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Schlüchterner Zeitung

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5 J !Erscheint 3malwSchmtl. Drahtanfchr.: Kreisblatt Schlüchtern. ;

F D ^w Aw ^W^ WM | ÄWWW6 ßLrua u. Verlag Fa. L. Sohmeister, Schlüchtern. Berantwortl.

JwC | | WWW | | .Schriftteit. H.-L. Hohmeister, Schlüchtern. Geschäftsstelle Drei- :

Off^ v vÄk W UM^V jbrüderstr. s. Im Falle höherer Gewalt, Betriebsstörung *. i

EStromsperre erlischt jede Verpflichtung auf Schadenersatz, j

Amtliches Organ für Stadt and Kreis Schlüchtern

Rr. 68

Donnerstag. 8 Juni 1922

74. Jahrgang

Zum hundertjährigen Bestehen des Areifes Schlüchtern.

Von Rektor ®. Maldfeld zu Steinau.

III. Die Herhältnisse im Kreise zur KnrhesKstüen Jett bis zum Jahre 1866.

(Fortsetzung.)

L0 Das Aorst und Jagdwesen

Schon vor 1821 war durch die Allerhöchste Verfügung vom 23. Ja«t 1816 ein Oberforstkollegium ins Leben ae» rufe« und ihm durch das Allerhöchste Regulativ vom 29. Jput desselben Jahres die gesamte Verwaltung des Forst-, Jagd- und Fischereiwesens im Lande sowie der Mastnutzung ««d aller herrschaftlicher Holzmagazine unterstellt worden.

Es bestanden damals in unserem Krelsgebietr folgende Forstreviere:

1. der Steinauer Forst, den der Zeichförster Karl Gott­fried Strohmetzer zu Steinau mit fünf Forstlaufern verwaltete;

2, der Marjoffer Forst, den der Zeichförster Martin Attmannsperger z« Marjoß mit drei Forstlaufern ver­waltete ;

3. der Hintersteinauer Forst, den der Zeichförster Philipp Horst zu Hintersteinau mit dem Forstaufseher Heinrich Splitters zu Schlüchtern und dem Forstadjarrkt Fr. Suffner daselbst sowie 3 Forstlaufern verwaltete;

4, der Strrösritzer und Breuniagser Forst, den der Ober­förster Konrad Ellenberger zu Sterbsritz mit fünf Forst- laufern verwaltete;

5. der Oberzeller Forst, den der Förster Georg Staube- sauh zu ObeeZell mit 4 Forstlaufern verwaltete;

6. der Hmbacher Forst, den der Förster Heinrich Koch zu Hrubach mit 3 Forstlaufern verwaltete;

7. der Ältengronauer Forst, den der Förster Äoois Staube- fand zu Altengroaaa mit drei Forstlaufern verwaltete;

8. der Gundhelmer Forst, den die Forstaufseher Philipp Seelig zu Gundhelm und Balthasar Schäfer zu Ober­kalbach mit einem Forstlaufer verwalteten;

9. der gemeinschaftliche Sinngrunder Forst, den der Förster Christoph Gunkel zu Mittelfinn verwaltete;

10. der Salmünsterer Forst, den der Revierförster Franz - Werner zu Salmünster mit zwei Kreisen verwaltete;

11. der Gaunerzer Forst, den der Revierförster Heinrich Wiegand zu Saauerz mit zwei Kreisern verwaltete, und

12. der Ulmbacher Forst, den der Revierförster Kaspar Ebert zu Ulmbau, mit zwei Kreisern verwaltete.

Durch die §§ 123 bis 132 der Verordnung vom 29. Juui 1821 aber wurden auch die Forstbehördea anders organisiert. Das Forstwesen wurde dem Finanzministerium unterstellt. Insbesondere gehörte nach § 104 die Leitung der Erhebung und Berechnung alles Geldeinkommens von den Forsten, Jagden und Fischereien pp. zum Geschäftskreise der Finanzkammer, welche die Erhebuag des baren Forst-, Jagd- und FischereiaufkommenS mit Einschluß der Bußen

Dornenwege.

10 Roman von C. D r e s s e l.

(Nachdruck derko'c»)

Die schöne, in der vornehmen Matthäikirchstraße gelegene AE», welche Frankem von Aiollentin allein bewohnte, war u«r zum Teil erleuchtet.

Als Marion in Begleitung ihres Verlobten bett breiten Vorgarten verrät, sah sie befremdet, daß lediglich aus dem im Parterre befindlichen Wohnzimmer der Tante ein sanftes elektrisches Licht schimmerte, somit nur kleiner Familienempfang stattfinden würde.

