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Schlüchterner Zeitung

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Kreisblatt

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Nr. 65

Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schluchten«

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Donnerstag 1. Juni 1922

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74 Jabrgang

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Allerlei vom Tage.

Die Meldung, daß RsichsMlauzÄNuster Dr. Hermes nach dem Haag abgereist sei, ist unzutreffend.

Der italienische Ministerrat »eneNmigte den italie- : msch-russischen Handelsvertrag, der am 24. Mai in Genua Wlerzeicknet wurde.

Bei den Stadtverordnetenwahlen in Dteudal erhiel­ten die Bürgerlichen 8216, die Sozialdemokratin 6683, I -ie U. S. P. 518 Stimmen.

Die Reichsregierung hat den Zollsatz für gefchtach-

I tetes Federvieh herabgesetzt.

I Reichspräsident Ebert hat zu der am 1. Juli statt- Bn Eröffnung der Mitteldeutschen Alksitellung >lung, Sozialfürsorge und Arbeit in Magdeburg cheinen zugesagt.

| Ernest Solvay, einer der größten Chemiker der Welt | und Erfinder der Soda, ist im Silier von 87 Jahren in | Brüssel gestorben.

| Der Reichstag fährt am 29. Juni zum Besuch der | Gewerbeschau nach München und im Aktschluß daran I nach Oberammergau.

I Der Reichsrat rmhm den deutsch-dänischen Ber I trag an.

Die Nachricht von dem Ausbruch einer Revolution | in Georgien wird energisch dementiert.

1 Der Vormarsch der Japaner in der Süd-Mändschu- | rei dauert fort.

I Der französische Völkerbunds delegierte Noblemaire

1 hat sich für die baldnwglichste Aufnahme Deutschlands in I den Völkerbund ausgesprochen.

M Der uene deutsche Gesandte für Polen, Dr. Manschet

1 ist in Warschau eingetroffen.

I Der Dentsch-Hannoversche Presseverbaud bittet in I einer Eingabe an den Reichskanzler, möglichst umgehend I wirksame Schritte zur Behebung der wirtschaftlichen Not­lage der deutschen Presse einzuleiten.

Auf den staatlichen Hüttenwerken im Ober- und I Unterharz ist ein Lohnstreik ausgebrochen.

I Der Kanzler über Genua.

| , 218. Sitzung dev Reichstag'-».

Auf der Tagesordnung steht als einziger Punkt die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Präsident Loebe eröffnet die Sitzung um 2& Uhr und erteilt sofort dem Reichskanzler das Wort.

Reichskanzler Dr. Wirth verweist zunächst auf seine I Mitteilungen über Genua im Auswärtigen Ausschuß. Ueber die Pariser Verhandlungen, die jetzt im vollen ; Nutz sind, können hier im Plenum weitere Mitteilungen noch nicht gemacht werden. Hier soll nur dem Reichstag i I Die Möglichkeit gegeben werden, zur Genueser Politik der Regierung Stellung zu nehmen. Was sollte die I Konferenz sein und was ist aus ihr geworden? Sie I '»Ute eine Weltkonferenz sein, um alle die Völker zu I ^meln, die einander gegnerisch gegenüberstehen. Diese g Ausgabe ist zunächst wesentlich eingeschränkt worden durch das Fernbleiben Amerikas. Dann wurde ihr Pro- | gramm so reduziert, daß sie nicht einmal die europäische Krise in ihrer Gesamtheit behandeln konnte und daß I die harrenden Völker nicht einmal in offiziellen Sitzun­gen die Wahrheit über die europäische Krise hören konn­ten. (Hört! hört!) Aber trotzdem das Programm re­duziert worden ist, müssen wir vor allen denen dankbar I sein, die mit zäher Energie den ursprünglichen Gedan- | ken, die Völker zusammenzufüüren, über die Wochen | ^.Genueser Konferenz binauogetragen haben. '"'

