Schlüchterner Zeitung
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5 H Erscheint 'jmal wSchentl. Drabtanschr.: Kreisblatt Schlüchtern. :
U U W Zrruck u B-rlag Fa. L. Ho Hmeister, Schlüchtern. Berantwortl. i
I I 1 1 ?Schrifil«I. H.-T Hobmeister, Schlüchtern. Geschäftsstelle Brü- r
V l^übtr^. 9. - Im Falle höherer Gewalt, Betriebsstörua, ob 1
^Stromsperre erlischt jede Verpflichtung auf Schadenersatz. |
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Nr 76
Amtliches Organ für Stadt and Kreis Schlüchtern
74. Jahrgang
N*fi<U«ng<n
auf die
Schlüchterner Zeitung für die Monate Juli, Auguft, September Atehmen »«irre Zeiluagsboten, die Geschäftsstelle sowie sämtlich PostaRstalten und Landbriefträger entgegen.
Schlüchterner Zeitung.
Mlsklel vom Tage«
Am 28. J««r, dem Tage S.r ^lucrzetch««»g -eK Bersailler Vertrages findet in MünchGr abends auf dem Körngsplatz eine große Protestknndaebnug statt.
Die Aafhebmtg her Beschlagnahme des Kappschen Vermögens ist nach Antrag des Oberreichsanwalts vom Nei bericht beschlossen roorden.
r Reichskanzler richtete an den Pfarrer Mißka, -en kannten oberschlesischen Zentrumsnihrer. anläßlich seinen 25jährigen Priesterjubiläums ein herzliches Glück- wtlnjchschreibem
In Königsv^tre und Slosenberg sind die deutsches Truppen eingerückt.
Der Hanshaltnngsansschnß des Reichstages hat ders Gesetzentwurf über die Schutzpolizei der Länder oitget nvrmnen.
Der Gewerkschaftskongreß in Leipzia beschloß deß Austritt aus der Zentralarbeitsgemeinschaft.
Die Banschlasser Berlins sind in den Streik eiligen treten.
Die frarrzöstsche Kammer hat der 18monatigen Mili- tardienstzeit äugefitimnt
Die Zahl her mit dem Dampfer „Avare" Ertrum tenen betrügt nach neuesten Feftstellnnaen 18. Es lvuröS Sie 19. Leiche geborgen. 9 Deutsche und 20 Auslänoek werden noch vermißt.
Eine Anleihe von 20 Millionen Mark will die Stadt West: aufnehmen, um der wachsenbvn ZWHüMKWM Surch Zieubauten zu steuern.
Der spanische Minister des Aenßern gab den Ab- Muß der spanisch-französischen HandelsvertragSver^ Handlungen bekmmt.
Auf dem Taxpan-Oelfeld in Mexiko, das als er« schöpft galt, ist eine Oelquelle ir? Tätigkeit getreten mit einer täglichen Produktion von 219 006 Faß. HIMW Wem mM H>»ettix fT. U.) A«f Reichsminister Dr. Rache» »a» ist Sonnabend mährend der Fahrt von seiner Wohnung z« seinen Diensträmne« in der Wilhelmstratze ein Attentat »eritvt morde«. Dr. Rathenau wurde tödlich »erletzi.
Von amticher Stelle wird die Ermord««« bereits bestätigt. Ueber die «äheren Vorgänge bei der Ermordung w«rde bisher folgendes mitgeteilt: Das Attentat hat Sonnabend früh im Grunemald, Kouigsallee, statt- i gefnnden. Drei vermummte Männer waren dort im Anto dem Kraftwagen des Reichsministers gefolgt »«d I
Dienstag, 27. Juni 1922
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hatte« bei Erreich««- »es Sraftwage»s »es Ministers mittels Handgranate« das Attentat verübt. Ei« Schwiegersohn »es Reichstagsavgeor»«ete« Dernburg soll Sense des Borfalls gewesen fein. I« Reichstag herrscht größte Erregnng. Die Reichstagsfitznng wird nach einer Ku«»ge-v«g »es Reichsiagspräfidente« sofort geschlossen werde«. Es ist möglich, daß bei dem Attentat auch ein Maschinengewehr i* Tätigkeit getreten ist, da der Kops des Ermordeten acht Schttffe anfweist. Die Täter find in ihrem Auto «verkannt entkommen.
