Wüchterner Zeitung
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«^waSprcti monatlich 16 — Mark, Anzeigenp'eis | "mchaltiq 4.9V Mk., Reklamen. 12.00 Mt. Wabatt v.ch X farif. Sämtliche Bezugs und Auzeig npreise freibleibend. Z _ Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11402 Bankkonto: r x^Sdner Bank Bchlüchtern. Fernsprecher Rr. 86.
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Kreisblatt
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^ Erscheint 3mai wöchentl. Drahtanschr.: KreiSblatt Schlüchtern. ? lÄmd n. Verlag Ua. L. Hohmeister, Schlüchtern. Bewutwv- t; ;
? $^rift<eit. H.-L Hohmeister, Schlüchtern. GeschästSstette Ärä« | rbrüdrrßt. 9. — 3m Falle höherer Gewalt, Betriebsstörung ei | 3$tTom^»er« erlischt jede Verpflichtung auf OchaL <■/«>. |
Rr. 103
Allerlei vom Tar^e.
Die kommunistische „Hamburger BÄltszeitnug" ist Grund des Gesetzes zum Schutz der dkepubiit auf I vier Wochen verboten worden.
M Der Danziger OverkomMssar verweigert Polen Mas Recht, fremde Flotten in den Danziger Gewässern Iohne Genehmigung des Danziger Senats zu begrüßen.
! Der vormalige Präsident der Republik Kanton, TM Vatsen. gab den Mitgliedern des Parlaments qe- aenüber die Erklärung ab, daß der seit mehreren Mv- Wten zwischen Nord- und SüöÄina geführte Krieg be- Als nachträgliches Opfer der Hölzschen Banden starb her jetzt 36 Jahre alte Dr. Arno Schneider in Werntge- -rode. Dr. Schneider wurde seinerzeit von den Hölz'schen Banden in einem Gefecht verletzt, wovon er sich nicht wieder erholte.
Bei Sprengungsarbeiten an einer Kaimauer in Kurhaven wurden fünf Personen verletzt. Die Ver- -leminaen eines Tauchers waren so schwer, daß er bald tauf verstarb.
Der Ortskommandant von Trier hat nach einer Mcldrmq des „B. T." 56 zngezogenen Deutschen die Sufeuthaltserlaubnis versagt. Der Ortskommandant stützt sich auf einen Befehl des französischen. Oberbe- «hlshabers, der zuziehenden Deutschen ben Aufenthalt Wn über 20 Tagen unter Umstünden verbietet.
Die Münchener Polizei hat die von den vereinigten vaterländischen Verbänden Münchens auf dem Köntas- rlatz geplante öffentliche Kundgebung zu dem sogenannten Berliner Abkommen untersagt.
Das Verbot der „Rote« Fahne" ist von drei Wochen tut 10 Tage herabgesetzt worden.
Die deutschen Vorschläge.
Gesamtbericht über die Berliner Verhandlungen.
Bei den Verhandlungen in Berlin mit den Mitalie- em der ReparakionskomMission und zwar sowohl bet «t offiziellen als auch bei den Besprechungen mit ph» latem Charakter sind verschiedene Mögüchkcnten sur die Sewährung eines Zahlungsaufschubs anaedeuiet wor- r«. Es trifft nicht zu saß vk. BerlrJe« m> -RLvMn- ionskommiision die Forderung der produktiven Pfan- ei, die die Franzosen in London als Forderung zur Gewährung eines Moratoriums gestellt haben, in Ber- m vorbrachten. Ueberhaupt haben die Mitglieder der ieparationskommission ein festes Programm für die Gewährung eines Moratoriums nicht mitgebracht.
Bei bei1 Besprechung über etwaige Garantie« hat ie Reichsregierung keinen Zweifel darüber aelasten, MB die Gewährung der produktiven Pfänder, die tu Sirllichkeit unproduktive Pfänder darstellen, nicht in fräse komme« kann. Das konnte besonders deshalb M geschehen, weil die Regierung sonst für die Ge- vahruna eines kurzfristigen Moratoriums sich schon er wesentlichsten Mittel für spätere Aktionen begeben Kitte.
