Schlüchkerner Zeitung
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Kreisblatt
Erscheint dreimal wöchentlich. Druck und Verlag Firma E Hohmeister, Gchrisllettung H-L. Hohmetster, SchlLichtern Im Falle höherer Gewalt, Betrieböstörung «der Stromsperre erlischt jede Verpflichtung auf Schadensersatz.
Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Stadt Schlüchtern
Nr 2
SamStag, 6 Januar 1923
75. Jahrgang
Allerlei vom Taae.
w am Reichsardeitomniksterinn, werde« um 1p Ja nuar Verhandlungen über die Rheuma der OvomtenbesüQe für Tezen,ber und Ianirar stattfinden. w Der pohiifdK Fmanzminister ut ammdnetreten Das Testament des verstorbenen Lord Northel^fe im eine Vermd-eussumme von 5 500 000 Pfund «terttttg (110 Millionen Goldmark) aus.
Die Berliner Ltadtsnnode hat eine rtommhfnm gesetzt, die die Mögtidileit der Errichtung eines kirchlichen Krematoriums prüfen soll. .
VoliMche ^»achrichte«.
^.Verhandlungen mit Bayern über die Reform des Rechtswesens. Reichsiusnzmimster Dr. Hetthe. der nach München »u einem offiziellen Besuch gefahren ht w"d mit dem baperifrbeii Justtzmintster über die 0 «oen ^handeln, die die Zusammenarbeit der vayer„chen 1 uffi;werivalhtna mit dem ReichSjusttzunninerium bt^ treffen S kau» als Wahrscheinlich angenonnnen> wer- den, mb neben ben geplanten Reformen auf dem Gebiet des Rechtsroefens auch die Rechtsprechung der Volks- gerichte, insbesondere der Fechenbach-Prozeß, Gegenstand der Mratungen sein werde.
»- Die Derftsch-völkische Freiheitsyarlei. Die Abgeordneten von Grase, Henning und Wulle haben dem Büro des yteidistageö artgezeigt, Mb sie der neugegrünbeten ^eutsrl>-oötktscheu .Freiheitspartcl beigetreten sind und deshnlv den Name« ihrer parlAmeutarifdten Gruppe ent- L> rechend abarideru werde».
Wochenschau.
Die Tilveftcrknndgedung des Reichskanzlers war ein ehrliches Versprechen deutscher Erfülinngspflicht. Sie war der Vorschlag eines aufrichtigen Friedensrmk- tes. Amerika sollte den Treuhänder ant Rhein spielen und zwar in der Weise, daß die deutsche Regierung sich verpflidne, sich unter eine Art Kontrolle einer dritten nicht interessierten ©rounuubt — Amerika das nicht genannt wurde, war gemeint — zu stellen, und bau ineter Friedenspakt, den die derzeitige deutsche Regierung ant Mvfc Weise geschlossen batle, von keiner - rrgetwe» Regierung aufgehoben werden dürfe, ändern nur durch allgemeine Volksabstimmung, »rantreim batdieseS ge- wift ehrliche und vernünftige deutime ^lrrgebot, das ihm die sicherste Okirantie vor einer Revanche bieten mnnü. schlankweg abgelehnt. Gerade diese Ablehnung ipt mehr als jede andere friedensfeindliche und unversom Hebe Handlungsweise Frankreichs gegen dessen.c-rredeuo willen Sie hat der französischen Diplomatie die Mask». voin Gesicht gerissen und zeigt nun klarer und dem '(bei als alles andere ihren starren Imperialismus pud M 1 ^ ^^Und dieser französische Imperialismus zeigt nch auü wieder auf der Pariser Konferenz. Wenn man mm, in Paris angeblich nichts von einer RuhrHeb e beieuuna von Sanktionen und dergleichen anderen 11- Wurmsmetboden wissen will, so ist dies doch weiter nichts als erzwungene. Taktik der Machgung da ,^.
