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ichlWemer Zeitung

Kreis-Amtsblatt * Myemeinev amtlich er Anzeiger für öen Kreis Schlüchtern Knukunö VevLag.h.Stttnfelö Söhnen Geschastsst^: Bahnhofstv. 6 * fernfpr.flr.W * poststheMl: stankftwta..M.2Z2^o ^^*^~~"l~~ll^^^^******^***^l*l^^^^^^^^*l^"*"ll^l^"^"~~"^~^^"^"~"'*^^^~"^~~~""~"^^^^^~^^B

Nr. 32 (1. Blatt) Samstag, den 14. März 1925

77. Jahrg.

Amtliche Bekanntmachungen

Landratsamt.

Bekanntmachung über die Wahl des Reichspräsidenten.

Der Reichstag hat für die Wahl des Reichspräsidenten folgende Wahltage bestimmt:

Erster Wahlgang: Sonntag, den 29. März 1925.

Zweiter Wahlgang: Sonntag, den 26. April 1925.

Berlin, den 9. März 1925.

Der Reichsminister des Innern. Schiele.

Verordnung

zur Wahl des Reichspräsidenten.

Auf Grund bett § 18 Abs. 1 Satz 1 und des § 167 der Reichsstimmordnung vom 14. März 1924 (R. G. Bl. I S. 173) wird hiermit für die Wahl des Reichspräsidenten ver­ordnet:

1. Die Stimmlisten und StimmkarteieN für den am 29. März 1925 stattfindenden ersten Wahlgang sind vom 20. bis einschl. 23. März 1925 auszulegen.

2. Wird ein zweiter Wahlgang (2b.^April 1925) erforder­lich, so sind die Stimmlisten und Stimmkarteien nach Be­richtigung und Ergänzung erneut am 21. und 22. April 1925 auszulegen.

3. Die Gemeindebehörde kann in den Fällen zu 1 und 2 die Auslegung schon früher beginnen lassen.

4. Stimmberechtigte, die aus dem besetzten Gebiet (alt- und neubesetztes Gebiet) ausgewiesen oder durch Maßnahmen der Besatzungsmächte verdrängt sind, insbesondere auch Personen dieser Art, die infolge der Wohnverhältnisse dort­hin noch nicht haben zurückkehren können, sind für die Wahlen am 29. März 1925 und 26. April 1925 auf An­trag in die Stimmliste oder Stimmkartei ihres Aufent- yaltoorts einzuwagen, auch wenn sie an diesem Orte nen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben.

Berlin, den 9. März 1925.

Der Reichsminister des Innern. Schiele.

J.-Nr. 2157. Am 17. März d. Js., Vormittags 8 Uhr, findet in Schlüchtern bei Herrn Metzgermeister Willi Leipold die Gesellenprüfung für Metzger statt.

Anmeldungen sind unter Vorlage der Zeugnisse und son­stigen Papiere an Herrn Obermeister Doll in Steinau um­gehend einzusenden.

Schlüchtern, den 11. März 1925.

Der Landrat. I. V.: Schultheis.

J.-Nr. 2156. Die Anmeldungen zu der Gesellenprüfung für Schlosser und Schmiede sind bis zum 20. März d. Js. an Herrn Obermeister Lambert, hier und an Herrn Schlosser­meister Joh. Amend in Steinau einzusenden.

Schlüchtern, den 11. März 1925.

Der Landrat. I. V.: Schultheis.

J.-Nr. 1847. Das den Herren Bürgermeistern in den nächsten Tagen zugehende Formular für dieAbrechnung über die Unterhaltungskosten der ländlichen Fortbildungs­schule" ist unter genauer Beachtung der im Märzheft 1924 der Zeitschrift für daS ländliche FortbildungSschulwesen ver­öffentlichten Grundsätze für die Unterstützung ländlicher und gärtnerischer Fortbildungsschulen aus Staatsmitteln auözufül- len und innerhalb 8 Tagen wieder hierher zu­rück z u r e i ch c n. '

Schlüchtern, den 11. März 1925.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

Kreisausschutz.

J.-Nr. 1230 K. A. Dem bei der Firma W. Thaler in Schlüchtern im Dienst stehenden Bierfahrer Karl A u t h ist für 25jährige treue Dienstzeit eine Prämie von 25 Reichsmark aus Kreismitteln bewilligt werben.

