Mischen den bürgerlichen Parteien geht der Metnungs- gustausch auch nach den Besprechungen weiter. Man nimmt jedoch nicht an, daß vor der Sitzung des sozial- demökratischen Parteiausschusses ant Montag nochmals eine gemeinsame Besprechung mit der iozialdötmvkrati- sch-n Fraktion stattfinden wird. Als frühesten Sennin einer erneuten Besprechung beim Kanzler käme demnach der Montagnachmittag in Frage, wenn es bis dahin innerhalb der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft gelungen ist, ein gemeinsames Programm aufzustetlen.
, Der Reichsrat gratuliert Ebert.
1 ^ Berlin. (L. A.> Der Reichsrat hat dem Reichspräsidenten die Glückwünsche zur verfuisungaebenden Erneuerung seines Amtes ausgesprochen.
's Rene Beamtenverhandlungen in Anssicht.
Berlin. (T. U.) Die Führer des Deutschen Beamtenbundes, des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- Hundes, des Allgemeinen Beamtenbundes, des Gewerk- schastsringes und der Afa sprachen im Reichsfinanzministerium wegen der durch die fortdauernde Teuerung bedingten Erschwerung der Lebenshaltung vor. Finanz- mintster Dr. Hermes empfing die Deputationen persönlich und teilte ihnen mit, daß er die Notlage der Beamtenschaft durchaus nicht verkenne und bereits Anordnung getroffen habe, daß Mitte nächster Woche neue Verhandlungen über eine Erhöhung der Bezüge der Beamten usw. ausgenommen werden sollen.
Keine Aufhebung des Thüringer Landtages.
' r-4 Weimar. Der Thüringer Landtag sprach sich nach -namentlicher Abstimmung mit 28 Stimmen der Linksparteien gegen 23 Stimmen der Rechten und Demokraten »gegen die Aufhebung des Landtages aus.
Vor der Abreise der Repko.
, w Paris. In Erwartung der demnächstigen Reise Üach Berlin setzte die Reparationskommission in der amtlichen Sitzung die Regelung verschiedener technischer Fragen fort, die in der Schwebe waren. Der erste bri- ffsche und der belgische Delegierte werden in Berlin mit den arideren Mitgliedern der Kommission zmammen- treffen. Die Abreise ist auf Sonnabend festgesetzt morden.
Große Konzessionen Bonar Laws?
^o^. London. Chamberlain gab in einer Rede in Birmingham seiner Bereitschaft Ausdruck, mit Bonar Law Msammenzuwirken. Er sei jedoch der Ansicht, daß große rrmstände gemacht worden seien, um einen so geringen Wechsel hervorzubringen.
Die Frankentwertuug Frankreichs Schuld.
»^London. Der „Daily Chroniele" nennt Frankreichs Bestehen auf den schweren Forderungen angesichts Deutschlands Lage einfach grotesk. Nur ein sofortiges längeres Moratorium könne helfen. Statt dessen verlange Frankreich eine Kontrolle, die eine nationale Sklaverei bedeute. Im Handelst«! der Blatter wird ein Zusammenhang zwischen stetiger Frankenentwertung und Frankreichs Haltung in der Reparationsfrage betont.
Grotzfener in den Rumpterwerken in Johannisthal.
>$ Johannisthal. (L. Ab Die Auivmobrlhalle der Rumplerwerke in Johannisthal ist mit 16 neuen Luftschiffen und Automobilen durch Feuer zerstört worden. Der Schaden belauft sich auf % Milliarde Mark.
Faszistenputsch in Italien.
»^-Rom. (L. Ab Florenz, Pisa und Livorno sind von 0en Faszisten besetzt.
Politisch« Nachrichten.
