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Schlüchtemer Zeitung

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Kreisblatt

Erscheint 3mal wSchentl. Drahtanschr.: KreiSblatt Schlüchtern. Bruck n. Verlag Fa. L. Hohmeister, Schlüchtern. Berantwortl. 'Schristlett. H.-L. Hohmeister, Schlüchtern. Geschäftsstelle Brei- ibrüderstr. S. Im Falle höherer Gewalt, BetrirsSstSrnag «6. Stromsperre erlischt jede Verpflichtung auf Gchadenersatz.

Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern

Nr. 100

Dienstag, 22. August 1922

74. Jahrgang

yguilflionfls ernste MirisHasiVlage.

I Der wirtschaftLpolitische A^sichus; des vorläufigen «eickstvirtschaftsrats beschäftigte Hm in einer gemeinfa- E» Sitzung mit dem Ausruhrabgaven-Ausschutz mit der turäi die Entwertung der Mark geschaffenen Wirt- lÄaitslaae. Staatssekretär Dr. Hirsch gab eine einge­hende Darstellunq der Lage und schlug eine Reihe von »bwehrmöglichkeiten vor. Zn der Erörterung erklärten die Vertreter aller Wirtschaftskreise die Lage, insbeson­dere mit Rücksicht auf die Katastrophe der deutschen Mäürung, für sehr ernst. Zur Ausarbeitung von Vor- Wagen für die dadurch gebotene Wirtschafts-, Finanz- rmö WäHrunqspolitik wurde ein Arbeitsausschuh einge­setzt, der seine Arbeiten sofort beginnen soll.

In der Nachmittagssltzung der vereinigten Aus- Msse wurde über die Anpassung der Anssuhrabgäbe an -je veränderte Devisenlage verhandelt. Der Vertreter des Neichswirlschaftsmintsteriums führte aur Begrün­ung aus, daß die Berechtigung einer Erhöhung der Anssuhrabgäbe bei der augenblicklichen schnellen Ent- Vertuug der Mark sich aus dem Zurückbleiben gewisser Teile der inländischen Selbstkosten hinter dem Welt­marktpreis Herleite. Dies gelte insbesondere für die Kosten der Arbeit, der Kohle, die staatlichen Verkehrs­kosten und die allgemeinen General,inkosien. Bei einer Preisstelluna in Auslandswährung, wie sie bei der Aus­fuhr heute vorgeschrieben und üblich sei, entstehe durch Die veränderten Verhältnisse an vielen Stellen beträcht- Mer Valutagewiun, der durch die Ausfuhrabgabe gleich bei seiner Entstehung erfaßt werden könne. Die Abgabe benage zur Zeit im Durchschnitt noch nicht ganz vier Prozent. Wo durch die Erhöhung der Abgabe Schwie­rigkeiten entstünden, z. B. in den Fällen, wo inländische Rohstoffe den Weltmarktpreis erreicht oder überschritten hohen, solle eine Ueberprüfung eintreten.

Der Vertreter des AitSwürtigen Amtes setzte sich gleichfalls für eine Erhöhung der Ausfuhrabgabe ein, indem er darauf hinwies, daß viele Länder sich durch hohe Zotlausschlaae bereits gegen deutsche Waren abge- l'Wien und fast alle sich auf Drängen der Interessenten ^iie aefetüuüt Möglichreir dazu geschaffen u?t-en, sodaß_ bei einem neuen Valutadumping eine allgemeine Ab- ; ioemma des Auslandes gegen deutsche Waren zu er- f warten sei. In der Erörterung erklärten sich die Ver- refer der Arbeitnehmer für eine Erhöhung der Aus- i mlnabgabe unter bestimmten Sicherungen in den Fäl- - lev, wo sie eine Härte bedeuten würde. Die Arbeitge- ververtreter der Industrie erklärten sich dagegen qrunö- Mich gegen jede Erhöhung der Ausfuhrabgabe. Auch die Arbeitgebervertreter der Landwirtschaft erklärten sich §eqen eine allacmeine Erhöhung der Abgabe, waren fe= loch mit einer Erhöhung für besonders tragfähige Wa- »engruppen einverstanden. Nach längerer Erörterung wurde mit 13 gegen 11 Stimmen ein Beschluß gefaßt, aast der Ausschutz der Anpassuna der Anssuhravgabe an die verankerte Devisevlage zustimmt. Mit allen Stim­men bei einer Stimucenthaliuna wurde außerdem eine Ergänzung beschlossen, daß bei der diesmaligen Erhö­hung der Ausfuhrabgabe diefenigen Erzeugnisse, die ganz überwieaenö ausländische Rohstoffe enthalten, keine oder nur eine geringe Erhöhung erfahren sollen. Jn- soweit Anlandrobsiosfe den Weltmarktpreis wieder er- leichen oder überschreiten, sei eine schleunige Ueberprü- Mug der Tragfähigkeit der betreffenden verarbeitenden .Industrien vorzunehmen.

