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Kreisblatt

Erscheint 3mal wSchentl. Drahtanschr.: Kreisblatt Schlächtern ® u. Verlag Fa. L. Hohmeister, Schlächtern. BerantwortL. Schriftleit. H.-L Hohmeister, Schlächtern. Geschiistsstelle Sxm* brüderstr. 9. Zw Falle höherer Gewalt, BetriebSstZrimg ab Stromsperre erlischt jede Verpflichtung ans Tchade ersah.

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Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlüchter«

Rr. 97

Dienstag, 15. August 1922

74. Jahrgang

lUttlei vorn Tage.

^J&ftÄÖ in M-g-Era ist * OLerpraswenten Horsmg zum zwerten Male, und zwcv auf 16 Tage verboten worden.

I« Meran sind aus ^wei o)aftwirtid)aften von tun- gen Burschen Bilder des früheren- Kaisers Franz Jo scph und seiner Gattin herausgeholt und vernichte: worden.

Die Gpitzenorgams<r,ionen der Gewerkschaften sink zu erneuten Besprechungen über eine in kürzester Frist einzuleitende Teuerungsaktlon zusaninrenaetreten.

Der Streik im Betriebe der niederrheiwsche« Rheim schleppschtsfahrt ist endgültig beendet.

6ine Fahrt ans der Wiener Straßenbahn kostet vom 16. August ab 450 Kronen.

Der internationale Bergarbeiterkonares; in Frank­furt a. M. hat Entschließungen anqenourmen, in denen die allgemeine Durchführung der Arbeitslosenversiche- nmg unter Anteilnahme von Smat, Unternehmern und Atbeitern, das grundsätzliche Verbot der Untertagear­beit von Frauen und Jugendlichen unter 16 Jahren und die gesetzliche Festlegung der Siebennundenschicht ein­schließlich der Ein- und Ausfahrt in asten Ländern ge­fordert wird.

Die Verhaftung Fechenbachs ist nach einer Meldung 6erMünchener Neuesten Nachrichten" wegen Verdachts des Landesverrats erfolgt.

Oberhofprediger Geheimrat D. Dryauder hat dem evangelischen Pressedienst zufolge beim evastgelischen Obertirchenrat sein Pensionierungsgesuch atugereicht. Dryander bekleidete seit 1898 das rrste Dompredlgeramt und hatte die Leitung des Tomkandidatenstifts inne.

Die italienische Kammer nahm in namentlicher Ab­stimmung mit 247 gegen 121 Stimmen eine Tagesord­nung an, in der der Regierung das Vertrauen ausge- svrocken wird.

Die Verfassungsfeiern.

Im Reichstag.

Der Geburtstag der Verfassung wurde mit einer Mitlichev Feier im großen Saale des Reichstages in würdiger Weise vegangen. Gegen 11% Uhr rückte im Paradeschritte unter den Klängen des alten preußischen Korkmarsches die verstärkte Ehrenkompagnie an. Gegen 12 Uhr erschien der Reichspräsident, begleitet von Mi­nisterialdirektor Dr. Meißner. Nachdem er unter den Ovationen der Menge am Fuß der Rampe von Exzellenz v. Seeckt und den Abgeordneten von Berlin begrüßt worden war, schritt er unter den Klängen des Liedes »Deutschland, Deutschland über alles" die Front der Ehrenkompagnie ab. Der Sitzungssaal des Reichstages war nach Entwürfen des Reichskunstwarts Dr. Redslob Mit Eichenlaubgewinden und schwarz-rot-goldcuen Fahnen schlicht, aber würdig geschmückt. Im Mittel- Äd der Wandfläche über dem Präsidialsitz war der neue Reichsadler angebracht, darunter in einem Rahmen von Eichenlaub die Worte:Einigkeit und Recht und Frei­heit" aus dem Liede, das heute zum Nationalliede der Teutschen geworden ist. Sodann hielt der badtsche Staatspräsident Dr. Hummel eine Festrede.