‘ £ Neue Postgebühren in Oesterreich. Bom 1. November an werden die Postgebühren abermals verdoppelt. Es wird demnach das Porto für Postkarten 200 Kronen, 'für den einfachen Bries im OrtsveKehr SM Kronen, im Fernverkehr und nach Deutschland 400 Kronen kosten. i Die neue Erhöhung der Gütertarife. Wie bereits mitgeteilt wurde, werden mit Rücksicht auf die katastrophale Preissteigerung die Gütertarife der Reichsbahn am 1. November um 50 Prozent erhöht. Die Meldung, daß eine weitere Erhöhung der Gütertarife um 100 Prozent ab 1. Dezember beabsichtigt fei, ist aus der Luft ge- ^grifsem Die weitere Entwicklung der Gütertarife hängt von der heute noch nicht zu übersetzenden werteren Preisentwicklung ab.
Hilfswerk für die Kleinrentner, Witwen und Waffen. Unter Vorsitz des Reichsarbeitsministers Dr. Braun tagten im Reichsarbeitsministerium Vertreter der Zen- tralaroeitsgememschast, der Kommunalverbände und der Organisationen der Wohlfahrtspflege. Es erfolgte die Bildung einer deutschen Notgemeinschaft zur Linde- tims der Notlage der erwerbsunfähigen Sozialrentner, Kleinrentner, Witwen und Waisen. Es wurde beschlossen, das Hilfswerk durch die Veröffentlichung eines vom Reichspräsidenten, dem Reichsarbestsminffter und allen wirtschaftlichen, kommunalen und charitativen Spitzenverbänden unterzeichneten Ausrufes einzuleiteß. Landwirtschaft, Industrie, Handel, Arbeitgeber und Arbeitnehmer mögen sich in Einmütigkeit zusammentun, [Um das Hilfswerk zu fördern. In warmherzigen Worten legte der Reichsarbeitsminister der Landwirtschaft und den produktiven Erwerbsständen nahe, das Werk nicht in erster Linie durch die Hergabe von Geld, sondern .vor allem durch die Stiftung von Sachwerten zu unter- stützeu. Aus den Erklärungen der Arbeitnehmer ging hervor, daß in ihren Kreisen Bereitschaft vorhanden tet sogenannte soziale Neberstunden zu leisten, deren Ertrag der Notgemeinschast zukommen soll.
^.s der Heimat-
BorauOfichtl Witterung. Am2.11. (Donnerstag): Etwas kälter, wechselnd bewölkt, zeitweise heiter, etwa» Nieder schlüge, teilweise wieder etwas Schnee.
Am 3. 11. (Freitag): Ziemlich heiter, trocken, nachts und früh Frost, mittags unter Null.
—* (Preis für Altpapier.) Nach dem „Graphischen MaterialKnmarkr" beträgt der Preis für alte Zeitungen zum @'nm dein zurzeit bei Abgabe einzelner Pfunde 35 Mark, bei Abgabe in Zentner 30 Mark je Pfund. Wer also seine Z'itungen gut aufhebt, kann sich den Bezugspreis um ein gan, Erhebliches verbilligen.
—* (Ze tungslicbh iber) Seitdem das Abonnement teurer gewarben ist, gibt es v ele ZeitungSfreunde, die ihre Anhänglichkeit dadurch »um Ausdruck bringen, indem sie nach Eintreffen her Träger n das 8latt. das zwar aod-xe abonniert und bezahlt haben, e Mach von der Treppe weg oder wenn ei no h aus dem B'tcfkailen ober unter der Korridortür« he-vorlagt, sich rash eneigne» Diese Schnellentschloffeven wird es interessieren, daß hier genau so wie bei der E»t- Wendung irgend em.s anderen Gegenstandes ein glatter Dte-stahl vorltegt oder, falls (z. B. in Wirtschaften) etwas
h«r<msgeschttitt«u wirb, eine Sachbeschädigung. Wenn bet Abonnent zur Anzeige schreitet, ist eine gerichtliche Bestrafung zu gewärtigen. Darum Vorsicht.
