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Schlüchterner Zeitung

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Sireisblatt

Erscheint dreimal wöchentlich Druck und Berlag Firma 6. Hohmeister, Schriftleitung H-L. Hohmeister, Schlächtern Im Falle höherer Gewalt, Betriebsstörung oder Stromsperre erlischt jede Verpflichtung auf Schadensersatz.

Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Stadt Schlächtern

Nr 4

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Allerlei vom Xaa&

Zn den Bergarbeiterlöhnverhandlnngen in Berlin- »ahmen im Ruhrgebiet zahlreiche Bergarbeiterversamm- lvngen Stellung. Die Haltung der Bertrauensmanner wurde gebilligt und gegen die französischen Ruhrpläue! protestiert.

Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Lud­wig Weigand ist in Bremen gestorben.

Auf der Lausanner Konferenz verließen die Türken bei der gegen ihren Willen erfolgten Besprechung der ar­menischen Frage ostentativ die Sitzung.

Die Anfständischcn in Irland bemächtigten sich auf einer Eisenbahnstrecke bei Loth einer Lokomotive, die sie die Eisenbahnlinie entlang gegen einen Personenzug laufen ließen. Mehrere Wagen wurden zertrümmert und einige Personen verwundet.

Dem Reichstag ist ein Entwurf über die Wiederein­führung des Bankgeheimnisses zugegaugen.

VolMsche Itachrichlsn.

Zu Dr. Heintzes Besuch in München. DieNtün- chener Zeitung" schreibt: Es verdient festgehalten zu werden, daß die Einladungen zur Konferenz der MS- bentschen Justizminister in München nicht von München aus, sondern vom Justizminister Dr. Hemtze vorgenom- men worden sind. Es hat im Juftizministertüm außer­ordentlich berührt, wie koneziliant sich der Reichsjustiz- millister bewegt hat und in welch entgegenkommender Art er zu verhandeln wußte. Die Justizministerkon­ferenz hat bewiesen, Satz ein Zusammengehen zwischen Nord und Süd sehr gut möglich ist, wenn auf beiden Seiten der gute Wille vorhanden ist. Der Reichsjustiz- Minister ist mit dem Bewußtsein uad) Berlin zurückge­kehrt, daß in den grundlegenden Fragen der Reform der deutschen Rechtspflege seine Ansichten einig gehen mit denen der Hüter und Pfleger des Rechts in ^-ud- -eutschland.

Urlauvskürsnng für die Beamten geplant. Im Reichsministerium des Innern haben Besprechungen mit den Gewerkschaften über die Frage einer Uriaubsverkur- zung für die Beamter, stattgekunden D^ P^n geht von den Ländern und Gemeinden aus. Die Urlaubsturzung soll für die Beamten aller Dienstgrade und aller Dienst- alter bereits in diesem Jahre eintreten und ohne BR > föieb drei Tage des bisherigen Urlaubs nMsaDun

Die einsame Insel.