«Dafür hätte ich mich nicht in Gala zu werfen brauchen," ^cht« ßr nicht ohne ükononnsches Bedauern für ihr zartes Gesellschaftskleid, das besonders hübsch und modern, ihr für solch ein Zusammensein unter sich beinah' zu schade und auch zu anspruchsvoll erschien.Eberhard hätte sich auch deutlicher ausdrückeu könne«, seine Gedankenlosigkeit wird immer haar­sträubender/' Und nun war er »ich: einmal da, daß sie ihn gleich hätte zur Rede stellen sönnen.

»Wenn Eberhard bloß nicht die Einladung vergißt, Tante würde dann sehr uilliebenSwürdig fein/ sagte sie aus ihren ^ruhigen Gedanken heraus zu dem Assessor, der, natürlich Schalls m füll dreas, gerade mit stiller Ironie seinen einsam w Vorzimmer hängenden Ueberzieher betrachtete, währeird er c hellen Handschuhe anzog.

.Ich hoff«, die gnädige Tante wird in Anbetracht meiner ''"^ Würde er hatte die amtliche Bestätigung bereits in mer Wohnung vorgefunden uns trotzdem in Wahrheit gnädig gestimmt sein, »ersetzte er mit Betonung. Zudem liehst Du so reizend aus", schaltete er in leiser Zärtlichkeit ein, »M Du den grimmigste» Oger entivaffnen müßtest. Verdrieß- »'ch fft mir nur der schwarze feierliche Gesell da hinten, sonst wurde ich Dir mein Eittzücken noch deutlicher zeigen."

- , Der steife Haushofmeister tat ihm jedoch nicht den wesatzen, zu verschwinden, sondern stand, in ruhiger Würde »eines Amtes wartend, da, bis Marion auch den letzten Knopf 1 > langen Handschuhe geschloffen und er den Moment £ 111 sah, dem jungen Paare die Tür zum Salon seiner Q««Ut M äst«»-

nach $ 115 durch ihre Reutmeister besorgen lasten sollte. Weiter trat an die Stelle des Oberforstkollegiums eineOber- ssrftdirektisn, an deren Spitze ein Landsorftmeister gestellt wurde. Dieser war zwar selbständig, sollte aber eben tu finanziellen Forstsachen zugleich Vortragender Rat beim Finanzminister sein. Ihm lag die Leitung des gesamten Forst-, Jagd- und FischereibetriebeS ob, insonderheit

1. die Prüfung uud Begutachtung der Forstwirt- schaftspläue,

2. die Einziehung periodischer summarischer Uebersichten des gesamten ForstertragS,

2. die Aufsicht über die Vermeffung, Kartierung und Beschreibung der Forßen,

4. der Borschlag zur Besetzung aller im Forst-, Jagd- und Fischereiwesen erledigten Stellen,

5. die Regeluug der übrigen persönlichen Dienstverhält- niste der Forstbeamteu sowie deren Disziplin,

6. die Aufsichs über die Verwaltung der Forstwitwe«' lasse und

7. die höhere Leitung der Forstlehranstalten.

Mit der Oberaufsicht über die Forsten in jeder Provinz sollte ein Oberforstmetster beauftragt werden, der in der Proviuzialhauptstadt zu wohnen hatte, und welchem Forst- und Jagdjunker als AuSksttanten beigegeben werden sollt«.

Unter der Oberaufsicht des Oberforstmeisters der Provinz sollten in den elazelnen Forsidtstrikteu ein Forstinsvektor für die techalsche Leitung und Beaufsichtigung, ein Forstverwalter für das Rechnungswesen ünd die sonstige Buchführung, sowie die Oberförster, die Förster und das übrige Forstpersoual wirken. Die Förster sollten entwederreitende^ odergebende" fein. Aus der Zahl der zeschicktesten und zuVerlästigste« reitenden Förster sollten einige zu BrizMers «saunt und mit der Äufsich; über die ^^ ^^ heHM^sA Mützen, b-souders hinsichtlich der Handhabung w W^schutzes. Den Forstbehörden sollte auch die Leitung und Ansfithruug des Forstbetriebs in sämtlichen Gemeinde-, GevoffeuschastS-, Kirche«', Stifts- oder Anstaltswaldungen zustehen.

