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Wüchterner Zeitung

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x Erscheint 3mal wSchentl. Drahtanschr.: KreiSblatt >®wtf u. Verlag Fa. L. Hohmeister, Schlüchtern. : xGchristlöt. 5.«$. Hohmeister, Schlächtern. Geschüst Kbrüderstr. 9. Jw Falle höherer Gewalt, Betrieb! Stromsperre erlischt jede Verpflichtung auf 8

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Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlächtern

Nr. 115

Dienstag, 26. September 1922

74. Jahrgang

MNer»sei vsm Tss^

Der Reichskanzler hat sich aus Urlaub nach Süö- Leutschlanb begehen.

Das braunschweigische Staatsmmistcrmm hat öen Stahlhelm", denBund der FroutsoldatrA" und den ^Jungbeutschen Orden" mit sofortiger Wirkung ausge- M und verboten.

«-Der Reichsparteivorstand und der Reichsansschuß der Zentrumspartei sind für 8eu 14. bezw. 15. und 16. Oktober nach Berlin einberufen worden. Auf der Ta- gesordnuna steht u. a, ein Bericht über politische und Q:gartisatwnsfragen.

Auf dem Parteitag der Unabhängigen in Gera rst -ie Einigungsfrage besprochen worden. Ein Beschluß ist noch nicht gefaßt worden.

Die Luftlinie MünchenWien ist eröffnet worden.

Die im 160. Jahrgang erscheinendeZweidrücker Leitung", die älteste Zeitung der Pfalz und eine der ältesten Deutschlands wird » 1. Oktober ihr Erschei- uen einstellen.

Der polnische Jinanzminister legte dem Seim ein Programm für die Sanierung der polnischen Finanzen vor. Er stellte ferner den Antrag, weitere Banknoten mszugeben. Diese erreichen damit die Höhe von 500 Milliarden, wovon 350 Milliarden nicht gedeckt sind.

Der englische Sozial- und Gesundheitsminister Sir Alfred Mond weilt seit einigen Tagen in München. Sie pariser DrienlueriandlHiioen.

«Die Orientverhandlungen in Paris zwischen Lord Curzon, Poinearee und dem Grafen Sforza sind noch nicht zum Abschluß gesommert. Alles, was bis jetzt dar­über verlautet, geht dahin, daß Frankreich eine Kom- promitzlösung in dem Sinne, daß die TÜWktl sich ver­pflichten, gegen Garantien auf einen Vormarsch nach Konstantinopel und das Überschreiten der neutralen Zone zu verzichten, vorqeschlagen habe. Dagegen sollen sie die Zusicherung erhalten, daß sie bei späteren defini­tiven Friedensverhandlungen die volle Souveränität über Koustantirwpel und die Meerengen mit der Besitz- MHW von Thrazien bis zur Marwa errangen.

Eine Einigung mit den Engländern über diese Vor­schläge Frankreichs wird natürlich nicht so leicht sein. Und dieWeltbeherrscher" werden wohl noch manche Be­sprechung abhalten müssen, weint die Verhandlungen weiter ebenso erfolglos sind wie in der ersten Sitzung, in der man sich einzig und allein darüber geeinigt hat, eine Orient-Friedenskonferenz einzuberusen, die übri­gens aber schon ohnehin angekündigt war. Es ist da­mit zu rechnen, daß die Türken dem Verbände noch manche harte Lösung aufgeben werden, die für den Be­stand der Entente nicht ohne Gefahr fein wird. Das umsomehr, als sich gerade mer die französisch-englischen Gegensatze besonders deutlich zeigen. Nach einer weite­ren Meldung soll allerdings vereinbart worden sein,, eine Note an die Angora-Regierung abzusenden. Nähe­res über den Inhalt dieser Note liegt nicht vor. Es ist aber nicht damit zu rechnen, daß die mnt Frankreich vor- geschlagene Kompromißlösung, die ja auch nicht mit Si­cherheit feststeht, die Grundlage für die Note bildet. Daß England bei den Waffen erfolgen der Türken und der Parteinahme der Franzosen für die Türken darauf rech­net, Kemal Pascha durch scheinbare MchMändniste zu übertölpeln, ist wohl kaum anzunehmen Wenigstens Ete es damit bei Kemal Pascha keinen Erfolg haben.

