Einzelbild herunterladen
 

ISchlüchlerner Zeitung

0 ...««Anananunnosni'iiMMliMMiiaiDnAAUAaaiinAAani lÄetMn«!»**_»**«<*»«lu^»»»»»».«».« anannanAsAn»

' RezugspreiS monatlich 16. Mark, Anzeigenpreis i j

k S nv'peltiq 4.00 Mk., Reklamen 12.00 Mt. Äadat- noch $ Hr«** * M 1 tf***

T«if. Sämtliche BezugS' und Anzeig npreise freibleibend. :

Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11402 Bsnikonw:; w w Wwwww

,Mer Bank Schlüchtern, Fernsprecher Nr. 65. g ^ ^ v

Erscheint 3mal wScheMl. Drahlanschr.: Krei-blatt Schlüchtern. md u Berlag Fa. L. Hohmeister, Schlüchtern. Berantwortl. Zchriftlett. H.-L. Hvhmeiüer. Schlüchtern. Geschäftsstelle Brei- «brüderstr. 9. Im Falle höherer Gewalt, BetriebSstSrun, «b jUtroms-erre erlischt jede Berpflichtung aus Tchadeversatz.

Amtlicher Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern

Nr. 102

Samstag, 26. August 1922

74. Jahrgang

Nllertei im Tage

Im Gebäude des Budapester Str ^Gerichtshofes wurde eine in Zeitungspapier etngewickelie Bombe go funden.

I« Reval beginnt am Freitag eilte Abrüstungskon fetetta, an der die Außemmmster ^innM-ös, Lettlands und Polens teilnehmen werden.

In Lissabon sind in einer Fabrik von Feuerwerks körpern bei einer Explosion 6 Personen getötet und 1| verletzt worden.

MWounstllerstMAfNmoeroiÄnMg ! ** Wie dasB. T." erfährt, wird die bayerische Re^ gierung die von ihr erlassene Verordnung zum Schutz« der Republik am Freitag aufheben.

PoSkische Nachrichten.

Die Grotz-Hamb«rgischc Frage. Tie Nachricht vv'f : Rücktritt des Ministers a. D. Südekum von seinem Po sten als Kommissar für die Groß-Hawöurger Fragt wird von unterrichteter Stelle bestätigt. Die Angeleperr heit wird nunmehr im preußischen Ministerium des In uem bearbeitet werden. Augenblicklich ruhen die Bey Handlungen zwischen Preußen und Groß-Dambinst Bon preußischer Seite wird aber erneut darauf hinga wiesen, daß Preußen stets seine Bereitwilligkeit beton habe, Hamburg in der Frage des Hafengebietes soweß wie irgenömöglich entgegenzukommen. Komplizier wurde diese Angelegenheit nur dadurch, daß von ham burgtscher Seite die Frage des Hafengebiets mit bei Frage des Jndustriegeländes verknüpft wurde. Wa! nun in dieser Sache weiter geschehen wird, läßt sich uj Augenblick noch nicht sagen. Das dürfte in der HaupL suche davon abhängen, was Hanlburg tun will.

Drohende Ueberfremdung im oberschlesischen Greu'z gebiet. Der Landrat des Landkreises Glatz weist in bei Schlesischen Äolkszeituna" auf die große Gefahr hin die dem Grenzgebiete dadurch droht, daß Tschechen uns Polen dort Häuser, Gasthäuser und Grundstiicke Masten« hast aufkaufen. Er verlangt gesetzlichen Schutz dagegef und bezeichnet die Grenzüberwachung für unzureichend

Das preußische Ministerium des Innern hat den amtlichen preußischen Pressedienst zufolge auf Grüns des Gesetzes zum Schutze der Republik alle Versamnn Innren des Deutschnationalen Iuaendbundes und sei« »er Landes-, K^eis- und Ortsgruppen bis auf Weiteres verboten.

Ministerpräsident Braun und Landwirtschaftsmi« Ritter Dr. Wendorff werden sich in der nächsten Wock» ins Rheinland und in das besetzte Gebiet beaeben.