Im Laufe der Besprechungen war der Gedanke auf- «taucht, einen Devisenfonds zu schaffen, der die Ausgabe title, die Kohlen- und Holzlieferungen sicherzustellen, u denen wir durch den Friedensvertrag verpflichtet md. Dieser Anregung — es handelt sich um keinen m- »iellen Borschlag — ist von dem französischen Vertre- er der Revarationskoulmission von vornherein abge- Mut worden.
Donnerstag abend wurde sodann ein neuer deut- ^er Vorschlag erörtert, bei dem es sich im weientlrchen Mtum handelte, daß die von ilns verlangten Kohlen- titb Lolzlisferunaen stcheruesteUt werden. unb Maar u-
Dornenwege.
<• Roman von C. Dressel.
kRachdruck etrietml
So bin ich da, und wir kommen, worum mir ein wenig wngie, prächtig miteinander aus. Ja, meine guten Eltern sind wirklich so verständig, die erweiterte Freiheit meiner Anschauungen, mögen sie auch mitunter den alten Ueber- «eserungen röchterlicher Unterordnung entgegen sein, zu achten, **b ebenso meine ehrlich erstrittene Selbstständigkeit gelten y lapen. Und da ich ja doch ein warmes Herz für die neben Alten behalten habe, läßt sich alles wunderschön an M mich.
, Auch die gestrenge Berliner Kritik geht glimpflich mit um. Daisys Bildnis, das ich bei Gurlitt ausstellte, fand Quecke vor ihr. Ein paar Aufträge fielen mir daraufhin *•' und ich stecke schon tief in der Arbeit, was mir immer das
.Sp««hst Du hinter meine Har»pt?" fragte Daisy, als sie chren Sinnen hörte. Von dem ernsten und eifrigen Ge- M«tz her Schwägerinnen hatte sie wenig verstanden und sich
Mutzeder Vertilgung eines schmackhaften Hühnerfrikassees ^"Weben, eine Beschäftigung, die sie für die ihr entgangene .Dam^iknterHaltung", aus der sie sich nicht allzuviel machte, *6««f «Eödiale.
„Nichts Schlimmes. Es war von Deinem Porträt die Aede, Lu brauchst deshalb aber nicht noch eitler zu werden, üttie gkl, sagte Frida lächelnd.
Sie ^atte deutsch geantwortet, aber Daisy schüttelte lachend das reizende Köpfchen. „Rätsel — Rätsel. Ich muß sehr schnell eine Sprachlehrer — ein interessantes Mann of course (natürlich)."
. »Da «löchteu Sie nicht viel profitieren,denn Sie würden ^m ÜnMcktichen sofort den Kopf verdrehen, und um seinen ^erstand wär's geschehen," scherzte Marion. „Nein, mein Fräulein, da wühle ich besseres, sofern Sie ernste Sprach- Mvün treiben wollen. Wie wär's, wenn Sie bei Fräulein Bällen Stunde nehmen? Das ist eine sinnt und Hebens-
Dienstag, 29. August 1922
der Weise, wie es lm Geichüftsleven üblich ist. Boil Re- gierungsseite ist bereits mit Vertretern der Kohleniu- düstrie Fühtullg genommen worden. Die Vertreter der Kohlenindustrie haben ihre vorläufige Bereitrvilligkeit zu einer Form von Lieferunasoerträaen ausgesprochen, die zwischen ihrlen und dem Reich abaefchloneu werden sollten lind bei denen sie sich im Falle der Nichtbelie- feruna zu hohen Konventionalstrafen verpflichteten. Das Lieferungsproaramm für Kohlen ist in den letzten Verhandlungen bis Aum 1. November festgesetzt worden. Die Verhandlungen über die Holzlieferungen schweben noch.
Da es sich hierbei nur um ein in letzter Stunde auf getauchtes Projekt handelt, ist es selbstverständlich, daß dieses Projekt noch nicht in allen Einzelheiten ausaear- beitet worden ist. Die Regierung hat aber den Mitgliedern der Reparationskommission zuaeiagt. daß so schnell wie möglich, wenn runlich bis Mitte nächster Woche, ein ausgearbeiteter Entwurf zugestellt wird.
