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Schluchterner Zeitung

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Kreisblatt

Erscheint 3mal wöchentl. Drahtanschr.: Dickblatt Schlüchtern. | Druck u. Verlag Fa. T. Hohmeister, Schlüchtern. Berantwortl. | Tchnftlelt. H.-L. Hohmeister, Schlüchtern. Geschäftsstelle Drei- . ibtßbesär. 9. Im Fall: höherer Gewalt, Betriebsstörung ob. | [Stromsperre erlischt jede Verpflichtung auf Schadenersatz. |

Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern

Ak r>9

Donnerstag, 18. Mai 1922

74. Jahrgang

p unedel »sm Tage.

Der preußische Staatsrai stimmte der Erhhung der ilusaleichszuichläge für die Beamten zu.

In Halle sind sämtliche Brotfabriken und Bäckereien nefdiloffen worden, weil der Magistrat nur einen Bror- M!s von 12,50 Mark festsetzte, von dem die Bäckerei- uetriebe behaupten, daß er ihnen starke-Verluste vernr- -ache. Viele Familien sind in die bitterste Verlegenheit

italienische Eifer,bah» hat während der letzten M Monate ein Defizit von 704 Millionen Lire gehabt.

Die Konferenzauf Reisen.

Nach Cannes Genua, nach Genua der Haag. Wi eS enden wird, weiß zurzeit keiner: nur daß das Zieh die Befriedigung Europas und der Wiederaufbau de, Weltwirtschaft, auf diese Weise wohl schwerlich erreicht werden wird, kann als ziemlich gewiß gelten. Die Ge­nueser Konferenz steht vor dem Abschluß. Von all den Aufgaben, die eine Weltwirtschaftskonferenz zu lösen bat, ist so gut wie nichts der Verwirklichung näher ge- bracht worden. Der Entschluß der Konferenzmächte, bie Genueser Tagung durch eine Besprechung in den Niederlanden abzulösen, trägt alle Kennzeichen des Ver- leaenheitsvroduktes an der Stirn. Lloyd George hm sein Gesicht gewahrt,' die Franzosen sind um die Gefahr herumgekommen, als Saboteure der Genueser Konfe­renz korupromittiert zu werden. Dazu die Hoffnung auf Amerika, ohne das es nun einmal nicht geht. Das

Böte eigentlichen Ergebnisse, die die Konferenz er=

[ hat. Der deutsch-russische Vertrag, der für uns formell und sachlich die größte Bedeutung hat wenn auch seine Auswirkungen in wirtschaftlich r Hinsicht und auch in politischer Beziehung von der Entwicklung in Rußland abhängen, ist dagegen nur ein Produkt der beutsch-russischen Verhandlungen, und die Genueser Konferenz hat an dem schnellen Abschluß dieses Vertra- aes nur insofern ein Verdienst, als sie den Ausschluß Deutschlands von dem inneren Wiederaufbau Rußlands ober besser gesagt, der Ausbeutung der unerschöpflichen Naturschätze Rußlands, bezweckte.

Wenn auch die heikelsten Themen n Genua von vornherein nicht behandelt-werden rollten, oas Krieas- entschä-iaungsproblem und die Kriegsschulden, so sind bie Mächte auch über das Problem des russischen Wie- Seraufbaues keinen Schritt vorwärts gekommen. Hier sind es hauptsächlich Frankreich und Belgien, die sich einer Verständigung über die Wege und Mittel, die zu einem Wiederaufbau führen könnten, mit beharrlicher Annachgiebigkeit und tontennemer Vcrfolgung ihrer bisher eingenommenen Haltung und verfolgten Zele entgegensetzten. Nun sollen im Haag d e Sackvcritan- -igen der fünf einladenden Mächte zu emer Konferenz zusammentreten, zu der in letzter Stunde noch die Rm- Ten zugelassen worden sind. Deutschland das in eutcr Linie dazu befähigt ist. tatsttchlub und wirkmm an dem russischen Wiederaufbau mitzuarbeiten. weil b c gegen- seitiaen Interessen dieser beiden Lguder e;n gemeima- mes Zusammenarbeiten bedingen, ist von der Lerlnam -e an der Konferenz ausgeschlossen worden. e unter die­sen Umständen auch die SachverständlaeMoNferenz, im Haag zu fruchtbringender Arbeit wohl -aum , inhim bürste liegt in dieser Tätliche begründet. SelMt Ame­rika, das unter gewissen Bedingungen an der Haager Konferenz teilnehmen will, kann trotz -einer sinanzier- len Hilfsfähigkeit die deutsche MitaMert an , dem rus­sischen Wiederaufbau nicht ersetzen. Tna rnnaAe Pro­duktion ist auf die Silke deutscker Arbei^f'git «naewre-