Eintreten der Bergarbeiterinternationale für eini Herabsetzung der Kohlenlieferungen. LautVorwärts wird sich eine Vertretung der Bergarbeiterinternatio. nale, bestehend aus te einem Engländer, Deutschen Franzosen und Belgier, entsprechend einem Beschluß des Beraarbeiterkongrestes von Frankfurt a. M., dem« nächst nach Paris begeben, um der Revarationskomuris« ston Bericht über die deutsche Kohlenlage zu erstatten Der Zweck dieser Aktion ist, eine Milderung der Be« stimmungen über die Lieferung deutscher Revarations- kohle zu erzielen.

Ansführungsbestimmungen zum Schntzgesetz und Beru einsgesetz. Im Reichsministerium des Innern gehen zwei neue Gesetzentwürfe ihrer Fertigstellung entgegen Es handelt sich einmal um das Ausführnngsgesetz zum Artikel 48 der Reichsverfassung über die Berhängung des Ausnahmezustandes und ferner um das neue, den gegenwärtigen Verfassungsvorschriften angepaßte Reichsvereinsgesetz.

Der bayerische KonfMt scheint nun, Gott sei Dank. HefUtitiv beigelegt zu sein. Ein Glück, öatz er in die ^eichstagslose Zeit fiel, sodatz nicht von den Rednerpul­ten aus der Parteien Streit und Hader in die Welt hin- ausaetraaen werben konnte, der unfehlbar zu dem furcht­baren äußeren Druck auch noch zerstörende innere Zer­setzung gebracht hätte. Deutschland befindet sich jetzt seit dem Abbruch der Londoner Konferenz in einer so ver- äweifelten Lage, öatz es direkt vor dem Abarund steht. Jedwede, auch die kleinste innere Erschütterung nur kann es zum Absturz bringen. Und da mutz man dem Reichspräsidenten doppelten unö dreifachen Dank zollen, öatz er mit anerkennenswerter staatsmännischer Taktik und mit einer vorbildlichen Geduld alles daran gesetzt hat, um den gefährlichen Ritz im Reichskörver wieder so zu verdichten, öatz das Reichsaanze fest zusammen­gefügt bleibt. Er vermied es mit kluger Selbstbe-

deharrt. Nackaiebiareti hüben und Nackakemakelt örn= ven. Besser wäre es aeweien. wenn der Booen nicht !leich von vornherein so ftraü aeivannt worden wäre. Gerade jetzt brauchen wir feste innere Geschlossenheit. Eicht mehr die aevanzerie Krieasfauft bedroht uns. tön­ern das Hunaer- und Notaewenft areift ietzt von fußen mit dürrer Hand tief an Deutschlands Herz, und ia heißt es vor allem: Einia bis auf die Knochen fleiben!

hat, um den

so zu verdichten, daß das aesliat bleibt. Er vermied

Herrschung, sofort das schwere Verfassungsgeschütz auszu- fahren. Er ging den goldenen Mittelweg, der in so schwieriger Lage der einzig gangbare war. Das Kon­fliktsmoment war das ungünstigste, ia, aefährlickste. Das Schutzgesetz erregte im Reichstag die Parteileiöenschasten in höchstem Maße, während drautzen vor den Toren des Reiches Poincaree sich mit neuen Zerstörunasvlänen

trua und aus Mittel sann, die Londoner Konserenz zum untaualichen Friedens- und Berständiaunasinstrument zu machen. Ihm kam der deutsche Hader aerobe gele­iten. Der Retchstaa und die Reichsreaieruna ainaen beim Schmieden des Schutzaesetzes und später bei seiner ~ " vor. Und es zeiat

betm Schmieden des Schutzaesetzes ui Handhabung doch etwas allzu schroff sich auch hier wieder einmal die $8i..__ ------