Die Regierung glaubt zu diesen, Angebot um so eher in der Lage zu sein, als das abaeübtüsiene Ueber- schichtenabkommen im Ruhrgebret eine gewisse Erleichterung der Kohlönlage verspricht. In der letzten Feit war Deutschland in zunehmendem Maße aeznutnaen. um seine wichtigsten Industrien nicht zum Erliegen kommen zu lassen und auch den notwendigen BedaJ für die Reichsbahn zu decken, die Einfuhr von englischer Kohle, und zwar etwa im Monat 1,5 Millionen Tonnen -zuzulanen. Bei den früheren Ueberschichtenabkom- men wurde eine Mehrförderung omi etwa 2 bis 3 Mif- lioiren Tonnen monatlich erzielt. Es ist zu hoffen daß auch letzt eine gleiche Mehrförderurm gewährleistet rver- den kaun.
. Im ganzen ist bis zur Stunde das Moratorium noch keineswögs als völlig abgelehut zu betrachten. Es kommt letzt auf die weiteren Besprechungen und Verband?uu- aett mit der Reparationskommission an und mm diesen Besprechungen wird es abvängen. ob das Moratorium noch zustandekommen kann.
Für den Bwischenzüstand der nächsten Feit dürften also keineswegs besondere Befiirchmngen gehegt werden. Es kommt auch vor allem darauf an, daß die Nervositär im eigenen Lande, die den Dollar zu der gewaltigen Steigerung veranlaßt bat. aufhört «ub i^a^ ■ - Ueberteauna der Land -m eigenen Lande selbst Platz greift. Freitag abend waren leider in Berlin schon wieder Gerüchte verbreitet, die den Dollar vorübergehend von 1700 aus 2100 trieben, da die ReichsregierntM von den Banken 6-Mollats-Wechset gefordert habe. Es handelt sich hierbei, wie aus Berlin gemeldet wird, ausnahmslos um Gerüchte, die jeder Grundlage entbehren.
Berliner Presseftimmen.
»»Das „Berl. Tagebl." schreibt: Swon heute folgt der französtfche Frank, wenn auch langsam, dem gleir-noeu' Kurie der deutschen Mark. Wir verkennen nicht die St- nanzmisere Frankreichs. Schon hat es selbst täglich die größten Schwierigkeiten, um seine Schatzanweisunaen im Innern des Landes unterzubringen. Aber die Methode, Deutschland durch milttartsaye, politische oder wirtschaftliche Zwangs- oder Okkuvatiottsmatztrahmen völlig zu erdrosseln, kann nur dazu führen, daß eine internationale 'Anleihe völlig aus dem Bereich der Möglichkeit verschwindet. Stur sie allein könnte, indem sie die deutsche Wirtschaftslage ausrechtzuerüalten sucht, auch Frankreichs dringendste wirtschaftliche Bedürfnisse für die nächsten Jahre befriedigen. Das sollte die Rr- parationskoulmission bei ihren Beschlüssen nickt aus dem Auge lasse«.
Die „Deutsche Allg. .3m." betont: Die vorherigen Wege der deutschen Politik sühren nicht abwärts. Die Devlie: „erst b;"m, dann Ztevarationerr" ist erst in einem ^MMIWMMMiMaaKMMtB^i«^
würdige Dame, und würde Sie vielleicht unterrichten, wem. ich sie bitte."
„Ein glücklicher Gedanke," meinte Frida erfreut. „Unb wenn sie daneben meinen kleinen Unband ein wenig stramm im Zügel hielte, tönnfS nicht schaden."
„O, wenn ich kann haben jeden Tag dear Marion zum Vorbild, ich werde fein ganz süß. Mr. Westread wird mich immer sühren zur Schule — ich es kaum kann erwarten," lachte die kleine Am«rikarlernr schalkhaft.
£>1*1)011 erschien Marion weniger erbaut.
„Was fällt Ihnen ein, Daisy? Mr. Westread hat doch nichts mit Ihrer Stunde zu jdjaffeiu*
„Du hast nicht rot zu sein. Was ist dabei? Er ist ein alter Freund mit grauen Haaren. Leider, hier ich habe noch keiner» jungen, sonst er würde mich geleiten natürlich."