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Tuuj i$s ist uewrn rein ungewoynncyer Vorgang, wenn :ch Englands Führer für das Durchhalten der Konfe­renz nicht im Namen des deutschen Volkes allein, son­dern aller Völker, die in Bedrängnis sind, den Dank ausspreche. (Lebhafter Beifall bei den Mehrheitspar- teien.) Die wichtigsten Fragen sind gerade diejenigen, die auf der Konferenz nicht offiziell behandelt worden sind, vor allem die Reparationsfrage, die heute zu einer europäischen Frage geworden ist. Trotz aller Sabotage­versuche hat die Genueser Konferenz einen großen Fort­schritt gebracht. Dieser Fortschritt liegt schon darin, daß wir zum ersten Male auf einer Konferenz der Regierun­gen als Gleichberechtigte erschienen sind. (Lachen rechts.) Ich weiß nicht, wie man über die Feststellung dieser wichtigen Tatsache lachen kann. (Zustimmung bei der Mehrheit.) In vielen nicht offiziellen Verhandlungen' mit den fremden Staatsmännern ist auch das Reyara- tionsproblem erörtert worden. Die offiziellen Refoln- tione«, die das Ergebnis der Genueser Konferenz bilden, werden für uns die Leit- und Richtluücn der Politik bilden. Wir hoffen, daß sie es auch für die übrigen Staaten fein werden und nicht nur theoretische Auregun- gen ohne praktische Bindung. Wir haben in Genua den französischen Vorstoß abgewehrt, der uns in die Rolle der kleinen Staaten drängen wollte. Es hatte sich aber eine Union der einladenden Mächte gebildet, die ohne uns mit Rußland verhandelte und uns dadurch zwang, selbständig unsere Fragen mit Rußland zu Bereinigen.

Der Rapoliovertrag war nicht ein Irrtum der , deut scheu Politik, sondern ein ehrliches', aufrichtiges Friedenswerk, das gegen keinen anderen Staat seine Spitzen richtet. (Sehr richtig!) Der Vertrag ist lediglich die Fortsetzung der bereits am 6. Mai 1921 zwischen Deutschland und Ruß­land getroffenen Vereinbarungen. In Genua wurde Deutschland von den Verhandlungen ausgeschlossen, die von den einladenden Mächten mit Rußland geführt wurden auf der Grundlage des Londoner Meuwran- dums. Nach diesem Memorandum sollte aber auch Ruß­land den Artikel 116 des Berfailler Vertrages gegen Deutschland anweude«. Deutschland war also genötigt, eine andere Regelung mit Rußland m finden. Lloyd George hat tu einer .nein dru iKa^tüncviii.^ ruren Fehler und Irrtum Deutschlands genannt, aber hinzu- gefügt, daß die in Deutschland und Rußland erzeugte eiümmuig dazu führen mußte. Dann liegt der Irrtum aber bei denen, die eine solche Stimmung durch ihr Ver- halten bei uns erzeugt haben. Der Rapoliovertrag rei­nigt die Atmosphäre zwischen zwei Völkern, denen es mutier gut ging, solange sie sich verstanden haben. (Bei- sall.i Er soll weiter die Brücke schlagen zwischen Ost nnd West in wirtschaftlicher uuö sozialer Beziehung. Er enthält keine geheimen Zusätze, und wer behauptet, er habe militärische Zusätze, der verleumdet damit das erste Friedenswerk, das seit dem Kriege in Europa Überhaupt geschehert ist (Beisall.) Wir werden den Rapollover- trug in seiner Gesamtheit dem Reichstag zur Beurtei­lung unterbreiten. Nach dem Abschluß dieses Vertrages wurde unsere Bermittlertätigkeit zwischen Rntzland und den übrigen Staaten oft und dankbar in Anspruch ge­nommen. Was in Genua Begonnen wurde, soll im Haag fortgesetzt werden. Wir werden, wenn es gewünscht, aber nur, wenn es gewünscht wird, unsere Bermittler­tätigkeit weiter aufrichtig und ehrlich zur Verfügung stellen. Die Versuche, tu Genua einen Gottesfriede« für alle Völker zu schaffen, sind nicht voll gelungen. Die Welt war dafür noch nicht reif. Man hat sich mit einer n.-m.".^kteu TrrlUttldri^ftenniirtt oBer Bag ist kein MoL

