eingedracht hat, daß 70 Millionen Dollar zur Bctdnrp- fung der Unterernährung in Deutschland und Oester- reich verwendet werden sollen, besonders großes Inter- esie verdient. Es wurde folgende Entschließung angenommen: Die deutschen Aerzte machen mit allem Nachdruck auf die große Gefahr aufmerksam, die dem drut- schen Volke irrfolge der zunehmenden Verelendung droht. Für die Mehrzahl der Deutschen seien die erforderlichen Lebensmittel nur noch in völlig ungenügen- dem Maße zugärrgig. Dazu käme außerdem die Wohnungsnot, der Kohlenmangel und Sorgen und Entbeh- rungen aller Art. Die Folgen zeigten sich schon heute und würden namentlich bei Kindern schrecklich sein. Die Tuberkulose besonders breite sich aus. Die Seuchen gefahr könne nicht schwer genug eingeschätzt werden. Dei deutschen Aerzte rufen deshalb die gesamte Kulturwelt auf, die Dinge init klarem Auge zu sehen und dem deutschen Volke die zur Besserung notwendige Umgesta! tung der verzweifelten wirtschaftlichen Lage zu ermöglichen.
Neue Verhandlungen Zwischen Aerzten und Krankenkasse». Das Reichsarbeitsministerium hat die Aec e und Krankenkassen zu neuen Verhandlungen eingeta- den, um die Gefahr eines vertragslosen Zustandes mit dessen Eintreten man anfangs Januar rechnen müßl> ■ abzuwenden.
Die Bedkngusse« Amerika».
^ Neuyork. Räch Blättermeldungen aus guter Quelle wird angekündigt, daß die Vereinigten Staaten die interalliierten Schulden für eine gewisse Zeit, ja »ollkomi mcu annvlliere« wollen. Die Entscheidung wird von der Anstrengung abhängen, die die Schuldner machen, um ihre Hauptschulden zu bezahlen. Die Annullierung verstehe sich nur unter der Bedingung, daß die Alliier- ten sich über den Betrag der deutschen Reparation»« schulden einiate». Die amerikanischen Sachverständige» seien der Ansicht, daß dieser Betrag 12 Milliarde« fern muß mit einer jährliche« Zahlung von 500 Prillione» Goldmark. Eine andere Bedingung sei die Herabsetzung der Stärke der europäische« Heere. Erst dan» würden die amerikanischen Bankiers sich an einer tatet* «ativua e« Anleihe beteiligen, die Deutschland gestalte» werde, seine Finanzen zu stabilisieren.
Die Kreditbereitschaft Amerikas.
►* Paris. (B. T.) Die bereits angekündigte Note, ta der Amerika seine Bereitwilligkeit zur Teilnahme an der Regelung der europäischen Schwierigkeiten erklärt, soll erst dann veröffentlicht werden, wenn die Absichten der französischen Regierung bekannt sind. Wenn Frankreich zu einer versöhnlichen Politik bereit wäre und die französische Regierung auf die Besetzung des Ruhrge- bietcS verzichten würde, dann konnte die Mitteilung der Note vielleicht schon in einigen Tagen erfolgen. Der amerikanische Plan bestellt darin, daß durch ein internationales Konsortium dein deutschen Reiche ein Kredit von 1% Milliarden Dollar eröffnet werde.
Noch keine EnlschcWmrg Amerikas.
^Washington. I« der Kah veitsf^ uns unter dem Vorsitz Hardings wurden die Neprratiouefrage und eine internationale Miethe a« Deutschland erörtert, das nach amtlichen Mitteilungen an Amerika unmittelbar vor dem Z«famme«brnch steht. Es wurde ir dessen noch keine endgültige Entscheid»««? erreicht. Der Bericht des deutsche« Botschafters im StaatsdepLrteMsnt uwmcttel- bar vor der Kabinettssitzung wird dahin ansgelegt, daß Harding alle verfügbaren Fuformattonen über die Lage Deutschlands erhalten wollte.
Die Beratungen über die EutschäSigungsfrage.