Durch die Verordnung vom 28. November 1821 wurden dann die neuen ForstivfpektionSbrztrk« und Oberförstersien abgegrenzt. In der Provinz Hanau wurde die Forsttusp'ktiou Steinau gebildet uud dieser die drei ebenfalls neu tus Leben gerufenen Oberförsterkien Niederrodmbach, Salmünster und Sterbfritz untergeordnet. Uns gehen nur die bethen letzten an. Forstinsvektor zu Steinau war Jakob Wickel und Forstverwalter Affeffor Daniel Bälde.

Die vb'erförsteret Salmünster umfaßte neben den Revieren Siebet, Flörsbach und -ohrhaupten die heimische« R'viere Salmünster, Steinau und Ulmbach, die Oberförsterei Sterb ftitz aber die Forstreviere Alteugronau, Hintersteina«, Marjoß, Mittelstn«, Oberzell mit dem Henbacher und einem Teile des Gundhtlmer und Uttrichshäuser Forstes, Saunerz mit dem anderen Teile des Guudhelmer Forstes und Sterbfritz.

Als Forstbeamte werden Genannt:

UIIl«r.MWf'^l, At?-W-rWiM'WMnWMaB®BBIWniHIWMMWaMB

Fräulein v. Molleutin, eine rüstige Sechzigerin, Die ihre kräftige Gestalt noch sehr aufrecht trug, begrüßte die Verlobten in anscheinend vortrefflicher Stimmung, wenngleich sie mit sichtlichem Staunen ein wenig spöttisch aus die große Toilette anspielte.

Marion murmelte etwas von mißverstandenem Austrage, Eb -Zerstreutheit habe den Fehler verschuldet.

ute Fräulein lachte herzlich. .Der Sausewind hat jetzt >.....ich besondere Mühe, seine paar Gedanken zusammen- zuhalren. Ist nämlich den ganzen Vormittag mir Bella Kunst- schwärme« gegangen, und die kann einem jungen Herrn zu schaffen machen."

.Bella ist hier? Davon sagte er gar nichts," stammelte Marion.

»Er wollte Dich wohl überraschen," meinte die Tante ver­gnügt. «Wer weiß, vielleicht ist Deine Festrobe doch am Platze. Uebrigens liebe ich auch gut gekleidete Leute. Im ganzen ver­siehst Du's wenig. Dich anzujiehen."

»Weil ich kein« große Garderobenwahl habe und noch weniger Zeit, mir Toilettengedichte zu ersinnen,* dachte Marion, während sie schweigend die Rüge über sich ergehen ließ und auch der Tante versöhnender Zusatz:Heut stehst Du aber paffabel aus, wirklich nett, Kleine", sie nicht weiter rührte.

.Nichr wahr, gnädiges Fräulein?" nahm da Westerot das Wort. «Eine prächtige Oberbürgermeistern» wird meine reizende Marion geben/

Jene horchte aus. .Habe« Ihre Worte tieferen Sinn, lieber Affeffor?"

Er bestätigte es in stolzer Freude.

Ihrem herzlich gemeinten Glückwunsch fügte Fräulein v. Mollentin die Berheißung hinzu: .Ntin, SSianon soll der Würde Ehre machen unb mit mir zufrieden sein, sofern ----" Sie zögerte einen Moment, um dann mit Nachdruck zu schließen, .auch Eberhard meiner Erwartung entspricht. Und dann soll's eine prächtige Doppelhochzeit geben in kürzester Zeit."

Also doch ein .wenn", und was mag sie überhaupt mit ihrem Erbprinzen vorhaben? dachte Westerot miBtrauifch, Ünb wenn etwa dieser verzogene Heißsporn Er kam nicht dazu, seine unruhigen Gedanken weiter auszuspinnen, denn eine schmale Mädchengestalr, die bis dahin hinter einem hohen Blumenüänder »erborgen in stiller Beobachtn»«

I in der Oberförsterei Salmünster

n, Oberförster:

1823 1833 Wilhelm Mergel zu Salmünster and bann zu Lieber;

b. Förster:

1. im Forstreviere Salmünster:

1823 Reitmder Förster Veit Joseph Buchenihal zu Sal- Münster und zwei Forstlaufer;

1826 Reitender Förster Christoph v. Hanxlrde» zu Salmünster; 2. im Forstreviere Steinau:

1823 Reitender Förster Karl Gottftied Strohmeyer zu Steinau und fünf Forstlaufer;

3. im Forstreviere Ulmbach:

1823 Reitender Förster Kaspar Ebert zu Ulmbach und zwei Forstlaufer,

1826 Rettender Förster Veit Joseph Bucheuthal zu Mmbach;

II. in der Oberförsterei Sterbfritz:

L. Oberförster:

1821 Konrad Ellenberger zu Sterbfritz, 1830 zu Alten- gronau und von 1831 ab zu Schlüchtern;

b. Förster:

1. im Forstreviere Alteugronau:

1823 Reitender Förster und Brigadier Adolf Staubesand zu Alteugronau und 3 Forstlaufer;

2. im Forstreviere Hiutsrsteiua«:

1823 Rettender Förster Philipp Horst zu Hiutersteinau. Forstaufseher Peter Möller zu Schlüchtera von 1826 an zu Ahlersbach, und zwei Forstlaufer;

3. im Forstreviere Marjoß .'