sen, denn der Einfluß deutschen Könnens nrid der deut- schen Technik in der russischen Industrie af ?o aroß. daß sich hie InbetriebseNuna der russischen Wirtschaft nicht vom grünen Tisch aus im Saaa regulieren läßt.

Trotzdem wird die deutsche Diplomatie die weitere Entwicklung der Verhandlungen mit Rußland mit der größten Sorgfalt verfolgen müssen damit nicht die Jä­hen. die in Genua gewonnen worden sind. wieder ser^ rissen werden.

Amerika macht mn.

»-.Die zustimmende Antwort Amerikas betreffs einer Teilnahme an der neuen Haager Komerenz, ist Montag abend in Genua eingetroffen. Amerika nimmt unter zwei Bedingungen teil: 1. daß die Konferenz nur Vor- schläae. aber teilte endgültigen Bedingungen zu entwer­fen hat, und 2. daß während der Verhandlungen feilte Leparatabkommen mit Ausnahme der vier erwähnten, bereits laufenden Vertr.ge Italiens, Schwedens, Japans und der Tschecho-Slowakei geschlossen werden dürfen. Die erste Bedingung entspringt zweifellos dem Wumch Amerikas, nicht überstimmt zu werden und freie Sand zu behalten. Auf der Haager Konferenz werden wir sämtliche Mächte mit alleiniger Ausnahme Deutschlauds vertreien sein. Auch die Zulanuna Rußlands i,t, wie von englischer Seite mitgeteilt wird noch nachträglich beschlossen worden.

Weiter wird hierzu aus Genua gemeldet: Der ame- rikonisÄe Botschafter Child. 'er zur Beobachtung der Konferenz in Genua weilt. Hat Montag abend bereits einigen amerikanischen Iom nv: ucn mitö^terlt. daß die Regierung der Vereinigten Eiaacen eine Eluladung zur Teilnahme an der Haager Konferenz in wohlwollende Erwägung ziehen würde. Siele Mitteilung bedeutet, d?ß die Frage der Teilnahme Amerikas an der Haager Konferenz eine günstige Entwicklung nehmen wird. Inzwischen ist die bedingt zust-mmeude Antwort der Vereinigten Staaten eingetroffen.

Erkelenz über Genua.

** In Düsseldorf sprach der Abgeordnete Erkelenz, der aus Genua zurückgekehrt ist. Er betonte, daß man du Konferenz von Genua nicht beurteilen dürfe nach dem. was am Schluß protokolliert und MuerichrreSen werde, sondern man müsse sie in ihrer Gesamtwirkung am bu öffentliche Meinung der Welt beurteilen. In biet er Bo ziehung werde sie von größtem Einfluß iem. yi feh-1! > hilligte den Abschluß des deutsch-rnsssschen Vertrages, sseüt betritt aber nicht den Beginn eines ^onderbiind- nisses zwischm Deutschland nnb Rußland. Insbeson- bere wandte er sich gegen die Schlußfolgerung die bk russischen Volkskommissare Trotzki mnd Bucharin aus harrt Vertraa aezogen haben. Der Vertrag sei ein Fril - -cusinftrumeut. Man müsse sich darüber klar sein, daß Deutschland nicht irgendwo an der Wolga liege, sondern am Rhein und im rheinisch-westfälischen ^»ndmtr rege- £t" Set äuBette fi* dam«««*«» rtofiTifbett Plan einer sogenanntenRheiu-Republrk. ««* ^ *" ^L

fahr als etttft au nehme». Sollte sich ein Hältfleln Leute finden, die Im besetzten Gebiet einen PE ver­suchen so müsse eine genüflende Anzahl ernster .Nän ner zur Hand sein, die den Putschisten unter ^--erav- roiAitMA ordentlichen Portion ungebrannter Asche »ÄtoSÄ de« »«ttexx R-Ich-« «I.

vrtnaen. _

Rückkehr der verlore«c« Brttder.