teskrieoen. Der allen Völkern ven Frreoen urmgr, iroocy Deutschland weiterenSanktionen" anssetzt. In der Reparationsfrage müssen wir endlich

hera«skommen a«s der Politik der Termine,

Bei der wir immer vor dem Damoklesschwert zittern müssen. Die Politik derSanktionen" entspricht nicht dem Geist von Genua, sondern dem Geist der Zerstörung. (Sehr richtig!) Wenn auch die Ergebnisse von Genua verhältnismäßig bescheiden waren, so erwarten wir von dieser Konserenz doch einen Fortschritt in der Befriedi­gung Europas und damit eine Befriedigung auch für das deutsche Volk. (Lebhafter Beifall Bet der Mehr­heit.)

Besprechung der Regrerungserklärung.

Abg. Müller (Soz.): Das Ergebnis von Genua mußte bescheiden sein, weil unter dem Druck der franzö­sischen Regierung die wichtigsten Probleme, vor allem das Reparationsproblem, vom Programm gestrichen wurden. Wir bedauern dre heftige Art Barthous gegen­über Derttschland. Von allen Ländern ist anerkannt, daß die Wurzel alles Uebels der Versailler Vertrag ist. Der Abschluß des deutsch-russischen Separatabkommens hat seine Ursache dann, daß in Genua selbst gegen den Geist von Genua verstoßen wurde. (Sehr richtig!) Dieser Vertrag ist deshalb so freudig begrüßt worden, weil er der erste wirkliche Friedensvertrag ist. Deutschland und Rußland haben das grüßte Interesse daran, daß die übrigen Länder dem Beispiel von Rapallo folgen. Lloyd George sieht heute ein, daß Europa nur durch den Wie­deraufbau Rußlands gefunden samt Im November 1919 wollte die Entente noch Rußland durch alle übrigen Staaten blockieren. Wir lehnten dies ob Die Brücke nach dem Osten kann dieser Vertrag nur bilden, wenn er verbunden wird mit VertragserMllung nach dem We­sten. Die Masse der deutschen ArbeiterkKaft hat, das mag dem böswilligen Gerede über geheime Militärabkommen mit Rußland gegenüber gesagt werden, niemals für den nationalen Bolschewismus etwas übrig gehabt. Wir So- zialdemokraten halten an der Forderung fest, nie wieder Krieg und würden jede Regierung stürzen, die es wagen sollte, militärische Geheimabkommen abzuschlietzen.

MBS. Marx (Zentr.): Der beswsid.

Genua hätte nicht erreicht werden ko>men ohne die Koa­litionspolitik (Beifall bei der Mehrheit. Lachen rechts.) Wir schließen uns dem Dank an Italien an und geden­ken besonders dankbar des lebhaften Interesses, das der Papst an einem friedensfördernden Erfolg der Genueser Konferenz genommen hat. Nur der angestrengten Tä­tigkeit der Herren Rathenau, Stinnes u. a. ist es einiger- nraßen gelungen, den im Auslande herrschenden Nebel der Unkenntnis über Deutschlands wirtschaftliche Lage zu zerstreuen. Deutschland hat als einziger von allen Staa­ten eine praktische Beute von Genua mitgeöracht in dem Vertrag von Rapallo. Eine enge Verbindung mit Ruß­land ist von uns wiederholt gefordert worden. Die Re­gierung wird dafür sorgen müssen, daß nicht infolge die­ses Vertrages der Geist des BolschenZsmus in Deutsch­land weitere Verbreitung findet. (Unruhe bei den Kom­munisten.) Wir begrüßen den Rap'allovertrag wegen s einer großen wirtschaftlichen Bedeutung und danken der Regierung für ihre schwere erfolgreiche Tätigkeit in Ge- nua. (Beifall.)