Note an me Augora-Megwrung

e~^ 8orb Curzon teilte den Pressevertretern beim Ader­lässen des Quai d'Orsay mit, die Konferenz werde den Wortlaut einer Botschaft auffetzen, die an die Angora- Regiermkg gerichtet werden soll. Er habe den in Aus­sicht genommenen Text nach London mitgeteilt und an- gefragt, ob das englische Kabinett damit eirrverstanden sei. In diesem Falle dürfe man hoffen, daß die Pariser Besprechungen bald zum Abschluß kommen werden. Curzon hofft, schon in den nächsten Tagen nach London zurückkehren zu können. Ueber den Inhalt der Bot­schaft für die Angora-Regierung ist bis jetzt nichts be­kannt geworden. DerJntransigeant" berichtet von militärischen Vorbereitungen, die Frankreich trifft, um auf keinen Fall überrascht zu werden. Marschall Foch hatte eine Besprechung mit dem Generalstabschef Buat. Vom Marineministerium wurden alle Maßnahmen ge­troffen, damit das französische Geschwader jeden Augen- " " könne. Der frühere Minister Frauclin sich mit Btnstafa Kemal in der Türke

blick auslaufen Bouillon wird treffen.

Mustafa

Kemal drängt auf Entscheidung.

Unterredung des Generals Pellet mit

Ueber eine Unterredung des Generals Pellet mit Mustafa Kemal Pascha berichtet der Sonderberichterstat­ter derDaily Mail" aus Konstantjnopel: stemm häbe dem.General erklärt, daß er seine Armee nur «och einige Tage zurückhalten könne und nur unter der Bedingung, daß eine sofortige Konferenz in Modaua abgehaltert werde, auf der die Alliierten der .Forderung der rimt scheu nationalistischen Regierung rmch Rückerstattung Konstautinopels und Ostthraziens stattgeben mützM. Wenn dies geschehe, werde Kemal in Konstantinopel nur mit einer beschränkten Streitmacht einztehen, während das alliierte Heer die Stadt weiter besetzt halten sönne. Einer darauf folgenden Konferenz könne es bann über­lassen werden, die Frage der Kapitulationen und der Dardanellen zu regeln. Der Eindruck, den Getreral Pellet habe, sei der, daß die Türken entschlossen seien, koste es, was es wolle, vor Anbruch des Wincers Konstant:nopel in ihre Hand zu bekonrmen selbst, wenn die Anwendung von Gewalt eine Zerstörung, Konstantinopels bedeute. ^J'Nzwischcu sei die sÖr-ganißtüvn ikv rsmakisirsr-L» Auf- statt des i« Thrazien gut fortgeschritten. Eine solche Be­wegung könne die Alliierten in Konstantinopel in große Gefahr bringen. Der Berichterstatter schließt, es sei voll- konunen unmöglich, die Gefahren der augenblicklichen Lage zu übertreiben. Bevor sie in England erkannt und begriffen seien, könne es zu spät sein.

Reuter meldet aus Konstantinopel, daß in tematt- stischen Kreisen eine pessimistische Auffassung über die gegenwärtige Lage herrsche. Es werde erklärt, daß, wenn die Kemalisten keine Versicherungen und Garantien von den Alliierten erhielten, daß die thrazische Frage zu Gunsten der Türken geregelt werde, es nicht möglich sein werde, den siegreichen Vormarsch des Heeres aufzuhal- ten. Die Verantwortung für die Folgert würde dann auf die Mächte fallen. Außerdem werde erklärt, daß, wenn die Zusicherung nicht innerhalb 48 Stunden ge­geben werde, so würbe eine ernste Lage entstehen.

Die bedrängten Engländer in Tschanak.