Er sprach über die Entstehung des basischen Staats- Sihls als natürlichem Ergebnis des Verfassungsle- s und des Heimatgefühls. Die Stärke des Reichs - redankens in Baden sei zu verstehen aus der Gleichheit >er Entstehung von Staatsgefühl und Reichsgefühl. Kus diesem Gedanken begrüßte der Staatspräsident ine Leichsverkassuna vom 1L August 1919 als aroüarria^

GesetzgeSnngSwert mit dem titele der Aufrecyteryaitung der Reichseinheit. Vor allem liege darin ihr seltener Wert. Ihre demokratische und soziale Seite sei unver­äußerliches Gut des deutschen Volkes geworden. Wirt­schaftsleben, Jugend und Geisteswelt sollen zum Staats- und Verssassungsleben aus ihren wohlverstandenen eige­nen Bedürfnissen heraus führen. Die Gegensätzlichkeit zwischen dem demokratischen Bedürfnis der Zeit und der politischen Herrschaft der Reaktion hat das alte Reich zerbrochen. Auch das neue Reich würde an einem Ge­gensatz zwischen dem Geist seiner Verfassung und der Einstellung der führenden Schichten zu Grunde gehen. Daher fei eine Saimnlnng aller Kräfte zum Schutze der Reichsorönuug auf der internationalen Rechtsordnung nötig. Die erfolgte Verständigung zwischen Reichsre gierüng und bayerischen Regierung wird begrüßt und ein einmütiges Bekenntnis Süddeutschlands zum Reiche sestgestellt. Die Rede schloß mit einem Hoch auf die Re- -publik, das deutsche Vaterland und das deutsche Volt.

Bei der ^Abfahrt des Reichspräsidenten und der Mi­nister vom Reichstage stimmte die Kapelle der Ehren- ffompagnieDeutschland, Denrichland über alles" an.

Die Truppen salutierten.

In Berlin.

»-»Aus Berlin wird gemeldet: Unter riesiger Besei­tigung der Bevölkerung fanden Freitag abend zahlreiche Verfassungsfeiern statt. Im Zirkus Busch sprachen die Minister Schmidt, Küster und siladbruch, die sämtlich das vaierlandische Moment der Feier betonten. Für ine Demokraten sprach der Schöpfer der Reichsverfassung, Dr. Prentz, in den Kanrmersälen. Im Lichte mehrerer hundert Fackeln fand im Lustgarten eine imposante re­publikanische Abendfeier des Kartells der repubttkam- schen Verbände statt. Die ernöruckl'ollste republikanische Kundgebung erlebte aber das ehemalige königliche Schauspielhaus am Gendarmeriemarkt. Nach Beenm- guna der Festveranstaltung tm Staatstheater hatte mb vor'dem Gebäude eine nngehenre Menschenmenge in breiter Front aufgestellt, die dort die Ankunft der Fak- kelträqer aus dem Lustgarten erwartete. Bald nach 9 Uhr nahte der Zug und nahm an der nennen Frei­treppe Aufstellung. Dem Reiä-spräsideuten und dem . Aieiü,ska»«ler^«»»^den AamW- ^M»ri ^n darLühraM, dir. In ihren Reden befände es an die Herzen der republika­nisch gesinnten Jugend appelllerten und den vaterlän­dischen Charakter der Kundgebungen stark betonten. Die Dieben wurden mit stürmischen Hochrufen ausgenommen. Unter den Klängen der Musikkapelle marsthierte dann der Zug zum Lustgarten zurück.

Im übrigen Reiche.

>»AuÄ im übrigen Reiche sind die Verfassungsseieru durchweg ruhig und eindrncksvost verlausen Im Wei­marer Rationaltheater wurde eine schlichte Bronzetasel enthüllt mit der Inschrift:In diesem Hause gab sich das deutsche Volk durch seine Nationalversammlung die Verfassung vom 11. August,19,1b."