SsÄTai

O0i rsenvege.

«»man von C. »reffet.

(Nachdruck deiS«!«.)

Meine teure gnädige graul

®n amtlicher Vorgang meines Refforts daheim ver­meine igste Abreise, die mir nicht mehr den schied vergönnt. Gestatten Sie mir, hiermit K Dank ausptspreche» für alle EngMgüte, du mich "d mauert atmen Jungen so hoch begtoefte. Er schickt herzliche Grüße und freut sich unendlich darauf, x?^ gute A-e später in Berlin besuchen zu dürfen.

_ «Phrasen!« Wach R«Sm k»t vor stch hin, und mit " Bewegung legte fie die Blumen nieder.

erbl«^^ ^v. ^ heran. Sie schlug den Arm um die aHk B?undm und gestand: .Mario«, ich habe Schicksal r^^"vt «, dich Dein Geld wie Rauschgold zer- flattert, sobald er die Hand danach ausstreckt.«

ft»n,^t « ,ef Marion zürnend, .das ist* Ver- Ä.MI' der klugen Warnerin um den Hals. Nach Du^n ^^te ste ruhig: .Ich darf Dir nicht bSfe sein, tn*k>a ^Echt getan. Bewahrtest mich davor, in eine Jugend- «Wjuxü^, Aber, es sind die Narren, die im^rr« Xfr«. - heißt es nicht so? Ich weiß es nun: Ni^ ®n « erstorbenes Glück künfSich zu beleben suchen.

^ jetzt schlafen den ewigen Schlaf der Vergessen- ^»eche törichte junge Liebe.«

alle». Sieht ja schon völlig hit und denische Gemütlich-

Aus der Heimat-

Borausfichtl Witteruttg Am 22. 8. (Dienstag): Wechselnd bewölkt, meist etwas Regen, Rächt ziemlich kühl, tagsüber mäßig warm. Im Westen vorwiegend trocken.

Am 23. 8. (Mittwoch): Ziemlich heiter, trocken, nachts ziemlich kühl, tagsüber wärmer.

KH^ Im Jutereffe der vielen Bruch- und sonstigen Leidenden, wie auch im Jutereffe aller, die jedwelche Sanitäts- oder stammverwandte Artikel benötigen, sei an dieser Stelle ganz besonders auf das Inserat der Firma Ph. Steuer Sohn in hentiqer und letzter Nnmmer hingewiesen. Der erstklaffige und weitverbreitete Weltruf dieser Firma bürgt dafür, daß trotz diMgit berechneter Preise jedermann bestens bedient wird.

* Schlechter». (Schlüchterner Turnfest vom Sonntag, den 20. August). Am Vorabend des Festes SamStag fand der Festkommers in der Turnhalle statt, der hauptsächlich als Ehrung einiger aus dem Kreis Schlüchtern gebürtiger Deutsch- Amerikaner vom Freundschaftsbund gedacht war. Der Kom­mers verlief in angeregter schöner Weise. Es wurden An- sprachm gehalten an die erschienenen Gäste, man saug ge­meinsame Lieder, der Schlüchterner Männergesanzverein tat sich durch seinen Gesang rühmlich hervor, und die Keulen- schwiager des Turnverelns veranstalteten einen Reigen. Dir Volfeier wurde durch Tanz beendet. Am Sonntag vormit­tag errang Fr. Brand-Schlüchtern den ersten Preis im Tur­nen der Oberstufe, Vcp"Schlüchtern den in der Unterstufe. Nachmittags kam eine Stasktte zum Austrag, als deren Preis ein wertvoller Pokal ausgesetzt wir. Der Fußballverein Schlüchtern 1910 holte sich diesen Preis. Die Schlüchterner Skminaryfannschaft blieb Sieger in dem Schlagballwettspiel mit der Wartburgmannschaft aus Frankfurt. Ebenfo stcherte sich die Seminarmanuschaft noch die beide« ersten Preise in wd FMstballwettkäNvstr-. Besondres Jr. -refft wurde dem Tarnen der Damenriege des Turnvirew« vom PublikuM entgegengebracht. Für Gelegenheit zum Schwingen der Tanzbeine war reichlich gesorgt, und diese Gelegenheit wurde auch sehr wahrgenommeu. Gleichzeitig« Feste in benachbar­ten Artschaften des Kreises taten dem Betrieb auf dem Acis- brunnenplatz einigen Abbruch. Doch verlief das Fest bei gutem Wetter in recht schöner Weise. Beim Nachhausegeheu 1 konnte man wieder die unverantwortliche Nachlässigkeit der Schlüchterner StraßenZeleuchtungsinipekiio« feststellen, da wieder, wie ja stets, in der Bahnhofstraße keine einzige Laterne angezündet war.