Hüten deutschen Sprichwortes:Allzu scharf macht schar­tig." Sie vergaßen, daß es in Deutschland auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Leuten gab und gibt, die sich durch eine derartige Handhabung von Ausnahme­gesetzen tief verletzt fühlen, und daß schließlich auch auf die Psyche eines Volksstammes wie Bauern Rücksicht genommen werden muß, so sehr es auch öe facto im Un­recht ist. Und dann hätte man vielleicht dem Geietz bes­ser einen anderen Namen geben sollen, nicht einen mit so LerrLerssiLLr. Spitze. Eine Revstblik muß sich organisch kius sich selber heraus entwickeln. Sie soll frei erwachsen und nicht zur Treibhauspflanze werden. Vielleicht wäre der TitelGesetze zum Schutz der bestehenden Reichs­und Staatsverfasiuna" besser gewesen. Er hätte nicht auf gewisse andere wie ein rotes Tuch aewirkt und hätte doch seinen Zweck vollauf erfüllt, denn der Kern der Weimarer Verfassung ist doch die Republik. Auch hier wieder: der Ton macht die Musik. Damit soll aber nicht auch mit einem Worte nur aesggt werden, daß Bauern !m Rechte war, weder moralisch, noch rechtlich. Mora-

cchrüeit des alten

auch mit einem Worte nur aesam werden, !m Rechte war, weder moralisch, noch reck lisch nicht, weil ihm das Reichswokt über n-------- likularittische Inte reffe aehen muü, und rechtlich nickt, Veit Reicksia« und Reichsrot mit großer Mehrheit das Gesetz anaenommen hatten und weil Reichsreckt Lau-

edweöes var-

desrecht bricht.

Zum Glück hatte gar bald angesichts der furchtlaren Gefahr, in der Deutschland jetzt schwebt, die Presse leben Streit im bäuerischen KonNikt beiseite gestellt und es her Bermittlungsüktion des Reichspräsidenten allein überlassen, mit staatsmännischer Geichicklichkeit und echl deutschem Empfinden den bösen Streit beizulegen. Und fraß ist ihm denn endlich auch gelungen. Auch die baue- fische Regierung hatte sich in anerkennender Weise zu­letzt noch zu vernünftiger Nachgiebigkeit besonnen und tW Baigifariio auf ibrem partikularistischen Stanüvunkt

Deutsche Gegenvorschläge.

»-^Die Geqeuvorfchtäae der Reichsregieruua sind den delegierten der Reparationskommission in einer neuen ßißung überreicht worden, die am Mittwoch abend von s Uhr bis ungefähr 7^ Uhr in der 3'eichskanzlei ftatt- lefnnden hat. Die beiden Delegierten dürften nach Be- Inöiqnng dieser Sitzung im engen Kreise darüber berg­en haben, wie diese Vorschläge der deutschen Regierung mfznnehmen seien. Wie verlantet, soll am Donnerstag bieder eine Zvsammenknnft der beiden Delegierten mit sein Reichskanzler stattfinden, «nd es ist möglich, daß sterbet eine Antwort auf die deutschen Vorschläge erfol­gn wird.

Kabinettssißnng.

»»Mittwoch nachmittag 4 Uhr fand eine wichtige Ka- sinettneuna statt, an der nahezu alle Rerchsmmister stiln-rhmen. Die Beratunaen betrafen die osterrecchrfche krage und die gegenwärtige Lage des Reparatronsvrob- rm§. Hierzu ist'zu fügen, daß die Verhandlungen mit en beiden Vertretern des Garantiekomitees nnveran- ert weiter gehen und daß von einer Beenöiaung, oder intern Abbruch vorläufig noch aar keine Rede sein könne.

Scharfe italienische Absage an Poincaree.

»»Die TurinerStampa" macht in einem Lettart'kel arauf aufmerksam, daß die Haltuna Italiens in der levarationsfraae von der Poincarees hrmmelwen ver­wiesen sei. Es sei ein großer Irrtum, zu alauben, daß ran von einer Solidarität der Italien neben und der canzösischen Reparationsintereffen sprechen könne. Senn auch Italien den Standpunkt vertrete, daß es Hne Schulden an die Verbündeten nur im Verhältnis in der von Deutschland einaehenden Reparattonen be- Ärlen könne fr könne es doch keine Polttlt mltmachen, sie anf den Bankerott nad die Verntcktnng.Drurschlands Biete, nur um Frankreich zum wrrtschaftUchen und pa­

schen Beherrscher des europäische« Festendes zu ma- t Diese Politik der veruuuftlose« Gewalt müsse tanz Europa m kurzer Zeit ins Berderben stürzeu. Was sie jüngste Rede Poincarees in Bar le Dnc angehe, so fei diese Rede, so lagt das Blatt, eine Rede vom Satz ge- |en das deutsche Volk gewesen.

