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WiiMerner Zeitung

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MM^UM» a^M M i jDruck Verlag Aa. T. Hobmeistei, Schlüchtnn. Berantwortl.

.&4nftldt H.-L Hofmeister, Schlüchtern Geschäftsstelle Dr-i.

O Ww !»uverlk. 9. - Im Falle höherer Gewalt, Betriebsstörraß »b.

E Äxdmjpirre erlischt jede Berpflichlunq aus Ichadenr^,ah

Amtliches Organ für Stadt «nd Kreis Schlüchtern

Nr. 69

ALertei 00m loge.

Der Bertraq zwischen Deutschland und Dänemark betr. die Reqelunq der durch den Ueberaana der StaatS- bobeü in NorSschleswtq auf Dänemark entstandenen Fragen ist rattfiziert worden.

Eine parteipolitisch neutrale ReichsembeitsorqanisaL tio» der Kriegsbeschädigte«, die alle KrieasbeschädigteN und Kcieqslnnterbliebenen umfassen wird, soll am 1. und L Juli in Leipzig gegründet werden.

«* Auf ^er Werft der Aktten-Gesellschaft Weser hat Mittwoch nachmittag in Gegenwart taufender 3u= srbauer der Stapellauf des vom Norddeutschen Lloyö er­bauten 9000 Tonnen großen Personen- und Tracht- dampfersWeser" stattaefun-en.

»»Der Präger Koiwreb der Bölkerdnndsliga, an dem die Tschecho-Slowakei, Jugoslawien, Rmnünien, Polen und Griechenland teilgenommen haben, ist wegen der Meinungsverschiedenheiten in der Minderheitsfrage auseinandergegangen.

Der japanische Ministerpräsident yat den Rücktritt des Sabircetts angeboteu.

Die Reise Eberts nach München.

m Reichspräsident Ebert trifft, wie dieT. U." hört/ am Montag, 12. Juni, früh in München ein. Am Mon­tag wird der Reichspräsident an einem ihm zu Ehren vom bayerischen Ministerpräsidenten Grafen von Ler-«, chenseld veranstalteten Frühstück teilnehmen und derj deutschen Gewerbeschau einen Besuch abstatten. Am Dienstag wird er das Walchenseewerk bei Kochet besich­tigen.

Nachmittagslee bei Rathen««

»--Der Minister des Aeußern Dr. Walter Nathenau hatte für Mittwoch rmchmittag Einladungen zu einem Lee ergehet, lassen, der im Garten des Ministeriums -tattfand. Der Reichspräsident Ebert, der abends nach Freudenstadt reiste, wo er eitlen Kuraufenthalt nimmt konnte infolgedessen nur kurze Zeit an dem Nachmit- lagstee teilnehmen. Von den Ministern, Staatsfekre- .ären und den höheren Beanrten des Auswärtigen Amts waren fast alle erschienen, die gegenwärtig in Berlin weilen. Auch Tschitscherin gehörte mit mehreren Be- gleitern zu den Gästen. Fürst uns Fürsitn Büiow, o«; eben erst in Berlin eingetroffen waren, promenierten^ in lebhafter Unterhaltung mit Freunden und Bekannten durch den Garten. Auch von den Mitarbeitern des! Herrn von Bethmann Hollweg und seiner Nachfolger sah! man mehrere, sodaß eigentlich alle Generationen, die; dort «Wirts hatten. vertreten waren.

Dr. Michaelis erkrankt.

s»Dr. Georg Michaelis, der frühere deutsche Reichs­kanzler, der zurzeit in Japan weilt, ist, wie derPhi-; ladelphia Public Ledger" erfährt, schwer erkrankt. Er, hat deshalb seine geplante Reise nach Amerika aufgege-; den. Sobald es sein Gesundheitszustand erlaubt, wirb1 er nach Deutschland «rrückkeüren.

»iie ueoergaoeveryanolnugen in Oberschlesten.

»»Kattowitzl lD. A. Z.) Die Sitzung der deutschen und polnischen Bevollmächtigten bei der interalliierten Kommission, die als Schlußsitzung für Mittwoch anbe= räumt worden roar, wurde aus unvorhergesehenen Gründen auf Donnerstag nachmittag 4 Uhr vertagt.