In Hannover fand anläßlich des Berfassungstages im Rathause ein kurzer Festakt statt, der von den Ver­tretern der Behörden sowie des Handels und der In­dustrie stark besucht war. Die Festrede hielt Oberpra- fident Roske, der einen kurzen Ueberblick über die Ge­schichte der deutschen Verfassnng gab. Die Reichsver- 'c-ssung sei ein dokumentarisches Bekenntnis des Volkes zur staatlichen Ordnung. Sie bedeute die schroffste Ab­sage an die Rätewirtschaft und den Bolschewismus. Sie sei die erste große Leistung des deutscyen Volkes und seiner Vertreter nach dem Zusammenbruch des alten Neicksbaues. Der Oberorästdent schloß mit dem Dccbter-

wort:Einigkeit und Recht und Freiheit Mr das öeu^ sche Vaterland, danach laßt uns alle streben, briiderlich mit Herz und Hand."

Depeschenwechsel zwische« Harding und Ebert.

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amertür hat ar.lätzlich des Versafsungstages an den Rerchspran- benien folgendes Telegramm gerichtet:

Präsident Ebert, Berlin.

^nr Wiederkehr des Tages, an dem Deutichland die republikanische Staatsform angenommen hat, bin ich glücklich, Ihnen meinen aufrichtigen GlüMvunsch und meine Hoffnnng auszudrücken, daß die arotze deutiche Revublik ständig vorwärts schreite ant dem Wege des Friedens, die zu einer guten BMianoigung, zu ®e- ^^ E »IM «»« W e. 6«»,^

Der Reichspräsident Bat hierauf in einem Tele- ^^^^lusri^ig^ersreut über Ihr freundliches Gedenken unseres BersasinngStages bitte ich, mit hMchem D^ meine Wünsche entgegenzuneomen für das Wohlerg^ Heu der Bereinigten Staaten. Deutschland hostr, daß die gleichen Grundsätze und untere gemeinsame repv- blikanische Staatsform zu einer auten Verstand-gung und glücMchcn Zukunft unserer Politik Mbren möge.

>

Englischer Glückumufch.

Der «Mlische Gesandte in Wieu, Douglas, Bat dein i®efandten Dr. Pfeiffer anläßlich des Verfasinnaslag^' fetec GlückWürrühe ausgesprochen. _j

Somprsmi j-Hoffnung.

»-»-Aus London wird gemeldet: Der Freitag war wie­derum Privatbesprechungen gewidmet. Allein die Tat- . sache, daß die auf 11 Uhr angesetzte Konferenz abgesagt und auf später verschoben wurde, genügt, um Sie Hoff­nung, ein Kompromiß doch noch zustande zu bringen, neu zu erwecken. Die Sonüerberatngen der drei Mi­nisterpräsidenten begannen vormittags in der Downing- street und wurden von nachmittags 4 Uhr an bis in die späten Abendstunden hin fortgesetzt. Französische Blät- » ^ ^ SEM« ^^

Die Richtlinien für ein Moratorium.

Der Sonderberichterstatter der Havasagentur meldet aus London: Die französische Delegation hat vormittags eine Nichtuote erhalten, die von der britischen Regierung anschließend an den Kabinettsrat den alliierten Vertre­tern zugehen sollte. Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, daß Lloyd George davon Poincaree in einer Unterre­dung Kenntnis gab, die beide vormittags 3410 Uhr mit dem belgischen Dtiuisterpräsidenten hatten. In dieser Unterredung wurden neue Bemühungen um eine Ver­ständigung gemacht. Nach offiziösen AusMnften sollen die britischen Vorschläge folgendermaßen lauten:

Dentschland erhitzt ein Moratorium für Barver- Pflichtungen bis zum 31. Dezember 1922. Es mntz da­gegen alle seine Sachlieferungeu ausführeu, besonders die Lieferung von Holz und Kohle. Dieses Moratorium wird unter folgenden Bedingungen bewilligt: Einfüh­rung von Gesetzen gegen die Kapitalflucht, Autonomie der Reichsbank, Konsoliöiernng der schwebertden ScktUlö, sowie endlich Ausübung einer wirksamen Kontrolle der deutschen Finanzen durch die Reparationskommisston. Schließlich soll die Reparationskommisston den Wert von 26 Prozent der deutschen Ansfnhr nnd die Zottein- naüme« einkassteren und in Bereitschaft halten. Wi-

Dornenwege.