ich aau? neuait weiß, bah es sich bei em^m n 1 offenkundigen Gewaluvillen auf den ^folier'ckeme. irnpn würde und das könnte der 1 a 1 die umaugr t.. einer nicht zu vermeidenden Katastrophe fein, tuefru inäter einmal eintreten muß und wirb, ' o>ern <5* ^K mL WK'i« durch «W»H««IK -S-NMU« ^^ Die Betcttigte» auf der Pariker a«iiet<«5 mi6 iet* alle mit ihren Programmen aiifmariduert. -ra^ ran- n iiiche Programm ist diesmal noch uiibui w a.h.^ l* -' u m r bTrian hat man durch Amerrcas und -.“■■ chuds Verhalten etwas verschämt zum Rückzug geolaw airtrev hafieaen ist das Programm Louar L«ws. da-- eine endgültige ^efamtregelung beil ^?^„^ S»MÄM ÄuÄ ^
«Asche, diesem sehr genähert^und> auch M -^ M mehr und mehr auf qekmn- SWMSZ8 U» SÄ»Ä Kb E.» un» -d-Nch-u »*»
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Exuttolon^ beichnitiaic uns alle auSercu -*i. ■ 1 "' “"'SÄ'toU- «vatetem MW ab» sei«
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Auch Deutschland, das jetzt, fweit es überhaupt in feiner Macht steht, auf eine wenigstens einigermaßen gerechte Mitbeteiligt«»» an der Konferenz drängt, hat ein Programm der Kommission Überreich!. Es ist in seinen .'inzeluen Punkten noch nicht bekannt gegeben worden. Soviel aber geht ans der gilbest errette tzunos hervor, daß Deutschland acnullt ist, die denkbar möglichsten Oo Irr, die über honpt ein so heraogewirtschaftetes und durch leitidselige Politik ausgepreßtes Volk erMUen kann, M bringen. Die deutsche Reichoregierung wird der Pariser fcmiA mit fest begrenzten Zahlen kommen, und oh
«onferena mit fest ingrenzten Rainen nmmem m y y ; werden derarlig hoch sein, dah ein nur cinigermanen gerecht denkender Glä.cbiger sie als das Höchste kenu^eich- neu wird, roas überhaupt ein am Boden liegendes Volk m leisten vermag. Deutschland will sich ttlbit noch einmal gröhle und schtverste Opfer auferlegen und sich noch größere freiwillige Armut beaeben, wenn i m w sadutch errnöglicht wird, seine Freiheit und pouti du
Selbständigkeit zu erringen.
Also an Frankreich allein vor.- es diesmal wieder liegen, ob nun endlich der Anfang vom Frieden mmactu werden, oder ob der still schlerchende Krieg, den das Ber- saikler Diktat bcranibeschworen hat, weiter geführt wer den soll, nicht nur zu DeutschlmldS nnermcßlicheni -rha ben, fonbent auch zu dem ganz Curovas. e . c.
Vor dem Abbruch in Paris.
Poincarce lehnt den Borschiag Bonar Äaws ab und besteht auf Erprefsuug. — Italien und Be neu an
Frankreichs Leite. — Aeutzerft gespannte tzagc.
Die Pariser Konferenz scheint dem g'eichen Schicksal zu verfallen wie alle vorhergegangenen KonierenzeN. Nachdem gleich in der ersten «wung Frankreich, tLna- Kmö und Italien ihre Eut,chad,gung-'Vtane der Konferenz unterbreitet hatten, sind mit verster ^nrrfe d e Gegensätze l-ervorgeireten, die au, Grund dwser Plane zwischen den Alliierten hiusichlrrch der endgülccgen l jung der Entschädimrugsfrage bestehen. Der srauzömche Plan sieht unerhörte Pfänderforderungen vor, die vrü- stäudig von den in dein englischen Plan ^yrankrerch zuliebe vorgesehenen e^vaugsmatznahmeu, falls DeutI, land künftig seine Verpflichtungen verletz«, achweiche«. 's-i-inegree Hai zu feiner '^ nisterrat einberufen, der Wt« englcjcheu Borichlag^ ein stimmig verwarf« hat. Nach betn Beschluß des lranzo- fifd^n Kabinetts bedeuten die eimlischen VoriE^ /"/ beträchtliche Bermürdermig der lranzSsische« Forderun gen mit neuen Zeitaufschüben und ohne Pfander cmme einen endgültigen Verzicht auf die wesentlichen BerNm- munge» des S^rsailler Vertrages. Pmnearee hat Zrr- turrgsvertreter» gegenüber erklärt. «n„wesv der^^u- ^osifct-e BmRbla« nicht mrgenouunen wuroe, ernfach iew aeftefft werben müßte, daß eine lktnigung nicht moglini
IM Uefa» Stalle würde die Kviößerenz fowti aus« E^^er^wwyttgste Unterschied zwischen der französischen und englischen Aufsaffung in der Entselmdigungsfrage ist der, daß Frankreich während des angeblich zweitzchrigen Moratoriums ungeheure Zahlungen von Deutschland fordert, während England mit Ausrurhme der K ohlen- lieserungen keinerlei Forderungen von Demschland in den nächsten vier Jahren wirken lassen will. Außerordentlich beunruhigt zeigt sich die französische Oest'entllch- keit darüber, daß England auf das Verschwinden der Etitschädigungskoutmifsion dringt, und wie die französische Presie mit Verdächtigungen immer gleich bei der Hand ist, so behauptet sie, daß dieser Borschlag die Rache dafür sei. daß Vradburn bei der Beratung über die absichtliche Verfehlung Deutschlands in der Minderheit geblieben sei.
r Nach dem Bericht über die zweite Sitzung der Pariser Konferenz soll sich der belgische Ministerpräsident Tbeu- nis für den französischen Plan ausgesprochen haben. Wie die »Takln Mail" zu berichten weiß, sind auch die Iia- licner der Ansicht, daß der englische Plan ungeeignet für weitere Besprechungen sei. Von der Londoner Presse wird der Plan Bonar Laws fast einmütig gebilligt.
