Schluchterner Zeitung
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Bezugspreis monatlich 800.— Mark, Anzeigenpreis | J J
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»re-dner Bau? Schlüchtern. Fernsprecher Ar. 85. | ™
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5 Erscheint 3mal wöchentl. Drahtanschr.: KrnMatt Schlüchtnn. ? r Bruck «. Berlaa Fa. L. Hohmeister, Schlüchtern. Berantwortl. ? ZLchrifileit. H.-k. Hohmerfter, Schlüchtern. SeschüftSketle Brei- | zörüdnstr. 9. — Im Falle höherer Gewalt, Betriebs-^rvuß el s -Etromsperre erlischt jede Verpflichtung aus Gch-d!»krlstz. I
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Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern
Nr. 146
Donnerstag, 7. Dezember 1922
74. Jahrgang
Der Liebe Aufgebot film Kampf gegen die Minternot!
Ein Winter, notvoll wie je einer, ist für unser nnd Verzweiflung bedroht uns für die kommenden Monate alles Lebensnotwendigen. Die Frage: was werden wir schon heute mit schwerstem Druck auf zahllosen Gemütern.
Volk im Heraufziehen. Mit Hunger unk Blöße, mit Elend die unerhörte, noch immer im Steigen begriffene Teuerung effe«? womit werden wir uns kleide» und wärmen? lastet
Auf benen zumal, die nicht mehr im Erwerbsleben stehen, nicht so glücklich find, durch gesteigerten Verdienst, höheren Lohn- und Gehaltsbezug den riesig wachsenden Ausgaben sich einigermaßen anzupaffru. Einschränken werden wir alle uns müssen. WaS aber soll aus denen werde«, die schon vordem mit der Mark rechnen mußten, dafür heule nicht das Salz auf dem Brot zu haben ist, aus den Kinderreiche«, Alten, Gebrechlichen, den Alleinstehenden, für die kein Kind, kein Verwandtes mehr sorgt, deren Jahreseinkommen, oft der Ertrag eines langen, mühsamen ArbeltSlebeuS nicht für einen Monat mehr reicht, „zum Leben zu wenig und selbst zum Sterben nicht genug" ?
Ihre Zahl ist auch in unserer nächsten Umgebung weit größer als man denkt. Es ist festgestellt, daß viele nicht, zum Teil entfernt nicht, das sog. Existenzminimum haben, das heißt nicht soviel, um notdürftig ihren Hunger zu stillen und sich gegen die Winterkälte zu schützen. Dürfen wir sie ihrem Schicksal pretsgrbe» ? Wollen wir ihnen sagen: „Gott rate euch, wärme euch, sättige euch?" Nein, wir müssen ihnen zu Hilfe kommen, denn wir find Brüder. Wir verdienten nicht, so zu heißen, wir könnten nicht mit gutem Gewissen zur täglichen Mahlzeit aus niedersetzen und im eigenen warmen Zimmer sitzen, wenn wir litten, daß gleichzeitig hundert andere unter uns hungerten und frören.
Es bedarf eines plauwätzige« Hilfstverks, das hiermit ins Leben treten soll. Unter dem Namen
„Schlürhterner Winternot“
haben die unterzeichneten beiden Rotekreuzvereiur sich zusammengetan, die Mittel zu beschaffen, um unseren notleidenden Brüdern u. Schwestern durch d. Winter hin zu helfe» durch regelmäßig« Beihilfen zu denKosten des notwendigsti-nLebeasbedarfS.
Zur Durchführung dieses Hilfswerks bedarf (Brot, Fett, Kohlen, Kleidung) «Sga«z geilet Mittel. Mit
Die Bayerische Mittelpartei erhebt in einer Kund- gebmlg schärfsten Protest gegen die neuesten rlcte französischer Willkür, die sich in den Drohungen am Abtrennung der Rheinlande sowie in den Maßnahmen gegen die baycriichen Städte Paffau und Jngolstadt ausipre- chen. In den letztgenannten Maßnahmen iei nur der Versuch zu erblicken, neue Vorwäude für eine enso al- tige Losreitzung des liuksrbeiuische« Bayerns zn schaffen. Von der bayerischen Regierung wird getürdert, dan sie gegenüber feindlicher Gewalt und Unterdrückung, unerschütterlich festbleibt.
Die Erregung in der Pfalz.
Ueber die Stimmung in der Pfalz wurde oen „2)cun- chener Neuesten Nachrichten" aus Ludwigshafen gemeldet, daß die französische Sühnenore die Erregung unter der pfälzischen Bevölkerung noch verschärft habe, da Poincaree versuchen wolle, die pfälzische Bevätkerung gegen das rechtsrheinische Bayern aufzuhetzen. Dre Rechnung Poincarees sei allerdings eine Fehlreconung, denn er habe durch sein brutales Vorgehen gerade das Gegenteil erreicht von dem, was er beschlossen hatte.
Eine bayerische Presiesiimme.