H DieRetorfiouen".

^. Der Geueralkommissar in Straßbura hatte Mitt- ooch mit Poincaree eine Unterredung über sie vom Ministerpräsidenten in Elsaß-Lothrwgen verfügten Siedervergeltungsmaßnahmen. Die Geritchte über.,«- ten Widerruf dieser Verfügung sind von der franzon- chen Regierung nicht dementiert worden. An mauge- Kuder französischer Stelle wird nur erklärt, daß ine lnkündigung über den Widerruf der Matznahmen, wemr jricht unrichtig, so doch wenigstens verfrüht sei. Eine Neudernna der Verftigung könne jedenfcttls erst nach der ttiüfftSe Ser Steparattouskommission aus Berlin in Be-

*mäw - --> ----

Dornenwege.

*5 Roman von E. Dresses.

(Nachdruck bertöten)

Bewahre! versicherte Daisy schnell, indem sie ihr schönes Kleidchen mit allerliebster Bereitwilligkeit zusammendrückte. »Sie müssen ganz sicher kommen. Damst wir wenigstens einen Herrn unter so viel Weiblichkeit haben."

Unverbesserlich! Was?" lachte Frida dem Freunde zu. hat sie aber diesmal. Also bitte pünktlich um Drei. Wir wollen den schönen Nachmittag ganz ausnutzen.

Mr. Westread beteuerte, nur der Weltuntergang könne ihn zurückhalten.

In bester Stimmung betraten die Damen den kleinen, au^rft gemütlichen Speisesaal. Auch hier hatte Frida mit >erhältnismäßig geringen Mitteln etwas sehr Gelungenes ge- chaffen. Mit Ausschluß eines aufdringlichen und doch nichts- agenden Pomps hatte sie der brauchbaren gediegenen Be- 'aglichkeit umsomehr zum Rechte verholsen. Dunkles Eichen- «lz bildete hier den Grundton. Auch hier hohe Paneele, die anstige Dekoration aber beschränkter als im geräumigen Salon. Auf ruhigen Wandflächen nur wenige gute Gemälde, deren Httüre Motive symbolisch Appetit und Laune steigerten. Be- Aickenswert war eine prächtig geschnitzte Kredenz mit schönen stilvollen Prunkgeräten. Die Tafel glänzte im Schimmer schnee­weißen Linnens und alten Silberschmucks, und viele einzelne Blumen in schlanken hochstengligen Gläsern zierten sie be- stMderS lieblich. Auch standen zahlreiche blühende Strauch- Sewächse in großen japanischen Basen regellos am Boden oder sehr niederen Postamenten umher, sodaß man in einem Astenden Garten zu sitzen schien.

, »Sk nett Du es bei Dir hast, Frida, ich freue mich JWwnal von neuem daran," bemerkte Marion. »Sobald ich ^ch entschließen kann, ein festes Heim auszuschlagen, mache das nach."

»Ja, weißt Du, Marion, darin begreife ich Dich eigentlich Nicht, Du gabst früher was aus Komfort und hattest einen » gewählten Geschmack, aber Deine letzige Häuslichkeit ist ein-

sach ledern das richtige Chambre garni, nimm mir's nicht übel."

Es handelte sich ja auch eigentlich nur um ein Absteige­quartier. Vornehmlich deshalb hatte mein Mann bie beschränkte Wohnung mit dem nüchternen Urväterhausrat, an dem er übrigens merkwürdig hing beibehalten. Wir hielten uns etwa zwei Morlate des Jahres in Berlin auf, suchten dann keinen Verkehr, der uns gesellschaftliche Verpflichtungen großen Stils aufgezwungen hätte, wollten uns lediglich ausruhen und das konnten wir in dem alten stillen Hause recht wohl. Es hätte mich ja nur eine Andeutung gekostet und Breitenborn würde mir freudig die schönste Villa eingerichtet haben, aber das Reise­leben sagte mir damals ganz besonders zu, und ich habe in jenen Jahren wirklich wenig Wert auf home comfort gelegt. Wir waren eben Wandervögel, die sich wohlgemut auf jeden beliebigen Iweig niederließen zur kurzen Rast.