»^ Berlin. fL. A.) Nach der Berichterstattung des Staatssekretärs Bergmann über seine Verhandlungen in Paris und London ist die Besprechung der Sachverständigen im Neichsfinanzministerium sortgesetzt worden. Der Reichskanzler hat die Parteiführer empfangen, um ihnen über den Inhalt des Berichtes Bergmanns und wahrscheinlich auch von den weiteren Plänen der Recms- regierung Mitteilung zu machen. Infolge dieser Parteiführer-Besprechung dürfte sich die Einberufung des Auswärtigen Ausschusses erübrigen. Später hat eine Kabinettssitzung stattgefunden, in der man sich erneu« mit der Entschädigungsfrage beschäftigt hat. Dre Besprechungen mit derr Sachverständigen der Bankwelt und Industrie insbesondere mit den Jndusmellen aus dem Rheinlande, die hierher gebeten worden sind, wird in den nächsten Tagen beginnen.
Die deutsche« Ent' ' igu«gszahlnugen.
^ Paris. Der „Tevnps faßt in einer halbamtlichen Note den gegenwärtigen Stand der deutschen Reparationszahlungen zusammen. Danach hat Tenttchland durch die Bezahlung des am 15. Dezember fällig gewesenen Restes von 60 Millionen Goldmark die tur die- ses Jahr vorgeschriebene Gesamtsumme von 720 Millionen beglichen. Für das kommende Jahr hat Deutschland einen vollkommenen Zahlungsaufschuo verlangt, auf den die Antwort der Neparattonskonrmnnon noch aussteht. Falls eine Antwort der Komwunon mcht rechtzeitig erfolgt, tritt, wie das offtzwie Black mittelst, der Zahlungsplan vom 15. Mai 1921, dasnnd 200 Millionen Goldmark und 26 Prozent des Ergebnisses der deutschen Ausfnhr, automatisch wieder in straft.
Der Preis für das zweite Umlagedrittel.
Berlin lT. U.) Wie die „T. U* erfährt, wird das Kchskabstrett schon in diesen Tagen den Preis für das zweite Drittel der Getreideumlage beschließen. In führenden landwirtschaftlichen Kreisen erwartet man, da« die von Preußen vorgeschlagene Bezahlung des Umlagegetreides durch Stellung von Chilesalpeter nicht erfolgen wird, weil die Zwangrzvteilung von Chilesalpeter auf außerordentliche technische Schwierigkeiten stoßen würde.
Bertra»e»s»ot«m für Pgincaree.
»-»Paris. Die Kammer hat um 1-4 Uhr nachts die Del atte der Interpellationen über die auswärtige Po- Mit der Negier»«« beendet und den: Ministerium mit 512 gegen 76 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen.
Mussolini über die Londoner Konferenz.
»-»Ro«. Im Ministerrat erklärte Mussolini: Die Londoner Zusammenkunft habe nicht das geeignete Resultat ergeben, weil sie nicht genügend vorbereitet gewesen sei. Er werde sich nicht zur Pariser Komerenz am 2. Januar begeben, wenn sie nicht vorher hin reichend di ^->^atrsch vorbereitet würde. Seine Meinung sei, daß man mit den Winkelzügen ein Ende mache» muffe, die entnervten und den Ruin herbei führten.
Rücktritt der poluifche« Regierung.
«-»Warschau. Im Sejm wurde der Rücktritt der Regierung mitgeteikt. Es ist bisher völlig unklar, auf welcher Parteigruppierung die neue Regierurcg gebildet werden soll. Die mit großer Spannung erwartete In- tervellationsdebatte über die blutigen Vorgänge anläßlich der Prüsidentenvereidigütig verlief stürmisch, aber ohne besondere Zwischensälle. Aus der Straße sorgte ein t*nr itarf>a AiiNremu mm RoliäLt stic Nulle und Lrd-
nnng. Die uational-demokrastsche Presse m Polnisch- QbersMesien stellt sich anläßlich der Wallt des Professors Narutowiecz' zunc polnischen Staatspranden:en veranlaßt, in besonders heftiger Weise dagegen zu protestieren. In ihrer aelmssigen Tonart scheut sie nicht davor zurück, zu Gewalttätigkeiten anfzufordern, und bei ihren Angriffen auf Narutowiecz bat sie besonders die deustch« und «wische Min derbe st im Auge. Der Einfluß Kor- fantivs aus dieses Verluüten ist unverkennbar.
Haxdei xx» veestchr.
»^ Devise«k»rfe tamtsiche Schlußnotierungens der Ber- liiter Börse vom 16. Dezember: Holland 1 Milden Geld 2538.63, Schwetzi 1 Franken 1216.W, Englaxd 1 Psund 29 426,25, Amerika 1 Dollar 6334,ts fam Bvrbörsenlage
7406,43).