„Die „Münchener Neuesten Nachrichten" beschüMgen sich mit der Note der Entente wegen der Vorgänge in Jn- ßolstobt und Passau und schreiben: Man habe ru Frankreich sedes Gefühl für die Leiden emes gequälten Bockes verloren und auch dafür, daß der Glaube an die unver- aänaliche Ehre eine Volksgemeinschaft in so bitteren Zorn versetzen könne, daß elementare Ausbrüche der Wut, dre vielleicht unbesonnen und unklug sein mögen, sich gegen die Bedrücker wenden. Das französische Vorgehen zeige, daß der zielbewußte Vernichtungswille und dre Aon-m, das linke Rheinufer immer fester in dre Hand zu bekou - men, das französische Vorgehen leite. Jetzt gehe es nicst allein um Hab und Gut, sondern um den Glauberl au die. unvergängliche Ehre.
Abwarteude Haltung in Paris.
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die auch heute gut verdienen, tu hohem Lohn stehen oder festes Gehalt beziehe«, wenbeu wir «ns mit der herzlich, dringenden Bitte: Kommt Euren darbenden Mitbrüdern zu Hilfe! Bringt Opfer für sie! Bestimmt einen Teil Eurer Erlöst, Eures regelmäßigen Monatseinkommens zvm regelmäßigen Beitrag für unsere
„Schlüchterner Mtutvruot-HMfe"
Am erwünschtesten sind aus feste Zeichnungen im voraus für die Wintermonat«; die Zeichnung«« und Zahlstellen find unten angegeben, — willkommen auch Naturalien, uamcntlich Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse und dergl. Groß ist die Not, die uns droht, größer sei die Liebe, die ihr stenert. „Einer trage des anderen Last." Der Kütfsausschuß für die Schluchterner Minternot.
Namens der beiden Rote-Kreuz Verrine:
von Lrott zu Solz. Kran von Trott zu Golz.
Landrat v. Vorf. des Männervereins v. Rotenkreuz Vorfitzende des Vaterl. grauenDtretuS.
Zahlstellen: KreiSsparkaffe Schlüchtern.
Stadtsparkaffe Schlüchtern.
Stadtsparkaffe Salmünster.
Spar- «. Vorschußkaffr Steinan.^
Bankhaus Sichel Schlüchtern.
Dresdner Bank Schlüchtern. _____________
e^ Aus Paris wird gemeldet: Die Parr?er Abendzer- tungen vermeiden Kommentare zur Rede des Reichskanzlers Dr. C«no, weil sie erst abwarten wollen, bis der vollständige Text vorliegt In der Mittagszenung .Information" wird geram: Tiere Rede^ unterrcherhe um nicht^Sdr oou bt$ »k d-. ^Sirrhs. > ^- ^.~. H^tchwacheres Echo der Früheren. Regierung. Dre e Auffasstma dürfte in parlamentari'chen Kreisen nich. ganz geteilt werden. Obwohl iedes Urteil bisher vermieden wird. scheinen einige Deputierte der Kammer dir Worte des Kanzlers klug und gerchickt zu finden. ^Was die französische Regierung denkt, werben wir ermhren, wenn die Losung aus dem Quar b ünay ausg.gebrt.
neuer Komet ist von dem Astronomen 2lieüe- rup in Kapstadt entdeckt worden. Für Europa ist del K^Die'Bariete^ in Wien sind auf 14 500 Kronen '''^‘ÄK^ des »-,-«-« L-nM-S hat die Aufhebung der Volksgerichte abgelehnt, ebenso auch die Einführung einer Revision gegen VolkSgerrcht^-
eine weitere Beschlagnahme des besetzten Rhemlauoes deuten erneuern wir das Bekentünis unserer Zugehö-
Der Neichswirtschaftsmimster erklärte auf ein. Au- frage, daß eine Verbilligung des Hausbrandes « J möglich sei, daß aber den Sozralrentnern, Kleinrentt Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen aus Rei^smitteln Unterstützungen gewahrt werden wlleu
Die ukrainischen Gymnasiasten Roman Lucoiko und Wasyl Krnpa, die an einem Attentat gegen einen Wahl- kommissar in Lemberg beteiligt waren, wurden flaute n^Die Stmiermngsvorlage wurde vom österreichischen Natwnalrat auch in dritter LZrmg erledigt, womit sie ^?Ä"Äw*Ä<>w Sowietreaterima erklären, daß sie in 1% bis 2 Jahren 000 Mann herabsetzen wolle.
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einer Besprechung zusammen, um s^) über ö^ Gehälter ^%ÖÄ“Ä
«BMtetot« iSr» am M. D-zeEr »oU-nd-t liSmm U Streck- D-I!a« 618 Ma-d-e
ligkeit zürn Deutschen Reiche und legen gleichzeittg gegen die veröfsentlichten Pläne feierlichst und entschieden Berwahrnna ein. Wir protestieren feierlichst gegen jeglichen Eingriff in unsere Rechtssprechung und; in unsere deutsche Verwaltung. Groß ist unsere Rot, aber noch größer unsere unwandelbare Treue zu unserer deutschen Heimat und mim Deutschen Reiche. Der Protest ist nn- lerzeichnet von der Zentrumspartei, der Sozialdemo- kwttschen Partei, der Deutschen Volksparteider Deutscy- nativnalen Volkspartei uub der Deitisch-deniolrgtifiDcn
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Die Sachlieferimge« an Frankreich.