— In der 20. Preußisch-Süddeutscheu Klaifettlotterie wurden u. a. folgende größere Gewinne gezogen: 18 000 Mark auf Nr. 225189, 10 000 M. auf Nr. 257100 359415, 5000 M. aus Nr. 20476 26972 29374 59489 74680 136559 177464 211415 244269 245427 267042 322588 346208, ferner 75 000 M. auf Nr. 101412, 30 000 M. auf Nr. 21193 350089. 15 000 M. auf Nr. 371525, 10 000 M. auf Nr. 16777 205790, 5000 M. aus iNr. 20375 20542 28178 63359 81190 t36798. -(Ohne Gewähr.) ~ , _______j
? Schtüchtern (StadtverordneteaveLsammlnug vom Montag, den 30. Oktober.) 1. Festsetzung der Vieh und Krammärkte bett. Die Anregung zur Festsetzung der Märkte gab eine Anfrage des Landrats, ob nicht einige Märkte, die jetzt noch im Marktverzeichnis geführt werden, in Fortfall kommen könnten, wenn' ein Bedürfnis für st« nicht da sei. Es wurde beschlossen, den Christmeßmarkt bis auf Weiteres in Fortfall z« bringen, der Kalte Markt dagegen soll bestehen bleiben. — 2. Bewilligung eines einmaligen Beitrages für den Obstbauvrret» des Regierunqsdkzirks Casiel. Es wurden 100 Mark als außerordentlicher Beitrag bewilligt. — 3. Bewilligung eines Zuschlages zu den von dem Weißhtader- melster Heinrich Urdach ausgeführten Arbeiten im städt. WachthauS. Die Nachforderung, die vom Stadtbaumeister Stikbeling begründet war, wurde genehmigt. — 4. Erhöhung des Pauschalbetrages für Unterhaltung des Kreispolt- zethundes. Die Erhöhung des Beitrags der Stadt Schlächtern auf 200 Mark wurde beschlossen. Der Bürgermeister wurde auf einen Antrag des Stadtv. Hadermann hin ersucht, eine polizeiliche Untersuchung zu veranlassen, ob bei mehreren Fällen, in denen in der letzten Zeit gute Hunde von hiesigen Bürgern eingegangen oder erkrankt sind, Vergiftungen oder eine Huudekrankhett vorliegt. Tatsächlich mehren sich in letzter Zeit die Fälle von Einbruchsdiebstählen, bei denen zuerst die Hunde beiseite geschafft werden. — 5. Bewilligung einer Spende für die hungernden Raßlanddentschen. Es wurden 1000 Mark bewilligt. — 6, Bewilligung von Ver- tretungstofien an der Stadtschule Lehrer Flemmig, der als Mitglied der Lerfaffunggrdenden Kirchenversammlung an btxen Beratungen in Caffel teilnehmen muß, hatte um einen Erholungsurlaub im Anschluß an die Herbstferten nachgrsucht, der ihm auch bewilligt wurde, und beantragte nun ihm eine Bethufe zu feinen VertretungSkoste» zu gewähren. Es wurden 600 Mark bewilligt. — 7. Bewilligung der Kosten für ein Gutachten über die städt. Waffervrrforgung. Ober- straßenmelster a. D. Lüders hatte für feine Tätigkeit als Sachverständiger über 500 Mark liquidiert. Diese Kosten wurden bewilligt. Nach dem Gutachten der Sachverständigen (Oderstraßenmetster a. D. Lüders, Mtlioratiousbausekreiär Thielmauu, städt. Baumeister Stiebeling) ist die Wasserversorgung der Stadt auf Jahre hinaus sichergestellt, wenn nicht durch Großabnehmer von Wasser fo viel Wasser verbraucht wird, daß die normale Wafferzufnhr überschritten wird. Es bleibe Sache der Stadt zu untersuchen, ob dies «.wa der Fall sei. treffe es zu, so müßten die betreffenden Betriebe von der stä»t. Wafferversorguug ausgefchloffe» werden. — 8. Abänderung der Ordnung bett. Erhebung von Veewaltuugsgrbührea. Es wurden allgemein 5—6 suche Erhöhungen vorgeuommen. — 9. Erhöhnag der Stromge- dühreu