Uebergabe Oberfchlesiens am 11. Juni.

» Paris. lB. T.i DasPetit Journal" glaubt mel­den zu können, daß gegen den 11. Juni der interalliier­te» Kommisslou in Oberschlesien mitgeteilt werden

Dornenwege.

11 Roman von T. Dressel.

i (Nachdruck verfestig

Er sah unbehaglük in das fahle, so wenig jugendsrische Pestcht, das schlichte Ptadonnenscheitel von einem stumpfen Blond, die dem spitzen schinalen Oval aber herzlich schlecht standen, iii auffallender Weise umrahmten.

das ein Wesen von Fleisch und Blut?" mußte er «nken.Hoffentlich meldet sich diese geisterhafte Cousine «chi später bei uns zum Hausbesuch an. Sie ist mir «n- heimkch.*

Mit Genugtuung wanderten fenue Augen zu Marion. Wahrhaftig, seinem braunlochgen Schatz im strahlenden Zauber blühender Achtz«h« fern sobald keine andere gleich.

Tante Edechardine fing diesen Blick stolzer Verliebtheit «s. Da ihr selber ine Liebe nie glückbringend genaht und sie bis heute nicht das Schicksal der Einsamkeit verschmerzt hatte, vermochte ße nicht das kleinste Zeichen zärtlichen Ein­verständnisses zwischen Verlobten zu sehen, ohne sich neidvoll zu ärgern. Daher bemerkte sie jetzt ironisch: .Westerot, wenn Sie Ich« Braut genug angesehen haben, überlassen Sie sie mal «in bißchen chre» Cousine. Junge Mädchen haben sich, zumal nach längerer Trennung immer viel zu sagen, und Marwn kommt ja überhaupt nur her, wen» sie eigens ein- geladen wird."

«Tante, ich hab' immer so viel zu tun, der Haushaft*

Kind, red' mir doch nichts ein, die häuslichen Wichten nimmst Du doch sehr auf tue leichte Achsel. Dagegen treibst Du den Heben langen Tag jede Art Handfertigkeitssport, wie ich höre. Für eine Braul ist da« nun eine ganz überflüssige Spielerei. Deine teure Freundin, die exzentrische Malerin, bestärkt Dich wohl darin wie in mancher andern demokratischen Dummheit."

.Tante, ich bitte Dich!" rief Marion gequält

Steckt Ihr nicht fast täglich beieinander? Von wem sonst hättest Du denn Deine aufrührerischen modernen Ideen?" zürnte Fräulein von Mollentin ernstlich aufgebracht.

Wi^bre^u^ Intimität wird i b durch Marions »«i»w Poimfätztuitzt uvu verviete«. tarn Weitsrot seiner

Samstag, 10. Juni 1922

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würde, daß die Verwaltung des Avstimmungsgevlers an Deutschland und Polen übergeben werden solle. In­folgedessen wird binnen Monatsfrist vom 11. Juni ab die Zurückziehung der verbündeten Truppen aus Ober- schlesieH vorgenommen werden.

Das Rennwettstenergesest.

»-»Berlin. (L. A.) Das Rennwettsteuergesetz tritt nach einer Verordnung des - Reichsfinanzministers am

1. Juli in Kraft.

Unerträgliche Lnstbarkeitssteuer.

»-»Barmen. (D. A. Z.) Infolge der unerträglichen Lustbarkeitssteuer von 50 und 60 Prozent haben die Lichtspieltheater von Elberfeld-Barmen beschlossen, am 16. Juni die Theater zu schließen.

Der Erzberger-Morhprozetz.

