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ichlüchlerner Zeitung

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8 | »Schristleit. H.-L. Hohmeister, Schlüchtern. BeschLftSstelle Brei« 8

O W W vMHrW tbrüderstr. 3. Im Falle HSHerer Gewalt, Betriebsstörung ,b.

!Stromsperre erlischt jede Verpflichtung aus Gchadeo-rsatz.

Erscheint 3mal wSchentl. Drahtanschr.: Kreisblatt Schlüchtern. ~ " lag Fa. T. Hohmeister, Schlüchtern. Berantwortl.

>.»L. Hohmeister, Schlüchtern. Geschäftsstelle Brei«

Amtlicher Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern

Rr. 96

Samstag, 12 August 1922

74. Jahrgang

VKttfct vom Tage.

^ Die Wiener Zeitungen sehen sich gezwungen, vom .18. d. Dtts. ab neuerdings die Preise zu erhöhen. Ein Morgenblatt kostet dann 300 Kronen, ein Abendblatt 60 Kronen und ein Mmgenblatt an Sonn- und Feiertagen 340 Kronen.

I , Die regierende Großherzogin von Luremburg, die sSHwägerin des ehemaligen Kronprinzen Rupprecht, ist -in München eingetroffen und hat sich nach Schloß Hohen- -ma bei Tölz begeben.

I» Kiel ist auf den Howaldwerken für die Deutsche. Levante-Linte ein neuer Dampfer von 4500 Tonnen Raumgehalt vom Stapel gelaufen. Der Dampfer er* dielt den Stamen »Troia".

Der 5395 Brntto-Register-Lonuen große Dampfer ,Auil Kirdors" der Reederei 4;u«ö Stinnes hat unter Führung des Kapftäns Zobel seine erste Reife nach Nar- ; Äk angetreten.

Anläßlich -es Streiks der Landarbeiter im Posener i Teilgebiet traf der polnische Arocitsmin-ster Darowski zu Verhandlungen in Polen ein. Die Arbeiter fordern eine Erhöhung der Bezüge um 50 Prozent. Der Streik nimmt an Ausdehnung zu.

Der schlesische Sejm soll von der Bevölkerung des - an Polen abgetretenen Oberschlesiens am 24. September gewählt werden.

Einigung auf Kosten Deutschlands.

wSlotterbam. (S. C.) DerConrant" meldet aus 'London vom Mittwoch abend: Die Gesamtsituation am

ien worden

abend ist die, daß, obwohl die Sachverständi- einigen Fragen noch unernig sind und obwohl keine endgültige Kompromißform gesund' die Ei»ig«»g auf der Londoner Konferen

_ .. .... ...... . ______erenz auf Ko-

Deutschlands so gut wie gesichert ist. Lloyd Geor-

ges Umfall wird durch die Londoner Morgenblätter be­stätigt. Siach einem übereinstimmenden Reuter- und Havas-Bericht hat Lloyd George nach zweitägigem Wi- ; derstand Mittwoch mittag die drei Hauptforderungen .Poincarees angenommen, darunter die sofortige Be­schlagnahme der gesamten Zolleinnahmen Deutschlands in der Höhe von 300 Millionen Goldmark. Der Bericht- , erstattet desJournal" schließt seinen Bericht mit den Worten: Ein drohender Bruch der Londoner Konfe- s lenz hat wieder nur in der Phantasie der Deutschen ge->

westlichen Forderungen Poincarees fitoren. es ist auch nebensächlich, ob die Konferenz auf drei oder vier Wo-- «den vertagt wird. Das schlietzliche Gesamtresultat der Eierten Besprechungen steht schon fest: Es ist die völ- «ge Versklavung Deutschlands.

| ' Teilweise Annahme der Fordernugen Poincarees.

»»Notterdavu (S. C.) DerBrüsseler Soir" meldet Ars London: Die Einigung in der deutschen Frage ist m der Mittwoch-Besprechung der alliierten Mftnfter- I Präsidenten angebahnt worden. Die Poinrareeschen kmrptforderungen sind zum Teil von Lloyd George nach ? anfänglichem Widerstreben angenommen worden, zum «rderen Teil sind sie abgelebnt worden.