Um 4 Uhr wird die weitere Aussprache auf Dienstag vertagt.

Dornenwege.

» Roman von C. Dressel.

(Nachdruck »ertolent

In dieser Zuversicht nahm fie von dem gütigen Papa auch noch wohlgemut ein hübsches Sümmchen zur Einrichtung ihres neuen Ateliers entgegen, und machte sich daran, etwas nach berühmten Mustern zu schaffen, soweit sich das mit einem nicht allzugroßen Raum und auch nicht gerade schwindelnd hohen Mitteln erreichen ließ. Aber sie hatte ein erstaunliches Talent, die Werte umzuwerten, das heißt, aus Geringem Wunder entstehen zu lassen und auch eine merkwürdige Findigkeit im Aufstöbern schätzbaren Trödlergerünrpels, das sie nach Bedarf antiquierte oder modernisierte.

Das Resultat dieses Aufwands an Mammon, Listen und Phantasie konnte sich immerhin sehen lassen, zu­mal der solide Untergrund schöner Teppiche und Behänge nicht fehlte. Frida Urbans Atelier hatte sogar den Ruf, sehr orginell zu sein und wurde ihr nicht selten von den Kolleginnen geneidet.

Und wie jetzt die späte Nachmittagssonne durch dre oberen Scheiben des zur halben Höhe verhängten breiten Fensters ihren «armen Lichtglanz goß über das bunte Chaos von Gemälden, Statuen, Ziergeräten, Blumen und Draperien, da hätte sich nicht nur einsehendes* Künstlerauge an diesem märchenhaften Tohuwabohu von Formen und Farben er- notzen können.

RoseS wundervolle Murilloaugen verfolgten mit Interesse das lustige Spiel der tanzenden Sonnenstäubchen, die sich dazwischen mal auf den blinkenden Kupferkrügen ausruhten, und dann wieder zu den gleißenden Messingschalen Hinüber- zugaukeln oder an den wunderlichen Krystallgläsern, die wie fliegende Fische, Drachen und ähnliche Ungeheuer aussahen, hängen zu bleiben.

Da sie aber den Kopf nicht wende» durfte, hatte sie ihren Gesichtskreis bald erschöpft. Außerdem karmte sie längst die hübsche Ecke mit dem persischen Diva», den breiten Palmen- wedeln dahinter, dem kupfernen Teetisch davor, an dem sie so «tanches Mal nach einer besonders lernen Sitzung eine Herr-

U.J Tuffe Tee oder Kakao und knnsperige süße Kuchen von i Fräulein Frida bekomme».

Freilich, so im marinen Sonnenschein sah alles noch tau» i sendmal hübscher aus. So spät ^cachinittags saß sie selten hier. Eigentlich nur des Morgens, wenn» von Sonne keine Rede war.

Merkwürdig^, die liebe warme Sonne mochte Fräulein hier eben gar nicht leiden.

Die täuscht und stört mich, ich brauche das ruhige kalte Atelierlicht,* sagte sie uild zog dann schnell den Blender höher, wenn sie mal sehr, ad) so schrecklich lange malte und die Sonne ihr dann ein bißchen zugucken wollte.

Aber so wunderschön es im Hellen Licht war, draußen in der richtigen warmen Hinimelssonne war es noch viel herr­licher. Wenn sie doch erst 'runterkönnte. Ein Weilchen machte das bunte Flimmern und Funkeln Spaß, dann aber tat's den Augen weh; sie konnten gar nicht mehr hinsehen. Rose be- gann zu blinzeln, dann wieder riß sie die Augen zu ihrer größten Weite auf und blickte krampfhaft zu d.en verheißenen Apfel­sinen hin. Schließlich half auch dieser Trostblick nicht mehr. Das hin- und herpendelnde Köpfchen neigte sich völlig seitwärts, uub aller Post bah lehnte das tohmübe kleine Modell zu- sammengesunken im Stuhl. Pflichten, Bemhuung oder »irafe, alles war vergessen in einem festen Kinderschlaf.