8® Roman von C. Dressel.

(Nachdruck verösiiN.)

.Donderdar, daß sie damit so lange Jahre zögerte. Line junge Witwe hatte Familienschutz und Anschluß suchen sollen, da sie ihn so ausgiebig haben konnte."

Run, ein jeder sucht mit dem Schicksal aus feine Art zu werden. Frida aber, die eine ungern ein selbständige ist, konnte nur in völlig uneingeschränktem Handeln unter weitgehendster Verantwortung ihres Tuns der verzeh- ^Er Herr werden. Sie brauchte viel Arbeit, viel Ncejheit der Bewegung und ein Ziel, das sie nur mit Einsetzung mler Kraft erreichen würde, und ging so einen Weg, auf dem 'dr schwächere und indolentere Frauen allerdings nicht gefolgt D«en. Auf den Trümmern ihres Glückes errichtete sie sich neues Leben, das sie nun ausschließlich der Kunst widmete. Ich bewundere eine so kraftvolle Eneraie und verstehe Fridas

S«rndteiben BoStommen. Freilich, man muß, um so Großes pl erreiche» wie ste, auch besonders genial veranlagt sein, natürlich auch Glück haben. Sie wußte sich eben mit mch Kraft den Erfolg zu erzwingen, und wenn sie nicht sustietzt an die Rückkehr dächte, wäre ich nun vielleicht auch ihren tapferen Spure« nachgegangen."

» . "Ech* fiel er ihr stürmisch in die Rede, »Sie find keine ^mrr, die sich mit starkgeistiger Härte und Rücksichtslosigkeit brechen konnte, Frauen wie Sie, so zart und weich fern empfindend, gehören in den Schutz der Familie an w des Mannes."

_ »Mein Gott," widersprach sie fast ärgerlich, .wenn ich auch ' .rücksichtslose Krastnatur bin, so habe ich ebensowenig r? .Mafioses Anschlußbedürfnis. Sehe ich denn wirkkch so «dwachlich, so unselbständig aus?"

Mit spontaner Hast fuh'

«>u Alant in der elastischen Kraft blühender Gesundheit, blitzenden Augen und heißrote« Wangen. Und sie war ^unendlich reizend in diesem impulsiven Ungestüm, daß er

it sie empor und stand da, hoch

soll sich der Kraft gesellen. Diese ewige Wahrheit wird auch das Ueberweib nicht aus der Welt schaffen."

Marion sank in ihren Stuhl zurück.Die Kraft, nicht immer liegt sie beim Manne," sagte sie kopfschüttelnd. Frida hatte sie, trotzdem sie sicher auch die Anmut besaß. Sie kehrt nun heim, nicht etwa, weil diese Kraft versagte, sondern, weil sie selber im innersten Wesen deutsch blieb und nun einen unwiderstehlichen Zug nach der alten Heimat spürt, was männ­lichen Auswanderern ja ebensogut pasperen soll. Ob sie dauernd bleibt, sich im alten Europa wieder zurechtfinden wird? Das muß sich erst arisweisen. Ich möchte es wünschen, denn mir ist dies Wiedersehen natürlich eine besondere Freude. Sud) bringt sie eine junge Amerikanerin mit herüber, die ihr von der Mutter für eine lange Besuchszeit anverttaut wurde, und so sehe ich vermutlich einer lebhaften Geselligkeit entgegen

Die Ihren weiblichen Hofstaat so vergrößert, daß man [ zu Ihnen selbst dann nur schwer vordringen wird," seufzte er,ich kann daher Ihre Freude nicht mitfühlen, gnädige Frau." 4

Marion lachte.Westerot, nun zeigen Sie eine ganz weibische Unlogik. Eben noch wünschten Sie mir Familienschutz." .