Abflauen des Sturmes.

| ! >* Rotterdam. (S. C.)Daily Telegraph" zufolge ist | vie Sttchverständigen-Konferenz am Mittwoch ruhiger - verlaufen als die der vorausgegangenen Tage. Der I gertreter Frankreichs hat seine Forderungen nach Er- | Mtung einer Zollschranke rechts des Rheines nicht mehr I «lbedinat aufrechterbalten. Es zeigt sich auf allen Kcek-

sen der Konferenzvesucher der Wunsch, schnell zum

Schluß der Konferenz zu kommen.

Die militärischen Vorbereitungen Frankrecchs.

»»Karlsruhe. (S. C.) Bei Abgang dieses Berichtes am Mittwoch abend liegen eine Reihe neuer Meldungen aus dem besetzten Gebiet vor, wonach rn allen nanzo- fischen Garilisonen Verstärkungen aus Frankreich eit.- treffen.

Das Ringen von London.

Aus der Snche »ach einem Kompromiß. Keine Ber- fiändtgunß möglich. Umfall und Ende der Minister- präsidentschaft Poincarees?

»^-Aus Paris wird gemeldet: Nachdem Lloyd George der englischen Presse gegenüber erklären ließ, daß er entschlossen sei, dem Garantteplan Poincarees nicht zn- znsttmmen, und es bei den Sachverständigen-Beratun- gen z« sehr heftigen Auseinandersetzungen gekommen war. fodatz der französische Finanzminister de Lasteyrie nicht mehr zu der Nachmittags-Sitzung erschienen war, lautete die Prognose für Mittwoch günstiger. In Paris erwartete man die Entscheidung. Nach widersprechen­den und zürn Teil sehr pessimistischen Berichten lautete nunmehr das Ergebnis des Mittwochs auf eine Verta­gung der offiziellen KonferenzsiLung auf Donnerstag. Der englische Premierminister wird auf Donnerstag eine Kabinettssitzung einberufen^ Poincaree soll sich sei­nerseits, ebenfalls mit feinen Regierungskollegen dar­über einigen, welche endgültige Halt»»» er einnehnre» soll. Poincaree verweigerte am Ende der Styung zwar kategorisch jedes Nachgeben, aber man wird nickt fehl­gehen in der Annahme, daß jeder der Beteiligten auf seinem Standpunkt beharrt und Theunis vergeblich Ver- rnitteluugsvorschläge unternimmt Nach Schluß der Be­sprechungen gab einer der Beteiligten einem französi­schen Berichterstatter gegenüber die' Erklärung ab: »Es ist keine Verständignnq möglich." Diese Meldung führte die französischen Blätter zu äußerstem Pessimisruus. Im Gegensatz hierzu versichert eine Havasmeldung, daß Lloyd George schließlich seine Einwittiau»g zu der 26- prozentiqen Abgabe auf die deutsche Ausfuhr und die Auslandsdevifen, deren jährlicher Ertrag auf 1250 Millionen Goldmark geschätzt wird, und zu einer Kon­trolle der staatlichen Bergwerke des Ruhrgebietes und Der Doulanialforsten auf dc hoirmstr gegeben

Es

Dave. EMe BMÄMMEVtefec Erklärmg-IMtriwry rcrryr

vor.

Poincaree zum Nachgede« bereit?

»»Aus London wird gemeldet: Poincaree hat beim Pariser Kabinett angefragt, ob er ein nenes Programm mit geringere« Fordernnge« vorlegen darf. In Er­wartung dieser Antwort wurde die Konferenz vertagt. Der englische Standpunkt wird von den Sachverstän­digen in allen Teilen unterstützt. Die Entscheidung der Sachverständigen-Kommission, die bereits getroffen worden ist, ist als endgültig zu betrachten. In vorge­rückter Nachtstunde wurde bekannt, daß der ^achver- ständigen-Ausschutz durch Mehrheitsbeschluß folgende Borschläge Poincarees abgelehnt hat:

Die Zollgrenze, die Beschlagnahme der Bergnwrke und der Wälder, die Beieilignng an der deutsche« In­dustrie. Der Plan einer Beschränknng der Papiergeld- ausgabe durch die Reichsbank und einer Art von Bud- set-Kouftolle mnrde günstig beurteilt mit dem Ergeb­nis, daß Lloyd George aller Wahrscheinlichkeit nach den Vorschlag machen wird, Sachverständige «ach Deutsch- la«d z« entsenden.

w

Grey über die europäischen Schwierigkeiten.