3«m AtteMat auf Mathe««».
«-»Berlin. tL. U.) Der Minister Rathenau fuhr «m 10,45 Uhr wm der Wohnung ab. Um 10^9 Uhr ve- reits fielen drei Schüsse, adgefenert 00» drei Männer« in gelben Lederjacke« und ebensolche« Lederkappen. Außerdem saß in dem Kraftwagen noch der gleichgekleidete Chanssenr. Der erste Schutz durchschlug die Rttcke«- polsterung des offenen Antos Dr. Ratheuaus und durchschlug ihm den Brnstkaste«. Die zweite Kngel drang ihm von Mtwärts in die Brust. Der tödliche Kopfschutz drang in den Mund ein. Eine ferner in das Anto gefchle«derte Haudgra«a1e durchschlug den Wagenbode«. Die Mörder entkamen in der Richtnng Schmaraendorf. Dr. Ratheua« war verschiedentlich gewarnt worden, lehnte aber leider
Einem veraüschLUtmaswürdigLn Berbrechen ist der Reichsnrinister Dr. Ratheimu znnl Opfer gefallen, das von allen aufs schärfste verurteilt werden muß. Es ist umso verabscheuungstvürdiger, als es wieder ein trauriges Zeichen verwahrloster politischer Kampfesweise ist. Es ist aber auch in demselben Grade verwerflich, well dadurch die trennende Kluft innerhalb des deutschen Volkes bis zur Unüberbrückbarkeit vergrößert wird. Die innerpolitischen Folgen, die das ruchlose Verbrechen zur Folge haben kann, sind zur Sturrde noch nicht abzusehen. Nur jeder volttisch Denkende, der sein Vaterland lieb hat und es über alles stellt, muß tiefste Abscheu vor dem verrverflichen Attentat euwstnd-n, denn es ist nur eine tzsige Käuipseswesse, seUM» ^ewner mir Mittet« der Gewalt zu befeittr^n. 9iur in politisch voll in unreifen Kopsen, die sich der Tragweite ihrer verbrecherischen Handlungsweise nicht im geringsten bewußt sind, können solche $läm entstehen. Dem deutschen Volke rrud Vaterlands speisten sie dadurch keinen Dienst, sondern fügen ihm un- «ineUichen Schadet! zu. Es ist ein Zeichen sittlicher und ethischer Verkommenheit in Zeiten nationalen Tiesstau- tdes, wenn man glaubt, durch politische Verbortheit und RiMachtuna politisch Andersgesinnter, die ihre lleher- -eugung auch aus ehrlichstem Gewissen heraus verfech- ieu, gewaltsam in den Gang der Zeitverhältnisse einzu- greifen, indem politische Führer gewaltsam von ihrem Posten durch Anwendung verbrecherischer Mittel zu ent- ferlrerr versucht werden. Dadurch wird nur die Volks- rleidenschaft aufs neue aufgepeifcht. Das Volk kann nicht aur Ruhe koulmen, die mrbedingt notwendig ist, wenn die Grundiauen für einen Wiederaufbau und Wiederaufstieg geschaffen werden follen. Die Grundbedingung hierfür ist, daß jeder von dem Grundsatz ausgeht, die politischen Gegensätze durch eine sittliche, veredelte Kmnp- ifesweise zu glätten und zu verwischen. Noch steht in dem Augenblick, da diese Zeilen niedergeschrieben werden, nichts über die Täter fest, und deshalb wäre es verfrüht und fEch, das Attentat an die Rockschöße einer Parier Mt Hänsen. Aber ' s muß sestaestellt werden, daß auch