Rasch legte Frida Pinsel und Palette hin.Armes kleines Drng", dachte sie mitleidig,den blinden Uebereifer inuß ich mir abgewöhnen, er malträtiert dich und tommt schließlich meiner Arbeit auch nicht zugute.^

Während sie sich sacht mühte, die Kleine zu ermuntern, rief ein blondbezopfter Kopf von der Türe her:Frida, da ist wer/'

Es wurde im Atelier keine ständige Bedienung gehalten, denn eine überlaufene Berühmtheit war Frida einstweilen noch nicht. Wer sie sprechen wollte, hatte sich in der eine Etage tiefer gelegenem Familienwohnung zu melden und ivurde dann entweder von dem Mädchen oder auch durch eins der jüngeren Geschwister zu ihr hinanfgesührt. Diese aber nahmen es mit den Gesetzen des Anstandes nicht immer genau.

So verschwand auch jetzt der Blondkopf, er gehörte einer noch kindlichen Schwester, nach der formlosen Meldung' so fcbleumait als fei er in eine Persenkunu aefaßen, waorend,

die Eingangstür sorgfältig hinter sich schließend, ein jvnger LenMant mit respektvollem Gruß, aber ungeheuer vergnügtem Gesicht, auf die Malerin zutrat.

Das nenne ich eine Ueberrumpelung, Herr Nardect. Außerberufliche Besuche empfange ich, wie Sie recht gut wissen, im Salon meiner fötutter', scherzte sie, nicht ohne einige Be­fangenheit.

'Verzeihung, gnädiges Fräulein, als Bote meiner Schwester ließ man mich passieren. Die Frau Mama traf ich zudem gar nicht zu Haus, rvas mir, ehrlich gestanden, keinen Kummer machte, ^denn nun durfte ich Sie mit Fug und Recht einmal in Ihrem Allerheiligsteu aussuchen. Leider wollten Sie sich ja nie herab lassen, Ihre Kunst an mich profanen Gegenstand zu verschwenden/

Ei, das märe! Leutnants male ich nicht. Zumeist alte Leute und Kinder."

.Und die schlafen dann allemal ein wie die Kleine da? Solcher sträflichen Sünde würde ich mich nun sicher nicht schuldig machen", lachte er.Uebrigens fällt das Rotkäppcheu gleich vom Stuhl."

Auf dem Divan läge sie besser, denn wachzukriegen ist sie nicht.* Er hatte die Kleine schon behutsam ausgenommen und bequem hingestreckt. Tann entfernte er das drückende Mützchen von dem dunklen Köpfchen, zog vom nächsten Sessel einen Behang, den er über das sesischlafende Kind deckte und tat das alles mit einer so gutherzigen Achtsamkeit, daß Frida darüber ihren Unmut vergaß.Doch ein lieber Mensch, dieser verwöhnte Leichtfuß", dachte sie fast gerührt.

So!" sagte er heiter.Welch einen tiefen Schlaf so ein Kind hat! Beneidenswert. Hoffentlich ist er auch von Dauer. Ich hab nämlich manches auf dem Herzen, was ich ungestört heruntersprechen möchte. Darf ich, gnädiges Fräulein?*

Sie hatte Hämischen die praktische aber uukleidsame Mal- schürze abgestreift. Ihre elegante zierliche Gestalt in einem echten venezianischen Armstuhl nieberlaffenb, bedeutete sie dem Leutnant Platz zu nehmen, während sie unsicher entgegnen Sie wollten mir Botschaft von Marion briuue»?*

(Fortsetzung folgte