Wo

Einsame Inseln? Ach, wo gibt es nur eme? nur irgend eine Kokospalme wächst, da hat sofort irgend ein Staat seine Flagge daneben aufgepflanzt. Die schönen Tage der Robinstmaden sind vorüber. Für immer. Die waren es schon, als der Deutsche in seinem Weltelend nach dem Dreißigjährigen Kriege sich ins PhantastetaM flüchten mußte, um dort in stillen Stunden ein glückliches Rohinsonlebeu au führen. An Krieg und Kriegsleiden rmd Abenteuerromanen hat das deutsche Volk genug. Der prächtige Grimwelshausen aus Gelnhausen hatte m seinemSimplicius Sirnplicissimus" seine ,Erlebnisse m den großen Kriegswirren in plastischer Weife geschilderte bald tragisch, bald humoristisch. Das Buch ist lesenswert eines unserer besten. Es verdiente gerade jetzt mehr als je wieder Beachtung zu finden. Auch eine Prophezeiung von einem herrlichen Deutschland steht darin, die in un- .serem zerrütteten Vaterlande einst als kühne Phantasie mit Kopfschütteln gelesen wurde. Sie erfüllte sich später aber doch herrlich und schön. Jetzt aber ist sie wieder in Nebel zerflossen. Aber von dem Kriegselend hatte aas deutsche Volk genug. Litt es doch nudt schwer au seinen Folgen und vor allem an dem Westfälischen Frieden. Und deshalb ließ es sich an des englischen Robinson Hand gern aus die einsame Insel führen, um dort im Traums ein glückliches Naturleben zu genießen. Und da stellte sich zur rechten Zeit auch ein deutscher Mentor ein, em ge­wisser Gottfried Schnabel. Scheußlicher Name. Ich meine den zweiten. Schnabel baute sich im Geiste eine Jnsel- Felsestburg auf, wo gleich eine ganze Anzahl Robinsons ihre Zuflucht aus der Welt Elend fanden. Ja, dieser; Robinson stand sogar wissenschaftlich noch viel höher als der von Daniel Defoe. Schnabel schilderte zum ersten Male dichterisch ein sozialistisches Gemeinwesen, wie es! erst viel später Cabet in seinenJkarien" neu hervorzu- zaubern versuchte. Auf jene Insel Felienburg flüchtete sich der bedrängte deutsche Spießbürger, der noch politisch unfrei und wirtschaftlich in Nöten war. Dort schwelgte er in harmlosem Kommunismus. Doch gar bald ging drei glückliche Insel in unnatürlicher Schäferpoesie unter. Die unzufriedene Menschheit suchte in geschminkter Scheimvelti die unerguickliche Wirklichkeit zu vergessen. Wir aber sind ein hartes, ein rauhes Geschlecht, das sich nicht mehr durch Phantasiegebilde täuschen läßt. Wir streben mub nntrügerischer Wahrheit, maa sie auch noch so bitter sein.! Und doch tragen auch wir die Sehnsucht in uns, weltflüch- tia ait werden. Gäbe es nur in irgend einem Wer eine Insel, die noch keines Menschen Fuß betreten hat! Wie glücklich wollten wir da sein! Wer aber weiß wohl eine solche?

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Ich weiß eine Insel im Atlantischen Ozean, 41G Kilo­meter von Irland nur entfernt. Aber sie ist klein, ganz klein, doch wogensicher. Nur 100 Meter Umfang hat sie, aber Raum hat selbst die kleinste Insel für ein glücklich liebend Paar. Ist sie auch klein, so ist He doch fünf Stock hoch. Bäume wachsen allerdings nicht auf ihr, auch keine Sträucher und Kräuter. Dafür aber Algen ohne Zahl. Ob Algen nahrhaft sind, weiß ich nicht. Aber verhungern, glaube ich, kann man auf ihr nicht. Denn unzählige Mö­wen nisten dort und legen da ihre Millionen Eier unge­stört. Bon Eiern allein aber kann der Mensch nicht te- bem ant hoch erü nrulicb ein braver Mann an Unterer«.

Donnerstag, 11. Januar 1923

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Nahrung gestorben, weil er täglich nur zwei Eier genoß.

Doch Möwen lassen sich ja auch fangen und schießen. Also WIE 6ibt.es da auch genug. Und dann noch die vielen Msche. »vriih Algentee, mittags Algengemüse und abends Algensalat. Mit der Zeit ein etwas eintöniges Menü, aber nahrhaft doch. Schließlich spült auch das mitleidige Meer allerlei Strandgut an das Ufer, wie z. B. Bramü- Mcm, wrrklrchen Kasee, Mais, Speck, Konserven und Dollarbundel. Alles gut zu gebrauchen bis auf das letzte. Dennoch hat kein Schiff da landen können, und die, öte bei Sturm Vorüberfahren wollten, litten stets Schmbruch.

Wie die Insel heißt? Rockall oder derSchrecken der Schisführer". Wer den Mut hat, kaufe sich eine Jacht, fahre von Irland ab an den -gebriden vorüber auf Island zu. Dann muß er an Rockall vorüberkomnren, und wenn er dort wirklich landen kann, dann ist er Kö­nig aller Möwen. Vielleicht aber wird er eher an der Insel der Seligen landen. C. M.

