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Kreis-Kmtsblcüt * Myememeo amtlich erMzeiger für Ken. KveS^^^,
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Rr. 1 Donnerstag, den 1. Januar 1925 77. Jahrg.
Amtliche Bekanntmachungen.
Kreisausschutz.
J.-Nr. 4799 K. A. Die Herren Bürgermeister ersuch« ich, die Listen über die Verteilung der mit Staatskredit durch die hiesige Ein- und Verkaufsgenossenschaft bezogenen Getreidenrengen (Roggen und Weizen) zur Herbstbestellung bis spätestens 5. Januar 1925 direkt an Herrn Kaufmann Ferd. Fenner hier einzureichen.
Schlüchtern, den 24. Dezember 1924.
Der Vorsitzende des Kreiöausschusses.
J.-Nr. 4836 K. A. Die Herren Bürgermeister bezw. Jagdvorsteher ersuche ich, mir innerhalb 8 Tagen die im abgelaufenen Jahre von den Jagdpächtern gezahlten Be- ttage für entstandenen Wildschaden anzuzeigen.
Fehlanzeige ist erforderlich.
Schlüchtern, den 30. Dezember 1924.
Der Vorsitzende deö Kreisausschusses.
Z.-Nr. 456 W. A. Für die Berechnung der gesetzlichen Miete für den Monat Januar 1925 verbleibt es bei meiner Anordnung vom 1. Dezember 1924 — Schlüchterner Itg. vom 4. Dezember 1924, Nr. 145.
Schlüchtern, den 30. Dezember 1924.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
^ Allgemeine Ortskrankenkasse Schlüchtern.
Vierzehnter Nachtrag zur Satzung der Allgemeinen Ortskrankenkaffe für den Kreis Schlüchtern.
In der Ausschuß-Sitzung vom 17. Dezember 1924 wurde wie folgt beschlossen:
3v ni Leistungen.
§ 15.
Bei § 15 I2 lautet es in Zukunft: für ihre Familien- mitglieder Familienhilfe nach § 29 a und b der Satzung; § 205 a und 205 b der Reichsversicherungsordnung. § 29 b.
I. Die Kasse gewährt an Familienmitglieder der Versicherten, die nicht selbst als Versicherungspflichtige oder freiwillige Mitglieder einer Krankenkasse angehören, soweit diese deren Unterhalt ganz oder doch überwiegend aus eigenen Mitteln bestreiten und jene in ihrem Haushalte wohnen und leben; und zwar an:
a) Ehefrauen,
b) die eigenen Kinder, sowie die Stief-, Pflege- und Adoptivkinder unter 15 Jahren im Falle der Erkrankung auf die Dauer von 26 Wochen.
1. Freie ärztliche Behandlung — ohne Zahnbehandlung — durch die angestellten Kassenärzte. Die Kosten der Reise zu Spezialärzten werden nicht vergütet.
2. Einen Zuschuß in Höhe der Hälfte zu den reinen Krankenhaus-Verpflegungskosten der III. Klasse bei Einweisung in ein Krankenhaus durch den Kassenvor- stand auf Antrag des behandelnden Kassenarztes.
Außerhalb des Arztbezirkes der Kasse wohnende bezw. erkrankte Familienangehörige erhalten die Arzt-Kosten nach den Mindestsätzen der Gebührenordnung der Aerzte nur zur Hälfte ersetzt.
II. Der Anspruch auf diese Leistungen entsteht erst nach einer Wartezeit von 3 Monaten.
III. Der Unterstützungsanspruch erlischt zugleich mit der Mitgliedschaft, ferner auch dann, wenn das Mitglied mit I der Zahlung von Zusatzbeiträgen länger als 2 Monate im Rückstand« bleibt. Der Anspruch wird durch Zahlung der Zusatzbeiträge und erneuter Zurücklegung einer Wartezeit von 6 Wochen wieder begründet.
§ 30.
Zu § 30 Ziffer I tritt als 3ter Satz hinzu: Der An- spmch auf Familien-Krankenpflege, § 29 b entsteht erst nach Zmonatlicher Mitgliedschaft.
§ 32.
L Zu § 32 tritt unter Ziffer II hinzu: Hat der Berech- K tigte im Inland Angehörige, die nach § 29 b Familienhilfe s beanspruchen können, so wird diese gewährt.
Zu § 34.
Zu § 34 tritt hinzu: sowie in den Fällen des § 29 b ? für die berechtigten Familienmitglieder.
B. II Zusatzbeiträgr.
§ 50 a.
Von den Mitgliedern, die von der Familienhilfe, § 29 b Gebrauch machen, Werben Zusatzbeiträge erhoben. Diese werden für jedes Fainilienmitglied auf wöchentlich 10 Pfg. für die ersten drei Angehörigen und für jeden weiteren Angehöri- gen, 4., 5. usw. auf 5 Pfg. festgesetzt.