Wie die „Münchener Zeitung" meldet. wurde n: München zwischen französischen Gruppen und dem Dem- NL»^
KÄÄ^ S»» patsche Wirtschaft sein werbe, von dem^rubimma -o^ wen und gegenseitige Achtung nusgehen werde.
Unerfüllbare »ok^rberungem
An amtlicher Stelle in Berlin verkantet, daß bei den ®a£ Ä* über Me Solzliesemn^n Lchwimüakeiten eingetrete« sind. Dre von der Grgw- feite aufgestellteu Forderungen geben offenbar über das hinaus, was Deutschand liefern kann.
ei» Fühler der bayerische« Mesarchistr».
»-.Aus Paris wird gemeldet:Die chtsten haben vor emrger Zeit ver,uchft«n . Erkundigungen darüber einzuziehen, ««Ste . sieurma der Monarchie in B a yeru v^dw ^.ts^mach tat ausgenommen werden würde. Wayrscheinliw nno die E»itenteregierungen ^..M^^M^4 ^ München drohende Gefahr aufmerksam warnenden Sdiritte Italiens nndder-
Nationalrat auch
Partei. ; •
Deutschnationaler Protest gegen die Erpressnngönoie.
Der deutichuatiouale Parteivorstand hat folgende Entschließung gefaßt: Die Deutschnationale Volkspartei erwartet von der Lieichsregierung, daß sie in unverbrüch- licher Einigkeit mit der bayerischen Regierung die mav- lvien Forderiuigen der Botschafterkonfereuz aus Anlag der Vorgänge in Bassau und Jugolstadt mit unbeugsa- nrer Entschlossenheit zurückweist, und daß sie sich durch keine Drohung und keilten Erpressungsversuch in der Wahrung deutscher Würde und deutschen Rechts beirren
läßt.
stammender proteji des Wsmianües.
1 e^Die politischen Parteien des Rheinlandes verbreiten einen Protest in dem es u. a. heißt: Aus Anlaß der »enertich von Paris kommendeli Meldungen, die am
Die Parteivertretung der Deutschnationälen Bolk^- pariei tagle in Berlin unb nahm eine Eutschließuna em- stimmia an, in der es heisst: Die immer'unverhülltt" hervortretenden Absichten Frankreichs aus Abtrennung der Rüeinlande vom Deutschen Reiche hegeMen dem ent- schirdensten Widerstände des gesamten deutschen Volkes trab iuSbsvndere der Rheinländer selbst. Trotz aller be- llaaenswerlcn Zersplitterungen im deutschen Partciwc- seu sichert die großen deutschen Parteien in dieser Frage einmütig und fest zusamnten. Die Parteivertretung der Deutschnationalen Volkspartei wird sich mit allen 4trat= ten für eine gerechte und wohlroollende Würdiaurrg der rheirrischeu Wiinsche etrisetzen und sich niemals bannt ab- finden, daß das rland der Rheinlands mit Deutschland und seinen Ein^lsiaaten zerschnitten i^er irgendwie ge-, ledert «trb. » h ^-<
Neue Krise in Lausanne.
fH> 3lus Genf wird gemeldet: Die letzte Sitzurrg der Orientkonferenz verfiel der Vertagung, ohne daß der ZeitvuE für die nächste Sitzung bestimmt worden wäre. Die EtWfindUng war nach der Sitzung aUgemein die, du z matt haarscharf an einem Brnch voiDeißctsmmeu b . Die Zurückhaltuug Italiens, Frankreichs und Amerikas in der Sitzung fiel allgemein auf. Die fübreubcit Mu - glieder der türkischen Delegation find von dem amwk. »tifcheri Admiral Bristol eingeladen worden, der, wie < ■ heißt, einen Vermitilungsversnch zwischen Rußland mw. der Türkei einerseits und England andererseits mne - iieDmen will. .
Russischer Protest.
Die russische Avordnung in Lausanne nei .e de n Präsidenten der Orienttonserenz eine Note zn, in . .' cs heißt: „In Ihrer Antwort vom 27. November . tigen die Vertreter der drei einladenden Mächte, u- ein einziges der in der russischen Note angeführten ^gu- mente zu entkräften, ihren Entschluß, Rutzlaud nur sie Beteiligung an der Debatte über die Meerengen rage zuzulassen. Die russische Abordnung sieht in d. >an- näckigen Bestreben, Rußland und seinen Beronyde'. die Beteiligung an der Berbaudlnng der Fragen, .. wre reMÄVarten oder irahestelMtden Staaten oder V-^.: betreffen, vorznentvaucn und sie vor vollend- e Gal