beim SlettrizitStswelk. Die neuen Gebührensätze für November waren schon in der vorigen Nr. der Schl. Ztg. veröffentlich). Der Preis von 50 Mark für Kraftstrom wurde beanstandet, da er in einem unrechten Bechackms siege zu dem Preise von 60 Mark für Licht In gemeinsamer Sitzung der ElrktrizitäLswerks-Ksmmisfiou mit Vertretern des Magistrats war der Preis für Kraft auf 45 Mark festgesetzt worden ohne Staffelung für Klein- und Großabnchmrr. Der Magistrat wurde ersucht, einen neuen Beschluß hierüber herbei zu führen. Die von der Stadtv.- Vers. In der vorigen Sttzuug beschlossene Erhöhung der Zahlermiete von 2 auf 5 Mark ward« vom Magistrat ab- gelehnt. Ein nach Aussage des Stadtv. M. Wolf in Vorbereitung RfiudUcher Antrag der Eiektrizitätswerkskommisfion, eine^Miadestzaxr für die monatliche Lichtstromabnahme zu brfchließeo, murre von Mitgliedern des Magistrats von voru- Herei« als aussichtslos abgelehnt. — 10. Erhöhung des Schulgeldes bei Lateinschule. Eine Erhöhung um 100"/, wurde beschlossen. Für die Gymnasialabteilung beträgt das «schnlgeid ab 1. Oktober d. Js. 1200 Mark, für die Real- abuilung 1000 Mark. Auswärtige haben wie seither 100 Mark mehr zu zahlen. — 11. Erhöhung der Vergütung für den ueveaumtlicheu Unterricht an der Lateinschule. Das Stundenhonorar wurde von 20 Mark auf 60 Mark erhöht.
— 12. Neuwahl eines Vorstandsmitgliedes für die Stadt- sparkasse und eines Mitgliedes des Finanzausschusses. Als Vorstandsmitglied wurde Stadtv. Hadermann, als Mitglied des Finanzausschusses Stadtv. Leo Dehler gewählt an Stelle des ausgeschiedenen Stadtv. Rofenbaum.
O Diedstähle. Beim Cementwelk Elm wurde der Blitzableiter von dem hohen Schornstein geftohleu. Ein eifriger Sammler seltenen Metalls (Kupfer) hat sich offenbar die Mühe nicht verdrießen fassen, so hoch zu steigen- um ein rares Stück mehr für seine Sammlung zu erlangen t- Eine Anfrage des Stadtverordneten Fischer in der Stadtverordnetenversammlung vom 30. d. Mts, warum nicht auch in bei Ltusengaffe als in einer VerkehrSstraße abends das elektrisch« Licht brennt, dastehende Kartoffelwagen, offenstehende Keller usw. gefährdeten den sicheren Durchgang, wurde recht bezrich- nenb vom Bürgermeister dahin beantwortet, daß das elektrische Licht ohne Birue leider nicht brenne. Es seien schon oft Birneu an der Richtlaterue an der Schloßstraße einge» schraubt und all« schr valb wteb« graohlen worden. Ebenso sei es in der Bahnhofstraße. Selbst an und in dem Schulen weibtn die elektrischen Birnen geslohiea. Man hege die Absicht, in Zukunft Strom an beu Birnen vorveijuleiten, so daß jeder, der ihnen zu nahe komme, kaltlacheluv avßurze.
Hanan. Vor der Strafkammer nahm die Berhandllrus gegen 63 des Landfri'd.nsor'tchs angeklagte Personen i ihren Anfang. Am 4. Juli d. Js. mürbe aus Anlaß der ; Ermordung Rathenaus er öem Amisorte Wäcktersvach eine Demonstration der drei sozialisiischen Parteien ver- anstaltet, wobei es trotz der Warnungen der FUbrer zu
verich,ebenen Ausschreitu'.tgen gekommen ist. Es wurden verschiedene Personen zum Tragen roter Fahnen gezwungen, Kaiserbilder zertrümmert, »in alter Gefangener befreit usw.
Hanseu lOberbessens. Hier fand eine arme Frau beim Kartonelleien ein Zwanzigmarkstück. Nach dem heutiaen töeldwert sind das 13 000 Mark.