Die zweite Sitz«»-.
y» Aus Paris wird gemeldet: Die zweite Sitzung der
Pariser Konferenz begann um 3 Uhr nachmittags. Der erste Test der Sitzung wurde von einer langen Rede • Poincarees ansgefüllt, in der der französische Mimster- i präsident seine Ein wände gegen das englische Projekt
' auseinanderseyte. Er wies darauf hin, daß der Plan Bonar Laws die wesentlichsten Bestimmungen »es Ver- sailler Vertrages verletze und daß er Deutschland in ungebührlicher Weise von seinen Verpflichtungen entlaste. Deutschland wäre darnach mit seiner herabgesetzten auswärtigen Schuld und seiner kaum noch existierenden Staatsschuld (??) in der Lage, ben Plan einer europäischen Vorherrschaft (!!), den der Krieg unterbrochen hatte, wieder aufzunehmen. Poincaree machte fernerhin darauf austnerksam, daß die Zahluugeu, die nach dem englischen Plan den Alliierten zufallen sollten, noll- ftäudig uugcnügcud seien. Nach dieser Rede trat eine Pause ein, die bis 6 Uhr abends dauerte. Bei Wiederaufnahme der Sitztmg nahn, Bouar Law das Wort. Er brächte die» Gesichtspunkte bei englischen Aboröuuug zur Sprache. Nach ihm erörterte der belgische Ministerpräsident Theums die Auffassung Belgiens, wobei er M mit Poincaree soUdarifch erklärte. Der italienifche Vertreter Toretta stellte in Aussicht, daß er einen geänderte« italienischen Plan vorlegen werde, mit dem verjuä c werden solle, die französische nub bk englische Auffassung einander zu näher«. Um 7^f» Uhr wurde die Sitzung aufgc^üLN und W tuu^^^^ua <W heu folgende«.
Der frMi-üsijche EntfchüdtFungtzvorfchlag.
Hcivas veröfsencücht nunmehr ausführlich das von Poincaree vvrgelegie Programm. Die franaöfifdie Re« gierung erklärt darin, daß sie nicht geneigt sei, irgendeine Herabsetzung ihrer Anteile an den Zahlungen am »«nehmen, die Deutschland auf Grund des Zahluugs- ftatuis schuldig sei. Dieser Anteil sei schon heute nicht ausreichend (?), um die Pettsionslasi (!) und den Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete zu oeeffli. Eine Herabsetzung der deutschen Schuld sönne also von der französischen Regierung nur dann tu Betracht genügen werden, tueiin gewisse unter ihren Alliierten eine etwaige Herabsetzung oder anderweitige Regcinng ihrer Forderungen an Deutschiaud durch Ävättdercucg ihrer Atstetl- jäve uud die Gewährung einer Priorität für den Wiederaufbau der verwüsteten Gelnete augestäuben. Die französische Regierung erklärt sich bereit, die Obligationen E, die sie gegebenenfalls für ihre eigenen Forderungen in Zahlung erhält, zu annullieren, wenn dieser Gedanke von den anderen angenommen würde und wenn diejenigen unter ihnen, die Gläubiger sind, gleichfalls sich entschließen, die Obligationen C, die ihnen scher- geben würden, zu annullieren.
Der französische Plan verbreitet sich sodann über die Zablnugsmodalitäteu unb stellt feit, daß die sranzösische Regierung auf dem Standpunkt stehe, daß es in gemeinsamen Interesse der Alliierten und Deutschlands liege, die Bezahlung der britischen Schuld in einem beschränkte« Zeitraum zu sichern. Teshalb mühten die AMiertt'n die Emission von auswärttgen Anleihen Demi'üanbo begünstige«. Zur
Reorganisierung der deutsche« Finau >e« schlägt der frauzosische Plai» vor:
1. Ausarbeitung eines Ltavilisierungsplanv de: oeutidiexi Währung durch die -eutfäte Regierung »et der Pleparationöfommiffton zur Billiglucg HU unterbrei ten sei.