Schlüchtern, den 11. März 1925.

Der Vorsitzende des Kreiöausschusses.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung.

Die Wählerliste für die Reichspräsidentenwahl liegt in der Zeit vom 20.-23. März 1925 einschl. im Rathaus Dienstzimmer des Stadtsekretärs und zwar von vormit­tags 9--12 Uhr zur Einsichtnahme öffentlich aus.

Jeder Wahlberechtigte, der die Wählerliste für unrichtig aber unvollständig hält, kann dies bis zum Ablauf der Aus- legungsfrist bei dein Magistrat schriftlich anzeigen oder zur Niederschrift geben.

Schlüchtern, den 12. März 1925.

Der Magistrat: Gacnßlen.

Bekanntmachung

Auf Grund des Artikel 1 der Verordnung über Sonn­tagsruhe im Handelsgewerbe vom 5. Februar 1919 wird am Sonntag, den 2 2. und 2 9. März 1 9 2 5 die Offen- Haltung der Ladengeschäfte von vormittags 111/2 Uhr bis nachmittags 2 Uhr gestattet.

Schlüchtern, den 11. März 1925.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

Stadt Steinau.

Bekanntmachung.

Wegen Berechnung der gesetzlichen Miete für den Mo­nat März d. Js. verbleibt es bei unsrer Bekanntmachung vom 2. Febr. 1925, betr. Regelung der gesetzlichen Miete ab 1. Febr. d. Js.

Steinau (Kr. schlüchtern), den 9. März 1925.

Der Magistrat. Kisseberth.

Gefunden! Eine Kanne Edelöl und ein Schal.

Steinau, den 9. 3. 1925.

Die Polizeiverwaltung. Kisseberth.

Sie Rohrentschädigungen.

Forderungen der Bergarbeiter.

In der Frage der Ruhrenffchädigungen machen nunmehr auch die ^Bergarbeiter Forderungen geltend.

Wie nämlich aus Bochum gemeldet wird, hat der Gewerkverein Christlicher Bergarbeiter zur Entschädigung des Ruhrbergbaues für die Uebernahme der Micumlasten an das Reichskabinett eine Eingabe gerichtet, in der gefordert wird, daß auch die Bergarbeiter in entsprechender Weise für die eingetretenen Verluste entschädigt werden sollen. Dem Gewerkverein sei nunmehr die Mitteilung zugegangen, baß diese Eingabe zum Gegenstand einer eingehenden Aussprache mit den beteiligten Ressorts gemacht und darauf dem Reichsarbeitsminister zur weiteren. Beh-Mlung lugegange» W. Der Reichsarbeitsminister habe den Gewerkverein zu einer Be­sprechung nach Berlin eingelaben.

In der gleichen Angelegenheit ist nach einer Meldung aus Berlin der Reichstagsausschuß zur Untersuchung der Ruhrentschädigungen unter dem Vorsitz des Abgeordneten v. Lindeiner-Wildau (Dn.) zusammengetreten, um den Arbeits­plan festzusetzen. Zum Berichterstatter wurde Perlitius (Z.), zum Mitberichterstatter Hertz (Soz.) gewählt. Als Grundlage der Erörterungen und Untersuchungen soll die von der Regie­rung vorgelegte Denkschrift dienen, die sich mit der Auszahlung von 700 Millionen Entschädigung an die Industrie befaßt. Die nächste Sitzung soll stattfinden, sobald die Berichterstatter die Arbeit entsprechend gefördert haben.

Für die besetzten Gebiete.

Hilfsmaßnahmen.

Der Landtagsausschuß für die besetzten Gebiete beschäftigte sich unter dein Vorsitz von Stuhlmann-Godesberg (Dnatl.i in der ersten sachlichen Sitzung mit dem Antrag auf Ein­leitung von Hilfsmaßnahmen für Notleidende des Mittel­standes im besetzten Gebiet. Es soll hierzu eine erschöpfende Auskunft der Staatsregierung über die schwebenden Hilfs­maßnahmen abgewartet werden. Bei der Beratung des Antrages über die Bezüge der aus den, besetzten Gebiet ausgewiesenen Beamten ergab sich fast völlige Einstimmigkeit darüber, daß die Sonderbezüge an die ausgewiesenen Beamten, besonders die Schutzpolizei, in vollem Umfange gewährt werden müßten. Ein dahingehender Antrag wurde gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Fast allseitig wurde als selbstverständlich angesehen, daß auch das Saar­gebiet und das unter einer anderen Rechtsordnung befindliche rheinische Gebiet als der Zuständigkeit der Fürsorge für das besetzte Gebiet unterliegend anzusehen sei.