Bürstadt lHessen). In einem schon längere Zeit begehenden Familienzwist bat der Landwirt Johannes Engler den Karl Brenner erschossen. Engler wurde verhaftet.
Frauksurl. Zwischen Sossenheim und Rödelheim, an Her Grenze des besetzten Gebietes, wurde der 28jährige Schrenner Rred von einem marokkanischen Soldaten bet emem Streitfall durch einen Bauchschuß schwer ver- vmudet. Er ist seiner Verwundung erlegen.
— Der Magistrat hat einer Vorlage betreffs eines Kredits von 150 Miaioue« Mark für das Hochbauamt ^ur WeiterMhrung städtischer Bauten zugestimmt.
Daukmarshauseu lWerra». Ein hiesiger ivjühriger Junge, der die am Wohnhan-e befindlichen Weinstöcke saubern wollte und auf der obersten Sprosse einer Leiter stand, stürzte rücklings von der Leiter auf die Stratze. Bewußtlos blieb der Kleine, der einen schweren Schädel- bruch und eine große 'lassende Kopfwunde davontrug, p»S dem Pflaster liegen. Sein Zustand ist hoffnungslos.
^ Capel. «or oer ^trartammer ftemoen zwei mnM- stellte der Casseler Reichstreuhandgesellschaft. Sie waren der Untreue und Hehlerei angeklagt. Wie sich aus der Verhandlung ergab, hatten sie aus den Beständen der Reichstreuhandgesellschaft zu erstaunlich billigem Preise Gegenstände erworben. Die Angeklagten konnten nachweisen, daß die von ihnen gezahlten Preise von der Verwaltung der Treuhandgesellschaft festgesetzt worden sind. So wurde in diesem Frühjahr noch ein Kiw- ■ grannn Leder mit 30 Mark bezahlt. Aufgrund der Unterlagen und der ausreichenden Belege kam das (Bericht zur kostenlosen Freisprechung. Der Vorsitzende, Landgeichtsdirektor Dr. Kaiser, führte in der Urteilsbegründung aus, daß bei der Treuhandgesellschaft eine Mißwirtschaft herrsche, durch die Vermögensbeitände des Fiskus zu dessen Nachteil zu Schleuderpreisen ver- -äutzert werden.
ß* Ein 48 Jahre alter Weißbinder in Sand hatte sich eine Heine Wunde am Finger zugezogen. Er legte ihr aber keine große Bedeutung bei, bis plötzlich Blutvergiftung eintrat, an der der rüstige Mann verstorben ist, Zbevor er noch nach dem 5krankenhaus gebracht werden, ckonnte.
$? Das Schöffengericht verurteilte einen 21jährigen Arbeiter, der trotz seiner Jugend schon neunmal wegen Mnbruchdiebstahls vorbestraft war, zu fünf Iah reu Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Er hatte im Juli gemeinsam mit zwei Komplizen, die noch nicht ermittelt »worden sind, Einbriiche bei Altyändlern ausgeiührt.
^ Der Landkreis Cassel hat seine Brot- und Mehl^ «reife den von der Stadt Cmsel sestgesetzten Preisen am
preise den von der Stadt Casiel sestgesetzten Pr hepaßt , sodaß ein Roggenbrot 86 Mark kostet.
ü° In das Landkrankenhaus eingeliefert wurde ein löjähriger Schlosserlehrling aus Rotenburg, der in einer dortigen Fabrik von einem zufammeustürzendeu Stapel Blechen getroffen und schwer verletzt worden ist.
— Die Stadtverordnetenversammlung erledigte eine Tagesordnung von 19 Punkten in knapp einer Stunde. Die meisten Vorlagen wurden ohne jede Debatte angenommen. Eine kleine Aussprache gab es bei der Beratung über den 1. Nachtrag zur Vergnügungssteuer- ordnung. Stadtv. Kreiß (fr. bürgerl. Vg.) bedauerte, daß die Borlage keine Schlemmer- und Ausländersteuer vorsehe. Oberbürgermeister Scheidemann erwiderte, ödß eine Schlennnersteuer für Cassel nicht in Frage komme und die Frage -iner Ausländersteuer für die Gemeinden ein Experiment sei, dessen Erfolg ihm sehr zweifelhaft scheine. Er Balte es für ratsam, vorerst einmal auf bestimmte Erfahrungen anderer Gemeinden zu warten. Die sogenannte „Nächffteuer" wurde von sämtlichen Fraktionen abgelehnt.