WM M MBealmg.

Bildung der Eiuheiisfrout. Protest gegen die Berge- waltignng. Feststellung des Bruches des Versailler Ver­trages. Einstellung weiterer Bar- und Sachleistungen.

Berhandtnuge« nur auf neuer Grundlage.

hW Laufe des MontagUachmsttags fand eilte Ka- binettsfitznng statt, die sich mit der Frage der Besetznng des Ruhrgebiets beschäftige. t o m . ,o

DerTag" erfährt über die Beratungen des Recchs- kabiuetts: ES tarnt festgestellt werden, daß die Recch»- regierung zahlreiche Matzuahme« in Aussicht genommen hat und daß Besprechungen dorret mckt mehr itatt= zu finden bramheü- da der gesamte Plan fertig ist. ^er Umfang der Maßnahmen wird davon abhäugen, ob dm. französische Regierung eine vollständige milrürnsche Be- sann nur nimmt, oder ob sie es bei ^^^yiitcdeit Zmau^jsmaßnahmen bewenden läßt. ^«^v^^a^^^^^ wir^ die Regierung, wenn die Besetzung des Ruhrge- AetO erfolgen sollte, sich zunächst an das deutsche Volk meuite« und es dazu aus rufen, eine vollnanSig ge- schlvKeve Einheitsfront Du bilde«. Es soll nck oabei turnt Pläne handeln, die auch für das nmenyoItMdic Leben an Bedeutuua haben würden. Es wird Fdow ^ - n« des Rns gebietes unter^Be- rückstchtigung der ^r^e,Eg des Betrages von Ver­sailles in solcher diptvnmtkjcye« ForP erfolge«, day der Wiederaufnahme von Eutschädrgnugsverhandlur-g'm eme neue VerhandlungSbasis gegeben wäre. Dazu kommt, daß die deutsche Regierung weiterhin öffentlich fest,leüen müßte daß sie in keiner Weise mehr zu rrgeuom^lcheu Barzahlungen und Sachlieferungen kür Eutfchädcgnngs- äwede in der Lage sei, wenn das an^bUckl^ dentsche Wirtschaftsgebiet von französischen Truppen oejef-t sei.

Die BesetzunggvorbereituRgen.

^ Aus Düsseldorf wird gemeldet: In den Kasernen der Besatzungstrnppen herrscht neberhaftes Leben Auf oas Düsseldorfer Fernsprechamr waren am Montag mit­tag gegen M' französische Offiziere beordert, die aus weitere Anordnungen warteten

Aus Mainz wird gemeldet: Von der Besatzungs. hrhnrbe in Koblenz ist der Güterverkehr der ^rreck.n Koblenz-Köln und Koblenz-Trier eingeschränkt und zum Teil zuui Erliege« gebracht worden, damit d^e «trecken M den militärischen Transport frei find. Auf den Bahnhöfen des besetzten Gebietes ist eine neru&arftt Paßkontrolle eingeführt worden.

Starke französische TruppeutransPorie werden au» der Pfalz gemeldet. Sonntag passierten neben kranzo- sische Truppentransportzüge, die ^.us^Frankreich kmmn, 9ßfalA Am Montag betrug die Zahl der die +iab passierenden französischen Truppentransportzuge etrva zwölf.

Der Pole sperrt den Korridor.

Eine aus guter Quelle in Berlin eingetroffene Nach- richt besagt öc?ß die Polen den Korridor gesperrt haben. Die Maßnahme steht im ^ukammenhang r^

fischen Vorbereitungen zur Ruhrvesetzung. An grüner zuständiger Stelle wird die.M/ldnng zwar nicht iLo- - bestätigt, aber für wahrscherrckich gehalten.

nDeutschland wird sich »icht beugen!