»-»Offenburg. (T. U.) Der zweite Sitzungstag he* gann mit dem ausführlichen Gutachten des Gerichts­chemikers Dr. Popp aus Frankfurt a. M., der vor al­lem das am Tatort aufgefundene Blut untersucht hat und sich in seinen Ausführungen im wesentlichen dem anschlotz, was am ersten Verhmrdlungstaae der Bezirks­arzt von Oberkirch festgestellt hat. Dann begann die Vernehmung einer ganzen Gruppe von Zeugen, die sich am 21. August v. I. im Gebiet des Kniebts aufge- balten -haben. Nach ziemlich belanglosen Aussagen ver­schiedener Zeugen trat gegen 12 Uhr die Mittagspause ein. Der Vorsitzende machte bekannt, daß am Freitag der Lokaltermin stattfinden werde. Außer dem Ge­richtshof und den Geschworenen nehmen an dem Lokal­termin der Angeklagte und seine Verteidiger teil.

Verurteilung deutscher Offiziere.

»-- Berlin. lL. A.» Das Kriegsgericht der Rbeinarmee hat ehemalige deutsche Offiziere wegen ihrer Zugehörig­keit zur D. O. B. zu GesänanMrafen verurteilt.

Poirwaree der treibende Seil.

* Paris. DieChicago Tribune" behauptet, aus den tünMen Verhandlungen des WiederSerftellungSaus- schuffes Mitteilen zu können, daß Dubois den englischen, ftalteMchen und belgischen Vertreter sowie den nicht- amerikanischen Vertreter davon in Kenntnis gesetzt hat, Frankreich würde in eine Herabsetzung der Entschädi­gung einwilligen, wenn die französische Regierung ir­gendwie die Versicherung erhielte, deß Hre insgesamt 5 Milliarden Dollar betragenden Kriegsschulden bet Amerika und England entsprechend herabgesetzt würde. Indessen betrachtet die französische Regierung es als unschicklich «nd auch nntzlos, Amerika gegenüber jetzt die Frage der Kriegsschulden aufzuwerfen, «nd sie wolle infolgedessen ihre Ansprüche an Deutschland ebenfalls nicht herabsetzen. Der englische Vertreter Bradbury sei für eine gemeinsame Antwort des Aus­schusses an den internationalen Anleiheausschutz gewe­sen und zwar in dem Sinne, daß Sie Verbündeten gern die deutschen Schulden herabsetzen würden, wenn sie eine Gewähr dafür erhielten, daß ihre Kriegsschulden entsprechend herabgesetzt würden. Bradbury sei von dem italienischen Vertreter unterstützt worden. Du­bois hat ftch jedoch zu keiner derartigen Antwort ent­schließen können.

Parteistreit in »ayeru.

»-»München. (T. U.) Die Landtagsfraktion des Bayerischen Vauernvunöes wird Sie parlamentarischen Konsequenzen ziehen, wenn Sie in der Frage der Ge­treideumlage gegen den bayerischen Landwirtschaftsmi­nister Wutzelhofer eingeleitete heftige Agitation, an der sich auch Mitglieder der Bäuerischen Volkspartei be­teiligt haben, nicht aufbören sollte.

haWairtschasUiche 13^ jätziguna derrijsl, fo gebühne ihr wirtlich eher Lob als Tadel. Meine Kleine ist ja geradezu ein »Monomisches Genie/' fügte er mit einem Lächeln hinzu, das bei aller Liebenswürdigkeit einen moquanten Beigeschmack hatte

.Wohl an falscher Stelle," versetzte Tante Dina trocken. «Will mich aber nicht weiter mit einem verliebten Bräutigam streiten," lenkte sie ein,der steht natürlich in der Braut ein Bild von Vollkqmmenheü, und das gehört sich ja auch so." Mit liebenswürdigerem Interesse sprach sie weiter:Geben Sie mir nun die näheren Details über Ihre Berufung, lieber Westerot, unb das geschieht besser drüben bei mir, die Mädels können sich derweil ungestört ausschwatzen." Damit schritt sie ihm zu einem kleinen Schreibzimnur voran, wo sie private Anselegenheiten zu erlediaen pflegte

und ^Besternt sorgte der eigenmächtigen alten Dame nicht gerade willig nab doch notgedrungen, weil eben in ihrer panb die Gewährung seiner Herzenswünsche lag.