Der Vorstand kann diese Beiträge nach den Teuerungs- verhättnissen weiter erhöhen oder herabsetzen.
Die Kassenmitglieder haben • diese Zusatzbeiträge selbst zu den in § 46 bezeichneten Zahltagen an die Kasse einzu- zahlen oder kostenlos ein zusenden.
Dieser Nachtrag tritt bezüglich der Beitragsleistungen am 1. 1. 1925, bezüglich der Leistungen der Kasse an die Familien-Angehörigen pm 1. April 1925 in Kraft.
So beschlossen in der Ausschußsitzung vom 17. Dezember 1924 und zwar mit den sämtlichen Stimmen der Arbeitnehmer-Vertreter einstimmig und mit sämtlichen Stimmen der Arbeitgeber-Vertreter ebenfalls einstimmig.
Schlüchtern am 17. Dezember 1924.
Der Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse: gez. C. Preiß, Vorsitzender.
*
Genehmigt!
Eassel, den 27. Dezember 1924.
Oberversicherungsamt: Der Vorsitzende: I. V. gez. von Lentze.
(S.) II 628/24.
Der vorstehende Satzungsnachtrag wird hiermit mit dem Hinzufügen veröffentlicht, daß nunmehr, nach erfolgtet Genehmigung des beschlossenen SatzungSnachtragcs, jedem verheirateten Kassennntgliede die Gelegenheit geboten ist, seine Familien-Angehörige (Ehefrau und Kinder) zu versichern. Formulare zu den entsprechenden Anträgen werden bei der Kasse vorrätig gehalten.
Die Herren Bürgermeister und Arbeitgeber des Kreises bitten wir ergebenst, die bei unserer Kasse interessierten Versicherten auf diese neue Bestimmung und Fürsorgemöglich- keit aufmerksam machen zu wollen.
Schlüchtern, am 30. Dezember 1924.
Der Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse: gez. E. Preiß, Vorsitzender.
Gesrtztiche Miete.
Wegen Berechnung der gesetzlichen Mete für den Monat Januar 1925 verbleibt es bei unsrer Bekanntmachung vom 30. November 1924, betreffend Regelung der gesetzlichen Miete ab 1. Dezember d. Js.
Steinau (Kr. Schlüchtern), den 27. Dezember 1924.
Der Magistrat. Kisseberth.
HoDet über die Abrüstung.
Eine Interpellation in der französischen Kammer.
Die französische Kammer hat nach einer Meldung aus Paris in ihrer testen Sitzung mit 302 Stimmen bei Stimm- enthaltung der Opposition die Interpellation Jbarnatz über die Verfolgung des „Eclair" ohne Festsetzung des Datums vertagt.
Jbarnay legte den Standpunkt der Opposition in einer längeren Ansprache dar, in der er sagte, daß das Gerichtsverfahren gegen „Liberty" and „Eclair" eine Verletzung der Pressefreiheit bedeute. Das erstgenannte Blatt ziehe mau zur Verantwortung, weil es auf die kommunistisch« Gefahr hingewiesen h«we. Die Regierung könne aber doch nicht in Abrede stellen, daß bei der Ueberführung von Jaures ins Pantheon eine Armee von 80 000 Kommunisten auf» geboten wurde. Andererseits könne der vom „Eclair" veröffentlichte Kontrollbericht des Generals Rollet an Marschall Foch vom letzten April nicht als ein Staatsverbrechen bezeichnet werden. Die Veröffentlichung liege vielmehr im Interesse der öffentlichen Meinung Frankreichs, die über den Stand der deutschen Rüstungen aufgeklärt werden müsse.
Darauf ergriff General Rollet das Wort, um feftjuftcHen, daß die Veröffentlichung des betreffenden Berichts die französische Regierung in große Verlegenheit setze, da es sich um ein internationales Dokument handle. Die Veröffentlichung entspreche nicht ben internationalen Gebräuchen und könne von den alliierten Mächten als eine Unhöflichkeit verstanden Werben. Rollet ging dann auf den Stand der deutschen Ab- r ü st u ii g ein. Ende 1922 seien von der Kommission bemerkenswerte Ergebnisse erzielt worden. 3 3 0 0 0 K a n o neu, 114 Millionen Granaten und eine große Zahl von Mimu- werfern seien zerstör* worden. 1923 habe die deutsche Obstruktion eingesetzt und die Kontrolltätigkeit sei währ.nid 18 Monaten gelähmt gewesen. Im Oktober 1924 sei die Kontrolle Wiedw ausgenommen und bei dieser ©ek; nt Wafsenfunde gemacht worden.
Was das Rheinland erwartet.