Reichskanzler Dr. Cuno euwfiug die Berliner Ver­treter der amerikanischen Depeschermgentu.en und gab unten soigeuüe Erklärungen: D^ Lwmig de- EMscha- diouuasvroblenrs ist von neuem aufgeickmocm ^ram re?ck schont M «ersuch MizuschiE, Mtte Am suröcke im Wege des Zwauges, der Gervalt durchzuietz^n. Dabei^ha? es Än Anschein, als ob man i» einigen Krer- KSSä SJ5JS gg &MÄu«M wir bereit waren und es and) Mitte noch smd, freiwcmg und gestützt auf unsere WirtsäMsh u"i umeren^enuu^ bis an die Grenze unserer «irtschaswü^nundfnlam ten Kraft zu geben, so wem« sind wir wtttens, uns ttenbeiiteiit Zwaua zu beuge« liniere bereit1 ce , 'freiwilligen^Leistung d«E dkögli^n A>ben wir durch die Tat bewiesen. Wrr haben badet dad Un'enge g^ und sind zum Frieden bereit. Das deutsche . aber, wenn es sein muß, ebenso entschloss^ den Weg e es Leidens geherr. Unter Druck und Drohungen rve e. wir nicht handeln. Wir könne«, der Mroall nicht m t Gewalt entgegentreteu. Was nur «b«tn voller schloffenheck und in voller Ueberemstiunmma a J.^ ^^

75. Jahrgang

vernur-ft und die Rechtlosigkeit de- franzvmche« Vorha­bens der Welt in ihrem wahre« «ichte zu zeigen. Der Vertrag von Versailles, so ungeheuerlich er auch sonst ist. geht nicht soweit, den Alliierten beliebige Eingriffe am deutsches Gebiet zu gestatten. Frankreichs Borgehe« ist Bertraasbruch und Gemalt gegen ein wehrloses Volk.

Arrhörrmg der deutsche« Vertreter.

»?; Aus Paris wirb gemeldet: Vor der EutschädigungS- kommission kam in der Kohlenüeferuugsfrage der deutsch! Vertreter Staatssekretär Fischer, Präsident der Kriegs- lastenkommissron, zu Wort. Staatssekretär Fischer legte dar, daß es sich bei den Beschwerden der EnischäStgungs. kommisi-otl wegen im genügender Kohlenlieserungen um um versckWindend geringe Menge« handele. Deutschlaud habe 18MW6 Tonnen im Monat geliefert, während die Entschädigungskommission 1960 000 Tonnen und überdies 125 000 Tonnen oberschlesische Kohle fordere. Nach Staats' sekretär Fischer kam Wallmichrath, Vertreter des Reichs- kohlenkomutisiars, zu Wort. Danach wurde die Sitzunk abgebrochen, da der Ebes des deutschen KMensvndtkatZ Rübsen noch nicht in Paris eingetroffen ist Lnbsev wirf sofort nnco seinem Eintreffen vor der EntschädigungS- fmnmfffion das Wort ergreifen. In dieser Sitzung wk die Atlssvrache zu Ende gehen und die Eutsckeidnug übe, die vo« Frankreich geforderte Konstatierung der abfiaH: liche« Verfehlung Deutschlands ausgesprochen werde«.

Amerikas Eisgreife«.

f-» Auf die Anfrage der amerikanische« Regler««« in Paris, ob Frankreich an einer iuteruaüonale« Eut- schäLrgungskonfere«z sich beteilige« würde, ist eine fran­zösische Antwort eingetroffe«, die. wie Reuter erfährt, keine glatte Absage tarftettt