— 11 Schweineznchtstationen unter Lauernder Kontrolle der Landwirtschaffskammer bestehen z. Z. im Kam-, merbezirk, und zwar 2 für das weiße Edelschwein: Oberamtmann Schwarz-Beiersröderhoi tHanau) und Gutsbesitzer Ruscke-Kleinenqlis IFriKlar), und 9 für das veredelte Landschwein: Rirtergutspäckter Koch-Brvderdie- bacherhof sHanau), Domänenpachier Selbausen-Gesimd- brunnen lHofgeismar), Rittergutspächter Brühne- Flek- kenbühl (Marburg), Domäncvpawter Sebmanu-Altmor- schen (Melsungen), Rittergutsbesitzer v. d. MalSburg- Elmarshausen, Klostergutsvachler Nöll-Offenhausen, Rittergutspächter Schriever-Bodcnhausen (Wolfhaaen), Rittergutspächter Nickel-LoShausen (Ziegenbain) und Rittergutspächter Reinhard-Willershausen (Eichwege).
Grebenstei«. Da jetzt wich die letzte große Glocke unserer Kirche durch die starke Inanspruchnahme unbrauchbar geworden ist, faßten die kirchlichen Körperschaften den Beschluß, sie einschmelzen zu lassen und an ihrer Stelle drei neue Stablglocken zu beschaffen.
Bebra. Bei den letzten Auszahlungen an Eisenbahner ergab sich insofern eine erhebliche Schwierigkeit, als es an Kleingeld mangelte. Man sah ficj genötigt, des öfteren einen 10 000-Marksch'in immer an drei Eisenbahner zu gleicher Zeit auszugeben, wovon dann der Kasse immer 1000 Mark zurückerstattet werden mußten. Die Folge davon war, daß stets drei Mann sich mit einem 10 000= Markschein auf die Wanderung begaben, um ihn klein zu bekommen.
Marburg. Hier erMmB sich eine junge Ausländerin.
— Bei Weürda stürzte der Arbeiter Dersch aus Sarnau vom Rad und brach das Genick.
Fulda. Wegen versuchter Gefangeue«befreiu«g„ Wi» derstandes gegen einen Hiljs-Gefangenenauffeüe'rs bet der Strafanstalt Fulda und Körperverletzung stand der 19 mal, darunter auch zweimal mit Zuchthaus vorbestrafte 2lug. Naumann, gebürkig von Huckelheim, vor der Strafkammer Fulda. Er Mite am 3. August b. J. in hiesiger Strafanstalt den Hicssauffehet zu Boden geworfen, ihm die Schlüssel abgenoarmen und einige Zellen ausgeschlossen, um anderen Gefangenen zur goldenen Freinett zu verhelfen. Urteil: 5 Monate Zuchthaus als Zusatz zu dem zur Zeit zu verbüßenden 1 Jahr Zucht- hmtv.
^Devisenkurse (amtliche Schlußnotierungen) der Ber- Ehter Börse vom 31. Oktober: Holland 1 Gulden Geld 1775,55, Schweiz 1 Franken 807,97, England 1 Pfund 20 299,12, Amerika 1 Dollar 4488,75 (am Borbörsentage 41774)3).
»^Berlin, 31. Oktober. Am heutigen Getretdemark, wurden bezahlt für 50 Klgr. Weizen märkischer 10 00b K3 10 400, mectlenburgifcbet 10 300—10 500, Tendenz steigend; Roggen märkischer 9000—9400, pommerscher 9400, ostpreutzischer 9100, Tenderrz steigend,- Hafer mär= kischer 10 300—10 500, pouunerscher 10 000^10 300, Ten-