oer ^arteuauwr b-unm normen ammmnt, die Sie @6« sinnuna und Denkurmsart, besonders bei scrnntisch oer« anlaqten Naturen, vergiften. Wir habe» in den letzten Jahren genua der Attentate gehabt, die jeden von dem Unheil und der Erregung, die sie stets über das Volk gebracht haben, überzeugt und gelehrt haben müßten, wie verbrecherisch eine derartige gewissenlose und verdam- mungswürdige Sarchlung gegen das Leben eines Mitmenschen ist. Es ist keine nationale Tat, durch Verbrechen aller verwerslichster Art in den Gang der Geschichte einzugreifen,- national ist vielmehr, den Haß und die Zwietracht im deutschen Volke beseitigen zu helfen, damit sich alle Glieder des Volkes wieder zu gemeinsamer Arbeit zufammenfinden. Noch sind die Wogen der Erregung über das an Oberbürgermeister Schetdemanu versuchte ruchlme Verbrechen nicht verebbt, da wird schon wieder neuer Zündstoff unter das Volk geworfen Aufs neue wird die Leidenschaft entfacht, die Brücken, die durch unermüdliche Aussöbnungsarbeit notbürstia zu schlagen versucht worden sind, werden wieder ganz abgerissen. Mag auch Rathenau viele Gegner haben, mag auch vieles, was er getan hat, sich nicht zum Besten unseres Volkes erwiesen haben, aber dennoch gibt das keinem Recht, das Leben seines Gegners nicht zu achten. Schon das rein menschliche Empfinden muß fich hier dagegen arrf- bäumen, daß das Leben eines Mitmenschen auf so törichte Art vernichtet wird. c
Die Folge« der Wahaftanstat.
9*1 Reichskanzler Dr. Wirth üverbrachte persönlich dem Reichstag die Ptitteilung von der Ermorduna Dr. Ra- Ihenaus. Die Mitteilung löste ein allge«leines Entsetzen auS. Des Hauses bemächtigte sich eine wahnsinnige Erregung. Ueberall bildeten sich erregte Gruppen. Die Sozialdeinokraterr erklärten, daß sie nunmehr den Antrag stellen werden, die repsblikanische DMat«r zu errichten, den Ausncchmezustalrü zu verhängen und Smidergerichte gegen alle Provokateure einzusetzen. Ferner beabsich- ttge» die Sozialdemokraten, bei der Regreruna daraus zu dringen, daß eine Anzahl deutschnationale und volks- varteilkche Zeitungen verboten wird. Sämtliche Aus- schüffe des Reichstags sind sofort zum Zeichen der Trauer vextagt A-^rderi. DÄ -Kabtr»ett«at zu einer Sitzung zu-? lammen. Wie verlautet, steht die Regieruna auf dem Standpttnkt, daß die Ermorduna Dr. Rathenaus das Vorzeichen eines für die nächsten Tage angekündigteu «vaarÄifiische« A«fsta«öes sei. Schon für den Verlauf des Nachmittags sind besondere Regierungsmatznahmen zu erwarten.
Die Verfolg««- der Täter.
♦* Das Automobil, in dem sich die Attentäter befanden, verschwand nach der Tat in schärfster Fahrt. Kraftwagen der Schutzpolizei nahmen sofort die Verfolgung aus, doch ist bisher über das Ergebnis der Verfolgung noch nichts
Absage der Proteste gege« die Schuldlttge.
»»Berlin. iT. H) Die Arbeitsgemeinschaft für vaterländische Aufklärung, die nationale Einheitsfront und die zentralen vaterländischen Verbände machen folgendes bekannt: Die Kundgebuilgen am 28. Juni, für ine alle Vorkehrungen getroffen waren und die den Zweck hatten, alle Parteien, Stände, Berufe und Klaffen des deittschen Volkes zu gemeinsamem Einspruch gegen die Schuldlüge und die Bedrückung durch den Vertrag von Versailles zu vereinen, «»erden unter dem Eindruck der an dem Minitter Rathenau verübten grauenvollen und ie beklagenswerten Tat vorläufig Auriräßesnaen- awr
Dornenwege.