Dieser Schritt Amerikas ist von größter Wichtigkett wird aber Frankreich nicht abbalten, in bgS Ru^rgebrei etnzumarschieren. Die Bedeutung liegt einerset^ mrrm Laß Amerika neue Verhandlungen, wen« zunächst auch nur informatorisch, mit Frankreich ehtgelertet pm, tnw andererseits, Satz Amerika Gelegenheit haben würde, wenn Frankreich seinen Plänen Schwierigkeiten ent« gegenuenen und teilte BwangSmaßnahmwr -6Mfll D^'-^W-MM wUwiu^snj^üU*» vw wMs4.i$ie»«-u. k-vÄB> stellen, wen die Schuld daran trtjjt Die Aufrage ist von Staatssekretär Hughes ausgegangen. Da die Etn- berufung einer internativnalen WirtschaftSkonfereuz zur Regelung der Entschädigung - ge erst erug chend vorbereitet werden muß und iMuja: nicht so sckMLÜ a> folgen kann, hat Hughes zu dem Mittel msiwMttorischer Verhandlungen gegriffen, um so schnell wir mdgSch Frankreich von den amerikanische« Absichten zu unter­richten. Wie aber schon vorher ermähnt, tritt Awerkko zu spät auf den Plan, um Frattkreich noch mm lerne« Vorhaben abhalten zu können. Nichtsdestoweniger wird es aber für Frankreich eine unau^mehML «ttM- tion sein, in die es sich jetzt begibt.

Auwrikauifcher Protest.

e-#> Eine Meldung aus Washiugron beja^ daß die ame-- rikarnfche Regieruv.g eine Botschaft an Fraukrerch ge­richtet habe, in der sie Vorstellungen MM» den frait^ fischen Vormarsch in das Ruhrgebret erhebt. Am Quar ö'Orsay in Paris wird die Rrchtigkett iüefer WKlöWtg bestritten.

Bslteßl unäOsü und kkieue»««tnß.

Die wirtschaftliche Verelendung, in die wir immer tiefer versinken, - als eine ihrer sciomousten Q-ol- aen, die total ar völligen Zerrüttung unserer Bolks- gaundbeit mit stm. Nach einer vorübergehenden Besse- rung kurz nach dem Kriege - EursE durch die W Hebung der Hungerblockade ist seit Mitte 192b eure neue Verschlechterung festzustellen. Die Grundurinche lst nicht mehr, wie während des Kriege-», ba» <wehten vo» Nahrungsmitteln, sondern deren ungeheure. Preissterge- ruua Nach statistischen Feststellungen benötigt eme mer- köpfige Familie für den normalen Bedarf anFettbezw. Margarine eine jährliche Summe von etwa 50(1000 Mark: insgesamt kostet jetzt die normale ^»ahruM einer solchen Familie mindestens 750 000 Mark jährlich. Amtliche Berimte aus den preußischen Regierungsb^t.r- ken lassen erkennen, daß zahlreiche Familien, namentlich der städtischen Bevölkerung, kleine Gewerbetreibende, SM lialrenhter, alte Leute usw. bereits em auvgewrocheMs Hungerdasein führen. Fälle von Hungertod, von L-elbst- morben aus Hunger mehren sich.

Die Zukunft unserer Kinder ist in surchtbarer Gefahr. Dic Säuglingssterblichkeit nimmt, ebemalls seit Mitte 1922,311. Aus 24 von den 35 vreutzischen Regierungvbe- zirken konunen Nackirichten über die Mlterernahrung der uleinkinder und Schulkinder. 50 Prozents und »um aller Kinder werden hiervon bet rosten, «-krophulog, DrÜsenerkraukungen, Rachitis nehmen zu. Enneder Hauptursachen hierfür ist im Widmuwgel zu 1W«- Hunderttausende unserer Kinder bekonimen kcmen Tropfen Milch mehr, well die Eltern sie nicht mehr u zahlen können. ,

Die Tuberkulose, die nad> dem ^ge etwas zurnck- gegangen war, breitet sich wieder aus.Schlech« BrnaM rung, Wohnungsnot usw. fordern diest AuSlrestcmM Auf den Kohlenmangel sind eine große A tungskraukheiten zurückzufuhre». Im Eten^^auctal 1922 betrug die Zahl der, TsdeKaLe. mr düngen 17 785 gegen 14 549 m: Vorjahr^. ^ e Zatst d^ Todesfälle an ßrfaltiim^^

reimet) im ersten Quartal 1922 auf 39,9 gegen 23,6 tm Nähre Der Marmel an Wäsche, die Verringerung der Badcmüglichkcstt, die Berteueruua der Seife oerhmderil eine zureichende Körperpflege. Die Folgen sind Haut- kraurbellen und eine Zunahme der Seuchengefahr. ...