Unter den zurückbleibenden jungen Damen trat zunächst eine Keine Verlegenheitspause ein. Wenn auch in gewissem Maße stammverwandt, waren sie, abgesehen von einer völlig verschiedenen Charakteranlage und Erziehung, auch räumlich zu viel voneinander getrennt gewesen, um sogleich einen An­knüpfungspunkt fiuben zu können.

Marion brach mit ihrer gutherzigen Liebenswürdigkeit zuerst das Eis. .Du bist zur rechten Zeit heraekomuien, Bella," sagte sie freundlich« .Berlin ist nie entzückender als im Mai."

Run fand auch Bella den Gebrauch ihrer im allgemeinen flinken und selbst spitzen Zunge wieder. Na, das Frühlings­wunder ist hier am Eirde mäßig. Eine Weltstadt hat's ja auch nicht nötig, mit idyllischen Freuden aufzuwarten, die kann sich interessanterer Reize rühmen. Konnnt auch kein Aiensch Uath Berlin, um in dem Frühlingsdusel zu schwelgeii.

kleberyaupt der nordische Lenz", schwatzte ste lebhaft fort, der kann mir gestohlen bleiben. In unserem Harznest 311m Beispiel ist jetzt, um Mitte Mai, noch saunt was Grünes m sehen, abgesehen von den langweiligen Tannen, die ja nichts mit Frühlingsblühen zu tun haben. Abscheulich rauh und ver. änderlich ist's bei uns. Laß Dir's drum nicht einfafieu, vor Juli, in dem Harz Sommersriftbe Zu halten, und selbst baun

74 Jahrgang

Attentat auf Scheideman».

»-»Auf den Oberbürgernreifter von Cassel, den sozial- demokratischen Führer Scheioemaun, ist ein Blausäure- attentat verübt worden. Scheidemann setzte sich gegen den Täter sofort zur Wehr und feuerte mehrere Revol- verschüsse ab, worauf diefer entfloh. Scheidemann wurde bewußtlos. Der Polizei ist es bisher nicht gelungen, des Täters habhaft zu werden.

Scheidemann ging mit seiner Tochter und feinem Enkelkinde im Walde auf Wilhelmshöhe spazieren. Plötzlich trat ein Mann auf ihn zu und warf ihm einevt Gummiball ins Gesicht, der mit einer zunächst nicht fest- zustellenden Flüssigkeit gefüllt war. Der Mann ergriff dann sofort die Flucht. Auf Zuruf seiner Tochter feuerte Scheidemann erst einen und bann einen zweiten Re- volverschuß hinter ihm her, wurde dann bewußtlos unb brach zusammen. Nach einer Viertelstunde etwa kam er durch die Bemühungen eines zufällig im Walde spa- zierengehenöen Arztes wieder zur Besinnung. Der Arzt stellte fest, daß der Inhalt des Gummiballes nur Blau­säure sein könnte, da irgend eine ätzende Wirkung nicht auftrat sondern sich lediglich Vergiftungserscheinungen zeigten. .Das genaue Ergebnis der chemischen Unter- Htdntng steht noch aus. Die Spur des Täters ist durch -Polizeihunde sofort ausgenommen worden, bisher je­doch ohne Erfolg. Nach den Beschreibungen Scheide­manns und seiner ihn begleitenden Tochter gehört er dem Aeutzeren nach den besseren Ständen an. Am Ort der Tat hat er einen schweren eichenen Bergstock zurück- selasse». Es ist weiter festgestellt worden, -atz er am Babuhof Wilhelmshöhe sich eine Fahrkarte nach Wa- öem gelöst hat. Ob er wirklich den Zug benutzt hat, lietz sich bisher rttcht ermitteln. Der Caffeler Polizeiprä- ädent hat zunächst eine Belohnung von 5000 Mark auf eine Ergreifung ausgefetzt. Allgemein und den Um- iändeu nach wohl auch mit Recht wird angenommen, daß der Täter aus politischen Motiven gehandelt hat. Die iozialdemokrattichen Parteien haben für Mittwoch bereits große Demousirationsversammlurigen angesetzt.

Der Killdtger-Prozetz.