M Roman von 6. ® reffet
(Nachdruck setzte«.)
«And diese Laune wollte Eberhards Lebensglück begründn Kann man's ihm verargen, daß er sich nicht zu den Mnriment hergab? Traurig ist nur, wenn Du unter ihrer Wilitür leiden solltest, denn als alleinstehendes Mädchen bist Du eben so viel übler dran, als er. Unb gäbe ich selbst Deinem Bruder das Wort zurück, es wäre damit nichts für Dich ober ihn gewonnen, denn diese Bella heiratet er trotz- •wt nicht. Sie ist ihm sehr zuwider.*
«HÄa, das dürstest Du auch niemals tun. Gerade Du m« Deiner Energie, Deinem Lebensmut bist die «chte Frau Eberhard. Er braucht solch einen feste« und liebetreuen HE, «sei Durchgänger *
»Mir hiuwider hat's seine feurige Schneidigkeit angetan. Das Ungestüm seines drauflosgehenden Gefühls, das keine D^eukm gelten lassen will, besiegte mich,* lächelte Frida. Deunoch treu’ ich mir zu, ihn auf unserem gemeinsamen Lebensweg eon allzu stürmischem Wagemut zurückzuhalten.*
-Das glaub' ich Dir. Und das ift's eben, was er nötig hat, die feste und doch sanfte Hand. Wie seid Ihr aber aus «« Amerikaidee gekommen? Konnte oder wollte Dein Vater nicht entschließen, Dich einem deutschen Offizier zu geben?* * die Güte selbst, und hätte mir auch jetzt neue vvker gebracht, wenn es ihm eben möglich gewesen wäre, «der -ch jüngeren Kinder wollen auch versorgst sein, und ich durste nach allem, was er schon für mich getan, «tust eine noch Ö^eu Bevorzugung auf Kosten der Geschwister verlangen.*
,^ä Grunde hatte ich ja nie an eine Heirat gedacht, "ur dn Kunst füllte mir die Seele, und Dein Bruder weiß, daß sie auch heute noch meines Lebens Zweck ist, es bleiben ^b' fo mit Gott die Kraft meiner Augen und die ,. «Wer so mutvoll wäre, wie Du, und so selbstständig Mne Ueberzeugung durchführen dürfte!* warf hier Marion seufzeud ein.
.?4un, e» war doch nicht so ganz leicht, sie durchzusetzen, ”•* * eiu Sturuuvmb fuhr mir Dem Bruder mS Laus,
stellte neben meinen gefestigten Zukunstsplan einen ganz anderen auf, der vielleicht größere Unruhe in mein Leben trägt, aber auch ein schönes unerwartetes Glück, für das es jetzt dennoch Raum haben wird. Freilich, als er dann zu meinem Vater ging und all die traurigen und häßlichen Dinge erörtert werden mußten, Deines lieben Vaters jähes Sterben, die Unversöhnlichkeit der Tante und der bamit verbundene Fortfall jeden Zuschusses, der ja ihm besonders schwer entbehrlich sein wird, habe ich alles aufgeboten, ihn ihrem Verlangen gefügig zu »rächen und ihn so auch seiner Soldaten- larifbahn zu erhalten.