„Ja, das hilft nun nichts, ihren Begleiter mußt Du mit in den Kauf nehn»en. Die Amerikanerin niacht sich auch das Studium möglichst angenehm. Uebrigens sehe ich unsere Kleine lieber in der Eskorte unseres Frermdes als unter dem Geleit ihrer irrlichlerierenden Gedanken. So weiß ich sie wenigstens vor Torheiten bewahrt, und für das weitere lassen wir Dein treffliches Fräulein Hage,r sorgen."
Nun fußten sie durch das junge Maigrün des Tiergartens, der in feiner Frkhtingssrksche nicht nur eine Augenweide war, sondern dem lustdurftigen Großstädter wirkliche Erholung bot.
Mr. Westread hatte sich rechtzeitig eingefunben mit einigen seltenen Rosen für die Damen. Wie er sie jetzt im Wagen so nahe bei einander sah, fiel ihm unwillkürlich die Sage des Paris ein. Welcher von ihnen gebührte der Preis?
Die Entscheidung war durchaus nicht einfach. Sie hatten alle ihre individuellen Vorzüge, jede war ein Typus für sich, der kaum einen Vergleich tulieb.
Er schaute auf Frieda. Sie hatte das rubinrote Hauskleid mit einem taubengrauen Gewand vertauscht, und ihr zartes vergeistigtes Gesicht unter dem veitchenbrsteckten Frühlingshut und dem weißen Spitzooschirm sah mchr nur intelligent, sondern auch sehr anmutig aus. Sie war eine ebenso sympathische als elegante Erscheinung und er bewunderte in ihr
74. Jahrgang
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Anaenoua aubaeaeben woroeu, wo ate wtrtscöafiitiüe Not ein unerhörtes Ausmaß auaenonunen bat. Es aU:. die Nerven zu bewahren, keine Panikstimmuna aufkommen zu lassen. Die Reaieruna aber hat die Konsequenzen aus der Laae zu ziehen und die diplomatische Situation mit Entschloffercheit auszurcutzen.
Die „Deutsche Taaesztc»." ist der Ansicht, daß unter allen Umständen die unsinniaen Kohlen- und Holzlie- ferunaen an die Entente, wenn sie nicht auf den brm= aenösten deutschen Bedarf unmestellt werden, das deutsche Elend in katastrophaler Weise verschlimmern müssen. Außerdem müsse der Gedanke der Zwanashaf- tuna privater Unternehmungen für Lieferungen, deren Ausführung ihnen zudem unter Umständen garnicht möglich ist, als sehr bedenklich bezeichnet werden.
Die „Täal. Rundsck." meint: Es ist wob! kaum an- zunebmen, daß dieser neue deutsche Borscklaa. der den letzten Versuch darstellt, die Gläubiger im Rahmen der Möglichen zu befriedigen und den offiziellen Bruch zu verhindern, ohne weiteres abgelehnt werde.
Die „Kreuzztg." bemerkt: Da die Wirkung des neuen delttfcken Vorschlages natürlich noch nicht vor- «msznsehen fit so enthalten wir uns einer Stellung^ nähme dazu.
Die Pariser Presse über de« Berliner Abschinß.
»»Die Pariser Blätter berichten zu der Abreise der Delegierten der Reparationskommissum aus Berlin: Man könne nicht sagen, daß die Berliner Berhandlun- S« bis jetzt eht positives Ergebnis gebracht hätte«. Die
alliierten Delegierten seien jedoch nunmehr genügend -von der deutschen Regierung aufgeklärt, mit die Repa- !rationskommission über die deutschen Gegenvorschläge ffowie über die gegenwärtige Lage Dentschlands zu un- sterrichte«. Zu des Verhandlnngeu am Freitag wird bemerkt, daß es die Delegierte» der Reparationskom- Mission gewesen seien, die über die staatlichen Grnve« der Rheinla«de nette «egenvorschläge unterbreitet ihättem Viel beachtet wird tu Paris, daß der Reicks- cka«aler sich mit Stinnes und auch mit dem amerikanischen Botschafter beraten häbe. In der Pariser Treffe (tauchen neuerdings Befürchtungen auf, daß Deutschland (auf Le« Ba«Lerott, Hützisle, »«td 4W, auch shtn: vor; ^England im Voraus Zustcherungen erhalten zu haben. Man sönne es sonst nicht begreifen, wie der Reichskanzler so kaltblütig dem Abdruck des Berliner Behandlungen und dem erschreckende« Marksturz entgegensehen konnte.
krölligg Abfertigung poincaress.