« Nachprüfung der Deutschstämmigkeit. Ein Runderlaß des preußischen Innenministers an die preußischen Polizei­behörden ordnet eine Nachprüfung der Deutschstämmigkeit ehemals österreichisch-ungarischer Staatsangehöriger an. Der Zweck dieser Maßregel ist, Vergünstigungen, welche den Dent- schen aus der ehemaligen Donaumonarchie, vor allem soweit kie Arbeitnehmer sind, bei der Benutzung von staatlichen Transportmitteln gewährt werden, wirklich nur den deutsch- stämmigen Oesterreichern zukommen zu lassen, die damit den deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt Werben.

*« Völkerbund und Saargebiet. Nach einer Meldung aus Genf hoffen die dort autveseuden Vertreter des Saargebietes, daß die Entscheidung des Völkerbundsrats nicht so ungünstig ausfallen wird wie es in den ersten Tagen den Anschein hatte. Sollte der schwedische Antvag angenommen ivcrden, daß die Mitglieder der Saarregierungskommission sich mit dem Vorsitz abwechseln, so wäre die Saardelegation bereit, sich) während des ersten Jahres mit der Person des Franzosen Raoult abzu- finden. Andererseits hoffe sie, daß die französische Regierung sich bereit erklären werde, den restlosen Austausch der fran­zösischen Soldaten gegen örtliche Gendarmerie innerhalb eines Jahres vorzuuchmen.

Sie Antwort an Senffchlano.

Das Antwortschreiben des Völkerbundes an Deutschland betreffend dessen Aufnahme in den Bund ist nach einer Mel­dung aus Genf fertiggestellt worden. Das Schreiben trägt die Unterschrift Chamberloins als des Vorsitzenden des Völker­bundsrats. Wie aus englischen Konferenzkreisen versichert wird, ist das Schreiben in liebenswürdiger Form abgefaßt und unter­streicht den Wunsch der Ratsmitglieder, Deutschland im Völker­bund zu sehen. Es weist weiter auf die Bedeutung hin, daß Deutschland keinerlei Vorrechte bei seinem Eintritt in den Völkerbund gewährt werden können.

In diesem offiziellen Schreiben wird der Anregung eines ständigen Ratsfitzes für Deutschland und des von der Reichs- regierung beanstandeten § 16 keinerlei Erwähnung getan. Gleichzeitig mit diesem offiziellen Schreiben wird der Rat einen diplomatischen Schritt in Berlin unternehmen, indem er Deutschland einen ständigen Ratssitz bei seinem bedingungs­losen Eintritt in den Völkerbund zusichert. Der § 16 wird gleichfalls Gegenstand einer diplomatischen Aussprache sein, wobei auf die Tatsache verwiesen werden soll, daß § 16 des Paktes in feiner endgültigen Form noch nicht feststeht und vier Abänderungsanträge zu ihm vorliegen, und daß er erst von 18 oder 19 Staaten ratifiziert werden müsse. Es sei daher nicht ausgeschlosien, einen weiteren Abänderungsantrag cin- zubringen, der Deuffchlands Wünschen gerecht werden könne, allerdings nur unter der Voraussetzung des bcbingungStofen Eintritts Deutschlands in den Völkerbund, und daß es an den Beratungen in Zukunft mit teilnimmt.