* Aus London wird gemeldet: Lord Grey führte ge* legentlich einer Rede aus, die Valfour-Note habe das Gefühl des Nichtbehagens gestärkt, da der Regierung dre Hände für die augenblickliche Konferenz gebunden seien und die Lösung der europäische» Schwierigkeiten noch schwieriger gemacht und in weite Ferne gerückt Jet Lord Grey erklärte, vier Forderungen feien entscherdend: 1. Die deutsche Reparationsschuld müßte reduziert wer­den, 2. für die Reparationen müßte ein Moratorium von genügender Dauer bewilligt werden, 3 Deutschland müßte in den Völkerbund ausgenommen werden.und 4. müßte etwas getan werden, um Deutichland wieder auf die Füße zu stellen. Er betonte ferner, die iran- zösische öffentliche Meinung müßte endlich einmal den ^atsachen offen ins Gesicht sehen. Frankreich hatte am meisten zu leiden, wenn Deutschland bankerott würde. Der italienische Finanzmiuister nach London berttfem, ^4 Der italienische Finanzminister ist ebenfalls zu den Verhandlungen nach London gerufen worden Er ist Mittwoch abend auf der Durchreise inParls eingetronen und hatte mit dem italienischen Rotichaster Graf«! Sforza eine längere Besprechung gehabt, bevor er fett« steife fortsetzte. .

Poincarees Stellung erschüttert.

Aus Paris wird gemeldet: In hiesigen politischerr Kreisen ist man wegen der Haltung Poincarees in Lon­don sehr verstimmt. Man wirst , ihm vor, daß er kläg­lich «mgefallen sei, und die Nationalisten wenden sich, wenn auch noch nicht offeL aber.doch, deutlich genug- gegen ihn. Der nationale Block hat ohne Zweifel eme Erschütterung erfahren, und bezeichnenderweise wird be­reits ganz offen davon gesprochen, da« Poincaree dre Londoner Konferenz kaum überleben werde.

Deutsche Denkschrift.

Neich-wiltsa ancministermm ist seit längerer; Zeit Äve Denkschrift über die wirtschaftliche Lage, Deutschlarrds im Sommer 1922 ausgearbettet worden. Diese Denkschrift soll den einzelnen Neuerungen M werden, abgesehen davon und die deutschen ienreu- den fremden Regierungen angewiesen, von Zeit zu Zeit dftse auf die kritische Wirtschaftslage Deutschlauös hinzuweisen.

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Zu den Verhandlungen der Sachverständigen berich­tet der Mitarbeiter des .Daily Telegraph": Die italie­nischen Delegierten betonten die WzialenwrrtschafM- chen und politischen Folgen der Politik, d'e nach ihrer Auffafsung in jeder Beziehung vernichtend iem würde. Die Vorschläge Poincarees wurden im einzelnen iorg- fältig geprüft. Dem französischen Vor ich läge wegen Kontrolle der chemischen Industrie des, Rheinlmides öiirchden Völkerbund in Verbindung mit einer ähnli­chen Kontrolle der deutschen Flugzeugwerke, die nach französischer Auffassung dem Sieden dienen würde wo derwrach Dir Robert Hörne, indem er betonte, daß die: dLift vorgeschlagenen Sicherheiten die Eigen ^st pow Sallktionen erhielten. Der Plan auf Errichtung eine- Zollgrenze stieß sofort auf allgemeinen Widerspruch Die Franzosen legten infolgedessen keinen besonderen Nachdruck darauf. Wegen des Systems, das die Liefe­rung von Kohlen und Holz für die Alliierten verbürgen sollte, erhoben die italienischen Vertreter Anspruch auf Grund von wirtschaftlichen und sozialen Erwägungen, Sie fanden die Unterstützung der Engländer und Ja- Ü in bekchräuttem WaLe-LUch der Belaltt. Sie.