Aber keinen revolutionären, keinen, bei dem Sie Gefahr laufen, Ihr schönes Köpfchen mit amerikanischer Freigeifterei zu verunzieren." In heißer Geftlhlswallung faßte er ihre Hand:Nein, Marion, nicht das. Bleiben Sie deutsch, das süße schmiegsame Weib wie es fich der deutsche Mann--"

Er verstummte erbleichend, denn plötzlich stand wie ein deus ex machina Marions Hausgeist neben ihr, und so blieb sein flehentliches Verlangen einstweilen unvollendet unerhört.

Auch Marion gewahrte Luise, welche lautlos aus dem dunklerc Zimmer auf die Loggia getreten, erst jetzt, und in diesem Moment spürte auch sie etwas wie Schattennähe, in bet das anfglänzende Licht ihrer Augen, das Wescerots wannet, werbender Blick soeben entzündet, jäh erlosch. Durch die Dusl- schwüle der exotischen Luft schien ein kühler Hauch zu wehen. Marion schauerte fröstelnd zusammen. Sie atmete tief, als wolle sie einen Alp abschütteln, und schien sich damit von dem Banne zu befreien, denn sie vermochte nun in ihrer ruhigen Freundlichkeit zu sagen:Sind Sie'? wirklich, Luise? Da haben Sie diesmal ja die dumme Migräne rasch aus dem Selbe geschlagen."

Fräulein Hagen sah aber nichts weniger als wohl aus. Ihr Gesicht zeigte eine wächserne Blässe, und sie antwortete matt:Ich hielt's im dumpfen Zimmer nicht mehr aus, mußte einen frischen Luftzug haben. Hier ist es aber auch nicht viel anders. Erlauben Sie, Marion----"

Damit trat sie an die Brüstung der Loggia, um die herunter» gelassenen Stores aufzuziehen. Zugleich fuhr ein Windstoß herein, der einen Regen halb welker Azalienblüten von den, die Balusttade krönenden Topfstauden auf den Boden der Loggm streute.

Schade!" bedauerte Westerot,diese Gewaltsamkeü hat eine schöne Illusion zerstört."

Was welk ist, muß fallen," sprach Luise Hart,gerade so wie die ungesunde Hoffnung, an der ein Mensch krankt. Ich habe lediglich für bekömmliche Luft gesorgt."

Und der Himmel ist mit Ihnen, er schickt ein Ge­witter." Westerot wies auf ein fern im Aetherblau schwimmen­des Wolkengebirge.Es scheint sich kaum zu bewegen, den­noch ist's in längstens einer Viertelstunde herauf. Es kommt hier fast immer mit vehementer Plötzlichkeit. Ich kenne nun schon die nie trügenden Anzeichen. Mein Junge ist am Strande, ich muß ihn mir hereinholen, denn die Schmidt, so zuverlässig sie sonst ist, bei einem Gewitter verliert sie den Kops. Gestatten Sie daher, gnädigste Frau--* Er neigte sich über Ihre Hand und suchte dann ihre Augen in heißer, stummer Bitte. Aber ihr warmer Glanz war wirklich er­loschen, wie jetzt die eben noch so strahlende Himmelsonue. Rur seine Wolkeuschattcni spiegelten sich in ihneru

Ja, eilen Sie, den Kleinen unter Dach zu bringen. Hoffentlich gelingc's noch," meinte Sie freundlich gelassen. Und mit dieser konventionellen Phrase fand er sich entlassen, nach dem er sich von Luise, dieser gefährlichen Wolkenschieberin wie er sie bei sich ingrimmig nannte, mit etwas forcierter Söflichkeit verabschiedet hatte, während sie ihn mit lächelnder ttsriedenheit verschivinden sah. In Westerot hingegen gurrte Die Gewitterstimmung fort. Ein leidenschaftliches Bedangen nach dem Besitz der schönen Frau brannte in ihm. Er war bereit, alle Schmerzen gutzumachen, die sie einst um ihn ge­litten, und er glaubte auf ihr weiches ogrf'MtdicS Gemüt bauen zu dürfen.

Fortsetzung fo^jtiL