Der diplomatische Berichterstatter desDaily Chro- niele" meldet, die Zurückziehung der englischen Strett- kräfte aus Tschanak komme immer noch nW in Frage. Zwischen Lord Curzon und Poinearee sei in Paris nichts vereinbart worden, was diesen Entschluß ändere. Im Gegenteil, Curzon sei sehr fest in seiner Haltung bezüg­lich dieser Frage gewesenund bat in se ner Anfrage ffWJWIwMMMg^W^"^^^

dringend um eine Rechtferngung der französischen S»n- döraktian durch »iuearee, die eine Nicherfüllung ge- meinfamer militririfdier Verpflichtungen bedeute. Die britischen Truppen wurden catch ohne französische Trup- nen in Tschanak bleiben. Das sranzösifche Volk müsse sich damit abfinden und die französische Politik muß sich die Folgen vergegenwärtigen. Von Angora liege bis­her immer noch keine Antwort auf die Anfrage vor. ob die neutrale Zone respektiert würde.

Daily News" nennt die Fortdauer der Anwesen­heit britischer Truppen an der asiatischen Küste nach der Zurückziehung der französischen und italienischen Trup­pen eine Katastrophe und fordert die Zurückziehung der Engländer, bevor es zu spät sei.

Tschitscherin über bett türkische« Freiheitskrieg,

»* Der russische Volkskommissar Tschitscherin, der dem­nächst aus Berlin nach Moskau zurückkehrt, erklärte in einer Unterredung mit dem Vertreter desB. T", Dr. Jordan, u. a. über die Ereignisse auf dem türkisch-grie- chrfchen Kriegsschauplatz sorgendes: Wir halten die Be- frei«ngsbeweg«Ng der asiatische« Völker für eine der wichtigsten Erscheinungen der Gegenwart. Die frennd- ichaMche« Beziehungen zwischen Rußland und diesen

Völkern haben sich aus der Natur der Dinge ergeben. Besonders mit der für ihre Freiheit kämpfenden netten Türkei steht Sowjetrutzland in einem engen Freund­schaftsverhältnis, das im Bewußtsein des türkischen und des russischen Volkes tiefe Wurzeln geschlagen hat. Auch hinsichtlich der Regelung der Meerengerrfrage herrscht vollkommenes Einvernehmen zwischen der Türkei und uns. In der letzten Note an England hat sich unsere Regierung im Sinne der mit der Türkei in dieser Frage getroffenen Abmachungen ausgesprochen. Nach diesen Abmachungen wird das Recht, ei» endgültiges inter­nationales Statut für die Meerengen auszuarbeiten, ausschließlich den llferftaateu des Schwarzen Meeres zu- gestanden. Unter den sechs Uferftaaten stehen bereits vier, nämlich Rußland, die Ukraine, Georgien und die Türkei auf diesem Standpunkt. Konstantinopel muß die Hauptstadt der Türkei sein. Das steht für uns fest. Bei der Schwäche derjenigen Regierungen im südöstlichen Europa, die als etwaige Gegner der Türkei in Betracht kommen können, bin ich vollkommen sicher, daß die Tür­kei am Ende ihr Ziel, die Wiedervereinigung aller von Türken bewohnten Gebiete, erreichen wird.

Französischer Ministerrat.

»«Im Elysee bat unter dem Vorsitz Millermchs ein neuer Ministerrat stattgefunden. In dem offiziellen Bericht über die Sitzung heißt es: Ministerpräsident Poinearee hat seine Kollegen über die gegenwärtige Lage auf dem Laufenden gehalten. Das Datum der neuen Ministerratssitzung wird sich nach den Verhältnissen und dem Stande der laufenden Besprechungen richten. Ein­zelheiten über die Verhandlungen der Minister sind nicht bekannt geworden. Millerand hat im übrigen das De­kret unterzeichnet, wonach das Parlament auf den 12. Oktober zur Herbsttagung einberufen wird.