»*Stammele teilte nack einem Bericht "er .Roten

Fahne- in einer Sitzung des Zentralausscvms der K P. D. mit, daß die Zentrale HA in letzter Zeit mit dem Antrag der ReichstagSabgeordneten Eichhorn und Ber- rhele auf Wiederaufnahme in die kommunistische ReichS- lagsfraktio« zu beschäftigen hatte. Eichhorn und Ber- thele haben der Fraktion der K. A. G. angehört. Die Zentrale sei der Meinung, daß man, da die Gefahr der K. A. G.-Periode vollkommen überwunden ist, ohne Be­denken Eichhorn und Berthele wieder aufnebmen könne.

Schwere Gefahren für das deutsche Volk.

Sehr traurige Erfahrungen und ernste Bedenker veranlaßt die deutsche Aerztefchaft, die Oeffentlichkett uni das Ausland immer wieder über die gesundheitlicher Folgen der unerträglichen politischen Lage Deutschlands aufzuklürem Dies Bestreben komnrt in einem Notschre des Aerztevereins für Zehlendorf und Umgebung zuuf Ausdruck. Es wird hier gesagt, wie sehr schon die grau« same Verlängerung der Blockade über das Kriegsende hinaus ganze Jahrgänge »userer Ingen- danernd tu ihrer Entwicklung geschädigt hat. Eine kurze Besseruno wäre deutlich wahrzunehmen gewesen als die Ernah- rungsverhältniske besser wurden und die Menschen sich unter dem eisernen Zwang der Notwendigkeit jeden Lu- rus abgewohnten und ihr ganzes Einkommen für die Nahrm.q ausgabem Dieser kurze und spärliche Licht­blick hatte sich nunmehr als trügerisch erwiesen, denn ein schweres Hungerjahr stände bevor. Durch die ungeheu­ren Revarationslasten würde die Währung bis zum Nullpunkt sinken, und die Einfuhr von Lebensrnitteln würde unmünliA werden. Eine neue Gefahr stünde be­vor: die Kohleuuot. Die Kohlenpreise wurden uner- schwinglich sein und das Elend der Hungernde« unter- ernährten Bevölkerung durch Frieren auf das quak« vollste gesteigert werden. Seuche« «nd Elend werben die Hoffnung unseres Volkes, die Kinder, vernichten. EH wäre also dringend nötig mit alle« zur Verfügung ste­henden Mitteln dem Steigen der Kohlenpreise unver­züglich Einhalt au tun.

Ein HloQnmort an die Candicirle.

Vom Landeskulturamt wird geschrieben:

Die Steigerung unserer^herUiLschen landwrrrschafrU dien Erzeugtlug mit dem Ziel, uns in der Ernährungs- srage nwgltchst unabhängig vom Auslmld zu machen, ist wie wohl alle Kreise unseres Volkes einsehen, eine der dringendsten und bedeutsamsten Aufgaben der Ge­genwart. Alle Mittel, die einer schnellen und nachhal­tigen Steigerung der landwirtschastlichen Erträge die­nen, müssen daher im Interesse der Allgemeinheit zur Durchführung kommem Eines der wichtigsten Mittel ist die Umlegung (Verkoppelung) der unwirtschaftlichen, im Gemenge liegenden Grundstücke der bäuerliche« -Feldmarken unter gleichzeitiger Schaffung eines ord- liungsmützigen Wege- und Graöennetzes. Die gesetzge­bende Körperschaft in Preußen hat daher zur Beschleu- rüguug und Erleichterung der Umlegung unter dein 21- September 1920 eine neue Umleguugs-Ordnung erlas­sen, die den Landeskulturbehörden die Möglichkeit gibt, auch gegen den Willen der widersprechenden Grundbe- srtzer. die Einleitung des Umlegungsverfahrens zu be- sAricheii, sofern davon eine erhebliche Verbesseruna der Landeskultur zu erwarten ist Während in der Vor­kriegszeit die Einleitung neuer Zusammenlegungsfachen sich verhältnismäßig leicht und glatt bewerkstelligen ließ, stößt diese in der jetzigen Zeit kehr mt auf weitgehenden Widersvrnck der Grundstücksbesitzer.

t

Dornenwege.