In England ist man sichtlich mit der Art, wie man Deuffch­land in dieser Frage behandelt, nicht ganz einverstanden. So schreibt der Genfer Berichterstatter desManchester Guardian" seinem Blatt:Sollte die Antwort des Völkerbundsrates an Deutschland nicht ermutigend lauten, sondern darauf bestehen, daß keine Vorrechte bei einem Aufnahmegesuch bewilligt werden könnten, so würde dies einen etwas heuchlerischen Eindruck machen, wenn man bedenkt, wie dringend die Türkei in Lausanne zum Beitritt aufgeforbert wurde und wie leicht Ungarn und noch mehr Abessynien der Eintritt gemacht wurde. Deutschland wird davon verständigt werden, daß kein Mitglied des Völkerbundsrates Widerspruch erheben werde, wenn Deptsth^nd um seine Aufnahme im Sept^Mgr nächst,che. Im ü "gen'wird seine Eignung der üblichen Aostimmung unter­worfen werden. Wenn, wie die Engländer hoffen, Deutsch­land bis zum September seinen militärischen Verpflichtungen nachgekommen ist, dann wird selbstverständlich seine Zulaßung gewährt werden."

Endlich meldet das Reuter-Bureau halbamtlich aus Genf, daß in der geheimen Beratung des Völkerbundsrates die Frage der Zulassung Deuffchlands eingehend geprüft wurde Der Völkerbundsrat habe anscheinend entschieden, baß die Volker- bundsversammlung, die im September zujammcntrete, die ein­zige für diese Frage zuständige Stelle sei. - -

Politische Tagesschau.

Die £ ' " " . In der letzten Sitzung des Zoll-

tarifausschusscs des vorläufigen Reichswirtschaftsrats wurde folgende Entschließung a> ommejt: Der Zolltarifausschuß des Vorläufigen Reichem i.yaftsratS spricht feine lebhafte Besorgnis aus, daß durch die Verzögerung der Gefetzesverab- fchiedung der kleinen Zoll.arifnovclle die erfolgreiche Been­digung der schwebenden Handelsvertragsverhandlungen ge­fährdet zu werden droht. Gleichzeitig richtet er an den Vor­stand des Reichswirtschu'srats die Bitte, erneut bei den zuständigen Reichsministenen vorstellig zu werden, damit ihm Gelegenheit gegeben wird, sich mit der Frage der Wieder­einführung von Gctrcidezöllcu zu beschäftigen.

" Gesetzentwurf zum Wohnungswesen. Der Reichstags­ausschuß für das Wohmlngswesen beschloß, die Reichsregierung zu ersuchen, dem Reichstag bis spätestens 30. April Gesetz­entwürfe zur Abänderung des Reichsmietenacsetzes, des Mieter­schutzgesetzes und des Wohnungsmangels-Gesetzes, unter Berück­sichtigung der vom Reichswirffchaftsrat am 5. Februar her- ausgegebenen Leitsätze und der dem Reichstag sowie dem Aeltestenausschuß zugegangenen Anträge, vorzulegen.

^ Ausprägung von Reichsmiinzcn. Im Februar wurden geprägt: 4.41 (Jan. 15.85) Mill. M. Einmarkstücke, 4.14 (2.92) Mill. M. Dreimarkstücke, 240 264 (401 213) M. Einpfennig­stücke, 229 649 (305 362) M. Zwcipfennigstückc, 211097 (1 693 886) M. Fünfpfennigstücke, 4 295 298' (3 585 128) M. Zehnpfennigstücke und 171 562 (55 073) M. Fünfzigpfennig-

" *-» Vertreter des Saargebietes in Paris. Auf Einladung der französischen Regierung sind in Paris Vertreter des Han­dels, der Industrie' und der Arbeiterschaft des Saargebiets unter der Führung eines Mitgliedes der Saarkvmmifsivn und des Vorsitzenden der Saarbrücker Handelskammer eingetroffen. Die Abordnung wurde Dom Ministerialdirektor des Handels­ministeriums empfangen. Es verlautet, daß die französische Regierung die Abordnung eingelaben habe, um bon_ ihr die Ansichten der maßgebenden Kreise des Saargebiets über die schiebenden Saargcbietsfragcn zu erfahren.

<- Englands Rüstungen zur Luft. Im Oberftrus fragte der Herzog von Sutherland, wie sich die Regierung in Anbe­tracht ber vorgefdüagcnen internationalen Abrüstungskonferenz zu der Erhöhung der britischen LuftrüstungSkoswu stelle. Lord Salisbury entgegnete, daß England in den Jahren 1925 bis 1926 über 26 Flugzenggeschwader betrügen werde. Die Hauptsache fei, daß die Luftstreitkräfte stark genug wären, um das Land gegen Angriffe beliebig starker Luftflotten zu ber» leidigen.