^ Berli«, 16. Dezentber. Am heutigen «ckreidemar« wurde« bezahlt für 50 Kilogramm Wetze, märkischer 1-4 700 bis 14 400, Tendenz schwächer, Roggen märkischer 13 300 w? 12^09, vEnerfch-rr 13150 bis 12 650, Tex- N«s n**. Hgf« «SEder W<00 bis 12700, Tex-de«,
U» Me DM vov! 36. «4 cknsäcküh.
«ch 2K S-menOn-r betribpt das @6lt>so«»«l»e» WINW » ^
Dollar 633448
Teilverbot der „Köln. Ztg." im Meisten Gebiet.
x Köl». Der kommandierende General der Besat- zuugsabteilnng Duisbnrg-Ruhrort hat für seinen Be- ß lsbereich die „Kölnische Zeitung" aus die Dauer von acht Tagen verboten. Als Grund werden lügenhafte und boshafte Erklärungen in einem Artikel angegeben, der unter der Ueberschrift „Belgifche Kriegsgerichts urteile" am 2. Dezeurber veröffentlicht worden ist. Die „Kölnische Zeitung" bemerkt dazu, daß es sich um einen Bericht über die Verurteilung des belgischen Polizei- beaurten Smith wegen Erschießung eines Polizeibeamten in Hamborn im März d. Js. handelt. Die „Köln. Ztg." hatte dem Bericht den damals von deutscher Seite sestqestellten Tatsachenbestand zugrundegelegt, wie er mich ieinerzett in der „Kölnischen Zeitung" gebracht worden ist.
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Haus und Seele.
Vo» Clara Prietz. - -
Je mehr der Mensch eine in sich gefestigte Persönlichkeit ist, umsomehr wird er seiner Umgebung seinen Stempel aufdrücken. Da aber in jedem von uns ein Stück Eigenart steckt, werden wir alle, mehr oder weniger bewußt oder unbewußt, auf unsere Umwelt ein- wirken.
Bei uns Frauen ist nun die allernächste AEtrah- lung unseres Wesens, unserer Seele die auf unser Heim. Jedes Haus wird vor allem den Charakter der Hausfrau, der Gattin und Bcutter wwerfpiegeln, deren Obhut es anvertraut ist. Das alte Sprichwort sagt richttg: „Der Mann ist des Hauses Kopf, die Frau des Hauses Herz."
Viele Frauen ahnen garnicht, welche Möglichkeiten hier gegeben sind. Sie meinen, daß die Schönheit und Behaglichkeit des Heims vom Geldbeutel, vom Wert der Einrichtung abhängig sei. Bei näherm Nachdenken werden sie aber selbst finden, daß diese Annahme nicht stimmt. Gewiß, der Geldwert der Aussteuer, der Geschmack des Dekorateurs oder des Innenarchitekten können fühlbar sein, aber je mehr sie vorherrschen, umsomehr wird man auf Mangel an Eigenart im Geschmack und an selbständigen Schönheitssinn bei der Frau des Hauses schließen müssen — ihre Seele muß arm sein, wenn sie sich nicht selbständig äußern kann.
Man denke an ein anderes Heim — an eine landläufige, bescheidene Mobilar-Ausstattung, — und dock) kann es uns beim Eintreten in die Zimmer wie Anmut und Eigenart entgegeriwehen. Sauberkeit, gefälltste Ordnung, die doch von Behagen und Bewohntsein der Räume spricht, gepflegte Blumen, Bücher, die gelesen werden, Decken und Kissen, die eine persönliche Note geben, gute, wenn auch nicht kostbare Bilder, Uebereinstimmung der Farben, ein Unwägbares an Leben, das den toten Gegenständen eingehauck« ist, können stark von der Seele der Frau dieses Hauses.sprechen. Wer zu lesen versteht, wird manche Einzelzüge- richtig deuten. Pietät, die alte Famtkienandenken an liebe Tote ehrt, die geistige Art und Beschäftigung der Bewohner, das Streben nach Sauberkeit, Ordnung und Fleiß und vieles andere können wir aus dem Eindruck erfahren, den ein Heim auf uns macht.