Dealsdjlands roirlWllidje not

Zur Frage der Preisberechnnng. Die Hauptge- nwinschaft des deutschen Einzelhandels als Spitzenorga- nisatiorr der Reichsfachverbände und der Arbeitgeber­verbände des Einzelhandels hielt in Berlin eine aus allen Teilen Deutschlands besuchte AuSschutzsitzuug ab. In derselben entlud sich die Erregung des deutschen Ein- LelüandÄs über die Handhabung der Pretstreihereiver-

Dornenwege.

58 R»man von & Dressel.

^Nachdruck hetiot«tl

Könntest Du ihm in die Augen sehen, stände er jetzt >vr Dir?" fragte Frida ernst.

Daisy schlug ihre Sonnenaugen furchtlos auf.

»Ja, Auntie, ich habe nichts Schlimmes getan.

liebe Frank und habe dem sonst so klugen Oberbürger- Veister ganz geiviß nicht den dummen Gedanken eingegeben, »ich zu heiraten."

Frida küßte das süße Gesicht.Well Darling, dann Dich auch Frank ist hier."

«Wo wo? Du meinst doch nicht hier in Berlin? Fnda nickte fröhlich. Er meldete sich bei mir, während Du fort warst, und ich glaube, da ist er schon wieder--"

Die Ateliertür flog auf und Daisy stürzte mit einem Freudenlaut in die Arme eines jungen, von der Seesonne uef gebräunte« Mannes.

, »O, Frank, you süly boy, wie konntest Du mich so ver- »flen," rief sie unter Lachen und Weinen."

Er l^eft sie mit starken, zärtlichen Armen umfaßt, küßte strahlenden Aug«», ihren schmollenden Mund, unb dann w«>te er:Erlaube, Du drehst mal wieder den Stiel um, ^ue junge Torheit. Bist Du mir etwa nicht ausgerissen? blieb mir aber anderes übrig, als meinem schönen «chmetterlina nachzulausen. Jetzt werde ich ihn natürlich ios»rt an du Ehekette legen. Sie soll aber mein süßes, v-^urstiges Lieb nicht drücken, ihr nur zeigen, wo sie immer uno immer hin gehört. Seine hellen frohen Augen glitten über das lockige Köpfchen an seiner Brust hinweg in herzlicher Dankbarkeit zu Frida hinüber.

Sie lächelte ihm freundlich zu.Recht so, gewrft nur smube ich, an dem roten Faden der Liebe werden Sie den ^"«isch da noch fester halten, als mit der stärksten güldenen

Dann ging sie sacht hinweg und überließ ihr Atelier dem langen Paare.

Nachdeni der Bruder ihn verlassen, saß Westread noch geraume Weile in Gedanken versunken vor dem kalt werdenden Frühstück, dessen appetitlicher ^lnrciz nunmehr an ihn ver­loren war.

Die Vorstellung einer Heirat zwischen Daisy und Günter beschäftigte ihn stark. Nochmals erwog er das Für und Wider, glaubte nicht recht daran, daß sich die selbstgefällige, verwöhnte Kleine engeren Verhältnissen unbequemen werde und wünschte andererseits, die Verbindung möge zustande konimen, nichi allein, weil er dem Bruder die gute Partie gönnte, sondern auch damit dieser seine Kreise nicht fürber störe. Und die Schlußfolgerung dieser Erwägungen war,Günter soll seine Chance haben, mein heutiges Fortbleiben mag ihm so­gleich das gewünschte tete-ä-tete mit Daisy verschaffen. Schlägt das Experiment fehl, so bedeutet es schließlich kaum mehr für ihn als ein verfehltes Geschäft. Günter ist kein Gefühls, mensch, der Aufstieg in seiner Karriere ivirb ihm immer das wichtigste fein und ihn über kleine Herzensenttäuschungen un­fehlbar forthelfen. So setzte er sich an den Schreibtisch, um feiner kleinen Freundin eine höfliche Enischuldigungsnote zu schreiben und sie der Führung seines Bruders zu über­antworten.