2. Sofortige Maßnahmen seien zu ergreifen, uns m- deutsche Budget ins Gleichgewicht zu klingen und bkit'v Gleilligewicht dadurch aufrecht au erhalten, daß man v > gressiv in den Ausgaben nie notwendigen Kleinie 'Anstelle. um Deutschland zu gestatten, -eine Revarunvus schuld zu bezahlen.
3. Von Beginn der Airmevdnno planes laßt die Deutsche Reuhsvank den Diskont für Schatzvons eiuftcUcn. Bedürfuisse des Deutschen Reiches, die nicht durch die normalen Eknimhmeu gedeckc seien, seien durch innere deutsche Anleihen flüssig Qn machen.
4. Zur Verstärkung der Drsoosittou«, die geeignet seien, die Kapitalflucht zu verhindern, dient die Theßcu- rierung ausländischer Devisen im Inland unt die Organisation der Kontrolle durch den GarautieausjchuA^ Auch hierfür werden bestimmte Bedingungen festgesetzt. Der Ausschutz soll u. a. jede A«Sgnbe z» untersagen unb jede Erhöhung, sie er für notwendig haste und bestimmt sein soll, Deutschland zu gestatten, feine Reparationslast zu begleichen, vorschreiben. (!) Er solle über Me Reichsbank eine Kontrolle ausüben.
Wenn das vorstehende Programm nicht innerh>ilb der festgesetzten Zeit angenommen und wenn die deutsche Regierung sich nicht unmittelbar bat Anforderungen der mit der Kontrolle beauftragten Organismen füge, dann werde diese Berfettzung als eine vorsätzliche Ber- fehlnng angesehen und die vorgesehen« Sanktionen sofort und automatisch in Kraft treten.
Die Verlegung des Sitzes des <^artuittefomi«es nach Berlin und die Angliederung von Vertreiern der Reich- neriändern der ausländischen ^stecke an das Stüiruitc
soweit Ausländsanleihen anigetegt sind.
Moratorium für zwei Jahre
Die französische Regierung sei nicht geneigt, ein längeres Moratorium als für 2 Jahre ins Auge zu fassen. Sie ist der Ansicht, daß diese Kr« nur dann bewilligt und auiceckr erhalten - werden Dune, wenn DeutscUand im Einverständnis mü »er KeparationS- kMmmmon eine unertätiidte Sürihzxtßrnici warbt, set« Ftnünzeu zu reorgmm.en< ^efvanzouicye «eg^- uing hält es für angebrachi, bap werter bezahlt werben. Die Besatz««gskosten, wie sie durch dos^Attommen vE 11 März 19^2 feügefebt worden teten, dre Ausgabe» für die interalliierte Kommission in den Rheinloudeu rmd tue Ausgaben für die MUctär- unb Mar'w-ko«iroLkE- ’uifüou Weiter zu leisten seien auch die Sachüefernng« unter den im Vertrage und in den HackbelSabkonncreu vorgesehenen Bedingungen. Daneben hm Dentschlmrd die ■ enteren Verpflichtungen (Ausgleuhszahtungen, Re. ftitutivnen usw.) zu erfüllen, die die Vercrage und Abmachungen Decitschlauö auferlegen, und .swat unter den •HtbinguüoS, die sie augenblicklich beherruhem
Die Pfänder.
Poincaree besteht unbedingt auf Ergreisung vou Pfändern, will allerdings die Ertragnisse der Pfänder der deutschen Regierung zur Berftigung stellen, wenn sie ihren Verpslichiuicgen nachkonmie. Es heißt dann weiter: Das von der franrösischen Regierung ansge- arbeitete Prograuim versuche soviel wie möglich My militärische Besetzung zu vermeide«, ausgennmme« Fall, daß Deutschland sich nicht drifte au alle ^^pflich- imuieu halte, die das Programm ihm auserlege, M wek- chem Fälle auch die Sanktionen automatisch tn Kraft treten, bi im nachfolgenden Kapitel vorgeieyeusind Iu dieser Hinsicht übernehmen öie Alluerre« «-«einander eine absolute Bcrpilichtnng, ie, es, »,ese AGktiom.« gc- meiusam auzuwendeu, sei es, kccucrlct ®m®-nj J“ ,u erhebe», wenn einer vou ihnen aller« ß^ »ur Anwendung bringt. Die französische Stea»-r««g '" «vr'E^ davon überzeugt, daß, wenn die Alliiern« bin es 1 tos stramm aunehme« und mit ihr gemeinsam arbeiten, uin I. her deutschen Regiernvg aiifzuzwingen, seiue ^urch: führnleiuerlei Schwierigkeiten erfordern werde, «vd daß jede Trnppe«bewegn«g im besetzten Gebiet unnötig । n ndjt werde Besondere Explikationen werben gelle» fer? werben iu dem folgenden Programm, über das ein Stein«« gegeben wirb; .