R»ma« von C D r e j s e t.

(Nii-Hdruck ^rr»o!^L)

Zum offenen Fenster, an dem Marion malte, lachte der Mhende Frühlstrg herein. Sie selber, frisch und lieblich wie das junge Jahr, hielt jetzt einen Augenblick in ihrer Arbeit inne, als der Luftzug starken Fliederdrtst heraustrug, den sie mit geweiteten Nüstern aufsog. Dabei sah sie fast zärtlich > den grünen, sounenbeglänzten Erdwinkel hinab, den man

' der Großstadt einen Garten hieß.

Ein winziges Stückchen Welt, das da in Blüten stand, ^amn mehr als ein Rasengrund, von etlichen Nemontants umfriedet, deren Nosenprangen einstweilen noch in bräunlichen Plospenhüllen steckte. In den Ecken aber, die man dem Rasenkreise abgetrennt, wucherte allerlei blühendes Gestrmlch. Zumeist Azaleen und Syringenbüsche, welche die geringen Mühen um sie dankbar lohnten und farbenfröhlich und duft- berauschend sproßten, als ständen sie in den Gärten der Lespetiden und nicht zwischen den hohen Steinwänden einer i -mrloUenburae. Straße. Und noch einen Reiz besaß diese blähende kleine Wildnis, nämlich eine Perspektive, die sich in duftblauer Ferne auf den alten Schloßgarten öffnete unb Phantasie gar keine Grenzen zog.

der

Marion, welche ihren ermüdeten Augen mitunter

Marion, welche ihren ermüdeten Augen mitunter die traumweite Ferissicht gönnte, versagte sich gegentvärtig den vcäebten Genuß. Nur so viel Zeit nahm sie sich, um den sollten Farbenzauber der bunten Blüteicdolden im blauten

oitictvut befriedigt hatte, fliest üroffen Ruck uni

f-onuengold zu beachten, und alL sie so ihr ästhetisches

"r befriedigt hatte, gab sie dem zurückgelehnten Körper

- straffen Ruck und setzte ihren Pinsel von neuem in ' üitbe Bewegung. Die heitere Genußfreude schwand aus ^!n jungen Gesicht, das sich nun mit einem Ernst über die ckächermalerei neigte, der etwas von berufsmäßiger Samm- M hatte. Deul lockenden Maienzauber nicht den kleinsten

,"/ehr schenkend, malte sie so eifrig, als ginge es ums i>che Pro. ,anz >o wichtig war die Sache nun nicht, wenn *»9i mehr «2 dtitwstretb»

hrngenoulme». nebst manchem

Marions Vater, Oberst Nardeck pflegte sie häufig zu necken wegen ihrer Liebhaberkünste. Kürzlich noch hatte er gespöttelt, ihre Fächersammllmg werde nächstens an Zahl, wenn auch nicht an Wert, die einer Prinzeß überstelge», Marion aber hatte den niokanten Scherz ruhig hingeuomme». Hätte sie gestanden, daß diese Fächerlollektion nebst niancheu, anderen von ihr gefertigten Zierstück längst aus dem Hause gewandert sei in ein Berliuer Luxusgejchäst, das ihr seit einiger Zeit kunstgewerbliche Aufträge zuwies, sie würde einen peinlichen Auftritt herbeigeführt haben, während sie sich doch so ängstlich »iühte, bem nervösen, träuteluben Mann jede ih» aufregende Verdrießlichkeit zu ersparen.