Von amtlicher Seite wird jetzt zu den beiden kürzlich vom französischen Ministerpräsidenten gehaltenen Reden u. a. mitgeteilt:
Der französische Ministerpräsident hat in seiner Rede in Bar le Suc Vergleiche zwischeu der deutsche« und der französischen HarcLelsbitünz gezogen mit dem Ziele, daß der Sturz der Mark nicht durch die Passivimt der deutschen Zahlungs- und Hmrdelsbtllmz verursacht ffet
In einem Punkte ist dem französischen Nkintster- Ipräftdenten recht z« geben: bis zum jetzigen furchtba- -ren Tiefstand und in diesem schnellen Tempo Sie Mark »zu entroerten, hätte die Passivität der beatmen Zah- (lungsbiinnz allein nicht au.Sgeretdit Die letzte Entwer- ■tung von einem HnrrSertmncziüstel auf ein Bierhürc- ,dertmnfzigste: des Friedenswertes ist vollends durch ;die Politik der Drohnugeu und Reiorsivue« verschuldet. Die deutsche Wipsckaft in durch den Krieg vollständig ^crLck^pir^ud^ur^^er^^Efpu^iÜüuud^mö^d^u^poe-
naeln r»icht die ausgezeichnete Süufikrin, sondern «uch die liebenswürdige und chike Frau-
Nun aber sah er eine andere Göttin neben ihr, eine Frau in der Vollendung weiblicher Echönhest und Reife und dennoch von dem zarten Hauck mädchenhafter Süße und R«m- hest umweht.
Marion war dunkel gekleidet. Aus den» tiefen Schwarz ihres Kreppkleides hob sich das schöne, feinbefeelte Gesicht in bleichender Frische. In diesem blütenzarten Antlitz leuchteten dir großen "sprechenden Augen in einem so tiefen strahlenden Blau, wie er es selbst in Kinderaugen nur selten gesehen. Die prachtvolle Gestalt lehnte mit vornehmer Grazie in den Wagenliffen. Die Niphotis, die er ihr gegeben,,hielt sie lese in der Hand. Ab und zu atmete sie ihre»» feinen Tust mit versonnenem Lächeln ein.
Und nun die junge Amerikanerin im Zauber ihrer eben erfdjloffenen Siorgenblüte. MK sieghaftem Uebermut umfaßten ihre Strahlenaugen die Welt, welche diesem gtnckgsboreuen Kinde des Reichtums end!oje FreudeMage zu verheißen feinen. Nun ja; es war etwas Berückendes in diesem lebenqueHenOen, fraftftre^enben jungen Geschöpf. Eutzuckeuo sah sie aus in ihrem kostbare»» weinen Kuckkleib. Unter dem großen Feder- Hut flimmerte wahrhaft leuchtend ihr lachendes, pikantes Ge- fichtchen. An der zarten Brust steckte seine rote Rosenspeude, mit der sie nach Kräften ivkelricne. Ja, sie war sehr reizend, aber — den Apseh den bÄaw sie doch nicht.
Wieder suchte. fein Blick Aiarion »Dir möcht' idi den Preis reichen. Du holde deulscheffrau," sprach es da entschieden in ihm. „Wie gleichst Du dem Weibidea«, nun dem auch mir einst träumte, das mir in meinem langen Leber» nie begegnete — bis heut, wo ich Dich sah und erkannte."
Er zeigte diese innige Freude an seinem schöner» Gegen, über unverhohlen. „Wie blau ihre Augen find/ sagte er ein» mal, „der wahre Frühlmgtzhrrmnet."
Sie lächelte leise, ^in kleines müdes Lächeln. .Wie weit liest mein Lenz zurück '
(Fortsetzung folgt.)