Er wollte nicbtS davon hören, unter keiner Bedingung von mir lasten. Mag es auch Torheit sein, Stellung und Wohlleben einem Mädchen zu opfern, weder Vater noch ich konnten sie chm ausreden. Nun, und vor feiner Armut reiße ich natürlich nicht aus, denn ich bin ihm herzlich gut. Da Sn Verbleiben in der Armee leider ausgeschlossen ist, gilt eben einen Berufswechsel. Der ist für einen Offizier in Deutschland stets mit Schwierigkeiten unter viel Zeitverlust verknüpft. Voraussichtlich würden Jahre ins Land gehen, ehe Eberhard, verwöhnt und unerfahren, wie er ist, in einem anderen Beruf so weit gediehen wäre, um heiraten zü können. Deshalb mMwn wir kurzen Prozeß, gehen in eine Welt, wo sich ihm n x Tradition noch übermäßige Anforderungen hemmend rkrbgegensteLnt «nd bauen da getrost unser Leben auf. Wer tüchtig unb arbeitswillig war, ist noch immer vorwärts gekommen in dem Land, wo man den Menschen nicht fragt, wer warst Du, sondern n>as kannst Du. Habe ich hier, fast erdrückt von der Kolckurrenz, mich schon behaupten können, wird's mir Drüben auf den; so viel größeren Arbeitsfeld ja wohl auch gelingen. Uebrigens ge,oährt uns mein guter Papa die Existenzmitttt n>ähre«d des ersten Jahres. Die lassen wir uns dankbar gefallen, denn jeder vernünftige Bau bedarf einer soliden Basis. Dann freilich müssen wir uns durchschlagen, coüte qne coüte. Aber mir ist, wie gesagt nicht ein bißchen bange. Mit fröhlichenr Mut und redlichem Arbeits- ! willen kommt man schon durch.*
Marion schaute bewundernd in Fridas leuchtende Augen. „Wie unternehmungslustig Du bist! Unb Du führst* auch durch, ich kenne Dich. Herrlich muß eS sein, sich das Heben so zurechtzuzimmer«. Und ich bänae bitt von den Launen
einer herrschsüchtigen Frau ab, der es eine Luft ist, mich zu demütigen. Könnre ich mir Dir gehen. Habe ich nicht dasselbe Recht auf Selbständigkeit wie Du?*
Sie sagte es mit trotzigem Begehren, aber die weiche zarte Schönheit ihres jungen Gesichts redete eine andere Spr Me.
Frida sah sie nachdenklich an. Dann sagte sie ernst; »Kind, Du bist nicht wie ich von harter Ausdauer und kalter Liil- schloffenheit, wo eS sein muß. Du hast ein weiches sehnsüchtiges Herz, — und dies Herz bliebe in Deutschland zurück. Wie könnte Dir da die Fremde zur Heimat werden? Nein, denk' nicht daran. Du bleibst bester hier im Schutz der Liebe."
„Aber wenn mir genommen würde, rvas Du jetzt noch mein nennst, Dann, Frida, läßt Du mich nachkommen, versprich mir das. Dann lehrst Du mich, was auch ein Mädchen mit ihrer Kraft erreichen kann.*
„Meine Marion, der Himniet verhüte das. Ständest Du aber je in schutzloser Verlassenheit, fändest Du natürlich Dein Heim bei uns. Dann foüteir Du auch arbeiten und streben, wie wir es wollen. Aber ich glaube sicher, Du wirst immer für Dich allein einzustehen haben. Du bist reizend, so sanft und auschmiegsam, alles das, rvas des Mannes Herz rührt. Unb deshalb wird schon einer da sein, ber diese süße Manon gern durch das Leben trägt. Und sie sollte sich nicht dagegen sträuben. Des Weibes Selbständigkeit ist auch heute noch kein leicht erreichbares Gut. Wer weiß, ob Deine Weisheit, Deine Sensibilität niefu im brutalen Lebenskampf erliegen würde. Sieh nicht so niedergedrückt aus, tiedes Herz, Du bist ja doch eine glückliche Braut. Und da höre ich Eberhard heraus, komrueu. Zeige ihm ein frohes Gesicht. Er hat's nicht leicht, der Junge. Stuß er doch feine Schrffe hinter sich verbrenne«, und das ist immer ein gewrchnger Entschluß.*
Marion nahm sich zusammen. Als Eberhard nun in bai Midier trat, begrüßte sie ihn mit einem Lächeln.
Frida ließ die Geschwister bald allein. Seit dem Begräbnis ihres Vaters hatten sie einander kaum gesehen, da mochten sie sich manches zu sagen haben, was sie bester unter sich besprachen.
Eberhards Anblick hätte Marion beinahe von neuem um die Fassung gebracht.
Er miß Zivil und mutete sie darin wie ein Fremder an.