Gerade heute, wo das Setm; <ine Kostbarkeit und für viele unendlich schwer zu erriHo.cn ist, sollten wir Franc uns dieser Verantwortung bewußt sein. In den reichlichen Jahren von dem Krieg W auch hier viel zu v ei Luxus erstrebt worden, jeher schielte nach oben und wollte möglichst „erstklassig" und „modern" etagmubkn sein. Heute ist vieles von dem damals Erstrebten und errungenen weder schön, noch den Zeitverhältnisse», den Einkünften, den Räumen, der Arbeitskraft entsprechend. Vieles wird verkauft, vieles als eine Art Belastung weitergeschleppt. Dabei kann sich die Freiheit rrnd Anmut in der seelischen Einwirkung der Frau auf ihr Heim rreifich nicht sichtbar auswirken.
Es gilt auch hier, unser Arnigewordensein ehrlich 5l^!Ä^Eehen, sich nach den Mnkünften uud Räumen zu Ee». «M Aer KttM MKklxUÄkre Kraft Mmw» au
peilen. „In der Beschränkung zeigt st« erst der Meister —", dieses Wort kann gerade hier und heute seine Wahrheit zeiget:.
In dem bescheidener gewordenen Heim, das nicht mehr „dekoriert" und auf Geselligkeit und Eleganz hin eingerichtet wird, in dem jedes Stück wertvoller ist als früher, wird die Seele der Frau sich mehr zeigen sönnen als in den Luxnseinichtungen der Borkriegsjahre. Wir Frauen müssen uns bewußt iverden, welche schöne Pslicht und Freude hier für uns lieg1 Mehr denn je sind Mann und Kinder aufs Hairs angewiesen, und mehr denn früher 6rauchen die Freunde des Hauses nicht die so teuer gewordenen materiellen, wohl aber die geistigen und seelischen Gaben. Ihre Uebcrmrttlerm ist vor allem die Hausfrau; — möge ihre Seele wachsen, damit sie ihrem Heim viel fein und geben samt!
ctn wie einfacher Umgebung höchste geistige Werte gedeihen können, sehen wir in Weimar an Goethes Gartenhans, an Schillers Wohnhaus. Vor mehr als hundert Jahren war äußerlich ein ganz einfacher, fast ärm= Inner Zuschnitt vorhanden. Bei einer Kerze saß man damals, in der napoleonischen Zeit in dem einzigen Wohnzrmmer und hatte trotzdem Raum und Herz für die Freunde. Wir wissen, daß gerade in dieser Zeit Kränen wie die Rahel, Bettina von Arnim, Caroline Schlegel, Henriette Herz u. a. ihr Heim zu einer Wohltat fnrjbnne, zu einer geistigen Bereicherung des Lebens jener Jahre werden ließen.
Jeder nach feinem Maß, nach seiner Kraft — möchten viele Frauen so viel Seele haben, so viel Anmut und Eigenart, daß sie ihrem Heini diesen Eigenstempel geben, daß für die Nächsten und darüber hinaus für Viele, die kein Heim in diesem Sinne haben, hier Werte geschaffen werden, die kostbarer sind als alle käuflichen.
Ein moternea MÄAuWsmilrHea.
Die stillen Dezembertage mit ihren frühen Abenden sind wieder da, Vorweihllachtsstinunung legt sich wie kleine weiche Kinderhand auf die Seelen der Btenschen. Märchenraunen schmeichelt sich uns ins Ohr. Und das geheimnisvolle „Es war einmal" ruft alte Mürchenbilder wieder wach.
Nein, wir wollen es nicht hören, dieses geheimnisvolle „Es war einmal". Was war alles einmal? Wir denken da nicht an die vermunichenen Prinzen, an neugierige Prinze'sliineri mit goldenen Krönchen und Pan- töftelchen, an die bösen Hexen, die immer noch nicht ausgestorben sind: an Hecken verwachsene Schlösser mit tausend Türen und Zimmern, sondern an billige Koteletts, Ausflüge ins weite Land mit wenigen Talern in der Tasche, Schlipse zu paar Groschen, Schuhe zu paar Mark und Weihnachtskonfekt zu paar Pfennigen. 91 ein, laßt dieses Märchen „Es war einmal", das vorn Schlaraffenland und schon tausend Jahre zurückliegt und deshalb nur so bitter ist, weil wir dieses Scdlarasseulandglück mit erlebt haben...