Dornenwege.

* 88 Roman von C. D r e s s e l.

(Nachdruck derkokru.)

Ihm schien jedoch der trefflichen Dame Mißgeschick weniger nahe zu gehen. Vielmehr sagte er darauf sehr heiter:Wir Knuten trotzdem nun von etwas anderem reden, nicht wahr, gnädige Frau? Lassen wir Ihren ausgezeichneten Hausgeist siluem Hintergrund. Zunächst bringe ich Ihnen viel Irenen Gruß und Dank von Eberhard. Er ist selig über ^>Mde Buch, das Sie ihm mit so liebenswürdiger Mühe beschafften, und buchstabiert darin ungeheuer eifrig. Ja, sein ^ner zerstreuter und leicht ermüdeter kleiner Geist sängt Mlstuch an, sich stetiger auf einen Gegenstand zu konzentrieren.

ist Ihr Werk, gnädigste Frau. Ich muß immer wieder sagen, Sie haben Wunder gewirkt an meinem armen Klugen. Wie kann ich Ihnen je genug danken." Wieder "«gte er sich über ihre Hand.

^^Marion zog ihre Hand etwas hastig zurück und suchte den Zungen Dank abzulehnen mit der ruhigen Entgegnung:Ein der Eberhard heißt, ist immer meines Interesses sicher. «re kamen Sie übrigens dazu, Ihrem Sohn meines Vruders r^amen zu geben?" fragte sie dann zögernd,er konnte Ihnen EM sympathisch fein.'

Westerot schien verlegen nach einer Antwort zu suchen, n ehrlich:Offen gestanden geschah das auf Oberen Befehl. Die gnädige Tante wollte es nicht anders, «mo nur waren zu weitklug, um nicht auch hierin unserer, ach Wohltäterin zu Willen zu sein. Jc!, muß n®"' daß es feit dem jähen Ableben Ihres bedanerns- werlen Bruders, gnädige Frau, immer schwieriger wurde, mit

-V ®öme fertig zu werden. Ihre ruhelose -Seele wurde Mlem, wenige Jahre darnach erfolgten Tode von einer ( °*eu Reue gequält, die sie zwar nicht wörtlich eingestand, kaver trotzdem schwer leiden machte und häufig genug ihren *wnbenben Stachel auch gegen meine Frau richtete, so daß n?rs weniger als Freude und Frieden in unserem Hause 25?^' A^ bin überzeugt, wäre Eberhards nachgeborener » * *m «eben «blieben, Ae hätte bieien ium HamKeiben ein»

ge>etzl uno Bella mit einem Psuameu augefunoen. >va jener aber, wie sie auskundschastete, bald nach seiner Geburt gestorben war, so setzte sie es durch, daß wenigstens der unsere den nimmer vergessenen Namen trug. Zu Ihrer Genugtuung mögen Sie noch wissen, gnädige Frau, daß ohnehin für uns kein Segen auf dem nun ungeschmälerten Erbe ruhte," schloß er finster.

Peinlich bewegt wandte Marion den Blick von seinen

erregten Zügen fort. Sie hatte es längst geahnt, daß er weder den Sieg des Machthabers, noch den Frieden des Genügsamen auf seinem Lebenswege erzielt, aber das persön­liche Geständnis seiner Niederlagen und Enttäuschungen gewährte ihr dennoch keine Genugtuung. Sie war eben nicht eine kleinliche, sondern eine vornehme Natur, welche die Demütigung eines Mitmenschen, ob verdient oder nicht, immer peinlich, ja schmerzlich empfinden wird.

^Jn eines Eberhard Besitz kam das Vernrögen also trotz-

In eines Eberhard Besitz kam das Vernlögen also trotz­dem," sprach Westerot in ihr verlegenes Schweigen hinein. Ob er aber je den vollen Genuß seines Erbes haben wird?"