Während er noch damit beschäfttgt war, besam er den unvermuteten Besuch eines Bostoner gelaunten. Darüber blieb das Briefchen vergessen liegen. Erst als der Freund gegangen, fiel es ihm wieder ins Auge, und obwohl es nun sofort durch einen Eilboten befördert wurde, micßte er sich fugen, daß es ihn nun auf alle Fälle nicht mehr rechtzeitig .entschuldigen würde. Das war seiner amerikanischen Kurtoisie empfindlich, sonst aber mcht von Belang, denn Daisy würde ohnehin tun, was ihr beliebt. Vermutlich erfüllte sich jetzt das Schicksal der beiden, und er durfte daran denken, das seine zu schmieden.

Marion zog auch an dem heutigen heißen Sage den Aus enthalt auf ihrem Saison dem in den schwülen Zimmern vor. Hohe Topfgeivächse und ein üppiges Gerank wilden Weines wehrten der Sonne und schloffen ebenso die neugierigen Bücke Vorübergehender aus. Es war verhältnismäßig fül)l und er träglich hier, und Marion' hatte schon den ganzen Morgen in diesem lustigen Versteck gesessen.

Anfänglich" hatte Luise, auf breja^ Schülerin wart'» '., ihr WeielMM gelastet. Als Die Küme aber ^aiwuü a^u»

bleiben : .cu, war m m.> ;,.,, ..;.,rii, ...;.

mittags für sich auszumuzen, öeilit pe gehorie zu

die von Jugend auf an ein systematisches Arbeiten geiv.

sich durch äußere Einflüsse wenig behindern lassen und Gehcru- müdigfeu und Nervenverstimmung mit kraftvoller Beherrfchung zu begmingen wisseu. Nun hätte die rastlose Arbeiterin, seit sie im Hause der jungen Gehennrätin ein behagliches Aus» kommen gefunden, recht wohl mal ein wenig pausieren könne«, allein sie war zu flug, um die jetzige gute Zeit für mehr als ein vorübergehendes Freudeninlerregnlim anzusehen, das sie keinesfalls verweichlichen dürfe. Hatte sie doch während dieser Sommerwochen ein Glück für Marion ivachsen sehen, dessen Reife nun jeden Tag eintreten mochte. Mir Marions Heirat wurde natürlich die dame d honueur entbehrlich. Aber eins blieb ihr, die Arbeit, und da hielt sie es für weiser, sich dieser ernsten Genossin nicht zu entfremden.

So saß Marion wieder allein zwischen ihren Rosen. Auch vor ihr lagen Schriftbogen. Sie hatte versucht eine griechische Reise zu bearbeiten, aber die Sache wollte nicht recht von starten gehen. Sie kämpfte jetzt überhaupt oft mit einer Schwerfälligkeit der Gedanken, ja selbst einer Unklar­heit der Erinnerung. Und sie wußte sehr wohl, woran das lag ihres Mannes Aistmnnlerung fehlte ihr und ebenso seine Nachhils«.. War er doch gemisstrmassert ein unfehlbares Lexikon gewesen/ in. denv-st.r jederzeit nnchschlagen^ gesonnt Und sie, die immer gern die Sclbständigkeu der Frau ver» focht, er saunte bejdjamt/W e^ mii ihr selber nichi fo wert her ivar damit. Getragen und gehoben durch ihren Mann hatte sie etwa» geleistet, - und nun?----

Marion fernste. Sie kam sich so nichtig, so erbärmlich vor. Also doch nur das Urweib, das den Mann braucht, nur mit seiner Ergänzung etwas verstellt, etwas zuwege bringt, und deshalb von Modernen, den Starken achielzuckend abgetan wird. Ja, es war beschämend und Sie drückte die Hand auf das unruhig pochende Herz. Das redete anders, als der unbefriedigte, skeptische Verstand, u«d es klang seltsam süß. Es sprach von der Besetigung des Weibes durch den Mann und nannte die eine riuserwählte, »vetchc d^ Friedenspalme statt des.Schwer!^ - sen Händen trug, ;. sie dem harten Leberi- >..i^r zu u.