Seit ich einsam bin, ist mir freilich die Reiselust ver­gangen. Manchmal sehne ich mich ganz heftig nach einem schönen Heim, das mir Arbeit und behagliche Ruhe zugleich schafft, und kann mich andererseits doch nicht zu einer Wahl entscheiden."

Eine zweite Ehe wird das Dilemma ganz von selbst lösen; sie ist ja nur eine Frage der Zeit," meinte Frida mit ruhiger Bestimmtheit.

Ein peinvoller Ausdruck trübte Marions klare Augen, als sie hastig antwortete:Das ist keineswegs ausgemacht. Man wird sich nicht um mich reißen, denn mein goldener Firnis ist nicht ganz echt. Wer die Hand nach mir aus- streckt, streift ihn beinahe völlig ab. Solche Enttäuschung erträgt aber kein moderner Freier."

Es sei denn, er besäße selber den fraglichen Mammon." Ach!" Marion lächelte matt.Sie sind alle Genuß- Nie genug, das ist die

nienschen, die Mänuer von hente. 9 Devise der Zeit. Uebrigens, Du hast geheiratet."

ja auch nicht wieder

Dazu war ich nie wieder jung genug," sagte Frida ernst.Mit Eberhard schied auch meine sorglose Jugend und all ihre süße Sorbett von mir. Er allein in seiner fortreißenden Lebensfülle vermochte mich von dem Frohrechte junger Liebe zu überzeugen. Nachdem ich Mann und Kind hatte znrück-

geben müssen, wußte ich, es sei nicht meines Lebens Aufgabe, Frau und Mutter zu sein. Aber der Kunst durste ich gehören mit der ganzen Kraft meines Seins. Sie nahm mich an, sie gab meiner zerschlagenen Seele Trost und dann auch Frieden."

Erstaunliches hast Du erreicht."

Ich war so glücklich, mein Talent auf günstigem Boden entwickeln zu dürfen. Wohl stellt der urteilsfähige, viel­seitige Amerikaner, der sich auch in Sachen der Kunst kein L für ein U machen läßt, große Anforderungen, er karg V r ebensowenig mit der Anerkennung, meiui ihm und rastloses Streben begegnet. Einen so glänzenden Erfolg hätte ich schwerlich in einem anderen . erreicht und wohl am wenigsten hier, wo auch dir kiftn fähige Frau durch die Mißgunst ihrer männlichen Ko!n i behindert wird. Dergleichen hat sie drüben im Lande o 3 freien starken Fortschrittes nicht zu fürchten. Man gibt i n Raum zum Wettbewerb, beschneidet ihr nicht den Preis unL reicht ihr den verdienten Lorbeer ohne kleinliche Zurückhaltung, denn die Kritik beurteilt nicht das Geschlecht, sondern das Werk. Es soll sich allerdings in dieser Hinsicht auch in Deutsch­land manches gebessert haben. Im allgemeinen aber bestätigen solche erfreulichen Ausnahmen wohl nur die alte Regel, die Leistungen der Frau feien nicht ihrem Wert gemäß zu schätzen und zu lohnen, denn Frauenarbeit stehe niedriger im Preise« weil der Frau Bedürsiliffe geringer seien als die des Mannes. Möglich, daß die schönen Ausnabmen auch hier normal die Norm bilden werden, aber darauf wollte ich es doch nicht in geduldigem Harren ankommen lasten. Lieber blieb' ich im Lande der günstigeren Chancen und erarbeitete mir drüben binnen zehn Jahren niehr, als ich hier vielleicht in einem Menschenalter erworben hätte. ,

Das Verlangen meiner Mutter führte mich nun zurück. Das kinderreiche Elternhaus ist leer geworden im Saufe der Zeit durch die Heirat der jüngeren Schwestern, die Setbst- ständigkeit der Brüder, wie das so geht. Auch mein guter Barer, der immer noch rastlos arbeitet, wollte nun gern seine Weiteste in näheren Bereich haben und indem ich dem Wunsch der Vereinsamten nachgab, spürte ich selber einen Zug zur alten Heimat. _ tLortleLuny folgte