Nun horchte Marion überrascht auf. So stäube Westerot, dem so heiß nach der Macht des Goldes gedürstet, jetzt gewissermaßen mit leeren Händen da? Das mußte die bitterste Enttäuschung für ihn sein. Wie mochte er sich damit abfinden? Sie wagte ihn gar nicht anzusehen.

Eine erneute Pause trat ein, die sie endlich mit der for­cierten Bemerkung unterbrach:Es kann zum mindesten alles geschehen, seine Gesundheit zu befestigen. Haben Sie denn auch Berliner Autoritäten zu Rate aezoaen?"

Er nickte ernst.Aber selbst des Geheinirats Koch Diagnose lautet nicht anders als die meines Hausarztes: Das Kind habe eine angegriffene Lunge und auch sein Herz sei nicht völlig intakt. Doch wäre bei sorgsamster Durchführung eines Heilverfahrens immerhin das Leiden zu heben und Erstarkung des ganzen Organismus zu erhoffen, sofern eben nicht eine «nvorhergesehene Katastrophe das schwächliche Leben zerstöre. Sie sehen, es hängt alles von etwaigen Möglichkeiten ab, wenngleich natürlich das Menschen­mögliche geschieht das Kind zu erhalten. So gedenke ich auch meinen armen Jungen neuerdings einem mir von Koch em- vfohlenen Spezialisten in Berlin vorzustellen, zumal ich ohnehin in den RerckStaa muß."

rationellen damit die

Alarion dachre interessiert, »also doch eine Errungenschaft, die seinem Ehrgeize schmeicheln muß,' und lebhaft sagte sie: ,@o haben Sie vermutlich einen erschöpfenden und befriedi­genden Wirkungskreis in Ihrer Amtstätigkeit gefunden, Herr Oberbürgermeister. *

Er zuckte die Achseln. .Nun, jede Medaille hat eben ihre zwei Seiten; einesteils habe ich nicht nur die kommunale Ent­wicklung unserer Stadt erfreulich fördern können, sondern auch das Vertrauen eines weiten Landkreises, der mir manches verdankt, gewonnen, andererseits wird mir gerade da, wo ich dem Fortschritte durchgreifender folgen möchte, ein starker Hemmschuh vorgelegt. Ich bin daher weit entfernt, mich einer selbständigen Wirksamkeit erfreuen zu dürfen. Das Fügen bongre malgre ift auch hier fast immer das Ende vom Liede. Es scheint, daß ich nun einmal über eine gewisse Unfreiheit der Bewegung nicht hinaus kann."

Weil Du nicht den durchsetzenden Mut der Ueberzeugung hast, lieber den Mantel nach dem Winde hängst, als Dir eine eingebildete Blöße zu geben, sagte sich Marion. Unb das ist schade. Du könntest ein bedeutender Mensch sein i d bist doch nur ein ehrgeiziger und kluger Streber, der nach allen Seiten hin seine Schritte scharf abwägt und sowohl in lang­samer Sicherheit seinen Weg macht, dafür aber auch dem stolzen Genusse eines kühnen freien Fluges entsagen muß.

An dem sinnenden Ernste ihres Gesichts mertte er, daß sie nicht ganz seiner Ansicht war, da ihm aber «u ihrer guten Meinung augenblicklich viel gelegen war, verzichtete er lieber auf die Verfolgung eines Themas, das ihre Unkenntnis ohnehin nicht richtig beurteilen konnte, und so fragte er, dem Gespräche eine schnelle Wendung gebend:Werden Sie nach Berlin zurückkehren, gnädige Frau, und darf ich mir gestatten, Sie dort aufzusuchen?"

Gern. Und Sie müssen mir dann meinen kleinen Schütz­ling bringen, ich möchte wohl hören, ob Ihr Arzt die erstaun- liche Besserung, welche Sie zu bemerken glauben bestätigen wirb. Im Vorsommer werbe ich sicher in Berlin sein, weil dann nämlich meine Schwägerin zurückkommt, um sich nun endgültig in ihrer Vaterstadt niederzulassen."