopf und Gießen sich berühren, in Hohensolms, soll am 15. Juni ein großes Tierschaufest abgehalten werden. Damit verbunden ist Prämiierung der Vogelsberger Rotviehrasse, ferner eine Ausstellung landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen, sowie ein Volksfest.
Verantwortlich für den Inhalt: Fr. Vteinfeld.
Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.
Evangelische Gemeinde.
Sonnabend, 30. Mai, abends 8 Uhr Beichte.
1. Pfingstfeiertag, Vorm. */210 Uhr: Herr Pfarrer Drüner,
(hl. Abendmahl)
Nachm. '/-2Uhr: Predigtgottesdienst Herr Kreispfarrer Rollmann.
2. Pfingstfeiertag, Vorm. 1210 Uhr: Herr Kreispfarrer Rollmann.
Nachm. */ä2 Uhr: Herr Pfarrer Drüner.
Katholische Gemeinde.
1. Pfingstfeiertag,
Vorm. ‘/elO Uhr Hochan,t mit Predigt.
Herr Pfarrer Lins
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Samstag, den 30. 5., abends 9 Uhr im Vereins- lokal Wiederholung der autzerordentlchen Generalvesamm- lung, weil letzte nicht beschlußfähig.
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