O Schlüchtern. Am Dienstag, den 22. August 1922 abends 8 Uhr findet eine Sitzung der Stadtverordnetenver­sammlung mit folgender Tagesordnung statt. 1. Genehmi­gung einer Anleihe zur Deckung der Kosten für Einrichtung des Licht- und Luftbades. 2. Genehmigsug der Kaufverträge über Abtrennung von Gelände im Savdgartrn an Urbach, Lcy, Heil, Herbert und Witwe Rivgler. 3. Genehmigung des Kaufvertrages mit Seifenfabrikant M. Wolf betr. Ab­trennung von Gelände im ehemaligen Köhler'schen Garten.

§ügen unv jugendlich lebhaften Augen, ließ die prüfenden liefe in voller Befriedigung durch das große schöne Zimmer schweifen, in welchem ibm die Simskrau «avfauae»

Die Ausstattung des umfangreichen ytotuntt- war modern im besten Sinne, d. h. sie zeigte weitgehendste Kwcheit eines künstlerisch gebildeten Geschmacks, ohne sich in der Ver­schrobenheit planloser Bizarrerien zu gefallen. Man sah, ernt §usamni«nftellu«g bequemer und handlicher Mabel verschiedener tilarten, die dennoch eine ruhige Gesamtwirkung erzielten, weil jedes Stück der Gebrauchsart angepaßt war u»d seine einfache edle Form von überflüssigen verwirrenden Deko­rationen frei hielt. Die Wände, mit meterhohen dunklen Holzpaneelen und einer neutralen Tapete, die ein feinge-- stimmter Deckercheies abschloß, bekleidet, gaben so den rechren Unterton fib; dir buntfeockigen Polster. Die Umrahmung der Türen und Fenster mit eine» fetten dunklen Plüschstoff wirkt« vornehm und brach»-, die nMp Muh» u die Anhäufung moderner NippeS und bric t. dm»e. Ein schwerer Smyrna von einfachen Linien und gedämpften Farben deckte das Parkett. Daß die Wahl der S«»Äd- «d Ekniptnren eine ausgezeichnete war, verstand sich in dem Hause einet hervor- ragenden Künstlerin, wie Frida Nardeck es war, von selbst. ; Aber auch die Kleinkunst kam zur ©eltung in reizend anmutigen ' und künstlerisch wertvollen GebUdeu. Was aber dem schönen i Raum ein besonders anheimelndes Gepräge gab und ihn vor- , nehmlich als Frauengemach kennzeichnete, war eine Fülle von : Blumen und Blattgewächsen, die in großen Vasen und Kübeln 1 untergebracht, zur heiteren, lebensvollen Zierde dienten.

.Den Salon könnten Sie gleich ausstellen, Mrs. Rardeck, ' ! in ernte der Amerikemer, der inzwischer seinen aufmerksamen I Rundblick beendet hatte und nun mit großem Wohlgefellleu die noch hinge Hausfrau »»«erachtete, deren graziöse, schlanke Gestalt in einem losen Hauskleide von roter indischer Seide die anmutigste Staffage dieses reizenden Interieurs war Und sich dazu,« buchte er dabei.

Sie lachte heiter. ,Ja, gefällös Ihnen? Nun, Mr. Westreab, wenn Sie hier Hütten bauen wollen, stelle ich Ihnen mein Dekorationstalent zur Verfügung und richte Ihnen ein paar nette Zimmer L la Nardeck ein. Das haben Sie scho- mit Ihrer rührenden Dienstwilligkeit für uns beide kläglich' Seejahrerinnen verdient.«

4. Genehmigung eines Kaufvertrages mit Kaufmann Emil Krein betr. Erwerb eines Fußweges «ach dem Weinberg 5. Genehmigung eines Nachtrags-Vertrages mit der Landes- bauverwaltung betr. Anlegung von Bürgersteigen auf Staats­straßen. 6. Erhöhung der Gebühren für Benutzung der Stadtwage. 7. Genehmigung eines Vertrages mit dem Lehrerseminar über Benutzung der Semtnarinrohalle durch die Lateinschule. 8. Wafferlettungssachr betr. 9. Verbrei­terung der Brücke über den Mühlgraben an der Hanauer- straße. 10. Annahme einer Stiftung des verstorbenen Wirk­lichen Geh. Oberjustizrates Rabe.