182$ Reitender Förster Martin Altmansperger zu Marjoß usä drei Herstlaufex , -^Bs -i; ^ 4. im Forstreviere Mittelfinn:

1823 Gehender Förster Christoph Gunkel zu Mittelsinn;

5. im Forstreviere Oberzell:

1823 Reitender Förster Adam Philipp Lander zu Dbetteß, Forstauffeher Philipp Seelig zu Gundh'lm (bis 1825) sowie sieben Forstlaufer,

1829' Forstaufseher Hrinrich Staubesand zu Oberkalbach;

6. tm Forstreviere Saunerz:

1823 Reitender Förster Heinrich Wiegand zu Sanner», vo« 1824 ab zu Herolz, und Forstaufseher Gehender Försier Heinrich Koch zu Brandeustein sowie zwet Forstlauser,

1826 Geh'lfe Christian W fiel zu Saauerz,

1830 Gehilfe Georg Sold an zu Saauerz;

7. im Forsireviere Sterbfritz:

1823 Reitender Förster Friedrich Roienstock zu Sterbfritz . und fünf Forftiaufer,

1830 Reitender Förster Ludwig von Tilemann.

DurÄ das Austchretben des ^tnaneminlftertumS vom 1*.

gesessen, trat plötzlich, mit »«hörbaren Schritten durch ben Salon gleitend, in den Gesichtskreis der anderen.

Eine sehr weiße, beinahe blutlose Hand streckte sich Marion entgegen, und eine seltsam harte Stimme, die wed« Alter noch Geschlecht erraten ließ, sagte: .Tag, Marion, freut mich, Dir nun persönlich gratulieren zu können."

Die blaffe Hand und das ausdruckslose Organ gehörte» einer jungen Dame, die mit ihre« mageren dürftige« Form«, und einem völlig farblosen unsympachilcheii Gesicht 'ast hästlick »i nennen war. Im vollen scheine des falten Aektnsch«» Mchies. da§ ihrer bleichen Farbe keineswegs zum verteil ge­reichte, hatte sie in bem weißen Kleide, das sie lru^ elwas -eltsam Nukörperliches, das einen Symbolisten vleNncht an- gezogen hatte, für den gesunden Normalmeaschen huxgege* «her beängstigend wirkt«.

Mario« aber, welche du ätherische Cousine schon fett Jahren in dieser blutleeren Verfassung kannte umarmte sie herzhaft und fragte dann heiter: ___ . , Ä-

glaube, mein Verlobter ist Dn fremd, nicht Bella?

^' nickte die mit einem merkwürdig durchdringenden Blick' aus den sich verneigenden Mann, .ich sah Her» Westerot nie zuvor. War ja im letzte» Jahr nur aus tury Srippsvifiten in Berlin lediglich um Besorgungen zu «ach««.

.Als Braut kenne ich Dich noch gar nicht mal oa w* fehlten uns immer/ _ v

Mario« nickt« gleichmütig. .Jetzt 1^ "" ^^ E Jahr verlobt."

.Und bist doch erst »chtz«h«.'

.Schadet das was?' ___.

.Nickts anders, als daß ein ,o jung« Ding meist «M» Urteil hat und sich eigentlich nur von unbewußten 3nftintMB leiten lägt/ warf die Tante ein.

Marion schwieg Heimlich lächelte sie dem Verlob«» M Und er antwortete statt ihrer: Dieser Jnstintt »t» wohl der richtige gewesen fein. Ich hoffe, er führt Startes jv sicher, wie er mich beglückt." _, _ _ .

/junge Liebe ist blind. D,« erste fast immer Torheit," sagte ^ella mir ihrer harten spröden Stimme. Und wieder starrte sie Mar ions Verlobte» an, als wollte fi« ihm Herz uud Niere« prüfen mit ihren kalten scharf sondierenden Augen.

Go-tjetzumg folat-1