Köln, 30. Dez. Nach einer Wlbuitji. b.*-k^ Zeitung" hat der volksparteiliche Re ichslägsabifeordnete Professor Dr. Moldenhauer an den Reichsminister des Aeußern Dr. Stresemann folgendes Telegramm gerichtet: „Das Rheinland erwartet schärfsten Widerspruch der Reichsregierung und des ganzen deutschen Volkes gegen die veviveigerte Räumung der nördlichen Zone."
Nur ein Schatten.
Von P. K l a a s s e n.
Schnell vorbei rann ein Jahr. — Was es war?
Gar nicht viel! —
Ein langes Jahr ohne Frage
Und doch nur ein flüchtiges Schattenspiel;
Ein hastig fliehender, Eilend verziehender Schatten im Wechsel der Tag«. —
Wie schnell di« Stunden, die Tage enteilen.
Zwölf Monde lang mußte das Jahr verweilen; Es hat uns den Frühling, den Sommer beschert, Gab uns den herbstlichen Erntesegen, Führte uns hoffend dem Winter entgegen;
Hat uns beim Scheiden ein Sprüchlein werehrt:
Ich war ein Jahr,
So wie es mein Vorgänger war, Wir es mein Nachfolger wieder wird werden: Nur ein Schatten im ewigen Wechsel auf Erden!
Zum Jahreswechsel.
Mit dem ablaufenden Fahre versinkt auch das erste .Viertel unseres Jahrhunderts im Meere der Unendlichkeit. Gewiß werden Millionen sich keine Wiederholung sEer H- teil iPutMen, wie sie ibmjMMKHkE? "Od '-*^ ^^ 2
< '^^ iw de ZiMstft Mein nehmen, .»erben recht ber» bei Natur sein. Aber wir wollen doch nicht ganz vergessen, daß die Vergangenheit nicht nur graue Schatten über unsere Lebenswege geworfen hat, daß sie auch die Bringerin von glücklichen Stunden gewesen ist, an die sich die Erwartungen für das, was da kommen soll, anknüpfen. Die Sonne der ungetrübten Freude scheint keinem Sterblichen sein ganzes Dasein hindurch, und lastet ein schweres Schicksal auf einer ganzen Generation, so muß sie den späteren Geschlechtern beweisen, daß sie es verstanden hat, sich über ihr Geschick hinauszuheben. Richt in stumpfer Gleichgültigkeit, sondern im Vertrauen auf die ewige Kraft, die in jeder Volksseele schlummert. Auch unserer Generation ist es beschieden, die Saar ouszustrcucn, deren Früchte unsere Nachkommen dereinst ernten sollen!
Wir können unter die Vergangenheit noch keinen abschließenden Strich ziehen, denn mancherlei Fragen aus ihr sind noch in der Zukunft zu lösen, und wir hoffen, daß sich einmal friedlich und schiedlich wieder einigen wird, wgs lange getrennt war. Darum erübrigt es sich auch, daß wir mit Ablauf eines Jahres der Vorsehung eine Rechnung über die Enttäuschungen und Schädigungen aufstellen, die sie uns nach unserer Meinung gebracht oder gar verschuldet hat. Das ist nutzlos, vergeudet die Zeit und hält uns von dem Wichtigeren ab, nach eigenen besten Kräften für eine Wendung im neuen Jahre so viel wie möglich Sorge zu tragen. Ein alter Spruch sagt: „Den Unverzagten hilft das Glück!" Diesen Satz können wir uns noch heute zu eigen machen. Aber was ist schließlich das Glück? Richc ein Phontasiegebiche zwischen Himmel und Erde, sondern die lebendige Wirklichkeit, die aus den Großtaten des Geistes und der Handarbeit entspringt.
Deutschland in friedlicher Tätigkeit in der Welt voran; das war eine Tatsache beim Beginn des Jahrhunderts, das gilt heute noch, wo sich die ersten 25 Jahre des zwanzigsten Sätu- lums vollenden. In Wirtschaft und Teckmik sind aus deutschen Gelehrtenstuben, aus Laboratorien und Werkstätten so gewa! tige Fortschritte, die der ganzen Menschheit zum Nutzen ge kommen sind, emporgewachsen, daß sie ein stattliches Redner des deutschen Arbeitsruhmes bilden, in dem wir uubcsiegdar sind. So lange dies Feuer deS Strebens nach Vollendung in der deutschen Bimst glühi, und wir meinen, daß es nie erlöschen wird, erglänzt uns auch der Hoffnungsstern der Zuku-st,^-. uns in allein ehrlichen Wollen keine Enttäusthiuu) Sagen und kein Versagen bringenUHL^M und . austaufebeu, denn wir S^l^Urr^moiejein wahrsten Weltbürgertum die Grundlage -ueiner Annäherung und zum rechten Verständnis aller Völker liegt, das den Frieden mehr schirmt als alle Waffen.
Räumung Kölns erst im Sommer?
Paris, 30. Dez. Der „Quotidieu" läßt sich aus Londort melden, daß Köln nicht vor Beginn des konimeuden Sommers geräumt werde.