Bor dem Offenburger Dcywuraericht begann Mitt­woch vormittag der Prozeß gegen den Kapttänleutnam a. D. »0« KiUrnaei umü Sem Borsiv des LauSae- richtsöirekwrs Groffelfinaer wegen Beihilfe zum Morde an Erzberger. Die Anklage vertritt Oberstaats­anwalt Linck. Der Verhandlung wohnt auch der Reichs­kommissar Oberst Kunzer bet In der Bormfttagsver- Handlung gab Killinger eine ausführliche SchilSeruna seines Lebenslaufs, wobei er erklärte, er habe mir Schulz und Tillessen, die er in München kennen gelernt habe, keinerlei freundschaftlichen Verkehr gepflogen. Zu den Verhandlungen sind 87 Zeugen geladen, darunter Frau Erzberger, der Reichstagsabgeordnete Diez und 8er Bruder des flüchtigen Tillesten. Kavitänleutuant a. D. Karl Tillessen. Die Verteidigung führen die Rechtsanwälte Krieg aus Offenbura und SÄielein aus München. Als Beweisstücke liegen dem Gericht die Schädeldecke Erzbergers, die zwei Schütze aufweist, die durchschossene Joppe des Toten, Patronen, die beiden Kugeln die man aus dem Kopf des Toten entfernte, Briefschaften usw. vor. In feiner Belehrung an die Geschworenen machte der Bortztzende darauf aufmerk­sam. daß es sich um einen Prozeß mit politischem Ein­schlag handele, di? Verhandlung selbst aber eine reine Verffändnidfathe fein müsse die mit politischer Ueber zeuauna nichts zu tun habe.

luuu'b «och pastien», daß Dir ein eisiger SunSoft das Gesicht zerreißt."

Marion lachte. Ich hab's ganz gern, wenn mir der Wind ein bißchen scharf um die Nase weht. Das ist herrlich stimu­lierend. So sehr ich mein schönes Berlin liebe, um eure rein«, kräftige Bergluft hab' ich Dich manchmal beneidet.

Bella hob die Schultern. «Wer sie vertrag«: kaun. Mir ist sie unleidlich."

.Bist Du krank?"

Es fuhr Marion unbedacht heraus. Doch als sie dabei Bellas schmalen flachbrüstigen Körper ansah, den blaffen Fleisch- ton, die schlaffen und wieder scharf gespitzten Züge, die sie weit alter erscheinen ließen als ihre zwait-ig Jahre jugebeu, hätte sie gern die Frage zurückgenommen, welche schon das emschiedea leibende Aussehen der Cousine beantwortete.

»Ich weiß nicht", meinte diese verdrießlich. «Jedenfalls langweile ich mich entsetzlich in unserem Bergwinkel, und das bekommt mir nicht. Solch ein Vegetieren kann mich rein umbringen. Ich will was erleben, was anderes sehen als diese steifen ernsten Tannen, die stummen unbewegiiche« Bergriese», die noch dazu meistens in Nebel ober Rege» stecken. . ,

Gerade der Harz wird doch wegen seiner Naturschönheit von Touristen überschwemmt uud der Harz« ist mit Recht stolz aus seine Bergheimat" _ _ u. ..

Ach was, Heimat! Ein geborenes Bergkind bin ich nicht. Papa, der überall und nirgends zu Hause war und uns auf seinen Wegen zum Ziele beständig von Ort zu Ort schleppte, ist erst seit einigen Iah«n im Oberhar, seßhaft ge. "" ^Du weißt wohl, daß er ein großes Stahlwerk teufte und sich außerdem mit Kaligruden abgibt. Ihm geh» da aber nun vortrefflich, die Geschwister fanden, sich auch ,»recht, nur ich langweile mich zum Sterben und tue daneben nichts all husten, aus reiner Nervosität natürlich."

O, macht« Marion teilnehmend", ,ba muß du Luftveränderung doppelt willkommen sein, obschon Berlr» andererseits für VieiDöie und Leidende auch «icht der recht« Boden ist* .

(Fo elfttzuns Zolgt.)