Wie viele pensionierte Militärs, quälte auch ihn, der Soldat mit Leib und Seele gewesen, die Dienstlosigkeit mit starker Langeweile. Unb sie hatte ihn so reizbar gemacht, daß es nicht immer leicht war, mit ihm fertig zu werden. Ein schlechter Gesundheitszustand er litt an nicht unbedenklichen Herzaffektionen kam dazu, um seine Kinder, des ärztlichen Rates eingedenk, an die vorsichtigste Behandlung ihres Vaters zu gemahnen. Marion, die bei großer Feinfühligkeit auch etwas zaghaft war, ging wirklich mit ihm um wie mit einem

rohen Ei. So hatte sie auch gar nicht den Mur, den Vater mit ihren Wirtschaftssorgen zu behelligen, während es in dem vornehuien Haushall häufig genug an allen Ecken und Enden fehlte, obschon sie der Ersparnis halber bereits die Hausdame entlassen und sich nun mit einem einzigen Mädchen behalf. Ebensowenig wie die ungenügende Wirtschaftskasse, wollte ihr schmales Nadelgeld reichen, und da sie einen Appell an wohl­habende Verwandte erst recht scheute, verfiel sie darauf, ihr nettes Nialtalent zu verwerten. Lieber Gott, Großes erreichte sie nicht damit. Und toemt sie geahnt hätte, daß sie. gleich so mmcchen arideren jungen und alten Damen höherer Stände, mit diesem Taschengeldmalen um jede» Preis den Erwerb der Berussmalerei exisienzgesährdend herabdrückte, sie mürbe sich lieber auf das knappste beschränkt haben, als sich in eine so vlörderische Konkurrenz einzulassen.

Alleill sie fehlte in völliger Unkenntnis und hatte ihre Helle Freilde daran, dem Vater nun hin unb wieder einen Leckerbissen oder einen besseren Bordeaux auf den Tisch setzen und sich selber mal ein hübsches Kleid, einen modernen Hut anidmueu au können. Nur da» m den Ihre» die denn

Ermrebsqmkle verheln vch u mußte, hatte zuwellen etwrH Bedrucknrdhs für sie, aber auch das tat sie ja nur auf Pietist- voller SAonung für ihres Vaters Empfindlichkeit, nicht etaa, weil sie sich des Geldverdienens schämte, unb schließlich fanb sich ihr zarres Gewiffen mit der heimlichen Tätigkeit gan) gut ab, und sie hatte nur noch das erfreuliche Resultat un Auge.

An dem Apfelblütenzwerg, den sie mit ziemlichen C> schick und in viel gewissenhafterer Ausführung auf de» Gazz» sächer gemalt, als es die billige Dutzendware im Grunde ve» langte, war jetzt der leyre L-trich getan. Mario,, ließ ihn einstweilen auf der Unterlage haften und sah unschtüflig z» der eleganten Bouleuhr hin, welche de» Aufsatz eines zierliche« Rokoko,nöbets krönte.

Der kostbare Zeitmesser mach» sich gegenwärtig deklassiert erscheinen. Ehedem, mehr Zierstück als Notwendigkeit hatte er natürlich keiner gewerbmäßigen Arbeit die Stunden teile« müssen, sondern war das Elgentum einer schönen Frau, der glücklichen Verschwenderin sorgloser Zeiten gewesen. Auch die übrige Ausstattung des Zinimers redete von den luxuriöse» Bedürsnissen einer verwöhnten Dame. Marion hatte die hübsche Einrichtung, welche einem Boudoir ihrer ftühgeftorbenen Mutter entstammte, von dem Vater für ihr eigenes Zimmerchea erhalten, als sie erwachsen aus der Pension heimkehrte. Freilich war an der ,»zwischen verblichenen und teilweise schadhaft gewordenen Pracht der einst kostbaren Sachen nichts restauriert worden. Von Ergäuzuuge» oder gar Neuanschaffungen konnte seit des Obersten Pensionierung keine Rede mehr kein. De» vornehmen Ursprung verleugneren die zierlichen Möbel aber keineswegs, und der große schlichte, aus Eschenholz gefügt» Arbeitstisch an fernem belle» Fenster, ich wollte schlecht z» ihnen passen. Im Familiensalon wäre der aufdringliche Pro» klarier auch nicht geduldet worden, hier aber war Mario» Gebieterin; hier lieg sie die Zweckmäßigste entscheiLer^ oh«r sich durch den M-ßlon stören zu lassen.

tFortfetzung folgte