Dienstfiegel

der Ortspolizeibehörden mit dem neuen preußischen LandeswaPPen und

Getneindestegel

liefert schnellstens und äußerst billig

C. Hohmeister,

KreisSlattdruckerei Schlüchtern

Amtlicher Teil.

Metr. Oetreide-MmLage.

Dem stegirrmigsorzäc! Laße! ist ein GetteideumlaKrfsg auferlegt, das etwas höher ist als das vorjährige. Da mir in Uebereinstimmung mit der landwirtschaftlichen Berufsor- gantsations« das Ausbringen des Liefersolls im Hinblick auf den ungünstigen Saatenstand und auf die erhöhte Beschrän­kung der Zahl der Umlagepstichtigen nicht möglich erschien, hab« ich sofort in Berlin energische Schritte getan, um eine angemessene Herabsetzung des Liefersolls zu erreiche«.

Der Herr Staatskommiffar für Volksernährung erklärt sich außer Stande, feinerfeis einen Nachlaß aus der Landes­reserve zu gewähre«. Ich habe dtshalb gebeten, durch einen Sachverständigen des Landwirtschaftsministerinms feststellen zu lassen, daß der hiesige Regierungsbezirk in weitem Umfange von einer Mißernte betroffen ist, welche den Herrn Reichser- uährungSmintster in die Lage versitzt, eine entsprechende Her­absetzung des Liefersolls gemäß § 2 deS Umlagegesetzes vom

4. Juli d. Js. zu bewilligen. In Berücksichtigung dieser Bitte hat ein Kommissar des LasdwirtschaftSministeriums sich von dem Vorhandessein einer Mißernte in größerem Umfang überzeugt und die Befürwortung einer wesentlichen Herabsetz-

.Lieber Freund, das soll es keiueswegs sein, hoffe ich. Denken Sie denn, ich würde meine Phaniasie deswegen arbeiten lassen? O nein, Sie bauen sich ein deutschal. Haus und setzen eine deutsche Frau hinein, thd. so wir» der ruhe­lose Wanderer den unschätzbar« Wert des heimischen Herbst kennen lernen und sich nimmer fortsehnen aus b^ füfeai Frieden.'

.Gibt es denn überhaupt einen Heimatfrieden für mich?« seufzte er. .Ich hab' ihn oft gesucht und immer vergebens- Vieles vergönnte mir das Schicksal, aber das Beste versagte es. Nun hab' ich das Wünschen aufgegeben. Eigentlich ist es ja auch eine Torheit, wenn man durchaus etwas Großes und Liebes, wie z. B. auch eine echte, selbstlose Liebe, geschenkt haben will, wenn man sich doch alles in der Welt saufen kann. Aber mir graute es alle Zeit vor solchem Kauf. Deutsche Sentimentalität natürlich Wo die einmal im Blut stetste verlier« st- sich selbst nicht in der wildester. Erwerbsjag- über den halben Erdball. Selbst ich rauher Weitstürmec maß brau glauben.' Er lachte ^rrmmia. .Bin ich erw. *** ehr Deutscher'-' Nein, som ScheirA bis pn Ze». Siuiexxi.KK oder richtiger noch Globrtrorter. der üeemü wi- nicgnads' z-c Heuft ist. Aber hftr innen, er deuten »r an«lieben Lachet» aas die Brust, poch» trotz aller harken Ledenskimph noch tmtee: ein kleines sentimcniales Herzgefühl. Das ist so eine Arr Kompaß, weist unweigerlich diesell-: Richtung und treib», «ich nur wahrhaftix nach Deutschland zurück, wo ich doch retx gar nichts mehr u stutze» habe Dre Eltern leben läRgK nutzt mehr. Viererch: b-xb. «h r och einen Bruder. Gewiß ist das aua? n.'an da »st seit fast dreißig Jahre, nicht» um eilt» ande Hörtzn, vrb ob er von dem einstige*. Durchgänger Liwrhaupt was: wisse» will, fanv. nh Nboii gar nicht fugen. Ru», und ein Gretche» w-rd biet auf dn i ^rauköpstgerr SMt« bummln; ede» so wem»; warten/

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