Großmutter sitzt int Mntftubl, der einst dreißig Mark wert war, und gestern erst hohem „Interessent" 12 00t Mark dafür, erünmmter liebt ihre Enkel. Sie kommt alle Jahre im Dezember zu ihnen. Früher kam ihr die alljährliche Herzensfreude r Mark, jetzt bat sie dafür über 800 Mark geopfert, und da hat sie noch Glück gehabt. In vier Wochen würde sie weit 3000 Mark kosten
Großmutter ist eine moderne Großmama. Sie erzählt ihren Enkelkinderchen nur ganz moderne Märchen Die alten glauben sie ja doch nicht mehr. Als sie einmal den Kinderchen das Andorsensche Märchen von den
„Schwefelhölzcheu gibt es ja gar nicht," rief das vorlaute Mädel. „Es gibt mr schwedische." Und als trotz- de»l die ©rofnnama sortfuhr und das arme Mädchen kla
gend ausrufen ließ: „Slawen sie mir ein Päckchen Hölzchen ab; nur drei Pfennig kostet es," da lachte der naseweise Bub laut auf und rief es ja überhaupt keine! . . ."
Ha! Unter zehn Mark gibt
Aber heute erzählte einmal Großinama ein ganz -ernes Märchen. Und also klang es:
mo-
Seins
„Der Oberteufel war wieder einmal tiefsinnig worden. Er wollte die Menschheit einmal gründlich Elend stürzen. Der Teufel Mars hatte das Handwerk doch nicht so recht verstanden. Es uiußte ein fchlirnme- rer auf die Erde geschickt werden, namentlich nach Europa, das der Oberteufel so bitter haßte, weil ihm das schon seit Jahrhunderten zu Leibe gegangen war; und da wieder namentlich nach Deutschland, wo ein gewisser Goethe, der sich nach dem Tode statt in die Hölle auf den Olymp geflüchtet hatte, den Mevhistopheles so lächerlich gemacht hat, daß sich der arme Mephister dort nicht mehr, selbst auf der Bühne nicht, sehen lassen kann.
Aber er fand seinen Teufel in seinem Höllenreich. Peit, Cholera und Grippe streiften, da sie noch von Carbol und anderen Ingredienzien die Nase voll hatten. Da kam Die allzert erfinderische Großmntter —!"
„Du?" rief das Mädel.
„I, nicht doch! Des Teufels Großmutter," antwortete Großmama ärgerlich.
„Ach so."
-Also da fam die allzeit erfinderische Großmama" - »Also doch du?" fiel ihr der Knalle ins Wort.
- "Nein.doch des Teufels Großmutter. Und die brächte ein kleines goldenes Teufelchen, frisch aus der Hüllen- retorte gezogen, und sagte: „Hier ist der neuste, schlimmste Teufel, mein Sohn, den laß einmal los!" Und das kleine goldene geriehen wurde losgelösten. Direkt auf Deutschland. Und es arbeitete unheimlich. EZ setzte Schnell züge in öewemtna, machte Warenhäuser leer und die Vörsen toll: die Menschen zu Tollhäuslern oder Ver- ^^-öen Hundertmarkschein zum Zwanzigstelpsenntg und noch weniger; ehrliche Leute zu schlechten Kerlen, das
^um teuersten Luxusartikel, sodass der Oberteufel und seine Großmutter ihre helle Hüllensreude hatten. Da lraate der Oberteufel seine Großmutter: ..Wie heißt denn dieser Mordskerl?"
iantwortete sie, und beide lachten noch herz- licher, daß die ganze Hölle wackelte"--
. W aber ein schönes Märchen," sagte sinnend ^^dRadel. Der Junge aber fiel ihr ins Wort: .„Ich weiß ein noch viel schöneres:
einmal ein feiner Mann, der rauchte jeden WLIaarren, 50 Pfennig kam ihm der Spaß. Und Jahren gina er wieder einmal spazieren, und da '^^^ Mann im hlanen Kittel mit furchtbar schmutzi-
Stieseln einen Zigarrenstummel weg, und da bückte sich der feine Herr danach und hob ihn auf* h»i"sa* s W6 aar rein Märchen, dummer Junge," "EkLWMädel ärger lief) aus. „Das sehe ich oft."
UEa »nb sagte: „Kinder, geht in Der Zimmer. Ich habe Kopfschmerzen." V. M.
Bersamnlluuge« in München.
^ München. Die Sozialdemokratische Partei Münchens hat ■ 'V Mittwoch fünf ^eriammlungen einberufem um über das ^üeum „Geheimbt'mdelei der Natioiral-Sozia- listen, der Ruin Deutschlands, sprechen zu lassen. Daraus veranstalteten die Vlational-Sozialisten zehn BersanW- bürgen, die ohne Zwischeusülle verlaufen sind. l